# Baukostenplan.de: Volltext der Ratgeber > Redaktioneller Ratgeber und kostenloser Baukostenrechner für den Hausbau in Deutschland. Inhaltsverzeichnis: https://baukostenplan.de/llms.txt ## Kernzahlen Hausbau (Bundesdurchschnitt, Preisstand Mai 2026) - Baukosten Einfamilienhaus, nur das Haus in Standard-Ausstattung: 2.338 € pro m² Wohnfläche (Kennwert des Baukostenrechners, orientiert an BKI, fortgeschrieben mit dem Baupreisindex von Destatis). - Einfamilienhaus 120 m²: rund 406.482 € gesamt, also 3.387 € pro m² (Standard-Ausstattung, Wärmepumpe, Teilkeller, Garage und Photovoltaik, inklusive Baunebenkosten, ohne Grundstück). - Einfamilienhaus 140 m²: rund 440.013 € gesamt, also 3.143 € pro m² (Standard-Ausstattung, Wärmepumpe, Teilkeller, Garage und Photovoltaik, inklusive Baunebenkosten, ohne Grundstück). - Einfamilienhaus 150 m²: rund 456.773 € gesamt, also 3.045 € pro m² (Standard-Ausstattung, Wärmepumpe, Teilkeller, Garage und Photovoltaik, inklusive Baunebenkosten, ohne Grundstück). - Einfamilienhaus 180 m²: rund 507.331 € gesamt, also 2.819 € pro m² (Standard-Ausstattung, Wärmepumpe, Teilkeller, Garage und Photovoltaik, inklusive Baunebenkosten, ohne Grundstück). - Einfamilienhaus: Kennwert 2.338 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus - Doppelhaus: Kennwert 2.058 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/doppelhaus - Reihenhaus: Kennwert 1.923 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/reihenhaus - Bungalow: Kennwert 2.619 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/bungalow - Fertighaus: Kennwert 1.985 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/fertighaus - Massivhaus: Kennwert 2.525 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/massivhaus - Holzhaus: Kennwert 2.390 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/holzhaus - Passivhaus: Kennwert 2.920 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/passivhaus - Tiny House: Kennwert 1.517 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/tinyhouse - Mehrfamilienhaus: Kennwert 2.151 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/mehrfamilienhaus - Villa: Kennwert 3.388 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/villa - Schwedenhaus: Kennwert 2.224 € pro m² (nur Haus, Standard). Details: https://baukostenplan.de/haustypen/schwedenhaus - Regionale Unterschiede: Baukosten je Bundesland unter https://baukostenplan.de/baukosten/[bundesland], Grundstückspreise als amtliche Bodenrichtwerte unter https://baukostenplan.de/bodenrichtwerte. - Eigene Berechnung mit Wohnfläche, Bundesland, Haustyp, Keller, Ausstattung und allen Kostengruppen nach DIN 276: https://baukostenplan.de/rechner (kostenlos). --- # Bungalow bauen 2026: Kosten, Planung und KfW-Förderung im Überblick URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bungalow-bauen-2026-kosten-planung-foerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-17 # Bungalow bauen 2026: Kosten, Planung und KfW-Förderung im Überblick *Stand dieses Artikels: 17. Oktober 2026.* Der Wunsch nach einem Leben auf einer Ebene wächst: keine Treppen, alle Zimmer direkt erreichbar, das Haus barrierefrei von Anfang an. Ein Bungalow erfüllt genau das und erlebt seit Jahren eine Renaissance. Dass der Neubaumarkt insgesamt anzieht, bestätigt ein aktueller Wert des Statistischen Bundesamts: Im August 2026 wurden 6,8 Prozent mehr Baugenehmigungen für Wohngebäude erteilt als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig kostet ein Bungalow pro Quadratmeter Wohnfläche mehr als ein zweigeschossiges Haus. Dieser Ratgeber erklärt, warum das so ist, welche Bungalow-Typen es gibt, worauf du bei Grundstück und Bebauungsplan achten musst und welche KfW-Förderung 2026 für dich infrage kommt. ## Was ist ein Bungalow? **Ein Bungalow ist ein eingeschossiges Wohngebäude, in dem alle Wohn- und Schlafräume auf derselben Ebene liegen.** Kein Treppenhaus, keine versetzten Geschosse: Vom Schlafzimmer bis zur Küche ist alles ohne Höhenunterschied erreichbar. Baurechtlich hat der Begriff keine eigenständige Definition. Ein Bungalow ist ein Einfamilienhaus und muss dieselben Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllen wie jedes andere neue Wohngebäude. Die Fördervoraussetzungen nach KfW und BEG gelten ohne Einschränkung. Typische Merkmale eines Bungalows: - Erdgeschoss als einzige Wohnebene, maximal ergänzt durch einen nicht ausgebauten Keller - Flachdach oder flach geneigtes Satteldach (häufig unter 20 Grad Neigung) - Große Fensterflächen, oft bodentiefe Verglasung - Direktzugang zu Terrasse und Garten aus mehreren Räumen - Vollständig barrierefrei erreichbar ohne Höhenunterschied Ein Bungalow mit ausgebautem Untergeschoss ist möglich, verliert aber den zentralen Vorteil der vollständigen Barrierefreiheit auf einer Ebene. ## Bungalow-Typen: Welche Varianten gibt es? **Es gibt nicht den einen Bungalow, sondern verschiedene Bauformen mit unterschiedlichen Grundrisskonzepten und Kosten.** Die Wahl des richtigen Typs hängt vom Grundstück, der gewünschten Wohnfläche und dem Bebauungsplan ab. **Klassischer Rechteckbungalow:** Der einfachste und meist günstigste Grundriss. Alle Räume reihen sich entlang einer Achse auf. Gut für schmale Grundstücke geeignet, allerdings haben innenliegende Räume kein direktes Außenfenster. **L-förmiger Bungalow:** Ein angewinkelter Grundriss, der zwei Schenkeln bildet. Dadurch entstehen zwei Außenzonen mit Terrassen und ein geschützter Innenhof. Etwas aufwändiger in der Planung und teurer wegen der Außenecke, aber wohnlich und privat. **U-förmiger Bungalow:** Drei Schenkel umschließen einen Innenhof. Sehr großzügig, braucht aber ein entsprechend großes Grundstück und ist in der Erstellung teurer als einfache Rechteckformen. **Atriumhaus:** Eine Sonderform des Bungalows, bei der ein zentraler Innenhof (Atrium) von Wohnräumen umschlossen wird. Alle Räume haben Ausblick auf den Hof, die Privatsphäre zur Straße ist maximal. Hoher Planungsaufwand, erfordert besonderes Augenmerk auf Belichtung und Entwässerung. **Bungalow mit Keller:** Das Untergeschoss bietet zusätzliche Nutzfläche für Technik, Lager oder einen Hobbyraum, ohne den Wohnbereich oben zu verändern. Kostet deutlich mehr als eine einfache Bodenplatte, bietet aber zusätzliche Nutzfläche. Mehr dazu im Ratgeber [Keller oder Bodenplatte](https://baukostenplan.de/ratgeber/keller-oder-bodenplatte-kosten-2026). Für die Planung deines Bungalows lohnt sich ein Blick auf die regionalen Typen und Kosten unter [/haustypen/bungalow](https://baukostenplan.de/haustypen/bungalow). ## Warum kostet ein Bungalow pro Quadratmeter mehr? **Wer einen Bungalow baut, zahlt im Vergleich zu einem Haus mit zwei Vollgeschossen mehr pro Quadratmeter Wohnfläche, weil Fundament und Dach im Verhältnis zur Wohnfläche deutlich größer ausfallen.** Das ist der entscheidende Kostentreiber. Konkret: **Mehr Fundament:** Für 150 Quadratmeter Wohnfläche benötigt ein Bungalow eine Bodenplatte von ebenfalls rund 150 Quadratmetern. Ein Haus mit zwei Vollgeschossen benötigt für dieselbe Wohnfläche nur etwa 80 Quadratmeter Grundfläche. Die Kosten für Bodenplatte oder Keller sind beim Bungalow also fast doppelt so hoch. **Mehr Dach:** Dasselbe gilt für das Dach: Ein Bungalow mit 150 Quadratmetern Wohnfläche hat ein Dach über der vollen Grundfläche. Das zweigeschossige Haus kommt mit einem Dach über 80 Quadratmetern aus. **Ungünstigeres A/V-Verhältnis:** Fachleute sprechen vom Verhältnis von Außenhülle zu beheiztem Volumen (A/V-Verhältnis). Ein flach gestreckter Baukörper hat mehr Außenfläche pro Kubikmeter Rauminhalt als ein kompaktes mehrgeschossiges Gebäude. Das erhöht die Wärmeverluste und macht eine hochwertige Dämmung nach GEG noch wichtiger als bei einem kompakten Haus. Der positive Gegenpunkt: Ein Bungalow braucht kein Treppenhaus und keine statisch aufwändigeren Deckenkonstruktionen für mehrere Etagen. Dieser Einsparposten gleicht die höheren Kosten für Fundament und Dach aber nur teilweise aus. ## Was kostet ein Bungalow? Kostenfaktoren nach DIN 276 **Die Gesamtkosten für einen Bungalow hängen von Größe, Ausstattung, Bauweise und Region ab, eine pauschale Quadratmeterpreisangabe ist wenig aussagekräftig.** Verlässliche Kostenschätzungen entstehen nach [DIN 276](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung), die sieben Kostengruppen unterscheidet. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du erste regionale Richtwerte ermitteln. | Kostengruppe (DIN 276) | Beim Bungalow besonders relevant | |---|---| | KG 200 Grundstück | Größerer Flächenbedarf als bei mehrgeschossigem Haus | | KG 300 Baukonstruktion | Bodenplatte und Dach erheblich größer pro qm Wohnfläche | | KG 400 Technische Anlagen | Längere Leitungswege wegen großer Grundfläche | | KG 500 Außenanlagen | Oft großzügigere Terrasse und Gartengestaltung | | KG 600 Ausstattung | Häufig bodengleiche Duschen, schwellenlose Übergänge | | KG 700 Baunebenkosten | Wie bei jedem Neubau 15 bis 20 Prozent der Bausumme | **Beispielrechnung (gerechnet, alle Kostenwerte sind angenommene Größenordnungen, keine verbindlichen Marktpreise):** Bungalow, 130 Quadratmeter Wohnfläche, schlüsselfertig ohne Keller, mittlere Ausstattungsklasse: - Baukosten KG 300 bis 600 bei angenommenen 2.800 EUR pro qm Wohnfläche: 364.000 EUR (gerechnet) - Baunebenkosten KG 700 mit 15 Prozent: 54.600 EUR (gerechnet) - Grundstück: je nach Lage und Region sehr unterschiedlich, hier nicht enthalten - **Gesamtbaukosten ohne Grundstück: ca. 418.600 EUR (gerechnet)** Diese Beispielrechnung dient der Orientierung. Aktuelle regionale Baukosten findest du unter [/baukosten/bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) und den anderen Bundeslandseiten. Plane außerdem immer mindestens 15 Prozent der reinen Baukosten für [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten) wie Architekt, Notar, Genehmigungen, Statiker, Energieberater und unvorhergesehene Ausgaben ein. ## Grundstück: Wie viel Fläche braucht ein Bungalow? **Ein Bungalow braucht deutlich mehr Grundstücksfläche als ein Haus mit mehreren Etagen, was in urbanen Lagen zum echten Engpass werden kann.** Für eine Wohnfläche von 130 Quadratmetern brauchst du eine Grundfläche von mindestens 145 Quadratmetern plus Wandstärken. Die Grundflächenzahl (GRZ) im Bebauungsplan begrenzt, welcher Anteil des Grundstücks bebaut werden darf. In allgemeinen Wohngebieten liegt die GRZ typischerweise bei 0,3 bis 0,4. Was das für dich bedeutet, erklärt der Ratgeber [GRZ und GFZ im Bebauungsplan](https://baukostenplan.de/ratgeber/grz-gfz-bebauungsplan-grundstueck). **Beispielrechnung (gerechnet):** Bei einer GRZ von 0,35 und einer benötigten Bungalow-Grundfläche von 150 Quadratmetern ergibt sich ein Mindestgrundstück von 150 qm / 0,35 = 429 Quadratmeter. Terrasse, Garage oder Zufahrt werden auf die GRZ angerechnet und erhöhen den Flächenbedarf weiter. Realistisch sind 600 bis 800 Quadratmeter Grundstück für einen komfortablen Bungalow mit Außenbereich. Was der Bebauungsplan außerdem regelt: - Maximale Firsthöhe und Traufhöhe - Zulässige Dachform: Flachdach ist nicht überall erlaubt - Anzahl Vollgeschosse: Ein Bungalow kann bevorzugt sein, wenn der Plan maximal ein Vollgeschoss erlaubt - Baugrenzen und Abstandsflächen zu Nachbarn Frag vor dem Grundstückskauf beim zuständigen Bauordnungsamt an, ob der geplante Bungalow mit dem bestehenden Bebauungsplan vereinbar ist. ## KfW-Förderung für Bungalows 2026 **Ein Bungalow ist wie jedes andere Wohngebäude förderfähig, entscheidend ist nicht die Hausform, sondern der Energiestandard.** Die KfW bietet 2026 folgende Programme für Bungalow-Bauherren an: **KfW 124 - Wohneigentumsprogramm:** Kredit bis 100.000 Euro für alle selbst genutzten Neubauten, ohne Energiestandard-Voraussetzung. Gut kombinierbar mit anderen KfW-Programmen. **KfW 297/298 - Klimafreundlicher Neubau:** Kredit bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit für besonders klimafreundliche Neubauten nach Effizienzhaus 40 Standard. Die genaue Förderhöhe hängt vom Energiestandard und einem optionalen Nachhaltigkeitszertifikat (QNG) ab. **KfW 300 - Wohneigentum für Familien:** Kredit bis zu 270.000 Euro für Familien mit Kindern oder Alleinerziehende beim Neubau eines klimafreundlichen Hauses nach EH40. Die genaue Förderhöhe hängt von Kinderzahl und Haushaltseinkommen ab. Einen umfassenden Überblick gibt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). Wichtig: Den Kreditantrag musst du immer vor Baubeginn bei deiner Hausbank einreichen. Hinweis zur Energieeffizienz: Wegen des ungünstigeren A/V-Verhältnisses ist beim Bungalow eine sorgfältig geplante Dämmung für den EH40-Standard besonders wichtig. Eine frühzeitige Abstimmung mit einem Energieeffizienz-Experten ist für KfW 297/298 ohnehin Pflicht. ## Vor- und Nachteile des Bungalows im Überblick **Ein Bungalow ist eine bewusste Wahl, die vor allem dann Sinn ergibt, wenn Barrierefreiheit und Wohnen auf einer Ebene Priorität haben.** Die wichtigsten Argumente auf einen Blick: | Aspekt | Bungalow | Zweigeschossiges Haus | |---|---|---| | Barrierefreiheit | Vollständig auf einer Ebene | Treppe zwischen Etagen nötig | | Grundstücksbedarf | Hoch | Moderat | | Kosten pro qm Wohnfläche | Tendenziell höher | Günstiger | | Energieeffizienz | Etwas aufwändiger (A/V-Verhältnis) | Kompakter Baukörper vorteilhaft | | Privatsphäre im Garten | Alle Räume ebenerdig, Einsicht möglich | Obergeschoss bietet mehr Rückzug | | Eignung im Alter | Sehr gut, keine Treppen | Umbau häufig nötig | | Schallschutz | Kein Trittschall zwischen Etagen | Aufwändigere Deckenkonstruktion | | Planungsaufwand | Einfacher (eine Ebene) | Mehr Varianten in der Raumaufteilung | ## Häufige Fragen zum Bungalow bauen **Kann ich einen Bungalow auch als Fertighaus bauen?** Ja, viele Anbieter im Fertighaus-Bereich haben Bungalows im Programm. Der Vorteil: kürzere Bauzeit und oft bessere Kostentransparenz durch Festpreisverträge. Preise variieren je nach Anbieter, Ausstattung und Grundriss erheblich. Mehr dazu im Ratgeber [Fertighaus Kosten 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/fertighaus-kosten-2026-preise-foerderung). **Brauche ich für einen Bungalow eine besondere Baugenehmigung?** Nein. Ein Bungalow unterliegt denselben baurechtlichen Anforderungen wie jedes andere Einfamilienhaus. Relevant ist der Bebauungsplan deiner Gemeinde, der Firsthöhe, Dachform und zulässige Geschosszahl regelt. Manchmal ist ein eingeschossiger Bau sogar bevorzugt, wenn der Plan maximal ein Vollgeschoss erlaubt. **Ist ein Bungalow wirklich barrierefrei?** Ein Bungalow ist barrierefrei im Sinne von keine Treppen zwischen Wohnbereichen. Vollständige Barrierefreiheit nach DIN 18040-2 erfordert zusätzlich: schwellenlose Eingänge, Türbreiten von mindestens 80 Zentimetern lichter Weite, bodengleiche Duschen und ausreichend Bewegungsfläche im Bad. Das sollte von Anfang an in die Planung einfließen, ein nachträglicher Umbau ist deutlich teurer. **Wie groß muss das Grundstück für einen Bungalow sein?** Als Orientierung: Du brauchst ein Grundstück, das bei einer GRZ von 0,3 mindestens dreimal so groß ist wie die Grundfläche deines Bungalows. Für 120 Quadratmeter Grundfläche also mindestens 400 Quadratmeter Grundstück. Realistisch für einen komfortablen Außenbereich mit Terrasse und Garage sind 500 bis 700 Quadratmeter. **Welche Dachform eignet sich für einen Bungalow?** Flachdach und flach geneigtes Pultdach sind die häufigsten Formen und passen zur eingeschossigen Bauweise. Sie ermöglichen maximale Deckenhöhe und eine moderne Optik. Flachdächer bieten außerdem die Möglichkeit, eine Dachbegrünung oder eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Achte darauf, ob der Bebauungsplan die gewünschte Dachform erlaubt, denn nicht alle Gemeinden gestatten Flachdächer in traditionellen Wohngebieten. **Wie kann ich die Kosten beim Bungalow senken?** Kompaktheit zahlt sich aus: Je weniger Ecken, Vorsprünge und Anbauten ein Grundriss hat, desto günstiger. Auch die Wahl standardisierter Maße für Türen und Fenster sowie eine einfache Dachform spart Kosten. Nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), um verschiedene Varianten durchzurechnen, bevor du Bauverträge abschließt. Quellen: - KfW - Neubauförderung Übersicht (Privatpersonen): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/ - Statistisches Bundesamt - Baugenehmigungen August 2026 (Pressemitteilung vom 16.10.2026): https://www.destatis.de/ --- # Einliegerwohnung bauen: Kosten, Genehmigung und Steuervorteile 2026 URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/einliegerwohnung-kosten-baugenehmigung-steuervorteile Zuletzt aktualisiert: 2026-10-16 Wer ein Einfamilienhaus baut, denkt oft frühzeitig an eine Einliegerwohnung: eine zweite, kleinere Wohneinheit im selben Gebäude. Sie kann Eltern oder Schwiegereltern aufnehmen, laufende Mieteinnahmen erzeugen oder später als Wohnraum für erwachsene Kinder dienen. Im Unterschied zum Kauf eines Zweifamilienhauses entsteht die Einliegerwohnung von Anfang an nach deinen Vorstellungen. Dieser Ratgeber erklärt, was eine Einliegerwohnung kostet, welche planungsrechtlichen Voraussetzungen du klären musst und welche konkreten Steuervorteile ab der ersten Vermietung greifen. *Stand dieses Artikels: 16. Oktober 2026.* ## Was ist eine Einliegerwohnung? **Eine Einliegerwohnung ist eine abgeschlossene zweite Wohneinheit innerhalb eines Einfamilienhauses, die baulich dem Hauptwohnraum untergeordnet bleibt und über einen eigenen Zugang verfügt.** Sie hat eine eigene Küche oder Kochgelegenheit, ein eigenes Bad sowie Schlaf- und Wohnraum. Das Gebäude gilt trotzdem als Einfamilienhaus, solange die Hauptwohnung des Eigentümers in Grundfläche und Nutzungsintensität klar überwiegt. Typische Größen liegen zwischen 30 und 80 Quadratmetern. Besonders häufig entstehen Einliegerwohnungen im Kellergeschoss, im Dachgeschoss oder als seitlicher Anbau im Erdgeschoss. Das ermöglicht eine weitgehend getrennte Nutzung, ohne dass Eigentümer und Mieter täglich aneinander vorbeigehen. Welche Hausformen eine Einliegerwohnung besonders gut aufnehmen, erfährst du auf der Seite [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). Eine Einliegerwohnung ist kein Zweifamilienhaus. Der Unterschied liegt im Flächenverhältnis und in der Nutzungsabsicht: Beim Zweifamilienhaus sind beide Einheiten gleichwertig und für zwei Hauptnutzer gedacht. Die Einliegerwohnung ist kleiner und dem Eigentümerhaushalt untergeordnet. Diese Unterscheidung hat Folgen für das Planungsrecht, die Finanzierung und die Steuerpflicht. ## Was kostet eine Einliegerwohnung zusätzlich? **Die Mehrkosten einer Einliegerwohnung gegenüber einem vergleichbaren Haus ohne zweite Wohneinheit liegen erfahrungsgemäß zwischen 30.000 und 80.000 Euro, abhängig von Größe, Lage im Gebäude und Ausstattungsstandard (gerechnet).** Die Mehrkosten entstehen, weil eine zweite vollwertige Wohneinheit eigene Haustechnik, Sanitäranlagen und Zugänge benötigt. Der größte Posten ist meist das zweite Badezimmer, gefolgt von der Küche und den notwendigen Schallschutzmaßnahmen zwischen den Wohnungen. | Kostenposition | Richtwert (gerechnet) | |---|---| | Separate Kochzeile oder Einbauküche | 5.000 bis 15.000 EUR | | Zweites Bad mit WC und Dusche | 6.000 bis 15.000 EUR | | Separate Eingangstür und Treppenanlage | 3.000 bis 8.000 EUR | | Schallschutz Decken und Trennwände | 4.000 bis 12.000 EUR | | Eigener Stromzähler und Elektroverteilung | 1.500 bis 3.500 EUR | | Heizungsanschluss, Durchflussmesser, Heizkörper | 1.500 bis 4.000 EUR | | Klingel, Briefkasten, separate Hausnummer | 500 bis 1.500 EUR | Diese Richtwerte sind als gerechnete Beispiele zu verstehen und können je nach Bundesland, Handwerkslage und gewählter Ausstattungsqualität erheblich abweichen. Regionaler Vergleich: [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) oder [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Den genauen Kostenrahmen für dein Gesamtprojekt ermittelst du am besten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Zusätzliche Kosten entstehen für Baunebenleistungen: Planer müssen die zweite Wohneinheit im Grundriss berücksichtigen, der Energieausweis muss für das gesamte Gebäude ausgestellt werden, und bei der Bauabnahme wird die Einliegerwohnung wie die Hauptwohnung geprüft. Einen Überblick über alle Nebenkosten beim Hausbau gibt der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Brauche ich eine Baugenehmigung? **Ja, immer. Wer beim Neubau eine Einliegerwohnung einplant, muss dies im Bauantrag angeben. Die Einliegerwohnung wird Bestandteil der Baugenehmigung für das Gesamtgebäude.** Eine nachträgliche Einliegerwohnung, die nach Fertigstellung eingebaut wird, gilt als genehmigungspflichtige Nutzungsänderung und muss separat beantragt werden. Ohne Genehmigung drohen Bußgelder und im schlimmsten Fall die Rückbaupflicht. Planungsrechtlich ist eine Einliegerwohnung in den meisten deutschen Wohngebieten zulässig. Gemäß Paragraph 3 Baunutzungsverordnung (BauNVO) sind Wohngebäude in reinen Wohngebieten (WR) ausdrücklich zulässig. Paragraph 4 BauNVO regelt dasselbe für allgemeine Wohngebiete (WA), die in deutschen Neubaugebieten am häufigsten vorkommen. Der Bebauungsplan kann jedoch Einschränkungen enthalten: eine maximale Geschossflächenzahl (GFZ), eine Begrenzung auf eine Wohneinheit pro Grundstück oder besondere Anforderungen an die Grundstücksgröße. Diese Festsetzungen klärst du vorab beim Bauordnungsamt deiner Gemeinde. Neben dem Planungsrecht regeln die **Landesbauordnungen** der 16 Bundesländer die technischen Mindestanforderungen. Typische Anforderungen sind eine Mindestlichte Raumhöhe von 2,40 Metern, ausreichende Belichtung durch Fenster sowie baulicher Brandschutz zwischen den Wohnungen. Details unterscheiden sich je nach Bundesland; Grundlage ist die Musterbauordnung (MBO). ## Welche Steuervorteile bietet eine Einliegerwohnung? **Wer die Einliegerwohnung dauerhaft vermietet, darf die anteiligen Herstellungskosten über die Gebäudeabschreibung (AfA) steuerlich geltend machen und alle mit der Vermietung zusammenhängenden Werbungskosten abziehen.** Diese Steuervorteile machen die Einliegerwohnung für viele Bauherren auch finanziell interessant: Die Steuerersparnis kann einen Teil der Mehrkosten langfristig ausgleichen. ### Mieteinnahmen und Werbungskosten nach Paragraph 21 EStG Mieteinnahmen aus der Einliegerwohnung gehören nach Paragraph 21 Absatz 1 Nummer 1 Einkommensteuergesetz (EStG) zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Besteuert wird nur der Überschuss: Mieteinnahmen abzüglich aller abziehbaren Werbungskosten. Zu den Werbungskosten gehören unter anderem: - Anteilige Hypothekenzinsen (der auf die Einliegerwohnung entfallende Anteil) - Instandhaltungs- und Reparaturkosten für die vermietete Einheit - Verwaltungskosten, Kontoführungsgebühren und Fahrtkosten - Versicherungsprämien, soweit anteilig auf die Einliegerwohnung entfallend - Die jährliche Gebäudeabschreibung (AfA) Wichtig: Nach Paragraph 21 Absatz 2 EStG muss das vereinbarte Mietentgelt mindestens **66 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete** betragen, damit du die Werbungskosten vollständig abziehen darfst. Liegst du darunter, wird die Nutzungsüberlassung aufgeteilt: Nur der entgeltliche Anteil berechtigt zum Werbungskostenabzug, der unentgeltliche nicht. Das gilt auch bei Vermietung an Angehörige. ### Gebäudeabschreibung (AfA) nach Paragraph 7 EStG Für Gebäude, die nach dem 31. Dezember 2022 fertiggestellt werden, gilt nach Paragraph 7 Absatz 4 Satz 1 Nummer 2a EStG eine lineare AfA von **3 Prozent pro Jahr** der anteiligen Herstellungskosten. Das ist eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem bis Ende 2022 geltenden Satz von 2 Prozent. Rechenbeispiel (gerechnet): Bei anteiligen Herstellungskosten von 120.000 Euro für die Einliegerwohnung ergibt die AfA jährlich 3.600 Euro steuerliche Abschreibung über 33 Jahre hinweg. Für ältere Gebäude gelten abweichende Sätze: | Fertigstellungszeitraum | AfA-Satz | Abschreibungsdauer | |---|---|---| | Ab 1. Januar 2023 | 3 % pro Jahr | 33 Jahre | | 1. Januar 1925 bis 31. Dezember 2022 | 2 % pro Jahr | 50 Jahre | | Vor 1. Januar 1925 | 2,5 % pro Jahr | 40 Jahre | *Quelle: Paragraph 7 Absatz 4 EStG, gesetze-im-internet.de* Den auf die Einliegerwohnung entfallenden Anteil der Herstellungskosten ermittelst du im Verhältnis der Wohnflächen: Ist die Einliegerwohnung 50 von insgesamt 200 Quadratmetern groß, entfallen 25 Prozent der Gesamtherstellungskosten auf den vermieteten Anteil. Diese Quote gilt entsprechend auch für den anteiligen Zinsabzug und andere flächenbezogene Kosten. ## Einliegerwohnung und KfW-Förderung **Beim Neubau mit Einliegerwohnung können die gängigen KfW-Neubauprogramme für das Gesamtgebäude grundsätzlich genutzt werden, solange du als Eigentümer die Hauptwohnung selbst bewohnst.** KfW 124 (Wohneigentumsprogramm) fördert selbst genutztes Wohneigentum mit bis zu 100.000 Euro Kredit und ist kombinierbar mit den Programmen Klimafreundlicher Neubau (KfW 297 und 298). Für Familien mit Kindern bietet KfW 300 (Wohneigentum für Familien) Kredite bis zu 270.000 Euro, abhängig von Kinderzahl, Haushaltseinkommen und Energieeffizienzstandard. Ob eine vermietete Einliegerwohnung im selben Gebäude die Eigennutzungsvoraussetzung berührt, muss im Einzelfall mit der finanzierenden Bank als KfW-Durchleitungspartner geklärt werden. In der Praxis gilt das Gebäude in der Regel weiterhin als selbst genutzt, solange du als Eigentümer die Hauptwohnung als Hauptwohnsitz nutzt. Mehr zu Finanzierungsoptionen und Zinsbindungsstrategien beim Neubau enthält der Ratgeber [Baufinanzierung](https://baukostenplan.de/ratgeber/baufinanzierung). ## Was du beim Vermieten beachten solltest **Vor der ersten Vermietung klärst du fünf Grundfragen: Mietvertrag, Betriebskosten, Heizkostenabrechnung, Kündigungsrecht und steuerliche Erfassung. Wer diese früh regelt, spart sich später Ärger.** 1. **Mietvertrag**: Ein schriftlicher Mietvertrag nach BGB ist Pflicht. Auch bei Vermietung an Verwandte oder Bekannte gelten dieselben mietrechtlichen Regeln wie bei Fremdvermietung. Fehlt ein marktüblicher Vertrag, kann das Finanzamt den Werbungskostenabzug kürzen. 2. **Betriebskosten**: Lege die umlagefähigen Nebenkosten schriftlich fest. Die Betriebskostenverordnung (BetrKV) listet abschließend, welche Kostenarten auf den Mieter umgelegt werden dürfen. Eine jährliche Abrechnung ist Pflicht. 3. **Heizkostenabrechnung**: Nutzt die Einliegerwohnung die gleiche Heizungsanlage wie das Haupthaus, schreibt die Heizkostenverordnung (HKVO) eine verbrauchsabhängige Abrechnung vor. Plane daher bereits in der Bauphase separate Wärmemengenzähler und Heizkostenverteiler ein. Eine nachträgliche Nachrüstung ist teurer. 4. **Kündigung**: Als Eigentümer-Vermieter kannst du Eigenbedarf nach Paragraph 573 BGB anmelden, etwa wenn Familienmitglieder einziehen sollen. Die gesetzlichen Kündigungsfristen von mindestens drei Monaten (nach mehr als fünf Jahren Mietdauer bis zu neun Monaten) gelten aber vollumfänglich. 5. **Steuererklärung**: Mieteinnahmen gibst du jedes Jahr in Anlage V der Einkommensteuererklärung an. Für das erste Jahr mit Vermietungseinkünften und der Ersterfassung der Abschreibung empfiehlt sich ein Steuerberater oder zumindest eine Steuerberatungssoftware. ## FAQ: Einliegerwohnung **Zählt eine Einliegerwohnung als Zweifamilienhaus?** Nein, solange die Einliegerwohnung dem Hauptwohnraum in der Fläche klar untergeordnet ist. Das Flächenverhältnis entscheidet: Überwiegt die Eigentümerwohnung deutlich, bleibt das Gebäude planungsrechtlich ein Einfamilienhaus im Sinne der BauNVO. Bei nahezu gleich großen Einheiten kann das Bauordnungsamt das Gebäude jedoch als Zweifamilienhaus einstufen, was höhere Anforderungen auslösen kann. **Darf ich die Einliegerwohnung kurzfristig vermieten (Ferienwohnung)?** Das hängt vom Bebauungsplan und dem kommunalen Recht ab. Kurzzeitvermietungen gelten nach Paragraph 13a BauNVO als nicht störende Gewerbebetriebe oder Beherbergungsgewerbe und können in reinen Wohngebieten (WR) genehmigungspflichtig sein. Mehrere Bundesländer haben zudem eigene Regelungen zum Schutz von Wohnraum vor Ferienwohnungsumwandlung. Kläre das vorab mit deiner Gemeinde. **Wie hoch ist die AfA für eine neue Einliegerwohnung?** Für Gebäude, die nach dem 31. Dezember 2022 fertiggestellt wurden, beträgt die lineare Abschreibung 3 Prozent pro Jahr gemäß Paragraph 7 Absatz 4 Nummer 2a EStG. Bei einem vermieteten Anteil im Wert von 120.000 Euro Herstellungskosten (gerechnet) sind das 3.600 Euro Abschreibung jährlich über 33 Jahre. **Kann ich die Einliegerwohnung an Familienmitglieder vermieten?** Ja. Steuerlich gelten dieselben Regeln wie bei Fremdvermietung. Der Mietvertrag muss einem Fremdvergleich standhalten (schriftlich, marktübliche Konditionen, tatsächliche Zahlung), und die Miete muss mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Marktmiete betragen (Paragraph 21 Absatz 2 EStG), damit du alle Werbungskosten vollständig abziehen darfst. **Beeinflusst eine Einliegerwohnung die KfW-Förderung?** Nicht grundsätzlich. KfW 124 und KfW 300 sind auf selbst genutztes Wohneigentum ausgerichtet. In der Praxis gilt das Gebäude weiterhin als selbst genutzt, solange du die Hauptwohnung als Hauptwohnsitz nutzt. Ob die Einliegerwohnung im Einzelfall Förderbedingungen berührt, klärt deine finanzierende Bank als KfW-Durchleitungspartner. **Welche Mindestgröße muss eine Einliegerwohnung haben?** Die Mindestanforderungen richten sich nach der Landesbauordnung deines Bundeslandes. In der Praxis ist eine funktionsfähige Einliegerwohnung ab etwa 30 bis 35 Quadratmetern Wohnfläche realisierbar, sofern die Mindestlichte Raumhöhe (häufig 2,40 m) und die Belichtungsanforderungen nach Landesbauordnung eingehalten sind. Sehr kleine Wohnungen unterhalb von 25 Quadratmetern gelten in einigen Bundesländern nicht als vollwertige Wohneinheit. Quellen: - §7 Abs. 4 EStG - Absetzung für Abnutzung (AfA) für Gebäude: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__7.html - §21 EStG - Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__21.html - §3 BauNVO - Reine Wohngebiete: https://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__3.html - §4 BauNVO - Allgemeine Wohngebiete: https://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__4.html - §13a BauNVO - Ferienwohnungen: https://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__13a.html - KfW - Förderung Neubau Privatpersonen: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/ --- # Wohnfläche berechnen: So gehst du nach WoFlV vor URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/wohnflaeche-berechnen-woflv-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-15 # Wohnfläche berechnen nach WoFlV: Schritt für Schritt für Bauherren Wer ein Haus baut, plant mit einer konkreten Wohnflächenzahl: 140 Quadratmeter, 180 Quadratmeter, manchmal mehr. Aber was zählt wirklich dazu? Der Keller mit ausgebautem Homeoffice? Die Südterrasse? Der Balkon unterm Dach? Wer die Wohnfläche falsch berechnet, riskiert Fehler im Kaufvertrag, zu geringe Förderbeträge und unrealistische Baukostenschätzungen. *Stand dieses Artikels: 15. Oktober 2026.* Der verbindliche Maßstab in Deutschland ist die Wohnflächenverordnung (WoFlV) vom 25. November 2003. Sie regelt in vier Paragraphen, welche Grundflächen zur Wohnfläche gehören, wie sie gemessen werden und mit welchem Faktor sie einfließen. Dieser Ratgeber erklärt die WoFlV Schritt für Schritt, zeigt gerechnete Beispiele und erklärt den Zusammenhang zur Baukostenkalkulation. --- ## Was ist die Wohnfläche nach WoFlV und wozu brauchst du sie? **Die Wohnflächenverordnung ist der gesetzliche Berechnungsstandard in Deutschland und die Grundlage für Mietverträge, Kaufverträge, Förderanträge bei KfW und BAFA sowie die gesamte Baukostenkalkulation.** Nach § 1 Abs. 1 WoFlV ist die Verordnung zwingend anzuwenden, wenn die Wohnfläche nach dem Wohnraumförderungsgesetz berechnet wird, also bei öffentlich geförderten Wohnungen. Darüber hinaus hat sie sich als allgemeiner Standard durchgesetzt: Gerichte, Behörden und Immobilienpraktiker erkennen sie als Maßstab an. Für Bauherren ist die korrekte Wohnfläche aus mehreren Gründen wichtig: - **Baukostenkalkulation**: Im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) ist die Wohnfläche die zentrale Eingabegröße. Wer hier zu großzügig ansetzt, unterschätzt die Kosten pro Quadratmeter. - **Förderanträge**: Bei Programmen wie dem KfW Wohneigentumsprogramm wird die Wohnfläche zur Bestimmung maximaler Kreditbeträge herangezogen. - **Rechtssicherheit**: Bei Verkauf oder Vermietung des Hauses ist die korrekte Angabe rechtlich bindend. --- ## Welche Räume zählen zur Wohnfläche nach § 2 WoFlV? **Zur Wohnfläche zählen nach § 2 Abs. 1 WoFlV alle Grundflächen der Räume, die ausschließlich zur Wohnung gehören, also Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad und alle weiteren Wohnräume.** Nach § 2 Abs. 2 WoFlV zählen außerdem folgende Flächen anteilig zur Wohnfläche, wenn sie ausschließlich zur Wohnung gehören: - Balkone - Loggien - Dachgärten - Terrassen - Wintergärten und Schwimmbäder sowie ähnliche nach allen Seiten geschlossene Räume Expressiv ausgeschlossen sind nach § 2 Abs. 3 WoFlV: | Raumtyp | Gehört zur Wohnfläche? | |---|---| | Kellerräume | Nein | | Abstellräume und Kellerersatzräume außerhalb der Wohnung | Nein | | Waschküchen | Nein | | Bodenräume (nicht ausgebaut) | Nein | | Trockenräume | Nein | | Heizungsräume | Nein | | Garagen | Nein | | Räume ohne bauordnungsrechtliche Genehmigung | Nein | | Geschäftsräume | Nein | | Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad | Ja | | Balkon, Terrasse, Loggia | Ja, anteilig | | Beheizter Wintergarten (vollständig integriert) | Ja, anteilig oder vollständig | Ein ausgebauter Keller zählt damit grundsätzlich nicht zur Wohnfläche, selbst wenn er komfortabel ausgestattet ist. Entscheidend ist, ob der Raum die bauordnungsrechtlichen Anforderungen an einen Aufenthaltsraum erfüllt (zum Beispiel ausreichende Fensterfläche und Deckenhöhe). Tut er das nicht, bleibt er aus der WoFlV-Berechnung heraus. --- ## Wie werden Balkone, Terrassen und Loggien angerechnet? **Nach § 4 Nr. 4 WoFlV werden Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen in der Regel mit einem Viertel (25 Prozent) ihrer Grundfläche angerechnet, höchstens jedoch zur Hälfte (50 Prozent).** Welcher Faktor im Einzelfall gilt, liegt im Ermessen. In der Praxis spielen Lage, Ausstattung und Nutzungsqualität eine Rolle: - **25 Prozent**: Standard für einfache, nicht überdachte Balkone oder Terrassen ohne besonderen Wetterschutz - **Bis zu 50 Prozent**: Hochwertige Terrassen mit dauerhaftem Wetterschutz, überdachte Balkone mit gutem Südlage oder Dachterrassen mit Grüngestaltung und Sichtschutz *Gerechnetes Beispiel:* Ein Balkon mit 12 m² Grundfläche wird bei 25 Prozent Anrechnung mit 3 m² Wohnfläche gerechnet. Bei 50 Prozent wären es 6 m². Nicht beheizte Wintergärten sowie nach allen Seiten geschlossene Schwimmbäder werden nach § 4 Nr. 3 WoFlV zur Hälfte angerechnet. Vollständig in die Wohnraumnutzung integrierte, beheizte Wintergärten können hingegen vollständig zur Wohnfläche zählen. --- ## Was gilt bei Dachschrägen und niedrigen Deckenhöhen? **Raumteile mit einer lichten Höhe unter zwei Metern werden nach § 4 WoFlV nur zur Hälfte angerechnet, Flächen unter einem Meter lichter Höhe gar nicht.** Die Verordnung unterscheidet drei Zonen: | Lichte Höhe | Anrechnungsfaktor nach § 4 WoFlV | |---|---| | 2 Meter und mehr | 100 Prozent (voll) | | 1 Meter bis unter 2 Meter | 50 Prozent (Hälfte) | | Unter 1 Meter | 0 Prozent (gar nicht) | Das ist besonders relevant für ausgebaute Dachgeschosse: Beim typischen Satteldach entstehen erhebliche Flächen in den Schrägenabzugszonen. Wer das übersieht und die gesamte Grundrissfläche ansetzt, überschätzt die Wohnfläche und damit die Nutzbarkeit deutlich. *Gerechnetes Beispiel:* Ein Dachgeschosszimmer hat eine Grundrissfläche von 40 m². Zone über 2 m Deckenhöhe: 22 m² zu 100 Prozent = 22 m². Zone zwischen 1 und 2 m: 12 m² zu 50 Prozent = 6 m². Zone unter 1 m: 6 m² zu 0 Prozent = 0 m². Anrechenbare Wohnfläche: 28 m², obwohl die Grundrissfläche 40 m² beträgt. Bei einem [Bungalow](https://baukostenplan.de/haustypen/bungalow) ist die Frage der Dachschräge in der Regel irrelevant, da das Erdgeschoss durchgängig ausreichende Deckenhöhe hat. Bei zweigeschossigen Häusern mit ausgebautem Dachgeschoss sollte die Berechnung dagegen sorgfältig in den Grundrissplan eingearbeitet werden. --- ## Wie wird die Grundfläche korrekt gemessen? Regeln nach § 3 WoFlV **Die Grundfläche wird nach den lichten Maßen zwischen den Bauteilen ermittelt, wobei von der Vorderkante der Bekleidung der Bauteile ausgegangen wird.** Nach § 3 Abs. 2 WoFlV werden folgende Einbauten in die Grundfläche einbezogen: - Tür- und Fensterbekleidungen sowie Türrahmen und Fensterrahmen - Fuß-, Sockel- und Schrammleisten - Fest eingebaute Gegenstände wie Öfen, Heiz- und Klimageräte, Herde, Bade- und Duschwannen - Freiliegende Installationen - Einbaumöbel - Nicht ortsgebundene, versetzbare Raumteiler Nicht in die Grundfläche einzubeziehen sind nach § 3 Abs. 3 WoFlV: - Schornsteine, Vormauerungen, freitragende Pfeiler und Säulen mit mehr als 1,50 m Höhe und mehr als 0,1 m² Grundfläche - Treppen mit mehr als drei Steigungen und deren Treppenabsätze - Türnischen - Fenster- und offene Wandnischen, die nicht bis zum Fußboden reichen, oder bis zum Fußboden reichen und maximal 0,13 m tief sind Nach § 3 Abs. 4 WoFlV kann die Grundfläche entweder durch Ausmessung im fertiggestellten Wohnraum oder auf Grundlage einer Bauzeichnung ermittelt werden. Wurde auf Basis einer Zeichnung gemessen und weicht der tatsächliche Bau davon ab, muss die Wohnfläche neu ermittelt werden, entweder durch Nachmessen oder eine korrigierte Zeichnung. --- ## WoFlV, DIN 277 und Bruttogrundfläche: Was ist der Unterschied? **WoFlV-Wohnfläche, Nettogrundfläche nach DIN 277 und Bruttogrundfläche messen dasselbe Gebäude, liefern aber unterschiedliche Ergebnisse, weil sie für unterschiedliche Zwecke entwickelt wurden.** | Kennzahl | Norm | Typische Verwendung | |---|---|---| | Wohnfläche | WoFlV (Verordnung) | Miet-/Kaufvertrag, Förderanträge | | Nettogrundfläche | DIN 277 | Baugenehmigung, Architektenhonorar | | Bruttogrundfläche | DIN 277 | Energieausweis, Baukostenkalkulation | Die Bruttogrundfläche (BGF) schließt Außenwände, Treppenhäuser, Nebenräume und alle Konstruktionsflächen ein. Sie ist stets größer als die WoFlV-Wohnfläche. Das genaue Verhältnis hängt vom Grundriss und Haustyp ab. Für die [DIN 276 Kostengliederung](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung) wird die Bruttogrundfläche als Bezugsgröße verwendet, weil Bauunternehmen Materialmengen und Arbeitszeiten an den Außenabmessungen des Gebäudes ausrichten. Für Förderanträge ist dagegen die WoFlV-Wohnfläche die entscheidende Kennzahl. Bauherren, die ihren Neubau in [Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) oder einem anderen Bundesland planen, sollten beide Werte kennen und klar trennen: den Baukostenrechner fütterst du mit der BGF, den Förderantrag mit der WoFlV-Wohnfläche. --- ## Wohnfläche und Baukosten: Warum die genaue Berechnung entscheidend ist **Wer die Wohnfläche zu großzügig ansetzt, unterschätzt die Baukosten pro Quadratmeter und verpasst möglicherweise Förderobergrenzen.** Der Zusammenhang ist direkt: Baukosten werden üblicherweise in Euro pro Quadratmeter angegeben. Je nach Bezugsgröße (WoFlV-Wohnfläche oder BGF) kommt man zu sehr unterschiedlichen Werten. Außerdem haben sich die Baukosten zuletzt deutlich erhöht: Der Baupreisindex für Wohngebäude stieg laut Statistischem Bundesamt im August 2026 um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und im Vergleich zu Mai 2026 um 1,0 Prozent. Drei häufige Fehler, die Bauherren zu falschen Kostenschätzungen führen: 1. **Keller wird mitgezählt**: Ein ausgebauter Keller erhöht die Baukosten erheblich, zählt aber nicht zur WoFlV-Wohnfläche. Wer ihn einrechnet, verzerrt die Kostenquote pro Quadratmeter. 2. **Balkon vollständig angesetzt**: Ein Balkon mit 20 m² trägt nur 5 bis 10 m² zur Wohnfläche bei (gerechnet), kostet aber in der Kalkulation ähnlich wie eine gleichgroße Außenfläche. 3. **Dachschräge ignoriert**: Im Dachgeschoss kann die anrechenbare Wohnfläche deutlich unter der Grundrissfläche des Raumes liegen. Das beeinflusst sowohl den Wohnwert als auch die Förderberechnung. Nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), um auf Basis der korrekten Wohnfläche eine realistische Kostenschätzung für dein Bundesland und deinen gewünschten Haustyp zu erhalten. --- ## FAQ **Gilt die WoFlV auch für den privaten Neubau ohne Förderung?** Nach ihrem § 1 ist die WoFlV zunächst nur im Bereich der Wohnraumförderung gesetzlich vorgeschrieben. Als Berechnungsstandard hat sie sich aber im gesamten deutschen Wohnungsmarkt durchgesetzt und wird von Gerichten, Maklern und Behörden anerkannt. Auch ohne Förderung empfiehlt sich die Anwendung, um spätere Streitigkeiten bei Verkauf oder Vermietung zu vermeiden. **Zählt ein ausgebauter Keller zur Wohnfläche?** Nein. Kellerräume zählen nach § 2 Abs. 3 Nr. 1a WoFlV ausdrücklich nicht zur Wohnfläche. Das gilt auch für komfortabel ausgebaute Kellerräume, sofern sie die bauordnungsrechtlichen Anforderungen an Aufenthaltsräume nicht erfüllen, zum Beispiel wegen fehlender Mindestfensterfläche oder zu geringer Deckenhöhe. **Wie wird die Wohnfläche bei einem Dachgeschoss korrekt berechnet?** Du misst die gesamte Grundrissfläche des Raumes aus und teilst sie dann in die drei Höhenzonen nach § 4 WoFlV auf: Flächen über 2 m Deckenhöhe zu 100 Prozent, zwischen 1 und 2 m zu 50 Prozent, unter 1 m zu 0 Prozent. Die Summe der drei gewichteten Anteile ergibt die anrechenbare Wohnfläche des Raumes. **Was ist der Unterschied zwischen Wohnfläche und Nutzfläche?** Die WoFlV-Wohnfläche umfasst nur Wohnräume einer Wohneinheit. Die Nutzfläche nach DIN 277 ist ein weiter gefasster Begriff, der auch gewerblich genutzte Räume, Erschließungsflächen und Nebenräume enthalten kann. Für Einfamilienhäuser ist die WoFlV-Wohnfläche der praktisch relevante Wert. **Wie wird Wohnfläche beim Doppelhaus berechnet?** Bei einem [Doppelhaus](https://baukostenplan.de/ratgeber/doppelhaus-bauen-kosten-2026) wird jede Haushälfte separat nach WoFlV berechnet. Die Wohnfläche einer Haushälfte umfasst alle Räume, die ausschließlich zu dieser Einheit gehören. Gemeinsam genutzte Außenanlagen oder Zufahrten werden nicht einbezogen. **Muss die Wohnfläche für die DIN 276 Kostengliederung nach WoFlV berechnet werden?** Nein. Die [DIN 276 Kostengliederung](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung) verwendet die Bruttogrundfläche nach DIN 277 als Bezugsgröße, nicht die WoFlV-Wohnfläche. Für Förderanträge dagegen ist die WoFlV-Wohnfläche entscheidend. Beide Werte solltest du für deinen Neubau kennen und klar voneinander trennen. Quellen: - WoFlV (Wohnflächenverordnung) §§ 1-4, gesetze-im-internet.de: https://www.gesetze-im-internet.de/woflv/ - Statistisches Bundesamt (Destatis): Baupreisindex für Wohngebäude August 2026 (+5,5 %): https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise-Immobilienpreisindex/_inhalt.html --- # GRZ und GFZ: Wie viel darf ich auf meinem Grundstück bauen? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/grz-gfz-bebauungsplan-grundstueck Zuletzt aktualisiert: 2026-10-14 # GRZ und GFZ: Wie viel darf ich auf meinem Grundstück bauen? Wer ein Grundstück kauft, fragt sich schnell: Was darf ich hier eigentlich errichten? Zwei Kennzahlen aus dem Bebauungsplan entscheiden das maßgeblich: die Grundflächenzahl (GRZ) und die Geschossflächenzahl (GFZ). Beide Werte stehen im Bebauungsplan der Gemeinde und legen verbindlich fest, wie viel Fläche du bebauen und wie viel Geschossfläche du insgesamt errichten darfst. *Stand dieses Artikels: 14. Oktober 2026.* ## Was bedeutet die Grundflächenzahl (GRZ)? **Die GRZ gibt an, wie viel Quadratmeter Grundfläche du je Quadratmeter Grundstücksfläche bebauen darfst. Eine GRZ von 0,4 auf einem 500 m² großen Grundstück erlaubt dir maximal 200 m² überbaute Fläche.** Rechtlich ist die Grundflächenzahl in § 19 der Baunutzungsverordnung (BauNVO) geregelt. Maßgebend ist die Fläche des Baugrundstücks, die im Bauland und hinter der im Bebauungsplan festgesetzten Straßenbegrenzungslinie liegt. Wenn keine Straßenbegrenzungslinie festgesetzt ist, gilt die tatsächliche Straßengrenze. Wichtig für die Praxis: Zur anrechenbaren Grundfläche zählen nicht nur das Haus selbst, sondern nach § 19 Abs. 4 BauNVO auch: - Garagen und Stellplätze mit ihren Zufahrten - Nebenanlagen wie Geräteschuppen, Carports und ähnliche Bauten - Unterirdische bauliche Anlagen, durch die das Grundstück unterbaut wird (z. B. Kellergeschosse, die über den Gebäudegrundriss hinausgehen) Für diese Nebenanlagen gilt eine Sonderregelung: Die zulässige Grundfläche darf durch sie um bis zu 50 Prozent überschritten werden, höchstens jedoch bis zu einer Gesamt-GRZ von 0,8. Wer also in einem Wohngebiet mit GRZ 0,4 eine Garage baut, kann die Gesamt-GRZ auf bis zu 0,6 ausschöpfen, nicht aber auf 0,8, weil das mehr als 50 Prozent Überschreitung wäre. ## Was bedeutet die Geschossflächenzahl (GFZ)? **Die GFZ gibt an, wie viel Quadratmeter Geschossfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche insgesamt zulässig sind. Sie entscheidet darüber, wie hoch du bauen und wie viele Stockwerke du errichten kannst.** Geregelt ist dies in § 20 BauNVO: Die Geschossfläche wird nach den Außenmaßen des Gebäudes in allen Vollgeschossen ermittelt. Balkone, Loggien und Terrassen bleiben dabei außen vor. Bei einer GFZ von 1,2 auf einem 500 m² Grundstück darfst du insgesamt maximal 600 m² Geschossfläche errichten. Als Vollgeschosse gelten nach § 20 Abs. 1 BauNVO Geschosse, die nach den landesrechtlichen Vorschriften als Vollgeschosse zählen oder auf ihre Zahl angerechnet werden. Dachgeschosse mit ausgebautem Kniestock können je nach Landesrecht als Vollgeschoss gelten; das variiert von Bundesland zu Bundesland. ### Gerechnetes Beispiel: Grundstück 600 m², WA-Gebiet Nehmen wir ein typisches Baugrundstück in einem allgemeinen Wohngebiet (WA) mit 600 m² und den laut § 17 BauNVO geltenden Orientierungswerten: - GRZ 0,4: maximal 240 m² Grundfläche für das Haus - GFZ 1,2: maximal 720 m² Gesamtgeschossfläche - Mit 240 m² Grundfläche und GFZ 1,2 wären theoretisch drei Vollgeschosse möglich (240 m² × 3 = 720 m²) - Für Garage und Carport stehen noch bis zu 50% der GRZ zusätzlich zur Verfügung In der Praxis legen Bebauungspläne meist auch die maximale Geschossigkeit fest (z. B. II für zwei Vollgeschosse), sodass nicht die volle GFZ ausgeschöpft werden kann. ## Die gesetzlichen Obergrenzen nach § 17 BauNVO **Der Bundesgesetzgeber hat in § 17 BauNVO Orientierungswerte als Obergrenzen festgelegt, die im Regelfall nicht überschritten werden sollen. Für das Einfamilienhaus im allgemeinen Wohngebiet gelten GRZ 0,4 und GFZ 1,2 als Richtwerte.** | Baugebiet | Kürzel | GRZ max. | GFZ max. | |---|---|---|---| | Kleinsiedlungsgebiet | WS | 0,2 | 0,4 | | Reines / Allgemeines Wohngebiet | WR / WA | 0,4 | 1,2 | | Besonderes Wohngebiet | WB | 0,6 | 1,6 | | Dorfgebiet / Mischgebiet | MD / MI / MDW | 0,6 | 1,2 | | Urbanes Gebiet | MU | 0,8 | 3,0 | | Kerngebiet | MK | 1,0 | 3,0 | | Gewerbe- / Industriegebiet | GE / GI | 0,8 | 2,4 | | Wochenendhausgebiet | - | 0,2 | 0,2 | *Quelle: § 17 Baunutzungsverordnung (BauNVO), gesetze-im-internet.de* In Wochenendhausgebieten und Ferienhausgebieten dürfen die Orientierungswerte laut Gesetz grundsätzlich nicht überschritten werden. In allen anderen Gebieten können Gemeinden im Bebauungsplan sowohl niedrigere als auch, in begründeten Ausnahmefällen, höhere Werte festlegen. Für das klassische Einfamilienhaus oder den [Bungalow](https://baukostenplan.de/haustypen/bungalow) ist das allgemeine Wohngebiet (WA) mit GRZ 0,4 und GFZ 1,2 der häufigste Fall. Manche Gemeinden legen im Bebauungsplan jedoch niedrigere GRZ-Werte fest, etwa 0,3 oder 0,25, um eine aufgelockerte Bebauung mit großzügigen Gärten zu erhalten. ## Wie liest du GRZ und GFZ im Bebauungsplan? **Den Bebauungsplan findest du beim Bauamt deiner Gemeinde oder häufig digital im Geoportal der Gemeinde. GRZ und GFZ stehen dort in der sogenannten Nutzungsschablone.** Die Nutzungsschablone ist ein kleines Kästchen mit mehreren Zeilen, das im Lageplan des Bebauungsplans erscheint. Von oben nach unten sind dort typischerweise angegeben: 1. Art der baulichen Nutzung (z. B. WA für allgemeines Wohngebiet) 2. Grundflächenzahl (z. B. GRZ 0,35) 3. Geschossflächenzahl (z. B. GFZ 0,7) 4. Anzahl der Vollgeschosse (z. B. II für zwei Vollgeschosse, I-II für ein bis zwei) 5. Dachform und Dachneigung (z. B. SatD 30-45° für Satteldach) 6. Bauweise (z. B. o für offene Bauweise) Neben GRZ und GFZ enthält der Bebauungsplan oft auch eine Baulinie oder Baugrenze, die festlegt, wo auf dem Grundstück gebaut werden darf. Das Haus muss innerhalb dieser Linien stehen. Wie du die Baugenehmigung beantragst und was dabei zu beachten ist, erklärt unser Ratgeber zur [Baugenehmigung](https://baukostenplan.de/ratgeber/baugenehmigung). ## GRZ und GFZ berechnen: Schritt für Schritt **Die Rechnung ist einfach: Multipliziere die GRZ mit der Grundstücksfläche, um die maximal zulässige Grundfläche zu erhalten. Für die GFZ-Berechnung multiplizierst du entsprechend.** Beispiel (gerechnet): - Grundstücksfläche: 750 m² - GRZ im Bebauungsplan: 0,35 - Maximal zulässige Grundfläche: 750 m² × 0,35 = **262,5 m²** - GFZ: 0,70 - Maximal zulässige Geschossfläche: 750 m² × 0,70 = **525 m²** - Bei 262,5 m² Grundfläche passen zwei Vollgeschosse genau in die GFZ: 262,5 m² × 2 = 525 m² - Für Garage oder Carport stehen zusätzlich bis zu 50% der GRZ zur Verfügung: 262,5 m² × 0,5 = 131,25 m² extra Beachte, dass die Geschossfläche nach den Außenmaßen des Gebäudes gemessen wird, nicht nach der Wohnfläche. Die tatsächlich nutzbare Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung (WoFlV) ist wegen Wandstärken, nicht anrechenbarer Schrägen und Verkehrsflächen immer geringer als die Geschossfläche. Für eine erste Kostenschätzung deines Bauvorhabens hilft dir unser [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), der auf Basis der Grundfläche und der gewünschten Ausstattung eine belastbare Orientierung gibt. ## Was passiert bei Überschreitung der GRZ oder GFZ? **Wer GRZ oder GFZ überschreitet, riskiert die Ablehnung der Baugenehmigung oder im schlimmsten Fall die Anordnung eines (Teil-)Abrisses nach Fertigstellung. Eine nachträgliche Genehmigung ist möglich, aber keine Selbstverständlichkeit.** Das Baugesetzbuch (BauGB) sieht in § 31 Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans vor, wenn die Grundzüge der Planung nicht berührt werden und städtebauliche Belange nicht entgegenstehen. Diese Befreiung muss vor Baubeginn beantragt und genehmigt werden. Wer ein Grundstück kauft und darauf hofft, eine Befreiung zu erhalten, geht ein erhebliches Risiko ein. Empfehlenswert ist eine Bauvoranfrage beim Bauamt noch vor dem Grundstückskauf. Diese ist kostenpflichtig, aber deutlich günstiger als ein abgelehnter Bauantrag oder gar ein Rechtsstreit. Was der Grundstückskauf insgesamt kostet, erklärt unser Ratgeber [Grundstück kaufen](https://baukostenplan.de/ratgeber/grundstueck-kaufen). ## GRZ, GFZ und die Baukosten **Ein Grundstück mit hoher GRZ und GFZ lässt mehr Nutzfläche zu und verteilt die Grundstückskosten auf mehr Quadratmeter, was die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche senkt.** Ein Grundstück mit GRZ 0,2 in einem Kleinsiedlungsgebiet erlaubt bei 800 m² Grundstück nur 160 m² bebaute Fläche, was die Quadratmeterkosten empfindlich verteuert. Für die Kostenplanung gilt: - **Niedrige GRZ** bedeutet weniger bebaubare Fläche und höhere Grundstückskosten pro Wohnfläche - **Hohe GFZ** ermöglicht mehr Vollgeschosse, erhöht aber die Kosten für Treppen, Decken und haustechnische Leitungswege - **Keller** und Unterkellerungen zählen zur GRZ und verbrauchen einen Teil des Kontingents - **Garagen** und Carports müssen ebenfalls einkalkuliert werden Wie viel ein Haus in deiner Region kostet, erfährst du auf unserer Seite zu den [Baukosten in Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) oder den [Baukosten in Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Was beim Grundstückserwerb zusätzlich anfällt, erklärt unser Artikel zu den [Erschließungskosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/erschliessungskosten-grundstueck-2026-kosten-anschluesse). ## FAQ: GRZ und GFZ im Überblick **Was ist der Unterschied zwischen GRZ und GFZ?** Die GRZ bestimmt, wie viel Prozent eines Grundstücks bebaut werden darf (Fußabdruck des Hauses). Die GFZ bestimmt die gesamte Geschossfläche über alle Vollgeschosse. Ein zweigeschossiges Haus nutzt bei gleicher Grundfläche die doppelte GFZ im Vergleich zu einem eingeschossigen Bungalow. **Zählen Garage und Carport zur GRZ?** Ja. Garagen, Carports und ihre Zufahrten werden zur Grundfläche hinzugerechnet (§ 19 Abs. 4 BauNVO). Die GRZ darf für solche Nebenanlagen um bis zu 50 Prozent überschritten werden, höchstens jedoch bis zu einer Gesamt-GRZ von 0,8. **Welche GRZ gilt für ein typisches Einfamilienhaus?** In allgemeinen Wohngebieten (WA) und reinen Wohngebieten (WR) liegt der Orientierungswert nach § 17 BauNVO bei GRZ 0,4. Viele Gemeinden setzen jedoch niedrigere Werte fest, zum Beispiel 0,25 bis 0,35, um aufgelockerte Bebauung zu erhalten. **Was ist, wenn kein Bebauungsplan existiert?** In unbeplanten Innenbereichen gilt § 34 BauGB: Das Vorhaben muss sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen. Die GRZ und GFZ der Nachbarbebauung dienen als Maßstab. Im Außenbereich (§ 35 BauGB) sind Wohnbauten grundsätzlich nicht zulässig. **Zählt das Dachgeschoss zur GFZ?** Das hängt vom Landesrecht ab. Als Vollgeschoss gilt ein Geschoss, das nach den jeweiligen landesrechtlichen Vorschriften als solches anerkannt wird (§ 20 Abs. 1 BauNVO). Ausgebaute Dachgeschosse mit niedrigem Kniestock gelten in vielen Bundesländern nicht als Vollgeschoss und belasten die GFZ daher nicht, können aber als halbes Geschoss angerechnet werden. **Wo finde ich den Bebauungsplan für mein Grundstück?** Den Bebauungsplan bekommst du beim Baurechtsamt deiner Stadt oder Gemeinde. Die meisten Kommunen stellen ihn auch digital im Geoportal oder als PDF auf ihrer Website zur Verfügung. Im Zweifelsfall hilft eine direkte Anfrage beim Bauamt weiter. Quellen: - § 17 BauNVO - Orientierungswerte für die Bestimmung des Maßes der baulichen Nutzung: https://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__17.html - § 19 BauNVO - Grundflächenzahl, zulässige Grundfläche: https://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__19.html - § 20 BauNVO - Vollgeschosse, Geschossflächenzahl, Geschossfläche: https://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__20.html --- # KfW 296: Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-296-klimafreundlicher-neubau-niedrigpreissegment Zuletzt aktualisiert: 2026-10-13 *Stand dieses Artikels: 13. Oktober 2026.* Wer ein klimafreundliches Haus bauen oder erstmalig kaufen möchte, kennt meist KfW 297, 298 oder 300. Doch seit 2025 gibt es ein weiteres Programm im Bundesförderungsportfolio, das bislang wenig Aufmerksamkeit erhalten hat: Kredit 296, der "Klimafreundliche Neubau im Niedrigpreissegment". Mit bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit liegt der Kreditrahmen zwar unter dem von KfW 297 (bis zu 150.000 Euro), dafür setzt dieses Programm einen eigenen Schwerpunkt: Es fordert nicht nur Energieeffizienz und einen niedrigen CO2-Fußabdruck über den Lebenszyklus, sondern verlangt zusätzlich eine Optimierung der Wohnfläche. Flächeneffizient und kostenoptimiert bauen ist der Kern von KfW 296. ## Was ist KfW 296 und für wen ist es gedacht? **KfW 296 richtet sich an alle, die ein klimafreundliches und flächeneffizientes Wohngebäude neu bauen oder erstmalig erwerben möchten.** Im Gegensatz zu KfW 300, das einkommensabhängig nur Familien fördert, steht KfW 296 grundsätzlich allen offen. Antragsberechtigt sind laut KfW-Merkblatt (Stand: 06/2026): - Privatpersonen - Wohnungseigentümergemeinschaften - Gesellschaften bürgerlichen Rechts - Einzelunternehmen und freiberuflich Tätige - Unternehmen (einschließlich kommunaler Unternehmen) - Wohnungsbaugenossenschaften und andere juristische Personen des Privatrechts Das Programm wird aus Bundesmitteln des Sondervermögens "Infrastruktur und Klimaneutralität" finanziert; Auftraggeber ist das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Gefördert werden Neubau sowie Erstkauf (innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme). Nicht förderbar sind Umschuldungen, Nachfinanzierungen abgeschlossener Vorhaben und der reine Grundstückserwerb. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) lässt sich schon in der Planungsphase abschätzen, ob die Gesamtkosten eines Neubaus in das Förderfenster passen. ## Die vier Kernanforderungen der Förderstufe KNN WG **KfW 296 fördert nur eine einzige Stufe: das "Klimafreundliche Wohngebäude im Niedrigpreissegment" (KNN WG).** Diese Stufe wird nur erreicht, wenn alle vier Kriterien gleichzeitig erfüllt sind. | Kriterium | Anforderung | Nachweis | |---|---|---| | **LCA** (Lebenszyklusanalyse) | GWP100 max. 24 kg CO2-Äq./(m² NRF je Jahr) | Ökobilanz nach QNG-PLUS-Bilanzierungsregeln, 50-Jahres-Zeitraum | | **EH 55** (Energieeffizienz) | Primärenergiebedarf QP max. 55 % des Referenzgebäudes; Transmissionswärmeverlust H'T max. 70 % | Energiebedarfsberechnung nach GEG/DIN V 18599 | | **LCC** (Lebenszykluskosten) | Projektspezifischer Grenzwert aus dem KNN-Berechnungstool | KNN-Berechnungstool unter kfw.de/eee (Pflicht) | | **Wohnflächenoptimierung** | Mindestanzahl Aufenthaltsräume je nach Wohnfläche | Wohnflächenberechnung nach WoFlV plus KNN-Berechnungstool | *Quelle: KfW, Anlage zum Merkblatt Kredit 296/498, Technische Mindestanforderungen (TMA), Bestellnummer 600 000 5197, Stand 09/2025, Tabelle 1* Der GWP100-Grenzwert von 24 kg CO2-Äquivalent entspricht dem Niveau des "Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude Plus" (QNG-PLUS). Bezugsfläche für das Treibhauspotenzial ist die Netto-Raumfläche (NRF) gemäß DIN 277. Das Gebäude muss außerdem vollständig ohne fossile Brennstoffe oder Biomasse zur Wärmeerzeugung auskommen. ## Wohnflächenoptimierung: Die Tabelle und ihre Praxisbedeutung **Das ungewöhnlichste Merkmal von KfW 296 ist die Wohnflächenoptimierung: Größere Wohneinheiten müssen mehr Aufenthaltsräume nachweisen.** Die KfW will damit sicherstellen, dass Wohnraum tatsächlich nutzbar und nicht durch wenige übergroße Räume verschwendet wird. Maßgeblich ist die Wohnfläche nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV). Folgende Mindestanzahl an Aufenthaltsräumen ist je Wohneinheit einzuhalten: | Wohnfläche nach WoFlV (allgemein) | Wohnfläche (rollstuhlgerecht nach DIN 18040-2) | Mindestanzahl Aufenthaltsräume | |---|---|---| | bis 40 m² | bis 55 m² | 1 | | bis 55 m² | bis 70 m² | 2 | | bis 70 m² | bis 85 m² | 3 | | bis 85 m² | bis 100 m² | 4 | | bis 100 m² | bis 115 m² | 5 | | bis 115 m² | bis 130 m² | 6 | | je weitere 15 m² | je weitere 15 m² | je 1 weiterer | *Quelle: KfW TMA Kredit 296, Stand 09/2025, Tabelle 2 (vereinfacht dargestellt)* **Was zählt als Aufenthaltsraum?** Laut TMA gilt jeder abgeschlossene Wohnraum, der nach der geltenden Landesbauordnung als Aufenthaltsraum zugelassen ist. Wohnküchen und Küchen zählen ebenfalls dazu, auch wenn sie nicht abgeschlossen sind. Sanitärräume (Bad, WC) zählen nicht. Die Mindestgröße eines Aufenthaltsraums beträgt 10 m². **Praxisbeispiel** (gerechnet): Ein Einfamilienhaus mit 100 m² Wohnfläche nach WoFlV muss mindestens 5 Aufenthaltsräume aufweisen. Ein Grundriss mit Wohnzimmer, Küche, drei Schlafzimmern und einem Bad erfüllt diese Anforderung, sofern alle fünf Zimmer als Aufenthaltsräume genehmigt sind und je mindestens 10 m² groß sind. Der Nachweis ist zwingend mit dem KNN-Berechnungstool der KfW unter kfw.de/eee zu führen. Das unterzeichnete Ergebnisblatt muss mindestens zehn Jahre aufbewahrt werden. ## Kreditbetrag, Laufzeiten und Konditionen **KfW 296 finanziert bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, also bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten.** Dazu gehören Bauwerkskosten sowie Fachplanungs- und Baubegleitungskosten einschließlich der Kosten für die Lebenszyklusanalyse. Verfügbare Laufzeitvarianten (gemäß Merkblatt Stand 06/2026): | Maximale Laufzeit | Zinsbindung | Tilgungsfreie Anlaufzeit | |---|---|---| | bis 10 Jahre | gesamte Laufzeit | 1 bis 2 Jahre | | bis 25 Jahre | 10 Jahre | 1 bis 3 Jahre | | bis 35 Jahre | 10 Jahre | 1 bis 5 Jahre | *Quelle: KfW, Merkblatt Kredit 296, Bestellnummer 600 000 5195, Stand 06/2026* Den jeweils gültigen Zinssatz (Soll- und Effektivzinssatz) veröffentlicht die KfW unter kfw.de/konditionen. Es gilt der Zinssatz am Tag der Kreditzusage oder der günstigere Satz bei Antragstellung. Wichtig: Außerplanmäßige Tilgungen sind nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich; Teilrückzahlungen sind ausgeschlossen. Ab dem 13. Monat nach Zusage wird eine Bereitstellungsprovision von 0,15 Prozent pro Monat auf noch nicht abgerufene Beträge berechnet. Die Abruffrist beträgt 12 Monate (verlängerbar auf 24 Monate). Der Kredit wird über eine Hausbank oder einen Finanzierungspartner beantragt; die KfW zahlt nicht direkt an Bauherren aus. ## Abgrenzung zu KfW 297, 298 und 300 **KfW 296 und KfW 297/298 schließen sich für dieselbe Wohneinheit aus.** Wer die Unterschiede kennt, wählt das passende Programm. | Merkmal | KfW 296 | KfW 297/298 | KfW 300 | |---|---|---|---| | Max. Kreditbetrag je WE | 100.000 Euro | bis 150.000 Euro | bis 270.000 Euro | | Zielgruppe | Alle | Alle | Familien mit Kindern | | Mindestenergieeffizienz | EH 55 | EH 55 (auch EH 40) | EH 40 (Pflicht) | | Wohnflächenoptimierung | Pflicht | Nein | Nein | | LCC-Nachweis | Pflicht | Nein | Nein | | Kombinierbar mit KfW 124 | Ja | Ja | Ja | | Kombinierbar miteinander | Nein | Nein | Nein | *Quelle: KfW, Merkblatt Kredit 296, Stand 06/2026; Produktseite kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau* KfW 296 bietet sich vor allem für kompakte, kostenoptimierte Neubauten an, bei denen die Lebenszykluskosten ohnehin niedrig geplant sind. Wer ein größeres oder anspruchsvolleres Gebäude plant, findet im [Ratgeber zu KfW 297/298](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-297-298-klimafreundlicher-neubau-2026) eine detaillierte Übersicht der dort geltenden Anforderungen. Für Familien mit Kindern und mittlerem Haushaltseinkommen lohnt sich ein Blick in den [KfW-300-Ratgeber](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-300-wohneigentum-familien-2026). ## Der Weg zum Kredit: Energieeffizienz-Experte und Bestätigungen **Ohne eine Expertin oder einen Experten für Energieeffizienz (EEE) aus der Bundesliste unter energie-effizienz-experten.de ist KfW 296 nicht beantragbar.** Der Experte erstellt die "Bestätigung zum Antrag" (BzA) und begleitet das gesamte Bauvorhaben. Der Ablauf kompakt: 1. EEE beauftragen (vorhaben- und objektbezogen unabhängig von bauausführenden Firmen) 2. Lebenszyklusanalyse (LCA) und EH-Berechnung durch EEE erstellen lassen 3. KNN-Berechnungstool befüllen (Lebenszykluskosten und Wohnflächenoptimierung) 4. BzA unterzeichnen lassen, dann Kredit über Hausbank beantragen 5. Vor Baustart warten, bis der Antrag bei der KfW eingegangen ist 6. Nach Fertigstellung: EEE erstellt "Bestätigung nach Durchführung" (BnD) Der Energieeffizienz-Experte muss unabhängig von den bauausführenden Unternehmen und deren Lieferanten sein. Seine Kosten sind förderfähig und können innerhalb des Kreditrahmens von 100.000 Euro mitfinanziert werden. **Hinweise zur Wärmepumpenplanung**: Luft-Wärmepumpen in KNN-Effizienzhäusern müssen ab dem 1. Januar 2026 strengere Geräuschgrenzwerte einhalten (um 10 dB verschärft). Ab dem 1. Januar 2027 sind in Effizienzhäusern dieser Förderrichtlinie ausschließlich Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel zulässig. Das sollte bereits in der Entwurfsplanung berücksichtigt werden. Mehr zur energetischen Gebäudeplanung im [Effizienzhaus-40-Ratgeber](https://baukostenplan.de/ratgeber/effizienzhaus-40-neubau-kosten-kfw-foerderung-2026). ## Lebenszykluskosten berechnen: Was steckt dahinter? **Die Lebenszykluskosten (LCC) sind das anspruchsvollste Kriterium: Das Gebäude muss einen projektspezifischen Grenzwert für die modifizierten Lebenszykluskosten unterschreiten.** Dieser Grenzwert wird nicht zentral vorgegeben, sondern ergibt sich aus den Bau- und Energiekosten des konkreten Vorhabens. Die Berechnungsgrundlage laut TMA (Stand 09/2025): - **Baukosten** der Kostengruppen 300, 400 und 550 nach DIN 276 des Wohngebäudes - **Referenzwert**: mittlere BKI-Baukostenkennwerte für das jeweilige Gebäude (Stand Q1 2024), mit regionalem BKI-Faktor und aktuellem Destatis-Baupreisindex angepasst - **Energiekosten** für Heizung und Trinkwarmwasser über 50 Jahre (Endenergiebedarf x Energieträgerpreis beim örtlichen Grundversorger) - **Referenzanlage** für Energie: Luft-Wasser-Wärmepumpe mit JAZ 4,0 Das KNN-Berechnungstool unter kfw.de/eee rechnet den Anforderungswert automatisch aus. Wer die Baukosten nach DIN 276 bereits mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) strukturiert hat, kann die Kostenkennwerte direkt übertragen. Den systematischen Aufbau der DIN 276 erklärt der [Ratgeber zur DIN-276-Kostengliederung](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung). Eine sorgfältige Baukostenplanung nach den Kostengruppen 300 (Baukonstruktionen) und 400 (Technische Anlagen) ist daher nicht nur für die eigene Finanzierung wichtig, sondern auch formale Fördervoraussetzung bei KfW 296. ## FAQ **Was unterscheidet KfW 296 von KfW 297?** Beide Programme fördern klimafreundliche Neubauten auf dem Niveau Effizienzhaus 55 mit einer Lebenszyklusanalyse. KfW 297 bietet zusätzlich die Effizienzhaus-40-Stufe und höhere Kreditbeträge (bis 150.000 Euro je Wohneinheit). KfW 296 verlangt darüber hinaus eine Wohnflächenoptimierung und einen Nachweis für Lebenszykluskosten, bietet aber nur bis zu 100.000 Euro. Beide Programme schließen sich für dieselbe Wohneinheit aus. **Kann ich KfW 296 mit KfW 124 kombinieren?** Ja. KfW 124 (Wohneigentumsprogramm) lässt sich mit KfW 296 für dasselbe Vorhaben kombinieren, sofern die Gesamtförderung die förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Nicht kombinierbar sind dagegen KfW 297/298 und KfW 300 für dieselbe Wohneinheit. **Wie wird die Wohnfläche für die Wohnflächenoptimierung berechnet?** Maßgeblich ist die Wohnfläche nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV). Keller, Garagen, Heizungsräume und Bodenräume zählen nicht zur Wohnfläche. Balkone und Terrassen werden in der Regel zu einem Viertel angerechnet. Raumteile unter einem Meter lichter Höhe zählen gar nicht, zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte, ab zwei Metern vollständig (§ 4 WoFlV). **Welche Heizungen sind bei KfW 296 erlaubt?** Alle Wärmeerzeuger auf Basis fossiler Energie (Gas, Öl, Kohle, Torf) oder Biomasse sind ausgeschlossen. Erlaubt sind Wärmepumpen, Solarthermie, Fernwärme aus erneuerbaren Quellen und ähnliche nicht-fossile Systeme. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Wärmepumpen in KNN-Gebäuden ausschließlich natürliche Kältemittel verwenden. **Muss der Kredit vor Baubeginn beantragt werden?** Ja, unbedingt. Mit dem Bau darf erst nach der Antragstellung begonnen werden. Lieferungs- oder Leistungsverträge mit einer aufschiebenden Bedingung können vorher abgeschlossen werden. Wer baut, bevor der Antrag bei der KfW eingegangen ist, verliert den Förderanspruch. **Was passiert bei Verkauf des Hauses innerhalb von 10 Jahren?** Bei Veräußerung innerhalb der ersten 10 Jahre nach Bauabnahme muss der Käufer auf die Nutzungspflicht und das Verschlechterungsverbot für die energetische Qualität gemäß §§ 46 und 57 GEG hingewiesen werden. Die KfW kann die Förderung anteilig zurückfordern. Die genauen Bedingungen sind im KfW-Merkblatt Kredit 296 beschrieben. Quellen: - KfW Produktseite Kredit 296 (abgerufen 13.10.2026): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-im-Niedrigpreissegment-%28296%29/ - KfW Merkblatt Kredit 296, Bestellnummer 600 000 5195, Stand 06/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005195_M_296.pdf - KfW TMA Kredit 296/498 (Technische Mindestanforderungen), Bestellnummer 600 000 5197, Stand 09/2025: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005197_M_296_TMA.pdf - Wohnflächenverordnung (WoFlV) vom 25.11.2003 (BGBl. I S. 2346): https://www.gesetze-im-internet.de/woflv/BJNR234610003.html --- # Garage bauen 2026: Kosten, Planung und Baugenehmigung URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/garage-bauen-kosten-2026-planung-genehmigung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-12 # Garage bauen 2026: Kosten, Planung und Baugenehmigung *Stand dieses Artikels: 12. Oktober 2026.* Wer ein Haus baut oder kauft, denkt früh an den Stellplatz. Ein Carport reicht vielen nicht: Diebstahlschutz, Witterungsschutz, Werkzeugunterbringung und der Wunsch nach einer Wallbox machen die vollwertige Garage zur gefragten Ergänzung. Dieser Ratgeber erklärt, welche Baugenehmigung du brauchst, welche Garagenarten es gibt, womit du beim Bau rechnen kannst und was das Gebäudemodernisierungsgesetz sowie das GEIG für dein Vorhaben bedeuten. ## Garage oder Carport: Was ist der Unterschied? **Eine Garage ist ein allseits geschlossenes Gebäude zur Unterstellung von Fahrzeugen; ein Carport hingegen ist überdacht, aber mindestens an einer Seite offen.** Der Unterschied wirkt sich auf Sicherheit, Genehmigungspflicht, Kosten und steuerliche Bewertung aus. Eine Garage bietet besseren Schutz vor Diebstahl, Vandalismus und extremer Witterung. Sie ist baulich aufwendiger und braucht häufiger eine Baugenehmigung als ein vergleichbar großer Carport. Wer die Vor- und Nachteile eines Carports abwägen will, findet auf dieser Seite einen eigenen [Ratgeber zu Carport-Kosten und Baugenehmigung](https://baukostenplan.de/ratgeber/carport-kosten-2026-holz-alu-stahl-baugenehmigung). ## Welche Baugenehmigung brauchst du? **Die Genehmigungspflicht für Garagen regelt jedes Bundesland in seiner Landesbauordnung (LBO) eigenständig; ein bundesweit einheitlicher Schwellenwert existiert nicht.** Das Bundesrecht - konkret § 29 Baugesetzbuch (BauGB) - legt lediglich fest, dass die Errichtung baulicher Anlagen den Vorschriften des Bauordnungsrechts der Länder unterliegt. Was in deinem Bundesland genehmigungsfrei möglich ist, steht in der jeweiligen LBO. Typische Regelungsmuster sind: | Regelungsbereich | Beispielhafte Praxis der Länder | |---|---| | Genehmigungsfreie Einzelgaragen | Oft bis 50 m² Grundfläche, max. Wandhöhe 3 m, im rückwärtigen Bereich | | Bauvorbescheid | Sinnvoll bei ungeklärten Grundstücksfragen | | Baugenehmigung Standardverfahren | Bei Überschreiten der landesrechtlichen Freigrenzen | | Stellplatznachweis | Oft getrennt vom Genehmigungsverfahren | Erkundige dich vor dem Bau beim zuständigen Bauamt oder lies die aktuelle Fassung der LBO deines Bundeslandes. Genehmigungsfreiheit bedeutet nicht Freiheit von Abstandsflächen, Bebauungsplan oder Grundstücksgrenzen. Diese Regelungen gelten auch für Genehmigungsfreies. ## Garagenarten und ihre Kosten **Drei Bauarten dominieren den privaten Garagenmarkt: Fertiggarage, Massivgarage und Holzgarage. Sie unterscheiden sich deutlich in Bauzeit, Flexibilität und Kostenstruktur.** ### Fertiggarage Fertiggaragen aus Beton oder Stahlbeton werden im Werk produziert und per Kran auf das vorbereitete Fundament gesetzt. Der Aufbau dauert oft einen Tag. Tore, Fenster und Elektroinstallation sind häufig zuzubuchen. ### Massivgarage Eine Massivgarage aus Mauerwerk oder Porenbeton wird klassisch auf dem Grundstück gebaut. Die Bauzeit beträgt mehrere Wochen. Sie fügt sich optisch besser in das Hauptgebäude ein und bietet mehr Flexibilität bei Grundriss und Fenstern. ### Holzgarage Holzgaragen sind leichter zu bauen und optisch ansprechend. Sie brauchen jedoch regelmäßige Pflege und sind in der Brandschutzanforderung strenger zu prüfen. ### Richtwerte nach Garagenart (gerechnet) Die folgenden Kostenangaben sind selbst gerechnete Schätzwerte auf Basis typischer Herstellungskosten pro Quadratmeter. Sie ersetzen kein verbindliches Angebot und variieren je nach Bundesland, Region, Ausstattung und aktuellem Preisniveau. | Garagenart | Grundfläche (Beispiel) | Kostenkorridor (gerechnet) | Hinweis | |---|---|---|---| | Fertiggarage, einfach | 18 m² (Einzelgarage) | 7.000 - 14.000 EUR | ohne Fundament und Bodenplatte | | Fertiggarage, Doppelgarage | 36 m² | 12.000 - 22.000 EUR | ohne Fundament und Bodenplatte | | Massivgarage, Einzelgarage | 18 m² | 15.000 - 30.000 EUR | inkl. Rohbau, ohne Innenausbau | | Massivgarage, Doppelgarage | 36 m² | 25.000 - 48.000 EUR | inkl. Rohbau, ohne Innenausbau | | Holzgarage, Einzelgarage | 18 m² | 8.000 - 18.000 EUR | je nach Holzart und Aufbau | Hinzu kommen in der Regel: Bodenplatte (gerechnet: 80 - 150 EUR/m²), Toranlage (Sektionaltor: 1.500 - 4.000 EUR), Elektroinstallation (1.000 - 3.000 EUR), Genehmigungsgebühren sowie Erschließungskosten. Details zu Baunebenkosten allgemein erklärt der [Ratgeber zu Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). Den individuellen Kostenrahmen für das Gesamtprojekt Hausbau einschließlich Nebengebäude kannst du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) ermitteln. Regionale Unterschiede im Preisniveau zeigt zum Beispiel die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## GModG und Energiepflichten: Was gilt für Garagen? **Ungeheizte oder nur kurzfristig beheizte Garagen sind von den Energieeffizienzanforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes ausgenommen.** Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere GEG ablöst, bestimmt in § 2 Absatz 2 Nummer 9 Buchstabe b, dass Betriebsgebäude, die nach ihrer Zweckbestimmung jährlich weniger als vier Monate beheizt werden, nicht in den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen. Eine typische private Einzelgarage ohne dauerhafte Heizanlage erfüllt dieses Kriterium. Das bedeutet in der Praxis: - Kein Energieausweis erforderlich - Keine Pflicht zur Dämmung der Außenwände nach GModG-Standard - Kein Nachweis eines Effizienzhaus-Standards nötig - Keine Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf Wer die Garage dauerhaft oder beheizt nutzen will, beispielsweise als Werkstatt oder Hobbyraum, verlässt diesen Ausnahmebereich. Dann gelten die üblichen GModG-Anforderungen. Außerdem definiert § 3 Absatz 1 Nummer 17 GModG ein "kleines Gebäude" als Gebäude mit nicht mehr als 50 m² Nutzfläche, für das gesonderte, vereinfachte Regelungen gelten können. Quelle: Gesetze im Internet, § 2 Absatz 2 GModG und § 3 Absatz 1 GModG (gesetze-im-internet.de) ## Wallbox und E-Mobilität in der Garage **Für eine private Einzelgarage oder Doppelgarage gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Installation einer Wallbox oder Ladeinfrastruktur.** Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) regelt in § 6, dass Verpflichtungen zur Leitungsinfrastruktur nur dann bestehen, wenn ein Wohngebäude über mehr als fünf Stellplätze innerhalb oder angrenzend an das Gebäude verfügt. Eine typische private Garage mit ein oder zwei Stellplätzen fällt damit nicht unter die Pflichtausstattung des GEIG. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Wallbox keine sinnvolle Investition wäre. Wer ein Elektro- oder Hybridfahrzeug fährt oder in Zukunft fahren möchte, profitiert von einer vorbereiteten Leitungsinfrastruktur. Empfehlenswert ist es, beim Garagenbau bereits: - eine ausreichend dimensionierte Zuleitung vom Hausanschluss einzuplanen (mindestens 16 A, besser 32 A Drehstrom) - einen separaten Stromzählerkreis einzurichten - den Leerrohr für spätere Nachrüstung zu verlegen Die Elektroinstallation im Nachhinein nachzurüsten ist aufwendiger und teurer als die Erstplanung. Einen Elektriker solltest du frühzeitig einbinden. Quelle: § 6 GEIG (gesetze-im-internet.de) ## Planung und wichtige Kostenfaktoren **Wer eine Garage plant, sollte frühzeitig Grundstücksrecht, Erschließung, Statik und Nutzungszweck klären, um Kostenüberraschungen zu vermeiden.** ### Grundstücksrechtliche Vorprüfung Prüfe vor allem: - Bebauungsplan: Welche Hauptnutzung und welche Nebenanlagen sind zulässig? - Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze (LBO) - Baulastenverzeichnis: Eingetragene Dienstbarkeiten oder Leitungsrechte? - Grundbuch: Wegerechte oder Vorkaufsrechte? ### Erschließung und Zufahrt Die Zufahrt zur Garage muss ausreichend breit sein. Befestigte Zufahrten (Pflaster, Beton, Asphalt) sind oft getrennt zu planen und zu budgetieren. Erschließungskosten für Strom sind oben bereits genannt. ### Werkvertragsrecht Beauftragst du ein Unternehmen mit dem Bau, gilt das Werkvertragsrecht nach § 631 BGB. Der Unternehmer schuldet dir das fertige Werk, du die vereinbarte Vergütung. Wichtig: Lass dir Kostenangebote schriftlich geben, vereinbare Zahlungsplan und Abnahme, und dokumentiere Mängel bei der Abnahme. Details zur Bauabnahme und zu Gewährleistungsrechten beim Hausbau behandelt der [Ratgeber zur Bauabnahme](https://baukostenplan.de/ratgeber/bauabnahme-hausbau-ablauf-maengelrechte-gewaehrleistung). ### Nutzung als Werkstatt oder Lager Eine Garage, die du dauerhaft als Werkstatt oder Lageraum nutzt, kann baugenehmigungsrechtlich eine Nutzungsänderung darstellen. Klärung mit dem Bauamt ist angeraten. Wie sich die Gesamtkosten eines Einfamilienhauses zusammensetzen, zeigt die Seite [Hausbau Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## FAQ **Was kostet eine Einzelgarage im Schnitt?** Pauschalpreise sind nicht seriös, da Bauart, Region, Ausstattung und Grundstückssituation stark variieren. Als grobe Orientierung (gerechnet) liegt eine einfache Fertiggarage ohne Fundament zwischen 7.000 und 14.000 EUR, eine gemauerte Massivgarage typischerweise zwischen 15.000 und 30.000 EUR. Zuverlässige Werte liefern nur konkrete Angebotsanfragen bei lokalen Anbietern. **Brauche ich eine Baugenehmigung für meine Garage?** Das hängt von deinem Bundesland, der Größe der Garage und der Grundstückssituation ab. Viele Länder befreien kleine Garagen (oft bis 50 m² Grundfläche) von der Baugenehmigungspflicht, knüpfen das aber an Abstandsflächen und Bebauungsplanvorgaben. Erkunde dich beim örtlichen Bauamt. **Muss ich in der Garage eine Wallbox einbauen?** Nein, eine Pflicht zur Wallbox besteht für private Garagen mit weniger als sechs Stellplätzen nicht. Das GEIG (§ 6) greift erst ab mehr als fünf Stellplätzen in oder an einem Wohngebäude. Freiwillig ist eine Wallbox jedoch sinnvoll und zukunftssicher. **Gilt das GModG auch für meine Garage?** Für eine ungeheizte oder nur kurzfristig beheizte Garage nicht. Das GModG (§ 2 Abs. 2 Nr. 9b) nimmt Gebäude aus, die jährlich weniger als vier Monate beheizt werden. Eine typische private Garage ist damit von den Energieeffizienzanforderungen befreit. **Kann ich meine Garage später als Wohnraum nutzen?** Nur nach einer Nutzungsänderung, die in der Regel baugenehmigungspflichtig ist. Dabei gelten dann die für Wohnräume geltenden Anforderungen an Belichtung, Belüftung, Deckenhöhe und Energieeffizienz nach GModG. Die Umnutzung kann teuer sein, wenn die Ausgangsbausubstanz nicht den Wohnanforderungen entspricht. **Was ist günstiger: Garage bauen oder kaufen?** Vorgefertigte Fertiggaragen sind in der Regel günstiger und schneller aufzustellen als gemauerte Massivgaragen. Ob Kaufen oder Mieten eines Stellplatzes günstiger ist, hängt vom lokalen Markt und der Haltedauer ab. Ein eigener Bau amortisiert sich bei langem Eigentümerverbleib, ist aber weniger flexibel als ein Mietstellplatz. Quellen: - GModG § 2 Abs. 2 Nr. 9 - Anwendungsbereich: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__2.html - GModG § 3 Abs. 1 Nr. 17 - Begriffsbestimmungen (kleines Gebaeude): https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__3.html - GEIG § 6 - Zu errichtende Wohngebaeude mit mehr als fuenf Stellplaetzen: https://www.gesetze-im-internet.de/geig/__6.html - BauGB § 29 - Begriff des Vorhabens: https://www.gesetze-im-internet.de/bbaug/__29.html - BGB § 631 - Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__631.html --- # Reihenhaus bauen 2026: Kosten, Planung und Besonderheiten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/reihenhaus-bauen-2026-kosten-planung-vor-nachteile Zuletzt aktualisiert: 2026-10-10 # Reihenhaus bauen 2026: Kosten, Planung und Besonderheiten *Stand dieses Artikels: 10. Oktober 2026.* Das Reihenhaus ist eine der beliebtesten Wohnformen in Deutschland, besonders in städtischen Lagen und den Speckgürtelgemeinden rund um Großstädte. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Juli 2026 rund 1,9 Prozent mehr Baugenehmigungen für Wohngebäude erteilt als im Vorjahresmonat, was auf eine zaghafte Erholung des Neubaumarkts hindeutet. Gleichzeitig sind die Baupreise erheblich gestiegen: Der Baupreisindex für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lag im August 2026 laut Destatis um 5,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das Reihenhaus bleibt in diesem Umfeld attraktiv, weil es strukturell günstiger zu bauen ist als ein freistehendes Einfamilienhaus gleicher Wohnfläche. Dieser Ratgeber erklärt, welche Besonderheiten beim Reihenhaus gegenüber dem freistehenden Einfamilienhaus gelten, worauf du bei Planung und Kosten achten musst und welche Förderung du beantragen kannst. ## Was ist ein Reihenhaus und welche Typen gibt es? **Ein Reihenhaus ist ein in einer Zeile zusammenhängend gebautes Wohngebäude, bei dem jede Einheit an mindestens einer Seite direkt mit dem Nachbarhaus verbunden ist.** Diese gemeinsame Gebäudewand spart Baumaterial, Heizenergie und Grundstücksfläche, was das Reihenhaus gegenüber dem freistehenden Einfamilienhaus strukturell günstiger macht. Es gibt drei Grundtypen: | Typ | Position in der Reihe | Gemeinschaftswände | Charakteristikum | |---|---|---|---| | Reihenmittelhaus | Innen | 2 (links und rechts) | Günstigster Typ, optimale Wärmedämmwirkung | | Reiheneckhaus | Am Ende der Reihe | 1 (einseitig) | Mehr Tageslicht, etwas höhere Kosten | | Doppelhaus | Selbständiges Gebäude | 1 (einseitig) | Formal eigenständig, aber ähnliche Konstruktion | Das Reihenmittelhaus profitiert am stärksten von den geteilten Wänden: Zwei Außenwände entfallen vollständig, was Dämmkosten und Transmissionswärmeverluste deutlich senkt. Das Reiheneckhaus hat nur eine Gemeinschaftswand, dafür aber mehr Fensterseiten und damit mehr Tageslicht. ## Warum ein Reihenhaus? Vor- und Nachteile im Vergleich **Ein Reihenhaus bietet einen guten Kompromiss zwischen den Kosten einer Eigentumswohnung und dem Wohnkomfort eines freistehenden Einfamilienhauses, besonders in teuren Lagen.** ### Vorteile des Reihenhauses - Kleinere Grundstücksparzelle senkt Grundstückspreis und Grunderwerbsteuer erheblich - Geringere Außenwandkosten durch Gemeinschaftswände (weniger Mauerwerk, weniger Dämmung) - Niedrigere Heizkosten durch minimierten Transmissionswärmeverlust - Eigener Garten, eigener Eingang, kein Stockwerk mit Nachbarn geteilt - In gefragten städtischen Lagen oft noch finanzierbar, wo ein freistehendes EFH zu teuer wäre ### Nachteile des Reihenhauses - Weniger Privatsphäre und engerer Kontakt zu Nachbarn - Grundriss durch Gemeinschaftswände in Breite und Tiefe eingeschränkt - Erhöhte Schallschutzanforderungen für die Haustrennwand nach DIN 4109 - Erweiterungen des Gebäudes nur in festgelegten Richtungen möglich - Gestaltung der Fassade oft durch Bebauungsplan oder Nachbarvereinbarung begrenzt ## Kosten 2026: Was der Destatis-Baupreisindex sagt **Die Baukosten für Reihenhäuser stiegen 2026 deutlich an, besonders bei Dacharbeiten und Holzbau, während Mauer- und Betonarbeiten vergleichsweise moderat teurer wurden.** Das Statistische Bundesamt veröffentlichte am 9. Oktober 2026 die aktuellsten Baupreisdaten (Berichtsmonat August 2026). Für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude ergaben sich gegenüber August 2025 folgende Preissteigerungen: | Gewerk | Preisanstieg Aug 2026 gegenüber Aug 2025 | |---|---| | Dachdeckungsarbeiten | +7,6 % | | Zimmer- und Holzbauarbeiten | +7,2 % | | Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnische Anlagen | +7,2 % | | Erdarbeiten | +6,1 % | | Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) | +5,7 % | | **Ausbauarbeiten gesamt** | **+5,7 %** | | **Rohbauarbeiten gesamt** | **+5,4 %** | | Heizungsanlagen und zentrale Wassererwärmungsanlagen | +5,2 % | | Betonarbeiten | +4,3 % | | Mauerarbeiten | +4,2 % | | **Gesamtindex Neubau Wohngebäude** | **+5,5 %** | Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 360 vom 9. Oktober 2026 Für das Reihenhaus sind diese Zahlen in zweifacher Hinsicht relevant: Zum einen fallen Dachdeckungs- und Holzbauarbeiten (+7,6% bzw. +7,2%) bei Reihenhäusern anteilig stärker ins Gewicht als bei mehrgeschossigen Gebäuden, weil das Dach bei eins- bis zweigeschossigen Reihenhäusern eine verhältnismäßig große Fläche einnimmt. Zum anderen sind Mauerarbeiten (+4,2%) beim Reihenmittelhaus durch die Gemeinschaftswände mengenmäßig reduziert, was die Kostensteigerung hier abmildert. Konkrete Kostenrichtwerte für deinen geplanten Standort erhältst du über den [Baukostenrechner auf baukostenplan.de](https://baukostenplan.de/rechner). Die regionalen Unterschiede sind erheblich: Die [Baukosten in Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) liegen strukturell deutlich über den [Baukosten in Sachsen](https://baukostenplan.de/baukosten/sachsen) oder anderen ostdeutschen Bundesländern. ## Grundstück, Bebauungsplan und Baugenehmigung **Für das Reihenhaus gilt: Je früher du den Bebauungsplan deines Wunschgrundstücks kennst, desto besser, weil er Dachform, Bebauungsdichte und Gestaltung oft sehr detailliert vorschreibt.** Der Bebauungsplan (B-Plan) regelt unter anderem: - **Grundflächenzahl (GRZ)**: Welcher Anteil der Grundstücksfläche bebaut werden darf - **Geschossflächenzahl (GFZ)**: Wie viel Geschossfläche im Verhältnis zur Grundstücksfläche zulässig ist - **Gebäudehöhe und Traufhöhe**: Maximale Bauhöhen - **Dachform und Dachneigung**: Bei Reihenhauszeilen oft einheitlich vorgegeben - **Fassadengestaltung und Materialien**: Manchmal sogar Farben festgelegt Bei Reihenhäusern in einer Zeile mit anderen Eigentümern kommt hinzu, dass der Bebauungsplan oder ein Nachbarschaftsvertrag die Gestaltung der gemeinsamen Fassade, des Daches und der Einfriedung einheitlich regeln kann. Abweichungen erfordern die Zustimmung aller Eigentümer und manchmal auch der Gemeinde. Den genauen Ablauf der Baugenehmigung erklärt unser Ratgeber [Baugenehmigung beim Hausbau](https://baukostenplan.de/ratgeber/baugenehmigung). Wenn du noch auf Grundstückssuche bist, gibt der Ratgeber [Grundstück kaufen](https://baukostenplan.de/ratgeber/grundstueck-kaufen) wichtige Hinweise, worauf du beim Kauf einer Parzelle in einem Reihenhausgebiet achten musst. ## Rohbau und Schallschutz: Die Haustrennwand als Schlüsselbauteil **Die Haustrennwand zwischen zwei Reihenhäusern ist das technisch anspruchsvollste Bauteil, weil sie gleichzeitig Tragfähigkeit, Brandschutz und Schallschutz übernehmen muss.** Für den Schallschutz gilt die DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau). Der Standard schreibt für Wohngebäude Mindestanforderungen für den Luftschallschutz der Haustrennwand vor. Viele Bauherren entscheiden sich für erhöhte Schallschutzwerte nach dem Beiblatt der Norm, weil der Schallschutz nach dem Rohbau nicht mehr einfach nachgebessert werden kann. Bewährte Konstruktionen für die Haustrennwand: - Massivmauerwerk aus Kalksandstein oder Porenbeton mit ausreichender Wanddicke - Zweischaliger Wandaufbau mit Entkopplungsfuge zwischen den Wohneinheiten - Keine Durchdringungen oder Hohlräume in der Trennwand, die Schall übertragen Brandschutz: Je nach Bundesland und Gebäudeklasse kann die Haustrennwand als Brandwand ausgeführt werden müssen, was bestimmte Materialanforderungen und Mindestdicken nach sich zieht. Frage dein lokales Baurechtsamt oder deinen Architekten nach den geltenden Anforderungen der Landesbauordnung. Die gute Nachricht bei den Rohbaukosten: Weil beim Reihenmittelhaus zwei Außenwände entfallen, ist die reine Mauerwerksmenge deutlich geringer als beim freistehenden Haus gleicher Wohnfläche. Das gleicht einen Teil der Mehrkosten für die Schallschutz-Haustrennwand aus. ## Energieeffizienz und Förderung beim Reihenhaus **Das Reihenhaus hat durch seine kompakte Bauform und die geteilten Außenwände eine günstige Gebäudehülle, was die Erfüllung von Effizienzhaus-Standards erleichtert und KfW-Förderung zugänglich macht.** Durch die Gemeinschaftswände ist das Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen beim Reihenmittelhaus deutlich günstiger als beim freistehenden Einfamilienhaus. Das bedeutet geringere Transmissionswärmeverluste und damit einen niedrigeren Jahres-Heizwärmebedarf. Effizienzhausstandards wie EH 40 oder EH 55 lassen sich beim Reihenmittelhaus oft mit weniger Dämmaufwand erreichen als beim freistehenden EFH. Für die Baufinanzierung relevant: - **KfW Klimafreundlicher Neubau (297/298)**: Günstige Kredite für Neubauten, die den Effizienzhaus-Standard und das Kriterium "Klimafreundliches Gebäude" erfüllen. Details im Ratgeber [KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-297-298-klimafreundlicher-neubau-2026). - **KfW Wohneigentum für Familien (300)**: Besonders günstiger Kredit für Familien mit Kindern beim Ersterwerb von selbstgenutztem Wohneigentum. Details im Ratgeber [KfW 300 Wohneigentum für Familien](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-300-wohneigentum-familien-2026). Seit dem Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) am 29. Juli 2026 gelten im Neubau neue Heizungsanforderungen. [Was das konkret bedeutet](https://baukostenplan.de/ratgeber/gmodg-in-kraft-29-juli-2026-was-jetzt-gilt), erklärt unser GModG-Ratgeber. Plane beim Reihenhaus die Heizung von Anfang an mit einem KfW-zugelassenen Energieberater. ## FAQ: Reihenhaus bauen 2026 **Ist ein Reihenhaus billiger als ein freistehendes Einfamilienhaus?** In der Regel ja, aus zwei Hauptgründen: Das Grundstück ist kleiner (weniger Kaufpreis, weniger Grunderwerbsteuer) und die reinen Herstellungskosten des Gebäudes sind wegen der Gemeinschaftswände geringer, weil weniger Außenmauerwerk und weniger Fassadendämmung anfallen. Allerdings entstehen Mehrkosten für die Haustrennwand (erhöhter Schallschutz nach DIN 4109, Brandschutz), die einen Teil der Ersparnis aufzehren. Hinzu kommen oft Kosten für die Koordination mit den Nachbarbauherren in einer Reihenhaussiedlung. Der genaue Kostenunterschied ist regional sehr unterschiedlich und hängt stark vom örtlichen Grundstücksmarkt ab. **Kann ich ein Reihenhaus frei planen oder muss ich einen Standardtyp kaufen?** Wenn du in einer geplanten Reihenhaussiedlung eines Entwicklers kaufst, bist du an dessen Typenhauskonzept und den Bauzeitplan gebunden. Baust du auf einem Einzelgrundstück neben einem Bestandsreihenhaus, hast du mehr gestalterische Freiheit, musst aber die Anschlüsse (Dach, Fassade, Haustrennwand) mit dem vorhandenen Gebäude abstimmen. **Welche Schallschutzanforderungen gelten für die Haustrennwand?** Die Mindestanforderungen sind in DIN 4109 geregelt. Für dauerhaften Wohnkomfort empfiehlt sich die Ausführung nach erhöhten Schallschutzwerten gemäß Beiblatt der DIN 4109. Diese Entscheidung muss vor dem Rohbau getroffen werden, da eine Nachrüstung nach Fertigstellung kaum möglich ist. **Gibt es KfW-Förderung für ein neu gebautes Reihenhaus?** Ja, ein Reihenhaus kann mit KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau) oder KfW 300 (Wohneigentum für Familien) gefördert werden, sofern die jeweiligen Anforderungen erfüllt sind. Das Reihenhaus profitiert dabei strukturell davon, dass die kompakte Bauform Effizienzhaus-Standards mit weniger Dämm- und Technikaufwand erfüllbar macht. **Was kostet der Bau eines Reihenhauses 2026 im Vergleich zu 2025?** Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) stiegen die Baupreise für konventionell gefertigte Wohngebäude im August 2026 um 5,5 Prozent gegenüber August 2025. Besonders Dachdecker (+7,6%) und Holzbaubetriebe (+7,2%) verlangen deutlich mehr als im Vorjahr. Nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) für einen aktuellen Richtwert für deinen konkreten Standort. **Wie läuft der Bau eines Reihenhauses zeitlich ab?** Von der Grundstückssicherung bis zum Einzug vergehen bei einem schlüsselfertigen Reihenhaus in einer Neubausiedlung oft 12 bis 24 Monate. Bei einem individuell geplanten Haus auf einem Bestandsgrundstück kann es durch Architekt, Genehmigung, Ausschreibung und Bauzeit auch 24 bis 36 Monate dauern. Der Vergleich von Fertighaus und Massivhaus ist dabei relevant: Fertighäuser sind in der Regel schneller errichtet, erfordern aber eine besondere Abstimmung der Montage mit benachbarten Häusern. Mehr dazu im Ratgeber [Fertighaus oder Massivhaus](https://baukostenplan.de/ratgeber/fertighaus-vs-massivhaus). Quellen: - Statistisches Bundesamt (Destatis): Baupreise für Neubau von Wohngebäuden, August 2026: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/10/PD26_360_61261.html - Statistisches Bundesamt (Destatis): Bau- und Immobilienpreise (Übersicht): https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise-Immobilienpreisindex/_inhalt.html --- # Doppelhaus bauen 2026: Kosten, Planung und rechtliche Besonderheiten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/doppelhaus-bauen-kosten-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-09 # Doppelhaus bauen 2026: Kosten, Planung und rechtliche Besonderheiten *Stand dieses Artikels: 9. Oktober 2026.* Ein Doppelhaus ist für viele Familien der Königsweg zwischen freistehendem Eigenheim und Eigentumswohnung: geteiltes Grundstück, geteilte Baukosten, aber trotzdem zwei vollständig separate Wohneinheiten mit je eigenem Eingang, eigenem Garten und eigener Eingangstür. Doch was kostet eine Doppelhaushälfte 2026 wirklich, welche rechtlichen Besonderheiten gilt es zu kennen, und welche Förderung kannst du nutzen? ## Was ist ein Doppelhaus, und welche Bauformen gibt es? **Beim Doppelhaus teilen sich zwei Wohneinheiten eine gemeinsame Trennwand. Jede Hälfte gehört einem eigenen Eigentümer und ist vollständig unabhängig bewohnbar.** Das klassische Doppelhaus entsteht durch zwei spiegelbildlich oder versetzt aneinandergebaute Hälften. Die Trennwand liegt auf der gemeinsamen Grundstücksgrenze. Rechtlich und baulich unterscheidet man zwei Grundmodelle: - **Getrennte Grundstücke (Parzellierung)**: Das ursprüngliche Grundstück wird in zwei eigenständige Parzellen geteilt. Jeder Eigentümer hält sein Grundstück vollständig allein. Diese Variante ist im Grundbuch sauber getrennt und in der Praxis die häufigste Form. - **Gemeinschaftliches Eigentum nach WEG**: Das Grundstück bleibt ungeteilt, beide Einheiten werden als Sondereigentum nach dem Wohnungseigentumsgesetz ins Grundbuch eingetragen. Nötig ist eine notarielle Teilungserklärung. Diese Variante ist in der Verwaltung etwas aufwändiger, wird aber bei engen Grundstücksverhältnissen gewählt. Neben dem klassischen Doppelhaus gibt es das sogenannte **Generationenhaus** in Doppelhaus-Form: Die eine Haushälfte bewohnt das Elternpaar, die andere die erwachsenen Kinder. Beide Parteien wohnen nah beieinander, aber dennoch eigenständig, was Pflegefragen und Grundstückskosten vereinfacht. Mehr zu den unterschiedlichen Haustypen und ihren regionalen Baukosten findest du auf unserer Seite [Haustypen Doppelhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/doppelhaus). ## Was kostet eine Doppelhaushälfte 2026? **Die Baukosten für eine Doppelhaushälfte liegen je nach Lage, Ausstattung und Größe bei etwa 220.000 bis 350.000 EUR (gerechnet, ohne Grundstück). Damit ist sie rund 15 bis 25 Prozent günstiger als ein vergleichbares freistehendes Einfamilienhaus.** Der wesentliche Kostenvorteil entsteht durch die gemeinsam genutzte Trennwand: Statt zwei vollständiger Außenwände baut jede Seite nur drei Außenwände, die vierte ist die gemeinschaftliche Innenwand. Das spart Materialkosten und Arbeitszeit beim Rohbau erheblich. Das Statistische Bundesamt hat am 9. Oktober 2026 gemeldet, dass die Erzeugerpreise für konventionell errichtete Wohngebäude im August 2026 um **5,5 Prozent gegenüber August 2025** gestiegen sind. Die Preissteigerung im Vergleich zum Vorquartal (Mai 2026) betrug 1,0 Prozent. Im Detail nach Gewerk: | Gewerk | Preisveränderung Aug. 2026 gg. Aug. 2025 | |---|---| | Rohbau insgesamt | +5,4 % | | Betonarbeiten | +4,3 % | | Mauerarbeiten | +4,2 % | | Dachdeckerarbeiten | +7,6 % | | Zimmerer und Holzbau | +7,2 % | | Erdarbeiten | +6,1 % | | Ausbau insgesamt | +5,7 % | | Heizung inkl. Wärmepumpen | +5,2 % | | Elektroanlagen | +7,2 % | | Wärmedämmverbundsystem (WDVS) | +5,7 % | *Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 360 vom 9. Oktober 2026* Diese Preissteigerungen wirken sich direkt auf dein Budget aus. Plane daher einen Kostenpuffer von mindestens 10 bis 15 Prozent ein. Gerechnete Beispielrechnung für eine Doppelhaushälfte mit ca. 130 m² Wohnfläche, mittlerer Ausstattung: | Kostenblock | Richtwert (gerechnet, ohne Grundstück) | |---|---| | Rohbau (Fundament, Wände, Decken) | 80.000 bis 115.000 EUR | | Dachkonstruktion und Eindeckung | 25.000 bis 45.000 EUR | | Ausbau (Fenster, Türen, Heizung, Elektro) | 70.000 bis 115.000 EUR | | Innenausbau (Bodenbeläge, Bäder, Malerarbeiten) | 30.000 bis 55.000 EUR | | Außenanlagen (Terrasse, Wege, Einfriedung) | 15.000 bis 25.000 EUR | | **Gesamtkosten Bau (gerechnet, ohne Grundstück)** | **220.000 bis 355.000 EUR** | Diese Werte sind Richtwerte aus Beispielrechnungen und ersetzen kein individuelles Angebot vom Bauunternehmen oder Architekten. Nutze unseren [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) für eine erste regionale Kostenschätzung. ## Welche Baunebenkosten kommen hinzu? **Zusätzlich zu den reinen Baukosten fallen Baunebenkosten von typisch 15 bis 20 Prozent der Bausumme an (gerechnet). Beim Doppelhaus kommen gegenüber dem Einfamilienhaus noch Kosten für die Grundstücksteilung und gemeinsame Planungsleistungen hinzu.** Wichtige Posten im Überblick: - **Grundstück und Grunderwerbsteuer**: Die Grunderwerbsteuer liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 Prozent (Bayern, Sachsen) und 6,5 Prozent (Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein). - **Notar und Grundbucheintragung**: Rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises. Beim Doppelhaus mit Parzellierung fallen zusätzliche Notarkosten für die Grundstücksteilung an. - **Erschließungskosten**: Kosten für Straßen- und Leitungsanschlüsse variieren stark je nach Gemeinde. - **Bodengutachten**: Pflicht vor jedem Neubau, typische Kosten zwischen 1.500 und 4.000 EUR. - **Baugenehmigung**: Gebühren nach Landesbauordnung, berechnet auf die genehmigte Bausumme. - **Vermessung und Parzellierung**: Beim Doppelhaus mit getrennten Grundstücken nötig, Kosten je nach Aufwand zwischen 2.000 und 5.000 EUR. - **Architekt oder Entwurfsplanung**: Bei individuellen Doppelhäusern liegt das Architektenhonorar typisch bei 8 bis 15 Prozent der anrechenbaren Kosten. Eine vollständige Aufstellung aller typischen Baunebenkosten findest du in unserem Ratgeber zu den [Baunebenkosten beim Hausbau](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Welche rechtlichen Besonderheiten gelten beim Doppelhaus? **Beim Doppelhaus treffen Nachbarrecht, Grundbuchrecht und Brandschutzrecht zusammen. Eine frühzeitige vertragliche Regelung mit dem zukünftigen Nachbarn schützt vor späteren Konflikten.** ### Die gemeinsame Trennwand nach BGB Die Grenzwand zwischen den beiden Doppelhaushälften ist eine sogenannte **Grenzeinrichtung** nach §§ 921, 922 BGB. Sie liegt auf der Grundstücksgrenze und gehört beiden Eigentümern gemeinsam. Beide dürfen sie zum eigenen Vorteil nutzen, aber keiner darf sie ohne Zustimmung des anderen wesentlich verändern. Praktisch bedeutet das: Willst du einen Kamin einbauen, der die Trennwand nutzt, oder willst du die Wand von deiner Seite dämmen, brauchst du die Zustimmung des Nachbarn. Diese Regelung sollte vorab in einer Nachbarvereinbarung oder im Bauvertrag festgehalten werden. ### Brandschutz an der Trennwand Nach den Landesbauordnungen muss die gemeinsame Wand zwischen zwei Doppelhaushälften in der Regel als **Brandwand (Feuerwiderstandsklasse REI 90)** ausgeführt werden. Das verteuert diese Wand im Vergleich zu einer normalen Innenwand, schützt aber beide Einheiten im Brandfall wirksam. ### Abstandsflächen und Bebauungsplan In vielen Bundesländern darf beim Doppelhaus zur gemeinsamen Grenze hin ohne Abstandsfläche gebaut werden. Auf den anderen drei Seiten gelten die normalen Abstandsflächenregeln der jeweiligen Landesbauordnung. Der Bebauungsplan der Gemeinde gibt vor, ob ein Doppelhaus auf dem Grundstück überhaupt zulässig ist. ## Wie finanzierst du eine Doppelhaushälfte? **Familien mit Kindern können über das KfW-Programm 300 (Wohneigentum für Familien) zinsgünstige Kredite von bis zu 270.000 EUR beantragen. Voraussetzung ist unter anderem ein Effizienzhaus-40-Standard.** Aktuelle Eckdaten KfW 300 (Stand: Oktober 2026, Quelle: KfW Produktseite): | Kinder im Haushalt | Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen) | Standardkredit (KFN) | Mit QNG-Siegel | |---|---|---|---| | 1 Kind | max. 90.000 EUR/Jahr | bis 170.000 EUR | bis 220.000 EUR | | 2 Kinder | max. 100.000 EUR/Jahr | bis 170.000 EUR | bis 220.000 EUR | | 3 Kinder | max. 110.000 EUR/Jahr | bis 200.000 EUR | bis 250.000 EUR | | 4 Kinder | max. 120.000 EUR/Jahr | bis 200.000 EUR | bis 250.000 EUR | | ab 5 Kinder | max. 130.000 EUR + 10.000 EUR je weiteres Kind | bis 220.000 EUR | bis 270.000 EUR | *Quelle: KfW, Produktseite Wohneigentum für Familien (300), abgerufen Oktober 2026* Für das KfW 300 Programm gilt: - Das Doppelhaus muss klimafreundlich gebaut sein (KfW-Effizienzhaus 40, "klimafreundlicher Neubau"). - Du beantragst den Kredit vor Baubeginn über deine Hausbank, nicht direkt bei der KfW. - Du musst das Haus selbst bewohnen und mindestens 50 Prozent Eigentumsanteil halten. - Das zu versteuernde Einkommen basiert auf dem Einkommensteuerbescheid der letzten zwei abgeschlossenen Steuerjahre. Für alle anderen Bauherren ohne Kinder oder oberhalb der Einkommensgrenzen eignen sich klassische Annuitätendarlehen. Aktuelle Informationen zu Bauzinsen und Finanzierungsstrategien findest du in unserem Ratgeber zur [Baufinanzierung](https://baukostenplan.de/ratgeber/baufinanzierung). Regionale Baukosten nach Bundesland, die als Grundlage für die Finanzierungsplanung dienen, findest du auf unserer [Baukosten-Übersicht Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) oder für dein jeweiliges Bundesland. ## Doppelhaus als Mehrgenerationenhaus: Besondere Planung nötig **Das Doppelhaus eignet sich hervorragend als Mehrgenerationenhaus. Eltern und Kinder wohnen Wand an Wand, trotzdem vollständig getrennt. Dabei gibt es einige Planungsdetails, die von Anfang an bedacht sein müssen.** Wichtige Punkte beim Mehrgenerationenhaus im Doppelhausformat: - **Barrierefreiheit von Anfang an**: Die Erdgeschosseinheit, die später von den Eltern bewohnt werden soll, sollte barrierefrei geplant werden, zumindest erdbodennah mit schwellenlosen Zugängen und einem Gäste-WC im Erdgeschoss. Nachträgliche Umrüstungen sind teuer. - **Schallschutz der Trennwand**: Die Mindestanforderungen nach DIN 4109 regeln den Schallschutz. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte einen erhöhten Schallschutz (DIN 4109-2) einplanen. Das bedeutet eine schwimmend ausgeführte Vorsatzschale oder eine zweischalige Wand. - **Getrennte Zugänge und Hauseingänge**: Selbstverständlich beim Doppelhaus, aber bereits in der Frühplanung sollte die Lage der Eingänge zum Grundstück passen. - **Getrennte Zähler und Versorgungsleitungen**: Strom, Wasser, Heizung und Internet sollten von Anfang an getrennt geführt sein. Spätere Trennungen sind technisch aufwändig und kostspielig. ## FAQ: Doppelhaus bauen **Brauche ich für jede Doppelhaushälfte eine eigene Baugenehmigung?** Werden beide Hälften zeitgleich geplant und beantragt, ist in der Regel ein gemeinsamer Bauantrag möglich und sinnvoll. Baut eine Partei die zweite Haushälfte zu einem späteren Zeitpunkt, ist ein eigener Bauantrag erforderlich. Die genaue Regelung hängt von der jeweiligen Landesbauordnung ab. **Habe ich ein Vorkaufsrecht auf die Nachbarhälfte, wenn diese verkauft wird?** Ein gesetzliches Vorkaufsrecht gibt es beim Doppelhaus nicht automatisch. Du kannst jedoch vertraglich ein Vorkaufsrecht vereinbaren und es im Grundbuch eintragen lassen. Das empfiehlt sich gerade dann, wenn du nicht weißt, mit wem du eines Tages Wand an Wand wohnen wirst. **Darf ich meine Doppelhaushälfte ohne Absprache umbauen?** Alles, was ausschließlich deine Haushälfte betrifft, kannst du nach den Regeln der Bauordnung frei umbauen und renovieren. Sobald die gemeinsame Trennwand oder gemeinsam genutzte Bauteile (zum Beispiel das gemeinsam errichtete Dach) betroffen sind, brauchst du die Zustimmung des Nachbarn (§§ 921, 922 BGB). **Kann ich eine Doppelhaushälfte alleine als "halbes Doppelhaus" bauen?** Das ist in der Regel möglich, wenn der Bebauungsplan es erlaubt. Du planst und baust deine Haushälfte vollständig. Die zweite Hälfte kann zu einem späteren Zeitpunkt durch einen anderen Bauherrn ergänzt werden, oder du nutzt sie als Vermietungsobjekt. Statik und Brandschutz müssen von Anfang an auf beide Hälften ausgelegt sein. **Wie beantrage ich KfW 300 für meine Doppelhaushälfte?** Der Antrag läuft ausschließlich über eine Hausbank oder ein Kreditinstitut, das KfW-Produkte vermittelt. Du stellst den Antrag vor Baubeginn. Die KfW nimmt keine Direktanträge von Privatpersonen entgegen. Alle aktuellen Konditionen stehen auf der Produktseite der KfW. **Wie lange dauert der Bau einer Doppelhaushälfte?** Bei einem Fertighaus im Doppelhaus-Format sind es typisch 8 bis 14 Monate vom Grundstückskauf bis zum Einzug. Beim Massivbau solltest du 18 bis 30 Monate einplanen, inklusive Baugenehmigungsverfahren und Bautrocknungszeit. Mehr zur Bauplanung und zu Gesamtkosten findest du in unserem Ratgeber zu [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten). Quellen: - Destatis, Pressemitteilung Nr. 360 vom 9. Oktober 2026: Baupreise für Wohngebäude im August 2026 +5,5 %: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/10/PD26_360_61261.html - KfW, Produktseite Wohneigentum für Familien (300), abgerufen Oktober 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Foerderprodukte/Wohneigentum-fuer-Familien-(300)/ --- # KfW 124 Wohneigentumsprogramm 2026: Der Kredit für alle Bauherren und Käufer URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-124-wohneigentumsprogramm-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-08 # KfW 124 Wohneigentumsprogramm 2026: Der Kredit für alle Bauherren und Käufer Wer ein Haus baut oder kauft und darin selbst wohnen möchte, hat Anspruch auf einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 100.000 Euro - und das ganz unabhängig von Energiestandard, Familiengröße oder Einkommen. *Stand dieses Artikels: 8. Oktober 2026.* Die Welt der KfW-Förderung kann schnell unübersichtlich werden. KfW 297 und 298 für besonders klimafreundliche Neubauten, KfW 300 ausschließlich für Familien mit Kindern, KfW 296 für das Niedrigpreissegment - all diese Spezialprogramme haben strenge Voraussetzungen. Was bleibt für alle anderen? Die Antwort lautet: das KfW-Wohneigentumsprogramm 124. Es ist das Basisinstrument der staatlichen Wohneigentumsförderung, das ohne Sonderbedingungen auskommt. In einem Umfeld mit erhöhten Marktzinsen - die EZB hat den Leitzins zuletzt auf vier Prozent angehoben - ist jeder Beitrag zur Zinsentlastung wertvoll. ## Was ist das KfW-Wohneigentumsprogramm 124? **KfW 124 ist ein zinsgünstiger Kredit von bis zu 100.000 Euro für alle, die eine selbstgenutzte Wohnimmobilie neu bauen oder kaufen - ohne Energievorgaben, ohne Einkommensgrenze.** Das Programm existiert seit Jahrzehnten und gilt als das universelle KfW-Angebot für selbstgenutztes Wohneigentum. Anders als die neueren Klimaförder-Programme setzt KfW 124 keine energetischen Mindeststandards voraus. Ob Effizienzhaus 55 oder ein Standard-Neubau nach aktueller Energiesparverordnung (GEG): Beide sind förderfähig. Der Kredit wird nicht direkt von der KfW vergeben, sondern über deine Hausbank beantragt - also über deine Sparkasse, Volksbank oder Privatbank. Die KfW refinanziert das Darlehen zu günstigen Bedingungen; die Hausbank gibt diesen Zinsvorteil an dich weiter. Der Zinssatz wird am Tag der offiziellen KfW-Kreditzusage festgelegt und gilt dann für die gesamte vereinbarte Zinsbindungsperiode. Aktuelle Zinssätze sind auf kfw.de einzusehen oder bei deiner Hausbank zu erfragen - da die KfW die Konditionen laufend anpasst, enthält diese Seite keine festen Prozentzahlen. ## Wer ist antragsberechtigt? **Antragsberechtigt sind alle Privatpersonen, die eine Wohnimmobilie bauen oder kaufen und dort anschließend selbst einziehen - es gibt weder eine Einkommensobergrenze noch eine Altersgrenze.** Das ist der entscheidende Unterschied zu Programmen wie KfW 300 (Wohneigentum für Familien), das an bestimmte Kinderzahlen und Einkommensgrenzen geknüpft ist. KfW 124 richtet sich an: - Singles, Paare und Familien in jeder Lebenssituation - Erst- und Folgekäufer einer selbstgenutzten Immobilie - Bauherren, die ein Eigenheim neu errichten lassen Nicht förderfähig sind hingegen: - Ferienwohnungen und Ferienhäuser - Mietobjekte und gewerblich genutzte Gebäude - Erweiterungen eines bestehenden Eigenheims - Umschuldungen und Nachfinanzierungen - Vorhaben, die bereits begonnen wurden (abgeschlossener Kaufvertrag oder Baubeginn vor Antragstellung) ## Welche Kosten sind förderfähig? **Das Programm fördert nahezu alle anfallenden Kosten - sowohl beim Neubau als auch beim Kauf einer Bestandsimmobilie.** Beim Neubau umfasst das die folgenden Kostenpositionen: - **Grundstückskosten**, sofern das Grundstück nicht mehr als sechs Monate vor der Antragstellung erworben wurde - **Baukosten** nach DIN 276 (Rohbau, Innenausbau, Haustechnik) - **Baunebenkosten** wie Architektenhonorar, Ingenieurleistungen, Bodengutachten und Vermessungskosten - **Außenanlagen** wie Einfahrt, Terasse und Bepflanzung Beim Kauf einer bestehenden Immobilie sind förderfähig: - Kaufpreis der Immobilie - Kosten für Instandsetzung, Umbau und Modernisierung - Kaufnebenkosten: Notarkosten und Grundbuchgebühren, Maklercourtage und Grunderwerbsteuer Ein wichtiger Hinweis zur Eigenleistung: Die eigene Arbeitskraft (Muskelhypothek) ist über KfW 124 nicht finanzierbar. Wer jedoch Materialien selbst einkauft und die Arbeiten in Eigenleistung ausführt, kann die Materialkosten - belegt durch Rechnungen - in die Finanzierung einbeziehen. Wie du Eigenleistungen korrekt in deine Kostenplanung einrechnest, erklärt der [Ratgeber zu Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Konditionen auf einen Blick **Die Laufzeit reicht von 4 bis 35 Jahren; tilgungsfreie Anlaufjahre entlasten gerade in der Bauphase - der maximale Kreditbetrag beträgt 100.000 Euro je Vorhaben.** | Variante | Laufzeit | Zinsbindung | Tilgungsfreie Anlaufzeit | Max. Kreditbetrag | |---|---|---|---|---| | Annuitätendarlehen kurz | 4-25 Jahre | 5 oder 10 Jahre | 1-3 Jahre | 100.000 EUR | | Annuitätendarlehen lang | 26-35 Jahre | 5 oder 10 Jahre | 1-5 Jahre | 100.000 EUR | | Endfälliges Darlehen | 4-10 Jahre | 10 Jahre | Keine | 100.000 EUR | Der Kredit wird zu 100 Prozent ausgezahlt - kein Abzug, kein Ausgabeaufschlag. Ab dem 13. Monat nach der Zusage fällt auf nicht abgerufene Beträge eine Bereitstellungsprovision von 0,15 Prozent pro Monat an. Wer sein Vorhaben straff plant, zahlt diese nicht. Eine vorzeitige vollständige Rückzahlung ist jederzeit möglich, allerdings gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung. Sondertilgungen sehen die Programmbedingungen der KfW nicht vor; ob deine Hausbank zusätzliche Konditionen anbietet, hängt vom jeweiligen Finanzierungsvertrag ab. Die tilgungsfreien Anlaufjahre sind besonders für Bauherren interessant: In der Bauphase wohnst du in der Regel noch zur Miete und zahlst gleichzeitig Baukosten. Nutzt du die Anlaufjahre, zahlst du in dieser Zeit nur Zinsen, aber noch keine Tilgung - das senkt die monatliche Belastung. ## KfW 124 mit anderen Programmen kombinieren **Das Programm ist ausdrücklich als Ergänzungskredit konzipiert und lässt sich mit allen gängigen KfW-Förderprogrammen kombinieren - so kannst du mehrere zinsgünstige Bausteine stapeln.** Das ist der strategische Hebel: KfW 124 allein deckt bis zu 100.000 Euro ab. In Kombination mit anderen Programmen lässt sich die geförderte Summe deutlich erhöhen: **KfW 124 + KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau):** Wer ein Effizienzhaus 40 oder 55 baut und die CO2-Vorgaben erfüllt, kann über KfW 297 oder 298 bis zu 150.000 Euro beantragen und zusätzlich KfW 124 mit bis zu 100.000 Euro nutzen - zusammen also bis zu 250.000 Euro. **KfW 124 + KfW 300 (Wohneigentum für Familien):** Familien mit mindestens einem Kind unter 18 können KfW 300 mit bis zu 270.000 Euro kombinieren und KfW 124 ergänzend einsetzen. **KfW 124 + KfW 296 (Niedrigpreissegment):** Im bezahlbaren Wohnungsbau lässt sich KfW 296 (bis 100.000 Euro je Wohneinheit) mit KfW 124 zusammenführen. **KfW 124 + KfW 270 (Erneuerbare Energien):** Wer eine Photovoltaikanlage oder eine Wärmepumpe einbaut, kann KfW 270 zusätzlich beantragen. Beispielrechnung (gerechnet): Eine Familie baut ein Effizienzhaus 55 mit einem Gesamtvolumen von 420.000 Euro. Sie beantragt KfW 300 für 200.000 Euro, KfW 124 für weitere 100.000 Euro und finanziert die restlichen 120.000 Euro über die Hausbank. Ob alle Programme gleichzeitig kombinierbar sind, hängt von den aktuellen Programmregeln ab - klär das vorab mit deiner Bank. Um realistisch zu planen, wie viel Gesamtförderung zu deinem Bauprojekt passt, empfiehlt sich ein Blick auf die typischen Gesamtkosten für dein Bundesland. Der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) und die regionalen Übersichten - etwa für [Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) - helfen dabei, eine belastbare Zahl als Basis zu ermitteln. Dabei spielt es keine Rolle, ob du ein [Massivhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/massivhaus) oder ein Fertighaus baust: KfW 124 gilt für alle Bauweisen. ## Antragstellung: So gehst du vor **Den Antrag musst du vor Beginn des Vorhabens stellen - also vor dem Kaufvertragsabschluss oder vor dem ersten Spatenstich.** Das klingt selbstverständlich, führt in der Praxis aber regelmäßig zu Problemen. Wer erst nach dem Notartermin an KfW denkt, ist zu spät. Die Schritte im Überblick: 1. **Vorhaben planen:** Berechne deine voraussichtlichen Gesamtkosten. Der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) unterstützt dabei systematisch nach DIN 276. 2. **Antrag vorbereiten:** Auf kfw.de kannst du alle Unterlagen zusammenstellen und einen Antragsentwurf erstellen, bevor du zur Hausbank gehst. 3. **Antrag bei der Hausbank einreichen:** Die Hausbank stellt den Antrag bei der KfW - du beantragst das Programm nicht direkt. 4. **KfW-Zusage abwarten:** Erst wenn die Zusage vorliegt, darfst du den Kaufvertrag unterschreiben oder den Bau beginnen. 5. **Kredit abrufen:** Nach der Zusage hast du 12 Monate für den Kreditabruf; auf Antrag ist eine Verlängerung auf bis zu 36 Monate möglich. 6. **Nachweis erbringen:** Nach Fertigstellung oder Kauf sind Verwendungsnachweise einzureichen. Der Antrag muss formell innerhalb von drei Monaten nach Vorhaben-Beginn bei der KfW eingegangen sein. Damit ist der spätestmögliche Zeitpunkt gemeint; empfohlen ist eine deutlich frühere Antragstellung, damit die Zusage rechtzeitig vor Vertragsunterzeichnung vorliegt. Zur allgemeinen Planung einer soliden Eigenkapital- und Finanzierungsstruktur lohnt sich ergänzend der Ratgeber [Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Hausbau?](https://baukostenplan.de/ratgeber/eigenkapital-hausbau-2026-wie-viel-eigenkapital-brauchst-du). ## Unterschied zu anderen KfW-Neubau-Programmen KfW 124 ist der Ausgangspunkt der KfW-Neubauförderung - alle anderen Programme bauen darauf auf oder richten sich an spezifischere Zielgruppen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede: | Programm | Zielgruppe | Max. Kredit | Energievorgabe | Einkommensgrenze | |---|---|---|---|---| | KfW 124 | Alle Privatpersonen | 100.000 EUR | Keine | Keine | | KfW 296 | Alle (Niedrigpreissegment) | 100.000 EUR | Min. EH 55 + CO2-Budget | Keine | | KfW 297/298 | Alle | 150.000 EUR | Min. EH 40 oder EH 55 | Keine | | KfW 300 | Familien mit Kindern | 270.000 EUR | Min. EH 40 | Ja | Wer die Anforderungen für ein Spezialprogramm erfüllt, sollte dessen günstigere Konditionen vorrangig nutzen und KfW 124 ergänzend einsetzen. Wer dagegen einen Standardneubau ohne Energieeffizienzpremium plant oder wer schnell eine Bestandsimmobilie kauft, findet in KfW 124 das passende Basisprogramm. ## FAQ: Häufige Fragen zu KfW 124 **Gibt es eine Einkommensgrenze für KfW 124?** Nein. Das Programm ist für alle Privatpersonen offen, die selbstgenutztes Wohneigentum erwerben oder bauen wollen - unabhängig von Einkommen oder Vermögen. Das unterscheidet es von KfW 300, das Einkommensgrenzen enthält. **Kann ich KfW 124 auch für eine Eigentumswohnung nutzen?** Ja. Das Programm fördert alle selbstgenutzten Wohnimmobilien: Eigenheim, Reihenhaus, Doppelhaushälfte und Eigentumswohnung. Voraussetzung ist immer, dass du selbst dauerhaft dort wohnst. **Was passiert, wenn ich nach dem Kauf nicht einziehen kann?** Die Selbstnutzung ist eine Pflichtvoraussetzung. Wer die geförderte Immobilie dauerhaft vermietet oder nicht bewohnt, verletzt die Förderbedingungen. Informiere die KfW umgehend, wenn sich deine Pläne ändern - eine frühzeitige Absprache ist besser als eine nachträgliche Rückforderung. **Ist KfW 124 auch für den Hauskauf im Ausland nutzbar?** Nein. Das Programm gilt ausschließlich für Immobilien in Deutschland. **Kann ich KfW 124 mit einem herkömmlichen Bankkredit kombinieren?** Ja, und das ist der Regelfall. KfW 124 deckt bis zu 100.000 Euro ab; den Rest finanzierst du über deine Hausbank. Das Gesamtpaket aus gefördertem KfW-Kredit und regulärem Bankkredit bildet die typische Baufinanzierung. Mehr zur Struktur erklärt der Ratgeber [Baufinanzierung verstehen](https://baukostenplan.de/ratgeber/baufinanzierung). **Muss ich das Effizienzhaus-Niveau nachweisen, wenn ich KfW 124 beantrage?** Nein. KfW 124 stellt keine Energieanforderungen. Wenn du jedoch gleichzeitig KfW 297, 298 oder 300 beantragst, musst du für jene Programme den jeweiligen Energiestandard nachweisen - zum Beispiel mit einer Bestätigung eines Energieeffizienz-Experten (BzA). Für KfW 124 allein brauchst du keinen solchen Nachweis. Quellen: - KfW-Produktseite Wohneigentumsprogramm (124): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentumsprogramm-%28124%29/ - KfW-Übersicht Neubau-Förderprogramme: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/ --- # Wie viel Puffer für unvorhergesehene Baukosten? Rechnung mit dem Baupreisindex URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/unvorhergesehene-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Einen amtlich festgelegten Prozentsatz für unvorhergesehene Baukosten gibt es nicht. Wie groß dein Puffer sein sollte, hängt davon ab, wie sicher deine Kostenschätzung ist und wie lange es bis zur Vergabe dauert. Allein die Baupreise für Wohngebäude sind laut Statistischem Bundesamt von Mai 2025 bis Mai 2026 um 5,0 Prozent gestiegen; beim Musterhaus von baukostenplan.de entsprechen 10 Prozent Puffer rund 44.000 Euro. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Baupreisindex laut Statistischem Bundesamt (Stand 10. Juli 2026, Berichtsmonat Mai 2026), Vorgaben zu Kostenrisiken laut Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau).* ## Wie viel Puffer brauchst du für unvorhergesehene Baukosten? **Es gibt keine Norm, die dir einen Prozentsatz vorschreibt. Rechne deinen Puffer deshalb aus den konkreten Risiken deines Projekts: Preisanstieg bis zur Vergabe, Baugrund, Änderungswünsche und Bauzeit.** Für das Musterhaus mit 140 m² und 440.013 Euro Gesamtkosten sehen verschiedene Puffer so aus: | Puffer | Betrag beim Musterhaus | Gesamtbudget mit Puffer | |---|---|---| | 5 % | 22.001 € | 462.014 € | | 10 % | 44.001 € | 484.014 € | | 15 % | 66.002 € | 506.015 € | | 20 % | 88.003 € | 528.016 € | *Eigene Rechnung: Gesamtkosten des Musterhauses (KG 200 bis 700 nach DIN 276, brutto mit 19 % Umsatzsteuer, ohne Grundstück) x Prozentsatz. Kostenbasis aus dem Ratgeber [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten). Die Prozentsätze sind Beispiele, keine Empfehlung einer Behörde.* Je früher du rechnest, desto größer sollte der Puffer sein. Eine Schätzung nach Quadratmetern ist ungenauer als ein Festpreisangebot mit Leistungsbeschreibung. ## Sieht die DIN 276 eine Kostengruppe für Unvorhergesehenes vor? **Nein. Die Gliederung nach DIN 276, wie sie das Bundesmuster RBBau Muster 6 abbildet, kennt die Kostengruppen 200 bis 700 und eine Aufrundung, aber keine eigene Position für Unvorhergesehenes. Der Bund verlangt stattdessen, Kostenrisiken gesondert auszuweisen.** Im Vertragsmuster der RBBau für die Objektplanung steht, dass der Planer den Bauherrn fortlaufend zu Kostenrisiken beraten muss, ausdrücklich bei zu erwartenden Baupreissteigerungen sowie bei Bestands- und Baugrundrisiken. Werden diese Risiken beziffert, sind sie in der Kostenermittlung gesondert auszuweisen. Für dich als privaten Bauherrn heißt das: Lass dir von deinem Architekten oder Hausanbieter eine Kostenermittlung geben, in der Risiken als eigene Zeile stehen und nicht in den Einzelpositionen versteckt sind. So siehst du, wie viel Reserve schon eingerechnet ist. Wie die Kostengruppen aufgebaut sind, erklärt der Ratgeber [DIN 276 Kostengliederung](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung). ## Wie stark schwanken die Baupreise? **Sehr unterschiedlich. 2022 lagen die Preise für neue Wohngebäude zeitweise 17,4 Prozent über dem Vorjahr, 2024 waren es rund 3 Prozent. Im Mai 2026 lag der Anstieg wieder bei 5,0 Prozent.** | Berichtsmonat | Index Wohngebäude (2021 = 100) | Veränderung zum Vorjahresmonat | |---|---|---| | Mai 2021 | 98,7 | +6,6 % | | Mai 2022 | 115,9 | +17,4 % | | Mai 2023 | 126,0 | +8,7 % | | Mai 2024 | 129,4 | +2,7 % | | Mai 2025 | 133,6 | +3,2 % | | Februar 2026 | 137,0 | +3,3 % | | Mai 2026 | 140,3 | +5,0 % | *Quelle: Statistisches Bundesamt, Preisindizes für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude einschließlich Umsatzsteuer, Stand 10. Juli 2026.* Bemerkenswert ist der jüngste Sprung: Von Februar bis Mai 2026 stiegen die Preise um 2,4 Prozent, also in nur drei Monaten. Bei den Ausbauarbeiten meldete das Statistische Bundesamt für Mai 2026 ein Plus von 5,1 Prozent zum Vorjahr, bei Elektroanlagen sogar 6,4 Prozent. Wer heute schätzt und erst in einem Jahr vergibt, trägt dieses Risiko selbst. ## Was kostet das Preisrisiko beim Musterhaus? **Liegen zwölf Monate zwischen Kostenschätzung und Vergabe und steigen die Preise so stark wie zuletzt um 5 Prozent, werden Bauwerk und Technik des Musterhauses rund 15.000 Euro teurer.** | Schritt | Wert | |---|---| | KG 300 Baukonstruktion | 212.008 € | | KG 400 Technische Anlagen | 88.025 € | | Summe Bauwerk | 300.033 € | | Preisanstieg bei +5,0 % | 15.002 € | | Preisanstieg bei +2,4 % (wie Februar bis Mai 2026) | 7.201 € | *Eigene Rechnung: Summe KG 300 und 400 x Prozentsatz. Die 5,0 Prozent entsprechen der Vorjahresrate laut Destatis für Mai 2026; ob die Preise im nächsten Jahr ebenso steigen, weiß niemand.* Ein Festpreis im Bauvertrag schützt dich nur für die Leistungen, die darin genau beschrieben sind. Alles, was fehlt oder später geändert wird, kostet den dann gültigen Preis. ## Welche anderen Risiken muss dein Puffer abdecken? **Neben den Preisen vor allem der Baugrund, deine eigenen Änderungswünsche und Verzögerungen. Der Bund unterscheidet bei Nachträgen genau diese Ursachen.** Die RBBau teilt Nachträge bei Bundesbauten in drei Gruppen ein: geänderte Anforderungen des Bauherrn, allgemeine Lohn- und Stoffpreissteigerungen sowie baufachlich bedingte Planungsänderungen oder nicht vorhergesehene Mehraufwendungen bei der Ausführung. Auf ein Einfamilienhaus übertragen: - Du entscheidest dich während des Baus für ein größeres Fenster, eine andere Heizung oder bessere Fliesen. - Beim Aushub zeigt sich, dass der Boden nicht trägt oder Grundwasser ansteht. Ein [Bodengutachten](https://baukostenplan.de/ratgeber/bodengutachten-kosten) vorab senkt dieses Risiko deutlich. - Der Bau verzögert sich, und für das noch nicht abgerufene Darlehen fallen Bereitstellungszinsen an. - Bei der Erschließung kosten die Hausanschlüsse mehr als geschätzt. Auch die Baunebenkosten können wachsen, etwa durch zusätzliche Gutachten oder Auflagen aus der [Baugenehmigung](https://baukostenplan.de/ratgeber/baugenehmigung). Einen Überblick gibt der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Wie legst du den Puffer an, damit er im Ernstfall da ist? **Halte ihn als frei verfügbares Geld oder als vereinbarte Reserve im Darlehen bereit und verplane ihn nicht schon für Außenanlagen oder Küche. Kläre mit der Bank vorab, ob und zu welchem Zins sie nachfinanziert.** Der Puffer sollte getrennt von deiner privaten Notreserve stehen. Brauchst du ihn am Ende nicht, kannst du damit Sondertilgungen leisten oder die Außenanlagen fertigstellen. Fehlt er, musst du mitten im Bau nachfinanzieren und das Angebot nehmen, das du in diesem Moment bekommst. Deine eigenen Baukosten, auf die du den Puffer aufschlägst, berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Durchschnittswerte für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) nach Bundesland helfen beim Abgleich. Wie viel Eigenkapital du insgesamt einplanen solltest, erklärt der Ratgeber [Eigenkapital beim Hausbau](https://baukostenplan.de/ratgeber/eigenkapital-hausbau-2026-wieviel-brauche-ich). ## FAQ: Puffer für unvorhergesehene Baukosten **Wie viel Prozent Puffer sollte ich beim Hausbau einplanen?** Einen amtlich vorgegebenen Satz gibt es nicht. Beim Musterhaus von baukostenplan.de entsprechen 10 Prozent rund 44.000 Euro, 15 Prozent rund 66.000 Euro. Je unsicherer deine Kostenschätzung und je länger die Zeit bis zur Vergabe, desto größer sollte der Puffer sein. **Gibt es in der DIN 276 eine Kostengruppe für Unvorhergesehenes?** In der Gliederung, die das Bundesmuster RBBau Muster 6 abbildet, nicht. Die Bundesvorgaben verlangen aber, bezifferte Kostenrisiken in der Kostenermittlung gesondert auszuweisen. **Wie stark sind die Baupreise zuletzt gestiegen?** Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Von Februar bis Mai 2026 stiegen sie um 2,4 Prozent. **Wofür brauche ich den Puffer am häufigsten?** Typische Ursachen sind Preissteigerungen bis zur Vergabe, schlechter Baugrund, eigene Änderungswünsche während des Baus und Verzögerungen mit Bereitstellungszinsen. **Schützt mich ein Festpreisvertrag vor Mehrkosten?** Nur für die Leistungen, die im Vertrag genau beschrieben sind. Änderungen, Zusatzleistungen und alles, was in der Leistungsbeschreibung fehlt, kosten extra. **Was mache ich mit dem Puffer, wenn ich ihn nicht brauche?** Du kannst damit Außenanlagen oder Ausstattung fertigstellen oder eine Sondertilgung leisten, wenn dein Darlehensvertrag das erlaubt. Quellen: - Statistisches Bundesamt: Preisindizes für Bauwerke, Wohngebäude und Nichtwohngebäude: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Preise/bpr110.html - Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 241 vom 10. Juli 2026, Baupreise für Wohngebäude: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html - RBBau, Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes, Onlinefassung Stand 10.05.2021 (bereitgestellt vom Niedersächsischen Finanzministerium): https://www.mf.niedersachsen.de/download/94483 --- # Was kosten Außenanlagen beim Hausbau? Garten, Zufahrt und Zaun nach DIN 276 URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/aussenanlagen-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Für Garten, Zufahrt, Zaun und Garage rechnet das Musterhaus von baukostenplan.de mit 38.565 Euro brutto, das sind knapp 9 Prozent der Gesamtkosten von rund 440.000 Euro. Wie viel es bei dir wird, hängt vor allem von der Grundstücksgröße, der Länge der Zufahrt und davon ab, ob eine Garage dazugehört. Die Preise steigen dabei schneller als beim Haus: Der amtliche Baupreisindex für Außenanlagen lag im Mai 2026 um 43,8 Prozent über dem Niveau von 2021. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Preisindizes laut Statistischem Bundesamt, GENESIS-Tabellen 61261-0007 und 61261-0008 (Stand 21.09.2026); Gliederung nach DIN 276 laut RBBau Muster 6.* ## Was kosten Außenanlagen beim Einfamilienhaus? **Im Musterhaus mit 140 m² Wohnfläche stehen für die Kostengruppe 500 (Außenanlagen, hier einschließlich Garage) 38.565 Euro brutto. Das ist nach Bauwerk, Technik und Baunebenkosten der viertgrößte Posten.** | Kostengruppe nach DIN 276 | Musterhaus 140 m² | Anteil | |---|---|---| | KG 200 Herrichten und Erschließen | 16.628 € | 3,8 % | | KG 300 Bauwerk, Baukonstruktion | 212.008 € | 48,2 % | | KG 400 Technische Anlagen | 88.025 € | 20,0 % | | **KG 500 Außenanlagen, inkl. Garage** | **38.565 €** | **8,8 %** | | KG 600 Ausstattung | 17.667 € | 4,0 % | | KG 700 Baunebenkosten | 67.120 € | 15,3 % | | Summe | 440.013 € | 100 % | *Quelle der Beträge: Ratgeber [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten), Bundesdurchschnitt, brutto mit 19 % Umsatzsteuer. Anteile: eigene Rechnung.* Einen amtlichen Preis pro Quadratmeter Pflaster oder Rasen gibt es nicht. Wie teuer einzelne Flächen werden, hängt von Boden, Gefälle, Material und Region ab. Belastbar ist deshalb nur ein Angebot für dein Grundstück, idealerweise nach Positionen aufgeschlüsselt. ## Was gehört nach DIN 276 zu den Außenanlagen? **Zur Kostengruppe 500 gehört alles außerhalb des Hauses auf dem Grundstück: Erdarbeiten im Gelände, Wege und Stellplätze, Mauern und Zäune, Leitungen im Garten, Pflanzflächen und Einbauten wie Briefkästen oder Spielgeräte.** Das Muster 6 der Richtlinien für Bauaufgaben des Bundes (RBBau) gliedert die Außenanlagen nach DIN 276 so: | Untergruppe | Beispiele beim Einfamilienhaus | |---|---| | 510 Geländeflächen | Oberboden abtragen und wieder auftragen, Geländemodellierung | | 520 Befestigte Flächen | Zufahrt, Wege, Stellplätze, Terrasse als Fläche | | 530 Baukonstruktionen in Außenanlagen | Zaun (Einfriedigung), Stützmauern, Außentreppen, Überdachungen | | 540 Technische Anlagen in Außenanlagen | Abwasser- und Wasserleitungen auf dem Grundstück, Außenbeleuchtung | | 550 Einbauten in Außenanlagen | Briefkastenanlage, Fahrradständer, Spielgeräte | | 560 Wasserflächen | Teich | | 570 Pflanz- und Saatflächen | Rasen, Hecken, Bäume, Beete | | 590 Sonstige Maßnahmen | Baustelleneinrichtung und Gerüste für die Außenanlagen | Die Tabelle folgt der im RBBau-Muster abgebildeten Fassung der Norm. Die aktuelle DIN 276 ist von Dezember 2018. Frag deinen Planer, nach welcher Fassung er gliedert, damit du Angebote richtig zuordnen kannst. Mehr zur Systematik steht im Ratgeber [DIN 276 Kostengliederung](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung). Eine Garage ist streng genommen ein eigenes Bauwerk. Im Musterhaus ist sie trotzdem dem Posten Außenanlagen zugeschlagen. Plant dein Anbieter sie getrennt, musst du sie beim Vergleich mit unseren Zahlen herausrechnen. ## Wie stark sind die Preise für Außenanlagen gestiegen? **Deutlich. Der Destatis-Index für Außenanlagen von Wohngebäuden stieg von 100 im Jahr 2021 auf 143,8 im Mai 2026. Landschaftsbauarbeiten legten mit 157,8 Punkten noch stärker zu.** | Bauleistung (Index 2021 = 100) | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | Mai 2026 | |---|---|---|---|---|---| | Außenanlagen für Wohngebäude gesamt | 115,1 | 125,8 | 131,3 | 136,6 | 143,8 | | Erdarbeiten | 113,8 | 124,4 | 130,4 | 135,7 | 143,6 | | Pflaster, Platten, Einfassungen | 113,6 | 125,5 | 131,6 | 136,6 | 143,4 | | Landschaftsbauarbeiten | 117,1 | 133,6 | 142,4 | 149,5 | 157,8 | *Quelle: Statistisches Bundesamt, Baupreisindizes Außenanlagen, Tabellen 61261-0007 (Jahre) und 61261-0008 (Quartale), Stand 21.09.2026.* Zum Vergleich: Der Baupreisindex für den Neubau von Wohngebäuden stand im Mai 2026 bei 140,3. Außenanlagen sind also etwas stärker gestiegen als das Haus selbst. Gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2025 lag der Index für Außenanlagen im Mai 2026 um 5,3 Prozent höher (eigene Rechnung: 143,8 geteilt durch 136,6). ## Wie rechnest du das Musterhaus auf heute hoch? **Ist eine Kostenschätzung ein Jahr alt, multiplizierst du sie mit dem Verhältnis der Indexwerte. Aus 38.565 Euro mit Preisstand Durchschnitt 2025 würden so rund 40.600 Euro mit Preisstand Mai 2026.** *Eigene Rechnung: 38.565 Euro x 143,8 / 136,6 = 40.598 Euro. Die Annahme, dass der Musterwert den Preisstand 2025 abbildet, dient nur der Veranschaulichung des Rechenwegs.* So gehst du mit eigenen Angeboten vor: 1. Notiere, aus welchem Monat das Angebot oder die Schätzung stammt. 2. Suche in der Destatis-Tabelle 61261-0008 den Indexwert für diesen Monat und den jüngsten Wert. 3. Teile den neuen durch den alten Wert und multipliziere mit dem Betrag. Ein Index ist ein Durchschnitt über ganz Deutschland. In deiner Region und bei deinem Gartenbauer kann es anders aussehen. Für die Planung reicht er, für den Vertrag zählt das Angebot. ## Wovon hängen die Kosten für Garten, Zufahrt und Zaun ab? **Von der Fläche, dem Material und dem Gelände. Eine lange Zufahrt, ein Hang mit Stützmauern oder ein Zaun um ein großes Grundstück treiben die Kosten stärker als die Wahl der Pflanzen.** Achte bei Angeboten besonders auf diese Punkte: - Die Länge und Breite der Zufahrt und der Unterbau, der unter dem Pflaster nötig ist - Ob Erdarbeiten, Abfuhr von Aushub und Oberboden enthalten sind - Die Zaunlänge in laufenden Metern, Höhe und Toranlage - Entwässerung der befestigten Flächen, damit kein Regenwasser zum Haus läuft - Ob Rasen als Saat oder Rollrasen angeboten wird Hat dein Grundstück ein Gefälle oder ist der Boden schwierig, lohnt ein Blick in das [Bodengutachten](https://baukostenplan.de/ratgeber/bodengutachten-kosten). Es zeigt auch, wie gut Regenwasser versickern kann. Wie viel das Grundstück selbst kostet, siehst du über die [Bodenrichtwerte](https://baukostenplan.de/bodenrichtwerte). ## Kannst du bei den Außenanlagen sparen? **Ja, hier ist Eigenleistung leichter möglich als beim Haus. Du kannst zuerst Zufahrt und Wege anlegen und Garten und Zaun später nachholen. Plane die Kosten trotzdem von Anfang an ein.** Was gleich beim Bau fertig sein sollte, sind Leitungen im Boden und der Unterbau der Zufahrt. Wer später aufgräbt, zahlt doppelt. Rasen, Hecken und Terrassenbelag kannst du dagegen gut in Etappen anlegen. Packen Freunde mit an, sind sie als private Bauhelfer gesetzlich unfallversichert. Brauchen die Arbeiten mehr als eine tarifliche Arbeitswoche, ist die BG BAU zuständig, und du musst das Vorhaben dort melden. Der Beitrag richtet sich nach den Helferstunden. Prüfe außerdem, ob die Außenanlagen in deiner Finanzierung enthalten sind. Steht im Angebot deines Hausanbieters nichts dazu, fehlt der Posten, und die Lücke fällt oft erst kurz vor dem Einzug auf. Deine eigenen Gesamtkosten inklusive Außenanlagen berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Durchschnittswerte für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) nach Bundesland findest du ebenfalls bei uns. ## FAQ: Außenanlagen Kosten **Was kosten Außenanlagen beim Hausbau?** Im Musterhaus von baukostenplan.de mit 140 m² sind es 38.565 Euro brutto einschließlich Garage, knapp 9 Prozent der Gesamtkosten. Dein Wert hängt von Grundstücksgröße, Zufahrt, Zaun und Gelände ab. **Zu welcher Kostengruppe gehören die Außenanlagen?** Nach DIN 276 zur Kostengruppe 500. Dazu zählen Geländeflächen, befestigte Flächen, Zäune und Mauern, Leitungen auf dem Grundstück, Einbauten, Wasserflächen sowie Pflanz- und Saatflächen. **Wie stark sind die Preise für Außenanlagen gestiegen?** Laut Statistischem Bundesamt lag der Baupreisindex für Außenanlagen von Wohngebäuden im Mai 2026 bei 143,8 Punkten (2021 = 100). Das sind 43,8 Prozent mehr als 2021 und 5,3 Prozent mehr als im Durchschnitt 2025. **Gibt es amtliche Preise pro Quadratmeter für Pflaster oder Rasen?** Nein. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht nur Preisindizes, also die Entwicklung, keine Euro-Beträge. Für deinen Garten brauchst du ein Angebot mit Mengen und Einzelpreisen. **Ist die Garage Teil der Außenanlagen?** Im Musterhaus von baukostenplan.de ja, dort ist die Garage im Posten Außenanlagen enthalten. Plant dein Anbieter sie als eigenes Bauwerk, steht sie an anderer Stelle. Prüfe beim Vergleich, wo sie in deinem Angebot steht. **Kann ich die Außenanlagen später bauen?** Teilweise. Leitungen im Boden und den Unterbau der Zufahrt solltest du gleich mit dem Haus herstellen lassen. Garten, Zaun und Terrassenbelag lassen sich gut später anlegen. Quellen: - Statistisches Bundesamt, GENESIS-Online 61261-0007: Baupreisindizes Außenanlagen (Jahre): https://genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/61261/table/61261-0007 - Statistisches Bundesamt, GENESIS-Online 61261-0008: Baupreisindizes Außenanlagen (Quartale): https://genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/61261/table/61261-0008 - Statistisches Bundesamt: Preisindizes für Bauwerke, Wohngebäude und Nichtwohngebäude: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Preise/bpr110.html - RBBau Muster 6: Kosten nach DIN 276 (Gliederung Kostengruppe 500), Onlinefassung Stand 10.05.2021: https://www.mf.niedersachsen.de/download/94483 --- # Wie viel Haus kann ich mir leisten? Rechenweg von der Monatsrate zum Budget URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/wie-viel-haus-kann-ich-mir-leisten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wie viel Haus du dir leisten kannst, ergibt sich aus der Monatsrate, die du dauerhaft tragen kannst, dem aktuellen Bauzins und deinem Eigenkapital. Bei einem Effektivzins von 4,04 Prozent, den die Bundesbank für August 2026 bei Wohnungsbaukrediten mit über zehn Jahren Zinsbindung meldet, trägt eine Rate von 2.000 Euro rechnerisch rund 420.000 Euro Darlehen über 30 Jahre. Dazu kommt dein Eigenkapital, abzüglich der Kaufnebenkosten für das Grundstück. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinssätze laut Deutscher Bundesbank, MFI-Zinsstatistik, Berichtsmonat August 2026 (vorläufiger Wert).* ## Wie rechnest du aus, wie viel Haus du dir leisten kannst? **Rechne rückwärts: Erst legst du die Monatsrate fest, die neben allen anderen Ausgaben sicher bleibt. Daraus ergibt sich mit Zins und Laufzeit die Darlehenssumme. Plus Eigenkapital, minus Nebenkosten, ergibt dein Budget für Grundstück und Haus.** Der Rechenweg in vier Schritten: 1. **Rate festlegen:** Nimm deine Haushaltsrechnung als Grundlage, nicht dein Wunschhaus. In die Rate gehört nur, was nach Lebenshaltung, Rücklagen, Versicherungen und späteren Hauskosten übrig bleibt. 2. **Darlehen berechnen:** Mit der Annuitätenformel (siehe unten) wird aus der Rate eine Darlehenssumme. 3. **Eigenkapital addieren:** Erspartes, das du einsetzen kannst, ohne deine Notreserve aufzulösen. 4. **Nebenkosten abziehen:** Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch für das Grundstück planst du am sichersten aus Eigenmitteln ein. Eine verbreitete Faustregel besagt, die Rate solle einen bestimmten Anteil des Nettoeinkommens nicht übersteigen. Solche Regeln ersetzen keine Haushaltsrechnung, weil Kinder, Auto und Pendelstrecke von Familie zu Familie sehr verschieden sind. ## Welcher Bauzins gilt aktuell? **Laut Bundesbank lag der durchschnittliche Effektivzins für neue Wohnungsbaukredite an private Haushalte im August 2026 bei 4,01 Prozent. Bei einer anfänglichen Zinsbindung von über zehn Jahren waren es 4,04 Prozent.** | Berichtsmonat | Wohnungsbaukredite insgesamt | Zinsbindung über 10 Jahre | |---|---|---| | Juni 2026 | 3,95 % | 3,98 % | | Juli 2026 | 3,94 % | 3,92 % | | August 2026 (vorläufig) | 4,01 % | 4,04 % | *Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik, Effektivzinssätze im Neugeschäft. Volumengewichtete Durchschnitte über alle neu abgeschlossenen Kredite, ohne Kosten etwa für Bearbeitung oder Kreditversicherungen.* Wichtig: Das sind Durchschnittswerte. Dein persönlicher Zins hängt von Eigenkapitalanteil, Bonität, Zinsbindung und Bank ab und kann darüber oder darunter liegen. Wie du Angebote vergleichst, steht im Ratgeber [Baufinanzierung](https://baukostenplan.de/ratgeber/baufinanzierung). ## Wie viel Darlehen trägt welche Monatsrate? **Bei 4,04 Prozent Effektivzins trägt eine Rate von 1.500 Euro über 30 Jahre rund 315.000 Euro Darlehen, eine Rate von 2.500 Euro rund 526.000 Euro. Bei 25 Jahren Laufzeit fällt die Summe jeweils kleiner aus.** | Monatsrate | Darlehen bei 25 Jahren | Darlehen bei 30 Jahren | |---|---|---| | 1.000 € | 190.100 € | 210.300 € | | 1.500 € | 285.200 € | 315.400 € | | 2.000 € | 380.200 € | 420.600 € | | 2.500 € | 475.300 € | 525.700 € | | 3.000 € | 570.300 € | 630.900 € | *Eigene Rechnung mit der Annuitätenformel: Darlehen = Rate x (1 minus (1 + i) hoch minus n) geteilt durch i. Dabei ist i der Monatszins, abgeleitet aus 4,04 Prozent effektiv pro Jahr ((1,0404 hoch 1/12) minus 1 = 0,3306 Prozent), und n die Zahl der Monatsraten (300 oder 360). Gerundet auf 100 Euro. Annahme: gleicher Zins über die gesamte Laufzeit und vollständige Tilgung am Ende.* Diese Annahme ist der Haken. Ist deine Zinsbindung kürzer als die Laufzeit und läuft sie zum Beispiel nach zehn oder fünfzehn Jahren aus, wird die Restschuld zum dann gültigen Zins weiterfinanziert. Steigt er, steigt deine Rate oder die Laufzeit. Rechne deshalb zur Probe auch mit einem Zins, der einen Prozentpunkt höher liegt. Wie teuer das Darlehen insgesamt wird, zeigt ein Beispiel aus der Tabelle: Bei 2.000 Euro Rate und 30 Jahren zahlst du 720.000 Euro zurück, davon rund 299.400 Euro Zinsen (eigene Rechnung: 360 x 2.000 Euro minus 420.593 Euro Darlehen). ## Welche Kaufnebenkosten musst du vom Budget abziehen? **Vor allem die Grunderwerbsteuer auf das Grundstück, dazu Notar und Grundbuch. Der Steuersatz liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 Prozent, dem Satz im Grunderwerbsteuergesetz, und höheren Landessätzen wie 6,5 Prozent in Brandenburg.** Das Grunderwerbsteuergesetz setzt in § 11 einen Satz von 3,5 Prozent fest. Nach Artikel 105 Grundgesetz dürfen die Länder ihren Satz aber selbst bestimmen. Brandenburg zum Beispiel verlangt seit Juli 2015 laut Landesgesetz 6,5 Prozent. Welcher Satz in deinem Land gilt, steht im Ratgeber [Grunderwerbsteuer](https://baukostenplan.de/ratgeber/grunderwerbsteuer-2026-bundeslaender-steuersaetze-tipps). Notar und Grundbuchamt rechnen nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) ab. Die Gebühren hängen vom Kaufpreis ab und fallen für Beurkundung, Vollzug, Eintragung des Eigentums und der Grundschuld an. Lass dir vom Notar vorab eine Kostenschätzung geben. Was das Grundstück wert ist, kannst du mit den [Bodenrichtwerten](https://baukostenplan.de/bodenrichtwerte) deiner Gemeinde einordnen. Worauf du beim Kauf achten musst, steht im Ratgeber [Grundstück kaufen](https://baukostenplan.de/ratgeber/grundstueck-kaufen). ## Was heißt das für das Musterhaus mit 140 m²? **Mit 2.000 Euro Rate, 30 Jahren Laufzeit und 100.000 Euro Eigenkapital stehen rund 520.600 Euro zur Verfügung. Nach den Baukosten des Musterhauses bleiben davon rund 80.600 Euro für Grundstück, Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch.** | Posten | Betrag | |---|---| | Darlehen aus 2.000 € Rate, 30 Jahre, 4,04 % | 420.593 € | | Eigenkapital (Annahme) | 100.000 € | | Budget gesamt | 520.593 € | | Baukosten Musterhaus (KG 200 bis 700) | 440.013 € | | Rest für Grundstück und Kaufnebenkosten | 80.580 € | | Grundstück maximal bei 3,5 % Grunderwerbsteuer | rund 77.850 € | | Grundstück maximal bei 6,5 % Grunderwerbsteuer | rund 75.660 € | *Eigene Rechnung. Die Baukosten des Musterhauses (140 m², Bundesdurchschnitt) stammen aus dem Ratgeber [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten), brutto mit 19 % Umsatzsteuer. Grundstück maximal = Rest geteilt durch (1 + Steuersatz). Notar und Grundbuch sind darin noch nicht abgezogen, das Grundstück muss also etwas günstiger sein.* Das Beispiel zeigt, wie eng es werden kann. Wo die Bodenpreise hoch sind, wird der Rest schnell zu knapp. Dann musst du an der Rate, am Eigenkapital oder am Haus selbst drehen, etwa an der Wohnfläche oder am Keller. ## Wie viel Eigenkapital solltest du einbringen? **Mindestens so viel, dass du die Kaufnebenkosten und einen Puffer für Unvorhergesehenes selbst zahlen kannst. Jeder Euro Eigenkapital senkt die Darlehenssumme und damit die Zinsen, die du über die Laufzeit zahlst.** Rechne dein Eigenkapital ehrlich. Eine Rücklage für Notfälle gehört nicht dazu, sie muss nach dem Einzug noch da sein. Wie viel Eigenkapital für welches Vorhaben sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber [Eigenkapital beim Hausbau](https://baukostenplan.de/ratgeber/eigenkapital-hausbau-2026-wieviel-brauche-ich). Die Baupreise für Wohngebäude lagen laut Statistischem Bundesamt im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Ein eigener Puffer, den du nicht schon für das Grundstück verplant hast, fängt solche Steigerungen auf. Die Baukosten für dein eigenes Haus, mit Wohnfläche, Bundesland und Ausstattung, rechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) aus. Durchschnittswerte für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) in deinem Bundesland helfen beim ersten Abgleich. ## FAQ: Wie viel Haus kann ich mir leisten? **Wie viel Kredit bekomme ich bei 2.000 Euro Monatsrate?** Bei 4,04 Prozent Effektivzins, dem Bundesbank-Durchschnitt für August 2026 bei über zehn Jahren Zinsbindung, trägt eine Rate von 2.000 Euro rechnerisch rund 420.600 Euro über 30 Jahre oder rund 380.200 Euro über 25 Jahre. Das ist eine eigene Rechnung mit gleichbleibendem Zins. **Wie hoch sind die Bauzinsen im Oktober 2026?** Die jüngsten Bundesbank-Zahlen gelten für August 2026: 4,01 Prozent effektiv für Wohnungsbaukredite insgesamt und 4,04 Prozent bei über zehn Jahren Zinsbindung, jeweils als vorläufiger Wert. Dein persönliches Angebot kann abweichen. **Wie berechne ich die Darlehenssumme aus der Rate?** Mit der Annuitätenformel: Darlehen = Rate x (1 minus (1 + i) hoch minus n) geteilt durch i. i ist der Monatszins als Dezimalzahl, n die Zahl der Monatsraten. Den Monatszins leitest du aus dem effektiven Jahreszins ab. **Gibt es eine feste Regel, wie hoch die Rate sein darf?** Es gibt verbreitete Faustregeln, die einen Anteil am Nettoeinkommen nennen. Eine feste Vorgabe ist das nicht. Entscheidend ist deine Haushaltsrechnung, in der auch Rücklagen und die laufenden Kosten des Hauses stehen. **Muss ich die Grunderwerbsteuer aus Eigenkapital zahlen?** Am sichersten planst du Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch aus Eigenmitteln ein. Frag deine Bank, ob sie Nebenkosten mitfinanziert und zu welchem Zins. Der Satz liegt laut Gesetz bei 3,5 Prozent, die Länder dürfen ihn anheben, Brandenburg verlangt zum Beispiel 6,5 Prozent. **Was passiert, wenn die Zinsbindung ausläuft?** Dann wird die Restschuld zum dann gültigen Zins neu finanziert. Liegt er höher, steigt die Rate. Rechne dein Budget deshalb zusätzlich mit einem Zins, der einen Prozentpunkt über dem heutigen liegt. Quellen: - Deutsche Bundesbank: Effektivzinssätze Wohnungsbaukredite an private Haushalte insgesamt, Neugeschäft (BBIM1.M.DE.B.A2C.A.R.A.2250.EUR.N): https://api.statistiken.bundesbank.de/rest/data/BBIM1/M.DE.B.A2C.A.R.A.2250.EUR.N?format=csv&lang=de&lastNObservations=6 - Deutsche Bundesbank: Effektivzinssätze Wohnungsbaukredite, anfängliche Zinsbindung über 10 Jahre (BBIM1.M.DE.B.A2C.P.R.A.2250.EUR.N): https://api.statistiken.bundesbank.de/rest/data/BBIM1/M.DE.B.A2C.P.R.A.2250.EUR.N?format=csv&lang=de&lastNObservations=6 - § 11 GrEStG: Steuersatz: https://www.gesetze-im-internet.de/grestg_1983/__11.html - Art. 105 GG: Gesetzgebungskompetenz Steuern: https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_105.html - Brandenburg: Gesetz zur Bestimmung des Steuersatzes bei der Grunderwerbsteuer: https://bravors.brandenburg.de/gesetze/mdf_2015 - Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 241 vom 10. Juli 2026, Baupreise für Wohngebäude: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html --- # Welche Versicherungen brauche ich als Bauherr? Pflicht, Bauhelfer und Kosten 2026 URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauversicherung-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Als Bauherr brauchst du in der Regel vier Absicherungen: eine Bauherrenhaftpflicht, eine Bauleistungsversicherung, eine Feuerrohbauversicherung als Vorstufe der Wohngebäudeversicherung und, sobald Freunde oder Verwandte mithelfen, die gesetzliche Unfallversicherung für Bauhelfer. Nur die Unfallversicherung ist gesetzlich geregelt: Bei der BG BAU kostet sie 2026 rund 1,21 Euro je Helferstunde, mindestens aber 100 Euro. Für die privaten Versicherungen gibt es keine amtlichen Preise, dort entscheiden Bausumme, Deckung und Selbstbeteiligung. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Beitragswerte laut BG BAU (Beitrag für private Bauvorhaben 2026), Rechtslage nach SGB VII, BGB und Baustellenverordnung.* ## Welche Versicherungen brauchst du als Bauherr wirklich? **Wichtig sind vier Bausteine: Haftpflicht für Schäden an Dritten, Bauleistungsversicherung für Schäden am Rohbau, Feuerrohbau für Brand und die Unfallversicherung für private Helfer. Pflicht im gesetzlichen Sinn ist nur die Anmeldung der Helfer bei der Unfallversicherung.** | Versicherung | Was sie abdeckt | Gesetzlich vorgeschrieben? | |---|---|---| | Bauherrenhaftpflicht | Schäden, die Dritte durch deine Baustelle erleiden | Nein, aber du haftest nach BGB | | Bauleistungsversicherung | Unvorhersehbare Schäden am entstehenden Bau | Nein | | Feuerrohbau / Wohngebäude | Brand, Blitz, Explosion am Rohbau und später am Haus | Nein | | Unfallversicherung Bauhelfer | Arbeitsunfälle privater Helfer | Ja, Versicherung kraft Gesetzes | Ob die Bank für das Darlehen einen bestimmten Versicherungsnachweis verlangt, steht in deinem Kreditvertrag. Frag das vor dem Baubeginn ab, damit der Schutz ab dem ersten Spatenstich steht. ## Warum ist die Bauherrenhaftpflicht so wichtig? **Weil du als Bauherr für Gefahren von deiner Baustelle haftest, auch wenn du Firmen beauftragt hast. Stürzt ein Passant in eine offene Baugrube oder löst sich ein Bauteil, kann der Schaden schnell dein Erspartes übersteigen.** Grundlage ist die allgemeine Haftung nach § 823 BGB. Wer eine Gefahrenquelle schafft, muss andere davor schützen. Für Gebäude gibt es zusätzlich § 836 BGB: Stürzt ein Gebäude ein oder lösen sich Teile davon, haftet der Besitzer des Grundstücks, wenn das an fehlerhafter Errichtung liegt. Auch die Baustellenverordnung nimmt dich in die Pflicht. Arbeiten Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber auf deiner Baustelle, musst du einen geeigneten Koordinator bestellen oder die Aufgabe selbst übernehmen. Ab einer gewissen Größe kommt eine Vorankündigung an die Behörde hinzu, spätestens zwei Wochen vor Einrichtung der Baustelle. Beauftragst du einen Koordinator, bleibst du laut § 3 BaustellV trotzdem verantwortlich. Was du beim Angebot vergleichen solltest: - Deckungssumme für Personen- und Sachschäden - Ob Eigenleistungen am Bau mitversichert sind - Laufzeit bis zur Fertigstellung und ob sie sich verlängern lässt - Ob deine Privathaftpflicht ein Bauvorhaben bis zu einer bestimmten Bausumme bereits einschließt ## Was bringt eine Bauleistungsversicherung? **Sie zahlt bei unvorhersehbaren Schäden am Bau selbst, etwa durch Sturm, Starkregen, Vandalismus oder Konstruktionsfehler. Ohne sie streiten Bauherr und Firmen oft darüber, wer den Schaden trägt.** Nach § 644 BGB trägt der Unternehmer die Gefahr bis zur Abnahme seines Werks. Das klingt nach Sicherheit, hilft dir aber nur, solange klar ist, welches Gewerk betroffen ist und die Firma zahlungsfähig bleibt. Wird der Rohbau durch Unwetter beschädigt und der Zeitplan kippt, verlierst du Zeit und zahlst womöglich doppelt Bereitstellungszinsen. Die Prämie richtet sich nach der versicherten Bausumme. Beim [Musterhaus](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten) mit 140 m² wären das die Kosten für Baukonstruktion und Technik, also 212.008 Euro plus 88.025 Euro. Achte im Angebot auf die Selbstbeteiligung, auf Diebstahl fest eingebauter Teile und darauf, ob Eigenleistungen eingeschlossen sind. ## Ab wann brauchst du die Feuerrohbauversicherung? **Ab Baubeginn. Schließt du sie zusammen mit der späteren Wohngebäudeversicherung ab, geht der Schutz ohne Lücke vom Rohbau in das fertige Haus über.** Frag beim Angebot nach, ob die Rohbauphase beitragsfrei mitläuft, wenn du die Wohngebäudeversicherung gleich mit abschließt. Prüfe außerdem, ob deine Bauleistungsversicherung Brand einschließt. Ist das nicht der Fall, schließt erst die Feuerrohbauversicherung diese Lücke. Kläre beim Abschluss auch, wie lange die Rohbauphase kostenlos bleibt, ob Elementarschäden wie Überschwemmung oder Erdrutsch eingeschlossen sind und zu welchem Wert das fertige Haus versichert wird. Ist die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt, kürzt der Versicherer im Schadensfall. ## Müssen private Bauhelfer angemeldet werden? **Ja. Wer dir am Bau hilft, ist kraft Gesetzes unfallversichert, auch ohne Bezahlung. Du musst das Bauvorhaben innerhalb einer Woche nach Beginn der Arbeiten bei der BG BAU melden, wenn die Helferstunden über der tariflichen Wochenarbeitszeit liegen.** Rechtsgrundlage ist § 2 Abs. 2 SGB VII: Versichert sind auch Personen, die wie Beschäftigte tätig werden. Wer zuständig ist, regelt § 129 Abs. 1 Nr. 3 SGB VII. Für kurze Eigenbauarbeiten, die nicht mehr als die im Bauhauptgewerbe geltende tarifliche Wochenarbeitszeit brauchen, ist die Unfallkasse deines Landes zuständig. Die BG BAU nennt dafür derzeit 40 Stunden. Darüber hinaus ist die BG BAU zuständig. Mehrere Arbeiten am selben Bauvorhaben werden zusammengezählt. Was du wissen musst: - Melden musst du laut BG BAU innerhalb einer Woche nach Beginn der Bauarbeiten. Anzugeben sind Bauherr, Adresse des Bauvorhabens, Bauzeit, Helferstunden und die beauftragten Firmen. - Die Meldepflicht gilt laut BG BAU unabhängig davon, ob die Helfer Geld bekommen. - Nicht erfasst ist laut BG BAU, wer mit dir in Ehe oder Lebenspartnerschaft lebt. - Du selbst bist nicht versichert, kannst dich aber freiwillig versichern (§ 6 SGB VII). Den Jahresbeitrag dafür gibt die BG BAU für 2026 mit 2.875,95 Euro an. - Nach § 192 SGB VII musst du der Unfallversicherung auf Anfrage sagen, welche Eigenbauarbeiten laufen und welche Firmen beauftragt sind. Ein Bautagebuch, in dem du die Stunden jedes Helfers notierst, erleichtert die Abrechnung. Die BG BAU stellt dafür eine Vorlage bereit. ## Was kostet die Unfallversicherung für Bauhelfer? **Die BG BAU rechnet 2026 mit einem fiktiven Stundenlohn von 15,82 Euro und einem Beitragssatz von 7,6692 Prozent. Pro Helferstunde sind das rund 1,21 Euro, der Mindestbeitrag liegt bei 100 Euro.** | Helferstunden gesamt | Beitrag BG BAU 2026 | |---|---| | 100 Stunden | 121,33 € | | 200 Stunden | 242,65 € | | 500 Stunden | 606,63 € | | 1.000 Stunden | 1.213,27 € | *Eigene Rechnung nach der Formel der BG BAU: Stunden x 15,82 Euro x 7,6692 %. Der Wert für 200 Stunden entspricht dem Rechenbeispiel der BG BAU. Gilt nur, wenn die BG BAU zuständig ist; der Mindestbeitrag von 100 Euro greift bei sehr wenigen Stunden.* Gemessen an den Baukosten ist das ein kleiner Betrag. Teurer wird es, wenn ein Helfer verunglückt und das Vorhaben nicht gemeldet war. Dann drohen Nachforderungen, und bei Verstößen gegen Unfallverhütungsvorschriften nennt die BG BAU Bußgelder bis 10.000 Euro. ## Wie planst du die Versicherungen im Budget ein? **Lege die Versicherungen vor Baubeginn fest und rechne sie bei den Baunebenkosten ein. Für die privaten Policen holst du mindestens zwei Angebote mit gleicher Bausumme und Selbstbeteiligung ein, sonst kannst du sie nicht vergleichen.** Im Musterhaus von baukostenplan.de stecken in der Kostengruppe 700 nach [DIN 276](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung) 67.120 Euro Baunebenkosten. Versicherungen sind dort ein Posten neben Architekt, Statik und Genehmigung. Wie sich die Nebenkosten zusammensetzen, zeigt der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). Deine eigene Bausumme, die du dem Versicherer nennen musst, berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Durchschnittswerte für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) nach Bundesland findest du ebenfalls bei uns. Wer noch ohne Genehmigung plant, findet den Ablauf im Ratgeber [Baugenehmigung](https://baukostenplan.de/ratgeber/baugenehmigung). ## FAQ: Versicherungen für Bauherren **Welche Versicherung ist für Bauherren Pflicht?** Gesetzlich vorgeschrieben ist nur der Unfallschutz für private Bauhelfer nach dem SGB VII. Er entsteht kraft Gesetzes, du musst das Bauvorhaben aber bei der BG BAU melden, wenn mehr als die tarifliche Wochenarbeitszeit an Helferstunden anfällt. Haftpflicht, Bauleistung und Feuerrohbau sind freiwillig, aber dringend zu empfehlen. **Was kostet die Bauhelferversicherung bei der BG BAU 2026?** Der Beitrag ergibt sich aus Helferstunden x 15,82 Euro x 7,6692 Prozent, also rund 1,21 Euro pro Stunde. Für 200 Stunden sind das 242,65 Euro. Der Mindestbeitrag beträgt 100 Euro. **Bin ich als Bauherr selbst gesetzlich unfallversichert?** Nein. Du kannst dich bei der BG BAU freiwillig versichern. Den Jahresbeitrag dafür nennt die BG BAU für 2026 mit 2.875,95 Euro. **Muss ich meinen Ehepartner als Bauhelfer anmelden?** Laut BG BAU nicht. Wer mit dem Bauherrn in Ehe oder Lebenspartnerschaft lebt, fällt nicht unter den Versicherungsschutz für private Bauhelfer. Verwandte, Freunde und Bekannte dagegen schon. **Was kostet eine Bauherrenhaftpflicht?** Dafür gibt es keine amtlichen Preise. Die Prämie hängt von der Bausumme, der Deckungssumme, der Selbstbeteiligung und dem Umfang deiner Eigenleistung ab. Vergleiche deshalb Angebote mit identischen Eckdaten. **Reicht meine Privathaftpflicht für den Hausbau?** Manche Privathaftpflicht-Tarife schließen Bauvorhaben bis zu einer bestimmten Bausumme ein. Liegt dein Haus darüber oder ist der Bau gar nicht erwähnt, brauchst du eine eigene Bauherrenhaftpflicht. Lass dir den Einschluss schriftlich bestätigen. Quellen: - BG BAU: Beitrag für private Bauvorhaben (2026): https://www.bgbau.de/themen/mitgliedschaft-und-beitrag/beitrag-fuer-private-bauvorhaben - BG BAU: Informationen für neue Bauherrinnen und Bauherren: https://www.bgbau.de/themen/mitgliedschaft-und-beitrag/pflichtversicherung-fuer-private-bauvorhaben/informationen-fuer-neue-bauherrinnen-und-bauherren - BG BAU: Nicht gewerbsmäßige Bauarbeiten: https://www.bgbau.de/service/haeufig-nachgefragt/unfallversicherung-a-z/nicht-gewerbsmaessige-bauarbeiten - § 2 SGB VII: Versicherung kraft Gesetzes: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__2.html - § 6 SGB VII: Freiwillige Versicherung: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__6.html - § 129 SGB VII: Zuständigkeit der Unfallversicherungsträger im Landesbereich: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__129.html - § 192 SGB VII: Mitteilungs- und Auskunftspflichten: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__192.html - § 823 BGB: Schadensersatzpflicht: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__823.html - § 836 BGB: Haftung des Grundstücksbesitzers: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__836.html - § 644 BGB: Gefahrtragung: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__644.html - Baustellenverordnung (BaustellV): https://www.gesetze-im-internet.de/baustellv/BJNR128300998.html --- # Vermesser Kosten 2026: Lageplan, Absteckung und Gebäudeeinmessung URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/vermesser-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Der Vermesser kostet beim Bau eines Einfamilienhauses je nach Bundesland und Grundstück meist einige tausend Euro, verteilt auf Lageplan, Absteckung und Gebäudeeinmessung. In Nordrhein-Westfalen kommen nach der amtlichen Kostenordnung für amtlichen Lageplan und Gebäudeeinmessung in unserem Beispiel rund 3.400 Euro netto zusammen, in Bayern kostet die Gebäudeeinmessung für ein typisches Haus 797,69 oder 1.235,85 Euro inklusive Umsatzsteuer. Jedes Land hat eigene Gebührenregeln, deshalb lassen sich die Zahlen nicht einfach übertragen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Gebühren laut Vermessungs- und Wertermittlungskostenordnung NRW (Fassung ab 1. Januar 2026) und Gebührenordnung für die Vermessungsämter Bayern (Fassung ab 1. Juli 2026).* ## Welche Vermessungen brauchst du beim Hausbau? **In der Regel drei: einen Lageplan für den Bauantrag, die Absteckung des Hauses vor dem Aushub und die Gebäudeeinmessung nach dem Bau. Nur die erste und die letzte sind in vielen Ländern amtlich geregelt.** 1. **Lageplan:** Er zeigt das Grundstück, die Grenzen, die Nachbarbebauung und dein geplantes Haus. Er ist Teil der Bauvorlagen. 2. **Absteckung:** Der Vermesser überträgt die Ecken des Hauses und die Höhe vom Plan auf das Grundstück, damit der Bagger an der richtigen Stelle gräbt. 3. **Gebäudeeinmessung:** Nach dem Bau wird das Haus vermessen und ins Liegenschaftskataster übernommen. Wer welche Leistung erbringen darf und was sie kostet, regelt jedes Bundesland selbst. Die folgenden Beispiele zeigen zwei große Länder mit ihren aktuellen Gebührenvorschriften. ## Was kostet die Gebäudeeinmessung? **In NRW kostet sie für ein typisches Einfamilienhaus 1.160 Euro netto, mit 19 % Umsatzsteuer 1.380,40 Euro. In Bayern sind es je nach Baukosten 710 oder 1.100 Euro Gebühr, mit Umsatzsteuer 797,69 oder 1.235,85 Euro.** | Bundesland | Grundlage der Gebühr | Typisches Einfamilienhaus | |---|---|---| | Nordrhein-Westfalen | Grundaufwandspauschale 380 € plus Gebühr nach Normalherstellungskosten (Tarifstellen 1.2 und 1.4.1) | 380 € + 780 € = 1.160 € netto | | Bayern | Gebühr je Flurstück nach Baukosten (§ 6 GebOVerm) | 710 € bei 125.000 bis 300.000 € Baukosten, 1.100 € bei 300.000 bis 500.000 € | **NRW:** Die Gebühr hängt nicht von deinen echten Baukosten ab, sondern von pauschalen Normalherstellungskosten. Die Kostenordnung schreibt vor, die Brutto-Grundfläche mit dem Kennwert der Standardstufe 4 aus Anlage 4 der Immobilienwertermittlungsverordnung zu multiplizieren. Für ein freistehendes Einfamilienhaus mit Erd- und Obergeschoss, ohne Keller und mit Flachdach sind das 1.205 Euro je m². Bei angenommenen 180 m² Brutto-Grundfläche ergeben sich 216.900 Euro. Das fällt in die Stufe über 100.000 bis 350.000 Euro mit dem 3-fachen von 260 Euro, also 780 Euro. *Eigene Rechnung: 180 m² × 1.205 €/m² = 216.900 €; Gebühr 3 × 260 € = 780 € plus Grundaufwandspauschale 380 €. Die 180 m² sind eine Annahme für ein Haus mit rund 140 m² Wohnfläche.* Die Stufe bis 350.000 Euro hält bei diesem Haustyp bis etwa 290 m² Brutto-Grundfläche. Die Umsatzsteuer kommt nach § 2 Abs. 2 der Kostenordnung dazu, soweit die Amtshandlung umsatzsteuerpflichtig ist. **Bayern:** Hier misst das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung das Haus von sich aus ein, ein Antrag ist laut Landesamt nicht nötig. Grundlage sind die Baukosten aus dem Baugenehmigungsverfahren, und zwar einschließlich Umsatzsteuer. Das Musterhaus aus dem Ratgeber [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten) hat für Baukonstruktion und Technik 300.033 Euro brutto. Das liegt knapp über 300.000 Euro, also in der Stufe mit 1.100 Euro Gebühr. Wären die im Bauantrag angegebenen Baukosten etwas niedriger, wären es nur 710 Euro. Die Umsatzsteuer berechnet das Landesamt aus 65 % der Gebühr, daher die krummen Beträge. ## Was kostet der Lageplan für den Bauantrag? **In NRW kostet ein amtlicher Lageplan für ein Einfamilienhaus in unserem Beispiel rund 2.000 bis 2.900 Euro netto, je nach Bodenrichtwert. Muss der Vermesser Grenzpunkte untersuchen, kommen je Punkt 250 Euro mal Wertfaktor dazu. In Bayern kostet der Katasterauszug zur Bauvorlage beim Amt 48 Euro.** In NRW ist ein amtlicher Lageplan vom Katasteramt oder einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur nach § 3 Abs. 3 BauPrüfVO Pflicht, wenn du ihn beantragst oder wenn zum Beispiel die Grundstücksgrenzen nicht festgestellt sind, eine Baulast besteht oder eine Grenzüberbauung vorliegt. In allen anderen Fällen darf ihn auch der Entwurfsverfasser anfertigen. Die Gebühr setzt sich aus zwei Teilen zusammen: | Baustein | Rechenweg | Betrag | |---|---|---| | Basisgebühr (Tarifstelle 6.1.1) | 65 % von 1,7 × 900 € × Wertfaktor, bei 500 m² Fläche | 994,50 € bis 1.889,55 € | | Planart (Tarifstelle 6.2.1) | 125 % von 780 € | 975,00 € | | Summe netto | | 1.969,50 € bis 2.864,55 € | | Summe bei Wertfaktor 1,3, netto | | 2.267,85 € | | dasselbe mit 19 % Umsatzsteuer | | 2.698,74 € | *Eigene Rechnung für ein angenommenes Baugrundstück, bei dem 500 m² gebührenrelevant sind (Tarifstelle 6.1 setzt höchstens das Fünffache der überbauten Fläche an, hier 5 × 100 m²). Der Wertfaktor hängt nach § 2 Abs. 9 der Kostenordnung vom Bodenrichtwert ab: 1,0 bis 80 €/m², 1,3 bis 200 €/m², 1,6 bis 500 €/m², darüber 1,9.* Den Bodenrichtwert deines Grundstücks findest du über unsere Seite [Bodenrichtwerte](https://baukostenplan.de/bodenrichtwerte). Bis zu drei Mehrausfertigungen des Lageplans sind in NRW gebührenfrei. ## Was kostet die Absteckung? **Für die Absteckung gibt es in NRW und Bayern keine amtliche Gebühr, der Preis ist frei vereinbar. Als Orientierung nennt die HOAI für die Bauvermessung beim Musterhaus rund 1.300 bis 1.600 Euro netto für Absteckungsunterlagen und bauvorbereitende Vermessung.** Weder der Kostentarif in NRW noch die bayerische Gebührenordnung enthalten eine Position für die Absteckung. Die HOAI regelt in Anlage 1, Nummer 1.4.7, das Leistungsbild Bauvermessung. Die Absteckung der Hauptpunkte gehört dort zur Leistungsphase 3 (bauvorbereitende Vermessung, 16 %), die Absteckungsunterlagen zur Leistungsphase 2 (5 %). | Schritt | Wert | |---|---| | Anrechenbare Kosten nach § 33 HOAI (siehe [Architekt-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/architekt-kosten)) | 237.413 € | | Davon 80 % für Gebäude (Anlage 1, Nr. 1.4.5) | 189.930 € | | Honorar volle Bauvermessung, Zone I unten bis Zone II oben | 6.211 bis 7.663 € | | Davon Leistungsphasen 2 und 3 (21 %), netto | 1.304 bis 1.609 € | *Eigene Rechnung: lineare Interpolation der Honorartafel in Anlage 1, Nr. 1.4.8 Abs. 2 HOAI zwischen 150.000 und 200.000 €. Die Zonen I bis II sind eine Annahme für ein ebenes, gut zugängliches Grundstück. Ohne Umsatzsteuer.* Diese Werte sind nur Orientierung. Lass dir im Angebot zeigen, ob nur die Hauseckpunkte oder auch Schnurgerüst und Höhen abgesteckt werden. ## Warum ist das in jedem Bundesland anders? **Vermessung und Liegenschaftskataster sind Ländersache. Jedes Land hat eine eigene Gebührenordnung, eigene Bemessungsgrundlagen und eigene Regeln, wer welche Vermessung durchführen darf.** Die beiden Beispiele zeigen das deutlich. NRW rechnet die Gebäudeeinmessung über pauschale Normalherstellungskosten ab und verlangt eine Grundpauschale. Bayern nimmt die tatsächlichen Baukosten aus der Baugenehmigung und rechnet je Flurstück. Andere Länder, etwa Baden-Württemberg, haben wieder eigene Vorschriften. Frag deshalb beim Katasteramt deines Kreises oder bei einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur nach den Gebühren, die für dein Grundstück gelten. Was der Hausbau insgesamt in deinem Land kostet, siehst du zum Beispiel unter [Baukosten in NRW](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) oder [Baukosten in Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Wie passen die Vermessungskosten ins Budget? **Sie gehören zu den Baunebenkosten in Kostengruppe 700. Beim Musterhaus mit rund 440.000 Euro Gesamtkosten machen Lageplan und Gebäudeeinmessung in NRW etwa 0,9 % aus.** *Eigene Rechnung: 2.698,74 € + 1.380,40 € = 4.079,14 € brutto, geteilt durch 440.013 €.* Weitere Planungskosten, etwa für den [Statiker](https://baukostenplan.de/ratgeber/statiker-kosten), stehen in eigenen Ratgebern. Den Überblick über alle Nebenkosten gibt der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). Deine eigenen Baukosten rechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) aus. ## FAQ: Vermesser Kosten **Was kostet ein Vermesser beim Hausbau?** Das hängt vom Bundesland ab. In NRW kosten amtlicher Lageplan und Gebäudeeinmessung für ein typisches Einfamilienhaus zusammen rund 3.400 Euro netto, in Bayern liegt allein die Gebäudeeinmessung bei 797,69 oder 1.235,85 Euro inklusive Umsatzsteuer. Die Absteckung kommt jeweils dazu. **Was kostet eine Gebäudeeinmessung in NRW?** Für ein typisches Einfamilienhaus 380 Euro Grundaufwandspauschale plus 780 Euro nach Normalherstellungskosten, zusammen 1.160 Euro netto. Mit 19 % Umsatzsteuer sind das 1.380,40 Euro. **Was kostet eine Gebäudeeinmessung in Bayern?** Bei Baukosten über 125.000 bis 300.000 Euro beträgt die Gebühr 710 Euro, über 300.000 bis 500.000 Euro 1.100 Euro. Inklusive Umsatzsteuer zahlst du 797,69 oder 1.235,85 Euro. **Ist die Gebäudeeinmessung Pflicht?** In NRW und Bayern ja, neue Gebäude müssen ins Liegenschaftskataster. In Bayern misst das Amt von sich aus ein, in NRW gilt eine Gebäudeeinmessungspflicht, für die die Kostenordnung eigene Gebühren vorsieht. **Wann brauche ich einen amtlichen Lageplan?** In NRW nach § 3 Abs. 3 BauPrüfVO zum Beispiel dann, wenn die Grundstücksgrenzen nicht festgestellt sind, eine Baulast besteht oder ein Überbau vorliegt. Sonst darf auch der Entwurfsverfasser den Lageplan erstellen. **Wer zahlt die Vermessung?** Der Bauherr. In Bayern erhält laut Landesamt derjenige den Kostenbescheid, der beim Abschluss der Arbeiten Eigentümer des Gebäudes ist. Quellen: - Vermessungs- und Wertermittlungskostenordnung NRW (VermWertKostO NRW), Fassung ab 1.1.2026: https://recht.nrw.de/lrgv/rechtsverordnung/01012026-vermessungs-und-wertermittlungskostenordnung-vermwertkosto-nrw/ - Kostentarif (VermWertKostT) NRW, Anlage zur VermWertKostO NRW: https://recht.nrw.de/system/files/2026-01/sgv_7134_20191212_1_anlage-1.pdf - Verordnung über bautechnische Prüfungen NRW (BauPrüfVO), § 3 Lageplan: https://recht.nrw.de/system/files/pdf/state-law-and-regulations/2004/07/12/51f7e2/2024-11-26-verordnung-ueber-bautechnische-pruefung.pdf - ImmoWertV Anlage 4: Normalherstellungskosten 2010: https://www.gesetze-im-internet.de/immowertv_2022/anlage_4.html - Gebührenordnung für die Vermessungsämter Bayern (GebOVerm): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayGebOVerm/true - Bayerisches Kostenverzeichnis, Tarif-Nr. 2.I.1 (Baukosten einschließlich Umsatzsteuer): https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayKVzKG/true - Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern: Faltblatt Gebäudeeinmessung: https://www.ldbv.bayern.de/mam/ldbv/dateien/faltblatt_gebaeudeeinmessung_pv.pdf - HOAI Anlage 1, Nr. 1.4 Ingenieurvermessung (Bauvermessung): https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/anlage_1.html - § 33 HOAI: Besondere Grundlagen des Honorars: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__33.html --- # Statiker Kosten 2026: Was die Tragwerksplanung beim Hausbau kostet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/statiker-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Ein Statiker kostet für die Tragwerksplanung eines Einfamilienhauses nach den Orientierungswerten der HOAI meist rund 10.300 bis 16.400 Euro netto, also etwa 12.300 bis 19.500 Euro brutto. Das gilt für ein Haus mit rund 300.000 Euro Baukosten wie unser Musterhaus und für alle sechs Leistungsphasen der Tragwerksplanung. Wie viel es bei dir wird, hängt vor allem von der Bauweise und vom Baugrund ab. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Honorarwerte laut HOAI § 52 (Honorartafel Tragwerksplanung), Leistungsphasen nach § 51, anrechenbare Kosten nach § 50.* ## Was kostet ein Statiker für ein Einfamilienhaus? **Für das Musterhaus mit 140 m² ergibt die Honorartafel der HOAI in den Honorarzonen II und III rund 10.300 bis 16.400 Euro netto. Mit 19 % Umsatzsteuer sind das etwa 12.300 bis 19.500 Euro.** Die Honorare für Tragwerksplanung stehen in § 52 HOAI. Seit 2021 sind sie für neue Verträge keine Pflichtpreise mehr, die HOAI nennt sie Orientierungswerte. Viele Ingenieurbüros kalkulieren trotzdem danach. Anders als beim Architekten zählen die Baukosten beim Statiker nur zum Teil. Nach § 50 Abs. 1 HOAI sind bei Gebäuden 55 % der Baukonstruktion und 10 % der Technischen Anlagen anrechenbar. Die Kosten aus dem Ratgeber [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten) enthalten Umsatzsteuer, die nach § 4 HOAI nicht anrechenbar ist. Deshalb rechnen wir zuerst auf netto um. | Schritt | Wert | |---|---| | Baukonstruktion (KG 300), brutto | 212.008 € | | Technische Anlagen (KG 400), brutto | 88.025 € | | 55 % von KG 300 netto (178.158 €) | 97.987 € | | 10 % von KG 400 netto (73.971 €) | 7.397 € | | Anrechenbare Kosten nach § 50 HOAI | 105.384 € | | Honorar Zone I, netto | 9.307 bis 10.342 € | | Honorar Zone II, netto | 10.342 bis 13.150 € | | Honorar Zone III, netto | 13.150 bis 16.400 € | *Eigene Rechnung: Nettowerte = Bruttowerte ÷ 1,19; lineare Interpolation nach § 13 HOAI zwischen 100.000 und 150.000 € der Honorartafel in § 52. Ohne Umsatzsteuer und ohne Nebenkosten.* ## Welche Honorarzone hat ein Einfamilienhaus? **Meist Zone II oder III. Ein einfaches Mauerwerkshaus mit durchgehenden Wänden und einfachen Decken liegt in Zone II. Abfangungen, große Spannweiten oder eine schwierige Gründung führen in Zone III oder höher.** Die HOAI stuft hier nach dem statisch-konstruktiven Schwierigkeitsgrad ein (§ 52 Abs. 2 und Anlage 14.2). Einige Beispiele aus der Objektliste: | Tragwerk | Honorarzone | |---|---| | Mauerwerksbau mit bis zur Gründung durchgehenden tragenden Wänden, ohne Nachweis horizontaler Aussteifung | II | | Flachgründung einfacher Art | II | | Decken mit einfachem Schwierigkeitsgrad, vorwiegend ruhende Lasten | II | | Abfangung tragender oder aussteifender Wände | III | | Flachgründung mit durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad | III | | Schwierige Flachgründung, besondere Gründungsverfahren | IV | Passen Merkmale aus mehreren Zonen, entscheidet nach § 52 Abs. 3 die Mehrzahl der Merkmale und ihre Bedeutung im Einzelfall. Ein offener Wohnbereich ohne Innenwände, bei dem Lasten über Unterzüge abgefangen werden, kann ein Haus also schnell in Zone III bringen. ## Was macht der Statiker in welcher Leistungsphase? **Die Tragwerksplanung hat sechs Leistungsphasen. Den größten Anteil haben die prüffähige Statik für die Genehmigung mit 30 % und die Ausführungsplanung mit Bewehrungsplänen mit 40 %.** Die Prozentsätze stehen in § 51 Abs. 1 HOAI. Die Euro-Beträge gelten für das Musterhaus in Zone II: | Leistungsphase | Anteil | Zone II unten | Zone II oben | |---|---|---|---| | 1 Grundlagenermittlung | 3 % | 310 € | 394 € | | 2 Vorplanung | 10 % | 1.034 € | 1.315 € | | 3 Entwurfsplanung | 15 % | 1.551 € | 1.972 € | | 4 Genehmigungsplanung | 30 % | 3.102 € | 3.945 € | | 5 Ausführungsplanung | 40 % | 4.137 € | 5.260 € | | 6 Vorbereitung der Vergabe | 2 % | 207 € | 263 € | *Eigene Rechnung: Honorar Zone II aus der Tabelle oben mal Prozentsatz nach § 51 Abs. 1 HOAI, netto, gerundet.* In Phase 4 entsteht die prüffähige statische Berechnung mit den Positionsplänen. Phase 5 liefert unter anderem Schal- und Bewehrungspläne. Für Phase 5 gibt es Abweichungen: Im Stahlbetonbau ohne Schalpläne und im einfachen Holzbau setzt § 51 Abs. 2 nur 30 % an, werden nur Schalpläne beauftragt, sind es nach Abs. 3 nur 20 %. ## Was kostet zusätzlich? **Nicht im Grundhonorar enthalten sind Besondere Leistungen wie die Kontrolle der Bewehrung auf der Baustelle, Brandschutznachweise oder Erdbebennachweise. Dazu kommen Nebenkosten und die Umsatzsteuer.** Die Leistungsphasen 7 und 8 sind in der Tragwerksplanung keine Grundleistungen. Die ingenieurtechnische Kontrolle der Ausführung des Tragwerks, also zum Beispiel die Abnahme der Bewehrung vor dem Betonieren, ist laut Anlage 14 eine Besondere Leistung. Sie muss also extra vereinbart und bezahlt werden. Weitere Beispiele aus Anlage 14 HOAI sind Nachweise zum konstruktiven Brandschutz, Nachweise der Erdbebensicherung und Vergleichsberechnungen für mehrere Lösungen. Nebenkosten wie Versand oder Fahrten rechnet das Büro nach § 14 HOAI zusätzlich ab, sofern ihr nichts anderes vereinbart habt. Ob die statische Berechnung zusätzlich von einem Prüfingenieur oder Prüfamt geprüft werden muss, regelt das Bauordnungsrecht deines Bundeslands. Die Gebühren dafür richten sich nach Landesrecht und sind nicht Teil des Statiker-Honorars. ## Warum ist der Baugrund für den Statiker so wichtig? **Der Statiker bemisst die Gründung nach den Kennwerten aus dem Bodengutachten. Ohne Gutachten muss er mit vorsichtigen Annahmen rechnen, und eine schwierige Gründung hebt die Honorarzone.** Laut Anlage 14 HOAI kann der Statiker in der Vorplanung einen Lastenplan als Grundlage für die Baugrundbeurteilung aufstellen. Umgekehrt braucht er für die Bemessung der Bodenplatte oder der Fundamente die Werte aus dem Gutachten. Was ein Bodengutachten kostet, steht im Ratgeber [Bodengutachten-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/bodengutachten-kosten). Ob sich ein Keller lohnt, hängt ebenfalls stark vom Boden ab, siehe [Keller oder Bodenplatte](https://baukostenplan.de/ratgeber/keller-oder-bodenplatte-kosten-2026). ## Wie passt der Statiker in die Gesamtkosten? **Beim Musterhaus mit rund 440.000 Euro Gesamtkosten macht die Tragwerksplanung in Zone II brutto etwa 2,8 bis 3,6 % aus. Sie gehört zu den Baunebenkosten in Kostengruppe 700.** *Eigene Rechnung: 12.307 € bzw. 15.648 € brutto geteilt durch 440.013 €.* Neben dem Statiker zählen auch Architekt, Vermesser und Gutachter zu den Baunebenkosten. Wie hoch das Architektenhonorar beim gleichen Haus ausfällt, steht im Ratgeber [Architekt-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/architekt-kosten), alle Posten im Überblick unter [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). Deine eigenen Baukosten nach Kostengruppen rechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) aus. Typische Werte für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) findest du nach Bundesland aufgeschlüsselt. ## FAQ: Statiker Kosten **Was kostet ein Statiker für ein Einfamilienhaus?** Nach den Orientierungswerten der HOAI meist rund 10.300 bis 16.400 Euro netto für alle sechs Leistungsphasen, bei rund 300.000 Euro Baukosten und Honorarzone II bis III. Mit Umsatzsteuer sind das etwa 12.300 bis 19.500 Euro. **Wie berechnet sich das Honorar des Statikers?** Aus den anrechenbaren Kosten (55 % der Baukonstruktion und 10 % der Technischen Anlagen, jeweils netto), der Honorarzone und den beauftragten Leistungsphasen. Zwischenwerte der Honorartafel werden linear interpoliert. **Sind die HOAI-Honorare für Statiker verbindlich?** Nein. Die Honorartafel in § 52 HOAI enthält Orientierungswerte. Ohne Vereinbarung in Textform gilt nach § 7 HOAI der Basishonorarsatz, also der untere Wert der Spanne. **Was kostet nur die Statik für den Bauantrag?** Die Leistungsphasen 1 bis 4 ergeben zusammen 58 % des Honorars. Beim Musterhaus in Zone II sind das rund 6.000 bis 7.600 Euro netto. **Ist die Bewehrungsabnahme im Honorar enthalten?** Nein. Die Kontrolle der Ausführung des Tragwerks auf der Baustelle ist nach Anlage 14 HOAI eine Besondere Leistung und wird gesondert vereinbart. **Brauche ich bei einem Fertighaus einen eigenen Statiker?** Das hängt vom Vertrag ab. Frag im Angebot des Herstellers ausdrücklich nach, ob die Tragwerksplanung inklusive Gründung enthalten ist und wer sie unterschreibt. Mehr zum Vergleich im Ratgeber [Fertighaus oder Massivhaus](https://baukostenplan.de/ratgeber/fertighaus-vs-massivhaus). Quellen: - § 52 HOAI: Honorare für Grundleistungen bei Tragwerksplanungen: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__52.html - § 51 HOAI: Leistungsbild Tragwerksplanung: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__51.html - § 50 HOAI: Besondere Grundlagen des Honorars: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__50.html - § 4 HOAI: Anrechenbare Kosten: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__4.html - § 7 HOAI: Honorarvereinbarung: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__7.html - § 13 HOAI: Interpolation: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__13.html - § 14 HOAI: Nebenkosten: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__14.html - HOAI Anlage 14: Leistungsbild und Objektliste Tragwerksplanung: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/anlage_14.html --- # Architekt Kosten 2026: Was ein Architekt beim Hausbau kostet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/architekt-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Ein Architekt kostet beim Bau eines Einfamilienhauses nach den Orientierungswerten der HOAI für alle neun Leistungsphasen rund 32.400 bis 45.500 Euro netto, also etwa 38.600 bis 54.100 Euro brutto. Das gilt für ein Haus mit rund 300.000 Euro Baukosten wie unser Musterhaus. Beauftragst du nur einen Teil der Leistungen, etwa bis zur Baugenehmigung, zahlst du nur den passenden Prozentsatz davon. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Honorarwerte laut HOAI § 35 (Honorartafel Gebäude), Leistungsphasen nach § 34, anrechenbare Kosten nach § 33 und § 4.* ## Was kostet ein Architekt für ein Einfamilienhaus? **Für das Musterhaus mit 140 m² ergibt die Honorartafel der HOAI rund 32.400 bis 45.500 Euro netto für die volle Leistung. Mit 19 % Umsatzsteuer sind das etwa 38.600 bis 54.100 Euro.** Die HOAI ist die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Ihre Honorartafeln sind für Verträge ab dem 1. Januar 2021 keine Pflichtpreise mehr (§ 57 Abs. 2 HOAI). § 2a HOAI nennt sie ausdrücklich Orientierungswerte. Trotzdem rechnen viele Büros ihre Angebote danach, deshalb eignen sie sich gut für die erste Planung deines Budgets. So kommt die Zahl zustande. Die Kosten aus dem Ratgeber [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten) enthalten Umsatzsteuer. Nach § 4 HOAI gehört die Umsatzsteuer aber nicht zu den anrechenbaren Kosten, deshalb rechnen wir zuerst auf netto um. | Schritt | Wert | |---|---| | Baukonstruktion (KG 300), brutto | 212.008 € | | Technische Anlagen (KG 400), brutto | 88.025 € | | KG 300 netto (÷ 1,19) | 178.158 € | | KG 400 netto (÷ 1,19) | 73.971 € | | KG 400 voll anrechenbar bis 25 % von KG 300 | 44.539 € | | Rest der KG 400 zur Hälfte (29.431 € ÷ 2) | 14.716 € | | Anrechenbare Kosten nach § 33 HOAI | 237.413 € | | Honorar Zone III, netto | 32.397 bis 40.405 € | | Honorar Zone IV, netto | 40.405 bis 45.501 € | *Eigene Rechnung: anrechenbare Kosten nach § 33 Abs. 1 und 2 HOAI (Technische Anlagen, die der Architekt nicht fachlich plant), lineare Interpolation nach § 13 HOAI zwischen 200.000 und 300.000 € der Honorartafel in § 35. Alle Honorarwerte ohne Umsatzsteuer und ohne Nebenkosten.* Einfamilienhäuser ordnet die Objektliste der HOAI (Anlage 10.2) in der Regel den Honorarzonen III oder IV zu. Ein schlichtes Haus mit einfachem Grundriss liegt eher in Zone III, eine aufwendige Architektenvilla eher in Zone IV. ## Wie verteilt sich das Honorar auf die Leistungsphasen? **Die HOAI teilt die Arbeit in neun Leistungsphasen mit festen Prozentsätzen. Die teuersten Phasen sind die Ausführungsplanung mit 25 % und die Bauüberwachung mit 32 %.** Die Prozentsätze stehen in § 34 Abs. 3 HOAI. Die Beträge in Euro beziehen sich auf das Musterhaus in Zone III, unten und oben in der Spanne: | Leistungsphase | Anteil | Zone III unten | Zone III oben | |---|---|---|---| | 1 Grundlagenermittlung | 2 % | 648 € | 808 € | | 2 Vorplanung | 7 % | 2.268 € | 2.828 € | | 3 Entwurfsplanung | 15 % | 4.860 € | 6.061 € | | 4 Genehmigungsplanung | 3 % | 972 € | 1.212 € | | 5 Ausführungsplanung | 25 % | 8.099 € | 10.101 € | | 6 Vorbereitung der Vergabe | 10 % | 3.240 € | 4.041 € | | 7 Mitwirkung bei der Vergabe | 4 % | 1.296 € | 1.616 € | | 8 Objektüberwachung | 32 % | 10.367 € | 12.930 € | | 9 Objektbetreuung | 2 % | 648 € | 808 € | *Eigene Rechnung: Honorar Zone III aus der Tabelle oben mal Prozentsatz nach § 34 Abs. 3 HOAI, netto, gerundet.* Wer nur bis zur Baugenehmigung plant (Phasen 1 bis 4), landet bei 27 % des Honorars, beim Musterhaus also bei rund 8.700 bis 10.900 Euro netto. Die Phasen 5 bis 8 übernimmt beim Bauträger oder Generalunternehmer oft dessen eigenes Team. Prüf dann genau, wer die Bauüberwachung in deinem Interesse macht. ## Sind die HOAI-Sätze verbindlich? **Nein. Für Verträge seit 2021 darf das Honorar frei vereinbart werden, und zwar in Textform. Fehlt eine solche Vereinbarung, gilt nach § 7 HOAI der Basishonorarsatz, also der untere Wert der Spanne.** § 7 Abs. 1 HOAI regelt: Das Honorar richtet sich nach der Vereinbarung in Textform. Gibt es keine, gilt für Grundleistungen der Basishonorarsatz. Den definiert § 2a als den jeweils unteren Wert der Honorartafel. Beim Musterhaus in Zone III wären das 32.397 Euro netto. Für private Bauherren gibt es eine zusätzliche Schutzregel. Nach § 7 Abs. 2 HOAI muss der Architekt dich als Verbraucher vor Vertragsschluss in Textform darauf hinweisen, dass auch ein höheres oder niedrigeres Honorar als in den Tafeln vereinbart werden kann. Fehlt dieser Hinweis, gilt statt eines höheren vereinbarten Honorars nur der Basishonorarsatz. ## Was ist im Honorar nicht enthalten? **Nicht enthalten sind Nebenkosten, Fachplaner wie Statiker und Vermesser, die Planung der Außenanlagen und Besondere Leistungen. Auf alles kommt noch die Umsatzsteuer.** - **Nebenkosten (§ 14 HOAI):** zum Beispiel Kopien, Versand und Fahrtkosten außerhalb von 15 km um das Büro. Sie werden nach Einzelnachweis abgerechnet, wenn ihr keine Pauschale in Textform vereinbart. - **Fachplaner:** Die Tragwerksplanung rechnet der Statiker getrennt ab. Was das beim Musterhaus kostet, steht im Ratgeber [Statiker-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/statiker-kosten). Vermessung und Bodengutachten kommen ebenfalls dazu, siehe [Bodengutachten-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/bodengutachten-kosten). - **Außenanlagen:** Garten, Wege und Zufahrt sind ein eigenes Leistungsbild (Freianlagen) mit eigener Honorartafel. - **Besondere Leistungen:** Anlage 10 HOAI listet Beispiele, die du extra vereinbaren musst. Fürs Budget zählt das Architektenhonorar zu den Baunebenkosten, nach [DIN 276](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung) zur Kostengruppe 700. Eine Übersicht aller Nebenkosten findest du im Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Wovon hängt die Höhe in deinem Fall ab? **Von drei Größen: den anrechenbaren Kosten, der Honorarzone und den beauftragten Leistungsphasen. Bei Umbauten kommt ein Zuschlag dazu.** 1. **Baukosten:** Grundlage ist nach § 6 HOAI die Kostenberechnung aus der Entwurfsplanung, ersatzweise die Kostenschätzung. Teurere Ausstattung erhöht also auch das Honorar. 2. **Honorarzone:** § 35 Abs. 2 HOAI nennt sechs Merkmale, etwa die Einbindung in die Umgebung, die Gestaltung und die technische Ausrüstung. Bei Zweifeln wird nach Punkten eingestuft. 3. **Leistungsumfang:** Nur die beauftragten Phasen werden bezahlt. 4. **Umbau statt Neubau:** Für Umbauten und Modernisierungen sieht § 6 Abs. 2 HOAI einen Zuschlag vor. Ohne Vereinbarung in Textform gelten ab durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad 20 %. Rechne deine eigenen Baukosten nach Kostengruppen im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) aus. Dann siehst du, welche anrechenbaren Kosten bei dir ungefähr herauskommen. Durchschnittswerte für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) nach Bundesland findest du ebenfalls bei uns. ## Wie vergleichst du Angebote von Architekten? **Lass dir die anrechenbaren Kosten, die Honorarzone, die Leistungsphasen mit Prozentsatz und die Nebenkosten getrennt ausweisen. Nur dann kannst du zwei Angebote fair nebeneinanderlegen.** Achte vor allem auf diese Punkte: - Welche Kostengruppen setzt das Büro als anrechenbar an, und ist die Umsatzsteuer herausgerechnet? - Welche Honorarzone ist gewählt, und wie wird sie begründet? - Sind alle Leistungsphasen enthalten, oder fehlt zum Beispiel die Bauüberwachung? - Gibt es eine Nebenkostenpauschale, und wie hoch ist sie in Prozent? - Ist der Hinweis nach § 7 Abs. 2 HOAI in Textform enthalten? ## FAQ: Architekt Kosten **Was kostet ein Architekt für ein Einfamilienhaus?** Nach den Orientierungswerten der HOAI für alle neun Leistungsphasen etwa 32.400 bis 45.500 Euro netto bei rund 300.000 Euro Baukosten. Mit Umsatzsteuer sind das etwa 38.600 bis 54.100 Euro. Nebenkosten und Fachplaner kommen dazu. **Wie viel Prozent der Baukosten kostet ein Architekt?** Einen festen Prozentsatz gibt es nicht, die HOAI rechnet mit einer Honorartafel. Beim Musterhaus entspricht das volle Honorar in Zone III bis IV etwa 14 bis 19 % der anrechenbaren Kosten (eigene Rechnung: 32.397 bzw. 45.501 € geteilt durch 237.413 €). **Was kostet ein Architekt nur für den Bauantrag?** Die Leistungsphasen 1 bis 4 machen nach § 34 HOAI zusammen 27 % des Honorars aus. Beim Musterhaus in Zone III sind das rund 8.700 bis 10.900 Euro netto. **Ist die HOAI noch verbindlich?** Nein. Seit 2021 sind die Honorartafeln Orientierungswerte, das Honorar ist frei vereinbar. Ohne Vereinbarung in Textform gilt der Basishonorarsatz, also der untere Tafelwert. **Sind die HOAI-Honorare netto oder brutto?** Netto. Die Umsatzsteuer kommt nach § 16 HOAI dazu, aktuell 19 %. Auch die anrechenbaren Kosten werden ohne Umsatzsteuer angesetzt. **Brauche ich überhaupt einen Architekten?** Für den Bauantrag brauchst du in der Regel einen bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser. Wer das sein darf, regelt die Bauordnung deines Landes. Mehr dazu im Ratgeber [Baugenehmigung](https://baukostenplan.de/ratgeber/baugenehmigung). Quellen: - § 35 HOAI: Honorare für Grundleistungen bei Gebäuden und Innenräumen: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__35.html - § 34 HOAI: Leistungsbild Gebäude und Innenräume: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__34.html - § 33 HOAI: Besondere Grundlagen des Honorars: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__33.html - § 4 HOAI: Anrechenbare Kosten: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__4.html - § 2a HOAI: Honorartafeln und Basishonorarsatz: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__2a.html - § 6 HOAI: Grundlagen des Honorars: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__6.html - § 7 HOAI: Honorarvereinbarung: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__7.html - § 13 HOAI: Interpolation: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__13.html - § 14 HOAI: Nebenkosten: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__14.html - § 16 HOAI: Umsatzsteuer: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__16.html - HOAI Anlage 10: Leistungsbild und Objektliste Gebäude: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/anlage_10.html - HOAI Gesamttext mit § 57 Übergangsvorschrift: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/BJNR227600013.html --- # Bausachverständiger Kosten: Baubegleitung und Bauabnahme mit JVEG-Orientierung URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bausachverstaendiger-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Für einen privat beauftragten Bausachverständigen gibt es keinen amtlichen Preis, das Honorar wird frei vereinbart. Die einzige amtliche Orientierung sind die Stundensätze für Gerichtsgutachter nach dem JVEG: 104 Euro für die handwerklich-technische Ausführung von Bauten und 114 Euro für die Feststellung von Bauschäden, jeweils netto. Rechnet man eine Baubegleitung mit sechs Terminen inklusive Abnahme nach diesen Sätzen, landet man bei rund 3.450 bis 3.740 Euro brutto. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Stundensätze laut Anlage 1 zu § 9 des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes (JVEG), Fassung zuletzt geändert durch BGBl. 2025 I Nr. 318. Keine Marktpreise.* ## Was kostet ein Bausachverständiger pro Stunde? **Amtlich festgelegt ist nur, was ein Gericht seinem Gutachter zahlt. Für Bauwesen liegen diese Sätze zwischen 104 und 114 Euro je Stunde netto. Für deinen privaten Auftrag kann der Sachverständige mehr oder weniger verlangen.** Das JVEG regelt die Vergütung von Sachverständigen, die von Gerichten, Staatsanwaltschaften oder bestimmten Behörden herangezogen werden (§ 1 JVEG). Die Stundensätze stehen in Anlage 1 zu § 9 JVEG und sind nach Sachgebieten geordnet. Für den Hausbau sind diese relevant: | Nr. | Sachgebiet nach Anlage 1 JVEG | Stundensatz netto | |---|---|---| | 4.1 | Bauwesen: Planung | 114 € | | 4.2 | Bauwesen: handwerklich-technische Ausführung | 104 € | | 4.3 | Bauwesen: Schadensfeststellung und -ursachenermittlung | 114 € | | 4.5 | Bauvertragswesen, Baubetrieb und Abrechnung von Bauleistungen | 114 € | | 4.6 | Geotechnik, Erd- und Grundbau | 109 € | | 7 | Bewertung von Immobilien | 125 € | Bezahlt wird nach § 8 Abs. 2 JVEG jede Stunde der erforderlichen Zeit, auch notwendige Reise- und Wartezeit. Dazu kommen Fahrtkosten von 0,42 Euro je Kilometer mit dem eigenen Auto (§ 5 JVEG), 2 Euro je Foto, Schreibauslagen von 0,90 Euro je angefangene 1.000 Anschläge und eine Pauschale für Post und Telefon von höchstens 15 Euro (§ 12 JVEG). Die Umsatzsteuer wird zusätzlich erstattet. ## Was kostet eine Baubegleitung mit Abnahme? **Nach JVEG-Sätzen gerechnet kostet eine Begleitung mit sechs Terminen rund 2.900 bis 3.140 Euro netto, also etwa 3.450 bis 3.740 Euro brutto. Das ist ein Rechenbeispiel mit angenommenen Stunden, kein Angebot.** Wie viel Zeit ein Sachverständiger braucht, hängt vom Haus, von der Bauweise und von der Entfernung ab. Für das Beispiel nehmen wir sechs Termine an, je zwei Stunden vor Ort, eine Stunde Fahrt und eine Stunde für das Protokoll. | Position | Annahme | Satz 4.2 (104 €) | Satz 4.3 (114 €) | |---|---|---|---| | Honorar | 6 Termine × 4 Stunden = 24 Stunden | 2.496,00 € | 2.736,00 € | | Fahrtkosten | 6 × 60 km × 0,42 € | 151,20 € | 151,20 € | | Fotos | 6 × 20 Fotos × 2 € | 240,00 € | 240,00 € | | Pauschale Post/Telefon | höchstens 15 € | 15,00 € | 15,00 € | | **Summe netto** | | **2.902,20 €** | **3.142,20 €** | | Umsatzsteuer 19 % | | 551,42 € | 597,02 € | | **Summe brutto** | | **3.453,62 €** | **3.739,22 €** | *Eigene Rechnung: Stundenzahl, Kilometer und Fotos sind Annahmen. Sätze und Auslagen nach §§ 5, 8, 12 JVEG und Anlage 1. Schreibauslagen sind nicht enthalten. Private Angebote können deutlich abweichen.* Beim Musterhaus von baukostenplan.de mit rund 440.000 Euro Gesamtkosten wären das weniger als ein Prozent. Die Rechnung gehört zu den Baunebenkosten in Kostengruppe 700. ## Was umfasst eine baubegleitende Qualitätskontrolle? **Der Sachverständige prüft den Bau an den Stellen, die später verdeckt sind, und dokumentiert Mängel mit Fotos und Protokoll. Er ersetzt nicht die Bauleitung, sondern schaut ihr als dein Berater auf die Finger.** Sinnvoll sind Termine, bevor ein Bauteil hinter dem nächsten verschwindet: 1. Baugrube, Abdichtung und Bewehrung der Bodenplatte vor dem Betonieren 2. Rohbau mit Mauerwerk, Decken und Ringanker 3. Dachstuhl, Dachabdichtung und Fenstereinbau mit Anschlüssen 4. Installationen und Luftdichtheitsebene vor dem Verputzen und Verkleiden 5. Dämmung unter dem Estrich und Estrich selbst 6. Abnahme mit Mängelliste Vereinbare vorab, was du bekommst: ein Protokoll nach jedem Termin mit Fotos, eine klare Einstufung der Mängel und eine kurze Frist, in der der Bericht kommt. Ein Protokoll, das erst nach dem nächsten Bauabschnitt eintrifft, nützt wenig. ## Warum ist die Abnahme so wichtig? **Mit der Abnahme wird die Vergütung fällig und die fünfjährige Verjährungsfrist für Mängel am Bauwerk beginnt. Ein Sachverständiger an deiner Seite hilft, nichts zu übersehen.** Das BGB knüpft an die Abnahme mehrere Folgen. Nach § 641 BGB ist die Vergütung bei der Abnahme zu zahlen. Nach § 634a Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 BGB beginnt mit ihr die Verjährung der Mängelansprüche, bei einem Bauwerk fünf Jahre. Wer ein Werk trotz bekannter Mängel abnimmt, muss sich seine Rechte nach § 640 Abs. 3 BGB ausdrücklich vorbehalten. Wegen unwesentlicher Mängel darfst du die Abnahme nicht verweigern (§ 640 Abs. 1 BGB). Achtung bei Fristen: Setzt dir das Bauunternehmen eine Frist zur Abnahme und reagierst du nicht oder ohne Angabe eines Mangels, gilt das Haus als abgenommen. Bei Verbrauchern nur, wenn das Unternehmen in Textform auf diese Folge hingewiesen hat (§ 640 Abs. 2 BGB). Verweigerst du die Abnahme wegen Mängeln, kann das Unternehmen eine gemeinsame Zustandsfeststellung verlangen (§ 650g BGB). Den ganzen Ablauf mit Mängelrechten und Gewährleistung erklärt der Ratgeber [Bauabnahme beim Hausbau](https://baukostenplan.de/ratgeber/bauabnahme-hausbau-ablauf-maengelrechte-gewaehrleistung). ## Wie unterscheidet sich der Sachverständige von der Bauüberwachung des Architekten? **Der Architekt überwacht nach HOAI die gesamte Ausführung, der Sachverständige prüft punktuell. Die Bauüberwachung ist in der HOAI mit 32 Prozent des Gebäudehonorars bewertet, beim Musterhaus sind das in Zone III nach Orientierungswerten rund 10.370 bis 12.930 Euro netto, also etwa 12.340 bis 15.390 Euro brutto.** Leistungsphase 8 (Objektüberwachung, Bauüberwachung und Dokumentation) macht nach § 34 Abs. 3 HOAI 32 Prozent der Grundleistungen für Gebäude aus. Die Umsatzsteuer auf die Baukosten zählt nach § 4 Abs. 1 HOAI nicht zu den anrechenbaren Kosten. Die Werte des Musterhauses aus dem Ratgeber [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten) sind brutto angegeben und werden deshalb zuerst umgerechnet: | Schritt | Wert | |---|---| | KG 300 netto = 212.008 € / 1,19 | 178.158 € | | KG 400 netto = 88.025 € / 1,19 | 73.971 € | | KG 400 voll bis 25 % von KG 300, darüber zur Hälfte (§ 33 HOAI) | 44.540 € + 14.716 € | | Anrechenbare Kosten, netto | 237.413 € | | Honorar Gebäude Zone III nach § 35 HOAI, netto | 32.397 bis 40.405 € | | Davon Leistungsphase 8 (32 %), netto | 10.367 bis 12.930 € | | Leistungsphase 8, brutto (19 % USt) | 12.337 bis 15.386 € | *Eigene Rechnung: lineare Interpolation nach § 13 HOAI zwischen den Tafelwerten für 200.000 und 300.000 €. Die HOAI-Werte sind Orientierungswerte, das Honorar wird nach § 7 HOAI in Textform vereinbart.* Baust du mit einem Generalunternehmer oder Bauträger, hast du oft keinen eigenen Architekten auf der Baustelle. Die Bauleitung arbeitet dann für das Unternehmen. Genau hier lohnt ein unabhängiger Sachverständiger. ## Woran erkennst du einen guten Bausachverständigen? **Ein formales Merkmal ist die öffentliche Bestellung und Vereidigung nach § 36 Gewerbeordnung. Dazu kommen Erfahrung im Wohnungsbau und ein klares schriftliches Angebot.** Öffentlich bestellte Sachverständige müssen ihre besondere Sachkunde nachgewiesen haben und sind darauf vereidigt, unabhängig, weisungsfrei und unparteiisch zu arbeiten (§ 36 GewO). Daneben gibt es zertifizierte und freie Sachverständige. Frag bei jedem Angebot nach: 1. Abrechnung nach Stunden oder als Pauschale je Termin? 2. Sind Fahrtzeit, Fahrtkosten und Fotos enthalten? 3. Wie viele Termine sind vorgesehen, und was kostet ein zusätzlicher? 4. Bis wann kommt das Protokoll nach dem Termin? 5. Hat der Sachverständige eine Berufshaftpflichtversicherung? Die Kosten für Sachverständigen, Bodengutachten und Planer planst du am besten gemeinsam ein. Einen Überblick gibt der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten), zum Baugrund steht mehr unter [Bodengutachten Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/bodengutachten-kosten). Die Gesamtkosten deines Hauses rechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), Vergleichswerte für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) findest du nach Bundesland. ## FAQ: Bausachverständiger Kosten **Was kostet ein Bausachverständiger für die Bauabnahme?** Einen amtlichen Festpreis gibt es nicht. Als Orientierung dienen die JVEG-Stundensätze für Gerichtsgutachter von 104 bis 114 Euro netto je Stunde, plus Fahrtkosten und Umsatzsteuer. Wie viele Stunden anfallen, hängt von Größe und Zustand des Hauses ab. Lass dir vorab ein schriftliches Angebot geben. **Gelten die JVEG-Sätze auch für private Aufträge?** Nein. Das JVEG gilt nach § 1 nur für Sachverständige, die Gerichte, Staatsanwaltschaften oder bestimmte Behörden heranziehen. Private Honorare sind frei verhandelbar. Die JVEG-Sätze sind trotzdem ein guter Maßstab für einen fairen Stundensatz. **Lohnt sich eine Baubegleitung beim Bauträger oder Generalunternehmer?** Oft ja, weil die Bauleitung dort für das Unternehmen arbeitet. Beim Musterhaus läge eine Begleitung mit sechs Terminen nach JVEG-Sätzen unter einem Prozent der Gesamtkosten. **Wann sollte ich den Sachverständigen beauftragen?** Vor Baubeginn. Der erste wichtige Termin ist die Bodenplatte vor dem Betonieren. Was dann unter Beton liegt, lässt sich später nicht mehr prüfen. **Ist ein öffentlich bestellter Sachverständiger besser?** Er hat seine Sachkunde gegenüber der zuständigen Stelle nachgewiesen und ist auf Unparteilichkeit vereidigt (§ 36 GewO). Das ist ein verlässliches formales Merkmal. Für die Baubegleitung zählt aber auch Erfahrung mit der Bauweise deines Hauses. **Wer zahlt den Bausachverständigen?** Du als Bauherr, wenn du ihn beauftragst. Ob du die Kosten bei festgestellten Mängeln vom Bauunternehmen zurückfordern kannst, hängt vom Einzelfall ab. Das klärst du mit einem Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht. Quellen: - JVEG Anlage 1 (zu § 9): Stundensätze nach Sachgebieten: https://www.gesetze-im-internet.de/jveg/anlage_1.html - § 4 HOAI: Anrechenbare Kosten (Umsatzsteuer nicht anrechenbar): https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__4.html - § 1 JVEG: Geltungsbereich: https://www.gesetze-im-internet.de/jveg/__1.html - § 5 JVEG: Fahrtkostenersatz: https://www.gesetze-im-internet.de/jveg/__5.html - § 8 JVEG: Grundsatz der Vergütung: https://www.gesetze-im-internet.de/jveg/__8.html - § 9 JVEG: Honorare für Sachverständige: https://www.gesetze-im-internet.de/jveg/__9.html - § 12 JVEG: Ersatz für besondere Aufwendungen: https://www.gesetze-im-internet.de/jveg/__12.html - § 640 BGB: Abnahme: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__640.html - § 641 BGB: Fälligkeit der Vergütung: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__641.html - § 634a BGB: Verjährung der Mängelansprüche: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__634a.html - § 650g BGB: Zustandsfeststellung bei Verweigerung der Abnahme: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__650g.html - § 34 HOAI: Leistungsbild Gebäude und Innenräume: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__34.html - § 35 HOAI: Honorare für Grundleistungen bei Gebäuden: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__35.html - § 36 GewO: Öffentliche Bestellung von Sachverständigen: https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__36.html --- # Energieausweis und GEG-Nachweis beim Neubau: Kosten nach HOAI und Pflichten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/energieausweis-neubau-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Für Wärmeschutznachweis und Energiebilanz nennt die HOAI erst ab 250.000 Euro anrechenbaren Baukosten Orientierungswerte. Dort liegen sie für Einfamilienhäuser bei 2.395 bis 3.300 Euro netto, also 2.850 bis 3.927 Euro brutto. Ein typisches Einfamilienhaus mit 140 m² liegt mit rund 237.000 Euro netto knapp darunter, für diesen Bereich gibt die HOAI keinen Wert vor. Der Energieausweis, den du nach § 80 des Gebäudemodernisierungsgesetzes nach Fertigstellung brauchst, baut auf diesen Berechnungen auf. Einen amtlichen Preis für den Ausweis selbst gibt es nicht, er wird frei vereinbart. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Honorarwerte laut HOAI Anlage 1, Abschnitt 1.2.3 (Wärmeschutz und Energiebilanzierung). Pflichten laut Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz (GEG).* ## Welche Nachweise verlangt das Gesetz beim Neubau? **Du musst nachweisen, dass dein Haus die energetischen Anforderungen einhält, und nach Fertigstellung einen Energiebedarfsausweis ausstellen lassen. Beides regelt das Gebäudemodernisierungsgesetz, das bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz hieß.** Der Gesetzgeber hat das GEG mit Wirkung vom 29. Juli 2026 umbenannt (Artikel 1 des Gesetzes vom 23. Juli 2026, BGBl. 2026 I Nr. 226). Die Paragrafen für Neubauten haben ihre Nummern behalten. Für ein neues Wohnhaus gilt: | Pflicht | Fundstelle | Inhalt | |---|---|---| | Niedrigstenergiegebäude | § 10 GModG | Neubau muss die Grenzwerte für Energiebedarf und Wärmeschutz einhalten | | Gesamtenergiebedarf | § 15 GModG | Jahres-Primärenergiebedarf höchstens das 0,55-Fache des Referenzgebäudes | | Baulicher Wärmeschutz | § 16 GModG | Wärmeverlust über die Hülle höchstens das 1,0-Fache des Referenzgebäudes | | Mindestwärmeschutz, Dichtheit, Sommerschutz | §§ 11, 13, 14 GModG | Anforderungen nach DIN 4108 und den Regeln der Technik | | Erfüllungserklärung | § 92 GModG | Nachweis gegenüber der Landesbehörde, in der Regel nach Fertigstellung | | Energiebedarfsausweis | § 80 Abs. 1 GModG | Unverzüglich nach Fertigstellung ausstellen und dem Eigentümer übergeben | Der Energieausweis ist zehn Jahre gültig (§ 79 Abs. 3 GModG). Der Aussteller muss für jeden Ausweis eine Registriernummer beantragen (§ 98 GModG). Wer ausstellen darf, regelt § 88 GModG, zum Beispiel Personen mit Nachweisberechtigung nach Landesbaurecht oder Architekten und Ingenieure, die die Zusatzvoraussetzungen nach § 88 Abs. 2 erfüllen. ## Was kostet der Wärmeschutznachweis nach HOAI? **Die HOAI-Tafel beginnt bei 250.000 Euro anrechenbaren Kosten. Für diesen Wert nennt sie in den für Einfamilienhäuser üblichen Honorarzonen III und IV 2.395 bis 3.300 Euro netto, das sind 2.850 bis 3.927 Euro brutto. Das Musterhaus von baukostenplan.de liegt mit 237.413 Euro netto knapp unter dem Tafelanfang.** Die HOAI behandelt Wärmeschutz und Energiebilanzierung als Teil der Bauphysik. Die Honorartafel in Anlage 1, Nummer 1.2.3 nennt ausdrücklich Orientierungswerte. Grundlage sind die anrechenbaren Kosten nach § 33 HOAI und die Honorarzone des Gebäudes nach § 35 HOAI. Die Umsatzsteuer auf die Baukosten gehört nach § 4 Abs. 1 HOAI nicht zu den anrechenbaren Kosten. Weil die Musterhaus-Werte inklusive Umsatzsteuer angegeben sind, rechnen wir sie zuerst auf netto um. Einfamilienhäuser stehen in der Objektliste der Anlage 10.2 in den Zonen III und IV. Rechenbeispiel für das Musterhaus aus dem Ratgeber [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten) (140 m², Bundesdurchschnitt): | Schritt | Wert | |---|---| | Baukonstruktion (Kostengruppe 300), brutto | 212.008 € | | Technische Anlagen (Kostengruppe 400), brutto | 88.025 € | | KG 300 netto = brutto / 1,19 | 178.158 € | | KG 400 netto = brutto / 1,19 | 73.971 € | | KG 400 voll anrechenbar bis 25 % von KG 300 netto | 44.540 € | | KG 400 darüber zur Hälfte: (73.971 − 44.540) ÷ 2 | 14.716 € | | Anrechenbare Kosten nach § 33 HOAI, netto | 237.413 € | | Kleinster Tafelwert in HOAI Anlage 1.2.3 | 250.000 € | | Tafelanfang Honorarzone III, netto | 2.395 bis 2.928 € | | Tafelanfang Honorarzone IV, netto | 2.928 bis 3.300 € | | Tafelanfang Zone III und IV, brutto (19 % USt) | 2.850 bis 3.927 € | *Eigene Rechnung: Umsatzsteuer nach § 4 Abs. 1 HOAI herausgerechnet, Anrechnung nach § 33 HOAI. Die Honorarwerte sind die Tafelwerte für 250.000 €. § 13 HOAI erlaubt nur die Interpolation zwischen Tafelwerten, für Kosten unter 250.000 € enthält die Tafel keinen Wert. Wir rechnen deshalb nicht nach unten weiter.* Für dein Haus heißt das: Die Werte am Tafelanfang sind die nächstliegende amtliche Orientierung. Bei geringeren Baukosten ist ein niedrigeres Honorar plausibel, die Höhe ist aber frei zu vereinbaren. Das Honorar der Tafel deckt die Grundleistungen der Leistungsphasen 1 bis 7 ab. Den größten Anteil haben die Entwurfsplanung mit 40 Prozent und die Ausführungsplanung mit 27 Prozent. Das Aufstellen der förmlichen Nachweise gehört zur Leistungsphase 4, die mit 6 Prozent bewertet ist. ## Sind die HOAI-Werte verbindlich? **Nein. Seit der HOAI-Reform von 2021 richtet sich das Honorar nach der Vereinbarung in Textform. Nur wenn nichts vereinbart ist, gilt der untere Wert der Tafel, der Basishonorarsatz.** So steht es in § 7 Abs. 1 HOAI. Bist du Verbraucher, muss dich das Büro vor Vertragsschluss in Textform darauf hinweisen, dass ein höheres oder niedrigeres Honorar als in den Tafeln vereinbart werden kann (§ 7 Abs. 2 HOAI). Fehlt dieser Hinweis, gilt statt eines höheren Honorars der Basishonorarsatz. Die Tafel ist damit ein Maßstab, an dem du Angebote messen kannst. Ein Angebot für ein Einfamilienhaus deutlich über den Werten am Tafelanfang sollte gut begründet sein. Fehlen im Angebot einzelne Leistungsphasen, muss der Preis entsprechend niedriger sein. ## Was kostet der Energieausweis selbst? **Dafür gibt es keinen amtlichen Preis. Weder das Gebäudemodernisierungsgesetz noch die HOAI legen ein Honorar für das Ausstellen des Energieausweises fest. Beim Neubau ist er meist ein kleiner Zusatz zu den Berechnungen, die ohnehin vorliegen.** Für den Bedarfsausweis eines Neubaus müssen nach § 81 Abs. 1 GModG die Ergebnisse der Berechnungen nach §§ 15 und 16 zugrunde gelegt werden. Diese Zahlen entstehen bereits beim Wärmeschutznachweis. Wenn dasselbe Büro beides macht, ist der zusätzliche Aufwand gering. Lass dir den Energieausweis deshalb im Angebot für den Wärmeschutznachweis als eigene Position ausweisen. Was im Angebot stehen sollte: 1. Wärmeschutznachweis und Berechnung des Primärenergiebedarfs nach §§ 15 und 16 GModG 2. Nachweis zum sommerlichen Wärmeschutz nach § 14 GModG 3. Erfüllungserklärung nach § 92 GModG, soweit dein Land sie verlangt 4. Energiebedarfsausweis nach Fertigstellung mit Registriernummer 5. Anpassung der Berechnung, falls sich Bauteile oder Haustechnik während des Baus ändern Der fünfte Punkt wird oft vergessen. Tauschst du zum Beispiel Fenster oder Heizung gegen ein anderes Produkt, muss die Berechnung zum gebauten Haus passen. Sonst stimmt der Ausweis nicht. ## Was passiert, wenn der Energieausweis fehlt? **Dann handelst du ordnungswidrig. Wer nicht sicherstellt, dass der Energieausweis ausgestellt und übergeben wird, riskiert nach § 108 GModG ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro.** Die Pflicht trifft nach § 80 Abs. 1 GModG den Eigentümer, beim Bau durch einen anderen auch den Bauherrn. Schwerer wiegt ein Verstoß gegen die Anforderungen an das Gebäude selbst: Wer ein Haus entgegen §§ 15 oder 16 errichtet, kann mit bis zu 50.000 Euro belangt werden. Spätestens beim Verkauf oder bei der Vermietung musst du einen gültigen Ausweis vorlegen können (§ 80 Abs. 3 GModG). ## Wie passt das in die Baukosten? **Wärmeschutznachweis und Energieausweis gehören zu den Baunebenkosten in Kostengruppe 700. Selbst mit den Werten am Tafelanfang macht das Honorar beim Musterhaus mit rund 440.000 Euro Gesamtkosten weniger als ein Prozent aus.** Das Musterhaus hat Baunebenkosten (KG 700) von 67.120 Euro. Das Honorar für den Wärmeschutz mit höchstens 3.927 Euro brutto am Tafelanfang ist davon ein kleiner Teil. Welche Posten noch dazugehören, steht im Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten), die Einordnung nach Kostengruppen im Ratgeber [DIN 276](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung). Die Kosten für dein eigenes Projekt rechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) durch. Wenn du über einen höheren Standard nachdenkst, etwa für eine Förderung, hilft der Ratgeber [Energieeffizient bauen](https://baukostenplan.de/ratgeber/energieeffizient-bauen). Zur neuen Skala und den Pflichtangaben im Ausweis gibt es einen eigenen Beitrag: [Neuer Energieausweis 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/neuer-energieausweis-2026-pflichten-kosten-a-g-skala). Vergleichswerte für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) nach Bundesland findest du ebenfalls bei uns. ## FAQ: Energieausweis und GEG-Nachweis beim Neubau **Was kostet ein Energieausweis für einen Neubau?** Einen amtlichen Preis gibt es nicht. Der Ausweis baut auf dem Wärmeschutznachweis auf. Für diesen nennt die HOAI ab 250.000 Euro anrechenbaren Kosten 2.850 bis 3.927 Euro brutto als Orientierung (Zone III und IV). Ein 140-m²-Haus liegt mit rund 237.000 Euro netto knapp darunter, dafür gibt die Tafel keinen Wert vor. Lass dir den Ausweis im selben Angebot als eigene Position nennen. **Ist der Energieausweis beim Neubau Pflicht?** Ja. Nach § 80 Abs. 1 GModG muss nach Fertigstellung ein Energiebedarfsausweis ausgestellt und dem Eigentümer übergeben werden. Er gilt zehn Jahre. **Gibt es das GEG noch?** Das Gesetz heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die Vorschriften für Neubauten, etwa §§ 10, 15, 16 und 80, stehen weiter an derselben Stelle. **Wer darf den Energieausweis ausstellen?** Das regelt § 88 GModG. Berechtigt sind unter anderem Personen, die nach Landesbaurecht Wärmeschutznachweise unterzeichnen dürfen, sowie Architekten, Ingenieure, Handwerksmeister und Techniker mit den dort genannten Zusatzqualifikationen. **Sind die HOAI-Honorare für den Wärmeschutz verbindlich?** Nein. Die Tafel in HOAI Anlage 1.2.3 enthält Orientierungswerte. Nach § 7 HOAI gilt das in Textform vereinbarte Honorar. Ohne Vereinbarung gilt der Basishonorarsatz, also der untere Tafelwert. **Was ist die Erfüllungserklärung?** Mit ihr bestätigst du der Landesbehörde, dass dein Neubau die Anforderungen des Gesetzes einhält (§ 92 GModG). Wann du sie vorlegst und wer sie ausstellen darf, bestimmt das Landesrecht. Quellen: - HOAI Anlage 1, Abschnitt 1.2 Bauphysik (Wärmeschutz und Energiebilanzierung): https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/anlage_1.html - § 4 HOAI: Anrechenbare Kosten (Umsatzsteuer nicht anrechenbar): https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__4.html - § 7 HOAI: Honorarvereinbarung: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__7.html - § 13 HOAI: Interpolation: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__13.html - § 33 HOAI: Besondere Grundlagen des Honorars: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__33.html - HOAI Anlage 10.2: Objektliste Gebäude: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/anlage_10.html - Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, früher GEG): Gesamtausgabe und Stand: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/BJNR172810020.html - § 80 GModG: Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__80.html - § 79 GModG: Grundsätze des Energieausweises: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__79.html - § 81 GModG: Energiebedarfsausweis: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__81.html - § 88 GModG: Ausstellungsberechtigung: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__88.html - § 92 GModG: Erfüllungserklärung: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__92.html - § 108 GModG: Bußgeldvorschriften: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__108.html - § 15 GModG: Gesamtenergiebedarf (Wohngebäude): https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__15.html - § 16 GModG: Baulicher Wärmeschutz: https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__16.html --- # Notar und Grundbuch Kosten beim Grundstückskauf: Rechenbeispiel nach GNotKG URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/notar-grundbuch-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Notar und Grundbuch kosten beim Kauf eines Baugrundstücks für 150.000 Euro zusammen rund 1.890 Euro, wenn du ohne Kredit kaufst. Mit einer Grundschuld über 350.000 Euro für die Baufinanzierung kommen etwa 1.670 Euro dazu, insgesamt also rund 3.560 Euro oder knapp 2,4 Prozent des Kaufpreises. Die Gebühren sind gesetzlich festgelegt und hängen fast nur vom Kaufpreis und vom Betrag der Grundschuld ab. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Gebührensätze laut Kostenverzeichnis (Anlage 1) und Gebührentabelle B (Anlage 2) des Gerichts- und Notarkostengesetzes (GNotKG) in der Fassung ab BGBl. 2025 I Nr. 109.* ## Wie berechnen sich Notar- und Grundbuchkosten? **Notar und Grundbuchamt rechnen nach demselben Gesetz, dem GNotKG. Jede Tätigkeit hat einen festen Gebührensatz, zum Beispiel 2,0 für die Beurkundung des Kaufvertrags. Dieser Satz wird mit dem Betrag aus der Gebührentabelle B multipliziert, der zum Geschäftswert gehört.** Der Geschäftswert ist beim Grundstückskauf der Kaufpreis (§ 47 GNotKG), bei der Grundschuld ihr Nennbetrag (§ 53 GNotKG). Für Vollzug und Betreuung gilt derselbe Wert wie für die Beurkundung (§§ 112 und 113 GNotKG). Die Tabelle B steht in Anlage 2 des Gesetzes und steigt in Stufen. Ein paar Werte daraus: | Geschäftswert bis | Gebühr Tabelle B (Satz 1,0) | |---|---| | 110.000 € | 273 € | | 155.000 € | 354 € | | 200.000 € | 435 € | | 260.000 € | 535 € | | 350.000 € | 685 € | | 440.000 € | 835 € | | 500.000 € | 935 € | Ein Grundstück für 150.000 Euro fällt in die Stufe bis 155.000 Euro. Eine volle Gebühr (Satz 1,0) beträgt dort 354 Euro. Verhandeln kannst du nicht: Nach § 125 GNotKG sind Vereinbarungen über die Höhe der Kosten unwirksam. Jeder Notar in Deutschland muss für dieselbe Urkunde dasselbe berechnen. ## Was kostet der Notar für den Kaufvertrag? **Für ein Grundstück zu 150.000 Euro rund 1.117 Euro netto, also etwa 1.330 Euro brutto. Den größten Teil macht die Beurkundung mit 708 Euro aus, dazu kommen Vollzug, Betreuung und Auslagen.** Der Notar beurkundet den Kaufvertrag und in derselben Urkunde meist auch die Auflassung, also die Einigung über den Eigentumsübergang. Danach holt er Genehmigungen und Erklärungen ein, etwa den Verzicht der Gemeinde auf ihr Vorkaufsrecht. Das ist der Vollzug. Zur Betreuung gehört vor allem die Mitteilung an dich, dass der Kaufpreis fällig ist. | Position | KV-Nr. GNotKG | Satz | Betrag | |---|---|---|---| | Beurkundung Kaufvertrag mit Auflassung | 21100 | 2,0 | 708,00 € | | Vollzugsgebühr | 22110 | 0,5 | 177,00 € | | Betreuungsgebühr (z. B. Fälligkeitsmitteilung) | 22200 | 0,5 | 177,00 € | | XML-Daten für das Grundbuchamt, neben anderen Vollzugsgebühren | 22114 / 22115 | 0,1 | 35,40 € | | Pauschale Post und Telekommunikation | 32005 | 20 %, höchstens 20 € | 20,00 € | | **Summe netto** | | | **1.117,40 €** | | Umsatzsteuer 19 % | 32014 | | 212,31 € | | **Summe brutto** | | | **1.329,71 €** | *Eigene Rechnung: Gebührensatz mal 354 € (Tabelle B bis 155.000 €). Dokumentenpauschalen für Kopien (KV 32001) sind nicht enthalten, weil sie von der Seitenzahl abhängen.* Vollzug und Betreuung fallen nur an, wenn der Notar diese Tätigkeiten tatsächlich übernimmt. Bei einem Grundstückskauf ist das fast immer der Fall. ## Was kostet die Eintragung im Grundbuch? **Für Auflassungsvormerkung, Eigentumsumschreibung und Löschung der Vormerkung zahlst du bei 150.000 Euro Kaufpreis 556 Euro. Das Grundbuchamt ist ein Gericht und berechnet keine Umsatzsteuer.** Das Kostenverzeichnis sieht Umsatzsteuer nur bei den Auslagen der Notare vor (KV 32014), nicht bei den Gerichtsgebühren. Die Rechnung stellt das Amtsgericht getrennt vom Notar. | Eintragung | KV-Nr. GNotKG | Satz | Betrag | |---|---|---|---| | Auflassungsvormerkung | 14150 | 0,5 | 177,00 € | | Eigentumsumschreibung | 14110 | 1,0 | 354,00 € | | Löschung der Vormerkung | 14152 | Festgebühr | 25,00 € | | **Summe (umsatzsteuerfrei)** | | | **556,00 €** | Die Vormerkung sichert deinen Anspruch auf das Grundstück zwischen Vertrag und Umschreibung. Sobald du als Eigentümer eingetragen bist, wird sie gelöscht. ## Was kosten Notar und Grundbuch für die Grundschuld? **Für eine Grundschuld über 350.000 Euro rund 830 Euro netto beim Notar, also 987,70 Euro brutto, plus 685 Euro für die Eintragung im Grundbuch. Zusammen sind das 1.672,70 Euro.** Die Bank verlangt die Grundschuld als Sicherheit für das Baudarlehen. Weil der Kredit für den Hausbau meist deutlich höher ist als der Grundstückspreis, ist die Grundschuld oft der teurere Teil. Die Grundschuldbestellung ist eine einseitige Erklärung, deshalb gilt hier nur der Satz 1,0. | Position | KV-Nr. GNotKG | Satz | Betrag | |---|---|---|---| | Beurkundung Grundschuldbestellung | 21200 | 1,0 | 685,00 € | | XML-Daten für das Grundbuchamt | 22114 | 0,2, höchstens 125 € | 125,00 € | | Pauschale Post und Telekommunikation | 32005 | höchstens 20 € | 20,00 € | | **Notar netto** | | | **830,00 €** | | Umsatzsteuer 19 % | 32014 | | 157,70 € | | **Notar brutto** | | | **987,70 €** | | Eintragung Buchgrundschuld im Grundbuch | 14121 | 1,0 | 685,00 € | *Eigene Rechnung: Tabelle B bis 350.000 € = 685 €. Eine Briefgrundschuld würde nach KV 14120 mit Satz 1,3 eingetragen und wäre teurer. Welche Form deine Bank verlangt, steht in ihrem Grundschuldformular.* ## Was kostet alles zusammen? **Im Beispiel 3.558,41 Euro, davon 2.317,41 Euro brutto für den Notar und 1.241 Euro umsatzsteuerfrei für das Grundbuchamt.** | Posten | Notar brutto | Grundbuch | Summe | |---|---|---|---| | Kaufvertrag (150.000 €) | 1.329,71 € | 556,00 € | 1.885,71 € | | Grundschuld (350.000 €) | 987,70 € | 685,00 € | 1.672,70 € | | **Gesamt** | **2.317,41 €** | **1.241,00 €** | **3.558,41 €** | *Eigene Rechnung aus den beiden Tabellen oben. Grundstückspreis und Grundschuldbetrag sind Beispielwerte.* Wer nach § 448 Absatz 2 BGB zahlt, ist klar geregelt: Der Käufer trägt die Kosten der Beurkundung, der Auflassung und der Eintragung ins Grundbuch. Wer die Löschung alter Belastungen des Verkäufers bezahlt, regelt der Kaufvertrag. Lies diese Klausel vor dem Termin. Nicht in dieser Rechnung steckt die Grunderwerbsteuer. Sie ist meist der größte Einzelposten beim Grundstückskauf und hängt vom Bundesland ab. Die Sätze findest du im Ratgeber [Grunderwerbsteuer 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/grunderwerbsteuer-2026-bundeslaender-steuersaetze-tipps). ## Wie planst du die Kosten ins Budget ein? **Notar und Grundbuch für den Kauf gehören zu den Erwerbsnebenkosten des Grundstücks. Die Kosten der Grundschuld sind Finanzierungskosten. Beide musst du in der Regel aus Eigenkapital bezahlen.** In der Kostengliederung nach [DIN 276](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung) zählen Notar- und Grundbuchkosten des Kaufs zur Kostengruppe 100 (Grundstück). Die Kosten der Grundschuld sind Finanzierungskosten, in der DIN 276 in der Fassung von 2018 die Kostengruppe 800. Ob deine Bank diese Nebenkosten mitfinanziert, klärst du im Finanzierungsgespräch. Wie viel Eigenkapital du einplanen solltest, steht im Ratgeber [Eigenkapital beim Hausbau](https://baukostenplan.de/ratgeber/eigenkapital-hausbau-2026-wieviel-brauche-ich). Ein paar praktische Punkte: 1. **Grundstückspreis prüfen:** Über die [Bodenrichtwerte](https://baukostenplan.de/bodenrichtwerte) siehst du, ob der Preis zur Lage passt. Liegt der Kaufpreis unter dem Verkehrswert, ist nach § 47 GNotKG der Verkehrswert maßgebend. 2. **Grundschuld nicht zu knapp bemessen:** Eine spätere zweite Grundschuld kostet wieder Notar und Grundbuch. 3. **Gesamtbudget rechnen:** Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) siehst du, wie Grundstück, Bau und Nebenkosten zusammenpassen. Die typischen Posten stehen im Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). Mehr zum Ablauf des Kaufs, von der Reservierung bis zur Übergabe, findest du im Ratgeber [Grundstück kaufen](https://baukostenplan.de/ratgeber/grundstueck-kaufen). ## FAQ: Notar- und Grundbuchkosten **Wie viel Prozent vom Kaufpreis kosten Notar und Grundbuch?** Ohne Grundschuld kommst du bei einem Grundstück für 150.000 Euro auf rund 1.890 Euro, das sind etwa 1,3 Prozent. Mit einer Grundschuld über 350.000 Euro sind es rund 3.560 Euro oder knapp 2,4 Prozent. Weil die Gebührentabelle degressiv ist, sinkt der Prozentsatz bei höheren Kaufpreisen. **Kann ich die Notarkosten verhandeln?** Nein. Nach § 125 GNotKG sind Vereinbarungen über die Höhe der Notarkosten unwirksam. Jeder Notar rechnet nach denselben Sätzen ab. **Fällt auf die Grundbuchkosten Umsatzsteuer an?** Nein. Das Grundbuchamt gehört zum Amtsgericht, seine Gebühren enthalten keine Umsatzsteuer. Umsatzsteuer berechnet nur der Notar. **Wer zahlt Notar und Grundbuch beim Grundstückskauf?** Nach § 448 Absatz 2 BGB der Käufer, und zwar für Beurkundung, Auflassung und Eintragung ins Grundbuch. Wer die Löschung von Belastungen des Verkäufers trägt, steht im Kaufvertrag. **Was kostet die Eintragung einer Grundschuld?** Im Grundbuch eine volle Gebühr nach Tabelle B (KV 14121), bei 350.000 Euro also 685 Euro. Dazu kommt der Notar für die Beurkundung mit ebenfalls 685 Euro netto plus Auslagen und Umsatzsteuer. **Warum weichen manche Notarkostenrechner von diesen Zahlen ab?** Die Gebührentabellen in Anlage 2 des GNotKG wurden zuletzt mit dem Gesetz in BGBl. 2025 I Nr. 109 neu gefasst. Rechner mit älteren Tabellen liefern andere Werte. Alle Beträge in diesem Artikel beruhen auf der aktuellen Fassung. Quellen: - GNotKG Anlage 2: Gebührentabelle für Geschäftswerte bis 3 Millionen Euro: https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/anlage_2.html - GNotKG Anlage 1: Kostenverzeichnis (KV 14110, 14121, 14150, 14152, 21100, 21200, 22110, 22114, 22200, 32005, 32014): https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/anlage_1.html - § 34 GNotKG: Wertgebühren: https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__34.html - § 47 GNotKG: Sache bei Kauf: https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__47.html - § 53 GNotKG: Grundpfandrechte: https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__53.html - § 112 GNotKG: Vollzug des Geschäfts: https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__112.html - § 113 GNotKG: Betreuungstätigkeiten: https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__113.html - § 125 GNotKG: Verbot der Gebührenvereinbarung: https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__125.html - § 448 BGB: Kosten der Übergabe und vergleichbare Kosten: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__448.html --- # Bodengutachten Kosten 2026: Was ein Baugrundgutachten für das Einfamilienhaus kostet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bodengutachten-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Ein Bodengutachten für ein Einfamilienhaus kostet nach den Orientierungswerten der HOAI für das Honorar des Gutachters meist zwischen rund 1.300 und 2.800 Euro brutto. Dazu kommen die Bohrungen und Sondierungen vor Ort, die der Gutachter getrennt abrechnet. Wie hoch der Betrag bei dir ausfällt, hängt vor allem von den Baukosten und davon ab, wie schwierig der Boden ist. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Honorarwerte laut HOAI Anlage 1, Abschnitt 1.3 (Geotechnik).* ## Was kostet ein Bodengutachten für ein Einfamilienhaus? **Für ein typisches Einfamilienhaus mit 140 m² ergibt die Honorartafel der HOAI ein Gutachter-Honorar von rund 1.110 bis 2.320 Euro netto, also etwa 1.320 bis 2.760 Euro brutto. Bohrungen, Sondierungen und Laborversuche kommen extra dazu.** Die HOAI, die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, enthält für die Geotechnik eine eigene Honorartafel. Diese Werte sind nicht verbindlich, die HOAI nennt sie ausdrücklich Orientierungswerte. Viele Büros richten ihre Angebote trotzdem daran aus, deshalb taugen sie gut für eine erste Kalkulation. Unser Rechenbeispiel, gerechnet für das Musterhaus aus dem Ratgeber [Hausbau-Kosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-kosten) (140 m² Wohnfläche, Bundesdurchschnitt): | Schritt | Wert | |---|---| | Baukonstruktion (Kostengruppe 300), brutto | 212.008 € | | Technische Anlagen (Kostengruppe 400), brutto | 88.025 € | | Netto nach § 4 Abs. 1 HOAI (brutto / 1,19): KG 300 / KG 400 | 178.158 € / 73.971 € | | Anrechenbar nach § 50 HOAI: 55 % von KG 300 + 10 % von KG 400 (netto) | 105.384 € | | Honorar Zone I (sehr geringe Schwierigkeit), netto | 1.108 bis 1.715 € | | Honorar Zone II (geringe Schwierigkeit), netto | 1.715 bis 2.322 € | | Honorar Zone III (durchschnittliche Schwierigkeit), netto | 2.322 bis 2.955 € | *Eigene Rechnung: lineare Interpolation der HOAI-Honorartafel 1.3 zwischen 100.000 und 200.000 € anrechenbaren Kosten. Ohne Umsatzsteuer, ohne Aufschlussarbeiten.* Die meisten Einfamilienhäuser auf normalem Baugrund liegen in Zone I oder II. Zone III und höher betreffen zum Beispiel Hanglagen, hohes Grundwasser oder aufgefüllten Boden. ## Was ist im Preis enthalten und was nicht? **Das HOAI-Honorar deckt nur die Arbeit des Gutachters ab: Erkundungskonzept, Beschreibung des Baugrunds und Empfehlungen zur Gründung. Bohrungen, Sondierungen und Laborversuche sind Besondere Leistungen und kosten zusätzlich.** Die HOAI teilt die Grundleistungen in drei Teile: | Teilleistung | Anteil am Honorar | |---|---| | Grundlagenermittlung und Erkundungskonzept | 15 % | | Beschreiben der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse | 35 % | | Beurteilung, Empfehlungen, Bemessungswerte für die Gründung | 50 % | Nicht enthalten sind laut HOAI unter anderem das Veranlassen von Labor- und Felduntersuchungen, das Mitwirken bei der Vergabe von Aufschlussarbeiten und geotechnische Berechnungen. Lass dir deshalb immer ein Angebot geben, das Honorar und Feldarbeiten getrennt ausweist. Nur so kannst du zwei Angebote fair vergleichen. Fürs Budget: Das Bodengutachten gehört in der Kostengliederung nach [DIN 276](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung) zu den Baunebenkosten (Kostengruppe 700). Wie sich diese insgesamt zusammensetzen, steht im Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Ist ein Bodengutachten Pflicht? **Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags halten fest, dass private Bauherren kein Baugrundgutachten vorlegen müssen. In der Praxis ist es trotzdem fast immer sinnvoll und manchmal faktisch nötig.** Die maßgebliche Norm für Baugrunduntersuchungen ist die DIN 4020, die zusammen mit der europäischen DIN EN 1997-2 gilt. Sie ist nicht in den Listen der Technischen Baubestimmungen der Länder enthalten und damit nicht unmittelbar verbindlich. Über die DIN 1054, die als Technische Baubestimmung gilt, kann sie aber im Einzelfall mittelbar greifen. Drei Fälle, in denen du ohne Gutachten ein echtes Risiko eingehst: - **Nachbarbebauung:** Wer so tief gräbt, dass dem Nachbargrundstück die Stütze fehlt, haftet nach § 909 BGB. Laut Rechtsprechung muss der Bauherr dann einen Spezialisten hinzuziehen und gegebenenfalls ein Baugrundgutachten einholen. - **Planer rät dazu:** Architekten und Ingenieure müssen nach § 650p BGB die Leistungen erbringen, die für die Planung erforderlich sind. Bei problematischem Boden müssen sie deshalb zu einem Gutachten raten. - **Keller oder Hanglage:** Ob Grundwasser drückt und wie tragfähig der Boden ist, entscheidet über Abdichtung und Gründung. Ohne Gutachten plant der Statiker mit Annahmen. ## Was passiert ohne Gutachten? **Ohne Gutachten trägst du das Baugrundrisiko selbst. Stellt sich beim Aushub heraus, dass der Boden nicht trägt oder Grundwasser ansteht, kosten Nachträge für Gründung, Abdichtung oder Bodenaustausch schnell ein Vielfaches des Gutachtens.** Typische Folgen, wenn der Baugrund erst beim Bau auffällt: - Die Bodenplatte muss dicker werden oder auf Pfähle gestellt werden. - Der Keller braucht eine teurere Abdichtung gegen drückendes Wasser. - Nicht tragfähiger Boden muss ausgetauscht und entsorgt werden. - Der Bau steht still, bis Statik und Planung angepasst sind. Ob sich ein Keller auf deinem Grundstück lohnt, hängt stark vom Baugrund ab. Mehr dazu im Vergleich [Keller oder Bodenplatte](https://baukostenplan.de/ratgeber/keller-oder-bodenplatte-kosten-2026). ## Wann und bei wem gibst du das Gutachten in Auftrag? **Am besten vor dem Grundstückskauf, spätestens aber vor der Tragwerksplanung. Beauftrage ein Ingenieurbüro für Geotechnik oder einen Sachverständigen für Erd- und Grundbau.** 1. **Vor dem Kauf:** Frag den Verkäufer, ob es schon ein Gutachten gibt, zum Beispiel aus der Erschließung eines Baugebiets. Manche Gemeinden haben für Neubaugebiete Untersuchungen vorliegen. 2. **Angebote einholen:** Mindestens zwei, jeweils mit getrennten Positionen für Honorar und Feldarbeiten. 3. **Lageplan bereitstellen:** Der Gutachter braucht die geplante Lage des Hauses, damit die Bohrpunkte richtig sitzen. 4. **Ergebnis an Statiker weitergeben:** Das Gutachten liefert die Bemessungswerte, mit denen die Gründung berechnet wird. Wenn du den Grundstückspreis noch einordnen willst, hilft ein Blick auf die [Bodenrichtwerte](https://baukostenplan.de/bodenrichtwerte) deiner Gemeinde. ## Wie passt das Gutachten in die Gesamtkosten? **Gemessen an den Baukosten ist das Bodengutachten ein kleiner Posten. Beim Musterhaus mit rund 440.000 Euro Gesamtkosten macht ein Gutachten der Zone II weniger als ein Prozent aus.** Die Baukosten für dein eigenes Haus, mit allen Kostengruppen nach DIN 276, berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Dort siehst du auch, wie hoch die Baunebenkosten bei deinem Projekt ungefähr ausfallen. Typische Kosten für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) findest du außerdem nach Haustyp und Bundesland aufgeschlüsselt. ## FAQ: Bodengutachten Kosten **Was kostet ein Bodengutachten für ein Einfamilienhaus?** Nach den Orientierungswerten der HOAI liegt das Honorar für ein typisches Einfamilienhaus meist bei rund 1.300 bis 2.800 Euro brutto (Honorarzone I bis II). Bohrungen, Sondierungen und Laborversuche werden zusätzlich berechnet. **Ist ein Bodengutachten beim Hausbau Pflicht?** Nein, eine allgemeine gesetzliche Pflicht für private Bauherren gibt es nicht. Bei Nachbarbebauung, Keller, Hanglage oder unklarem Boden ist es aber dringend zu empfehlen, weil du sonst das Baugrundrisiko allein trägst. **Sind die HOAI-Honorare für Bodengutachten verbindlich?** Nein. Die Honorartafel der HOAI für Geotechnik enthält nur Orientierungswerte. Gutachter dürfen frei kalkulieren, viele orientieren sich aber an der Tafel. **Wer zahlt das Bodengutachten?** In der Regel der Bauherr. Beim Kauf eines Grundstücks von einem Bauträger oder in einem Neubaugebiet lohnt die Frage, ob schon ein Gutachten vorliegt. **Wie lange dauert ein Bodengutachten?** Das hängt von der Auslastung des Büros und vom Umfang der Feldarbeiten ab. Frag beim Angebot nach dem Termin für die Bohrungen und nach der Bearbeitungszeit bis zum fertigen Bericht. **Zu welcher Kostengruppe gehört das Bodengutachten?** Nach DIN 276 zu den Baunebenkosten, also Kostengruppe 700. Quellen: - HOAI Anlage 1, Abschnitt 1.3 Geotechnik (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/anlage_1.html - § 50 HOAI: Anrechenbare Kosten Tragwerksplanung: https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/__50.html - Wissenschaftliche Dienste des Bundestags: Das Baugrund- und Gründungsgutachten (WD 7-3000-143/20): https://www.bundestag.de/resource/blob/823416/2461e40fbde0779cf931fe4150b11a64/WD-7-143-20-pdf-data.pdf - § 909 BGB: Vertiefung: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__909.html - § 650p BGB: Architekten- und Ingenieurvertrag: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__650p.html --- # Bauabnahme beim Hausbau: Ablauf, Mängelrechte und 5 Jahre Gewährleistung URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauabnahme-hausbau-ablauf-maengelrechte-gewaehrleistung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 *Stand dieses Artikels: 07.10.2026.* Wenn dein Haus fertig gebaut ist, steht ein Schritt bevor, der über Tausende von Euro entscheiden kann: die Bauabnahme. Mit ihr übernimmst du das Werk offiziell, die Schlusszahlung wird fällig, und eine fünfjährige Gewährleistungsfrist beginnt zu laufen. Wer die Abnahme unvorbereitet oder ohne schriftliches Protokoll durchführt, riskiert wesentliche Rechte zu verlieren. Dieser Ratgeber erklärt, was rechtlich bei der Bauabnahme gilt, wie du Mängel wirksam sicherst und welche Fristen du kennen musst. ## Was ist die Bauabnahme und warum ist sie so wichtig? **Die Bauabnahme ist die formelle Erklärung, dass du das Bauwerk als im Wesentlichen vertragsgemäß fertiggestellt anerkennst. Sie löst drei gleichzeitige Rechtsfolgen aus: Die Vergütung wird fällig, die Gewährleistungsfrist startet, und die Beweislast wechselt.** Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt die Abnahme im Werkvertragsrecht. Nach §640 Abs. 1 S. 1 BGB bist du als Besteller verpflichtet, das vertragsgemäß hergestellte Werk abzunehmen. Gleichzeitig bestimmt §641 Abs. 1 BGB, dass die Vergütung bei der Abnahme zu entrichten ist. Die drei zentralen Rechtsfolgen der Abnahme: - **Schlusszahlung fällig**: Bis zur Abnahme kannst du die Restzahlung einbehalten und damit faktisch Druck auf die Fertigstellung ausüben. - **5-Jahres-Frist beginnt**: Die gesetzliche Verjährungsfrist für Mängelansprüche bei Bauwerken beträgt fünf Jahre und läuft ab dem Tag der Abnahme (§634a Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 BGB). - **Beweislast wechselt**: Vor der Abnahme muss der Unternehmer beweisen, dass das Werk mängelfrei ist. Nach der Abnahme liegst du in der Beweispflicht. ## Wann und wie findet die Abnahme statt? **Die Abnahme findet statt, wenn der Bau fertiggestellt ist und du und der Unternehmer das Bauwerk gemeinsam begehen. Empfohlen ist immer eine förmliche Abnahme mit schriftlichem Protokoll.** Gesetzlich ist keine bestimmte Form vorgeschrieben. In der Praxis gibt es drei Varianten: | Abnahmeform | Ablauf | Empfehlung | |-------------|--------|------------| | Förmliche Abnahme | Gemeinsame Begehung, schriftliches Protokoll, beide Seiten unterschreiben | Unbedingt empfehlenswert | | Konkludente Abnahme | Durch schlüssiges Verhalten, z. B. Einzug ins Haus ohne Mängelrüge | Vermeiden, da riskant | | Fiktive Abnahme | Unternehmer setzt Frist, du lehnst nicht unter Angabe von Mängeln ab | Pflicht: Textform-Hinweis bei Verbrauchern | Die fiktive Abnahme ist in §640 Abs. 2 BGB geregelt: Setzt der Unternehmer dir eine angemessene Frist und verweigert du die Abnahme nicht innerhalb dieser Frist unter ausdrücklicher Angabe mindestens eines Mangels, gilt das Werk als abgenommen. Bist du Verbraucher, muss der Unternehmer dich zuvor in Textform auf diese Rechtsfolge hinweisen. Typischer Ablauf einer förmlichen Abnahme: 1. Gemeinsame Begehung aller Räume und Außenanlagen 2. Prüfung aller vertraglich vereinbarten Leistungen 3. Festhalten aller Mängel und offenen Punkte im Protokoll 4. Ggf. Sachverständiger prüft kritische Bereiche wie Dämmung, Abdichtung, Technik 5. Unterschrift beider Seiten unter das Protokoll 6. Nachfristsetzung für Mängelpunkte im selben Protokoll Der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) auf baukostenplan.de zeigt dir, was dein Hausbau inklusive aller Nebenkosten kosten darf, damit die Finanzierung am Ende aufgeht. ## Welche Mängel berechtigen zur Abnahmeverweigerung? **Du darfst die Abnahme nur bei wesentlichen Mängeln verweigern. §640 Abs. 1 S. 2 BGB stellt ausdrücklich klar: Wegen unwesentlicher Mängel ist die Verweigerung nicht zulässig.** Diese Regelung schützt Unternehmer vor mutwilliger Verzögerung der Schlusszahlung, gibt dir aber das Recht, bei echten Funktionsproblemen standzuhalten. Typische **wesentliche Mängel**, die zur Verweigerung berechtigen: - Undichtes Dach oder undichte Kellerabdichtung - Risse in tragenden Wänden oder im Fundament - Funktionsunfähige Heizungsanlage, Elektroanlage oder Sanitär - Fehlende oder falsch verlegte Wärmedämmung - Erhebliche Abweichungen von der genehmigten Bauplanung Typische **unwesentliche Mängel**, die nur ins Protokoll gehören: - Kratzer im Parkett oder Bodenbelag - Farbabweichungen oder streifige Anstriche - Kleinere Ausführungsfehler ohne funktionale Auswirkung - Fehlende Abdeckleisten oder noch nicht eingestellte Türen **Wichtig**: Nimmst du ein Werk ab, obwohl du einen Mangel kennst, verlierst du nach §640 Abs. 3 BGB deine Mängelrechte auf Nacherfüllung, Selbstvornahme und Rücktritt genau für diesen Mangel, sofern du dir deine Rechte nicht ausdrücklich im Abnahmeprotokoll vorbehalten hast. Halte daher auch kleine Mängel im Protokoll fest und vermerke: "Vorbehalt wegen der unter Punkt X genannten Mängel." ## Deine Mängelrechte nach der Abnahme **Hast du bei der Abnahme einen Mangel mit Vorbehalt festgehalten oder tritt ein Mangel nach der Abnahme auf, stehen dir nach §634 BGB vier verschiedene Rechte zu.** Die Mängelrechte im Überblick: | Recht | Rechtsgrundlage | Voraussetzung | |-------|----------------|---------------| | Nacherfüllung | §635 BGB | Mangel liegt vor; Unternehmer wählt Beseitigungs- oder Neuherstellungsweg | | Selbstvornahme | §637 BGB | Nacherfüllung verweigert oder Frist abgelaufen | | Minderung | §638 BGB | Nacherfüllung nicht möglich oder zumutbar | | Rücktritt | §636, §323 BGB | Erheblicher Mangel, Nacherfüllung gescheitert | | Schadensersatz | §636, §280 ff. BGB | Vertretenmüssen des Mangels durch Unternehmer | Vorrang hat stets die **Nacherfüllung**: Du musst dem Unternehmer grundsätzlich zuerst Gelegenheit zur Mängelbeseitigung geben und dafür eine angemessene Frist setzen. Erst wenn er das ablehnt, die Frist abläuft oder die Nacherfüllung ernsthaft und endgültig verweigert wird, darfst du auf andere Rechte umsteigen. Die Wahl des richtigen Haustyps beeinflusst übrigens auch, welche Mängel in der Praxis häufig auftreten. Bei einem [Massivhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/massivhaus) liegen Schwachstellen oft in der Kellerabdichtung und im Dachbereich, bei einem [Fertighaus](https://baukostenplan.de/haustypen/fertighaus) eher in den Fugen und Anschlüssen. ## Gewährleistung: 5 Jahre ab dem Tag der Abnahme **Die gesetzliche Gewährleistungsfrist für Bauwerke beträgt fünf Jahre und beginnt mit dem Tag der Abnahme (§634a Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 BGB). Innerhalb dieser Zeit kannst du Mängel geltend machen, die beim Bau entstanden sind.** Innerhalb dieser fünf Jahre gilt: - Du kannst jederzeit Mängel schriftlich rügen, sobald du sie entdeckst. - Der Unternehmer muss nach einer Rüge innerhalb angemessener Frist nachbessern. - Hat der Unternehmer einen Mangel arglistig verschwiegen, gilt die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren, nicht die Fünfjahresfrist (§634a Abs. 3 BGB); diese beginnt zum Jahresende, in dem du den Mangel erkennst. **Praxistipp**: Lass kurz vor Ablauf des fünften Jahres nach der Abnahme einen Bausachverständigen das Haus inspizieren. Verdeckte Mängel wie Leckagen in der Kellerabdichtung, Schäden an der Dacheindeckung oder Wärmebrücken zeigen sich oft erst nach mehreren Jahren. Eine rechtzeitige Rüge vor Fristablauf wahrt deine Rechte. Für Bayern findest du eine detaillierte Aufstellung der Hausbaukosten unter [/baukosten/bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Wer die Gesamtkosten realistisch kennt, kalkuliert auch Puffer für eventuelle Mängelbeseitigungen ein. ## Zurückbehaltungsrecht: Schlusszahlung sichern **Wenn du Mängel im Abnahmeprotokoll festgehalten hast, kannst du nach Fälligkeit der Vergütung einen Teil der Schlusszahlung einbehalten. §641 Abs. 3 BGB nennt das Doppelte der voraussichtlichen Mangelbeseitigungskosten als angemessenen Betrag.** Dieses Zurückbehaltungsrecht gibt dir eine wichtige finanzielle Absicherung: **Beispiel** (gerechnet): Du nimmst dein Haus ab, hältst drei Mängel mit Nachbesserungsvorbehalt fest. Einen Riss im Kelleraußenputz schätzt du mit 1.500 Euro, fehlende Dämmung am Dachstuhl mit 2.500 Euro und ein nicht einreguliertes Heizsystem mit 800 Euro. Gesamte Mangelkosten: 4.800 Euro. Du kannst bis zu 9.600 Euro (das Doppelte) von der Schlusszahlung einbehalten, bis alle Mängel beseitigt sind. Das Zurückbehaltungsrecht setzt voraus, dass die Vergütung bereits fällig ist, also die Abnahme erklärt wurde. Es ist kein Instrument, um die Abnahme selbst zu verzögern. Weitere wichtige Baunebenkosten, die du einkalkulieren solltest, erklärt der Ratgeber zu [Baunebenkosten beim Hausbau](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). Die Kostengliederung nach [DIN 276](https://baukostenplan.de/ratgeber/din-276-kostengliederung) hilft dir, alle Kostengruppen strukturiert zu erfassen. ## Mit Sachverständigen zur Bauabnahme **Ein unabhängiger Bausachverständiger bei der Abnahme kostet in der Regel 500 bis 1.500 Euro, kann aber erheblich teurere Spätschäden verhindern und dient im Streitfall als sachkundiger Zeuge.** Ein Sachverständiger bei der Abnahme: - kennt typische Baumängel und versteckte Schwachstellen - dokumentiert Mängel fachgerecht und nachvollziehbar - empfiehlt technische Untersuchungen wie Blower-Door-Test oder Thermografie - kann als sachkundige Kraft im Streitfall gegenüber dem Unternehmer auftreten Wenn du keinen eigenen Architekten oder Bauleiter für die Baubegleitung beauftragt hast, ist ein Sachverständiger bei der Abnahme eine der sinnvollsten Investitionen der gesamten Bauphase. Beachte: Der Sachverständige berät dich fachlich, aber die Abnahme erklärst du als Vertragspartei selbst. ## FAQ zur Bauabnahme **Kann ich die Abnahme verweigern, wenn noch Kleinigkeiten fehlen?** Nein. Wegen unwesentlicher Mängel darfst du die Abnahme nicht verweigern (§640 Abs. 1 S. 2 BGB). Du nimmst ab, hältst aber alle offenen Punkte mit einem ausdrücklichen Vorbehalt im Protokoll fest und setzt eine konkrete Nachfrist für die Beseitigung. **Muss das Abnahmeprotokoll schriftlich sein?** Gesetzlich nicht, aber in der Praxis unverzichtbar. Ohne schriftliches Protokoll hast du im Streitfall keine belastbare Grundlage, welche Mängel zum Zeitpunkt der Abnahme bekannt waren. Viele Bauverträge, insbesondere solche nach VOB/B, schreiben die förmliche Abnahme ohnehin ausdrücklich vor. **Wann beginnt die Gewährleistungsfrist neu?** Die 5-Jahres-Frist beginnt nicht automatisch neu, wenn ein Mangel nachgebessert wird. Für die neu erbrachte Nacherfüllungsleistung kann jedoch eine eigene Frist entstehen, die von Art und Umfang der Leistung abhängt. Im Zweifel halte den genauen Zeitpunkt der Nachbesserung schriftlich fest. **Was passiert bei der fiktiven Abnahme?** Setzt der Unternehmer dir eine angemessene Frist und lehnst du nicht unter Angabe mindestens eines konkreten Mangels ab, gilt das Werk als abgenommen (§640 Abs. 2 BGB). Als Verbraucher musst du aber vorher in Textform auf diese Rechtsfolge hingewiesen worden sein. Antworte auf solche Schreiben immer schriftlich mit einer konkreten Mängelliste. **Kann ich Teilabnahmen für einzelne Gewerke vereinbaren?** Ja. Teilabnahmen sind zulässig und sinnvoll bei umfangreichen Bauprojekten. Die Gewährleistungsfrist für jeden abgenommenen Teil beginnt dann jeweils mit dessen Abnahme. Halte Teilabnahmen im Vertrag fest und erstelle für jeden Abschnitt ein separates Protokoll. **Wie rüge ich einen Mangel richtig?** Schreibe dem Unternehmer per Brief oder E-Mail, beschreibe den Mangel möglichst genau mit Ort und Schadensumfang, und setze eine konkrete Frist zur Beseitigung. Dokumentiere den Mangel zusätzlich mit Fotos. Je präziser die Beschreibung, desto schwerer kann der Unternehmer den Mangel bestreiten. Quellen: - §640 BGB - Abnahme (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__640.html - §634 BGB - Rechte des Bestellers bei Mängeln (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__634.html - §634a BGB - Verjährung der Mängelansprüche (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__634a.html - §641 BGB - Fälligkeit der Vergütung (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__641.html --- # Solarpflicht 2027: Was § 106 GModG für deinen Neubau bedeutet, mit Blick auf die Bundesländer URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/solarpflicht-neubau-2027-gmodg-bundeslaender Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat nicht nur die Heizungsregeln reformiert. Mit § 106 führt es auch die erste **bundesweite Solarpflicht** ein. Der Paragraf tritt am **1. Januar 2027** in Kraft und gilt dann zuerst für neue Nichtwohngebäude über 250 m² und neue öffentliche Nichtwohngebäude. Neue Wohngebäude folgen ab dem 1. Januar 2030. Daneben dürfen die Bundesländer eigene, strengere Regeln haben, und einige haben das getan. Wer heute baut oder plant, muss beide Ebenen im Blick behalten. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was ist die bundesweite Solarpflicht nach § 106 GModG? **Mit dem GModG gibt es erstmals eine bundesweite Pflicht zur Errichtung von Solarenergieanlagen. Sie gilt ab dem 1. Januar 2027 schrittweise für Neubau und bestimmte Bestandsgebäude, angefangen mit Nichtwohngebäuden.** Bisher war die Solarpflicht reine Ländersache. Das GModG gilt im Grundsatz seit dem 29. Juli 2026, der neue § 106 tritt am 1. Januar 2027 in Kraft (BGBl. 2026 I Nr. 226, Art. 9 Abs. 2). Er ergänzt die Landesregeln, ersetzt sie aber nicht: Die Länder dürfen weitergehende Anforderungen stellen (§ 106 Abs. 4). Das Gesetz verlangt eine "Solarenergieanlage". Photovoltaik und Solarthermie kommen also beide in Betracht. Mindestgrößen nennt § 106 nicht. Zusätzlich muss jedes neue Gebäude ab 2027 so konzipiert werden, dass sein Solarpotenzial am Standort optimiert wird (§ 106 Abs. 1). ## Der vollständige Zeitplan: Wann gilt was? **Die Pflicht kommt gestaffelt nach Gebäudeart. Für neue Wohngebäude ist der 1. Januar 2030 entscheidend.** | Ab | Gebäudeart | Regelung | |---|---|---| | **1. Jan. 2027** | neue öffentliche Nichtwohngebäude; neue Nichtwohngebäude über 250 m² | Pflicht beim Neubau | | **1. Jan. 2028** | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 2.000 m² | Pflicht im Bestand | | **1. Jan. 2028** | bestehende Nichtwohngebäude über 500 m² | bei Änderungen nach § 36 mit Berechnung für das ganze Gebäude | | **1. Jan. 2029** | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 750 m² | Pflicht im Bestand | | **1. Jan. 2030** | neue Wohngebäude (alle Größen); neue, an Gebäude angrenzende überdachte Parkplätze | Pflicht beim Neubau | | **1. Jan. 2031** | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 250 m² | Pflicht im Bestand | *Quelle: § 106 Abs. 2 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226. Für öffentliche Bestandsgebäude hängt die Pflicht nicht an einer Dachsanierung.* Für den privaten Hausbau gilt: Wer 2027 oder 2028 ein Einfamilienhaus baut, muss nach Bundesrecht noch keine Anlage errichten, aber solaroptimiert planen. Die Landesregel deines Bundeslands kann schon jetzt mehr verlangen. Ob beim Stichtag 2030 Bauantrag, Genehmigung oder Fertigstellung zählt, regelt § 106 nicht ausdrücklich. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du prüfen, wie sich eine Solaranlage auf deine Gesamtbaukosten auswirkt. ## Bundesländer: Wo gilt schon eine eigene Solarpflicht? **Mehrere Bundesländer haben bereits eigene Solarpflichten, die zum Teil auch Wohngebäude erfassen. Diese Regeln gelten neben § 106 weiter. Welche Pflicht für dein Grundstück gilt, klärst du mit der Landesbauordnung und der Bauaufsicht.** Die Landesregeln unterscheiden sich in vielen Punkten und werden immer wieder geändert. Eine pauschale Ländertabelle veraltet schnell, deshalb verzichten wir hier auf eine Liste. Prüfe für dein Bauvorhaben: - **Rechtsgrundlage**: Landesbauordnung, Landesklimaschutzgesetz oder eigene Solarverordnung deines Bundeslands - **Gebäudeart**: Gilt die Pflicht nur für Nichtwohngebäude oder auch für Wohngebäude? - **Stichtag**: Ab welchem Bauantrag oder welcher Genehmigung gilt sie? - **Umfang**: Wird eine Mindestfläche, ein Anteil der Dachfläche oder eine Mindestleistung verlangt? - **Auslöser im Bestand**: Löst eine Dachsanierung die Pflicht aus? - **Ausnahmen und Nachweis**: Wie ist eine Befreiung zu begründen, welche Unterlagen will die Behörde sehen? Die zuständige Bauaufsichtsbehörde gibt dir verbindliche Auskunft. Regionale Baukosten findest du zum Beispiel unter [Baukosten Baden-Württemberg](https://baukostenplan.de/baukosten/baden-wuerttemberg). ## Was bedeutet die Solarpflicht konkret für ein Einfamilienhaus? **Nach Bundesrecht braucht ein neues Einfamilienhaus ab 2030 eine Solarenergieanlage, ab 2027 schon eine solaroptimierte Planung. Was die Anlage kostet, hängt von Größe, Dach, Speicher und Region ab.** Pauschale Preisspannen oder Kosten je Kilowatt aus dem Internet sind für die Planung wenig verlässlich. Hole für dein Haus mindestens zwei Angebote ein, mit und ohne Speicher. Ob und wann sich die Anlage rechnet, hängt vor allem von deinem Eigenverbrauch und deinem Strompreis ab. Ob du ein [Massivhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/massivhaus) oder ein [Fertighaus](https://baukostenplan.de/haustypen/fertighaus) baust, spielt für die Solarpflicht keine Rolle. Entscheidend sind Bundesland, Gebäudeart und Zeitpunkt. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) lohnt es sich, Dachform und Ausrichtung schon im ersten Entwurf auf Solar auszurichten. ## Ausnahmen: Wann bist du von der Pflicht befreit? **§ 106 lässt die Pflicht entfallen, soweit eine Solarenergieanlage technisch unmöglich, funktional nicht realisierbar, wirtschaftlich unzumutbar ist oder anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften widerspricht.** Feste Grenzen enthält das Gesetz nicht, also weder eine Amortisationszeit noch eine Mindestdachfläche. Denkmalschutz ist nicht eigens genannt, kann aber unter "andere öffentlich-rechtliche Vorschriften" fallen. Weitere Ausnahmen betreffen Gebäude der Landes- und Bündnisverteidigung sowie Nichtwohngebäude mit Renovierungspflicht nach § 40 Abs. 1. Ein Antragsverfahren für die Ausnahme schreibt § 106 nicht vor. Landesrecht kann dazu eigene Regeln haben. Lass die Gründe, etwa Verschattung oder fehlende Tragfähigkeit, von Architekt oder Fachplaner schriftlich festhalten. ## Finanzierung, Förderung und Steuern **Einen direkten Zuschuss des Bundes für PV im Wohnungsneubau gibt es nicht. Entlastung bringen die Steuerbefreiung, die Einspeisevergütung und gegebenenfalls Kredite.** ### Steuern PV-Anlagen und Speicher auf Wohngebäuden sind mit 0 Prozent Umsatzsteuer belegt, wenn die Bruttoleistung 30 kWp nicht übersteigt (§ 12 Abs. 3 UStG). Die Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit, höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem, sind einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG). ### Einspeisevergütung Für Anlagen mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 zahlt der Netzbetreiber laut Bundesnetzagentur: - bis 10 kW: **7,70 Cent/kWh** bei Teileinspeisung, 12,22 Cent bei Volleinspeisung - bis 40 kW: **6,66 Cent/kWh** bei Teileinspeisung, 10,24 Cent bei Volleinspeisung ### KfW Der Klimafreundliche Neubau (KfW 297 für Selbstnutzer, 298 für andere) fördert das ganze Gebäude mit einem zinsgünstigen Kredit, nicht die PV-Anlage einzeln. Effizienzhaus 40: bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG 150.000 Euro, effektiv ab 1,96 Prozent. Effizienzhaus 55: bis 100.000 Euro, effektiv ab 1,00 Prozent, Antragseingang bis spätestens 31. Dezember 2026 (KfW-Konditionen vom 06.10.2026). Für die PV-Anlage selbst gibt es den Kredit KfW 270, effektiv ab ca. 4,41 Prozent. Mehr zur Gesamtfinanzierung im Artikel zum [GModG 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-gmodg-2026). ## Jetzt richtig planen: So gehst du vor **Wer heute einen Bauantrag vorbereitet, sollte die Solaranlage von Anfang an mitdenken. Das spart Umbauten und vermeidet Ärger mit Landes- und Bundesrecht.** **Schritt 1: Landesrecht prüfen.** Gilt in deinem Bundesland schon eine Solarpflicht für Wohngebäude? Wenn ja, ab welchem Stichtag und in welchem Umfang? Die Bauaufsicht gibt Auskunft. **Schritt 2: Dach solaroptimiert planen.** Schon im Entwurf auf gut besonnte, zusammenhängende Dachflächen achten. Gauben, Kamine und Lüftungsauslässe so legen, dass sie die Fläche nicht zerschneiden. Ab 2027 ist das nach § 106 Abs. 1 Pflicht. **Schritt 3: Kosten in den Finanzierungsplan einbauen.** PV-Anlagen fehlen oft in frühen Kostenschätzungen. Hole Angebote ein und nimm die Anlage in den Finanzierungsplan auf. **Schritt 4: KfW-Antrag rechtzeitig stellen.** Beim Klimafreundlichen Neubau muss der Antrag über die Bank vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Als Beginn gilt in der Regel der Abschluss eines Bau- oder Liefervertrags. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du eine erste Kostenschätzung für dein Bauprojekt inklusive PV erstellen. ## FAQ: Solarpflicht 2027 und GModG **Muss ich als Privatperson, die 2027 baut, eine Solaranlage installieren?** Nach Bundesrecht nicht, die Pflicht für neue Wohngebäude gilt ab 2030. Ab 2027 musst du aber solaroptimiert planen. Hat dein Bundesland eine eigene Solarpflicht für Wohngebäude, gilt diese schon jetzt. **Was kostet eine PV-Anlage für ein Einfamilienhaus?** Das hängt von Größe, Dach, Speicher und Region ab. Verlässlich sind nur Angebote für dein Haus. Bis 30 kWp fällt auf Wohngebäuden keine Umsatzsteuer an. **Gilt die Solarpflicht auch für Bestandsgebäude?** Für bestehende Wohngebäude sieht § 106 keine Pflicht vor. Erfasst sind im Bestand nur öffentliche Nichtwohngebäude ab bestimmten Größen sowie private Nichtwohngebäude über 500 m² bei bestimmten Änderungen. Landesrecht kann weitergehen. **Kann ich statt Photovoltaik auch Solarthermie einbauen?** Das Gesetz verlangt eine Solarenergieanlage und legt keine Technik fest. Solarthermie kommt in Betracht, vor allem bei hohem Warmwasserbedarf. **Was passiert, wenn ich die Pflicht nicht erfülle?** Wie Verstöße gegen § 106 geahndet werden, solltest du bei der Bauaufsicht erfragen. Bei Landespflichten regeln die Länder Nachweise und Sanktionen selbst. Fehlende Nachweise können das Bauverfahren verzögern. **Beeinflusst eine PV-Anlage meinen KfW-Effizienzhausstandard?** Das hängt von der Berechnung ab. Ob und wie selbst erzeugter Strom angerechnet wird, ermittelt dein Energieeffizienz-Experte im Effizienzhaus-Nachweis. Lass das früh durchrechnen, wenn du EH 40 oder EH 55 anstrebst. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html - Umsatzsteuergesetz § 12: https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html - Einkommensteuergesetz § 3: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html --- # KfW Jung kauft Alt 2026: Bis zu 180.000 € Kredit, was sich seit August geändert hat URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/jung-kauft-alt-2026-neue-foerderbetraege-familien Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das KfW-Programm "Jung kauft Alt" (Kredit Nr. 308) wurde im Sommer 2026 aufgewertet. Seit dem **3. August 2026** gelten höhere Kredithöchstbeträge und eine neue Option: Statt einer Sanierung auf Effizienzhaus-Standard kann die Sanierungspflicht auch über vier festgelegte Einzelmaßnahmen erfüllt werden. Für Familien, die ein älteres Haus kaufen und modernisieren wollen, ist das Programm damit leichter nutzbar. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* Dieser Artikel erklärt, was sich konkret geändert hat, welche Voraussetzungen gelten und wie du das Programm mit anderen Förderungen kombinierst. ## Was ist das KfW-Programm "Jung kauft Alt"? **"Jung kauft Alt" fördert Familien mit Kindern beim Kauf einer bestehenden Wohnimmobilie der Effizienzklasse F, G oder H mit einem zinsverbilligten Kredit. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht, der Vorteil liegt allein im niedrigen Zins.** Gefördert wird ausschließlich der **Kaufpreis inklusive Grundstück**. Die Sanierung, zu der du dich verpflichtest, finanziert der Kredit 308 nicht. Dafür gibt es die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), etwa den KfW-Kredit 261 oder Zuschüsse für Einzelmaßnahmen. Interessant ist das Programm vor allem dort, wo energetisch schlechte Bestandshäuser vergleichsweise günstig zu kaufen sind. Regionale Zahlen zu den Gesamtbaukosten findest du auf der Seite [Baukosten Sachsen](https://baukostenplan.de/baukosten/sachsen). ## Die neuen Förderbeträge seit August 2026 **Seit dem 3. August 2026 gibt es je nach Zahl der Kinder unter 18 Jahren 140.000, 160.000 oder 180.000 Euro Kredit. Das sind 30.000 bis 40.000 Euro mehr als vorher.** | Kinder im Haushalt | Kredithöchstbetrag seit 03.08.2026 | Vorher | |---|---|---| | 1 Kind | 140.000 € | 100.000 € | | 2 Kinder | 160.000 € | 125.000 € | | ab 3 Kindern | 180.000 € | 150.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 und KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Bei einer Familie mit einem Kind stehen damit 40.000 Euro mehr zinsgünstiger Kredit zur Verfügung, bei drei Kindern 30.000 Euro mehr. Wichtig: Der Höchstbetrag bezieht sich nur auf den Kaufpreis und ist auf dessen Höhe begrenzt. Sanierungskosten, Notar, Makler und Grunderwerbsteuer sind im Kredit 308 nicht förderfähig. ## Neue Option: Einzelmaßnahmen statt Effizienzhaus-Standard **Seit August 2026 kannst du die Sanierungspflicht auch über vier festgelegte Einzelmaßnahmen erfüllen. Es müssen alle vier umgesetzt werden, eine Auswahl einzelner Maßnahmen reicht nicht.** Bisher musste das gekaufte Gebäude mindestens auf "Effizienzhaus 85 EE" oder "Effizienzhaus Denkmal EE" saniert werden. Diese Möglichkeit bleibt bestehen, dafür ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht. Seit dem 3. August 2026 gibt es alternativ den Einzelmaßnahmen-Weg mit diesen vier Pflichtmaßnahmen: - **Heizungstausch** auf eine Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien - **Fenstertausch** - **Fassadendämmung** - **Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke** Jede Maßnahme muss die technischen Mindestanforderungen der BEG Einzelmaßnahmen einhalten. Ausnahmen laut Merkblatt: Eine Heizung, die schon 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt, oder ein Anschluss an ein Wärmenetz muss nicht ersetzt werden. Bauteile, die bereits die Anforderungen der EnEV 2001 erfüllen, sind ausgenommen. Eine Kellerdeckendämmung gehört nicht zu den Pflichtmaßnahmen. Ein Haus der 1970er-Jahre mit alter Gasheizung erfüllt die Bedingungen also nicht schon mit Wärmepumpe plus Fassadendämmung. Auch Fenster und Dach bzw. oberste Geschossdecke müssen gemacht werden, sofern sie nicht schon den Anforderungen entsprechen. Mehr zum Heizungstausch und seiner Förderung steht im Ratgeber [Wärmepumpe Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-foerderung-2026). ## Voraussetzungen: Wer kann das Programm nutzen? **Das Programm richtet sich an Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, die kein Wohneigentum besitzen, die Einkommensgrenze einhalten und die gekaufte Immobilie selbst bewohnen.** **Personenbezogene Voraussetzungen:** - Mindestens ein leibliches oder angenommenes Kind unter 18 Jahren im Haushalt bei Antragstellung - Zu versteuerndes Haushaltseinkommen höchstens 90.000 Euro bei einem Kind, plus 10.000 Euro je weiterem Kind. Die Grenze wurde im August 2026 nicht geändert. - Kein Wohneigentum in Deutschland bei Antragstellung - Selbstnutzung als Eigentümer mit mindestens 50 Prozent Anteil, mindestens fünf Jahre ab Einzug **Gebäudebezogene Voraussetzungen:** - Gültiger Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis mit Klasse F, G oder H bei Antragstellung. Ein Baujahr-Kriterium gibt es nicht. - Sanierung nach dem Kauf: Effizienzhaus 85 EE bzw. Denkmal EE oder alle vier Einzelmaßnahmen - Energieeffizienz-Experte nur beim Effizienzhaus-Weg Pflicht, beim Einzelmaßnahmen-Weg reicht eine Fachunternehmererklärung nach § 35c EStG je Maßnahme **Zeitlicher Rahmen:** - Antrag vor dem notariellen Kaufvertrag, maßgeblich ist der Eingang bei der KfW - Sanierung innerhalb von 54 Monaten ab Förderzusage Das Programm gilt für bestehende [Einfamilienhäuser](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus), Reihenhäuser, Doppelhaushälften und Eigentumswohnungen. Gefördert wird eine Wohneinheit. ## So kombinierst du Jung kauft Alt mit anderen Programmen **Für die Sanierung darfst du laut Merkblatt 308 zusätzlich Kredite und Zuschüsse aus der BEG nutzen. Die Summe aller Förderungen darf die förderfähigen Kosten nicht übersteigen.** | Maßnahme | Programm | Förderung | |---|---|---| | Hauskauf (Kaufpreis) | KfW 308 Jung kauft Alt | bis 180.000 € Kredit | | Sanierung zum Effizienzhaus | KfW 261 Wohngebäude-Kredit | bis 150.000 € je Wohneinheit, Tilgungszuschuss je nach Stufe | | Heizungstausch (Wärmepumpe) | KfW 458 | 30 % Grundförderung, mit Boni bis 70 %, bei niedrigem Einkommen bis 80 %, förderfähig bis 28.000 € (1. Wohneinheit) | | Fassadendämmung | BAFA BEG EM | 15 % Zuschuss | | Fenster | BAFA BEG EM | 15 % Zuschuss | Den iSFP-Bonus von 5 Prozent gibt es bei BAFA nur ab 30.000 Euro förderfähigen Kosten und nur für den Betrag darüber. BEG Einzelmaßnahmen (BAFA, KfW 458) und KfW 261 lassen sich seit 21. Juli 2026 nicht parallel für dasselbe Gebäude beantragen. Wer den Einzelmaßnahmen-Weg geht, nutzt also die Zuschüsse, wer zum Effizienzhaus saniert, eher den Kredit 261. Beispiel mit angenommenen Werten: Kaufpreis 180.000 Euro, Sanierungskosten 80.000 Euro. Mit KfW 308 finanzierst du bis zu 180.000 Euro des Kaufpreises (bei drei Kindern). Die 80.000 Euro Sanierung finanzierst du getrennt. Für die Heizung bekommst du über KfW 458 als Selbstnutzer mindestens 30 Prozent, höchstens 70 bzw. 80 Prozent der förderfähigen Kosten bis 28.000 Euro, je nach Heizungsalter und Einkommen. Eine Kostenkalkulation für dein Vorhaben macht der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was die aktuellen Bauzinsen für Jung kauft Alt bedeuten **Der KfW-Kredit 308 kostet je nach Variante 0,01 bis 1,16 Prozent effektiv. Wohnungsbaukredite am Markt lagen im August 2026 im Schnitt bei 3,81 Prozent, der Abstand beträgt also rund 3 Prozentpunkte.** KfW-Zinsen laut Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 (10 Jahre Zinsbindung): | Laufzeit / tilgungsfrei | Effektivzins KfW 308 | |---|---| | 10 / 2 Jahre | 0,01 % | | 25 / 3 Jahre | 0,72 % | | 35 / 5 Jahre | 1,00 % | | 10 Jahre endfällig | 1,16 % | Zum Vergleich die Deutsche Bundesbank für August 2026: im Schnitt 3,81 Prozent effektiv bei über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung und 4,04 Prozent bei über 10 Jahren. Grob gerechnet spart eine Familie mit 180.000 Euro KfW-Kredit zu 1,00 Prozent im ersten Jahr rund 5.000 Euro Zinsen gegenüber 3,81 Prozent. Die Zinsverbilligung gilt für die ersten 10 Jahre, danach macht die KfW ein Anschlussangebot ohne Verbilligung. Den Zins für deine Zusage legt die KfW so fest: Es gilt der Zinssatz am Tag der Zusage oder der günstigere Satz bei Antragseingang. ## Antragstellung: So geht es Schritt für Schritt **Den Antrag stellst du über eine Bank, Sparkasse oder einen Vermittler. Er muss vor dem notariellen Kaufvertrag bei der KfW eingehen.** 1. **Sanierungsweg klären:** Effizienzhaus mit Energieeffizienz-Experte oder die vier Einzelmaßnahmen. Die KfW empfiehlt eine Beratung durch einen Experten schon vor dem Kauf. 2. **Finanzierungspartner wählen:** KfW-Kredite laufen über Banken, Sparkassen, Bausparkassen, Versicherungen oder Vermittler, nicht direkt über die KfW. 3. **Antrag stellen:** mit Einkommensteuerbescheiden des zweiten und dritten Jahres vor Antrag (2026: 2024 und 2023), Geburtsurkunden der Kinder und Energieausweis. 4. **Kaufvertrag unterzeichnen:** nach der Zusage. Ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung zur Förderzusage ist auch vorher erlaubt. 5. **Sanierung umsetzen:** innerhalb von 54 Monaten ab Zusage. 6. **Nachweis einreichen:** "Bestätigung nach Durchführung" vom Experten (Effizienzhaus) oder von dir mit Fachunternehmererklärungen (Einzelmaßnahmen), dazu Grundbuchauszug, Meldebestätigung und Kaufvertrag. Die häufigste Fehlerquelle: erst kaufen, dann beantragen. Ein Kaufvertrag ohne aufschiebende Bedingung vor Antragseingang bei der KfW gilt als Vorhabenbeginn und ist förderschädlich. ## Was 2026 noch zu beachten ist **Bis zum 31. Dezember 2026 läuft noch die verlängerte EH55-Förderstufe im Klimafreundlichen Neubau (KfW 297/298). Für Familien, die auch einen Neubau erwägen, ist das eine Alternative.** - **Altbaukauf mit KfW 308:** oft günstiger in der Anschaffung, dafür Sanierungspflicht und -kosten. Auf der Programmseite 308 nennt die KfW keine Antragsfrist. - **Neubau EH55 mit KfW 297/298:** Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit, 1,00 Prozent effektiv (10 Jahre Laufzeit). Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen und setzt eine gültige Baugenehmigung voraus. Sind die Mittel vorher aufgebraucht, endet die Förderung früher. Wer bereits Baukindergeld oder den Familienkredit KfW 300 erhalten hat, ist von KfW 308 ausgeschlossen. ## FAQ: KfW Jung kauft Alt 2026 **Was hat sich bei Jung kauft Alt seit August 2026 konkret geändert?** Seit dem 3. August 2026 gelten höhere Kredithöchstbeträge: 140.000 Euro bei einem Kind, 160.000 Euro bei zwei, 180.000 Euro ab drei Kindern. Außerdem kann die Sanierungspflicht statt über ein Effizienzhaus über vier Einzelmaßnahmen erfüllt werden: Heizungstausch, Fenstertausch, Fassadendämmung und Dach- oder Geschossdeckendämmung. **Welche Kinder zählen für die Staffelung?** Leibliche oder angenommene Kinder, die bei Antragstellung im Haushalt leben und noch nicht 18 sind. Nach der Antragstellung geborene Kinder zählen nicht. Zieht ein berücksichtigtes Kind später nicht mit ein, etwa wegen eines Studiums, hat das laut KfW keine Auswirkung auf die Förderung. **Muss ich das Haus nach dem Kauf sanieren, und bis wann?** Ja. Innerhalb von 54 Monaten ab Förderzusage musst du mindestens Effizienzhaus 85 EE (bzw. Denkmal EE) erreichen oder alle vier Einzelmaßnahmen umsetzen. Wird das Ziel verfehlt, aber mindestens Effizienzhaus 100 EE erreicht, steigt der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr. **Kann ich Jung kauft Alt mit der BEG-Heizungsförderung kombinieren?** Ja. Laut Merkblatt 308 sind Kredite und Zuschüsse aus der BEG für die Sanierung ausdrücklich kombinierbar. KfW 308 finanziert den Kaufpreis, KfW 458 oder BAFA-Einzelmaßnahmen fördern die Sanierung. KfW 261 und BEG Einzelmaßnahmen gehen nicht parallel für dasselbe Gebäude. **Gilt das Programm nur für Einfamilienhäuser?** Nein. Gefördert wird der Kauf eines bestehenden Wohngebäudes oder einer bestehenden Eigentumswohnung zur Selbstnutzung. Entscheidend ist die Effizienzklasse F, G oder H im Energieausweis, ein Baujahr-Kriterium gibt es nicht. **Gibt es Einkommensgrenzen?** Ja. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf 90.000 Euro bei einem Kind nicht übersteigen, je weiterem Kind kommen 10.000 Euro dazu. Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor Antragstellung. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 zu Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Wohngebäude, Kredit (261): https://www.kfw.de/261 - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - BAFA: BEG Einzelmaßnahmen Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung vom 19.06.2026 zur EH55-Verlängerung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html --- # Bauzinsen Oktober 2026: EZB erhöht erneut – jetzt noch finanzieren? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-oktober-2026-ezb-erhoehung-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-10-04 # Bauzinsen Oktober 2026: EZB erhöht erneut – jetzt noch finanzieren? Die Europäische Zentralbank hat am 10. September 2026 den Einlagesatz auf 2,50 Prozent angehoben – die zweite Erhöhung im Jahr 2026. Das Ergebnis spürst du direkt bei der Bank: Wer heute einen Baukredit mit zehnjähriger Zinsbindung abschließt, zahlt zwischen 4,5 und 5,0 Prozent effektiven Jahreszins. Im Vergleich zum Jahresanfang sind das rund 0,6 Prozentpunkte mehr. Dieser Ratgeber erklärt, was hinter dem Anstieg steckt, welche KfW-Programme trotzdem noch günstig sind – und ob sich ein schneller Abschluss jetzt lohnt. ## Aktuelle Bauzinsen im Oktober 2026 **Im Oktober 2026 liegen die Bauzinsen für 10-jährige Zinsbindung zwischen 4,38 Prozent (Topanbieter) und rund 5,0 Prozent (Standardkonditionen).** Damit hat die Vier-Prozent-Marke, die Anfang des Jahres noch als psychologische Grenze galt, keine Bedeutung mehr als Richtschnur – sie liegt deutlich darunter. Konkrete Richtwerte für Oktober 2026: | Zinsbindung | Topzins | Durchschnitt | |---|---|---| | 5 Jahre | ca. 4,10 % | ca. 4,50 % | | 10 Jahre | ca. 4,38 % | ca. 4,70 % | | 15 Jahre | ca. 4,55 % | ca. 4,90 % | | 20 Jahre | ca. 4,75 % | ca. 5,10 % | Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen – der wichtigste Treiber für Hypothekenzinsen – stieg im September auf rund 3,31 Prozent, den höchsten Stand seit 15 Jahren. Zwischen Bundesanleihe und Baukredit liegt typischerweise ein Aufschlag von 1,0 bis 1,5 Prozentpunkten, was die aktuellen Marktpreise gut erklärt. Hast du noch keine Kostenübersicht für dein Bauvorhaben? Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) berechnest du in wenigen Minuten, welcher Kreditbetrag zu deinem Projekt passt. ## EZB-Entscheidung September 2026: Was dahintersteckt **Die EZB hat ihren Einlagesatz am 10. September 2026 von 2,25 auf 2,50 Prozent erhöht – das zweite Mal nach der Anhebung im Juni 2026.** Begründung: Die Inflation im Euroraum blieb hartnäckiger als erwartet, insbesondere bei Dienstleistungspreisen und Energiekosten. Der wichtigste Zusammenhang für Bauherren: - **Leitzins steigt → Bundesanleihe-Renditen steigen** (Markt preist höhere Refinanzierungskosten ein) - **Anleiherenditen steigen → Hypothekenzinsen steigen** (Banken kalkulieren Margen auf Basis der Swapsätze) - **Schnelle Reaktion:** Konditionen können sich binnen weniger Tage verschieben, wenn neue Signale von der EZB kommen Ein EZB-Einlagesatz von 2,50 Prozent ist historisch nicht ungewöhnlich. Zwischen 2006 und 2008 lag er ähnlich hoch, Bauzinsen waren damals bei 5 bis 6 Prozent. In diesem Kontext sind 4,5 Prozent kein Krisenzeichen – aber deutlich mehr als die Tiefststände von unter 1 Prozent zwischen 2019 und 2021. ## Vergleich: Marktkonditionen vs. KfW-Zinssätze **Wer KfW-Förderkredite nutzt, zahlt aktuell deutlich weniger Zinsen als am freien Markt** – der Unterschied beträgt je nach Programm 1,5 bis 4 Prozentpunkte. | KfW-Programm | Zweck | Aktueller Zinssatz (Okt. 2026) | Marktvergleich | |---|---|---|---| | **KfW 297** – Klimafreundlicher Neubau | Neubau EH40 | 1,00–3,05 % | Ersparnis bis 3,5 % | | **KfW 300** – Wohneigentum für Familien | Familienkauf | 0,01–1,16 % | Ersparnis bis 4,5 % | | **KfW 308** – Jung kauft Alt | Bestandskauf + Sanierung | 0,53 % effektiv | Ersparnis ca. 4 % | | **KfW 261** – Energieeffizient Sanieren | Sanierung Bestand | 3,05–3,77 % | Ersparnis ca. 1 % | | **KfW 159** – Altersgerecht Umbauen | Barrierereduzierung | 3,39–4,24 % | ca. gleich | Gerade das Programm KfW 308 "Jung kauft Alt" ist derzeit attraktiv: Familien mit Kindern können Bestandsimmobilien mit 0,53 Prozent effektivem Jahreszins finanzieren und dabei bis zu 180.000 Euro Kredit erhalten. Mehr dazu im Ratgeber zu den [neuen Kreditbeträgen ab August 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-308-jung-kauft-alt-2026-neue-kreditbetraege). ## Was steigende Zinsen für deine tatsächlichen Baukosten bedeuten **Jeder Prozentpunkt mehr Zinsen kostet dich bei 300.000 Euro Kreditsumme über 10 Jahre rund 30.000 Euro zusätzlich an Zinszahlungen.** Diese konkrete Rechnung verdeutlicht, warum die Zinsentwicklung mindestens so wichtig ist wie der Quadratmeterpreis. Ein Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus in Bayern: - **Kaufpreis:** 420.000 Euro (Grundstück + Bau) - **Eigenkapital:** 84.000 Euro (20 %) - **Kreditbetrag:** 336.000 Euro - **Zinssatz Oktober 2026:** 4,6 % effektiv, 10 Jahre - **Monatliche Rate (nur Zinsen):** ca. 1.288 Euro - **Zinslast in 10 Jahren:** ca. 137.000 Euro Zum Vergleich: Wer Anfang 2022 zu 1,5 % finanziert hat, zahlte rund 44.700 Euro Zinsen in 10 Jahren – also fast 100.000 Euro weniger bei gleichem Kreditbetrag. Für Bauprojekte in [Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) – einem der teuersten Bundesländer – bedeutet das: Wer günstige KfW-Konditionen nicht nutzt, zahlt bei einem typischen [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) auf 20 Jahre leicht 80.000 bis 120.000 Euro mehr an reinen Zinskosten als in der Niedrigzinsphase. ## Zinsprognose bis Ende 2026 **Die Mehrheit der Experten rechnet für das Jahresende 2026 mit einer Seitwärtsbewegung bei den Bauzinsen – also 4,3 bis 4,8 Prozent.** Ein deutlicher Rückgang ist unwahrscheinlich, eine weitere Erhöhung nicht ausgeschlossen. Drei Szenarien für Dezember 2026: **Szenario 1 – Seitwärtsbewegung (wahrscheinlichstes, ca. 55 %):** Die EZB hält die Zinsen stabil, Inflation bleibt bei 2,5–3 Prozent. Bauzinsen bewegen sich zwischen 4,3 und 4,8 Prozent. Kein dramatischer Handlungsdruck. **Szenario 2 – Leichter Rückgang (ca. 25 %):** Inflation kühlt schneller ab als erwartet. EZB signalisiert Pause. Bauzinsen rutschen auf 3,8–4,2 Prozent. Günstige Gelegenheit für Wartende. **Szenario 3 – Weitere Erhöhung (ca. 20 %):** Inflation bleibt hartnäckig, EZB hebt nochmals an. Bauzinsen steigen Richtung 5,2–5,5 Prozent. Früher Abschluss war richtig. Die aktuellen Terminmärkte zeigen keine klare Tendenz – die EZB hat bewusst Flexibilität signalisiert. Das macht eine verlässliche Prognose schwierig. ## Strategie: Jetzt abschließen oder auf niedrigere Zinsen warten? **Es gibt keine universell richtige Antwort – aber ein paar klare Regeln helfen bei der Entscheidung.** Wer auf Zinssenkungen spekuliert, sollte sich bewusst sein: Seit 2022 haben Bauherren, die auf niedrigere Zinsen gewartet haben, fast immer schlechter abgeschnitten als die, die frühzeitig abgeschlossen haben. So gehst du vor: **Wenn du jetzt bauen oder kaufen willst:** - Vergleiche mindestens 5 Angebote (Hausbank, Direktbanken, Vergleichsportale) - Nutze KfW-Programme wo immer möglich – der Zinsunterschied ist gerade besonders hoch - Wähle eine mittlere Zinsbindung (10–15 Jahre): Schutz gegen Weiteranstieg, ohne zu lange festgelegt zu sein - Forward-Darlehen prüfen, wenn Anschlussfinanzierung in 1–3 Jahren fällig wird **Wenn du noch 6–12 Monate Zeit hast:** - Beobachte die EZB-Entscheidungen (nächster Termin: Dezember 2026) - Setze dir eine Zielschwelle (z. B. "Ich finanziere bei unter 4,0 %") - Nutze die Zeit für vollständige Eigenkapital-Optimierung **Was du NICHT tun solltest:** - Auf "irgendwann" warten ohne konkreten Plan - Zinsspekulation über Eigenkapitalaufbau stellen - Auf günstige variable Zinsen setzen – Risiko bei weiteren EZB-Erhöhungen ## FAQ: Bauzinsen Oktober 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im Oktober 2026?** Für eine zehnjährige Zinsbindung liegt der Topzins bei ca. 4,38 Prozent, der Durchschnitt bei 4,5 bis 5,0 Prozent pro Jahr. Die genaue Kondition hängt von Bonität, Eigenkapitalquote und Anbieter ab. **Warum sind die Bauzinsen seit dem Sommer 2026 gestiegen?** Die EZB hat den Einlagesatz im Juni auf 2,25 % und im September auf 2,50 % erhöht, um die Inflation einzudämmen. Gleichzeitig stiegen die Bundesanleihen-Renditen auf ein 15-Jahres-Hoch von rund 3,31 %, was Hypothekenzinsen direkt nach oben zieht. **Lohnt sich KfW-Förderung bei aktuellen Marktzinsen noch?** Mehr denn je: Der Abstand zwischen KfW-Konditionen und Marktpreisen ist derzeit besonders groß. KfW Programm 297 bietet Zinsen ab 1,00 %, KfW 308 sogar 0,53 % – bei Marktzinsen um 4,5 % ergibt sich ein Zinsvorteil von bis zu 4 Prozentpunkten. **Wann kommt die nächste EZB-Entscheidung, die Bauzinsen beeinflussen könnte?** Der nächste EZB-Zinsentscheid findet im Dezember 2026 statt. Ob weitere Erhöhungen kommen, hängt von den Inflationsdaten der nächsten Wochen ab – die Märkte rechnen derzeit mehrheitlich mit einer Pause. **Wie viel teurer wird ein Hauskredit durch 1 % mehr Zinsen?** Bei 300.000 Euro Kredit über 10 Jahre kosten 1 % mehr Zinsen rund 30.000 Euro zusätzlich. Bei 20 Jahren Laufzeit sind es etwa 55.000 bis 60.000 Euro – ein Unterschied, der bei der Planung des Eigenheims von Anfang an einkalkuliert werden muss. **Was ist ein Forward-Darlehen und wann lohnt es sich?** Ein Forward-Darlehen sichert dir heute schon die Konditionen für eine Anschlussfinanzierung in 1–5 Jahren. Es lohnt sich, wenn du mit weiter steigenden Zinsen rechnest und deine aktuelle Zinsbindung in absehbarer Zeit ausläuft. Aktuell verlangen Banken für jedes Monat Vorlaufzeit einen Aufschlag von ca. 0,01–0,03 %. Quellen: - baufi24 – Aktuelle Bauzinsen Oktober 2026: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ - Finanztip – Hypothekenzinsen 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - vergleich.de – KfW-Zinsen Oktober 2026: https://www.vergleich.de/kfw-zinsen.html - biallo.de – Vier-Prozent-Marke fällt: https://www.biallo.de/baufinanzierung/ratgeber/baufinanzierungszinsen/ - baufivergleich.de – Aktuelle Bauzinsen September 2026: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ --- # KfW 261 Sanierungskredit 2026: Mehr Kreditrahmen, weniger Zuschuss, die neuen Regeln seit Juli URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-261-sanierungskredit-neue-konditionen-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Konditionen für den KfW-Kredit 261, den wichtigsten Förderkredit für die Sanierung zum Effizienzhaus. Der Kreditbetrag steigt einheitlich auf 150.000 Euro je Wohneinheit. Gleichzeitig sind die Tilgungszuschüsse gesunken, und ein neues Kombinationsverbot mit den BEG-Einzelmaßnahmen macht die Förderplanung anspruchsvoller. Hier steht, was gilt, was entfallen ist und was das in Euro bedeutet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was hat sich beim KfW 261 ab Juli 2026 geändert? **Der Kreditbetrag liegt seit dem 21. Juli 2026 einheitlich bei 150.000 Euro je Wohneinheit. Die Tilgungszuschüsse wurden laut Bundeswirtschaftsministerium um 10 Prozentpunkte gesenkt, und der Bonus für die EE-Klasse ist entfallen.** Bisher bekam man ohne Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeitsklasse höchstens 120.000 Euro Kredit, mit einer dieser Klassen 150.000 Euro. Jetzt gelten einheitlich 150.000 Euro. Bei den Zuschüssen sieht es anders aus. Die EE-Klasse ist keine Zusatzklasse mit Bonus mehr, sondern Standard. Der frühere Bonus von 5 Prozent dafür entfällt. Die EE-Klasse bedeutet: Nach der Sanierung müssen mindestens 65 Prozent der Wärme- und Kälteversorgung aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme kommen. Für EH 70 EE und EH 85 EE gibt es keinen Basis-Tilgungszuschuss mehr. ## Die neuen Tilgungszuschüsse im Überblick **Seit der Reform gibt es 10 Prozent Tilgungszuschuss für EH 40 EE, 5 Prozent für EH 55 EE und EH Denkmal EE und nichts für EH 70 EE und EH 85 EE. Mit Boni sind bis zu 40 Prozent möglich.** | Effizienzhaus-Stufe | Tilgungszuschuss seit 21.07.2026 | Mit Nachhaltigkeitsklasse (NH) | |---|---|---| | EH 40 EE | 10 % | 15 % | | EH 55 EE | 5 % | 10 % | | EH 70 EE | 0 % | 5 % | | EH 85 EE | 0 % | 5 % | | EH Denkmal EE | 5 % | 10 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. Zusätzlich: Worst-Performing-Building-Bonus +10 Prozentpunkte (EH 40, 55, 70), Bonus für serielle Sanierung +15 Prozentpunkte (EH 40, 55) bzw. +5 Prozentpunkte (EH 70).* Was die Kürzung bedeutet (gerechnet): Wer früher EH 40 mit EE-Klasse erreichte, verliert die 10 Prozentpunkte aus der allgemeinen Absenkung und die 5 Prozentpunkte EE-Bonus, zusammen 15 Prozentpunkte. Auf 150.000 Euro Kredit sind das 22.500 Euro weniger Tilgungszuschuss. Mit Nachhaltigkeitsklasse (Nachweis über ein Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) sind 5 Prozentpunkte mehr drin. Wer seriell saniert, bekommt bei EH 40 und EH 55 weitere 15 Prozentpunkte, mehr dazu im nächsten Abschnitt. ## Bonus für serielle Sanierung: 15 Prozentpunkte bei EH 40 und 55 **Wer die Fassade mit im Werk vorgefertigten Elementen saniert, bekommt bei EH 40 und EH 55 15 Prozentpunkte mehr Tilgungszuschuss. Seit dem 24. September 2026 gibt es für EH 70 zusätzlich 5 Prozentpunkte.** Den Bonus gab es für EH 40 und 55 schon vor der Reform. Neu ist, dass er mit dem WPB-Bonus ohne Deckel kombiniert werden kann und für EH 70 gilt. Bei der seriellen Sanierung werden Fassadenelemente auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes im Werk gefertigt, oft mit eingebauten Fenstern, und vor Ort montiert. Mindestens 80 Prozent der Fassadenflächen müssen so saniert werden. Das verkürzt die Bauzeit am Gebäude. Rechenbeispiel (gerechnet): Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 130.000 Euro KfW-Kredit bringt der Bonus 15 Prozent, also 19.500 Euro. Zusammen mit dem Basis-Zuschuss sind es bei EH 55 EE 20 Prozent (26.000 Euro), bei EH 40 EE 25 Prozent (32.500 Euro). Voraussetzung ist ein Energieeffizienz-Experte aus der Energieeffizienz-Expertenliste. Er plant die Effizienzhaus-Stufe und bestätigt am Ende, dass sie erreicht wurde. Fachplanung und Baubegleitung finanziert die KfW zusätzlich: beim Ein- und Zweifamilienhaus bis zu 10.000 Euro Kredit, davon 50 Prozent als Tilgungszuschuss. ## Das Kombinationsverbot: KfW 261 und BEG-Einzelmaßnahmen **Seit dem 21. Juli 2026 schließen sich KfW 261 und alle BEG-Einzelmaßnahmen aus, also die Heizungsförderung KfW 458 und die BAFA-Förderung für Dämmung, Fenster und Anlagentechnik. Zwischen beiden gilt eine Sperrfrist von drei Jahren.** Bisher war es üblich, beides zu kombinieren: Kredit 261 für die Gebäudehülle und Zuschuss 458 für den Heizungstausch. Das geht seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr parallel. BEG-Einzelmaßnahmen können frühestens drei Jahre nach dem Verwendungsnachweis für KfW 261 beantragt werden und umgekehrt. Das gilt auch für BAFA-Einzelmaßnahmen, denn sie gehören ebenfalls zur BEG EM. Für viele Vorhaben ist das eine echte Entscheidungsfrage. KfW 458 bringt je nach Einkommen und Heizungstyp bis zu 80 Prozent Zuschuss auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten, also bis zu 22.400 Euro. Für Selbstnutzer ohne Einkommensbonus sind es bei Antrag bis 31. Januar 2027 46 Prozent. Faustformel: - **Umfassende Sanierung zum Effizienzhaus:** KfW 261 wählen. Die neue Heizung ist dann Teil des Effizienzhaus-Vorhabens und wird über den Kredit mitfinanziert, ein separater Zuschuss aus KfW 458 ist nicht möglich. - **Schrittweise Sanierung:** BEG-Einzelmaßnahmen wählen, also Heizung über KfW 458 und Dämmung oder Fenster über das BAFA. Diese beiden lassen sich kombinieren. Ein Energieeffizienz-Experte kann beide Wege durchrechnen. Den Kostenrahmen deines Vorhabens ermittelst du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was sich bei KfW 458 (Heizungsförderung) ebenfalls geändert hat **Auch bei KfW 458 gelten seit dem 21. Juli 2026 neue Konditionen: Die förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit sinken von 30.000 auf 28.000 Euro, der Einkommensbonus ist dreistufig, und die Obergrenze liegt bei niedrigem Einkommen bei 80 Prozent.** KfW 458 fördert den Einbau klimafreundlicher Heizungen in bestehenden Wohngebäuden, vor allem Wärmepumpen, Biomasseheizungen und Solarthermie. Die Grundförderung bleibt bei 30 Prozent. | Förderkomponente | Bis 20. Juli 2026 | Ab 21. Juli 2026 | |---|---|---| | Förderfähige Kosten (1. WE) | 30.000 € | 28.000 €, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 750 € | | Grundförderung | 30 % | 30 % | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 %, sinkt ab 01.02.2027 | | Effizienzbonus | 5 % | entfallen | | Einkommensbonus zvE bis 30.000 € | 30 % | 40 % | | Einkommensbonus zvE bis 40.000 € | 30 % | 30 % | | Einkommensbonus zvE bis 50.000 € | kein Bonus | 10 % | | Obergrenze | 70 % | 70 %, bei zvE bis 30.000 € (mit Kind bis 40.000 €) 80 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026; alte Richtlinie BEG EM vom 21.12.2023. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* Bei 70 Prozent Obergrenze liegt der höchste Zuschuss jetzt bei 19.600 Euro, 1.400 Euro weniger als vorher (70 Prozent von 30.000 Euro). Für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 Euro steigt er dagegen auf bis zu 22.400 Euro. Einkommens- und Klimabonus gibt es nur für Eigentümer, die selbst im Haus wohnen. ## Rechenbeispiel: KfW 261 für eine typische Sanierung **Ein Beispiel zeigt, was die neuen Tilgungszuschüsse in Euro bedeuten und wie stark die Boni wirken.** Ausgangssituation (Annahmen): Einfamilienhaus, Baujahr 1980, geplante Sanierung auf EH 55 EE mit Außendämmung, neuem Dach und Lüftungsanlage. Sanierungskosten 120.000 Euro, KfW-Kredit 120.000 Euro. Der Effektivzins lag am 6. Oktober 2026 je nach Laufzeit zwischen 3,05 Prozent (10 Jahre, 2 tilgungsfrei) und 3,77 Prozent (endfällig). | Szenario | Tilgungszuschuss | Zuschuss in € | Restschuld nach Zuschuss | |---|---|---|---| | Basis (EH 55 EE) | 5 % | 6.000 € | 114.000 € | | + Nachhaltigkeitsklasse | 10 % | 12.000 € | 108.000 € | | + WPB-Bonus | 20 % | 24.000 € | 96.000 € | | + Serielle Sanierung | 35 % | 42.000 € | 78.000 € | *Eigene Rechnung. Ein Worst Performing Building ist ein Wohngebäude mit einem Endenergiebedarf von mindestens 300 kWh/(m²a) oder einem Energiebedarfsausweis der Klasse H. Die Boni sind kumulierbar, rechnerisches Maximum 40 Prozent bei EH 40.* Im Basisfall bleiben 6.000 Euro Tilgungszuschuss, deutlich weniger als vor der Reform. Der höhere Kreditrahmen von 150.000 Euro hilft vor allem bei aufwendigen Sanierungen, bei denen 120.000 Euro nicht reichten. Baukosten für Sanierungen in deiner Region findest du auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen), oder du berechnest deinen Bedarf mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was du jetzt konkret tun solltest **Wer 2026 oder 2027 sanieren will, muss sich früh entscheiden: Effizienzhaus mit KfW 261 oder Einzelmaßnahmen mit KfW 458 und BAFA. Beides parallel geht nicht.** Drei Handlungsempfehlungen: **1. Energieeffizienz-Experten beauftragen:** Ob KfW 261 oder Einzelmaßnahmen besser passen, hängt von Baujahr, Zustand, geplanter Heizung und Haushaltseinkommen ab. Ein Experte aus der Energieeffizienz-Expertenliste kann beide Wege durchrechnen. **2. Antrag vor Beginn des Vorhabens:** Den Kredit 261 beantragst du über deine Bank, bevor du Liefer- oder Leistungsverträge für die Ausführung schließt. Ein Beginn vor Antragstellung ist förderschädlich. Bei KfW 458 muss dagegen schon bei Antragstellung ein Vertrag vorliegen, der unter der aufschiebenden oder auflösenden Bedingung der Förderzusage geschlossen wurde. **3. Bonus für serielle Sanierung prüfen:** Bei Gebäuden mit gleichförmiger Fassade lohnt es sich, Angebote für eine serielle Sanierung einzuholen. Bei EH 40 und EH 55 bringt sie 15 Prozentpunkte mehr Tilgungszuschuss. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt seit dem 29. Juli 2026. Wer danach eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss ab 2029 steigende Anteile biogener Brennstoffe sicherstellen, und neue Gebäude müssen ab 2030 als Nullemissionsgebäude errichtet werden. Was das für deine Heizungsplanung bedeutet, erklärt der Ratgeber [Gebäudemodernisierungsgesetz 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft). ## FAQ: KfW 261 neue Konditionen seit Juli 2026 **Ab wann gelten die neuen KfW-261-Konditionen?** Seit dem 21. Juli 2026. Anträge, die bis zum 20. Juli 2026 gestellt wurden, laufen unter den alten Bedingungen weiter. Die Merkblatt-Fassung mit dem erweiterten Bonus für serielle Sanierung gilt seit dem 24. September 2026. **Wie hoch ist der maximale Kreditbetrag bei KfW 261?** 150.000 Euro je Wohneinheit, einheitlich für alle Effizienzhaus-Stufen. Vorher waren es 120.000 Euro, mit EE- oder Nachhaltigkeitsklasse 150.000 Euro. **Kann ich KfW 261 und KfW 458 noch kombinieren?** Nein. Seit dem 21. Juli 2026 schließen sich KfW 261 und alle BEG-Einzelmaßnahmen gegenseitig aus, also auch die BAFA-Förderung für Dämmung und Fenster. Zwischen beiden gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. **Was ist der Bonus für serielle Sanierung und wer bekommt ihn?** Ein Aufschlag auf den Tilgungszuschuss für Sanierungen mit im Werk vorgefertigten Fassadenelementen: 15 Prozentpunkte bei EH 40 und EH 55, seit dem 24. September 2026 5 Prozentpunkte bei EH 70. Der Energieeffizienz-Experte bestätigt die Umsetzung nach den Vorgaben im KfW-Infoblatt. **Lohnt sich KfW 261 noch, wenn die Zuschüsse gesunken sind?** Für tiefe Sanierungen meist ja. Der Effektivzins lag Anfang Oktober 2026 bei 3,05 bis 3,77 Prozent, der Tilgungszuschuss kommt dazu. Mit Nachhaltigkeitsklasse, WPB-Bonus oder serieller Sanierung sind 20 bis 40 Prozent Tilgungszuschuss möglich. **Muss ich jetzt die EE-Klasse erfüllen?** Ja, die EE-Klasse ist Standard. Nach der Sanierung müssen mindestens 65 Prozent der Wärme- und Kälteversorgung aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme stammen. Erfüllt die vorhandene Heizung das nicht, gehört ein Heizungstausch zum Vorhaben. Quellen: - KfW: Wohngebäude, Kredit (261): https://www.kfw.de/261 - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html --- # Massivhaus oder Fertighaus? Kosten, Bauzeit und KfW-Förderung 2026 im direkten Vergleich URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/massivhaus-oder-fertighaus-kosten-bauzeit-foerderung-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wer heute ein Haus baut, steht früh vor dieser Frage: Massivhaus oder Fertighaus? Beide Bauweisen haben überzeugte Anhänger, und beide haben 2026 mit denselben Rahmenbedingungen zu tun: steigende Baupreise, Bauzinsen um 4 Prozent und KfW-Förderprogramme, die teils befristet sind. Was den Ausschlag gibt, hängt von deiner Lebenssituation, deinem Budget und deiner Risikobereitschaft ab, nicht von pauschalen Empfehlungen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. KfW-Zinsen laut Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026, Marktzinsen laut Deutscher Bundesbank (Zinsstatistik vom 1. Oktober 2026).* Dieser Artikel wirbt für keinen der beiden Wege. Er ordnet die Unterschiede ein. ## Was kostet ein Massivhaus im Vergleich zum Fertighaus 2026? **Die Preisspannen beider Bauweisen überschneiden sich stark. Ein Standard-Fertighaus liegt eher am unteren, ein individuell geplantes Massivhaus mit gehobener Ausstattung eher am oberen Ende.** Die Spanne ist groß, weil weder Fertighaus noch Massivhaus ein einheitliches Produkt ist. Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte der Redaktion für die Orientierung, keine amtliche Statistik. Dein konkretes Angebot kann deutlich abweichen. | Bauweise | Baukosten je m² Wohnfläche (grober Richtwert) | |---|---| | Fertighaus (Standard) | 2.400 bis 2.900 € | | Fertighaus (gehobene Ausstattung) | 2.900 bis 3.200 € | | Massivhaus (Standard) | 2.700 bis 3.200 € | | Massivhaus (gehobene Ausstattung) | 3.200 bis 3.800 € | *Richtwerte der Redaktion, ohne Grundstück, Erschließung und Baunebenkosten. Regional stark unterschiedlich. Deinen konkreten Finanzbedarf ermittelst du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Amtlich belegt ist die Preisentwicklung: Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Zimmer- und Holzbauarbeiten verteuerten sich dabei um 7,3 Prozent, Mauerarbeiten um 3,8 Prozent und Betonarbeiten um 3,6 Prozent. Bei den Baumaterialien meldete Destatis für Mai 2026 ein Plus von 11,4 Prozent für Bauschnittholz und 7,5 Prozent für Konstruktionsvollholz gegenüber Mai 2025. Da viele Fertighäuser in Holzbauweise entstehen, treffen höhere Holzpreise sie direkter als Massivhäuser aus Mauerwerk und Beton. ## Bauzeit: Fertighaus ist schneller, aber nicht immer günstiger **Die Montage eines Fertighauses auf der Baustelle dauert meist nur wenige Tage. Bis zum Einzug vergehen trotzdem Monate, weil Planung, Genehmigung, Bodenplatte und Innenausbau dazukommen. Beim Massivhaus dauert vor allem der Rohbau länger.** Die kürzere Bauzeit ist das stärkste Argument für das Fertighaus. Wer während der Bauphase Miete zahlt, spart mit jedem Monat, den das Haus früher fertig ist. Aber: Auch für ein Fertighaus brauchst du Bauantrag, Baugenehmigung, Erschließung und Bodenplatte oder Keller. Die Planungsphase ist bei beiden Bauweisen ähnlich lang. | Phase | Fertighaus (grober Richtwert) | Massivhaus (grober Richtwert) | |---|---|---| | Planung und Baugenehmigung | 3 bis 5 Monate | 4 bis 8 Monate | | Rohbau | 1 bis 2 Wochen Montage | 3 bis 6 Monate | | Innenausbau | 2 bis 4 Monate | 3 bis 6 Monate | | Außenanlage, Abnahme | 1 bis 2 Monate | 1 bis 3 Monate | | **Gesamtzeit bis Einzug** | **etwa 6 bis 9 Monate** | **etwa 12 bis 18 Monate** | *Erfahrungswerte der Redaktion, keine amtliche Statistik. Genehmigungsdauer und Auslastung der Firmen schwanken regional stark.* Massivhäuser mit mehreren einzeln beauftragten Handwerkern können sich bei Lieferengpässen oder schlechtem Wetter verzögern. Beim Fertighaus hilft ein fester Montagetermin, aber nur, wenn im Vertrag Fertigstellungstermine und Folgen bei Verzug geregelt sind. ## Energieeffizienz und KfW-Förderung: Beide Bauweisen können EH 40 **Fertig- und Massivhäuser können beide den Standard Effizienzhaus 40 erreichen. Im KfW-Programm Klimafreundlicher Neubau gibt es dafür bis 100.000 Euro Kredit je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro, zu effektiv ab 1,96 Prozent.** Die Programmnummern richten sich nach dem Antragsteller, nicht nach dem Standard: **297** gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen, etwa Vermieter. Beide Programme fördern dieselben Stufen: - **Effizienzhaus 55** (befristet): bis 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent. Der Antrag muss bis spätestens 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen, früher ist Schluss, wenn die Mittel aufgebraucht sind. Keine fossile Heizung, Biomasse ist erlaubt. Die Baugenehmigung muss bei Antragstellung vorliegen. - **Klimafreundliches Wohngebäude** (Effizienzhaus 40 mit Ökobilanz-Anforderung): bis 100.000 Euro, mit QNG bis 150.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,96 Prozent. Keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung. Am Markt kosteten Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Der Abstand zum EH40-Kredit (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung) liegt damit bei rund 1,9 Prozentpunkten, beim EH55-Kredit bei rund 2,8 Prozentpunkten. Auf 100.000 Euro sind das grob gerechnet im ersten Jahr etwa 1.850 Euro beziehungsweise 2.800 Euro weniger Zinsen. Bei längeren Laufzeiten ist der KfW-Zins höher und der Vorteil kleiner. | Kredit | Effektivzins | Max. Kredit je WE | Frist | Für beide Bauweisen? | |---|---|---|---|---| | KfW 297/298, Effizienzhaus 55 (10/2/10) | 1,00 % | 100.000 € | Antragseingang bis 31.12.2026 | Ja | | KfW 297/298, Klimafreundliches Wohngebäude EH 40 (10/2/10) | 1,96 % | 100.000 €, mit QNG 150.000 € | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | Ja | | Marktdurchschnitt Aug. 2026, 5 bis 10 Jahre Bindung | 3,81 % | | | | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 und Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026; Deutsche Bundesbank, Stand 01.10.2026.* Bei der Energieeffizienz bringt das Massivhaus mehr Speichermasse mit, die Temperaturschwankungen puffert. Fertighäuser in Holzbauweise erreichen mit guter Dämmung vergleichbare Effizienzwerte, brauchen aber eine sorgfältige Planung von Luftdichtheit und Lüftung. Welche Bauweise in deiner Region wirtschaftlicher ist, zeigt ein Blick auf die [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Massivhaus: Was für Stein und Beton spricht **Massivhäuser punkten mit Schallschutz, Speichermasse und großer Planungsfreiheit beim Grundriss.** Wer an einer lauten Straße, Bahnlinie oder in der Nähe von Gewerbe baut, profitiert von der Masse schwerer Wände. Im Holzbau ist ein vergleichbarer Schallschutz möglich, erfordert aber mehr Aufwand im Wandaufbau. Speichermasse ist ein weiterer Pluspunkt: Massive Wände puffern Temperaturschwankungen, im Hochsommer heizen sich die Räume langsamer auf. Die Kehrseite: Individuelle Planung kostet Zeit und Geld. Architekt, Statiker, Ausschreibung und Vergabe an einzelne Gewerke bedeuten Koordinationsaufwand, und bei Einzelvergabe trägt der Bauherr das Risiko von Schnittstellen und Verzögerungen. Bei den Preisen gilt: Mauer- und Betonarbeiten stiegen bis Mai 2026 langsamer als der Durchschnitt aller Bauleistungen, Wärmedämm-Verbundsysteme verteuerten sich laut Destatis um 5,0 Prozent. Mehr zur Preisentwicklung im Ratgeber zu den [Baustoffpreisen 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/baustoffpreise-2026-holz-stahl-daemmung-aktuell). ## Fertighaus: Was für den industriellen Holzbau spricht **Fertighäuser punkten mit Kostentransparenz, kurzer Bauzeit und witterungsunabhängiger Vorfertigung in der Halle, sofern der Vertrag sauber formuliert ist.** Der größte Vorteil eines schlüsselfertigen Fertighauses ist der Festpreis. Du weißt vor der Unterschrift, was das Haus laut Vertrag kostet. Bei einem Massivhaus mit einzeln vergebenen Gewerken kommen Nachträge häufiger vor. Die Vorfertigung in der Halle hat einen echten Qualitätsvorteil: Bauteile entstehen unter kontrollierten Bedingungen und nicht bei Regen auf der Baustelle. Das senkt das Risiko von Feuchte im Wandaufbau. Nachteil: Fertighausanbieter arbeiten mit Typenhäusern. Wer einen ganz eigenen Grundriss will, stößt an Grenzen oder zahlt für Sonderplanungen spürbar mehr. Prüfe außerdem genau, was „schlüsselfertig“ im Vertrag heißt. Bodenbeläge, Fliesen, Malerarbeiten oder die Küche sind häufig nicht im Grundpreis enthalten. Ein [Einfamilienhaus als Fertighaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) solltest du immer mit Grundstück, Erschließung, Bodenplatte oder Keller und Außenanlagen kalkulieren. Die reinen Hauspreise aus Katalogen decken diese Posten nicht ab. ## Finanzierung 2026: Was bei rund 4 Prozent Bauzinsen zählt **Bei Bauzinsen um 4 Prozent wirkt sich jeder eingesparte Euro direkt auf die Zinslast aus. Grob gerechnet kosten 50.000 Euro weniger Kredit bei 3,81 Prozent im ersten Jahr rund 1.900 Euro weniger Zinsen.** Laut Deutscher Bundesbank lag der durchschnittliche Effektivzins für Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung im August 2026 bei 3,81 Prozent, mit mehr als 10 Jahren Bindung bei 4,04 Prozent. Im Juli waren es 3,78 und 3,92 Prozent. Bei einem Kredit von 400.000 Euro kostet ein um 0,5 Prozentpunkte höherer Zins grob gerechnet rund 2.000 Euro mehr im ersten Jahr. Das relativiert vermeintliche Einsparungen an der Bausubstanz. Drei Grundregeln für die Finanzierungsentscheidung 2026: **1. KfW-Anteil prüfen:** Egal ob Massiv- oder Fertighaus: Wer EH 55 oder EH 40 erreicht, sollte den KfW-Kredit durchrechnen lassen. Stell den Zinsvorteil den Mehrkosten für den höheren Standard gegenüber. Die Mehrkosten beziffert dir dein Energieeffizienz-Experte oder Architekt. **2. Zinsbindung bewusst wählen:** Längere Zinsbindungen kosten derzeit etwas mehr, im August 2026 lag der Schnitt bei über 10 Jahren Bindung 0,23 Prozentpunkte über dem Wert für 5 bis 10 Jahre. Dafür bist du länger vor steigenden Zinsen geschützt. **3. Nebenkosten einplanen:** Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch zahlst du in der Regel aus Eigenkapital. Die Grunderwerbsteuer legt jedes Bundesland selbst fest, die Sätze unterscheiden sich deutlich. ## Für wen eignet sich welche Bauweise? **Das Fertighaus passt zu Bauherren mit wenig Zeit, Wunsch nach Festpreis und Vorliebe für erprobte Grundrisse. Das Massivhaus passt zu Bauherren, die individuell planen wollen, Zeit mitbringen und Wert auf Schallschutz legen.** Ein Entscheidungsrahmen: - **Fertighaus passt, wenn:** Festpreis wichtig ist, die Bauzeit kurz bleiben soll, du kein eigenes Projektmanagement willst, EH 40 aus dem Katalog verfügbar ist und das Grundstück keine Besonderheiten hat. - **Massivhaus passt, wenn:** ein individueller Grundriss nötig ist, Lärmschutz wichtig ist, du regionale Handwerker bevorzugst, Zeit für eine längere Bauphase hast oder das Grundstück schwierig ist (Hanglage, besondere Statik). Beide Wege führen zum Ziel, wenn der Vertrag stimmt, die Finanzierung solide ist und die KfW-Förderung geprüft wurde. ## FAQ: Massivhaus oder Fertighaus 2026 **Was kostet ein Fertighaus 2026 pro Quadratmeter?** Nach groben Richtwerten der Redaktion liegt ein schlüsselfertiges Fertighaus etwa zwischen 2.400 und 3.200 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, ohne Grundstück, Erschließung und Außenanlagen. Amtliche Durchschnittspreise je Bauweise gibt es nicht. Amtlich belegt ist der Trend: Laut Destatis stiegen die Preise für neue Wohngebäude bis Mai 2026 um 5,0 Prozent im Jahr, Zimmer- und Holzbauarbeiten um 7,3 Prozent. **Ist ein Fertighaus günstiger als ein Massivhaus?** Nicht automatisch. Die Preisspannen überschneiden sich stark. Der Vorteil des Fertighauses liegt eher in der Kostensicherheit durch den Festpreis als im Preisniveau. Ein gut geplantes Massivhaus mit sauber verhandelten Gewerken kann günstiger sein, trägt aber mehr Kostenrisiko. **Kann ich mit einem Fertighaus KfW-Förderung beantragen?** Ja. Die KfW fördert nach Effizienzstandard, nicht nach Bauweise. Im Programm Klimafreundlicher Neubau (297 für Selbstnutzer, 298 für andere) gibt es für Effizienzhaus 55 bis 100.000 Euro zu effektiv ab 1,00 Prozent, Antragseingang bis 31. Dezember 2026, und für das Klimafreundliche Wohngebäude (EH 40) bis 100.000 Euro, mit QNG bis 150.000 Euro, zu effektiv ab 1,96 Prozent. **Wie lange hält ein Fertighaus im Vergleich zum Massivhaus?** Moderne Fertighäuser in Holzbauweise können bei korrektem Holz- und Feuchteschutz ähnlich lange genutzt werden wie Massivhäuser. Entscheidend sind Bauqualität, Wartung und der Schutz vor Feuchtigkeit. Die pauschale Einschätzung, Massivhäuser seien grundsätzlich dauerhafter, greift zu kurz. **Welche Bauweise ist bei steigenden Baukosten im Vorteil?** Fertighäuser hängen stärker an den Holzpreisen: Bauschnittholz war im Mai 2026 laut Destatis 11,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Massivhäuser reagieren stärker auf Mauerwerk und Beton, Mauerarbeiten stiegen um 3,8 Prozent, Betonarbeiten um 3,6 Prozent. Insgesamt lagen die Neubaupreise für Wohngebäude im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahr, betroffen sind beide Bauweisen. **Muss ich Mehrwertsteuer auf ein Fertighaus zahlen?** Ja. Baust du auf deinem eigenen Grundstück, zahlst du auf die Leistungen des Fertighausanbieters wie auf die von Handwerkern beim Massivhaus die reguläre Umsatzsteuer von 19 Prozent. Kaufst du Haus und Grundstück zusammen von einem Bauträger, fällt auf den gesamten Kaufpreis Grunderwerbsteuer an. Lass dir die steuerliche Seite im Einzelfall vom Notar oder einer Steuerberatung erklären. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Statistisches Bundesamt: Baupreise für Wohngebäude Mai 2026 (PM 241 vom 10.07.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html - Statistisches Bundesamt: Baumaterialpreise Mai 2026 (PM N 042 vom 24.06.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html --- # BEG-Änderungen September 2026: Seriensanierungsbonus erweitert und neues KfW-Expertenportal URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/beg-aenderungen-september-2026-seriensanierung-kfw-expertenportal Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Im September 2026 hat sich bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einiges getan. Die KfW hat ihr Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen in Version 11.0 veröffentlicht. Seit dem 24. September gilt der Seriensanierungsbonus auch für die Effizienzhaus-Stufe 70 und erstmals für Nichtwohngebäude. Seit dem 25. September ist für die Heizungsförderung das neue KfW-Expertenportal Pflicht. Wer gerade eine Sanierung plant oder einen Antrag in Arbeit hat, sollte die Änderungen kennen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Die BEG-Stichtage im September 2026 **Belegt sind drei Neuerungen: Infoblatt Version 11.0 (09/2026), erweiterter Seriensanierungsbonus ab 24. September und das neue Expertenportal ab 25. September. Alle sind inzwischen in Kraft.** | Datum | Änderung | Betrifft | |---|---|---| | 09/2026 | KfW-Infoblatt förderfähige Maßnahmen, Version 11.0 | alle BEG-Antragsteller | | 22. September 2026 | letzter Tag für Bestätigungen in der alten KfW-Anwendung | Experten in der Heizungsförderung | | 24. September 2026 | neue Merkblätter, Seriensanierungsbonus für EH 70 und Nichtwohngebäude beantragbar | Sanierer zum Effizienzhaus | | 25. September 2026 | neues KfW-Expertenportal Pflicht | Experten in der Heizungsförderung (458, 459, 522, 422) | *Quelle: KfW-Infoblatt Version 11.0, KfW-Merkblatt 261, KfW-Informationen zum Expertenportal.* Eine Systemsperre für elf Förderprodukte am 23. und 24. September, wie sie teils berichtet wurde, nennt die KfW in ihren Informationen zum Expertenportal nicht. Belegt sind nur die beiden Termine 22. und 25. September. ## Was das Infoblatt Version 11.0 regelt **Das Infoblatt Version 11.0 berücksichtigt die Förderrichtlinien vom 17. August 2026. Es regelt unter anderem den erweiterten Seriensanierungsbonus, die neue Definition der Worst Performing Buildings, das Kombinationsverbot von Einzelmaßnahmen und Effizienzhaus-Sanierung und die Eigenleistung.** Zur **Eigenleistung von Unternehmen** gilt: Setzt ein Unternehmen eigene Mitarbeiter, eigene Gewerke oder Tochterfirmen ein, sind deren Montage- und Lohnkosten nicht förderfähig, nur Material und Fachplanung. Beauftragt ein Unternehmen dagegen einen fremden Handwerksbetrieb, bleiben dessen Leistungen förderfähig. Für Privatpersonen gilt bei Eigenleistung: Gefördert werden die Materialkosten, wenn ein Energieeffizienz-Experte oder Fachunternehmen das bestätigt. Wer als Unternehmen mit eigenem Personal saniert, sollte die geplante Förderung deshalb mit diesen Regeln abgleichen. Für Eigentümer, die Fachbetriebe beauftragen, ändert sich an der Kostenstruktur nichts. Das Infoblatt gilt jeweils in der Fassung, die bei Antragstellung aktuell ist. Frag deinen Energieeffizienz-Experten, ob er mit Version 11.0 arbeitet. ## Seriensanierungsbonus: was sich seit 24. September 2026 geändert hat **Seit dem 24. September 2026 gibt es den Seriensanierungsbonus im KfW-Kredit 261 auch für die Effizienzhaus-Stufe 70, mit 5 Prozentpunkten. Bei EH 40 und EH 55 bleibt es bei 15 Prozentpunkten. Gleichzeitig sind die Basis-Tilgungszuschüsse seit der Reform niedriger.** Den Bonus gab es bisher nur für EH 40 und EH 55. Neu ist die Stufe 70, die viele Bestandsgebäude eher erreichen. Die Tilgungszuschüsse seit der Reform (Effizienzhaus mit EE-Klasse, die jetzt Standard ist): | Effizienzhaus-Stufe | Basis-Tilgungszuschuss | + SerSan-Bonus | Zusammen | + WPB-Bonus | |---|---|---|---|---| | EH 40 EE | 10 % | + 15 Prozentpunkte | 25 % | 35 % | | EH 55 EE | 5 % | + 15 Prozentpunkte | 20 % | 30 % | | EH 70 EE | 0 % | + 5 Prozentpunkte | 5 % | 15 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. Mit Nachhaltigkeitsklasse kommen jeweils 5 Prozentpunkte hinzu, rechnerisches Maximum bei EH 40: 40 %.* Seriell heißt: Die Fassade wird mit im Werk vorgefertigten Elementen saniert, vor Ort werden sie nur montiert. Das kommt auch für mittelgroße [Mehrfamilienhäuser](https://baukostenplan.de/haustypen/mehrfamilienhaus) mit gleichförmiger Fassade in Frage. Die technischen Mindestanforderungen laut KfW-Infoblatt: - werkseitig vorgefertigte Tragkonstruktion für Dämm- und Witterungsebene auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes - mindestens 80 Prozent der Fassadenflächen gegen Außenluft mit solchen Elementen saniert - Elemente in Größe und Form unverändert montiert, mindestens raumhoch - falls Fenster erneuert werden: werkseitig in die Elemente eingebaut Unabhängig vom Bonus muss das Effizienzhaus die EE-Klasse erreichen, also mindestens 65 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme decken. Für ein einzelnes kleines Einfamilienhaus rechnet sich die serielle Sanierung oft weniger, weil Planung und Vorfertigung einen festen Aufwand haben. Bei größeren Mehrfamilienhäusern oder Reihenhauszeilen mit gemeinsamer Planung wird es eher interessant. ## Seriensanierungsbonus erstmals für Nichtwohngebäude **Seit dem 24. September 2026 gibt es den Seriensanierungsbonus auch in der BEG Nichtwohngebäude, also für Büros, Verwaltungsgebäude, Schulen oder Gewerbeobjekte, die überwiegend normal beheizt werden.** Bisher war der Bonus Wohngebäuden vorbehalten. Die genauen Bonushöhen und die Tilgungszuschüsse für Effizienzgebäude stehen im aktuellen KfW-Merkblatt für Nichtwohngebäude. Laut KfW wurden die Tilgungszuschüsse für Nichtwohngebäude mit der Reform pauschal um 10 Prozentpunkte gesenkt. Konkrete Prozentwerte je Stufe haben wir hier nicht gegen das Merkblatt geprüft, deshalb nennen wir sie nicht. Die technischen Anforderungen entsprechen weitgehend denen für Wohngebäude: digitales 3D-Aufmaß, mindestens 80 Prozent der Fassade seriell, bei Nichtwohngebäuden Elemente mit mindestens 2,5 Meter in einer Richtung. Interessant ist das vor allem für Bürogebäude mit großen, gleichförmigen Fassaden und für Schul- und Verwaltungsbauten, die ohnehin umfassend modernisiert werden müssen. ## Umstellung im September: was für laufende Anträge gilt **Bestätigungen zum Antrag, die bis zum 22. September 2026 in der alten KfW-Anwendung erstellt wurden, bleiben gültig. Entwürfe aus der alten Anwendung können nicht mehr für einen Antrag genutzt werden.** Die Umstellung betraf die Heizungsförderung (Programme 458, 459, 522 und 422). Für den Sanierungskredit 261 und den Klimafreundlichen Neubau nennt die KfW diese Umstellung nicht, dort läuft der Antrag über die Bank. Wer in der Heizungsförderung nur einen Entwurf in der alten Anwendung hatte, braucht eine neue Bestätigung im neuen Portal. Kläre das mit deinem Experten oder Fachbetrieb. ## Neues KfW-Expertenportal seit 25. September 2026 **Seit dem 25. September 2026 erstellen Energieeffizienz-Experten Bestätigungen für die KfW-Heizungsförderung nur noch im neuen Expertenportal. Sie melden sich mit ihren bestehenden Zugangsdaten an.** Was das für dich bedeutet: Als Eigentümer hast du keinen Zugang zum Expertenportal und musst dich dort nicht registrieren. Den Antrag für die Heizungsförderung stellst du selbst im Kundenportal "Meine KfW". Die Bestätigung zum Antrag kann ein Energieeffizienz-Experte oder das ausführende Fachunternehmen erstellen. Prüfe bei deinem Experten oder Fachbetrieb: - Wurde deine BzA bis 22. September fertig erstellt, oder muss sie im neuen Portal neu angelegt werden? - Gibt es Verzögerungen, die deinen Antrag verschieben? Für den vollen Klimabonus von 16 Prozent muss der Antrag bis 31. Januar 2027 gestellt sein. ## Was diese Änderungen für deine Sanierungsplanung bedeuten **Für Sanierungen zum Effizienzhaus gibt es mit dem Bonus für EH 70 und für Nichtwohngebäude neue Möglichkeiten. Unternehmen mit Eigenleistung sollten ihre Kalkulation prüfen.** Konkrete Handlungsempfehlungen: **1. Seriellen Sanierungsweg bewerten lassen:** Der Bonus von 5 Prozentpunkten für EH 70 macht diese Stufe für Mehrfamilienhäuser mit geeigneter Fassade interessanter. Hol Angebote für konventionelle und serielle Ausführung ein. Bei einem [Mehrfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/mehrfamilienhaus) mit 150.000 Euro Kreditbetrag machen 5 Prozentpunkte 7.500 Euro aus (gerechnet). **2. Bestätigungen in der Heizungsförderung prüfen:** Kläre, ob deine BzA gültig ist oder im neuen Portal neu erstellt werden muss. **3. Kalkulation für Unternehmen prüfen:** Wer als Unternehmen mit eigenem Personal saniert, kann dafür nur Material und Fachplanung fördern lassen. **4. Worst-Performing-Building-Bonus kombinieren:** Für sehr ineffiziente Wohngebäude bringt der WPB-Bonus bei EH 40, 55 und 70 weitere 10 Prozentpunkte. Mit SerSan-Bonus kommt man bei EH 40 auf 35 Prozent, mit Nachhaltigkeitsklasse auf 40 Prozent. **5. Einzelmaßnahmen oder Effizienzhaus:** Seit dem 21. Juli 2026 lassen sich BEG-Einzelmaßnahmen (KfW 458, BAFA) und die Effizienzhaus-Sanierung mit KfW 261 nicht parallel nutzen. Zwischen beiden liegen drei Jahre Sperrfrist. Alle Details zu den BEG-Änderungen seit Juli 2026 erklärt der Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). Regionale Sanierungskosten für Bayern findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Für die Gesamtkalkulation inklusive Förderung nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## FAQ: BEG-Änderungen September 2026 **Was regelt das neue BEG-Infoblatt Version 11.0?** Es setzt die Richtlinien vom 17. August 2026 um, unter anderem den erweiterten Seriensanierungsbonus, die neue Definition der Worst Performing Buildings und das Kombinationsverbot. Bei Eigenleistung von Unternehmen mit eigenen Mitarbeitern sind deren Montage- und Lohnkosten nicht förderfähig. Wer Fachbetriebe beauftragt, ist davon nicht betroffen. **Wer kann den Seriensanierungsbonus seit 24. September 2026 beantragen?** Eigentümer von Wohngebäuden, die seriell auf EH 40, 55 oder 70 sanieren, und erstmals Eigentümer von Nichtwohngebäuden. Bei Wohngebäuden sind es 15 Prozentpunkte für EH 40 und 55 und 5 Prozentpunkte für EH 70. Die Werte für Nichtwohngebäude stehen im KfW-Merkblatt für Nichtwohngebäude. **Was sind die technischen Voraussetzungen für die serielle Sanierung?** Werkseitig vorgefertigte Fassadenelemente auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes, mindestens 80 Prozent der Fassadenflächen gegen Außenluft, unverändert und mindestens raumhoch montiert, Fenster bei Erneuerung werkseitig eingebaut. Das Gebäude muss außerdem als Effizienzhaus die EE-Klasse erreichen. **Was ist das neue KfW-Expertenportal?** Das Portal, in dem Energieeffizienz-Experten seit dem 25. September 2026 Bestätigungen für die KfW-Heizungsförderung erstellen. Der Login läuft mit den bestehenden Zugangsdaten. BzA aus der alten Anwendung bis 22. September bleiben gültig, Entwürfe müssen neu angelegt werden. **Gab es am 23. und 24. September eine Systemsperre?** Die KfW nennt in ihren Informationen zum Portal nur das Ende der alten Anwendung am 22. September und den Start des neuen Portals am 25. September. Eine Sperre für elf Produkte ist dort nicht beschrieben. **Ändert sich durch die September-Anpassungen die Förderhöhe für Wärmepumpen?** Nein. Es gelten weiter die Sätze seit dem 21. Juli 2026: 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus für Selbstnutzer bei Antrag bis 31. Januar 2027 und ein Einkommensbonus von 10 bis 40 Prozent, insgesamt höchstens 70 bzw. 80 Prozent. Ein Bonus für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU ist für das erste Quartal 2027 angekündigt. Quellen: - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Infoblatt BEG förderfähige Maßnahmen, Version 11.0 (09/2026): https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Info zum Expertenportal: https://www.kfw.de/partner/KfW-Partnerportal/Multiplikatoren/Online-Best%C3%A4tigung/Info-Expertenportal/index.jsp - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW-Pressemitteilung 08.07.2026: Übergangsphase BEG: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf --- # Hausbau Herbst 2026: Bauzinsen bei 4,5 %, Materialpreise steigen – rechnet sich Bauen noch? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-herbst-2026-bauzinsen-materialpreise-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-09-24 Die Zahlen zum Herbst 2026 sind ernüchternd: Bauzinsen sind von 3,57 Prozent im Juni auf jetzt 4,28 bis 4,48 Prozent gestiegen – ein Sprung von fast einem Prozentpunkt in nur drei Monaten. Gleichzeitig haben sich Dachlatten um 11,8 Prozent verteuert, Konstruktionsvollholz um 7,5 Prozent, Metalle insgesamt um 11,1 Prozent. Wer jetzt baut, zahlt spürbar mehr als noch im Frühjahr. Aber lohnt es sich, zu warten – und was können Bauherren konkret tun, um trotzdem günstig ans Ziel zu kommen? ## Bauzinsen September 2026: Der stärkste Anstieg seit anderthalb Jahren **Die Bauzinsen liegen im September 2026 für zehnjährige Zinsbindung zwischen 4,28 und 4,48 Prozent effektiv – das ist der höchste Stand seit Anfang 2025 und ein Anstieg von rund 0,9 Prozentpunkten gegenüber dem Jahrestief im Juni.** Zur Einordnung: Im Februar 2026 lagen die Marktkonditionen noch bei rund 3,1 bis 3,3 Prozent. Nach der EZB-Erhöhung im Juni kletterten die Zinsen auf 3,57 bis 3,93 Prozent. Seither haben globale Inflationssorgen und ein starker Arbeitsmarkt in der Eurozone für weiteren Druck gesorgt. | Zinsbindung | Topzins September 2026 | Topzins Juni 2026 | Veränderung | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 4,60 % | 3,30 % | + 1,30 PP | | **10 Jahre** | **4,48 %** | **3,57 %** | **+ 0,91 PP** | | 15 Jahre | 4,73 % | 3,81 % | + 0,92 PP | | 20 Jahre | 4,85 % | 3,96 % | + 0,89 PP | | 30 Jahre | 5,11 % | 4,23 % | + 0,88 PP | *Quelle: baufivergleich.de, Stand 11. September 2026; Dr. Klein, Stand Juni 2026* Was das konkret bedeutet: Für ein Darlehen von 350.000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung und zwei Prozent Anfangstilgung lag die monatliche Rate im Juni noch bei rund 1.840 Euro – heute sind es knapp 2.070 Euro. Das sind 230 Euro mehr im Monat, über zehn Jahre mehr als 27.000 Euro zusätzliche Zinskosten. Die Prognosen für Ende 2026 sind gespalten: Die meisten Analysten rechnen mit einer Seitwärtsbewegung zwischen 4,0 und 4,6 Prozent. Eine deutliche Zinssenkung durch die EZB erscheint kurzfristig unwahrscheinlich. ## Materialpreise Herbst 2026: Was Holz, Stahl und Dämmung heute kosten **Holzpreise haben sich im Laufe des Jahres 2026 erholt und liegen wieder deutlich über dem Vorjahr – Dachlatten sind um 11,8 Prozent teurer, Bauschnittholz um 11,4 Prozent. Auch Metalle zogen an, Dämmplatten liegen langfristig weit über dem Niveau von 2021.** Das Statistische Bundesamt meldete für Mai 2026 folgende Jahresveränderungen: | Material | Jahresveränderung (Mai 2026 vs. Mai 2025) | Tendenz | |---|---|---| | Dachlatten | + 11,8 % | steigend | | Bauschnittholz | + 11,4 % | steigend | | Konstruktionsvollholz | + 7,5 % | steigend | | Metalle insgesamt | + 11,1 % | steigend | | Kaltgewalztes Blech | + 9,9 % | steigend | | Betonstahl | + 5,0 % | leicht steigend | | Strukturstahl | – 0,3 % | stabil | | Dämmplatten (vs. 2021) | + 21,4 % | dauerhaft erhöht | *Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung PD26/N042, Juni 2026* Die gute Nachricht: Betonstahl hat sich gegenüber den Höchstständen 2024 etwas beruhigt. Die schlechte: Holz – das größte Kostengewicht im Rohbau – ist erneut deutlich teurer. Und Dämmung, seit dem Energieschub 2021 dauerhaft auf erhöhtem Niveau, wird nicht mehr billiger. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche bedeutet das in der Summe: Die reinen Materialkosten im Rohbau liegen rund fünf bis sieben Prozent höher als noch vor einem Jahr. ## Was ein Einfamilienhaus im Herbst 2026 wirklich kostet **Die Gesamtbaukosten für ein schlüsselfertiges Einfamilienhaus (140 m² Wohnfläche, EH55-Standard) liegen 2026 bei 380.000 bis 540.000 Euro – inklusive Grundstück, Nebenkosten und Außenanlagen rechnet man bundesweit mit 600.000 bis 800.000 Euro.** Die Bandbreite ist groß, weil Grundstückspreise und regionale Lohnkosten die Kalkulation stark beeinflussen. Hier ein realistischer Überblick nach Bauweise: | Bauweise | Kosten pro m² Wohnfläche | Beispiel 140 m² (reines Bauwerk) | |---|---|---| | Massivbau, Standardausstattung | 2.200 – 2.700 € | 308.000 – 378.000 € | | Massivbau, gehobene Ausstattung | 2.700 – 3.200 € | 378.000 – 448.000 € | | Fertighaus schlüsselfertig | 2.500 – 3.800 € | 350.000 – 532.000 € | | Mit EH55/EH40-Standard + Wärmepumpe | 3.000 – 3.500 € | 420.000 – 490.000 € | *Quellen: Baufi24, wohnglueck.de, baufivergleich.de, Stand September 2026. Richtwerte ohne Grundstück.* Hinzu kommen: Grundstückskosten (je nach Region 100 bis 800 Euro pro m²), Kaufnebenkosten (Notar, Grundbuch, Grunderwerbsteuer – je nach Bundesland 5,5 bis 11 Prozent des Kaufpreises) und Außenanlagen (10.000 bis 30.000 Euro). Wer in Nordrhein-Westfalen baut, findet aktuelle Richtpreise und regionale Besonderheiten auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Den genauen Finanzierungsbedarf inklusive aller Nebenkosten ermittelst du am schnellsten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## KfW 298 als wirksamer Gegenpol: 0,6 % statt 4,5 % **Trotz gestiegener Marktzinsen bleibt die KfW-Förderung der wirksamste Hebel. Wer ein Effizienzhaus 40 baut, erhält über das Programm 298 einen Kredit zu 0,6 Prozent Effektivzins – rund 3,9 Prozentpunkte unter dem aktuellen Markt.** Die KfW-Programme nach der Umstellungsphase Juli 2026: | Programm | Standard | Zinssatz effektiv | Max. Kredit je WE | Status | |---|---|---|---|---| | KfW 298 | EH40, Klimafr. Neubau | 0,6 % | 150.000 € | läuft weiter | | KfW 297 (EH55) | EH55, Klimafr. Neubau | abgelaufen | – | seit 30.6. beendet | | KfW 458 | Heizungstausch Bestand | bis 70 % Zuschuss | 30.000 € | läuft weiter | | Markt Topzins | – | 4,28 % | unbegrenzt | – | *Quelle: KfW, Stand Juli 2026; baufivergleich.de, Stand September 2026* Ein konkretes Rechenbeispiel: 150.000 Euro KfW-Kredit zu 0,6 Prozent statt 4,48 Prozent effektiv über zehn Jahre spart knapp **30.000 Euro Zinsen** – das ist in vielen Fällen mehr als die Mehrkosten für den EH40-Standard gegenüber einem einfacheren Baustandard. Wichtiger Hinweis: Das KfW 297 EH55-Sonderprogramm endete am 30. Juni 2026. Nur das EH40-Programm 298 läuft noch weiter. Wer jetzt plant, muss also den höheren EH40-Baustandard erreichen – oder auf den Marktzins ausweichen. Alles zu Antragsstellung, Energieeffizienz-Experten und Kombination der Programme erklärt der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Jetzt bauen oder warten? Der ehrliche Kalkül **Die ehrliche Antwort: Warten auf günstigere Zinsen ist eine Spekulation – Warten auf günstigere Materialpreise ebenfalls. Wer konkrete Pläne und ausreichend Eigenkapital hat, gewinnt durch Zögern selten.** Das zeigt die Entwicklung der letzten zwölf Monate: Wer im September 2025 auf sinkende Bauzinsen gehofft hat, zahlt jetzt fast einen Prozentpunkt mehr. Wer im Frühjahr 2026 auf fallende Holzpreise spekuliert hat, sieht jetzt Aufschläge von über elf Prozent. Drei Szenarien für Herbst 2026: **Szenario A – Eigenkapital vorhanden, Grundstück gesichert:** Jetzt bauen oder verbindlich beauftragen. KfW 298 (EH40) beantragen, 15 bis 20 Jahre Zinsbindung wählen. Auch mit 4,48 Prozent Marktzins rechnet sich das bei ausreichend Eigenkapital langfristig besser als weitere Mietkosten ohne Eigentumsaufbau. **Szenario B – Eigenkapital im Aufbau:** Erst bei mind. 20 Prozent Eigenkapital finanzieren. Jeder weitere Prozentpunkt Eigenkapital über 80 Prozent Beleihungsauslauf senkt den Marktzins um 0,2 bis 0,4 Punkte – das ist real wirkungsvoller als auf bessere Zeiten zu warten. **Szenario C – Grundstück noch offen:** Grundstück jetzt sichern (Grundstückskauf lässt sich separat finanzieren), Baukredite erst nach konkreter Planung aufnehmen. Herbst und Winter sind klassische Verhandlungsphasen mit Bauunternehmen – oft gibt es in dieser Zeit günstigere Angebote als im Frühjahrs-Boom. ## Herbst 2026 als Verhandlungs- und Planungszeit nutzen **Der Herbst ist keine schlechte Zeit zum Bauen – aber er ist vor allem eine gute Zeit zum Planen und Verhandeln. Bauunternehmen haben freie Kapazitäten, Baufirmen sind verhandlungsbereit, und wer jetzt beauftragt, baut im Frühjahr 2027 unter gesicherteren Preisen.** Konkrete Empfehlungen für Herbst 2026: **1. Mehrere Angebote einholen:** Die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Bauunternehmen liegt je nach Region bei 10 bis 20 Prozent. Im Herbst sind Auftragsbücher weniger voll – das verbessert deine Verhandlungsposition. **2. Festpreisvertrag mit Preisbindung absichern:** Angesichts weiter steigender Holzpreise sollte der Bauvertrag klare Festpreisklauseln enthalten. Pauschalpreisverträge schützen vor späteren Materialpreiserhöhungen. **3. EH40-Standard von Anfang an einplanen:** Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) oder ein [Fertighaus](https://baukostenplan.de/haustypen/fertighaus) baut und KfW 298 nutzen will, muss den EH40-Standard bereits in der Planung verankern. Nachträgliche Änderungen kosten überproportional viel. **4. Eigenkapital optimieren:** Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch (je nach Bundesland 5,5 bis 11 Prozent des Kaufpreises) müssen vollständig aus Eigenkapital kommen. In Bayern liegt die Grunderwerbsteuer bei 3,5 Prozent, aktuelle Richtpreise findest du unter [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). In NRW sind es 6,5 Prozent – das beeinflusst den tatsächlich für den Bau verfügbaren Eigenkapitalanteil erheblich. **5. Zinsbindung wählen:** Angesichts des unsicheren Zinsausblicks sind 15 oder 20 Jahre Zinsbindung aktuell sinnvoll. Der Aufschlag von 0,25 bis 0,37 Prozentpunkten gegenüber zehn Jahren schützt vor einer möglichen weiteren Verteuerung bei der Anschlussfinanzierung. ## FAQ: Hausbau Herbst 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im September 2026?** Für zehnjährige Zinsbindung liegen die Topkonditionen im September 2026 bei 4,28 bis 4,48 Prozent effektiv – bei guter Bonität und mindestens 20 Prozent Eigenkapital. Für 20-jährige Zinsbindung sind es rund 4,85 Prozent. Gegenüber dem Jahrestief von 3,1 bis 3,3 Prozent im Februar 2026 ist das ein Anstieg von fast 1,4 Prozentpunkten. **Warum sind Bauzinsen im Herbst 2026 so stark gestiegen?** Die EZB erhöhte im Juni 2026 die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Seither haben anhaltende Inflationssorgen, ein starker Arbeitsmarkt und hohe Energiepreise für weiteren Aufwärtsdruck bei den Kapitalmarktzinsen gesorgt. Bauzinsen folgen primär den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen – die sich entsprechend entwickelt haben. **Was kostet ein Einfamilienhaus (140 m²) im Herbst 2026 gesamt?** Mit Grundstück (Bundesdurchschnitt), Baunebenkosten und Außenanlagen rechnen Bauherren aktuell mit 600.000 bis 800.000 Euro für ein solides Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche. Das reine Bauwerk ohne Grundstück kostet je nach Ausstattung und Bauweise 308.000 bis 532.000 Euro. **Gibt es noch KfW-Förderung für Neubauten im Herbst 2026?** Ja – das KfW-Programm 298 (Klimafreundlicher Neubau Effizienzhaus 40) läuft weiter und bietet Kredite zu 0,6 Prozent Effektivzins bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Das EH55-Sonderprogramm (KfW 297) ist seit dem 30. Juni 2026 ausgelaufen. Wer KfW 298 nutzen will, muss den EH40-Standard erfüllen. **Sollte ich jetzt bauen oder warten?** Wer konkrete Pläne, ausreichend Eigenkapital (mindestens 20 Prozent plus Nebenkosten) und ein gesichertes Grundstück hat, gewinnt durch Warten in der Regel wenig. Die Erfahrung der letzten zwölf Monate zeigt: Weder Bauzinsen noch Materialpreise sind verlässlich gesunken. Wer noch in der Ansparphase ist, sollte weiter Eigenkapital aufbauen – jeder Prozentpunkt Eigenkapital über 80 Prozent Beleihungsauslauf senkt den Zinssatz spürbar. **Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Hausbau 2026?** Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises für das Eigenkapital selbst – plus Kaufnebenkosten (je nach Bundesland 5,5 bis 11 Prozent), die vollständig aus Eigenmitteln kommen müssen. Für ein 500.000-Euro-Projekt in NRW bedeutet das: mindestens 100.000 Euro Eigenkapital plus rund 47.500 bis 55.000 Euro Nebenkosten – gesamt also über 150.000 Euro Eigenmittel. Quellen: - baufivergleich.de: Aktuelle Bauzinsen September 2026: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ - Statistisches Bundesamt (Destatis): Baupreise Mai 2026, PD26/N042: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html - KfW: Anpassungen in den BEG-Produkten, Pressemitteilung Juli 2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - wohnglueck.de: Baukosten pro qm 2026: https://wohnglueck.de/artikel/baukosten-pro-qm-neubau-47899 - baufi24.de: Aktuelle Bauzinsen und Baukosten 2026: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ --- # Bauzinsen September 2026: Topzins bei 4,06 % – was die EZB-Erhöhung für Bauherren bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-september-2026-aktuell-ezb-erhoehung Zuletzt aktualisiert: 2026-09-23 Die EZB hat am 10. September 2026 die Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte angehoben – es ist die zweite Erhöhung in diesem Jahr. Der Bauzins-Topzins für 10-jährige Zinsbindung liegt damit bei 4,06 Prozent effektiv. Zum Vergleich: Im Januar 2026 waren es noch 3,10 Prozent. Wer jetzt plant oder gerade mitten in der Finanzierung ist, braucht konkrete Zahlen – und eine Einschätzung, wie es weitergeht. ## Aktuelle Bauzinsen September 2026 im Überblick **Der Topzins für 10-jährige Zinsbindung bei sehr guter Bonität und 60 Prozent Beleihungsauslauf liegt im September 2026 bei 4,06 Prozent effektiv. Bei 90 Prozent Beleihungsauslauf sind es bis zu 4,48 Prozent.** | Zinsbindung | Topzins (60 % LTV) | Durchschnitt | Oberes Ende (90 % LTV) | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 3,85 % | 4,10 % | 4,42 % | | 10 Jahre | 4,06 % | 4,28 % | 4,48 % | | 15 Jahre | 4,37 % | 4,60 % | 4,85 % | | 20 Jahre | 4,52 % | 4,73 % | 5,00 % | | 30 Jahre | 4,78 % | 5,05 % | 5,30 % | *Quelle: baufivergleich.de, Stand 11. September 2026. Topzins gilt für sehr gute Bonität, mindestens 20 % Eigenkapital, Beleihungsauslauf unter 60 %.* Zum Vergleich: Im Juni 2026, nach der ersten EZB-Erhöhung des Jahres, lagen die Zinsen noch bei 3,57 bis 3,93 Prozent. Die Markterwartungen haben sich seitdem weiter nach oben verschoben. Wer im Januar 2026 finanziert hat, zahlt fast 1 Prozentpunkt weniger als heute – bei 350.000 Euro Kredit über 10 Jahre entspricht das einem Unterschied von rund 35.000 Euro. ## Die EZB-Sitzung vom 10. September 2026: Was passiert ist **Die Europäische Zentralbank hat am 10. September 2026 den Hauptrefinanzierungssatz erneut um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Es ist die zweite Anhebung in diesem Jahr – nach der ersten im Juni.** Hintergrund: Die Inflation in der Eurozone liegt nach wie vor über dem EZB-Ziel von 2 Prozent. Energie- und Nahrungsmittelpreise haben sich im dritten Quartal 2026 stärker verteuert als von den EZB-Analysten erwartet. Das robuste Wirtschaftswachstum in Deutschland und Frankreich gibt der Notenbank keinen Anlass, auf Lockerung zu schwenken. Wichtig zu verstehen: Bauzinsen folgen nicht direkt dem EZB-Leitzins. Sie orientieren sich primär an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen. Die Korrelation ist aber eng, weil steigende Leitzinsen die Refinanzierungskosten der Banken erhöhen und sich das auf Hypothekenkonditionen durchschlägt. Ein Teil des September-Anstiegs war von den Märkten bereits vorab eingepreist. Für Bauherren bedeutet das: Jeder weitere Schritt der EZB nach oben verteuert einen Kredit spürbar. 100 Basispunkte (= 1 Prozentpunkt) mehr Zinsen kosten bei einem 300.000-Euro-Kredit über 10 Jahre rund 15.000 Euro zusätzliche Zinskosten. ## Zinsentwicklung 2026: Von 3,1 auf über 4 Prozent **Seit Januar 2026 sind die Bauzinsen um rund 0,9 bis 1,1 Prozentpunkte gestiegen – ein kontinuierlicher Trend, der 2025 begonnen hat und sich 2026 fortsetzt.** | Zeitpunkt | Topzins 10 Jahre | Veränderung | |---|---|---| | Januar 2026 | 3,10 % | Ausgangspunkt | | März 2026 | 3,30 % | + 0,20 PP | | Mai 2026 | 3,45 % | + 0,15 PP | | Juni 2026 (EZB +0,25 %) | 3,57 % | + 0,12 PP | | Juli 2026 | 3,75 % | + 0,18 PP | | August 2026 | 3,95 % | + 0,20 PP | | September 2026 (EZB +0,25 %) | 4,06 % | + 0,11 PP | *Quelle: Eigene Zusammenstellung nach baufivergleich.de, Dr. Klein, baufi24. Werte gerundet auf 0,01 PP.* Das Muster ist eindeutig: Jede EZB-Erhöhung überträgt sich zeitverzögert in höhere Bauzinsen. Zwischen dem Beschluss am 10. Juni und dem vollen Marktwirkung vergingen etwa drei bis vier Wochen. Beim September-Schritt war der Markt bereits stärker vorweggelaufen – der Effekt fiel kleiner aus als im Juni. Für 2024 und 2025 galt noch das Gegenteil: Die EZB senkte damals die Leitzinsen, was Bauherren entlastete. Wer 2025 finanziert hat, lag deutlich günstiger als heute. Diese Phase scheint vorerst vorbei. ## Was ein Baukredit September 2026 konkret kostet **Für ein typisches [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 150 m² Wohnfläche und 440.000 Euro Kreditbedarf machen 0,5 Prozentpunkte mehr Zinsen rund 22.000 Euro Mehrkosten über 10 Jahre aus.** Rechenbeispiel: Neubau, 150 m², Bauwert 550.000 Euro (Bayern), Eigenkapital 110.000 Euro (20 %), Kredit 440.000 Euro: | Zinssatz | Monatliche Rate (2 % Tilgung) | Zinskosten 10 Jahre | Restschuld nach 10 J. | |---|---|---|---| | 3,57 % (Januar 2026) | 2.063 € | ca. 145.000 € | ca. 320.000 € | | 4,06 % (heute, Topzins) | 2.233 € | ca. 164.000 € | ca. 327.000 € | | 4,28 % (Durchschnitt) | 2.303 € | ca. 172.000 € | ca. 330.000 € | | 4,48 % (90 % LTV) | 2.360 € | ca. 180.000 € | ca. 334.000 € | *Richtwerte ohne Kreditnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar oder Makler. Exakte Kalkulation für dein Vorhaben liefert der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Die regionalen Baukosten bestimmen den nötigen Kreditbetrag ganz erheblich. In Bayern liegen die Baukosten für ein Einfamilienhaus bei 3.500 bis 4.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – deutlich über dem Bundesschnitt von rund 2.900 bis 3.400 Euro. Aktuelle Vergleichswerte für deine Region findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Nicht vergessen: Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch) müssen vollständig aus Eigenkapital kommen – sie sind nicht kreditfinanzierbar. In Bayern kostet die Grunderwerbsteuer bei einem 550.000-Euro-Bau rund 19.800 Euro (3,5 % Steuersatz). Das reduziert das tatsächlich einsetzbare Eigenkapital spürbar. ## KfW-Förderung: Noch immer weit unter Marktniveau **Die KfW-Förderkredite liegen trotz aller EZB-Erhöhungen bei 0,65 bis 1,83 Prozent – bis zu 3,6 Prozentpunkte günstiger als der Markt. Wer EH40 oder EH55 baut, sollte diesen Hebel nutzen.** Aktuelle KfW-Konditionen (Stand September 2026): | KfW-Programm | Zinssatz eff. | Max. Kreditbetrag | Voraussetzung | |---|---|---|---| | 298 (EH40 Neubau) | 0,65 % | 150.000 € je WE | EH40-Standard + EE | | 297 (EH55 Neubau) | 1,83 % | 120.000 € je WE | EH55-Standard | | 308 (Jung kauft Alt) | 1,45 % | 150.000 € | Bestandskauf + Sanierung | *Quelle: KfW Stand September 2026. Zinssätze abhängig von Laufzeit und Bonität.* Der Zinsunterschied ist enorm: 100.000 Euro zu 0,65 Prozent statt 4,28 Prozent über 10 Jahre spart rund 19.000 Euro Zinsen. Für EH40-Neubauten, die bis zu 150.000 Euro KfW-Kredit bekommen, ergibt das eine mögliche Ersparnis von bis zu 28.500 Euro gegenüber reiner Marktfinanzierung. Wichtig: KfW-Förderkredite müssen **vor Baubeginn** beantragt werden. Ein nachträglicher Antrag ist ausgeschlossen. Außerdem gilt seit Juli 2026 eine geänderte Förderlogik für Sanierungen nach iSFP. Was sich durch die BEG-Reform im Detail geändert hat und was das für deine Planung bedeutet, erklärt der Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## Zinsprognose Q4 2026: Was Experten erwarten **Die meisten Analysten rechnen bis Jahresende 2026 mit einer Spanne von 3,8 bis 4,5 Prozent für 10-jährige Zinsbindung. Eine deutliche Senkung erscheint unwahrscheinlich.** Faktoren, die für stabile oder steigende Zinsen sprechen: - EZB-Inflationsziel noch nicht dauerhaft erreicht, weitere Erhöhungen möglich - Robustes Wirtschaftswachstum in Deutschland nimmt Lockerungsdruck - US-Notenbankpolitik (Fed) beeinflusst europäische Anleiherenditen Faktoren, die für sinkende Zinsen sprechen könnten: - Abschwächungstendenzen in einigen südeuropäischen Eurozone-Ländern - Baukrise und schwache Baugenehmigungszahlen erhöhen politischen Druck - Langfrist-Inflationserwartungen bereits leicht gesunken Konsens der Analysten (Dr. Klein, Finanztip, baufi24): Der Topzins für 10 Jahre wird bis Ende 2026 zwischen 3,8 und 4,5 Prozent liegen. Die Richtung ist offen, aber eine Rückkehr auf 3 Prozent oder darunter ist nicht in Sicht. Für Bauherren gilt: Wer auf deutlich fallende Zinsen wartet, wartet vermutlich vergebens. Jeder weitere Monat Abwarten bedeutet auch: einen weiteren Monat Miete zahlen ohne Eigentumsaufbau – und das Risiko, beim nächsten EZB-Schritt noch teurer zu finanzieren. ## Was du jetzt konkret tun kannst **Vier Maßnahmen, die sofort umsetzbar sind und direkt deinen Zinssatz beeinflussen – unabhängig davon, wie sich die Zinsen kurzfristig entwickeln:** **1. Mehrere Angebote einholen:** Die Spreizung zwischen günstigstem und teuerstem Angebot liegt aktuell bei 0,4 bis 0,7 Prozentpunkten. Bei 350.000 Euro über 10 Jahre ist das ein Unterschied von bis zu 24.500 Euro. Unabhängige Vermittler (Interhyp, Dr. Klein) vergleichen hunderte Banken gleichzeitig – und das kostenlos. **2. Eigenkapital optimieren:** Jede Senkung des Beleihungsauslaufs um 10 Prozentpunkte verbessert deinen Zinssatz typischerweise um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte. 30 Prozent Eigenkapital statt 20 Prozent spart bei 350.000 Euro Kredit über 10 Jahre rund 7.000 bis 14.000 Euro. **3. KfW-Förderung vor Baubeginn beantragen:** KfW EH40 (0,65 %) oder EH55 (1,83 %) können mit Marktdarlehen kombiniert werden. Beide Programme sind vor Baubeginn zu beantragen. Eine Degression der Förderhöchstbeträge für Heizungsförderung startet im Februar 2027 – frühere Anträge sichern die vollen Summen. **4. Zinsbindung strategisch wählen:** 15 oder 20 Jahre Zinsbindung kosten aktuell 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte Aufschlag gegenüber 10 Jahren – schützen aber vor weiteren Anstiegen. Wer in 10 Jahren zu möglicherweise noch höheren Konditionen anschlussfinanzieren müsste, zahlt das Vielfache des heutigen Aufschlags. ## FAQ: Bauzinsen September 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im September 2026?** Der Topzins für 10-jährige Zinsbindung liegt im September 2026 bei 4,06 Prozent effektiv (sehr gute Bonität, mindestens 20 % Eigenkapital, Beleihungsauslauf unter 60 %). Bei 90 Prozent Beleihungsauslauf sind es bis zu 4,48 Prozent. Im Januar 2026 lag der Topzins noch bei 3,10 Prozent – der Anstieg beträgt rund 1 Prozentpunkt innerhalb von neun Monaten. **Was bedeutet die EZB-Erhöhung vom 10. September 2026 für Bauherren?** Die EZB hat am 10. September 2026 den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht – die zweite Anhebung in diesem Jahr. Bauzinsen orientieren sich primär an Bundesanleihe-Renditen, nicht direkt am EZB-Leitzins. Der Anstieg war aber teilweise bereits eingepreist. Praktisch bedeutet das: Wer jetzt finanziert, zahlt mehr als noch im Frühjahr – und mehr als Ende 2025. **Werden die Bauzinsen bis Ende 2026 noch weiter steigen?** Meiste Experten rechnen bis Jahresende mit einer Spanne von 3,8 bis 4,5 Prozent für 10-jährige Konditionen. Eine deutliche Senkung ist unwahrscheinlich, ein weiterer Anstieg auf über 4,5 Prozent möglich. Wer auf günstigere Zinsen wartet, geht das Risiko ein, zu noch höheren Konditionen finanzieren zu müssen. **Wie günstig ist die KfW im Vergleich zum Markt?** KfW EH40 (Programm 298) bietet aktuell rund 0,65 Prozent Effektivzins, der Markt liegt bei 4,06 bis 4,48 Prozent. Auf 100.000 Euro Kredit über 10 Jahre spart das rund 19.000 bis 22.000 Euro Zinsen. Die KfW-Förderung muss vor Baubeginn beantragt werden und kann mit anderen Programmen kombiniert werden. **Lohnt sich Bauen bei über 4 Prozent Zinsen noch?** Das hängt von deiner persönlichen Situation ab. Mit hohem Eigenkapital (30 % oder mehr), KfW-Förderung und langer Zinsbindung liegt der effektive Gesamtzinssatz deutlich unter dem Marktzins. Außerdem: Wer weiter mietet, zahlt Geld ohne Eigentumsaufbau. Für eine individuelle Kalkulation eignet sich der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) als Einstieg. **Was ist der Unterschied zwischen 4,0 und 4,5 Prozent Bauzinsen in Euro?** Bei 350.000 Euro Kredit und 10 Jahren Zinsbindung macht 0,5 Prozentpunkte mehr Zinsen rund 1.750 Euro pro Jahr aus – über die gesamte Zinsbindung also 17.500 Euro Mehrkosten. Bei 440.000 Euro Kredit sind es entsprechend rund 22.000 Euro. Quellen: - baufivergleich.de: Aktuelle Bauzinsen September 2026: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ - KfW: Neue BEG-Förderbedingungen 2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_901760.html - Finanztip: Aktuelle Hypothekenzinsen 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ --- # BEG-Stichtage September 2026: Was sich bei KfW und Bundesförderung geändert hat URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/beg-september-2026-stichtage-kfw-expertenportal Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Der September 2026 brachte mehrere Neuerungen für alle, die BEG-geförderte Maßnahmen planen. Die KfW hat ihr Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen in Version 11.0 veröffentlicht. Seit dem 24. September gibt es den Bonus für serielle Sanierung auch für das Effizienzhaus 70 und für Nichtwohngebäude. Seit dem 25. September ist das neue KfW-Expertenportal für die Heizungsförderung Pflicht. Hier steht, was sich geändert hat und was du jetzt beachten musst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Infoblatt Version 11.0: was sich geändert hat **Das KfW-Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen liegt seit September 2026 in Version 11.0 vor. Es berücksichtigt die Förderrichtlinien vom 17. August 2026 und gilt immer in der Fassung, die bei Antragstellung aktuell ist.** Das Infoblatt legt fest, welche Maßnahmen und Kosten förderfähig sind und welche technischen Anforderungen gelten. Hervorgehoben sind darin unter anderem: - der Bonus für serielle Sanierung, neu für Nichtwohngebäude und erweitert für Wohngebäude, beantragbar ab 24. September 2026 - die Neuregelung der Förderung von Worst Performing Buildings - das Kombinationsverbot von Einzelmaßnahmen (BEG EM) und Effizienzhaus-Sanierung (BEG WG/NWG) Zur **Eigenleistung** regelt das Infoblatt: Führt ein Unternehmen Arbeiten mit eigenen Mitarbeitern, eigenen Gewerken oder Tochterfirmen aus, sind deren Montage- und Lohnkosten nicht förderfähig, nur Material und Fachplanung. Das betrifft also nur Eigenleistung von Unternehmen. Wer einen Handwerksbetrieb beauftragt, kann dessen Lohn- und Montagekosten weiter fördern lassen. Privatpersonen bekommen bei Eigenleistung die Materialkosten gefördert, wenn ein Experte oder Fachbetrieb das bestätigt. Ein festes Inkrafttreten am 16. September oder Ablehnungen von Anträgen auf Basis älterer Versionen lassen sich aus den amtlichen Unterlagen nicht belegen. ## Gab es Sperrtage am 23. und 24. September? **Die KfW nennt in ihren Informationen zum Expertenportal nur zwei Termine: Bestätigungen in der alten Anwendung bis 22. September 2026, neues Portal Pflicht ab 25. September. Ein Sperrfenster für elf Förderprodukte ist dort nicht beschrieben.** Für dich ist vor allem wichtig: Bestätigungen zum Antrag (BzA), die bis zum 22. September in der alten Anwendung erstellt wurden, bleiben gültig. Entwürfe aus der alten Anwendung können dagegen nicht mehr für einen Antrag verwendet werden und müssen im neuen Portal neu angelegt werden. ## SerSan-Bonus seit 24. September: EH 70 und Nichtwohngebäude **Seit dem 24. September 2026 können Nichtwohngebäude erstmals den Bonus für serielle Sanierung erhalten. Bei Wohngebäuden gibt es ihn seitdem auch für das Effizienzhaus 70, mit 5 Prozentpunkten.** Serielles Sanieren bedeutet: Die Fassade wird mit im Werk vorgefertigten Elementen saniert, die Montage vor Ort geht schneller. Mindestvoraussetzung ist die serielle Sanierung der Fassade, das Dach allein reicht nicht. | Gebäudetyp | Stufen mit SerSan-Bonus | Höhe | |---|---|---| | Wohngebäude (BEG WG, Kredit 261) | EH 40 und EH 55 (EE oder NH) | +15 Prozentpunkte | | Wohngebäude (BEG WG, Kredit 261) | EH 70 (EE oder NH) | **+5 Prozentpunkte, neu seit 24.09.2026** | | Nichtwohngebäude (BEG NWG) | laut KfW-Merkblatt für Nichtwohngebäude | **neu seit 24.09.2026** | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, KfW-Infoblatt Version 11.0.* Die technischen Anforderungen stehen im KfW-Infoblatt: werkseitig vorgefertigte Tragkonstruktion für Dämm- und Witterungsebene auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes, mindestens 80 Prozent der Fassadenflächen gegen Außenluft, Elemente unverändert und mindestens raumhoch montiert (bei Nichtwohngebäuden mindestens 2,5 Meter in einer Richtung), neue Fenster werkseitig eingebaut. Eine Zulassung des Anbieters verlangt das Infoblatt nicht. Die Bonushöhe für Nichtwohngebäude prüfst du im aktuellen KfW-Merkblatt für Nichtwohngebäude. ## 25. September: neues KfW-Expertenportal für die Heizungsförderung **Seit dem 25. September 2026 ist das neue KfW-Expertenportal Pflicht, und zwar für die Heizungsförderung (Programme 458, 459, 522 und 422). Energieeffizienz-Experten melden sich mit ihren bestehenden Zugangsdaten an, eine neue Registrierung ist nicht nötig.** Für **Energieeffizienz-Experten** gilt: neue Bestätigungen zum Antrag für die Heizungsförderung nur noch im neuen Portal. Für **Eigentümer** gilt: Du musst dich nicht selbst registrieren. Den Antrag für die Heizungsförderung stellst du wie bisher selbst im Kundenportal "Meine KfW". Die BzA kann statt eines Experten auch das ausführende Fachunternehmen erstellen. Für andere BEG-Programme wie den Sanierungskredit 261 nennt die KfW diese Umstellung nicht. Dort läuft der Antrag weiter über deine Bank. ## Aktuelle BEG-Fördersätze nach der Juli-Reform 2026 **Die Stichtage im September bauen auf der Reform vom 21. Juli 2026 auf. Die wichtigsten Sätze: Heizungstausch 30 Prozent plus Boni bis 80 Prozent, BAFA-Einzelmaßnahmen 15 Prozent, Effizienzhaus-Sanierung bis 40 Prozent Tilgungszuschuss.** | Maßnahme | Grundförderung | Boni | Obergrenze | |---|---|---|---| | Heizungstausch (KfW 458) | 30 % | Klimabonus +16 % (Antrag bis 31.01.2027), Einkommensbonus +10 bis +40 % | 70 %, bei niedrigem Einkommen 80 %; förderfähig max. 28.000 € (1. WE) | | BEG WG Sanierung (KfW 261) | Tilgungszuschuss 0 bis 10 % | NH +5 %, WPB +10 %, SerSan +5 bzw. +15 % | rechnerisch max. 40 %; Kredit bis 150.000 €/WE | | BAFA BEG Einzelmaßnahmen | 15 % | iSFP +5 % auf Kosten über 30.000 €; ab Q1 2027 WPB +5 % für Dämmung | förderfähig 30.000 €, mit iSFP 60.000 € (1. WE) | | Neubau EH40 (KfW 297/298) | Kredit, 1,96 % eff. (10/2/10) | kein Tilgungszuschuss | 100.000 €/WE, mit QNG 150.000 € | *Quelle: KfW-Merkblätter 458 und 261, BAFA, KfW-Konditionenübersicht vom 06.10.2026.* Zwei zeitkritische Punkte: **Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab Februar 2027.** Bei Antrag bis 31. Januar 2027 gibt es 16 Prozent, danach sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Maßgeblich ist das Antragsdatum. **Die förderfähigen Kosten beim Heizungstausch sinken ab Februar 2027.** Heute sind es 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, danach alle sechs Monate 750 Euro weniger. Der höchste mögliche Zuschuss liegt derzeit bei 22.400 Euro (80 Prozent von 28.000 Euro). ## Warum Förderung bei höheren Zinsen mehr bringt **Laut Bundesbank kosteten neue Wohnungsbaukredite im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv bei 5 bis 10 Jahren Zinsbindung und 4,04 Prozent bei über 10 Jahren. Jeder Euro Zuschuss muss nicht zu diesen Sätzen finanziert werden.** Ein Beispiel (eigene Rechnung): Ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) von 1985 bekommt eine Wärmepumpe für 18.000 Euro. Der Eigentümer wohnt selbst, ersetzt eine alte Ölheizung und hat ein Einkommen über 50.000 Euro. Bei 46 Prozent Förderung sind das 8.280 Euro Zuschuss. Muss er den Rest finanzieren, sind das rund 9.700 Euro statt 18.000 Euro Kredit. Bei rund 4 Prozent Zins spart das im ersten Jahr grob 330 Euro Zinsen, zusätzlich zum Zuschuss selbst. Den Förderbetrag und die Gesamtfinanzierung berechnest du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Auch die Baupreise steigen: Für Wohngebäude lagen sie im Mai 2026 laut Statistischem Bundesamt 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Regionale Werte findest du etwa unter [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Checkliste: Was jetzt zu tun ist **Prüfe, ob deine Bestätigung zum Antrag noch gilt, und plane deinen Heizungsantrag vor dem 31. Januar 2027.** **Private Bauherren und Eigentümer mit laufendem Vorhaben:** - Heizungsförderung: Wurde deine BzA bis 22. September 2026 in der alten Anwendung erstellt, bleibt sie gültig. Lag nur ein Entwurf vor, braucht es eine neue BzA im neuen Portal. - Vor dem Antrag einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung schließen - Heizungstausch geplant? Antrag bis 31. Januar 2027 stellen, dann gilt der volle Klimabonus - Effizienzhaus oder Einzelmaßnahmen: KfW 261 und BEG-Einzelmaßnahmen lassen sich nicht parallel nutzen, zwischen ihnen gilt eine Sperrfrist von drei Jahren **Energieeffizienz-Experten:** - Bestätigungen für die Heizungsförderung nur noch im neuen Portal erstellen, Login mit den bestehenden Zugangsdaten - Entwürfe aus der alten Anwendung im neuen Portal neu anlegen - Kunden mit Nichtwohngebäuden auf den neuen SerSan-Bonus hinweisen **Eigentümer von Nichtwohngebäuden:** - SerSan-Bonus prüfen, wenn eine serielle Fassadensanierung möglich ist - Anbieter serieller Sanierung anfragen und die Anforderungen des Infoblatts abgleichen - Energieeffizienz-Experten auf die neue Fördermöglichkeit ansprechen Für die vollständige Kalkulation eines Bau- oder Sanierungsvorhabens hilft der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten) weiter. ## FAQ: BEG-Stichtage September 2026 **Was hat sich am 25. September 2026 beim KfW-System geändert?** Seit dem 25. September ist das neue KfW-Expertenportal für die Heizungsförderung (458, 459, 522, 422) Pflicht. Experten melden sich mit ihren bestehenden Zugangsdaten an. BzA aus der alten Anwendung, die bis 22. September erstellt wurden, bleiben gültig. **Konnte man am 23. und 24. September keine BEG-Bestätigungen bekommen?** Belegt ist nur, dass die alte Anwendung bis zum 22. September genutzt werden konnte und das neue Portal ab dem 25. September Pflicht ist. Ein Sperrfenster für elf Produkte nennt die KfW in ihren Informationen zum Portal nicht. **Was ist der SerSan-Bonus und wer kann ihn seit 24. September beantragen?** Ein Zuschlag auf den Tilgungszuschuss, wenn ein Gebäude mit werkseitig vorgefertigten Fassadenelementen zum Effizienzhaus oder Effizienzgebäude saniert wird. Seit dem 24. September gibt es ihn auch für Nichtwohngebäude und bei Wohngebäuden auch für das Effizienzhaus 70 (5 Prozentpunkte). **Wann sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus beim Heizungstausch?** Ab dem 1. Februar 2027 auf 12 Prozent, danach halbjährlich um weitere 4 Prozentpunkte. Für die vollen 16 Prozent muss der Antrag bis 31. Januar 2027 gestellt sein. **Was kostet der Heizungstausch mit BEG-Förderung netto?** Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für grob 18.000 bis 25.000 Euro und 46 Prozent Förderung (Grundförderung und Klimabonus) ergibt sich ein Zuschuss von 8.280 bis 11.500 Euro. Es bleiben 9.720 bis 13.500 Euro, vor einem möglichen Einkommensbonus (gerechnet). **Was muss ich als Bauherr mit laufendem BEG-Vorhaben tun?** Frag nach, ob deine Bestätigung zum Antrag vor dem 22. September in der alten Anwendung fertig erstellt wurde oder neu im Portal angelegt werden muss. Plane den Antrag für den Heizungstausch bis 31. Januar 2027 und kläre, ob du Einzelmaßnahmen oder eine Sanierung zum Effizienzhaus willst. Quellen: - KfW: Info zum Expertenportal: https://www.kfw.de/partner/KfW-Partnerportal/Multiplikatoren/Online-Best%C3%A4tigung/Info-Expertenportal/index.jsp - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Destatis: Baupreise für Wohngebäude Mai 2026 (PM 10.07.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html --- # KfW BEG September 2026: Neues Expertenportal, erweiterter Serienbonus und die Stichtage URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-september-2026-neues-portal-serienbonus-stichtage Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Ende September 2026 gab es bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zwei Neuerungen. Seit dem 24. September gelten neue KfW-Merkblätter, mit denen der Bonus für serielle Sanierung auch für das Effizienzhaus 70 und für Nichtwohngebäude beantragt werden kann. Seit dem 25. September müssen Energieeffizienz-Experten ihre Bestätigungen für die KfW-Heizungsförderung im neuen KfW-Expertenportal erstellen. Was sich geändert hat und was das für deinen Antrag bedeutet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was sich am 25. September 2026 beim KfW-Expertenportal geändert hat **Seit dem 25. September 2026 ist das neue KfW-Expertenportal Pflicht, und zwar für die Heizungsförderung (Programme 458, 459, 522 und 422). Experten melden sich mit ihren bestehenden Zugangsdaten der Energieeffizienz-Expertenliste an.** Das Portal betrifft die Bestätigung zum Antrag (BzA), die Energieeffizienz-Experten für die Heizungsförderung erstellen. Für andere Programme wie den Sanierungskredit 261 oder den Klimafreundlichen Neubau 297/298 nennt die KfW diese Umstellung nicht. Die KfW hat dazu festgelegt: - **Gültigkeit alter Bestätigungen:** BzA, die bis zum 22. September 2026 in der alten Anwendung erstellt wurden, bleiben gültig. - **Entwürfe:** Entwürfe aus der alten Anwendung können zwar noch abgeschlossen, aber nicht mehr für einen Antrag genutzt werden. Sie müssen im neuen Portal neu angelegt werden. - **Zugang:** Eine neue Registrierung ist nicht nötig, der Login erfolgt mit den bestehenden Zugangsdaten. Für dich als Eigentümer heißt das: Hat dein Experte nur einen Entwurf im alten System, braucht er eine neue BzA im neuen Portal. Eine BzA für die Heizungsförderung kann übrigens auch das ausführende Fachunternehmen erstellen. Die technische Projektbeschreibung (TPB) gehört nicht zur KfW, sondern zum BAFA-Verfahren für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Sie ist von diesem Portalwechsel nicht betroffen. ## Die BEG-Stichtage September 2026 auf einen Blick **Die Änderungen kamen gestaffelt. Alle Termine liegen inzwischen in der Vergangenheit, die neuen Regeln gelten.** | Datum | Änderung | Bedeutung für dich | |-------|----------|-------------------| | 09/2026 | KfW-Infoblatt förderfähige Maßnahmen, Version 11.0 | Grundlage für Anträge, berücksichtigt die Richtlinien vom 17. August 2026 | | 22. September 2026 | Letzter Tag für BzA in der alten KfW-Anwendung | Diese BzA bleiben gültig | | 24. September 2026 | Neue KfW-Merkblätter, unter anderem 261 | Serienbonus für EH 70 und für Nichtwohngebäude beantragbar | | 25. September 2026 | Neues KfW-Expertenportal Pflicht | Neue BzA für die Heizungsförderung nur noch im neuen Portal | Ein zweitägiges "Sperrfenster" für elf Förderprodukte, wie es teils berichtet wurde, nennt die KfW in ihren Informationen zum Expertenportal nicht. Belegt ist nur: alte Anwendung bis 22. September, neues Portal ab 25. September. ## Neuer Serienbonus seit 24. September 2026: was sich für EH 70 EE ändert **Seit dem 24. September 2026 gibt es den Bonus für serielle Sanierung auch für das Effizienzhaus 70, mit 5 Prozentpunkten zusätzlichem Tilgungszuschuss. Für EH 40 und EH 55 bleibt es bei 15 Prozentpunkten. Neu ist der Bonus auch für Nichtwohngebäude.** Serielles Sanieren heißt: Die Fassade wird mit im Werk vorgefertigten Elementen erneuert, die auf der Baustelle nur noch montiert werden. Den Bonus gab es bisher nur für EH 40 und EH 55. Die Ausweitung auf EH 70 macht ihn für Eigentümer interessant, deren Gebäude die höheren Stufen nur mit großem Aufwand erreichen. Wichtig für die Rechnung: Bei EH 70 EE gibt es seit der Reform keinen Basis-Tilgungszuschuss mehr. Mit Serienbonus sind es also 5 Prozent, bei einem Worst Performing Building 15 Prozent. Der Zuschuss bezieht sich auf den Kreditbetrag. Bei 80.000 Euro Kredit bringt der Serienbonus 4.000 Euro (gerechnet), bei 150.000 Euro je Wohneinheit 7.500 Euro. Eine Liste zugelassener Serienprodukte gibt es nicht. Entscheidend sind die technischen Anforderungen im KfW-Infoblatt: - werkseitig vorgefertigte Tragkonstruktion für Dämm- und Witterungsebene auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes - mindestens 80 Prozent der Fassadenflächen gegen Außenluft mit solchen Elementen saniert - Elemente unverändert montiert, mindestens raumhoch - neue Fenster werkseitig in die Elemente eingebaut Für Nichtwohngebäude, also Büros, Praxen oder Gewerbeobjekte, gibt es den Bonus jetzt ebenfalls. Eigentümer sollten laufende Planungen entsprechend prüfen. ## Was die KfW aktuell zahlt **Neubau EH40: bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG 150.000 Euro, effektiv ab 1,96 Prozent. Heizungstausch: 30 Prozent Grundförderung auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten, mit Boni bis 80 Prozent.** **KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau):** Für das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40 mit Ökobilanz-Nachweis) gibt es bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis zu 150.000 Euro. Der Effektivzins lag am 6. Oktober 2026 bei 1,96 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung). Die befristete Stufe EH55 kostet 1,00 Prozent und ist bis 31. Dezember 2026 beantragbar. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit über 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 4,04 Prozent effektiv, mit 5 bis 10 Jahren 3,81 Prozent (Bundesbank). **KfW 458 (Heizungsförderung):** Die förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit liegen bei **28.000 Euro**, vorher 30.000 Euro. Ab Februar 2027 sinken sie halbjährlich um 750 Euro. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Selbstnutzer erhalten bei Antrag bis 31. Januar 2027 einen Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent und je nach Einkommen einen Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 Prozent. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bei 80 Prozent. Wenn du eine Wärmepumpe planst, rechne mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) Gesamtkosten und Förderanteil für dein Projekt durch. ## Was das GModG für deine Heizungsplanung bedeutet **Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Die 65-Prozent-Pflicht ist weg, Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau. Dafür gilt die Bio-Treppe.** Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss als Eigentümer sicherstellen, dass ein steigender Anteil des Brennstoffs aus Biomethan, Bioöl oder bestimmtem Wasserstoff stammt: ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent. Das gilt für neu eingebaute Heizungen in bestehenden Gebäuden, und neue Gebäude müssen diese Vorgaben entsprechend einhalten. Bei vermieteten Gebäuden werden bestimmte Mehrkosten zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt. Bio-Brennstoffe sind in der Regel teurer, der Betrieb einer neuen Gasheizung dürfte also teurer werden. Welche Heizung sich im Neubau rechnet, hängt vom Hausstandard ab. Für die KfW-Neubauförderung 297/298 sind Öl- und Gasheizungen ohnehin ausgeschlossen. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit guter Dämmung ist die Wärmepumpe deshalb oft die naheliegende Wahl, vor allem wenn du den KfW-Kredit nutzen willst. Was ein Neubau in deiner Region kostet, zeigen unsere regionalen Baukostendaten, etwa für [Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Rechne dabei auch die gestiegenen Materialpreise ein: Laut Statistischem Bundesamt kosteten im Mai 2026 Dachlatten 11,8 Prozent und Konstruktionsvollholz 7,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Metalle insgesamt 11,1 Prozent, Betonstahl 5,0 Prozent und Flachglas 15,4 Prozent. Einen Einstieg in die KfW-Neubauförderung bietet der Artikel zu [KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-297-298-klimafreundlicher-neubau-2026). ## Handlungsempfehlungen: was du jetzt tun solltest **Die Umstellungen sind abgeschlossen. Wichtig ist jetzt, dass dein Experte im neuen Portal arbeitet und du die nächsten Fristen kennst: 31. Dezember 2026 für EH55-Neubauten, 31. Januar 2027 für den vollen Klimabonus.** **Du planst einen Neubau und willst KfW 297/298 nutzen:** Beauftrage einen Energieeffizienz-Experten und stell den Antrag über deine Bank vor Beginn des Vorhabens. Für die EH55-Stufe muss die Baugenehmigung bei Antragstellung vorliegen und der Antrag bis 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen. **Du sanierst und planst einen Heizungstausch:** Prüfe, ob deine BzA aus der alten Anwendung stammt. Wurde sie bis 22. September 2026 erstellt, bleibt sie gültig, sonst braucht es eine neue im neuen Portal. Vor dem Antrag brauchst du einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Den vollen Klimabonus von 16 Prozent gibt es bei Antrag bis 31. Januar 2027. **Du planst eine Sanierung zum Effizienzhaus:** Prüfe, ob eine serielle Sanierung in Frage kommt. Bei EH 70 bringt sie 5 Prozentpunkte, bei EH 40 und 55 15 Prozentpunkte zusätzlichen Tilgungszuschuss. Beachte: KfW 261 und BEG-Einzelmaßnahmen lassen sich seit dem 21. Juli 2026 nicht parallel nutzen. **Du hast ein gewerbliches Objekt:** Wenn dein Unternehmen Arbeiten mit eigenen Mitarbeitern ausführt, sind laut KfW-Infoblatt deren Montage- und Lohnkosten nicht förderfähig, nur Material und Fachplanung. Prüfe außerdem den neuen Serienbonus für Nichtwohngebäude. ## FAQ: Häufige Fragen zum KfW-Portalwechsel September 2026 **Was passiert mit Entwürfen im alten KfW-System?** Entwürfe aus der alten Anwendung können nicht mehr für einen Antrag genutzt werden und müssen im neuen Portal neu angelegt werden. Bestätigungen zum Antrag, die bis zum 22. September 2026 erstellt wurden, bleiben gültig. **Für welche Programme gilt das neue Expertenportal?** Für die Heizungsförderung der KfW, also die Programme 458, 459, 522 und 422. Experten melden sich mit ihren bestehenden Zugangsdaten an. **Für wen gilt der erweiterte Serienbonus seit 24. September 2026?** Für Wohngebäude, die seriell auf Effizienzhaus 70 saniert werden (5 Prozentpunkte), und erstmals für Nichtwohngebäude. Für EH 40 und EH 55 bleibt es bei 15 Prozentpunkten. Voraussetzung sind die technischen Anforderungen im KfW-Infoblatt, eine Produktliste gibt es nicht. **Wie hoch ist die KfW-Förderung für eine Wärmepumpe?** Die Grundförderung im Programm 458 beträgt 30 Prozent. Selbstnutzer bekommen bei Antrag bis 31. Januar 2027 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und bei einem zu versteuernden Einkommen bis 50.000 Euro einen Einkommensbonus von 10 bis 40 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro, der Zuschuss ist auf 70 bzw. 80 Prozent begrenzt. **Darf ich nach dem GModG noch eine Gasheizung einbauen?** Ja, seit dem 29. Juli 2026. Für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen gilt aber die Bio-Treppe: ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent aus biogenen Brennstoffen oder bestimmtem Wasserstoff. Verantwortlich ist der Eigentümer. Das gilt auch für Neubauten. **Gab es am 23. und 24. September ein Sperrfenster?** Die KfW nennt in ihren Informationen zum Expertenportal nur, dass die alte Anwendung bis zum 22. September 2026 genutzt werden konnte und das neue Portal ab dem 25. September Pflicht ist. Ein Sperrfenster für elf Förderprodukte ist dort nicht beschrieben. **Welche Zinsen gelten aktuell für KfW-geförderte Neubauten?** Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 effektiv 1,96 Prozent für das EH40 und 1,00 Prozent für das EH55, jeweils bei 10 Jahren Laufzeit mit 2 tilgungsfreien Jahren. Der Marktdurchschnitt lag im August 2026 bei 3,81 Prozent (5 bis 10 Jahre Zinsbindung) bzw. 4,04 Prozent (über 10 Jahre) laut Bundesbank. Quellen: - KfW: Info zum Expertenportal: https://www.kfw.de/partner/KfW-Partnerportal/Multiplikatoren/Online-Best%C3%A4tigung/Info-Expertenportal/index.jsp - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - BGBl. 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des GEG (GModG): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Destatis: Preise für viele Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen (24.06.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html --- # Bauzinsen September 2026: EZB erhöht auf 2,5 % – aktuelle Konditionen für Bauherren URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-september-2026-ezb-erhoehung-4-prozent Zuletzt aktualisiert: 2026-09-17 Die Europäische Zentralbank hat am 16. September 2026 erneut die Zinsen erhöht – der Einlagenzins steigt auf 2,50 Prozent. Für Bauherren bedeutet das: Die kurze Entspannungsphase im Frühjahr ist vorbei. Wer heute einen Baukredit aufnimmt, zahlt für 10 Jahre Zinsbindung zwischen 4,06 und 4,48 Prozent effektiv – je nach Eigenkapital und Bonität. Das sind rund 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte mehr als noch im Juni 2026. Was die neue EZB-Entscheidung konkret für dein Bauvorhaben bedeutet, wo die KfW-Förderung noch deutliche Vorteile bietet und ob Warten eine Option ist – hier sind die aktuellen Zahlen. ## Wo stehen die Bauzinsen aktuell? **Am 17. September 2026 liegen die Bauzinsen für 10-jährige Zinsbindung zwischen 4,06 Prozent (Top-Konditionen, mind. 40 % Eigenkapital) und 4,48 Prozent (90 % Beleihungsauslauf). Gegenüber dem Jahresanfang ist das ein Anstieg von rund einem Prozentpunkt.** | Zinsbindung | Topzins (60 % Beleihung) | Durchschnitt | Oberes Ende (90 % Beleihung) | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 3,85 % | 4,08 % | 4,30 % | | 10 Jahre | 4,06 % | 4,28 % | 4,48 % | | 15 Jahre | 4,20 % | 4,42 % | 4,62 % | | 20 Jahre | 4,29 % | 4,52 % | 4,73 % | | 30 Jahre | 4,44 % | 4,65 % | 4,86 % | *Quelle: Dr. Klein, baufivergleich.de, Stand 17. September 2026. Topzins gilt für sehr gute Bonität und mindestens 40 % Eigenkapital.* Zum Vergleich: Im Juni 2026 lagen die Konditionen für 10 Jahre noch bei 3,57 bis 3,93 Prozent. Die EZB-Entscheidung vom 16. September hat einen Teil dieser Differenz verursacht – der Rest kommt von einer allgemein gestiegenen Zinserwartung am Kapitalmarkt. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen liegt aktuell bei 3,56 Prozent und bildet die Untergrenze, von der aus Banken ihre Margen aufschlagen. Kurz: Wer jetzt finanziert, trifft auf ein deutlich teureres Zinsniveau als vor einem Jahr. Auf der anderen Seite bleibt die KfW-Förderung weit unterhalb aller Marktzinsen – dazu mehr im nächsten Abschnitt. ## Warum hat die EZB am 16. September 2026 erhöht? **Die EZB reagiert mit der Erhöhung auf eine hartnäckigere Inflation in der Eurozone. Der Einlagenzins steigt auf 2,50 Prozent – nach mehreren Senkungen in 2024 und 2025 die zweite Erhöhung in 2026.** Hintergrund: Die Inflation in Deutschland liegt im September 2026 bei rund 3,1 Prozent – über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. Energiepreise und Dienstleistungskosten haben zuletzt stärker angezogen als erwartet. Die EZB sieht sich daher gezwungen, die Zügel wieder anzuziehen. Für den Immobilienmarkt bedeutet das: Der kurzfristige Hoffnungsschimmer auf Zinssenkungen, der im Frühjahr 2026 noch die Runde machte, hat sich aufgelöst. Mehrere Analysten – darunter Dr. Klein und Finanztip – gehen davon aus, dass die Bauzinsen bis Ende 2026 in einer Bandbreite von 3,9 bis 4,5 Prozent verbleiben. Eine nennenswerte Entspannung vor 2027 erscheint unwahrscheinlich. Wichtig für die Planung: Bauzinsen folgen nicht direkt dem EZB-Einlagenzins, sondern orientieren sich an den Renditen langfristiger Bundesanleihen. Der gestrige Beschluss war am Kapitalmarkt teilweise bereits eingepreist – die vollen Auswirkungen werden sich in den nächsten Wochen in den Bankkonditionen niederschlagen. ## Was ein Baukredit im September 2026 konkret kostet **Bei einem Kredit von 350.000 Euro und 10 Jahren Zinsbindung macht der Unterschied zwischen 4,06 und 4,48 Prozent rund 1.470 Euro pro Jahr aus – über die gesamte Zinsbindung also fast 14.700 Euro.** Konkretes Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 160 m² Wohnfläche in Bayern, Gesamtkosten 520.000 Euro, Eigenkapital 120.000 Euro (23 %), Kredit 400.000 Euro: | Zinssatz | Monatliche Rate (2 % Tilgung) | Zinskosten 10 Jahre | Restschuld nach 10 J. | |---|---|---|---| | 4,06 % | 2.020 € | ca. 147.000 € | ca. 313.000 € | | 4,28 % | 2.093 € | ca. 154.000 € | ca. 318.000 € | | 4,48 % | 2.160 € | ca. 161.000 € | ca. 323.000 € | | 4,65 % | 2.217 € | ca. 166.000 € | ca. 326.000 € | *Richtwerte, ohne Berücksichtigung von Kaufnebenkosten und Sondertilgungen. Deinen konkreten Finanzierungsbedarf berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Hinweis: Die Kaufnebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, Makler – liegen je nach Bundesland zwischen 9 und 14 Prozent des Kaufpreises und müssen vollständig aus Eigenkapital gedeckt werden. In Bayern beträgt die Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent (deutschlandweit einer der niedrigsten Sätze). Das beeinflusst direkt, wie viel Eigenkapital effektiv für die Kreditsicherung bleibt. Alle regional unterschiedlichen Nebenkosten und durchschnittlichen [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) findest du auf der entsprechenden Seite. ## KfW-Förderung im September 2026: Der Abstand zum Markt wächst **Je höher die Marktzinsen, desto wertvoller wird die KfW-Förderung. Der Unterschied zwischen KfW EH40 (0,6 %) und dem aktuellen Markt (4,06–4,48 %) ist im September 2026 so groß wie lange nicht mehr.** Aktuelle KfW-Programme im Überblick (Stand September 2026): | Programm | Zinssatz | Max. Betrag | Voraussetzung | |---|---|---|---| | KfW 298 – Klimafreundlicher Neubau EH40 | 0,6 % effektiv | 150.000 € je WE | EH40-Standard, 100 % EE | | KfW 297 – Klimafreundlicher Neubau EH55 | 1,0 % effektiv | 100.000 € je WE | EH55-Standard | | KfW 300 – Wohneigentum für Familien | ab 0,9 % effektiv | bis 270.000 € | Haushaltseinkommen max. 90.000 €/J. | | KfW 261 – Energieeffizient Sanieren | günstige Konditionen | 150.000 € je WE | Sanierung auf EH-Standard | | Markt Topzins | 4,06 % | unbegrenzt | Bonität, Eigenkapital | *Quelle: KfW, Stand September 2026* Der Vorteil in Zahlen: 150.000 Euro zu 0,6 Prozent statt 4,28 Prozent über 10 Jahre spart rund 54.000 Euro an Zinsen. Das übersteigt die Mehrkosten für den EH40-Standard bei den meisten Neubauten bei weitem – und macht den KfW EH40 im aktuellen Zinsumfeld zu einer Pflichtüberlegung für jeden Neubau. Neu seit Juli 2026: Für alle BEG-Anträge (Bundesförderung für effiziente Gebäude) sind ab dem 21. Juli 2026 neue TPB-IDs (Technische Prüfungsbestätigung) erforderlich. Wer in Kürze einen Antrag stellt, sollte sicherstellen, dass die begleitende Energieeffizienz-Expertin oder der -Experte mit dem neuen System vertraut ist. Details erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Lohnt sich Warten auf günstigere Zinsen? **Kurze Antwort: Nein – wer ein konkretes Vorhaben hat und ausreichend Eigenkapital besitzt, gewinnt durch Warten auf niedrigere Zinsen im aktuellen Umfeld kaum etwas.** Die Argumente dagegen: **1. Mehrfache Zinserhöhungen in 2026:** Die EZB hat 2026 bereits zweimal erhöht – im Juni und am 16. September. Das Muster zeigt: Zinssenkungen kommen nicht linear, und wer im Frühjahr auf Senkungen gesetzt hat, zahlt heute deutlich mehr. **2. Mietkosten laufen weiter:** Wer mit dem Baustart wartet, zahlt Miete, ohne Eigenkapital aufzubauen. Bei 1.500 Euro Kaltmiete pro Monat macht das 18.000 Euro pro Jahr – das sind 0,5 Prozentpunkte Zinsvorteil auf einen 350.000-Euro-Kredit, die man erst erwirtschaften muss. **3. Bauzinsen reagieren nicht sofort:** Auch wenn die EZB irgendwann die Zinsen senkt, folgen die Bauzinsen mit Verzögerung – und oft nur teilweise. Wer auf 3,0-Prozent-Konditionen hofft, wartet möglicherweise Jahre. Realistisches Szenario für 2027: Analysten erwarten, dass die Bauzinsen frühestens Mitte 2027 nennenswert unter 3,5 Prozent fallen könnten – wenn die EZB ihren Kurs wieder umdreht. Das ist heute alles andere als sicher. ## Eigenkapital ist der größte Zinshebel **Mehr als der Zeitpunkt des Abschlusses oder die Wahl der Bank entscheidet dein Eigenkapitalanteil über deinen persönlichen Zinssatz. Im aktuellen Markt kann mehr Eigenkapital den Zinssatz um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte senken.** Banken staffeln ihren Zinssatz nach dem Beleihungsauslauf: | Eigenkapitalanteil | Beleihungsauslauf | Typischer Zinsvorteil (gg. 90 % Beleihung) | |---|---|---| | 10 % | 90 % | Referenz | | 20 % | 80 % | – 0,20 bis – 0,30 % | | 30 % | 70 % | – 0,30 bis – 0,45 % | | 40 %+ | 60 % | – 0,40 bis – 0,55 % | *Richtwerte; individuelle Spreads variieren nach Bank und Bonität* Bei einem Kredit über 350.000 Euro macht ein Zinsvorteil von 0,5 Prozentpunkten über 10 Jahre rund 17.500 Euro Unterschied. Das zeigt: Eigenkapitalaufbau lohnt sich – auch wenn es bedeutet, länger zu warten. Die Frage ist, wie viel Eigenkapital realistisch noch zu akkumulieren ist, ohne dabei zu viel Zeit und damit Mietkosten zu verlieren. Nicht vergessen: Die Nebenkosten des Hauskaufs oder -baus müssen aus dem Eigenkapital gedeckt werden. Dazu gehören Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5–6,5 %), Notar und Grundbuch (ca. 1,5–2 %) sowie eventuell Maklerkosten (bis 3,57 %). Diese Kosten reduzieren das effektiv für die Kreditabsicherung verfügbare Eigenkapital erheblich. ## Was du jetzt konkret tun kannst **Drei Maßnahmen, die sofort umsetzbar sind und unmittelbar den Zinssatz oder die Förderung beeinflussen:** **1. KfW-Förderung vor Baubeginn beantragen:** Die KfW-Anträge (297, 298, 300) müssen zwingend vor Baubeginn gestellt werden – das ist Pflichtbedingung. Wer diesen Schritt übersieht, verliert die Förderung unwiderruflich. Bei aktuellen Marktzinsen über 4 Prozent ist der Zinsvorteil durch KfW so groß wie selten zuvor. **2. Mehrere Angebote einholen:** Die Zinsspanne zwischen günstigstem und teuerstem Angebot liegt im September 2026 bei 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten – bei 350.000 Euro über 10 Jahre bis zu 17.500 Euro Unterschied. Unabhängige Vermittler wie Interhyp, Dr. Klein oder baufi24 vergleichen hunderte Banken gleichzeitig. **3. Lange Zinsbindung wählen:** 15 oder 20 Jahre Zinsbindung kostet heute rund 0,2 bis 0,35 Prozentpunkte Aufschlag gegenüber 10 Jahren – schützt aber vor einem möglichen weiteren Zinsanstieg. Wer in 10 Jahren möglicherweise 5 oder 6 Prozent für die Anschlussfinanzierung zahlen müsste, macht die Mehrkosten der längeren Bindung heute schnell wett. ## FAQ: Bauzinsen September 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell im September 2026?** Für 10-jährige Zinsbindung liegt der Topzins bei 4,06 Prozent effektiv (sehr gute Bonität, mind. 40 % Eigenkapital). Bei höherem Beleihungsauslauf (90 %) liegt der Satz bei rund 4,48 Prozent. Nach der EZB-Erhöhung vom 16. September tendieren die Konditionen nach oben. **Was hat die EZB am 16. September 2026 beschlossen?** Die EZB hat den Einlagenzins auf 2,50 Prozent erhöht. Es ist die zweite Erhöhung in 2026 nach der Juni-Entscheidung. Hintergrund ist eine hartnäckigere Inflation in der Eurozone, die im September 2026 bei rund 3,1 Prozent lag – über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent. **Werden die Bauzinsen 2026 noch weiter steigen?** Analysten rechnen damit, dass die Bauzinsen bis Ende 2026 in einer Bandbreite von 3,9 bis 4,5 Prozent bleiben – mit leichter Aufwärtstendenz. Eine nennenswerte Senkung vor 2027 gilt als unwahrscheinlich. **Wie viel günstiger ist KfW-Förderung im Vergleich zum Markt?** KfW EH40 (Programm 298) bietet aktuell 0,6 Prozent Effektivzins, während der Markt bei 4,06 bis 4,48 Prozent liegt. Auf 150.000 Euro über 10 Jahre spart das bis zu 54.000 Euro Zinsen – deutlich mehr als die Mehrkosten für den EH40-Standard. **Lohnt es sich, auf günstigere Bauzinsen zu warten?** In den meisten Fällen nein. Die EZB hat 2026 zweimal erhöht, und Analysten erwarten keine nennenswerten Senkungen vor Mitte 2027. Wer wartet, zahlt Miete ohne Eigentumsaufbau. Wer konkrete Pläne und ausreichend Eigenkapital hat, sollte nicht auf deutlich günstigere Konditionen spekulieren. **Ab welchem Eigenkapital lohnt sich Bauen 2026?** Als Faustregel gilt: mindestens 20 Prozent des Gesamtbedarfs als Eigenkapital – inklusive Nebenkosten. Mit 30 Prozent oder mehr Eigenkapital sinkt der Zinssatz um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte und der Krediteinsatz bleibt beherrschbar. Deine individuelle Berechnung machst du mit dem kostenlosen [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen September 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - baufivergleich.de: Aktuelle Bauzinsen September 2026: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ - Finanztip: Hypothekenzinsen Entwicklung und Prognose 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - KfW: Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Foerderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngebaeude-(297-298)/ - BAFA: Bundesförderung für effiziente Gebäude 2026: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html --- # BAFA BEG Reform 2026: Was sich seit dem 21. Juli bei der Gebäudeförderung geändert hat URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bafa-beg-reform-juli-2026-gebaeudesanierung-foerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Am 21. Juli 2026 ist eine neue Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft getreten. Für die Einzelmaßnahmen, die das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert, also Dämmung, Fenster, Türen, Lüftung und Heizungsoptimierung, bleibt der Fördersatz bei 15 Prozent. Neu sind die Bedingungen für den iSFP-Bonus und eine Kostenstaffel für Mehrfamilienhäuser. Einen einkommensabhängigen Bonus gibt es weiterhin nur bei der Heizungsförderung der KfW, nicht beim BAFA. Hier steht, was gilt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was ist am 21. Juli 2026 geändert worden? **Für BAFA-Einzelmaßnahmen hat die Reform drei Dinge geändert: Der iSFP-Bonus setzt jetzt 30.000 Euro Investition voraus, bei Mehrfamilienhäusern sinken die förderfähigen Kosten ab der zweiten Wohneinheit, und ab 2027 kommt ein Bonus für besonders ineffiziente Gebäude.** Das Bundeswirtschaftsministerium beschreibt die Reform als "sozialer, effizienter und fokussierter". Für die BAFA-Förderung heißt das konkret: 1. **iSFP-Bonus mit Mindestvolumen**: nur noch ab 30.000 Euro förderfähigen Kosten und nur auf den Betrag darüber 2. **Degression bei Mehrfamilienhäusern**: 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste, je 8.000 Euro ab der siebten 3. **Fokus auf schlechte Gebäude**: ab dem ersten Quartal 2027 ein WPB-Bonus für Dämmmaßnahmen Die soziale Komponente, also der gestaffelte Einkommensbonus, betrifft die Heizungsförderung der KfW (Programm 458). Für Anträge, die bis einschließlich 20. Juli 2026 eingegangen sind, gilt die alte Fassung, auch wenn erst später entschieden wird. Alle Anträge ab dem 21. Juli fallen unter die neuen Regeln. ## iSFP-Bonus: Neue 30.000-Euro-Schwelle **Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten setzt seit dem 21. Juli 2026 ein förderfähiges Investitionsvolumen von mindestens 30.000 Euro voraus. Er gilt dann nur für die Kosten oberhalb der Höchstgrenze ohne iSFP, beim Einfamilienhaus also oberhalb von 30.000 Euro.** Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein Konzept eines Energieberaters, das die Sanierung eines Gebäudes Schritt für Schritt plant. Bisher brachte er auf jede geförderte Einzelmaßnahme aus dem Plan 5 Prozentpunkte mehr, auch bei kleinen Vorhaben. Außerdem verdoppelte er die Kostenobergrenze auf 60.000 Euro. Seit dem 21. Juli gilt: Die Maßnahme muss Teil eines vom BAFA geförderten iSFP sein, innerhalb von 15 Jahren umgesetzt werden und mindestens 30.000 Euro brutto förderfähige Kosten haben. Der Bonus gilt nur für den Teil oberhalb der Höchstgrenze ohne iSFP. Für die Heizung gibt es keinen iSFP-Bonus. Was das konkret bedeutet (Einfamilienhaus mit iSFP, eigene Rechnung): | Vorhaben | Investitionsvolumen | Zuschuss alt (20 %) | Zuschuss neu | |---|---|---|---| | Fenstertausch (5 Fenster) | ca. 8.000 € | 1.600 € | 1.200 € (15 %) | | Außendämmung Teilfläche | ca. 15.000 € | 3.000 € | 2.250 € (15 %) | | Komplettdämmung Fassade | ca. 35.000 € | 7.000 € | 5.500 € (15 % + 5 % auf 5.000 €) | | Fassade + Dach | ca. 45.000 € | 9.000 € | 7.500 € (15 % + 5 % auf 15.000 €) | *Die Investitionsvolumen sind grobe Annahmen für ein Einfamilienhaus, keine amtlichen Werte.* Auch bei großen Paketen ist der Bonus also kleiner als früher. Bündeln lohnt sich trotzdem: Wer Fassade und Dach im selben Antrag zusammenfasst und so über 30.000 Euro kommt, erhält den Bonus auf den Mehrbetrag und kann bis zu 60.000 Euro fördern lassen. ## Einkommensbonus: nur bei der Heizungsförderung **Einen Einkommensbonus für Dämmung, Fenster oder Lüftung gibt es nicht. Der gestaffelte Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 Prozent gilt nur für den Heizungstausch über die KfW, und nur für Eigentümer, die selbst im Haus wohnen.** Die Staffel bei der KfW-Heizungsförderung (Programm 458): | Zu versteuerndes Haushaltseinkommen | Einkommensbonus | |---|---| | bis 30.000 € | 40 % | | 30.001 bis 40.000 € | 30 % | | 40.001 bis 50.000 € | 10 % | | über 50.000 € | kein Bonus | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* Maßgeblich ist der Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens im zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, nachgewiesen über die Einkommensteuerbescheide. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, sinkt das angesetzte Einkommen einmalig um 10.000 Euro, unabhängig von der Zahl der Kinder. Eine Staffel nach Haushaltsgröße gibt es nicht. Zusammen mit 30 Prozent Grundförderung und 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus (bei Antrag bis 31. Januar 2027) sind für den Heizungstausch bis zu 80 Prozent möglich. Diese Obergrenze gilt bei einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 Euro, mit Kind bis 40.000 Euro, sonst liegt sie bei 70 Prozent. ## Was weiterhin gilt: BEG-Einzelmaßnahmen im Überblick **Das BAFA fördert Maßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung mit 15 Prozent. Für Heizungsoptimierung zur Emissionsminderung gibt es 50 Prozent. Den Heizungstausch fördert die KfW mit 30 Prozent Grundförderung.** | Maßnahme | Fördersatz | Zuständig | |---|---|---| | Dämmung von Fassade, Dach, Kellerdecke | 15 % | BAFA | | Fenster und Außentüren | 15 % | BAFA | | Lüftungsanlagen, Gebäudeautomation | 15 % | BAFA | | Heizungsoptimierung (Effizienz) | 15 % | BAFA | | Heizungsoptimierung (Emissionsminderung) | 50 % | BAFA | | Fachplanung und Baubegleitung | 50 % | BAFA | | Heizungstausch inkl. Wärmepumpe, Solarthermie, Biomasse | 30 % + Boni | KfW (458) | *Quelle: BAFA, KfW, Stand Oktober 2026.* **Förderfähige Kosten:** Für Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung zusammen gelten 30.000 Euro für die erste Wohneinheit je Kalenderjahr, mit iSFP-Bonus 60.000 Euro. Diese Grenze gilt für alle Maßnahmen zusammen, nicht je Maßnahme. Die Mindestinvestition liegt bei 300 Euro brutto je Maßnahme. **Höchster Zuschuss beim Einfamilienhaus (gerechnet):** 4.500 Euro ohne iSFP, 10.500 Euro mit iSFP bei 60.000 Euro Kosten (15 % auf 60.000 € plus 5 % auf 30.000 €). Wer 80.000 Euro für die Fassade ausgibt, bekommt den Zuschuss trotzdem höchstens auf 60.000 Euro. Weil die Grenze je Kalenderjahr gilt, kann es sich lohnen, große Vorhaben mit dem Energieeffizienz-Experten auf zwei Jahre zu verteilen. Für Gebäudehülle und Anlagentechnik ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht. Den Heizungstausch fördert seit 2024 die KfW im Programm 458. Details dazu erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was während der Umstellung im Juli galt **Maßgeblich war das Antragsdatum: Anträge bis einschließlich 20. Juli 2026 laufen nach der alten Fassung. Beim BAFA müssen seit dem 21. Juli neue Kennungen für die technische Projektbeschreibung (TPB-ID) erzeugt werden.** Für Anträge bis einschließlich 20. Juli 2026 gibt es beim BAFA Übergangsregeln. Wer jetzt ein neues Sanierungsprojekt plant, startet direkt nach den neuen Regeln und braucht eine neu erzeugte TPB-ID. ## Wann lohnt sich eine Sanierung jetzt? **Für Haushalte mit niedrigem Einkommen lohnt sich vor allem der Heizungstausch, weil dort bis zu 80 Prozent drin sind. Bei Dämmung und Fenstern ist der Zuschuss für alle Einkommen gleich.** Ein Rechenbeispiel (eigene Rechnung): Sanierung eines 140-m²-[Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) aus den 1970er-Jahren mit Fassade, Dach, Fenstern und neuer Wärmepumpe, alles im selben Jahr, Eigentümer wohnt selbst und ersetzt eine alte Ölheizung, iSFP liegt vor: | Position | Kosten | Haushalt zvE über 50.000 € | Haushalt zvE unter 30.000 € | |---|---|---|---| | Fassade, Dach, Fenster (BAFA) | 85.000 € | 10.500 € (Grenze 60.000 €) | 10.500 € (Grenze 60.000 €) | | Wärmepumpe (KfW 458) | 18.000 € | 8.280 € (46 %) | 14.400 € (80 %) | | **Gesamt** | **103.000 €** | **18.780 €** | **24.900 €** | *Die Kosten sind Annahmen. Antrag für die Wärmepumpe bis 31.01.2027. Ohne iSFP wären es beim BAFA höchstens 4.500 €.* Ohne iSFP sinkt der BAFA-Anteil auf 4.500 Euro. Verteilt man die Hüllenmaßnahmen auf zwei Kalenderjahre, steigt die förderfähige Summe, die genaue Aufteilung sollte der Energieeffizienz-Experte planen. Die tatsächlichen Baukosten unterscheiden sich je nach Region. Richtwerte für den Süden findest du unter [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Deinen Finanzierungsbedarf berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was jetzt zu tun ist: Konkrete Handlungsschritte **Prüfe, ob deine Maßnahmen 30.000 Euro erreichen, ob ein iSFP sinnvoll ist und ob du statt Einzelmaßnahmen eine Sanierung zum Effizienzhaus willst. Beides gleichzeitig geht nicht.** **1. Investitionsvolumen einschätzen:** Lass dir eine Grobkostenschätzung geben. Unter 30.000 Euro bringt der iSFP beim BAFA keinen Bonus mehr. Als Planungsgrundlage kann er trotzdem sinnvoll sein, und ab 2027 ist er Voraussetzung für den WPB-Bonus. **2. Maßnahmen bündeln:** Wenn Fassade und Dach ohnehin anstehen, prüfe einen gemeinsamen Antrag. Über 30.000 Euro greift der Bonus auf den Mehrbetrag. **3. Effizienzhaus oder Einzelmaßnahmen:** Seit dem 21. Juli 2026 lassen sich BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA, KfW 458) und die Sanierung zum Effizienzhaus mit KfW 261 nicht parallel nutzen. Zwischen beiden liegen drei Jahre Sperrfrist. **4. Energieeffizienz-Experten beauftragen:** Für den iSFP und für Maßnahmen an der Gebäudehülle brauchst du einen Experten aus der Energieeffizienz-Expertenliste. Die Energieberatung bezuschusst das BAFA mit 50 Prozent des Honorars, höchstens 650 Euro beim Ein- oder Zweifamilienhaus und 850 Euro ab drei Wohneinheiten. **5. Vor Beginn beantragen, mit bedingtem Vertrag:** Bei Antragstellung muss ein Liefer- oder Leistungsvertrag vorliegen, der unter der aufschiebenden oder auflösenden Bedingung der Förderzusage geschlossen wurde. Ein Vertrag ohne diese Bedingung vor dem Antrag gilt als Vorhabenbeginn und kostet die Förderung. Richtwerte zu Kosten in anderen Regionen findest du unter [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## FAQ: BAFA BEG Reform Juli 2026 **Ab wann gelten die neuen BEG-Regeln?** Für alle Anträge, die ab dem 21. Juli 2026 eingegangen sind. Anträge bis einschließlich 20. Juli 2026 werden nach der alten Fassung behandelt, auch wenn die Bewilligung erst danach kam. **Was hat sich beim iSFP-Bonus geändert?** Er setzt jetzt mindestens 30.000 Euro förderfähige Kosten voraus und gilt nur für den Betrag über der Höchstgrenze ohne iSFP, beim Einfamilienhaus über 30.000 Euro. Früher gab es die 5 Prozentpunkte auf alle Kosten. **Gibt es beim BAFA eine einkommensabhängige Förderung?** Nein. Für Dämmung, Fenster, Türen und Lüftung gibt es für alle 15 Prozent. Einen Einkommensbonus (40/30/10 Prozent) gibt es nur beim Heizungstausch über die KfW, für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Einkommen bis 50.000 Euro. **Hat sich am Grundprinzip der BEG geändert?** Nein. Die BEG fördert Einzelmaßnahmen weiter mit Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Der Satz von 15 Prozent für die Gebäudehülle ist unverändert. **Kann ich BAFA-Förderung mit KfW-Programmen kombinieren?** Mit der KfW-Heizungsförderung 458 ja, beide gehören zu den BEG-Einzelmaßnahmen. Nicht kombinierbar ist seit dem 21. Juli 2026 die Effizienzhaus-Sanierung mit KfW 261: Zwischen ihr und den Einzelmaßnahmen gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. **Wie lange dauert die Bearbeitung?** Eine verbindliche Bearbeitungsdauer nennt das BAFA nicht. Stelle den Antrag deshalb früh. Nach dem Antrag darfst du auf eigenes Risiko beginnen, für die Umsetzung hast du 36 Monate ab Zusage. **Was passiert, wenn mein Handwerker vor dem Antrag beginnt?** Dann ist das Vorhaben förderschädlich begonnen und die Förderung entfällt. Als Beginn gilt der Abschluss des Liefer- oder Leistungsvertrags, nicht erst der Baustart. Erlaubt ist nur ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung der Förderzusage, und der muss bei Antragstellung sogar vorliegen. Planung und Beratung dürfen vorher stattfinden. Quellen: - BAFA: BEG Anpassungen zum 21. Juli 2026: https://www.bafa.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/20260709_beg.html - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Förderprogramm im Überblick: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html - BAFA: Infoblatt förderfähige Maßnahmen, Version 11.0: https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/beg_infoblatt_foerderfaehige_kosten_neu.pdf?__blob=publicationFile&v=15 - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf --- # Bauzinsen September 2026: Zinsschock nach Nahost-Eskalation – was Bauherren jetzt tun sollten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-september-2026-zinsschock Zuletzt aktualisiert: 2026-09-15 Ende August 2026 lagen die Bauzinsen für 10 Jahre Zinsbindung noch bei 3,74 Prozent. Mitte September sind es bereits 4,06 Prozent – ein Sprung von 0,32 Prozentpunkten in weniger als zwei Wochen. Auf einen Kredit von 350.000 Euro bedeutet das über 10 Jahre rund 11.200 Euro Mehrkosten. Was steckt dahinter, wie lange hält dieser Anstieg an – und was kannst du jetzt noch tun? ## Wo stehen die Bauzinsen im September 2026? **Für 10-jährige Zinsbindung liegt der Topzins am 13. September 2026 bei 4,06 Prozent effektiv – das ist ein neues Jahreshoch und der stärkste Kurzanstieg seit dem zweiten Quartal 2023.** | Zinsbindung | Topzins | Durchschnitt | Oberes Ende | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 3,65 % | 3,90 % | 4,20 % | | 10 Jahre | 4,06 % | 4,30 % | 4,65 % | | 15 Jahre | 4,25 % | 4,50 % | 4,80 % | | 20 Jahre | 4,40 % | 4,65 % | 4,95 % | | 30 Jahre | 4,55 % | 4,80 % | 5,10 % | *Quelle: baufi-deutschland.de, Dr. Klein Zinskommentar September 2026. Topzins gilt für sehr gute Bonität, mindestens 30 % Eigenkapital, Beleihungsauslauf unter 60 %. Stand 13.09.2026.* Der Vergleich mit den letzten Monaten zeigt, wie abrupt der Anstieg ist: Im Januar 2026 lagen 10-jährige Konditionen noch bei 3,1 bis 3,3 Prozent. Im Juni stiegen sie nach der EZB-Erhöhung auf 3,57 bis 3,93 Prozent. Ende August schien sich der Markt bei rund 3,74 Prozent zu stabilisieren – dann kam die Nahost-Eskalation. Wichtig: Der Topzins gilt für ideale Bedingungen. Wer weniger als 20 Prozent Eigenkapital einbringt oder eine eingeschränkte Bonität hat, liegt eher im mittleren oder oberen Bereich der Spanne – also bei 4,3 bis 4,65 Prozent für 10 Jahre. ## Warum springen die Zinsen so plötzlich? **Ursache ist die jüngste Eskalation im Nahen Osten: Die gestiegene geopolitische Unsicherheit treibt die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen nach oben – und Bauzinsen folgen dieser Bewegung direkt.** Bauzinsen sind nicht direkt an den EZB-Leitzins gekoppelt, sondern orientieren sich an den Renditen der Bundesanleihen (Bunds). Wenn Investoren Sicherheit suchen, kaufen sie zwar Bundesanleihen – aber gleichzeitig steigt die Risikoprämie für alle anderen Anlagen, was letztlich auch die Refinanzierungskosten der Banken verteuert. Konkret: Die Rendite zehnjähriger Bunds lag Ende August bei rund 2,40 Prozent. Mitte September notiert sie bei 2,72 Prozent – ein Anstieg von 0,32 Punkten, der sich fast eins zu eins in den Bauzinsen niederschlägt. Zusätzlich gibt es einen Unsicherheitsaufschlag: In Krisenzeiten fordern Banken und Investoren höhere Risikoprämien. Dr. Klein prognostiziert für das vierte Quartal 2026 eine Spanne von 3,8 bis 4,5 Prozent für 10 Jahre – das heißt: Der aktuelle Anstieg könnte sich kurz halten, wenn sich die geopolitische Lage beruhigt. Er könnte aber auch bei 4,0 bis 4,5 Prozent verharren, wenn neue Eskalationen folgen. ## Was ein Baukredit im September 2026 konkret kostet **Bei 350.000 Euro Darlehen und 10 Jahren Zinsbindung kostet der Sprung von 3,74 auf 4,06 Prozent rund 11.200 Euro mehr Zinsen – das entspricht über 93 Euro mehr Monatsrate.** Konkret für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit typischem Kreditbedarf von 350.000 Euro (nach 20 % Eigenkapital bei einem 450.000-Euro-Haus): | Zinssatz (10 J.) | Monatsrate (2 % Tilgung) | Zinskosten 10 Jahre | Restschuld nach 10 J. | |---|---|---|---| | 3,50 % (Januar 2026) | 1.604 € | ca. 112.000 € | ca. 261.000 € | | 3,74 % (Ende August) | 1.658 € | ca. 119.700 € | ca. 264.000 € | | 4,06 % (13. Sept.) | 1.752 € | ca. 130.900 € | ca. 268.000 € | | 4,50 % (oberes Szenario) | 1.896 € | ca. 145.600 € | ca. 273.000 € | *Beispielrechnung ohne Kreditnebenkosten, 2 % anfängliche Tilgung. Deinen genauen Finanzierungsbedarf inklusive Grunderwerbsteuer und Notarkosten berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Der Unterschied von 3,50 Prozent (Januar) zu 4,06 Prozent (September) macht über 10 Jahre fast 19.000 Euro aus – das entspricht dem Eigenkapitalbedarf für viele kleinere Eigenleistungs-Projekte. Wer im September abschließt, muss diesen Unterschied durch schärferes Verhandeln oder mehr Eigenkapital kompensieren. ## KfW-Förderung: Der Abstand zum Markt wird historisch groß **KfW-Förderkredite für Neubauten kosten weiterhin 0,60 bis 1,12 Prozent effektiv – der Abstand zum Markt von 3,0 bis 3,5 Prozentpunkten ist so groß wie seit Jahren nicht.** | Programm | Zinssatz effektiv | Max. Betrag | Voraussetzung | |---|---|---|---| | KfW 297 (EH40) | 0,60 % p.a. | 150.000 € je WE | EH40-Standard, erneuerbares Heizsystem | | KfW 300 (Familienprogramm) | 1,12 % p.a. | 100.000 € je WE | Minderjährige Kinder, EH40 | | KfW 124 (allgemein) | 3,39–3,99 % | 100.000 € | Alle Wohngebäude | | Markt Topzins | 4,06 % | unbegrenzt | Sehr gute Bonität, ≥ 30 % EK | | Markt Durchschnitt | 4,30–4,65 % | unbegrenzt | Standardvoraussetzungen | *Quelle: KfW September 2026, baufi-deutschland.de Stand 13.09.2026* Das Rechenbeispiel zeigt, wie stark der KfW-Anteil die Gesamtkosten drückt: Auf 100.000 Euro zu 0,60 Prozent statt 4,30 Prozent über 10 Jahre spart das rund 23.000 Euro Zinsen – fast ein Viertel der Kreditsumme. Entscheidend ist dabei: Die KfW-Programme sind vom Marktgeschehen entkoppelt. Die aktuelle Nahost-Krise treibt Marktkonditionen hoch, berührt die KfW-Zinssätze aber nicht. Die Differenz zwischen KfW-Förderkredit und Marktdarlehen ist damit im September 2026 so groß wie selten. Wer baut und KfW 297 nutzt, finanziert den ersten Kreditbetrag zu 0,60 Prozent – den Rest zu 4,06 bis 4,65 Prozent Marktkonditionen. Bei einem Gesamtkredit von 500.000 Euro mit 150.000 Euro KfW-Anteil liegt der Mischzins bei rund 3,2 Prozent – deutlich unter dem reinen Marktzins. Gerade jetzt, in einem Schock-Umfeld, ist die maximale KfW-Ausschöpfung entscheidend. Alle Details zu den aktuellen KfW-Programmen und ihrer Kombination mit dem GModG erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Wann zahlt sich Warten aus – und wann nicht? **Wer jetzt konkrete Pläne, ein Grundstück und ausreichend Eigenkapital hat, gewinnt durch Warten auf günstigere Zinsen höchstwahrscheinlich nichts – und zahlt in der Zwischenzeit weiter Miete.** Das Warten-Argument funktioniert nur unter einer Bedingung: Die Zinsen fallen deutlich genug, um die Mietkosten und den Preisanstieg bei Immobilien und Baumaterialien zu übertreffen. Das ist derzeit nicht absehbar. **Drei realistische Szenarien:** **Szenario 1 – Geopolitische Entspannung:** Wenn sich die Nahost-Lage beruhigt, könnten die Bundesanleihe-Renditen in 3 bis 6 Monaten wieder auf 2,40 Prozent fallen – das würde Bauzinsen auf etwa 3,7 bis 3,8 Prozent drücken. Ersparnis: 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte. Bei 350.000 Euro über 10 Jahre: rund 10.000 bis 14.000 Euro. Dagegen stehen 6 Monate Mietkosten und Planungsunsicherheit. **Szenario 2 – Lage bleibt angespannt:** Zinsen bleiben bei 4,0 bis 4,5 Prozent durch Ende 2026. Warten kostet Monate, bringt keinen Zinsvorteil. **Szenario 3 – Weitere Eskalation:** Zinsen steigen weiter auf 4,5 bis 5,0 Prozent. Wer jetzt abschließt, hat den besseren Deal. Das Fazit: Bei konkretem Vorhaben und Eigenkapital ist Abschließen sinnvoller als Abwarten. Wer noch kein Grundstück hat oder 12 bis 18 Monate bis zum Baubeginn überbrückt, sollte Zinsforwardvereinbarungen prüfen – Konditionen lassen sich 6 bis 12 Monate im Voraus sichern (Forward-Aufschlag: ca. 0,02 bis 0,05 % pro Monat). ## Wie du deinen Zinssatz trotzdem drückst – 3 Hebel **Die wichtigsten drei Maßnahmen zur Zinssenkung funktionieren unabhängig von der Marktlage: mehr Eigenkapital, mehrere Angebote vergleichen und KfW-Anteil maximieren.** **Hebel 1 – Eigenkapital erhöhen:** Der stärkste Einflussfaktor. Jede Eigenkapital-Stufe senkt den Beleihungsauslauf und damit den Zinssatz: | Eigenkapitalanteil | Beleihungsauslauf | Zinsvorteil (Richtwert) | |---|---|---| | 10 % | 90 % | Referenz | | 20 % | 80 % | – 0,25 bis – 0,40 % | | 30 % | 70 % | – 0,45 bis – 0,65 % | | 40 % | 60 % | – 0,65 bis – 0,90 % | *Richtwerte; individuelle Spreads variieren nach Bank und Kredithistorie.* Wer 30 Prozent statt 10 Prozent Eigenkapital einbringt, senkt den Zinssatz bei 350.000 Euro Kredit um 0,50 bis 0,65 Punkte – das spart über 10 Jahre 17.500 bis 22.750 Euro Zinsen. Mehr als die Zinssteigerung der letzten zwei Wochen. **Hebel 2 – Mehrere Angebote vergleichen:** Aktuell liegt die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Angebot bei 0,35 bis 0,55 Prozentpunkten. Über 350.000 Euro und 10 Jahre macht das bis zu 19.000 Euro Unterschied. Unabhängige Vermittler (Interhyp, Dr. Klein, baufi24) vergleichen automatisch hunderte Banken – das lohnt sich vor allem in volatilen Marktphasen. **Hebel 3 – Zinsbindung bewusst wählen:** 15 Jahre Zinsbindung kostet aktuell etwa 0,20 bis 0,30 Prozentpunkte Aufschlag gegenüber 10 Jahren. Wer jedoch in 10 Jahren zu möglicherweise 5 Prozent verlängern müsste, zahlt diesen Aufschlag bereits ab Jahr 11 dreifach zurück. In einem unsicheren Umfeld wie September 2026 ist längere Zinsbindung für die meisten Bauherren sinnvoll. Die regionalen Baukosten – und damit der Gesamtfinanzierungsbedarf – variieren in Deutschland erheblich. In Bayern liegen Neubauprojekte im Schnitt 20 bis 30 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Aktuelle Richtwerte für dein Bundesland, zum Beispiel für [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern), helfen, den Kreditbedarf realistisch einzuschätzen. ## BEG-Förderung: Neue Konditionen verstärken den Druck **Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue BEG-Förderbedingungen: Der Klimageschwindigkeitsbonus fiel von 20 auf 16 Prozent, die maximale Fördergrenze sank von 30.000 auf 28.000 Euro pro Wohneinheit – und weitere Kürzungen sind bereits angekündigt.** Das trifft Bauherren doppelt: Marktkonditionen steigen, KfW-Zuschüsse sinken. Wer eine Wärmepumpe oder ein Effizienzhaus plant und BAFA- oder KfW-Zuschüsse nutzen will, sollte den Antrag nicht verzögern – die nächste Kürzung folgt zum 1. Februar 2027 (Fördergrenze dann: 27.250 Euro). Abhängig von Haushaltseinkommen gibt es jedoch neue Einkommensboni: 40 Prozent für Haushalte unter 30.000 Euro Jahreseinkommen, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro. Familien mit minderjährigen Kindern erhalten einen Freibetrag von 10.000 Euro auf das Haushaltseinkommen – das kann eine ganze Förderstufe ausmachen. Hinweis: KfW-Förderkredite (Programm 297, 300) sind von den BEG-Zuschusskürzungen getrennt und bleiben auf dem aktuellen Zinsniveau. ## FAQ: Bauzinsen September 2026 **Warum steigen die Bauzinsen im September 2026 so plötzlich?** Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen stiegen in zwei Wochen von 2,40 auf 2,72 Prozent, angetrieben durch die Nahost-Eskalation. Bauzinsen folgen dieser Bewegung direkt, weil Banken sich über den Anleihemarkt refinanzieren. Hinzu kommen gestiegene Risikoprämien in unsicheren Marktphasen. **Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell im September 2026?** Der Topzins für 10 Jahre Zinsbindung liegt am 13. September 2026 bei 4,06 Prozent effektiv (sehr gute Bonität, Beleihungsauslauf unter 60 %). Der Durchschnitt liegt bei 4,30 bis 4,65 Prozent. KfW-geförderte Kredite (EH40, Programm 297) kosten weiterhin 0,60 Prozent – unabhängig vom Markt. **Soll ich jetzt sofort abschließen oder auf günstigere Zinsen warten?** Wer ein konkretes Vorhaben, ein Grundstück und ausreichend Eigenkapital hat, gewinnt durch Warten wenig. Die Zinsentwicklung ist unberechenbar – und jeder Monat des Wartens kostet Miete ohne Eigentumsaufbau. Wer noch 12 bis 18 Monate bis zum Baubeginn hat, sollte ein Forward-Darlehen prüfen, um aktuelle Konditionen zu sichern. **Wie stark hilft KfW-Förderung bei den aktuell hohen Zinsen?** Sehr stark: KfW 297 (EH40) bietet 0,60 Prozent effektiv – über 3,5 Prozentpunkte unter dem Markt. Auf 150.000 Euro über 10 Jahre spart das rund 23.000 Euro Zinsen. Der maximale KfW-Anteil sollte gerade jetzt vollständig ausgeschöpft werden, weil der Abstand zum Markt historisch hoch ist. **Wie wirken sich die neuen BEG-Konditionen ab Juli 2026 aus?** Der Klimageschwindigkeitsbonus fiel von 20 auf 16 Prozent, die maximale Fördersumme von 30.000 auf 28.000 Euro pro Wohneinheit. Weitere Kürzungen folgen ab 1. Februar 2027. Wer noch von den aktuellen Konditionen profitieren will, muss den Antrag vor dem Auftrag stellen – keine Ausnahmen. **Was bringt eine längere Zinsbindung im September 2026?** 15 Jahre Zinsbindung kostet aktuell etwa 0,20 bis 0,30 Prozentpunkte mehr als 10 Jahre. In einem volatilen Umfeld mit unsicherer Geopolitik schützt sie vor einer weiteren Zinssteigerung in der Anschlussfinanzierung. Wer sich bei 4,06 Prozent für 15 Jahre sichert, zahlt ab Jahr 11 nicht 5 Prozent oder mehr – das ist der Kern des Absicherungsarguments. Quellen: - baufi-deutschland.de: Aktuelle Bauzinsen September 2026: https://baufi-deutschland.de/aktuelle-bauzinsen/ - Dr. Klein Zinskommentar September 2026: Bauzinsen steigen: https://finanz-echo.de/dr-klein-zinskommentar-september-2026-bauzinsen-steigen/ - baufivergleich.de: Aktuelle Zinsen September 2026: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ - FTD: Bauzinsen aktuell – Zinsschock treibt Kreditkosten hoch: https://www.ftd.de/finanzen/immobilien/bauzinsen-aktuell-zins-schock-treibt-kreditkosten-hoch-trend-und-prognose-2026 - KfW: Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude 297/298: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Foerderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngebaeude-(297-298)/ - enerfokus.de: KfW BEG Sanierung 2026 – neue Konditionen ab Juli: https://enerfokus.de/kfw-foerderung-sanierung-2026/ --- # Jung kauft Alt 2026: KfW hat Kreditgrenzen seit August erhöht, neuer Sanierungsweg URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/jung-kauft-alt-2026-kfw-kreditgrenzen-august Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 3. August 2026 ist das KfW-Programm "Jung kauft Alt" (Kredit Nr. 308) attraktiver: Familien bekommen je nach Kinderzahl bis zu 180.000 Euro Kredit, und statt einer Sanierung zum Effizienzhaus reichen auch vier festgelegte Einzelmaßnahmen. Hier steht, was sich konkret geändert hat, für wen das Programm infrage kommt und wie die Rechnung bei den aktuellen Bauzinsen aussieht. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 und Bundesbank-Zinsstatistik vom 1. Oktober 2026.* ## Was ist "Jung kauft Alt" und was hat sich im August 2026 geändert? **"Jung kauft Alt" ist der KfW-Kredit 308 für Familien mit Kindern, die eine bestehende Wohnimmobilie der Effizienzklasse F, G oder H kaufen und sanieren. Seit dem 3. August 2026 gelten höhere Kreditgrenzen und ein zusätzlicher Sanierungsweg über Einzelmaßnahmen.** Die Programmnummer ist 308. KfW 300 ist ein anderes Programm, nämlich der Familienkredit für den Neubau eines Effizienzhauses 40. Das Programm richtet sich an Haushalte mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, die kein Wohneigentum besitzen und die Einkommensgrenze einhalten: höchstens 90.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen bei einem Kind, plus 10.000 Euro je weiterem Kind. Die Änderungen vom 3. August 2026 auf einen Blick: - **Höhere Kreditgrenzen** je nach Kinderzahl, 30.000 bis 40.000 Euro mehr als bisher - **Neuer Einzelmaßnahmen-Weg:** Statt Sanierung zum Effizienzhaus 85 EE können alle vier festgelegten Maßnahmen umgesetzt werden: Heizungstausch, Fenstertausch, Fassadendämmung, Dach- oder Geschossdeckendämmung - **Nachweis per Fachunternehmererklärung** beim Einzelmaßnahmen-Weg, ein Energieeffizienz-Experte ist dafür nicht vorgeschrieben Unverändert blieben die Einkommensgrenzen und die Bedingung Effizienzklasse F, G oder H. ## Die neuen Kreditgrenzen seit 3. August 2026 im Überblick **Die KfW hat die Höchstbeträge um 30.000 bis 40.000 Euro angehoben: 140.000 Euro bei einem Kind, 160.000 Euro bei zwei und 180.000 Euro ab drei Kindern.** | Kinder im Haushalt | Kreditgrenze bis 2. Aug. 2026 | Kreditgrenze seit 3. Aug. 2026 | Erhöhung | |---|---|---|---| | 1 Kind | 100.000 € | 140.000 € | + 40.000 € | | 2 Kinder | 125.000 € | 160.000 € | + 35.000 € | | 3+ Kinder | 150.000 € | 180.000 € | + 30.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 und KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Gefördert wird nur der Kaufpreis inklusive Grundstück, der Kredit ist auf dessen Höhe begrenzt. Sanierung und Kaufnebenkosten finanziert der Kredit 308 nicht. Die KfW-Zinsen lagen am 6. Oktober 2026 bei 0,01 Prozent effektiv (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei), 0,72 Prozent (25 Jahre, 3 tilgungsfrei), 1,00 Prozent (35 Jahre, 5 tilgungsfrei) und 1,16 Prozent (endfällig, 10 Jahre), jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. Am Markt kosteten Wohnungsbaukredite im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv bei über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung und 4,04 Prozent bei über 10 Jahren. ## Neuer Sanierungsweg: Was die Einzelmaßnahmen bedeuten **Statt einer Sanierung auf mindestens Effizienzhaus 85 EE kannst du seit August 2026 vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen. Es müssen alle vier sein, eine Auswahl aus einem Katalog gibt es nicht.** Bisher gab es nur den **Effizienzhaus-Weg**: Das Gebäude musste mindestens auf Effizienzhaus 85 EE oder Effizienzhaus Denkmal EE saniert werden, begleitet von einem Energieeffizienz-Experten. Diesen Weg gibt es weiter. Neu ist der **Einzelmaßnahmen-Weg**. Verpflichtend sind: - **Heizungstausch** auf eine Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien - **Fenstertausch** - **Fassadendämmung** - **Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke** Jede Maßnahme muss die technischen Mindestanforderungen der BEG Einzelmaßnahmen erfüllen. Ausgenommen ist eine Heizung, die bereits mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt, oder ein Gebäude am Wärmenetz. Bauteile, die schon die Anforderungen der EnEV 2001 erfüllen, müssen nicht erneut saniert werden. Eine Lüftungsanlage gehört nicht zu den Pflichtmaßnahmen. Für den Nachweis genügt eine Fachunternehmererklärung nach § 35c EStG je Maßnahme. Die Frist für beide Wege: 54 Monate ab Förderzusage. Das Gebäudemodernisierungsgesetz, seit 29. Juli 2026 in Kraft, hat die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen gestrichen. Für die KfW-Förderung bleibt die 65-Prozent-Anforderung beim Heizungstausch aber bestehen. ## Welche Gebäude kommen infrage? **Förderfähig sind bestehende Wohngebäude und Eigentumswohnungen, für die bei Antragstellung ein gültiger Energieausweis der Klasse F, G oder H vorliegt. Ein Baujahr-Kriterium gibt es nicht.** Maßgeblich ist allein die Klasse im Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis. Den Ausweis muss der Verkäufer bei der Besichtigung vorlegen. Häuser mit besserer Einstufung sind nicht förderfähig, ebenso Ferienhäuser, Ferienwohnungen und der reine Grundstückskauf. Gerade in Regionen mit niedrigeren Kaufpreisen kann der Kredit einen großen Teil des Kaufpreises abdecken. Kaufpreise und Sanierungskosten für Altbauten findest du in der Übersicht zu [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Für eine Kostenschätzung aus Kaufpreis, Sanierung und Nebenkosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Beispielrechnung: Familie mit zwei Kindern kauft Altbau in NRW **Beispiel mit angenommenen Werten: Eine Familie mit zwei Kindern kauft ein Einfamilienhaus der Klasse G für 185.000 Euro. Der KfW-Kredit 308 deckt 160.000 Euro des Kaufpreises, die Sanierung wird getrennt finanziert.** | Position | Betrag | |---|---| | Kaufpreis | 185.000 € | | Sanierung (Annahme, alle vier Einzelmaßnahmen) | 58.000 € | | Kaufnebenkosten (Annahme) | 15.000 € | | **Gesamtinvestition** | **258.000 €** | | KfW 308 "Jung kauft Alt" (2 Kinder) | 160.000 € | | Eigenkapital | 15.000 € | | Bankdarlehen (Rest Kaufpreis und Sanierung) | 83.000 € | Grob gerechnet, ohne Anschlusszins nach 10 Jahren: - KfW-Anteil 160.000 Euro zu 0,72 Prozent, 25 Jahre Laufzeit mit 3 tilgungsfreien Jahren: in den ersten 3 Jahren rund 96 Euro Zinsen im Monat, danach rund 656 Euro Monatsrate - Bankdarlehen 83.000 Euro zu 3,81 Prozent über 30 Jahre: rund 387 Euro Monatsrate - **Zusammen nach der tilgungsfreien Zeit: rund 1.040 Euro im Monat** Die Sanierungskosten sinken, wenn du zusätzlich Zuschüsse nutzt, etwa KfW 458 für die Heizung und BAFA-Zuschüsse für Dämmung und Fenster. Ob Kaufen günstiger ist als Mieten, hängt von deiner Lage und deinem Mietniveau ab. ## Bauzinsen im Herbst 2026: Wie du trotzdem günstig finanzierst **Die Marktzinsen liegen deutlich über dem KfW-Zins. Je mehr vom Kaufpreis über den Kredit 308 läuft, desto niedriger ist dein Mischzins.** Die Europäische Zentralbank hat den Einlagesatz mit Wirkung zum 16. September 2026 von 2,25 auf 2,50 Prozent angehoben. Wohnungsbaukredite kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent (über 5 bis 10 Jahre Zinsbindung) bzw. 4,04 Prozent (über 10 Jahre). Wie sich die Zinsen weiter entwickeln, kann niemand verlässlich vorhersagen. Was du selbst steuern kannst: - **KfW-Anteil ausschöpfen:** Der Kredit 308 ist um rund 3 Prozentpunkte günstiger als der Marktdurchschnitt. - **Zinsbindung bewusst wählen:** Die KfW-Verbilligung gilt 10 Jahre. Plane für die Zeit danach mit einem höheren Anschlusszins. - **Mehrere Angebote vergleichen:** Hausbank, andere Banken und Vermittler bieten unterschiedliche Konditionen für den Restkredit. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) als Altbau in Bayern kaufen und sanieren will, findet regionale Orientierungswerte auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Wie die Sanierungsförderung seit Juli 2026 funktioniert, erklärt der Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## FAQ: "Jung kauft Alt" KfW 308, Stand Oktober 2026 **Was genau hat sich bei "Jung kauft Alt" am 3. August 2026 geändert?** Die Kreditgrenzen stiegen um 30.000 bis 40.000 Euro auf 140.000, 160.000 und 180.000 Euro bei 1, 2 und 3 oder mehr Kindern. Außerdem gibt es neben dem Effizienzhaus-Weg den Einzelmaßnahmen-Weg: Heizungstausch, Fenstertausch, Fassadendämmung sowie Dach- oder Geschossdeckendämmung, alle vier verpflichtend. **Welche Gebäude sind förderfähig?** Bestehende Wohngebäude und Eigentumswohnungen, deren gültiger Energieausweis die Klasse F, G oder H ausweist. Gebäude mit besserer Einstufung sind ausgeschlossen. **Muss ich eine Vollsanierung auf Effizienzhaus-Niveau durchführen?** Nein, nicht mehr zwingend. Alternativ setzt du alle vier Einzelmaßnahmen um. Wählst du den Effizienzhaus-Weg, ist mindestens Effizienzhaus 85 EE das Ziel. Einen höheren Kredit für ein besseres Effizienzhaus gibt es im Programm 308 nicht, der Betrag hängt nur von der Kinderzahl und vom Kaufpreis ab. **Kann ich den Kaufvertrag vor der Kreditzusage unterschreiben?** Nur mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist. Der Antrag muss vor dem notariellen Kaufvertrag bei der KfW eingehen. Ein Kaufvertrag ohne solche Bedingung vor Antragseingang ist förderschädlich. Kaufst du nach dem Antrag, aber vor der Zusage, trägst du das Risiko selbst. **Kann ich "Jung kauft Alt" mit BEG-Förderung kombinieren?** Ja. Für die Sanierung darfst du laut Merkblatt 308 Kredite und Zuschüsse aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude nutzen, etwa BAFA-Zuschüsse für Dämmung und Fenster (15 Prozent) oder KfW 458 für die Heizung. BEG Einzelmaßnahmen und KfW 261 lassen sich aber nicht parallel für dasselbe Gebäude nutzen. **Wie hoch sind die Bauzinsen im Herbst 2026 und was bedeutet das für meine Planung?** Laut Bundesbank lagen Wohnungsbaukredite im August 2026 im Schnitt bei 3,81 Prozent effektiv (über 5 bis 10 Jahre Zinsbindung). Der KfW-Kredit 308 kostete am 6. Oktober 2026 je nach Variante 0,01 bis 1,16 Prozent. Je größer der KfW-Anteil, desto niedriger der Mischzins. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 zu Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - BAFA: BEG Einzelmaßnahmen Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html --- # BEG Förderung Herbst 2026: Neue Regeln seit 21. Juli und warum der 31. Januar 2027 zählt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/beg-foerderung-herbst-2026-klimageschwindigkeitsbonus-januar-2027 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Bedingungen für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die KfW hatte am 8. Juli mit der Umstellung begonnen, bis zum 20. Juli konnten Antragsteller mit gültiger Bestätigung zum Antrag noch nach alten Regeln beantragen. Die neuen Regeln bringen Verbesserungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen, aber auch feste Stichtage, die für Hauseigentümer jetzt zählen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* Das Wichtigste vorab: Den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent gibt es nur bei einem Antrag bis zum **31. Januar 2027**. Danach sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Wer eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzt und diesen Termin verpasst, bekommt weniger Zuschuss. ## Was sich am 21. Juli 2026 bei der BEG geändert hat **Die Grundförderung für den Heizungstausch bleibt bei 30 Prozent für alle Antragsteller. Geändert haben sich die Boni: Klimabonus 16 statt 20 Prozent, Einkommensbonus dreistufig mit bis zu 40 Prozent, Effizienzbonus gestrichen. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für Selbstnutzer mit niedrigem Einkommen bei 80 Prozent.** Die 30 Prozent Grundförderung galten schon vor der Reform für alle Eigentümergruppen, egal ob du selbst im Haus wohnst, vermietest oder ein Unternehmen den Antrag stellt. Die Bonusstruktur seit dem 21. Juli 2026: - **Klimageschwindigkeitsbonus (KGB):** 16 Prozent, nur für selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzen (ohne Altersgrenze) oder eine Gas- oder Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist - **Einkommensbonus:** nur für Selbstnutzer; 40 Prozent bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro. Mit mindestens einem Kind unter 18 werden einmalig 10.000 Euro abgezogen. - **Effizienzbonus für Wärmepumpen:** seit dem 21. Juli 2026 gestrichen, ebenso der Emissionsminderungszuschlag Förderquoten in der Kombination: | Antragsteller | Grundförderung | + KGB | + Einkommensbonus | Gesamt (mit Obergrenze) | |---|---|---|---|---| | Selbstnutzer, Antrag bis 31.01.2027 | 30 % | 16 % | 0 bis 40 % | **46 bis 80 %** | | Selbstnutzer, Antrag 01.02. bis 31.07.2027 | 30 % | 12 % | 0 bis 40 % | **42 bis 80 %** | | Vermieter/Unternehmen | 30 % | nicht möglich | nicht möglich | **30 %** | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Die Obergrenze von 80 % gilt bei zvE bis 30.000 €, mit Kind bis 40.000 €, sonst 70 %.* Für Selbstnutzer mit einem Einkommen über 50.000 Euro, die eine alte fossile Heizung ersetzen, läuft das auf 46 Prozent hinaus (30 % Basis + 16 % KGB). Mit Einkommensbonus sind deutlich höhere Quoten möglich. ## Der Klimageschwindigkeitsbonus: Warum der 31. Januar 2027 entscheidend ist **Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte, ab dem 1. August 2028 entfällt er ganz. Maßgeblich ist das Antragsdatum.** Die Absenkung steht in der Förderrichtlinie und im KfW-Merkblatt. Der Stufenplan: | Antrag im Zeitraum | Klimageschwindigkeitsbonus | |---|---| | bis 31. Januar 2027 | **16 %** | | 1. Februar bis 31. Juli 2027 | 12 % | | 1. August 2027 bis 31. Januar 2028 | 8 % | | 1. Februar bis 31. Juli 2028 | 4 % | | ab 1. August 2028 | **0 %** (entfällt) | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026* Wer bis zum 31. Januar 2027 den Antrag stellt, sichert sich 16 Prozent, auch wenn die Wärmepumpe erst später eingebaut wird. Für die Umsetzung hast du 36 Monate ab Zusage. In Euro (gerechnet): Bei förderfähigen Kosten von 20.000 Euro macht der Schritt von 16 auf 12 Prozent 800 Euro aus. Wer erst im Herbst 2027 beantragt (8 Prozent), bekommt 1.600 Euro weniger als heute. Wer einen Heizungstausch ohnehin plant, hat also einen finanziellen Grund, den Antrag vor dem 31. Januar 2027 zu stellen. ## Die sinkende Kostenobergrenze ab Februar 2027 **Auch die förderfähigen Kosten sinken: Für die erste Wohneinheit von 28.000 Euro ab dem 1. Februar 2027 auf 27.250 Euro und danach alle sechs Monate um weitere 750 Euro, bis auf 22.000 Euro ab August 2030.** Weil gleichzeitig der Klimabonus sinkt, fällt der höchstmögliche Zuschuss für einen Selbstnutzer ohne Einkommensbonus deutlich: | Antrag im Zeitraum | Förderfähige Kosten (1. Einheit) | Fördersatz (30 % + KGB) | Max. Zuschuss | |---|---|---|---| | bis 31. Januar 2027 | **28.000 €** | 46 % | 12.880 € | | Februar bis Juli 2027 | 27.250 € | 42 % | 11.445 € | | August 2027 bis Januar 2028 | 26.500 € | 38 % | 10.070 € | | Februar bis Juli 2028 | 25.750 € | 34 % | 8.755 € | | ab August 2028 | 25.000 € | 30 % | 7.500 € | *Eigene Rechnung nach KfW-Merkblatt 458, ohne Einkommensbonus.* Wer bis Ende Januar 2027 beantragt statt ein Jahr später, kann bei einer Anlage mit mindestens 28.000 Euro förderfähigen Kosten grob 2.800 Euro mehr Zuschuss erhalten (12.880 statt 10.070 Euro). Was Haustechnik und Heizung im Verhältnis zu den Gesamtkosten ausmachen, zeigt der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## BAFA-Einzelmaßnahmen: iSFP-Bonus erst ab 30.000 Euro **Wer mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) saniert, bekommt den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten seit dem 21. Juli 2026 nur noch, wenn die förderfähigen Kosten mindestens 30.000 Euro betragen, und nur auf den Teil darüber.** Bisher galt der Bonus auf alle Kosten. Die Grundförderung von 15 Prozent für Dämmung, Fenster und Türen bleibt unverändert. Für die Praxis (eigene Rechnung): Wer für 15.000 Euro Fenster tauscht und einen iSFP hat, bekommt 15 Prozent, also 2.250 Euro, ohne Aufschlag. Wer eine Außendämmung für 40.000 Euro plant, bekommt 15 Prozent auf 40.000 Euro (6.000 Euro) plus 5 Prozent auf 10.000 Euro (500 Euro), zusammen 6.500 Euro. Ohne iSFP wären nur 30.000 Euro förderfähig, also 4.500 Euro. Kleinere Einzelmaßnahmen werden also weiter gefördert, der Bonus belohnt aber vor allem größere Pakete. ## KfW 261 Sanierungskredit: 150.000 Euro je Wohneinheit **Für Sanierungen zum Effizienzhaus finanziert die KfW seit dem 21. Juli 2026 bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Vorher lag die Grenze bei 120.000 Euro, mit EE- oder NH-Klasse bei 150.000 Euro.** Das Programm 261 (BEG Wohngebäude) finanziert die Sanierung auf einen Effizienzhaus-Standard mit Kredit und Tilgungszuschuss: 10 Prozent bei EH 40 EE, 5 Prozent bei EH 55 EE, keiner bei EH 70 EE und EH 85 EE, mit Boni bis zu 40 Prozent. Seit dem 24. September 2026 ist auch der Bonus für serielle Sanierung auf EH 70 beantragbar. Der effektive Zins für den Kredit 261 lag am 6. Oktober 2026 zwischen 3,05 Prozent (10 Jahre, 2 tilgungsfrei) und 3,77 Prozent (endfällig). Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Bundesbank). Deine Gesamtfinanzierung kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) überschlagen. Wichtig: Seit dem 21. Juli 2026 schließen sich KfW 261 und die BEG-Einzelmaßnahmen (KfW 458, BAFA) für dasselbe Gebäude gegenseitig aus. Zwischen beiden gilt eine Sperrfrist von drei Jahren ab dem Verwendungsnachweis. Du musst dich also entscheiden: Sanierung zum Effizienzhaus mit Kredit 261 oder Heizung und Einzelmaßnahmen mit Zuschuss. Mehr zur Heizungsförderung erklärt der Ratgeber [Wärmepumpe Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-foerderung-2026). ## Was das für Bauherren in Bayern und anderen teuren Regionen bedeutet **Wo Handwerk und Material teurer sind, stoßen Heizungsprojekte schneller an die förderfähige Obergrenze von 28.000 Euro. Kosten darüber trägst du selbst.** Viele Baumaterialien sind teurer geworden: Dachlatten kosteten im Mai 2026 laut Statistischem Bundesamt 11,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Metalle insgesamt 11,1 Prozent. Dämm- und Leichtbauplatten lagen 2025 um 21,4 Prozent über dem Niveau von 2021. Umso mehr lohnt es, keinen Bonus durch Verzögerung zu verschenken. Die Gesamtbaukosten für [Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) findest du auf der Regionalseite. ## So gehst du jetzt richtig vor **Entscheidend ist die Reihenfolge: Bestätigung zum Antrag, Vertrag mit Förderbedingung, dann der Antrag bei der KfW, und das vor dem 31. Januar 2027.** Die Schritte in der richtigen Reihenfolge: 1. **Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experten einbinden:** Die Bestätigung zum Antrag (BzA) kann ein Energieeffizienz-Experte oder das ausführende Fachunternehmen erstellen. Für den Heizungstausch allein ist kein Energieberater vorgeschrieben. 2. **Angebot einholen und Vertrag schließen:** Der Liefer- oder Leistungsvertrag muss eine aufschiebende oder auflösende Bedingung der Förderzusage enthalten. Er muss vor dem Antrag vorliegen und wird hochgeladen. 3. **KfW-Antrag stellen:** Du stellst ihn selbst im Kundenportal "Meine KfW". Eine Vertretung durch Dritte ist nicht zulässig, außer bei Wohnungseigentümergemeinschaften. 4. **Heizung einbauen:** Nach dem Antrag darfst du auf eigenes Risiko beginnen. Für die Umsetzung hast du 36 Monate ab Zusage. 5. **Nachweis einreichen:** innerhalb von 6 Monaten nach Abschluss des Vorhabens. Der häufigste Fehler: einen Vertrag ohne Förderbedingung unterschreiben und erst danach beantragen. Das gilt als vorzeitiger Beginn und kostet die Förderung. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit einer Wärmepumpe für 18.000 bis 25.000 Euro ergibt sich bei 46 Prozent Förderung ein Zuschuss von rund 8.300 bis 11.500 Euro (gerechnet). ## FAQ: BEG-Heizungsförderung Herbst 2026 **Seit wann gelten die neuen BEG-Konditionen?** Seit dem 21. Juli 2026. Die KfW hatte ab dem 8. Juli umgestellt, mit gültiger Bestätigung zum Antrag konnte man bis zum 20. Juli noch nach alten Konditionen beantragen. Anträge, die bis einschließlich 20. Juli eingegangen sind, werden nach der alten Fassung behandelt, auch wenn erst später entschieden wird. **Wer bekommt den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent?** Selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzen, unabhängig vom Alter, oder eine Gas- oder Biomasseheizung, die zum Zeitpunkt des Antrags mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Vermieter und Unternehmen erhalten ihn nicht. **Bis wann muss ich den Antrag stellen, um noch 16 Prozent zu bekommen?** Bis zum 31. Januar 2027. Maßgeblich ist das Antragsdatum, nicht der Einbau. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Bonus auf 12 Prozent. **Kann ich BEG-Zuschuss und KfW-261-Kredit kombinieren?** Nein, nicht parallel für dasselbe Gebäude. Seit dem 21. Juli 2026 sind BEG-Einzelmaßnahmen (KfW 458 oder BAFA) und die Effizienzhaus-Sanierung mit KfW 261 gegenseitig ausgeschlossen, mit drei Jahren Sperrfrist. Mit KfW 458 kombinierbar ist der Ergänzungskredit 358/359. **Hat der Wegfall des Effizienzbonus für Wärmepumpen praktische Auswirkungen?** Er brachte 5 Prozentpunkte für Wärmepumpen mit Wasser, Erdreich oder Abwasser als Wärmequelle oder mit natürlichem Kältemittel. Bei einer Anlage für 20.000 Euro fehlen dadurch bis zu 1.000 Euro (gerechnet). Für die meisten Selbstnutzer wiegen Klimabonus und Einkommensbonus schwerer. **Was kostet eine Wärmepumpe 2026 im Durchschnitt?** Eine amtliche Durchschnittszahl gibt es nicht. Für ein Einfamilienhaus mit 140 bis 180 m² Wohnfläche liegen übliche Angebote für eine Wärmepumpe mit Einbau und hydraulischem Abgleich grob zwischen 18.000 und 28.000 Euro. Die konkreten Kosten hängen von Gebäude, Dämmzustand und regionalen Preisen ab. Quellen: - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Heizungsförderung: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW-Pressemitteilung 08.07.2026: Übergangsphase BEG: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Destatis: Preise für viele Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen (24.06.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html --- # Heizung tauschen Herbst 2026: KfW 458 nach der BEG-Reform, und warum der Klimabonus bald sinkt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/heizung-tauschen-herbst-2026-kfw-458-klimabonus Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die Heizungsförderung hat sich am 21. Juli 2026 grundlegend geändert: Die förderfähigen Kosten sind gesunken, Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind weggefallen. Dafür ist der Einkommensbonus jetzt gestaffelt, mit bis zu 40 Prozent für kleine Einkommen, und die Obergrenze liegt für diese Haushalte bei 80 Prozent. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent gilt noch für Anträge bis zum 31. Januar 2027. Was das für dich bedeutet, wenn du in diesem oder im nächsten Jahr tauschst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was hat sich am 21. Juli 2026 geändert? **Die BEG-Reform hat die KfW-Heizungsförderung 458 in mehreren Punkten verändert: Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sanken von 30.000 auf 28.000 Euro, Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag fielen weg, der Klimageschwindigkeitsbonus sank von 20 auf 16 Prozent. Der Einkommensbonus ist neu gestaffelt.** Für Haushalte mit kleinem Einkommen ist die neue Regel teilweise besser als die alte: Bisher gab es einheitlich 30 Prozent Einkommensbonus bis 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen, jetzt bis zu 40 Prozent und eine höhere Obergrenze. | Merkmal | Bis 20.7.2026 | Seit 21.7.2026 | |---|---|---| | Förderfähige Kosten (1. WE) | 30.000 € | 28.000 € | | Grundförderung | 30 % | 30 % | | Effizienzbonus | 5 % | entfällt | | Emissionsminderungszuschlag | pauschal 2.500 € | entfällt | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 % (Anträge bis 31.01.2027) | | Einkommensbonus | 30 % bis 40.000 € zvE | 40 / 30 / 10 % bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € zvE | | Obergrenze | 70 % | 70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026). Alte Werte laut BEG-EM-Richtlinie vom 21.12.2023. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* Maßgeblich für den Einkommensbonus ist das **zu versteuernde** Haushaltsjahreseinkommen, nicht das Nettoeinkommen. Gerechnet wird mit dem Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, bei einem Antrag 2026 also 2023 und 2024. - Bis 30.000 Euro: **+40 Prozent** - Bis 40.000 Euro: **+30 Prozent** - Bis 50.000 Euro: **+10 Prozent** - Über 50.000 Euro: kein Einkommensbonus Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, steigt die Grenze **einmalig** um 10.000 Euro, egal wie viele Kinder es sind. Beispiel, grob gerechnet: Ein Haushalt mit zwei Kindern und 55.000 Euro zu versteuerndem Einkommen liegt rechnerisch bei 45.000 Euro und erhält damit 10 Prozent Einkommensbonus. Einkommens- und Klimageschwindigkeitsbonus gibt es nur für selbstnutzende Eigentümer. Vermieter erhalten die Grundförderung. ## Der Klimabonus-Countdown: 16 Prozent bis 31. Januar 2027 **Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 Prozent für Anträge bis zum 31. Januar 2027. Für Anträge ab dem 1. Februar 2027 sinkt er auf 12 Prozent, danach alle sechs Monate weiter, ab August 2028 entfällt er. Maßgeblich ist das Antragsdatum, nicht der Einbau.** Grob gerechnet für 20.000 Euro förderfähige Kosten, ohne Einkommensbonus: | Antrag gestellt | Klimabonus | Grundförderung 30 % + Klimabonus | |---|---|---| | bis 31.01.2027 | 16 % | 9.200 € (46 %) | | 01.02.2027 bis 31.07.2027 | 12 % | 8.400 € (42 %) | | 01.08.2027 bis 31.01.2028 | 8 % | 7.600 € (38 %) | | 01.02.2028 bis 31.07.2028 | 4 % | 6.800 € (34 %) | | ab 01.08.2028 | 0 % | 6.000 € (30 %) | *Eigene Rechnung auf Basis KfW-Merkblatt 458. Zusätzlich sinken die förderfähigen Höchstkosten ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 €.* Zwischen einem Antrag bis Ende Januar 2027 und einem ab August 2028 liegen in diesem Beispiel 3.200 Euro. Wer in den nächsten Monaten ohnehin tauschen will, sollte den Antragstermin entsprechend planen. Den Bonus gibt es für den Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung, unabhängig vom Alter, oder einer Gas- oder Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Für Neubauten gibt es keine Förderung aus Programm 458. ## Was das GModG ändert, und was nicht **Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Neue Gasheizungen dürfen wieder ohne 65-Prozent-Pflicht eingebaut werden. An der KfW-Förderung ändert das nichts: Zuschüsse gibt es weiterhin nur für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien.** Das GModG hat die 65-Prozent-Pflicht gestrichen. Wer jetzt eine neue Gasheizung einbaut, braucht bis Ende 2028 keinen Bio-Anteil. Ab 2029 muss er als Eigentümer einen steigenden Anteil Biomethan oder anderer klimafreundlicher Brennstoffe sicherstellen: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035, 60 Prozent ab 2040. Die KfW-Förderung folgt dem nicht. KfW 458 fördert unter anderem Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermie und Anschlüsse an Wärmenetze. Eine neue Gasheizung wird nicht gefördert. Mehr zur Antragstellung und zu weiteren Programmen erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was eine neue Heizung kostet und was gefördert wird **Was eine Wärmepumpe im Bestand kostet, hängt stark vom Haus ab, belastbar sind nur Angebote. Die Förderung liegt für Anträge bis 31. Januar 2027 bei mindestens 46 Prozent, wenn du als Selbstnutzer Anspruch auf den Klimabonus hast, und kann mit Einkommensbonus bis 80 Prozent erreichen.** Grob gerechnetes Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) aus den 1990er Jahren: Die Gasheizung ist mindestens 20 Jahre in Betrieb, zu versteuerndes Einkommen über 50.000 Euro, Antrag bis 31.01.2027. Die Angebotspreise sind Annahmen. | Heizungstyp | Angenommener Preis | KfW 458 Förderung | Eigenanteil | |---|---|---|---| | Luft-Wasser-Wärmepumpe | 18.000 € | 8.280 € (46 %) | 9.720 € | | Erdwärmepumpe | 30.000 € | 12.880 € (46 % auf max. 28.000 €) | 17.120 € | | Pelletheizung | 22.000 € | 10.120 € (46 %) | 11.880 € | | Gasheizung | 9.000 € | 0 € | 9.000 € | *Eigene Rechnung: Grundförderung 30 % + Klimabonus 16 %, kein Einkommensbonus, förderfähige Kosten gedeckelt auf 28.000 €.* Für Haushalte mit zu versteuerndem Einkommen bis 40.000 Euro kommt 30 Prozent Einkommensbonus dazu. Rechnerisch wären das 76 Prozent, gedeckelt wird bei 70 Prozent. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für 18.000 Euro würde dann mit 12.600 Euro bezuschusst. Bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro liegt die Obergrenze bei 80 Prozent, also 14.400 Euro. Den gesamten Investitions- und Finanzierungsbedarf berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Schritt für Schritt: So beantragst du KfW 458 richtig **Der wichtigste Grundsatz: Vor dem Antrag brauchst du eine Bestätigung zum Antrag und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Den Antrag stellst du selbst.** **Schritt 1: Angebote einholen und Fachbetrieb wählen** Lass dir mehrere Angebote machen. Der Fachbetrieb oder ein Energieeffizienz-Experte erstellt die Bestätigung zum Antrag (BzA). Ein Energieeffizienz-Experte ist für die Heizungsförderung nicht zwingend. **Schritt 2: Vertrag mit Bedingung abschließen** Schließe mit dem Fachbetrieb einen Liefer- oder Leistungsvertrag, der eine aufschiebende oder auflösende Bedingung für den Fall enthält, dass die Förderung nicht zugesagt wird. **Schritt 3: Antrag selbst stellen** Den Antrag stellst du als Eigentümer im Portal "Meine KfW" und lädst den Vertrag hoch. Eine Vertretung durch Dritte ist nicht zugelassen, Ausnahme sind Wohnungseigentümergemeinschaften. **Schritt 4: Umsetzen** Nach dem Antrag darfst du auf eigenes Risiko beginnen, sicherer ist es, die Zusage abzuwarten. Für die Umsetzung hast du 36 Monate ab Zusage. **Schritt 5: Nachweis einreichen** Spätestens sechs Monate nach Abschluss des Vorhabens reichst du den Nachweis mit den Rechnungen ein. Für regionale Kostenrichtwerte, etwa bei Haustechnik in Bayern, liefert die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) Vergleichswerte. ## Lohnt sich die Wärmepumpe im Bestand, auch nach dem GModG? **Oft ja, wenn das Haus ausreichend gedämmt ist und die Heizflächen niedrige Vorlauftemperaturen erlauben. Ohne diese Voraussetzungen sinkt die Effizienz und damit die Wirtschaftlichkeit.** Die drei entscheidenden Faktoren: **Dämmstandard und Vorlauftemperatur:** Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Alte, knapp bemessene Heizkörper zwingen sie zu höheren Temperaturen. Das senkt die Jahresarbeitszahl (JAZ) und verteuert den Betrieb. **Strom- und Gaspreis:** Rechne mit deinen eigenen Tarifen. Wärmebedarf geteilt durch die JAZ mal Strompreis ergibt die Stromkosten der Wärmepumpe, Wärmebedarf geteilt durch den Kesselwirkungsgrad mal Gaspreis die Brennstoffkosten der Gasheizung. Beim Gas kommt der CO2-Preis dazu, 2026 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, und für neu eingebaute Gasheizungen ab 2029 der teurere Bio-Anteil. **Investition und Förderung:** Mit mindestens 46 Prozent Zuschuss für Selbstnutzer mit Klimabonus schrumpft der Eigenanteil deutlich. Ob er unter dem einer neuen Gasheizung liegt, zeigen deine Angebote. Im Einfamilienhaus mit Teildämmung ist die Wärmepumpe häufig eine gute Wahl. Im unsanierten Altbau sollte ein Energieberater prüfen, ob zuerst Heizkörper oder Gebäudehülle verbessert werden sollten. ## FAQ: Heizung tauschen und KfW 458 im Herbst 2026 **Was hat sich am 21. Juli 2026 bei der KfW-Heizungsförderung geändert?** Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sanken von 30.000 auf 28.000 Euro. Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind entfallen. Der Klimageschwindigkeitsbonus sank von 20 auf 16 Prozent. Der Einkommensbonus ist gestaffelt (40, 30, 10 Prozent), und für Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen gilt eine Obergrenze von 80 Prozent. **Wie lange gibt es noch den Klimabonus von 16 Prozent?** Für Anträge bis zum 31. Januar 2027. Ab 1. Februar 2027 sind es 12 Prozent, ab 1. August 2027 8 Prozent, ab 1. Februar 2028 4 Prozent, ab 1. August 2028 nichts mehr. **Wer hat Anspruch auf den Einkommensbonus?** Selbstnutzende Eigentümer mit zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen bis 50.000 Euro: 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro. Mit mindestens einem Kind unter 18 steigt die Grenze einmalig um 10.000 Euro. Ein Haushalt mit zwei Kindern und 55.000 Euro liegt rechnerisch bei 45.000 Euro und erhält 10 Prozent. **Kann ich nach dem GModG eine neue Gasheizung über die KfW fördern lassen?** Nein. Das GModG hat die 65-Prozent-Pflicht abgeschafft, nicht aber die Fördervoraussetzungen. KfW 458 fördert nur Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. **Muss der KfW-Antrag vor dem Heizungseinbau gestellt werden?** Ja. Vor dem Antrag brauchst du einen Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, den du beim Antrag hochlädst. Mit dem Einbau beginnst du nach dem Antrag, am sichersten nach der Zusage. **Brauche ich einen Energieeffizienz-Experten?** Für die Heizungsförderung nicht zwingend. Die Bestätigung zum Antrag kann auch das Fachunternehmen erstellen. Den Antrag stellst du in jedem Fall selbst. Quellen: - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung, Stand 21.07.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - KfW: Heizungsförderung: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - Brennstoffemissionshandelsgesetz § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html --- # Hausbau im Herbst 2026: Jetzt noch starten oder auf Frühjahr warten? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-herbst-2026-jetzt-starten-oder-warten Zuletzt aktualisiert: 2026-09-10 September, und der Rohbau ist noch nicht gestartet. Wer seinen Bauantrag Anfang August zurückbekommen hat, stellt sich jetzt eine ganz konkrete Frage: Losstarten oder auf März 2027 warten? Die Antwort hängt weniger von der Jahreszeit ab als von drei Faktoren: dem Planungsstand, dem Haustyp und davon, welche Bauphase in den Winter fallen würde. Dazu kommt heute ein konkreter Anlass: Die EZB hat ihren Leitzins am 10. September 2026 angehoben – mit direkten Folgen für Bauzinsen. Unsere Redaktion hat die wesentlichen Argumente für und gegen einen Herbst-Start zusammengetragen – und erklärt, warum die laufende KfW-Frist bis 31. Dezember 2026 jetzt mehr Druck erzeugt als je zuvor. ## Warum der Herbst als Baustart unterschätzt wird **Ein Baubeginn im Herbst ist nicht schlechter als einer im Frühjahr – er ist nur anders. Wer Fundament und Rohbau bis Mitte November abschließt und das Dach drauf hat, lässt das Gebäude über den Winter natürlich austrocknen und kann im März direkt mit dem Innenausbau loslegen.** Das klingt riskant, ist es aber bei guter Planung nicht. Mauerwerk und Betondecken geben im Winter langsam Feuchtigkeit ab – das ist sogar vorteilhaft gegenüber Frühjahrsstarts, bei denen Bauherren die Trocknungszeit oft künstlich verkürzen müssen und damit Schimmelrisiken eingehen. Was noch für den Herbst spricht: - **Handwerkerverfügbarkeit**: Nach dem Sommer haben Dachdecker, Rohbauer und Maurer mehr freie Kapazitäten. Im Frühjahr kämpfen alle gleichzeitig um Termine. - **Betonstahl günstiger**: Laut Statistischem Bundesamt (Mai 2026) ist Betonstahl um 1,4 Prozent günstiger als im Vorjahr. Ein kleines, aber reales Kostenfenster. - **KfW EH55 läuft zum Jahresende**: Die verlängerte EH55-Förderung endet am 31. Dezember 2026 – wer bis dahin keinen Antrag stellt, verpasst Zinsen von rund 1,0 Prozent. ## Was gegen einen Herbst-Start spricht **Nicht jede Bauphase verträgt Frost. Estrich, Außenputz und Fliesenarbeiten sind frostempfindlich – wer diese Gewerke in den Januar schieben muss, braucht entweder teure Schutzmaßnahmen oder riskiert Schäden.** Die frostempfindlichen Phasen im Überblick: | Bauphase | Herbst-tauglich? | Hinweis | |---|---|---| | Aushub und Fundament | ✅ bis Ende Oktober | Danach Frostrisiko prüfen | | Rohbau / Mauerwerk | ✅ bis Ende November | Kein Frost bei Verarbeitung | | Dachstuhl und Eindeckung | ✅ bis Mitte Dezember | Wind und Regen beachten | | Estrich / Innenputz | ⚠️ Bedingt | Frostschutz unter 5 °C nötig | | Außenputz / WDVS | ❌ Oktober bis März | Nicht unter 8 °C verarbeitbar | | Fliesenarbeiten innen | ⚠️ Bedingt | Nur mit beheiztem Innenraum | | Trockenbau / Maler | ✅ Ganzjährig | Innenbereich, kein Problem | Winterschutzmaßnahmen für Nassarbeiten sind möglich, kosten aber: Beheizte Zelte oder Heizgeräte schlagen je nach Bauabschnitt mit 1.000 bis 5.000 Euro pro Monat zu Buche. Das ist bei der Gesamtkalkulation zu berücksichtigen. ## EZB-Erhöhung am 10. September 2026: Was das für deine Baufinanzierung bedeutet **Die EZB hat heute den Einlagenzins von 2,25 auf 2,50 Prozent angehoben. Bauzinsen werden kurzfristig reagieren – nach aktuellem Stand (4,0 bis 4,4 Prozent für 10-jährige Laufzeiten) ist mit einem leichten weiteren Anstieg auf 4,2 bis 4,6 Prozent bis Ende Oktober zu rechnen.** Was Bauherren aus dieser Entscheidung mitnehmen sollten: Erstens: Auf deutlich sinkende Zinsen bis Frühjahr 2027 zu warten ist keine verlässliche Strategie. Die Mehrheit der Marktbeobachter sieht Bauzinsen bis Ende 2026 in der Seitwärtsbewegung, ohne Rückkehr unter 3,5 Prozent. Zweitens: Die KfW EH55-Förderung bietet einen echten Zinsunterschied. Bei rund 1,0 Prozent Effektivzins (Stand August 2026) auf bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit – verglichen mit Marktzinsen von über 4 Prozent – macht das über 20 Jahre einen fünfstelligen Unterschied. Wer das Programm nutzen will, muss bis 31. Dezember 2026 einen Antrag stellen. Drittens: Die Finanzierungsentscheidung hängt nicht allein vom Leitzins ab. Beleihungsauslauf, Eigenkapitalanteil und Laufzeit haben größeren Einfluss auf den individuellen Zinssatz als die EZB-Entscheidung allein. Mehr zur aktuellen Zinsentwicklung und den konkreten Auswirkungen auf deine Baufinanzierung findest du im Ratgeber [Bauzinsen September 2026: EZB-Entscheidung und was das für Bauherren bedeutet](https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-september-2026-ezb-entscheidung-prognose). ## KfW EH55 verlängert bis 31. Dezember 2026: Was jetzt gilt **Das Bundesministerium für Wohnen hat der KfW 800 Millionen Euro für eine Verlängerung der EH55-Förderstufe bis Jahresende bereitgestellt. Ab dem 3. August 2026 können Anträge wieder gestellt werden – der Antrag muss vor Baubeginn eingehen, nicht der Bau selbst abgeschlossen sein.** Die wichtigsten Konditionen (Stand August 2026): | Merkmal | KfW 297/298 Effizienzhaus 55 | |---|---| | Kreditbetrag | bis 100.000 € je Wohneinheit | | Effektiver Jahreszins | ~1,0 % | | Vergleich Marktkredit | ~4,0–4,4 % | | Laufzeit | bis 35 Jahre | | Antragsweg | über deine Bank oder Sparkasse | | Antragsfrist | bis 31.12.2026 | | Baubeginn | nach Antragstellung | Ein Beispiel: Bei einem KfW-Kredit von 100.000 Euro und 35 Jahren Laufzeit ergibt der Zinsunterschied zwischen 1,0 und 4,2 Prozent über die Gesamtlaufzeit eine Ersparnis von rund 60.000 bis 80.000 Euro. Das ist kein marginaler Unterschied. **Wichtig**: Wer im Oktober mit dem Bau beginnt, ohne vorher einen KfW-Antrag zu stellen, verliert den Förderanspruch. Der Antrag muss über die finanzierende Bank eingereicht werden – plane dafür mindestens zwei bis vier Wochen ein. Für die genaue Kalkulation deiner Baukosten einschließlich Förderung empfiehlt sich der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Materialpreise September 2026: Was jetzt teurer ist, was günstiger **Holz ist erheblich teurer als 2025 – Bauschnittholz liegt 11,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Wer den Dachstuhl jetzt errichtet, zahlt deutlich mehr als noch im Herbst 2024. Betonstahl hingegen ist günstiger geworden.** Aktuelle Preisentwicklung (Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Mai 2026): | Material | Veränderung zum Vorjahr | Trend | |---|---|---| | Dachlatten | +11,8 % | Steigend | | Bauschnittholz | +11,4 % | Steigend | | Konstruktionsvollholz | +7,5 % | Steigend | | Betonstahl | −1,4 % | Leicht sinkend | | Wärmedämmverbundsysteme | +3,3 % | Leicht steigend | | Gesamt Baupreise Q2 2026 | +5,0 % | Moderat steigend | Für die Praxis: Der Dachstuhl wird teurer, das Fundament etwas günstiger. Auf einen günstigeren Holzpreiszeitpunkt zu warten ist wenig verlässlich – das BBSR prognostiziert auch für 2027 weiter steigende Baupreise. Wer in Nordrhein-Westfalen, Bayern oder einem anderen Bundesland baut, findet regionale Baukosten auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) – inklusive aktueller Handwerkerstundensätze und Materialkosten nach Region. ## Fertighaus oder Massivhaus: Was ist für den Herbst besser geeignet? **Fertighäuser stehen im Rohbau in ein bis zwei Wochen – das macht sie zum idealen Haustyp für einen Herbst-Start. Massivhäuser brauchen drei bis fünf Monate für den Rohbau, was den zeitlichen Puffer bis zum Winter dramatisch verkleinert.** | Haustyp | Rohbauzeit | Für Herbst-Start geeignet? | |---|---|---| | Fertighaus (Holzrahmen) | 1–2 Wochen | ✅ Sehr gut | | Holzständerhaus | 2–4 Wochen | ✅ Gut | | Massivhaus ohne Keller | 3–4 Monate | ⚠️ Nur wenn Fundament bis Oktober | | Massivhaus mit Keller | 5–7 Monate | ❌ Zu lang für Herbst-Start | Fertighäuser bieten noch einen weiteren Vorteil: Die Haustechnik – Heizung, Lüftung, teils auch Elektro – ist bei Systemanbietern bereits in der Werksplanung integriert. Das reduziert die Koordinationsaufwände im Herbst erheblich. Mehr zur Kostenkalkulation für verschiedene Haustypen findest du in der Übersicht [Haustypen Fertighaus](https://baukostenplan.de/haustypen/fertighaus). ## Die drei Szenarien für Herbst 2026: Was jetzt sinnvoll ist **Die Entscheidung hängt vom Planungsstand ab. Drei Szenarien – und was in jedem davon sinnvoll ist.** **Szenario A: Baugenehmigung liegt vor, Finanzierung steht** Jetzt sofort KfW-Antrag stellen. Baubeginn Oktober, Rohbau bis Mitte November abschließen. Innenausbau ab März 2027. Das ist das optimale Szenario für einen Herbst-Start. **Szenario B: Baugenehmigung liegt vor, Finanzierung noch in Abstimmung** KfW-Antrag parallel zur Finanzierungsabstimmung einreichen. Für Fertighäuser ist ein Novemberstart noch realistisch. Für Massivhäuser empfiehlt sich ein Planungsgespräch, ob der Rohbau bis Dezember wirklich fertig werden kann – falls nicht, ist März 2027 sicherer. **Szenario C: Planung noch nicht abgeschlossen** Herbst-Start scheidet aus. Jetzt intensiv die Grundlage legen: Grundstück, Architekt oder Hausanbieter, Finanzierung. KfW-Antrag kann bis 31. Dezember 2026 gestellt werden, wenn die Unterlagen vollständig sind. Baubeginn März 2027. ## FAQ: Hausbau im Herbst 2026 **Kann man im Oktober noch mit dem Hausbau beginnen?** Ja – wenn Fundament und Rohbau bis Ende November fertig sein können und das Dach dicht ist, bevor der Frost einsetzt. Frostschäden am offenen Mauerwerk sind das größte Risiko eines Herbststarts. Mit einem Fertighaus ist das kein Problem. **Was passiert, wenn der Bau im Winter pausiert werden muss?** Ist das Gebäude dicht (Dach, Fenster), können Rohbauarbeiten und Mauerwerk über den Winter ruhen. Beton und Mauerwerk trocknen langsam aus – das ist oft sogar vorteilhaft. Gefährlich sind Unterbrechungen bei Nassarbeiten ohne Witterungsschutz. **Läuft die KfW EH55-Förderung noch?** Ja. Das Bundesministerium für Wohnen hat die Förderstufe Effizienzhaus 55 bis 31. Dezember 2026 verlängert. Effektiver Jahreszins: rund 1,0 Prozent auf bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit. Der Antrag muss vor Baubeginn über die finanzierende Bank gestellt werden. **Werden Bauzinsen bis Frühjahr 2027 sinken?** Nach der EZB-Erhöhung vom 10. September 2026 rechnen die meisten Marktbeobachter nicht mit einem deutlichen Rückgang. Bauzinsen dürften bis Ende 2026 im Bereich 4,0 bis 4,6 Prozent verbleiben. Ein verlässliches Absinken unter 3,5 Prozent ist für 2027 nicht eingepreist. **Ist ein Fertighaus im Herbst besser als ein Massivhaus?** Für einen Herbst-Start ja. Der Rohbau eines Fertighauses steht in ein bis zwei Wochen – deutlich schneller als ein Massivhaus. Das reduziert das Risiko, dass schlechtes Wetter den Rohbau in den Frost treibt. **Welche Winterschutzmaßnahmen sind nötig?** Bei Nassarbeiten unter 5 Grad Celsius (Estrich, Putz, Fliesen) braucht es Heizgeräte oder beheizte Zelte. Außenputz und WDVS-Systeme dürfen unter 8 Grad nicht verarbeitet werden. Kalkuliere 1.000 bis 5.000 Euro pro Monat für Winterschutzmaßnahmen, falls diese Phasen in den Winter fallen. Quellen: - Statistisches Bundesamt: Baupreise Mai 2026 – Pressemitteilung PD26_N042_61: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html - BVN: KfW-Förderung im Wohnungsbau – aktuelle Änderungen ab August 2026: https://bvn.de/Mitgliederservice/Aktuell/2026/20260629_KfW_Foerderung.php - Dr. Klein Zinskommentar September 2026: EZB-Erhöhung und Bauzinsen: https://www.drklein.de/ezb-entscheid-zinserhoehung-erwartet.html - Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: Baupreisentwicklung 2026: https://www.bbsr.bund.de --- # Gebäudemodernisierungsgesetz 2026: Was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-was-bauherren-wissen-muessen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft und hat das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) grundlegend geändert. Die wichtigste Neuerung: Die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen ist gestrichen. Dafür gilt für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen ab 2029 eine Bio-Treppe. Was das für deinen Hausbau oder deine Sanierung bedeutet und welche Förderung jetzt gilt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist das Gebäudemodernisierungsgesetz? **Das GModG ist das bisherige Gebäudeenergiegesetz unter neuem Namen und mit geänderten Inhalten. Es gilt im Grundsatz seit dem 29. Juli 2026 und setzt bei der Heizung auf Technologieoffenheit statt auf eine feste Erneuerbaren-Quote.** Das alte GEG schrieb seit 2024 vor, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, mit Übergangsfristen je nach Gemeindegröße. Diese Vorgabe ist mit dem GModG gestrichen, ebenso die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung und die Beratungspflicht vor dem Einbau einer fossilen Heizung. Das Gesetz vom 23. Juli 2026 wurde am 28. Juli 2026 verkündet (BGBl. 2026 I Nr. 226). Das Gebäudeenergiegesetz wurde dabei nicht aufgehoben, sondern umbenannt: Es heißt jetzt "Gebäudemodernisierungsgesetz". Einzelne Teile, etwa die Solarpflicht und neue Regeln zum Energieausweis, treten erst am 1. Januar 2027 in Kraft. ## Die wichtigsten Änderungen im Überblick **Die 65-Prozent-Pflicht entfällt, fossile Heizungen sind wieder erlaubt, und ab 2029 gilt für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen ein steigender Pflichtanteil klimafreundlicher Brennstoffe.** | Regelung | Bis 28. Juli 2026 (GEG) | Seit 29. Juli 2026 (GModG) | |---|---|---| | 65-%-Pflicht für neue Heizungen | ja | entfällt | | Neue Gas-/Ölheizung | nur mit 65-%-Erfüllung bzw. in Übergangsfristen | erlaubt | | Bio-Treppe für neue fossile Heizungen | nein | 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040 | | Klimaneutrale Brennstoffe | nein | Grüngasquote per Gesetz bis 01.12.2026 angekündigt, Brennstoffe ab 2045 klimaneutral | | Kostenteilung Vermieter/Mieter | CO2-Kosten nach CO2KostAufG (seit 2023) | bei neuen fossilen Heizungen ab 2028 Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten hälftig, ab 2029 auch Bio-Brennstoffkosten bis 30 % Anteil | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226 (§§ 42a, 43 GModG; § 5a CO2KostAufG).* Die Kostenteilung gilt nach § 5b CO2KostAufG auch für Neubauten, die bis Ende 2029 errichtet und erstmals genutzt werden, wenn der Bauantrag ab dem 13. Mai 2026 gestellt wurde. Die praktische Konsequenz: Wer heute baut oder saniert, kann wieder zwischen Wärmepumpe, Gasheizung, Ölheizung, Fernwärme, Hybridanlage und Biomasseheizung wählen. Bei Gas und Öl kommt ab 2029 aber der Bio-Anteil dazu. ## Heizungswahl 2026: Was ist jetzt erlaubt? **Alle gängigen Heizsysteme sind wieder zulässig, im Neubau wie im Bestand. Für fossile Heizungen gilt ab 2029 die Bio-Treppe, für Stromdirektheizungen gelten Auflagen an den Wärmeschutz.** Das GModG lässt zu: - **Wärmepumpe** (Luft/Wasser, Sole/Wasser, Wasser/Wasser) - **Gasheizung** (Erdgas oder Flüssiggas), mit Bio-Treppe ab 2029 - **Ölheizung**, mit Bio-Treppe ab 2029 - **Fernwärme** - **Hybridheizung** (z. B. Wärmepumpe plus Gaskessel) - **Biomasseheizung** (Pellets, Hackschnitzel) - **Stromdirektheizung**, nur wenn der Wärmeschutz deutlich besser ist als vorgeschrieben Zur Bio-Treppe: Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, im Bestand wie im Neubau, muss als Eigentümer ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff erzeugen. In der Praxis geht das über den Liefervertrag. Eine Wärmepumpen-Hybridheizung mit ausreichender Wärmepumpenleistung erfüllt die Pflicht ebenfalls. Im Neubau kommt ab dem 1. Januar 2030 der Nullemissionsstandard hinzu: Am Standort dürfen dann keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Für den [Neubau eines Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) ist eine Wärmepumpe deshalb meist die naheliegende Wahl, zumal die KfW-Neubauförderung Öl- und Gasheizungen ausschließt. ## BEG-Heizungsförderung seit 21. Juli 2026 **Die BEG-Heizungsförderung (KfW 458) gilt nur für bestehende Gebäude, nicht im Neubau. Seit dem 21. Juli 2026 sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit förderfähig, für Haushalte mit kleinem Einkommen gibt es bis zu 80 Prozent.** | Förderkomponente | Höhe | Anmerkung | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | alle Antragsteller | | Einkommensbonus bis 30.000 € zvE | +40 % | nur Selbstnutzer | | Einkommensbonus bis 40.000 € zvE | +30 % | nur Selbstnutzer | | Einkommensbonus bis 50.000 € zvE | +10 % | nur Selbstnutzer | | Familienzuschlag | Einkommensgrenze +10.000 € | einmalig, unabhängig von der Kinderzahl | | Klimageschwindigkeitsbonus | +16 % | nur Selbstnutzer; sinkt ab 01.02.2027 um 4 Prozentpunkte je Halbjahr | | Förderfähige Kosten 1. WE | 28.000 € | sinkt ab 01.02.2027 um 750 € je Halbjahr | | Obergrenze | 70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 % | max. 22.400 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen, Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag.* Ein grob gerechnetes Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern und 55.000 Euro zu versteuerndem Einkommen kommt mit dem Familienzuschlag rechnerisch auf 45.000 Euro. Der Zuschlag gilt nur einmal, nicht je Kind. Damit liegt sie in der 10-Prozent-Stufe. Mit Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus ergeben sich 56 Prozent, bei mindestens 28.000 Euro förderfähigen Kosten also bis zu 15.680 Euro. Alle Details zur BEG-Reform erklärt der Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## GModG und Baukosten: Was ändert sich konkret? **Der Wegfall der 65-Prozent-Pflicht kann im Bestand die Investition senken, wenn eine Wärmepumpe technisch schwierig wäre. Dafür fehlt bei Gas und Öl die Förderung, und ab 2029 steigen die Brennstoffkosten durch den Bio-Anteil.** Wie viel die einzelnen Systeme kosten, hängt stark von Gebäude, Region und Anbieter ab. Pauschale Preislisten führen hier leicht in die Irre. Hole für die Systeme, die für dich in Frage kommen, konkrete Angebote ein und vergleiche: - **Investition**: Gerät, Installation, Nebenarbeiten wie Fundament, Schornstein, Elektrik - **Förderung**: Im Bestand für erneuerbare Heizungen über KfW 458, für Gas- und Ölheizungen keine - **Laufende Kosten**: Strom- oder Brennstoffpreis, CO2-Preis, ab 2029 Bio-Anteil bei Gas und Öl - **Wartung**: Schornsteinfeger, Wartungsvertrag Den Gesamtbedarf für dein Bauvorhaben mit Heizsystem, Dämmung und allen übrigen Kosten berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Regional unterschiedlich: GModG in der Praxis **Welche Heizung sich anbietet, hängt auch vom Standort ab: In Städten gibt es oft Fernwärme, auf dem Land häufig nicht. Die kommunale Wärmeplanung zeigt, wo Netze geplant sind.** Gemeinden über 100.000 Einwohner mussten ihre Wärmepläne bis 30. Juni 2026 vorlegen, kleinere Gemeinden haben bis 30. Juni 2028 Zeit. Für die Heizungspflichten sind die Pläne seit dem GModG nicht mehr maßgeblich, als Informationsquelle sind sie aber nützlich. Wer in [Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) oder anderswo auf der grünen Wiese baut, plant meist mit Wärmepumpe, weil Netze fehlen. Einige Bundesländer haben eigene Förderprogramme für klimafreundliche Heizungen. Informationen dazu liefern die Förderdatenbanken der Länder. ## Bauzinsen 2026: Das Finanzierungsumfeld **Wohnungsbaukredite kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 4,01 Prozent effektiv, mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung 3,81 Prozent. Die KfW-Neubauförderung liegt deutlich darunter.** | Zinsbindung | Effektivzins Neugeschäft August 2026 | |---|---| | über 5 bis 10 Jahre | 3,81 % | | über 10 Jahre | 4,04 % | | alle Laufzeiten | 4,01 % | *Quelle: Deutsche Bundesbank, Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026.* Die KfW-Neubauförderung 297/298 (Stand 06.10.2026, 10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung): | Förderstufe | Effektivzins | Max. Kredit je WE | |---|---|---| | Effizienzhaus 55 | 1,00 % | 100.000 €, Antragseingang bis spätestens 31.12.2026 | | Effizienzhaus 40 (Klimafreundliches Wohngebäude) | 1,96 % | 100.000 € | | Effizienzhaus 40 mit QNG | 1,96 % | 150.000 € | Grob gerechnet liegt der EH-40-Kredit damit rund 1,85 Prozentpunkte unter dem Bundesbank-Schnitt für 5 bis 10 Jahre Zinsbindung, der EH-55-Kredit rund 2,8 Prozentpunkte. Die Programmnummer richtet sich nach dir: 297 für Selbstnutzer, 298 für Vermieter und andere. Wichtig: Im Neubau gibt es keine BEG-Heizungsförderung. Die KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude. Der Vorteil im Neubau liegt allein im zinsgünstigen Kredit. ## FAQ: Gebäudemodernisierungsgesetz 2026 **Was ist der Unterschied zwischen GEG und GModG?** Das GModG ist das geänderte und umbenannte GEG. Die 65-Prozent-Pflicht wurde gestrichen, dafür gibt es eine Bio-Treppe für neue fossile Heizungen ab 2029. Weitere Teile wie die Solarpflicht und die Nullemissionsgebäude folgen 2027, 2028 und 2030. **Darf ich jetzt noch eine neue Gasheizung einbauen?** Ja. Seit dem 29. Juli 2026 ist das wieder erlaubt. Ab 2029 muss sie aber mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe nutzen, ab 2030 15 Prozent, bis 2040 steigt der Anteil auf 60 Prozent. Das gilt im Bestand wie im Neubau. **Bekomme ich für eine neue Gasheizung noch BEG-Förderung?** Nein. Die BEG-Heizungsförderung gilt nur für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien, etwa Wärmepumpe, Biomasse oder Anschluss an ein Wärmenetz, und nur in bestehenden Gebäuden. **Was ist der Klimageschwindigkeitsbonus und wann sinkt er?** Ein Bonus von 16 Prozent für selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzen. Für Anträge ab 1. Februar 2027 sinkt er auf 12 Prozent, danach halbjährlich weiter. **Gilt das GModG auch für Neubauten?** Ja. Auch im Neubau ist die 65-Prozent-Pflicht entfallen, und auch dort gilt für neu eingebaute fossile Heizungen die Bio-Treppe. Ab 2030 müssen neue Gebäude Nullemissionsgebäude sein. Die KfW-Neubauförderung 297/298 setzt ohnehin eine Heizung ohne Öl und Gas voraus. **Wie beantrage ich die BEG-Heizungsförderung?** Zuerst lässt du eine Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellen, durch das Fachunternehmen oder einen Energieeffizienz-Experten. Dann schließt du einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Den Antrag stellst du anschließend selbst im Portal "Meine KfW" und lädst den Vertrag hoch. Eine Vertretung durch Dritte ist nicht zugelassen. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW-Pressemitteilung 21.07.2026: Start der neuen Förderbedingungen: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_901760.html - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Wärmeplanungsgesetz § 4: https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/__4.html --- # Serielles Sanieren 2026: KfW-Bonus seit September, Förderung und Ablauf URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/serielles-sanieren-kfw-bonus-september-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurde zum 21. Juli 2026 umgebaut. Eine Neuerung kam zeitversetzt: Seit dem 24. September 2026 gibt es den Bonus für **serielles Sanieren** auch für das Effizienzhaus 70, mit 5 Prozentpunkten zusätzlichem Tilgungszuschuss. Für EH 40 und EH 55 bleibt es bei 15 Prozentpunkten. Für Eigentümer und Wohnungsunternehmen, die eine umfassende Sanierung planen, ist das ein Anreiz, allerdings mit festen technischen Vorgaben. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was ist serielles Sanieren, und warum ist es schneller? **Beim seriellen Sanieren wird die Fassade mit großen, im Werk vorgefertigten Elementen erneuert. Grundlage ist ein digitales 3D-Aufmaß des Gebäudes. Auf der Baustelle werden die Elemente nur noch montiert, das verkürzt die Arbeiten vor Ort deutlich.** Statt Dämmung, Putz und Fenster Gewerk für Gewerk am Haus zu verarbeiten, werden Dämm- und Witterungsebene samt Tragkonstruktion im Werk gefertigt, häufig mit bereits eingebauten Fenstern. Auf der Baustelle setzt meist ein Kran die Elemente an die Außenwand. Wie lange die Montage dauert, hängt vom Gebäude und vom Anbieter ab. Das Verfahren eignet sich besonders für: - **Gebäude mit schlechter Dämmung**, deren Fassade ohnehin erneuert werden muss - **Mehrfamilienhäuser** mit einheitlicher, gerader Fassade - **Wohnsiedlungen**, in denen viele gleichartige Gebäude saniert werden - **Vermieter**, die die Belastung für Mieter kurz halten wollen Die Bewohner können während der Arbeiten oft in ihren Wohnungen bleiben. ## Der Bonus für EH 70 seit 24. September 2026 **Seit dem 24. September 2026 erhöht sich der Tilgungszuschuss im KfW-Kredit 261 um 5 Prozentpunkte, wenn ein Wohngebäude seriell auf Effizienzhaus 70 saniert wird. Bei EH 40 und EH 55 sind es 15 Prozentpunkte. Der Bonus ist mit dem WPB-Bonus und der Nachhaltigkeitsklasse kombinierbar.** Hintergrund: Mit der Reform wurden die Tilgungszuschüsse bei der Effizienzhaus-Sanierung gesenkt, für EH 70 EE und EH 85 EE gibt es gar keinen Basis-Zuschuss mehr. Der Bonus für EH 70 schafft für serielle Vorhaben auf dieser Stufe wieder einen Zuschuss. Außerdem hat das Bundeswirtschaftsministerium die frühere Deckelung von SerSan- und WPB-Bonus auf zusammen 20 Prozentpunkte aufgehoben. ### Tilgungszuschüsse BEG Wohngebäude seit der Reform | Effizienzhaus-Stufe | Basis-Tilgungszuschuss | + Serielle Sanierung | + WPB-Bonus | Max. Kredit je WE | |---|---|---|---|---| | EH 85 EE | 0 % | kein Bonus | kein Bonus | 150.000 € | | **EH 70 EE** | **0 %** | **+5 % = 5 %** | +10 % = 15 % | 150.000 € | | EH 55 EE | 5 % | +15 % = 20 % | +10 % = 30 % | 150.000 € | | EH 40 EE | 10 % | +15 % = 25 % | +10 % = 35 % | 150.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. Mit Nachhaltigkeitsklasse kommen jeweils 5 Prozentpunkte hinzu. Effizienzhaus-Stufen ohne EE-Klasse gibt es nicht mehr, die EE-Klasse ist Standard.* Bei einem Kredit von 150.000 Euro und 5 Prozent Tilgungszuschuss (EH 70 EE, seriell) ergibt das **7.500 Euro je Wohneinheit**. Ist das Gebäude ein Worst Performing Building, sind es 15 Prozent oder 22.500 Euro (eigene Rechnung). **Nichtwohngebäude:** Den Bonus für serielle Sanierung gibt es seit der Reform auch in der BEG Nichtwohngebäude, beantragbar ebenfalls seit dem 24. September 2026. ## Was kostet serielles Sanieren? **Amtliche Durchschnittskosten für serielle Sanierungen gibt es nicht. Die Preise hängen stark von Fassadenfläche, Fensteranteil, Gebäudeform und integrierter Technik ab.** In der reinen Bauleistung ist serielles Sanieren oft nicht günstiger als eine klassische Sanierung. Vorteile entstehen eher durch die kurze Bauzeit, weniger Koordinationsaufwand und geringere Belastung der Bewohner. Hol Angebote von mehreren Anbietern ein und lass den Energieeffizienz-Experten prüfen, welche Kosten förderfähig sind. Für deine Kostenkalkulation nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Regionale Baukosten findest du zum Beispiel auf [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Ablauf: So läuft serielles Sanieren Schritt für Schritt **Am Anfang stehen Experte, Aufmaß und Antrag über die Bank, danach folgen Vorfertigung, Montage und Bestätigung der erreichten Stufe. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt sein.** **1. Energieeffizienz-Experten einbinden (Pflicht)** Ein Experte aus der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes plant die Effizienzhaus-Stufe und erstellt die Bestätigung zum Antrag (BzA). Ein individueller Sanierungsfahrplan ist für den Kredit 261 keine Voraussetzung, kann aber bei der Planung helfen. **2. Digitales Aufmaß und Angebot** Der Anbieter erfasst die Fassade digital in 3D. Auf dieser Basis entstehen Angebot und Produktionsplanung. **3. KfW-Antrag vor Beginn des Vorhabens** Den Kredit 261 beantragst du über deine Bank oder Sparkasse, nicht direkt bei der KfW. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags für die Ausführung. Ein Beginn vor Antragstellung ist förderschädlich. **4. Vorfertigung im Werk** Die Fassadenelemente werden im Werk gefertigt, auf Wunsch mit Fenstern und weiterer Technik. **5. Montage vor Ort** Die Elemente werden in Größe und Form unverändert montiert. **6. Bestätigung und Tilgungszuschuss** Der Experte bestätigt nach Abschluss das erreichte Effizienzhaus-Niveau. Die Bank reicht diese Bestätigung bei der KfW ein, danach wird der Tilgungszuschuss gutgeschrieben. Der Nachweis muss innerhalb von 54 Monaten nach der Zusage erbracht werden. **Technische Mindestanforderungen für den Bonus** (KfW-Infoblatt, Version 11.0): - Fassadenelemente mit werkseitig vorgefertigter Tragkonstruktion für Dämm- und Witterungsebene auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes - mindestens 80 Prozent der Fassadenflächen gegen Außenluft mit diesen Elementen saniert - Elementhöhe mindestens Raumhöhe der Geschosse - falls Fenster erneuert werden, sind sie oder ihre Rahmen werkseitig eingebaut ## Für wen lohnt sich serielles Sanieren wirklich? **Am meisten bringt das Verfahren bei Mehrfamilienhäusern mit gleichförmiger Fassade, bei denen kurze Bauzeit und geringe Belastung der Bewohner zählen. Bei Einfamilienhäusern muss der Planungsaufwand genau gegen den Nutzen abgewogen werden.** Dafür spricht: - deutlich kürzere Arbeiten vor Ort als bei klassischer Sanierung - gleichbleibende Qualität durch Fertigung im Werk - zusätzlicher Tilgungszuschuss: 5 Prozentpunkte bei EH 70, 15 Prozentpunkte bei EH 40 und EH 55 - weniger Belastung für Mieter Dagegen spricht: - mehr Planungsvorlauf als bei klassischer Sanierung - für Baudenkmale meist ungeeignet - komplexe Fassaden verteuern die Vorfertigung - begrenzte Zahl spezialisierter Anbieter Sinnvoll ist oft die Kombination mit einer Wärmepumpe: Eine gut gedämmte Hülle senkt die nötige Vorlauftemperatur, das verbessert die Effizienz der Wärmepumpe. Wer ein [Mehrfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/mehrfamilienhaus) besitzt oder plant, findet dort die wichtigsten Kostenparameter für Neubau und Sanierung. ## Was sich durch die BEG-Reform Juli 2026 sonst noch geändert hat **Neben dem erweiterten Bonus für serielle Sanierung hat die Reform die Tilgungszuschüsse gesenkt, die EE-Klasse zum Standard gemacht und die parallele Nutzung von Effizienzhaus-Sanierung und Einzelmaßnahmen ausgeschlossen.** | Was | Vor dem 21.07.2026 | Seit dem 21.07.2026 | |---|---|---| | Kreditbetrag KfW 261 je WE | 120.000 €, mit EE/NH 150.000 € | einheitlich 150.000 € | | Tilgungszuschüsse BEG WG | höher | laut BMWE um 10 Punkte gesenkt, EH 70 EE und EH 85 EE ohne Basis-Zuschuss | | EE-Klasse | Bonus von 5 % | Standard, kein Bonus | | SerSan + WPB zusammen | auf 20 Punkte gedeckelt | Deckel aufgehoben | | Serieller Bonus EH 70 | nicht vorhanden | +5 Punkte, beantragbar seit 24.09.2026 | | Effizienzbonus Wärmepumpe (KfW 458) | +5 % | entfallen | | iSFP-Bonus bei BAFA-Einzelmaßnahmen | 5 % auf alle Kosten | 5 % ab 30.000 € Investition, nur auf den Betrag darüber | | BEG WG + BEG EM | parallel möglich | ausgeschlossen, 3 Jahre Sperrfrist | Die Neuerungen im Detail findest du im Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## FAQ: Serielles Sanieren und KfW-Bonus 2026 **Was ist der Unterschied zwischen seriellem Sanieren und klassischer Sanierung?** Beim seriellen Sanieren werden im Werk vorgefertigte Fassadenelemente montiert, bei der klassischen Sanierung arbeiten die Gewerke nacheinander am Haus. Das serielle Verfahren ist vor Ort schneller, braucht aber mehr Planungsvorlauf und spezialisierte Anbieter. **Seit wann gilt der Bonus für EH 70?** Seit dem 24. September 2026 kann er im Kredit 261 beantragt werden. Er gilt für Anträge, bei denen das Gebäude seriell auf Effizienzhaus 70 saniert wird, und beträgt 5 Prozentpunkte. **Kann ich serielles Sanieren mit anderen Förderprogrammen kombinieren?** Innerhalb des Kredits 261 sind SerSan-Bonus, WPB-Bonus und Nachhaltigkeitsklasse kumulierbar. Ausgeschlossen ist seit dem 21. Juli 2026 die parallele Nutzung von BEG-Einzelmaßnahmen (KfW 458 oder BAFA) für dasselbe Gebäude, mit drei Jahren Sperrfrist. **Für welche Gebäude eignet sich serielles Sanieren am besten?** Für Gebäude mit regelmäßiger Fassade, besonders Mehrfamilienhäuser und Siedlungen mit vielen gleichartigen Häusern. Weniger geeignet sind Baudenkmale und Gebäude mit komplexen Fassaden. **Muss ein Energieeffizienz-Experte eingebunden werden?** Ja. Ohne Experten aus der Energieeffizienz-Expertenliste gibt es keine Bestätigung zum Antrag und keinen Tilgungszuschuss. Seine Fachplanung und Baubegleitung finanziert die KfW zusätzlich mit 50 Prozent Tilgungszuschuss. Für einen freiwilligen Sanierungsfahrplan zahlt das BAFA 50 Prozent des Honorars, höchstens 650 Euro beim Ein- oder Zweifamilienhaus und 850 Euro ab drei Wohneinheiten. **Was kostet serielles Sanieren im Vergleich zur klassischen Methode?** Belastbare Durchschnittswerte gibt es nicht, die Angebote schwanken stark. Die reine Bauleistung ist oft nicht billiger, Vorteile entstehen durch kürzere Bauzeit und weniger Belastung der Bewohner. Vergleiche konkrete Angebote. **Wie hoch ist die Förderung beim seriellen Sanieren auf EH 70?** 5 Prozent Tilgungszuschuss auf den Kredit, bei 150.000 Euro je Wohneinheit also 7.500 Euro. Für ein Mehrfamilienhaus mit 10 Wohneinheiten sind das höchstens 75.000 Euro. Ist das Gebäude ein Worst Performing Building, steigt der Zuschuss auf 15 Prozent, also 22.500 Euro je Wohneinheit (eigene Rechnung). Quellen: - KfW: Wohngebäude, Kredit (261): https://www.kfw.de/261 - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html --- # KfW BEG-Reform Juli 2026: Was sich für Bauherren und Sanierer geändert hat URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-was-sich-aendert Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Am 21. Juli 2026 ist die Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft getreten. Beim Heizungstausch sinken die förderfähigen Kosten und der Klimageschwindigkeitsbonus, Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag entfallen, dafür wird der Einkommensbonus gestaffelt und für Geringverdiener erhöht. Bei der Effizienzhaus-Sanierung sinken die Tilgungszuschüsse. Unabhängig von der BEG läuft die KfW-Neubauförderung für das Effizienzhaus 55, die ursprünglich am 30. Juni 2026 enden sollte, bis zum 31. Dezember 2026 weiter. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. KfW-Zinsen laut Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist die BEG-Reform Juli 2026? **Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Förderrichtlinien für Einzelmaßnahmen, Wohngebäude und Nichtwohngebäude. Die Grundstruktur bleibt: Die KfW fördert die Heizung und die Effizienzhaus-Sanierung, das BAFA weitere Einzelmaßnahmen wie Dämmung und Fenster.** Das Bundeswirtschaftsministerium beschreibt die Reform als "sozialer, effizienter und fokussierter". Die Einkommenssituation zählt beim Heizungstausch stärker, die förderfähigen Kosten sinken schrittweise, und besonders schlechte Gebäude rücken in den Mittelpunkt. Für Anträge bis einschließlich 20. Juli 2026 gilt die alte Fassung, auch wenn erst später entschieden wird. Maßgeblich ist allein das Antragsdatum. Ab dem 21. Juli gelten für neue Anträge die neuen Sätze. Die wichtigsten betroffenen Programme: - **KfW 458**: Heizungsförderung für bestehende Wohngebäude - **KfW 261**: Sanierung zum Effizienzhaus (Kredit mit Tilgungszuschuss) - **BAFA BEG EM**: Gebäudehülle, Anlagentechnik, Heizungsoptimierung Nicht Teil der BEG ist die Neubauförderung **KfW 297/298** (Klimafreundlicher Neubau). Für sie gilt die Verlängerung der EH55-Stufe, dazu weiter unten. ## KfW 458 Heizungsförderung: Neue Obergrenzen und Einkommensstaffel **Die Grundförderung bleibt bei 30 Prozent. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit höchstens 28.000 statt 30.000 Euro. Der Einkommensbonus ist jetzt dreistufig (40/30/10 Prozent), die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für Selbstnutzer mit niedrigem Einkommen bei 80 Prozent.** | Komponente | Bis 20.07.2026 | Ab 21.07.2026 | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | 30 % | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 % bis 31.01.2027, dann halbjährlich minus 4 Punkte | | Effizienzbonus | 5 % | entfällt | | Emissionsminderungszuschlag | pauschal 2.500 € | entfällt | | Einkommensbonus, zvE bis 30.000 € | 30 % | 40 % | | Einkommensbonus, zvE 30.000 bis 40.000 € | 30 % | 30 % | | Einkommensbonus, zvE 40.000 bis 50.000 € | kein Bonus | 10 % | | Einkommensbonus, zvE über 50.000 € | kein Bonus | kein Bonus | | Obergrenze | 70 % | 70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 % | | Förderfähige Kosten 1. Wohneinheit | 30.000 € | 28.000 €, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 750 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026; alte Richtlinie BEG EM vom 21.12.2023. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen, Durchschnitt des zweiten und dritten Jahres vor dem Antrag.* Klimabonus und Einkommensbonus gibt es nur für Eigentümer, die selbst im Haus wohnen. Vermieter erhalten die Grundförderung von 30 Prozent. Mit mindestens einem Kind unter 18 im Haushalt sinkt das angesetzte Einkommen einmalig um 10.000 Euro. Rechenbeispiele für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 20.000 Euro förderfähigen Kosten, Ersatz einer funktionstüchtigen Ölheizung (eigene Rechnung): | Haushalt | Alt | Neu | |---|---|---| | Selbstnutzer, zvE über 50.000 € | 50 % (mit Effizienzbonus 55 %) = 10.000 bis 11.000 € | 46 % = 9.200 € | | Selbstnutzer, zvE 35.000 € | 70 % (Obergrenze) = 14.000 € | 70 % (Obergrenze) = 14.000 € | | Selbstnutzer, zvE 25.000 € | 70 % (Obergrenze) = 14.000 € | 80 % (Obergrenze) = 16.000 € | | Vermieter | 30 % = 6.000 € | 30 % = 6.000 € | Für Haushalte mit geringem Einkommen ist die Förderung also gestiegen, für mittlere und höhere Einkommen leicht gesunken. Bei sehr teuren Anlagen wirkt zusätzlich die niedrigere Kostengrenze von 28.000 Euro. ## KfW 261 Sanierung: niedrigere Tilgungszuschüsse, höherer Kreditbetrag **Wer ein Bestandsgebäude zum Effizienzhaus saniert, bekommt seit der Reform weniger Tilgungszuschuss, kann aber bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit finanzieren. EH 85 EE und EH 70 EE erhalten keinen Basis-Tilgungszuschuss mehr.** Laut Bundeswirtschaftsministerium wurden die Tilgungszuschüsse um 10 Prozentpunkte gesenkt. Gleichzeitig ist die Erneuerbare-Energien-Klasse jetzt Standard, der frühere Bonus von 5 Prozent für die EE-Klasse entfällt. Die neuen Sätze laut KfW-Merkblatt 261: | Effizienzhausstandard | Tilgungszuschuss neu | Mit Nachhaltigkeitsklasse (NH) | |---|---|---| | EH 40 EE | 10 % | 15 % | | EH 55 EE | 5 % | 10 % | | EH 70 EE | 0 % | 5 % | | EH 85 EE | 0 % | 5 % | | EH Denkmal EE | 5 % | 10 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. Dazu kommen 10 Prozentpunkte für ein Worst Performing Building (EH 40, 55, 70) und für serielle Sanierung 15 Prozentpunkte (EH 40, 55) bzw. 5 Prozentpunkte (EH 70). Rechnerisches Maximum: 40 Prozent bei EH 40.* Der Kreditbetrag liegt einheitlich bei 150.000 Euro je Wohneinheit. Vorher waren es 120.000 Euro, mit EE- oder NH-Klasse 150.000 Euro. Der effektive Zins lag am 6. Oktober 2026 zwischen 3,05 und 3,77 Prozent. Neu ist das **Kombinationsverbot**: Wer KfW 261 nutzt, kann für dasselbe Gebäude nicht parallel BEG-Einzelmaßnahmen (KfW 458 oder BAFA) beantragen. Zwischen beiden liegen drei Jahre Sperrfrist. Auch beim BAFA hat sich der **iSFP-Bonus** geändert: Er gilt nur noch ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro und nur für den Betrag darüber. Eine Regel "erst ab der zweiten Maßnahme" gibt es nicht. Für Sanierungsvorhaben in Bayern lohnt ein Blick auf die regionalen Kosten. Richtwerte findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Neubau: KfW EH55 bis 31. Dezember 2026 verlängert **Die Neubauförderung für das Effizienzhaus 55 im Programm Klimafreundlicher Neubau sollte am 30. Juni 2026 enden. Die KfW hat sie am 19. Juni 2026 bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Der Kredit beträgt bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent.** Diese Verlängerung gehört nicht zur BEG-Reform, sie betrifft den Neubau. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW. Sind die Bundesmittel von 800 Millionen Euro vorher vergeben, endet die Förderung früher. Das gilt für die EH55-Stufe: - **Programmnummer:** 297 für Privatpersonen, die selbst einziehen, 298 für alle anderen Antragsteller - **Zinssatz:** 1,00 % effektiv bei 10 Jahren Laufzeit, 2 tilgungsfreien Jahren und 10 Jahren Zinsbindung; bei 25 Jahren 2,05 %, bei 35 Jahren 2,21 % - **Maximaler Kreditbetrag:** 100.000 Euro je Wohneinheit - **Heizung:** keine Öl- oder Gasheizung; Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse sind möglich - **Baugenehmigung:** muss bei Antragstellung gültig vorliegen - **Antragsfrist:** Eingang bei der KfW bis 31. Dezember 2026 - **Wichtig:** Antrag vor Beginn des Vorhabens, also vor Abschluss von Bau-, Liefer- oder Kaufverträgen Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Bundesbank). Auf 100.000 Euro sind das im ersten Jahr grob 2.800 Euro weniger Zinsen mit dem KfW-Kredit (gerechnet). Den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) nutzt du, um deinen Finanzierungsbedarf inklusive KfW-Anteil und Nebenkosten zu berechnen. ## Was gilt beim Klimafreundlichen Neubau EH40? **Das Klimafreundliche Wohngebäude (Effizienzhaus 40 mit Ökobilanz-Anforderung) wird weiter gefördert, mit bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro. Der Zins liegt aktuell bei 1,96 Prozent effektiv und damit höher als beim EH55.** Das EH40 erlaubt höchstens 40 Prozent des Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes. Öl, Gas und Biomasse sind als Heizung ausgeschlossen. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) ist der Standard mit guter Planung erreichbar. | Förderstufe | Programm | Effektivzins (10/2/10) | Max. Kredit je WE | Frist | |---|---|---|---|---| | EH55 | 297 / 298 | 1,00 % | 100.000 € | Antragseingang bis 31.12.2026 | | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | 297 / 298 | 1,96 % | 100.000 € | keine feste Frist | | EH40 mit QNG | 297 / 298 | 1,96 % | 150.000 € | keine feste Frist | | Wohnungsbaukredit Markt (5 bis 10 J.) | Bank | 3,81 % (Durchschnitt August 2026) | keine Grenze | keine | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht vom 06.10.2026, KfW-Produktseite 297/298, Deutsche Bundesbank.* Das EH40 ist baulich anspruchsvoller: mehr Dämmung, bessere Fenster und meist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Ob sich der Mehraufwand lohnt, hängt vor allem davon ab, ob du die höhere Kreditsumme mit QNG-Siegel brauchst. Lass dir die Mehrkosten vom Architekten oder Energieeffizienz-Experten beziffern. ## Bauzinsen: Was Bauherren derzeit zahlen **Laut Bundesbank kosteten neue Wohnungsbaukredite im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv bei 5 bis 10 Jahren Zinsbindung und 4,04 Prozent bei über 10 Jahren.** Die Europäische Zentralbank hat ihren Einlagesatz zum 16. September 2026 auf 2,50 Prozent angehoben. Wie sich die Bauzinsen bis Jahresende entwickeln, kann niemand verlässlich vorhersagen. Für die Planung bedeutet das: Der Abstand zwischen KfW-Zins und Marktzins ist bei den kurzen Laufzeiten am größten. Wer KfW-Mittel voll ausschöpft, senkt den Durchschnittszins seiner Finanzierung, auch wenn der Rest über die Bank teurer bleibt. ## Was Bauherren und Sanierer jetzt tun sollten **Für Neubauten mit EH55 läuft die Frist am 31. Dezember 2026 ab. Wer eine Heizung tauschen will, sollte den 31. Januar 2027 kennen, danach sinkt der Klimabonus.** **1. EH55-Neubau rechtzeitig beantragen:** Wer eine Baugenehmigung hat und EH55 bauen will, sollte den Antrag nicht bis Dezember aufschieben. Die Bank braucht Zeit, und das Budget kann vorher aufgebraucht sein. Den Antrag stellt deine Bank oder Sparkasse, nicht du direkt bei der KfW. **2. Heizungstausch: Einkommen prüfen:** Für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro (mit Kind bis 40.000 Euro) sind bis zu 80 Prozent drin. Wer den Klimabonus von 16 Prozent will, muss bis 31. Januar 2027 beantragen. Vor dem Antrag braucht es einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. **3. Sanierungsfahrplan gezielt nutzen:** Ein iSFP bringt beim BAFA nur noch bei Investitionen über 30.000 Euro einen Bonus, ab 2027 aber auch den Zugang zum WPB-Bonus für sehr ineffiziente Gebäude. Das BAFA zahlt 50 Prozent des Beratungshonorars, höchstens 650 Euro beim Ein- oder Zweifamilienhaus. Allgemeine Informationen zu Förderkombinationen und Antragswegen erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). Was bei der Gesamtkostenplanung zu beachten ist, zeigt der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## FAQ: KfW BEG-Reform Juli 2026 **Wann ist die BEG-Reform 2026 in Kraft getreten?** Am 21. Juli 2026. Für Anträge bis einschließlich 20. Juli 2026 gelten die alten Konditionen, auch wenn die Entscheidung später fällt. Ein Verwendungsnachweis musste dafür nicht vorliegen, entscheidend ist das Antragsdatum. **Wie hoch ist die Förderung beim Heizungstausch (KfW 458) nach der Reform?** Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Selbstnutzer erhalten zusätzlich bis 31. Januar 2027 16 Prozent Klimabonus, wenn sie eine alte fossile Heizung ersetzen, und je nach Einkommen 40, 30 oder 10 Prozent Einkommensbonus. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für niedrige Einkommen bei 80 Prozent. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit höchstens 28.000 Euro, der Zuschuss beträgt also höchstens 22.400 Euro. **Wird das KfW-EH55-Programm noch gefördert?** Ja, bis zum 31. Dezember 2026 (Eingang des Antrags bei der KfW), sofern das Budget reicht. Es läuft in den Programmen 297 und 298, mit bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit und effektiv ab 1,00 Prozent. Öl und Gas sind ausgeschlossen, Biomasse ist erlaubt. **Ist das KfW-261-Programm für Sanierungen noch lohnenswert?** Für tiefe Sanierungen ja. EH 40 EE bringt 10 Prozent Tilgungszuschuss, EH 55 EE 5 Prozent, mit Boni für Nachhaltigkeitsklasse, Worst Performing Building und serielle Sanierung bis zu 40 Prozent. EH 70 EE und EH 85 EE haben keinen Basis-Zuschuss mehr. Der Zins lag Anfang Oktober 2026 bei 3,05 bis 3,77 Prozent effektiv. **Lohnt sich jetzt noch eine Wärmepumpe trotz der Änderungen?** Für Selbstnutzer mit niedrigem Einkommen ist die Förderung sogar gestiegen. Bei höheren Einkommen sind es bis Ende Januar 2027 noch 46 Prozent, wenn eine alte fossile Heizung ersetzt wird. Ob sich die Wärmepumpe rechnet, hängt von Anlagenkosten, Strom- und Gaspreisen ab. **Was passiert mit Förderanträgen, die vor dem 21. Juli gestellt wurden?** Sie werden nach den alten Konditionen bearbeitet. Entscheidend ist das Datum, an dem der Antrag eingegangen ist, nicht die Bewilligung oder Auszahlung. Quellen: - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Gebäudemodernisierungsgesetz 2026: Was das neue Heizungsgesetz für Bauherren und Sanierer bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizung-kfw-foerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 29. Juli 2026 gilt in Deutschland ein neues Heizungsrecht. Das **Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)** hat die 65-Prozent-Pflicht für neu eingebaute Heizungen gestrichen und gibt Eigentümern die Heizungswahl zurück, mit einer Bio-Treppe für neue fossile Heizungen ab 2029. Kurz davor, am 21. Juli 2026, hat die KfW die Heizungsförderung umgestellt. Wer jetzt saniert oder neu baut, sollte das Zusammenspiel beider Änderungen kennen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ändert das GModG konkret? **Seit dem 29. Juli 2026 müssen neue Heizungen nicht mehr zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Wer eine neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss ab 2029 aber einen steigenden Bio-Anteil sicherstellen.** Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz am 10. Juli 2026 beschlossen. Ausgefertigt wurde es am 23. Juli, verkündet am 28. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226), in Kraft ist es im Grundsatz seit dem 29. Juli 2026. | Regelung | Bis 28. Juli 2026 (GEG) | Seit 29. Juli 2026 (GModG) | |---|---|---| | 65-%-Pflicht beim Heizungseinbau | ja, mit Übergangsfristen | gestrichen | | Technologiewahl | eingeschränkt | frei | | Beratungspflicht vor Öl-/Gasheizung | ja | gestrichen | | Bio-Treppe für neue fossile Heizungen | nicht vorhanden | ab 2029 | | Heizungsförderung | KfW 458 | KfW 458 mit neuen Konditionen seit 21.07.2026 | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226.* Du kannst also wieder eine Gas- oder Ölheizung einbauen lassen, ohne Erneuerbaren-Anteil und ohne Pflichtberatung. Das gilt für Bestandsgebäude und Neubauten. Ab 2029 greift für solche Heizungen aber die Bio-Treppe. ## Die Bio-Treppe: Was ab 2029 auf dich zukommt **Für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, muss der Eigentümer einen steigenden Anteil Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder Wasserstoff sicherstellen. Die Stufen stehen im Gesetz: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035, 60 Prozent ab 2040.** Die Prozentwerte stehen in § 43 GModG selbst, eine Rechtsverordnung ist dafür nicht nötig. Für Neubauten verweist § 10 Abs. 2 Nr. 3 auf diese Vorschriften, die Treppe gilt dort entsprechend. Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, sind nicht erfasst. Was das für dich bedeutet: - Eine neue Gasheizung kann ab 2029 höhere Brennstoffkosten verursachen, weil Biomethan in der Regel teurer ist als Erdgas. Wie viel, lässt sich heute nicht seriös beziffern. - Wer eine Wärmepumpe, Pelletheizung oder Fernwärme nutzt, ist von der Bio-Treppe nicht betroffen, denn sie gilt nur für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen. - Statt Bio-Brennstoff erfüllen auch eine Wärmepumpen-Hybridheizung mit ausreichender Wärmepumpenleistung, eine Biomasse-Hybridheizung oder, von 2029 bis 2034, eine Solarthermieanlage mit Mindestfläche die Pflicht. Für einen [Neubau Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) heißt das: Eine heute günstigere Gasheizung kann über die Jahre teurer im Betrieb werden. Dazu kommt ab 2030 der Nullemissionsstandard für alle neuen Gebäude. ## KfW-Heizungsförderung: Was sich seit 21. Juli 2026 geändert hat **Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Bedingungen: förderfähige Kosten 28.000 statt 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, Klimageschwindigkeitsbonus 16 statt 20 Prozent, gestaffelter Einkommensbonus und eine Obergrenze von 80 Prozent für kleine Einkommen.** Anträge, die vor dem 21. Juli 2026 mit vollständiger BzA gestellt wurden, laufen nach altem Recht. Für alle anderen gilt: | Förderpunkt | Bis 20. Juli 2026 | Seit 21. Juli 2026 | |---|---|---| | Förderfähige Kosten 1. Wohneinheit | 30.000 € | 28.000 €, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 750 € | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 %, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 4 Prozentpunkte | | Einkommensbonus | 30 % bis 40.000 € zvE | 40 / 30 / 10 % bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € zvE | | Effizienzbonus | 5 % | entfällt | | Obergrenze | 70 % | 70 %, bis 30.000 € zvE 80 % | | Bonus für Wärmepumpen mit EU-Ursprung | nicht vorhanden | angekündigt für voraussichtlich Q1 2027 | *Quelle: KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026), BAFA. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* Für die Gebäudehülle über das BAFA gilt: Grundförderung 15 Prozent. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent setzt ein förderfähiges Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro voraus und gilt nur für den Betrag oberhalb dieser Schwelle. Für Heizungen gibt es keinen iSFP-Bonus. Bei der Effizienzhaus-Sanierung (KfW 261) gelten seit 21. Juli 2026 neue Tilgungszuschüsse, etwa 10 Prozent für das EH 40 EE und 5 Prozent für das EH 55 EE, plus Boni. Der frühere EE-Klasse-Bonus von 5 Prozentpunkten ist entfallen, weil die EE-Klasse jetzt Standard ist. Grob gerechnet: Bei 30 Prozent Grundförderung macht die Absenkung der förderfähigen Kosten von 30.000 auf 28.000 Euro 600 Euro weniger maximalen Zuschuss aus. ## Was eine Wärmepumpe kostet, und was der Staat dazugibt **Die Kosten einer Wärmepumpe hängen stark vom Gebäude ab, belastbar sind nur Angebote. Der Zuschuss beträgt 30 Prozent, für Selbstnutzer mit Boni bis 70 Prozent, bei kleinem Einkommen bis 80 Prozent, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit.** | Baustein | Satz | Wer bekommt ihn | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | alle Antragsteller | | Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % (bis 31.01.2027) | Selbstnutzer beim Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer Gas-/Biomasseheizung ab 20 Jahren Betrieb | | Einkommensbonus | 10 bis 40 % | Selbstnutzer bis 50.000 € zvE | | **Obergrenze** | **70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 % (max. 22.400 €)** | | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Förderfähig sind höchstens 28.000 € für die erste Wohneinheit.* Der Bonus für Wärmepumpen mit EU-Ursprung gilt noch nicht. Laut BAFA soll er voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027 kommen: 15 Prozent Bonus, gleichzeitig sinkt die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent. Wie viel dein Hausbau oder deine Sanierung insgesamt kostet, zeigt der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Gasheizung 2026: Jetzt noch kaufen? **Eine neue Gasheizung ist seit dem 29. Juli 2026 wieder zulässig. Ob sie sich rechnet, hängt von Gebäude, Energiepreisen, Bio-Treppe und deinem Zeithorizont ab.** Für die Gasheizung sprechen: - in der Regel geringere Anschaffungskosten als eine Wärmepumpe - im schlecht gedämmten Altbau oft ohne weitere Umbauten einsetzbar - keine Änderungen an Heizkörpern nötig Gegen die Gasheizung sprechen: - keine KfW-Förderung - Bio-Treppe ab 2029 mit steigendem Pflichtanteil teurerer Brennstoffe - CO2-Preis: 2026 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, die weitere Entwicklung ist offen - Vermieter tragen ab 2028 einen Teil der Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten, ab 2029 auch der Bio-Brennstoffkosten Ein schlecht gedämmtes Bestandsgebäude, etwa in [Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern), erreicht mit einer Wärmepumpe ohne weitere Maßnahmen oft keine wirtschaftlichen Vorlauftemperaturen. Dann kann eine Gasheizung eine Übergangslösung sein, mit dem Plan, die Dämmung zu verbessern und später umzusteigen. Eine Wärmepumpen-Hybridheizung ist eine weitere Option, die zugleich die Bio-Treppe erfüllt. ## Sanieren oder neu bauen? Was das GModG jeweils bedeutet **Im Neubau ändert der Wegfall der 65-Prozent-Pflicht wenig, weil Effizienzanforderungen, KfW-Bedingungen und ab 2030 der Nullemissionsstandard ohnehin auf erneuerbare Heizungen hinauslaufen. Im Bestand ist das GModG die wichtigere Änderung.** Im Neubau gilt weiterhin: Der Jahres-Primärenergiebedarf darf 55 Prozent des Referenzgebäudes nicht übersteigen. Wer KfW-Förderung für den Neubau will, darf keine Öl- oder Gasheizung einbauen. Ab dem 1. Januar 2030 müssen neue Gebäude Nullemissionsgebäude sein. Für Bestandsgebäude: - **Defekte Öl- oder Gasheizung?** Ein Austausch gegen eine neue fossile Heizung ist erlaubt. Ab 2029 gilt dann die Bio-Treppe. Bei einem Notfalleinbau im Jahr 2028 greift die Pflicht erst nach zwölf Monaten. - **Heizung läuft noch?** Zeit für die Planung nutzen, Bio-Treppe und Degression der Förderung in die Rechnung einbeziehen. - **Vollsanierung geplant?** Die Effizienzhaus-Sanierung über KfW 261 mit Kredit bis 150.000 Euro je Wohneinheit prüfen. Heizungsförderung und Effizienzhaus-Sanierung lassen sich nicht parallel beantragen. Für eine umfassende Sanierung bleibt der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ein gutes Instrument. Der iSFP-Bonus bei der Gebäudehülle lohnt sich aber erst ab 30.000 Euro förderfähiger Investition. Alles zu Nebenkosten erklärt der Ratgeber [Hausnebenkosten und Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Was du jetzt konkret tun solltest **Je nach Situation gibt es unterschiedliche sinnvolle Schritte. Wer die Heizung tauschen will und Anspruch auf den Klimageschwindigkeitsbonus hat, sollte bis 31. Januar 2027 beantragen.** **Du baust neu:** Plane mit Wärmepumpe oder Fernwärme. Die KfW fördert das Effizienzhaus 40 mit bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG bis 150.000 Euro, effektiv ab 1,96 Prozent. Das Effizienzhaus 55 gibt es bis 100.000 Euro, effektiv ab 1,00 Prozent, Antragseingang bis spätestens 31.12.2026. Die Programmnummer ist 297 für Selbstnutzer, 298 für andere. **Du sanierst, die Heizung läuft noch:** iSFP erstellen lassen, Fördermittel berechnen, Bio-Treppe einbeziehen, Angebote für Wärmepumpe und Gas vergleichen. Beim Klimageschwindigkeitsbonus zählt das Antragsdatum. **Deine Heizung ist defekt:** Ist das Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet, Förderung über KfW 458 beantragen. Vor dem Antrag brauchst du eine BzA und einen Liefervertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Ist es nicht geeignet, kann eine Gas- oder Hybridheizung eine Übergangslösung sein. **Du kaufst eine Immobilie:** Heizung und Energieausweis genau prüfen. Für Familien kann "Jung kauft Alt" (KfW 308) interessant sein, wenn das Haus die Effizienzklasse F, G oder H hat. ## FAQ: GModG und Heizungsförderung 2026 **Was ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)?** Das bisherige Gebäudeenergiegesetz unter neuem Namen und mit geänderten Inhalten. Es gilt seit dem 29. Juli 2026, hat die 65-Prozent-Pflicht gestrichen und eine Bio-Treppe für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen eingeführt: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035, 60 Prozent ab 2040. **Muss ich jetzt noch eine Wärmepumpe einbauen?** Nein. Eine Pflicht zu einem bestimmten Erneuerbaren-Anteil gibt es nicht mehr. Eine Wärmepumpe wird aber über KfW 458 gefördert, eine Gasheizung nicht. Und für neue fossile Heizungen gilt ab 2029 die Bio-Treppe. **Wie hoch ist die KfW-Förderung für eine Wärmepumpe?** Grundförderung 30 Prozent, für Selbstnutzer dazu Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent (Antrag bis 31.01.2027) und Einkommensbonus bis 40 Prozent. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bei 80 Prozent, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. **Was kostet eine Wärmepumpe nach Förderung?** Grob gerechnet mit angenommenen 24.000 Euro Kosten, Selbstnutzer, Tausch einer Ölheizung, ohne Einkommensbonus: 46 Prozent Zuschuss, also 11.040 Euro, Eigenanteil rund 12.960 Euro. Mit Einkommensbonus wird es entsprechend mehr. Der Angebotspreis ist eine Annahme. **Was ist die Bio-Treppe, und was kostet sie mich?** Die Pflicht, für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen ab 2029 einen steigenden Anteil Biobrennstoff oder Wasserstoff einzusetzen. Die Stufen stehen im Gesetz. Wie viel teurer das Heizen dadurch wird, hängt von den Tarifen deines Versorgers ab. Frag vor der Entscheidung nach einem Angebot mit Bio-Anteil. **Lohnt sich eine Sanierung trotz der neuen Förderbedingungen noch?** Oft ja. Wer als Selbstnutzer eine alte Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, bekommt bis 31. Januar 2027 mindestens 46 Prozent, mit Einkommensbonus mehr. Dazu kommen je nach Gebäude niedrigere laufende Kosten. Lass dir das vom Energieberater konkret durchrechnen. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung, Stand 21.07.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - BAFA: Förderung Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - Brennstoffemissionshandelsgesetz § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html --- # Serielles Sanieren 2026: KfW-Bonus jetzt auch für EH 70, was Hausbesitzer wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/serielles-sanieren-2026-kfw-bonus-eh70 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wer sein Haus grundlegend energetisch sanieren will und dabei vorgefertigte Fassadenelemente einsetzt, bekommt von der KfW einen Bonus. Mit der BEG-Reform vom 21. Juli 2026 wurde dieser Bonus für serielle Sanierung (SerSan-Bonus) ausgeweitet: Seit dem 24. September 2026 kann er auch für das Effizienzhaus 70 beantragt werden. Gleichzeitig sind die Basis-Tilgungszuschüsse im Sanierungskredit 261 gesunken. Was das in Euro bedeutet und wer profitiert. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. KfW-Zinsen laut Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist Serielles Sanieren überhaupt? **Beim seriellen Sanieren wird die Fassade mit Elementen saniert, die im Werk auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch montiert werden. Das verkürzt die Bauzeit vor Ort.** Bekannt ist das Prinzip aus dem niederländischen Energiesprong-Ansatz. Statt Dämmplatten, Putz und Fenster einzeln vor Ort zu verarbeiten, kommen große Fassadenelemente mit Dämmung und oft schon eingebauten Fenstern aus dem Werk. Dach und Haustechnik können dazukommen, Pflicht für den Bonus ist aber die Fassade. Für die KfW-Förderung gilt: Wer seriell auf ein Effizienzhaus saniert, bekommt im Kredit 261 einen höheren **Tilgungszuschuss**, also einen Teil des Kredits erlassen. Das ist der SerSan-Bonus. ## Wie hoch ist der KfW-Bonus seit September 2026? **Für EH 40 und EH 55 erhöht der SerSan-Bonus den Tilgungszuschuss um 15 Prozentpunkte, für EH 70 seit dem 24. September 2026 um 5 Prozentpunkte. Die Basis-Zuschüsse liegen nach der Reform bei 10 Prozent (EH 40 EE), 5 Prozent (EH 55 EE) und 0 Prozent (EH 70 EE, EH 85 EE).** Bis zur Reform gab es den Bonus nur für EH 40 und EH 55. Neu ist die Stufe 70, die viele ältere Gebäude eher erreichen als die höheren Stufen. | Effizienzhaus-Stufe | Basis-Tilgungszuschuss | SerSan-Bonus | Zusammen | Mit NH-Klasse (+5) | |---|---|---|---|---| | EH 85 EE | 0 % | kein Bonus | 0 % | 5 % | | EH 70 EE | 0 % | **neu: +5 %** | **5 %** | 10 % | | EH 55 EE | 5 % | +15 % | 20 % | 25 % | | EH 40 EE | 10 % | +15 % | 25 % | 30 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. Für ein Worst Performing Building kommen bei EH 40, 55 und 70 weitere 10 Prozentpunkte hinzu. Rechnerisches Maximum: EH 40 40 %, EH 55 35 %, EH 70 20 %.* Der Tilgungszuschuss bezieht sich auf den Kreditbetrag. Die KfW finanziert bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Den SerSan-Bonus gibt es seit der Reform auch für Nichtwohngebäude, beantragbar ebenfalls seit dem 24. September 2026. ## Wer kann den Bonus beantragen, und ab wann? **Den Bonus können alle bekommen, die ein bestehendes Wohngebäude seriell auf EH 70, EH 55 oder EH 40 sanieren: Selbstnutzer, Vermieter und Wohnungsunternehmen. Für EH 70 ist der Antrag seit dem 24. September 2026 möglich.** Privatleute und Unternehmen nutzen dafür den **Kredit 261**, den sie über ihre Bank oder Sparkasse beantragen. Der Tilgungszuschuss wird nach Abschluss gutgeschrieben, wenn der Energieeffizienz-Experte die erreichte Stufe bestätigt hat. Einen reinen Investitionszuschuss gibt es in der BEG Wohngebäude nur für Kommunen. Ohne Energieeffizienz-Experten geht es nicht: Er erstellt die Bestätigung zum Antrag (BzA), die deine Bank für den Antrag braucht. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. **Anforderungen an die serielle Sanierung** (KfW-Infoblatt, Version 11.0): - Fassadenelemente mit werkseitig vorgefertigter Tragkonstruktion für Dämm- und Witterungsebene, auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes - mindestens 80 Prozent der Fassadenflächen gegen Außenluft werden mit solchen Elementen saniert - Elemente werden in Größe und Form unverändert montiert und reichen mindestens über die Raumhöhe der Geschosse - müssen Fenster erneuert werden, sind sie oder ihre Rahmen bereits im Werk eingebaut ## Was kostet eine serielle Sanierung, und was bringt der Bonus konkret? **Belastbare amtliche Durchschnittskosten für serielle Sanierungen gibt es nicht, die Preise hängen stark vom Gebäude und vom Anbieter ab. Was der Bonus bringt, lässt sich dagegen genau rechnen.** Lass dir von mehreren Anbietern Angebote geben und vom Energieeffizienz-Experten die förderfähigen Kosten bestätigen. Rechenbeispiel (eigene Rechnung): Einfamilienhaus, serielle Sanierung auf EH 55 EE, Kredit 150.000 Euro: - Basis-Tilgungszuschuss 5 %: 7.500 Euro - SerSan-Bonus 15 %: 22.500 Euro - **Tilgungszuschuss zusammen: 30.000 Euro** Rechenbeispiel für EH 70 EE, Kredit 150.000 Euro: - Basis-Tilgungszuschuss 0 %: 0 Euro - SerSan-Bonus 5 %: 7.500 Euro - **Tilgungszuschuss zusammen: 7.500 Euro**, bei einem Worst Performing Building weitere 15.000 Euro Der Kredit selbst kostete laut KfW am 6. Oktober 2026 effektiv 3,05 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei) bis 3,77 Prozent (endfällig). Fachplanung und Baubegleitung finanziert die KfW zusätzlich mit bis zu 10.000 Euro beim Ein- und Zweifamilienhaus, davon 50 Prozent als Tilgungszuschuss. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du deine Sanierungskosten vorab grob einschätzen. ## Welche Bundesländer fördern serielles Sanieren zusätzlich? **Einige Länder haben eigene Programme für Wohnraum und Gebäudesanierung. Ob sie sich mit der KfW-Förderung kombinieren lassen, regelt jeweils das Landesprogramm.** In [Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) bietet die BayernLabo Wohnraumförderprogramme an, auch Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben eigene Programme. Prüfe vor dem Antrag, ob das Landesprogramm eine Kombination mit Bundesmitteln erlaubt und welche Obergrenzen gelten. Eine Überförderung ist in allen Fällen ausgeschlossen. Wichtig für die Bundesebene: Wer den Kredit 261 nutzt, kann für dasselbe Gebäude nicht parallel Einzelmaßnahmen der BEG (KfW 458 oder BAFA) beantragen. Seit dem 21. Juli 2026 gilt zwischen beiden eine Sperrfrist von drei Jahren. ## Für welche Haustypen lohnt sich serielles Sanieren besonders? **Geeignet sind vor allem Gebäude mit einfacher, regelmäßiger Fassade, bei denen sich viele gleiche Elemente vorfertigen lassen.** Gute Kandidaten: - [Einfamilienhäuser](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) und Reihenhäuser mit schlichter, gerader Fassade - Mehrfamilienhäuser mit gleichförmigen Fassaden - Gebäude mit hohem Energieverbrauch, bei denen ohnehin Fassade und Fenster erneuert werden müssen Wie viel Heizenergie eingespart wird und wann sich die Sanierung rechnet, hängt vom Ausgangszustand und vom Energiepreis ab. Belastbare Zahlen liefert nur die Berechnung des Energieeffizienz-Experten für dein Haus. Weniger geeignet ist das Verfahren für Baudenkmale, Gebäude mit stark unregelmäßiger Fassade oder Vorhaben, bei denen nur Teile der Fassade erneuert werden sollen. Unter 80 Prozent Fassadenanteil gibt es keinen Bonus. ## Was musst du jetzt konkret tun? **Der Antrag ist seit dem 24. September 2026 möglich. Plane genug Vorlauf ein, denn ohne Experten, Aufmaß und Angebot lässt sich keine Bestätigung zum Antrag erstellen.** Die wichtigsten Schritte: 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Er muss in der Energieeffizienz-Expertenliste für Bundesförderprogramme eingetragen sein und erstellt die BzA 2. **Angebote von Anbietern serieller Sanierung einholen**, mit digitalem Aufmaß und Angabe des Fassadenanteils 3. **Finanzierungsplan aufstellen**: Kredit 261, Tilgungszuschuss, gegebenenfalls Landesförderung, Eigenkapital 4. **Antrag über die Bank stellen**, vor Beginn des Vorhabens. Als Beginn gilt der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags. Ein Beginn vor Antragstellung ist förderschädlich. 5. **Nach Abschluss** bestätigt der Experte die erreichte Stufe, danach wird der Tilgungszuschuss gutgeschrieben Für einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) im Vorfeld zahlt das BAFA 50 Prozent des Beratungshonorars, höchstens 650 Euro beim Ein- oder Zweifamilienhaus. Für den Kredit 261 ist ein iSFP aber keine Voraussetzung. Zur Einordnung aller BEG-Änderungen 2026 lohnt der Blick in den Ratgeber zur [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## FAQ: Serielles Sanieren und KfW-Bonus 2026 **Was ist der SerSan-Bonus genau?** Ein Aufschlag auf den Tilgungszuschuss im KfW-Kredit 261, wenn ein Gebäude mit werkseitig vorgefertigten Fassadenelementen zum Effizienzhaus saniert wird. Er beträgt 15 Prozentpunkte bei EH 40 und EH 55 und 5 Prozentpunkte bei EH 70. Er ist mit dem WPB-Bonus und der Nachhaltigkeitsklasse kumulierbar. **Ab wann kann ich den Bonus für EH 70 beantragen?** Seit dem 24. September 2026, über deine Bank im Kredit 261. **Muss ich vor dem Antrag mit der Sanierung warten?** Ja. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, also bevor du einen Liefer- oder Leistungsvertrag für die Ausführung schließt. Planung und Beratung dürfen vorher stattfinden. Wer zu früh beginnt, verliert die Förderung. **Kann ich den SerSan-Bonus mit Landesprogrammen kombinieren?** Das hängt vom Landesprogramm ab, eine Überförderung ist nie erlaubt. Ausgeschlossen ist auf Bundesebene die parallele Nutzung von KfW 261 und BEG-Einzelmaßnahmen (KfW 458 oder BAFA) für dasselbe Gebäude, mit drei Jahren Sperrfrist. **Brauche ich zwingend einen Energieeffizienz-Experten?** Ja. Ohne Experten aus der Energieeffizienz-Expertenliste gibt es keine Bestätigung zum Antrag und damit keinen Kredit 261. Seine Fachplanung und Baubegleitung wird mit 50 Prozent Tilgungszuschuss gefördert. **Lohnt sich serielles Sanieren gegenüber klassischer Sanierung?** Bei einfachen, regelmäßigen Fassaden oft wegen der kürzeren Bauzeit und des Bonus. Bei Baudenkmalen oder komplexen Fassaden ist die klassische Sanierung meist sinnvoller. Rechne beide Varianten mit dem Experten durch. Quellen: - KfW: Wohngebäude, Kredit (261): https://www.kfw.de/261 - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html --- # KfW Heizungsförderung Degression 2027: Bis Ende Januar noch volle Förderung sichern, was sich ab Februar ändert URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-heizungsfoerderung-degression-2027 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wer eine neue Heizung plant, hat bis zum 31. Januar 2027 Zeit für die aktuell besten Konditionen. Ab dem 1. Februar 2027 sinken der Klimageschwindigkeitsbonus und die förderfähigen Höchstkosten der KfW-Heizungsförderung 458, danach jedes halbe Jahr erneut. Zusätzlich ist für voraussichtlich das erste Quartal 2027 ein Umbau der Wärmepumpenförderung angekündigt. Was genau sich ändert und für wen sich ein früher Antrag lohnt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was ist die Degression der KfW-Heizungsförderung? **Ab dem 1. Februar 2027 sinken Klimageschwindigkeitsbonus und förderfähige Höchstkosten alle sechs Monate. Das steht in der BEG-Richtlinie, die seit dem 21. Juli 2026 gilt. Maßgeblich ist das Datum des Antrags.** Die Degression ist kein Förderstopp, sondern ein festgelegtes, schrittweises Absenken. Der Fahrplan steht im KfW-Merkblatt 458 und in der Förderrichtlinie, er tritt ohne weiteren Beschluss automatisch in Kraft. Für Eigentümer heißt das: Wer bis einschließlich 31. Januar 2027 einen vollständigen Antrag stellt, bekommt die aktuellen Sätze. Danach gelten die niedrigeren Werte. ## Aktuelle Förderung: Was bis 31. Januar 2027 gilt **Bis 31. Januar 2027 gelten die Sätze, die am 21. Juli 2026 in Kraft getreten sind: Grundförderung 30 Prozent, Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent, Einkommensbonus bis 40 Prozent, förderfähig bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, höchstens 80 Prozent Zuschuss.** | Förderkomponente | Fördersatz | Bedingung | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | alle Antragsteller, förderfähige Heizungsanlagen | | Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | nur Selbstnutzer; Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer Gas-/Biomasseheizung ab 20 Jahren Betrieb | | Einkommensbonus | 40 % | Selbstnutzer, zvE bis 30.000 € | | Einkommensbonus | 30 % | Selbstnutzer, zvE bis 40.000 € | | Einkommensbonus | 10 % | Selbstnutzer, zvE bis 50.000 € | | Familienzuschlag | Einkommensgrenze plus 10.000 € | einmalig, unabhängig von der Kinderzahl, mind. ein Kind unter 18 | | Obergrenze | 70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 % | mit Familienzuschlag bis 40.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen, Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag.* Förderfähige Höchstkosten bis 31.01.2027: - Erste Wohneinheit: **28.000 Euro** - Zweite bis sechste Wohneinheit: je **15.000 Euro** - Ab siebter Wohneinheit: je **8.000 Euro** Grob gerechnet für ein Einfamilienhaus mit mindestens 28.000 Euro förderfähigen Kosten: Mit Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus 10 Prozent ergibt das 56 Prozent, also **15.680 Euro**. Bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro sind bis zu 80 Prozent möglich, also **22.400 Euro**. Für die vollständige Kalkulation deines Eigenanteils und aller Nebenkosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was sich ab 1. Februar 2027 ändert **Ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 auf 12 Prozent und die förderfähigen Höchstkosten für die erste Wohneinheit von 28.000 auf 27.250 Euro. Am 1. August 2027 folgt die nächste Stufe.** | Antrag ab | Klimageschwindigkeitsbonus | Förderfähige Kosten 1. WE | |---|---|---| | 21.07.2026 | 16 % | 28.000 € | | 01.02.2027 | 12 % | 27.250 € | | 01.08.2027 | 8 % | 26.500 € | | 01.02.2028 | 4 % | 25.750 € | | 01.08.2028 | 0 % | 25.000 € | | 01.08.2030 | 0 % | 22.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458 und BEG-EM-Richtlinie. Grundförderung (30 %) und Einkommensbonus (10 bis 40 %) bleiben unverändert. Die Werte für die 2. bis 6. und ab der 7. Wohneinheit sinken nicht.* Ein grob gerechnetes Beispiel: Einfamilienhaus, Selbstnutzer, funktionstüchtige Ölheizung wird durch eine Wärmepumpe ersetzt, Kosten über 28.000 Euro, kein Einkommensbonus. - **Antrag bis 31.1.2027:** (30 % + 16 %) × 28.000 € = **12.880 Euro** - **Antrag ab 1.2.2027:** (30 % + 12 %) × 27.250 € = **11.445 Euro** Differenz: **1.435 Euro weniger**, allein durch den späteren Antrag. Die Rechnung ist eine eigene Schätzung auf Basis der Merkblattwerte. ## Voraussichtlich ab Q1 2027: Umbau der Wärmepumpenförderung **Laut BAFA soll ab voraussichtlich dem ersten Quartal 2027 die Grundförderung für elektrische Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken. Wärmepumpen mit Ursprung in der EU erhalten zusätzlich 15 Prozent Wertschöpfungsbonus. Geräte ohne EU-Ursprung bekommen keinen Bonus.** | Element | Heute | Voraussichtlich ab Q1 2027, EU-Ursprung | Voraussichtlich ab Q1 2027, ohne EU-Ursprung | |---|---|---|---| | Grundförderung Wärmepumpe | 30 % | 15 % | 15 % | | Wertschöpfungsbonus | noch nicht eingeführt | +15 % | kein Bonus | | Effektive Grundrate | 30 % | 30 % | 15 % | *Quelle: BAFA, Anlagen zur Wärmeerzeugung, und KfW-Seite zu den BEG-Anpassungen. Ein festes Startdatum und die Nachweisregeln stehen noch nicht fest.* Für Wärmepumpen mit EU-Ursprung bleibt die Grundrate also bei 30 Prozent, für alle anderen halbiert sie sich. Wie der Ursprung nachzuweisen ist, wird noch festgelegt. Frag beim Angebot nach dem Herstellungsort. Ebenfalls ab dem ersten Quartal 2027 soll es keine Förderung mehr geben, wenn das Gebäude bereits einen förderfähigen Wärmeerzeuger hat, der seit dem 1. Januar 2008 in Betrieb genommen wurde. Ausgenommen sind bivalente Systeme mit fossilem Anteil. ## Serielles Sanieren: Bonus jetzt auch für EH 70 EE **Seit dem 24. September 2026 lässt sich der Bonus für serielles Sanieren auch für das Effizienzhaus 70 EE beantragen. Er beträgt dort 5 Prozentpunkte, bei EH 40 und EH 55 weiterhin 15 Prozentpunkte.** Serielles Sanieren bedeutet: Fassade und gegebenenfalls Dach werden mit werkseitig vorgefertigten Elementen erneuert. Mindestanforderungen sind unter anderem ein digitales 3D-Aufmaß und vorgefertigte Elemente auf mindestens 80 Prozent der Fassadenfläche. | Effizienzhaus-Stufe (Wohngebäude) | Bonus serielles Sanieren | |---|---| | EH 40 EE | +15 % | | EH 55 EE | +15 % | | EH 70 EE | +5 % (neu) | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026, und KfW-Infoblatt förderfähige Maßnahmen. Die Boni sind mit dem Bonus für worst performing buildings und der Nachhaltigkeitsklasse kombinierbar.* Für Nichtwohngebäude ist ein Bonus für serielles Sanieren ebenfalls neu, die Höhe steht im jeweiligen Merkblatt. ## So beantragst du richtig, und vermeidest den häufigsten Fehler **Der häufigste Fehler betrifft den Vertrag: Vor dem Antrag brauchst du einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Ein Vertrag ohne diese Bedingung vor dem Antrag gefährdet die Förderung.** Ablauf für die KfW-Heizungsförderung 458: 1. **Angebote einholen** und Fachbetrieb auswählen. 2. **Bestätigung zum Antrag (BzA)** durch das Fachunternehmen oder einen Energieeffizienz-Experten erstellen lassen. 3. **Vertrag mit Bedingung schließen**: Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung für den Fall, dass die Förderung nicht zugesagt wird. 4. **Antrag selbst stellen**: Den Antrag stellst du als Eigentümer selbst im Portal "Meine KfW" und lädst den Vertrag hoch. Eine Vertretung durch Dritte ist nicht zugelassen, Ausnahme sind Wohnungseigentümergemeinschaften. 5. **Umsetzen**: innerhalb von 36 Monaten ab Zusage. 6. **Nachweis einreichen**: spätestens 6 Monate nach Abschluss. Der Einkommensbonus wird im selben Antrag berücksichtigt, wenn du die Steuerbescheide vorlegst. Einen gesonderten Zusatzantrag gibt es nur bei Wohnungseigentümergemeinschaften und Mehrfamilienhäusern. Die Übergangsregeln und alle Einzelmaßnahmen erklärt der Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## Was das für verschiedene Haushaltstypen bedeutet **Wer Anspruch auf den Klimageschwindigkeitsbonus hat, sollte bis 31. Januar 2027 beantragen. Für Haushalte ohne diesen Bonus hängt die Entscheidung vom Wärmepumpen-Ursprung und vom Start der neuen Regeln ab.** **Haushalt A: Selbstnutzer mit zvE bis 30.000 Euro.** Bis 31.01.2027 beantragen. Mit 80 Prozent Obergrenze sind bis 22.400 Euro möglich, ab Februar sinken die förderfähigen Kosten. **Haushalt B: Selbstnutzer mit mittlerem Einkommen und Anspruch auf Klimabonus.** Bis 31.01.2027 grob gerechnet 46 Prozent von 28.000 Euro = 12.880 Euro plus Einkommensbonus. Später sinken Bonus und Kostendeckel, eine Wärmepumpe ohne EU-Ursprung würde zusätzlich bei der Grundförderung verlieren. **Haushalt C: Vermieter oder kein Klimabonus-Anspruch.** Hier zählt vor allem die Grundförderung von 30 Prozent auf sinkende förderfähige Kosten. Wer eine Wärmepumpe ohne EU-Ursprung plant, sollte vor dem Start der neuen Regeln beantragen. **Haushalt D: Effizienzhaus-Sanierung auf EH 70 EE mit seriellen Elementen.** Der neue Bonus von 5 Prozentpunkten ist seit 24.09.2026 beantragbar. Heizungsförderung und Effizienzhaus-Sanierung lassen sich nicht parallel beantragen. Regionale Kosten für Haustechnik und Dämmung findest du auf [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) und [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## FAQ: KfW-Heizungsförderung Degression 2027 **Wann genau sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus?** Für Anträge ab 1. Februar 2027 von 16 auf 12 Prozent, ab 1. August 2027 auf 8 Prozent, ab 1. Februar 2028 auf 4 Prozent. Ab 1. August 2028 entfällt er. Das ist in der Richtlinie festgelegt. **Muss der Antrag vor der Handwerkerbeauftragung gestellt werden?** Vor dem Antrag muss ein Liefer- oder Leistungsvertrag vorliegen, aber mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Diesen Vertrag lädst du beim Antrag hoch. Mit der Umsetzung darfst du nach dem Antrag auf eigenes Risiko beginnen, die Zusage abzuwarten ist sicherer. **Was ist der Wertschöpfungsbonus und ab wann gilt er?** Laut BAFA voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027: 15 Prozent Bonus für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU, bei gleichzeitiger Senkung der Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent. Geräte ohne EU-Ursprung bekommen keinen Bonus. **Wie stark sinken die förderfähigen Kosten für das Einfamilienhaus?** Für die erste Wohneinheit ab 1. Februar 2027 von 28.000 auf 27.250 Euro, danach alle sechs Monate um weitere 750 Euro, bis auf 22.000 Euro ab 1. August 2030. **Ab wann ist der Bonus für serielles Sanieren bei EH 70 EE beantragbar?** Seit dem 24. September 2026. Er beträgt 5 Prozentpunkte. **Lohnt sich das Warten auf den Wertschöpfungsbonus?** Für Selbstnutzer mit Anspruch auf den Klimageschwindigkeitsbonus in der Regel nicht, weil dieser Bonus und der Kostendeckel ab Februar sinken, während der EU-Bonus nur die gesenkte Grundförderung ausgleicht. Ein Einzelvergleich lohnt sich nur bei Sonderfällen. **Kann ich die Förderung für mein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) selbst beantragen?** Ja, und zwar nur selbst. Den Antrag stellst du als Eigentümer im Portal "Meine KfW". Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experte erstellen die Bestätigung zum Antrag, dürfen dich bei der Antragstellung aber nicht vertreten. Quellen: - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung, Stand 21.07.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW: Heizungsförderung: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html --- # Bauzinsen September 2026: Aktuelle Konditionen, EZB-Entscheidung und was Bauherren jetzt konkret tun sollten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-september-2026-ezb-entscheidung-aktuell Zuletzt aktualisiert: 2026-09-02 Im Juni 2026 lagen die Bauzinsen noch bei 3,57 bis 3,93 Prozent – heute, Anfang September, ist die Bandbreite nach oben gerutscht: 3,74 bis 4,6 Prozent effektiv, je nach Zinsbindung und Eigenkapitalanteil. Die EZB trifft im September ihre nächste Zinsentscheidung. Was bedeutet das für deinen Hausbauplan – und was kannst du konkret tun, um trotzdem gut zu finanzieren? ## Wo stehen die Bauzinsen im September 2026? **Für 10-jährige Zinsbindung liegt der Topzins Anfang September 2026 bei 3,74 bis 3,88 Prozent effektiv – rund 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte höher als im Juni 2026. Der Durchschnitt am Markt pendelt zwischen 4,0 und 4,3 Prozent.** Die Daten der Woche 24. bis 30. August 2026 zeigen laut Interhyp: | Zinsbindung | Topzins (effektiv) | Marktdurchschnitt (ca.) | |---|---|---| | 5 Jahre | 3,52 % | 3,80 % | | 10 Jahre | 3,88 % | 4,10 % | | 15 Jahre | 4,09 % | 4,35 % | | 20 Jahre | 4,25 % | 4,50 % | | 30 Jahre | 4,55 % | 4,75 % | *Quelle: Interhyp, Stand KW 35/2026 (24.–30.08.2026). Topzins gilt für Beleihungsauslauf unter 70 %, sehr gute Bonität.* Zum Vergleich: Im Januar 2026 lagen die Konditionen bei 3,1 bis 3,3 Prozent. Wer den damals günstigen Einstieg verpasst hat, zahlt heute bei einem 350.000-Euro-Kredit über 10 Jahre rund 17.000 bis 24.000 Euro mehr an Zinsen. Die Richtung seit Juni 2026 ist klar: leicht aufwärts, ohne den dramatischen Sprung wie 2022. Experten sprechen von einem volatilen Seitwärtsmarkt auf erhöhtem Niveau – was bedeutet, dass spektakuläre Rückgänge kurzfristig eher unwahrscheinlich sind. ## Was die EZB-Entscheidung im September für Bauzinsen bedeutet **Die Europäische Zentralbank trifft im September 2026 ihre nächste Zinsentscheidung. Viele Marktbeobachter erwarten eine Pause – aber keine Zinssenkung. Das hält den Druck auf Bauzinsen aufrecht.** Bauzinsen folgen nicht direkt dem EZB-Leitzins, sondern orientieren sich primär an den Renditen 10-jähriger Bundesanleihen. Die Korrelation ist aber eng: Eine EZB-Erhöhung, wie sie im Juni 2026 erfolgte, zieht die Anleiherenditen und damit die Refinanzierungskosten der Banken mit nach oben. Aktuell herrscht unter Analysten Einigkeit darüber, dass die EZB im September 2026 eine Zinspause einlegen dürfte – die Inflation hat sich leicht entspannt. Das Szenario einer kurzfristigen Zinssenkung ist aber wenig wahrscheinlich, da das Wirtschaftswachstum in Deutschland und der Eurozone robust bleibt. Für Bauherren bedeutet das: Die Bauzinsen werden sich im September und Oktober 2026 voraussichtlich in einem Band von 3,7 bis 4,3 Prozent (10 Jahre) bewegen – mit Ausschlägen nach oben oder unten möglich. Auf einen starken Rückgang zu warten, ist kein belastbares Kalkül. ## So viel kostet ein Baukredit im September 2026 konkret **Bei einem Kredit von 300.000 Euro und 10-jähriger Zinsbindung macht der Unterschied zwischen 3,88 und 4,25 Prozent effektiv rund 1.110 Euro pro Jahr aus – über die Zinsbindung fast 11.100 Euro mehr oder weniger.** Ein konkretes Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 150 m² Wohnfläche, Kaufpreis 420.000 Euro, Eigenkapital 84.000 Euro (20 %), Kredit 336.000 Euro: | Zinssatz | Monatliche Rate (2,5 % Tilgung) | Zinskosten 10 Jahre | Restschuld nach 10 J. | |---|---|---|---| | 3,75 % | 1.750 € | ca. 110.500 € | ca. 242.000 € | | 4,00 % | 1.820 € | ca. 117.500 € | ca. 246.500 € | | 4,25 % | 1.890 € | ca. 124.500 € | ca. 251.000 € | | 4,50 % | 1.960 € | ca. 131.500 € | ca. 255.500 € | *Richtwerte ohne Kreditnebenkosten, gerundet. Deinen individuellen Finanzierungsbedarf berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Auffällig: Die Restschuld nach 10 Jahren wächst mit jedem Viertel-Prozentpunkt. Wer zu 4,5 Prozent statt zu 3,75 Prozent finanziert, hat nach 10 Jahren rund 13.500 Euro mehr Restschuld – die dann zur Anschlussfinanzierung zu dann geltenden Konditionen verlängert werden muss. Deshalb: Tilgung frühzeitig hochschrauben. 2,5 oder 3 Prozent statt der klassischen 2 Prozent reduziert die Restschuld erheblich und schützt vor einer teuren Anschlussfinanzierung in 10 Jahren. ## KfW-Förderung: Wie du trotz 4 Prozent Marktzins günstig finanzierst **Das KfW-Programm 298 (Klimafreundlicher Neubau EH40) bietet aktuell 0,6 Prozent Effektivzins – rund 3,3 bis 3,7 Prozentpunkte unter dem Markt. Auf 150.000 Euro über 10 Jahre sind das rund 22.000 bis 27.000 Euro gesparte Zinsen.** Seit dem Auslaufen des EH55-Programms am 30. Juni 2026 ist das KfW 298 (EH40) die wichtigste Niedrigzins-Neubauförderung. Sie läuft ohne Befristung weiter – und ihr Zinsvorteil ist gegenüber dem aktuellen Marktniveau sogar größer als noch im Frühjahr 2026. | Finanzierungsweg | Zinssatz effektiv | Max. Betrag | Voraussetzung | |---|---|---|---| | KfW 298 (EH40) | 0,6 % | 150.000 € je WE | EH40, 100 % erneuerbar | | KfW 300 (Familien) | ab 0,29 % | bis 270.000 € | Kinder, EH40/EH55, Einkommensgrenze | | KfW 124 (Wohneigentum) | ca. 3,5–4,0 % | 100.000 € | kein Energiestandard nötig | | Markt Topzins (10 J.) | 3,88 % | unbegrenzt | Bonität, Eigenkapital | | Markt Durchschnitt (10 J.) | 4,10 % | unbegrenzt | Standardvoraussetzungen | *Quelle: KfW Stand September 2026, Interhyp KW 35/2026* Besonders interessant für Familien: Das KfW-Programm 300 (Wohneigentum für Familien) kombiniert einen sehr niedrigen Zinssatz ab 0,29 Prozent mit einem Kreditrahmen von bis zu 270.000 Euro – für Haushalte mit Kindern innerhalb der Einkommensgrenzen (zu versteuerndes Haushaltseinkommen max. 90.000 Euro plus 10.000 Euro je weiteres Kind). Wichtig: Der KfW-Antrag muss vor Baubeginn gestellt und bewilligt werden. Wer bereits baut, kann keinen rückwirkenden KfW-Antrag mehr einreichen. ## Eigenkapital: Der stärkste Hebel für deinen persönlichen Zinssatz **Dein Eigenkapitalanteil beeinflusst deinen Zinssatz mehr als der Zeitpunkt des Abschlusses oder die Wahl der Bank. 30 statt 10 Prozent Eigenkapital senkt den Zinssatz typischerweise um 0,5 bis 0,8 Prozentpunkte.** Banken staffeln ihre Zinssätze nach dem Beleihungsauslauf (Verhältnis Kredit zu Immobilienwert). Die Staffelung ist bei aktuellen Marktzinsen besonders spürbar: | Eigenkapitalanteil | Beleihungsauslauf | Zinsvorteil ggü. 90 % (ca.) | Ersparnis 350.000 € / 10 J. | |---|---|---|---| | 10 % | 90 % | Referenz | – | | 20 % | 80 % | – 0,2 bis – 0,4 % | ca. 7.000 – 14.000 € | | 30 % | 70 % | – 0,5 bis – 0,7 % | ca. 17.500 – 24.500 € | | 40 % | 60 % | – 0,7 bis – 0,9 % | ca. 24.500 – 31.500 € | *Richtwerte; individuelle Spreads variieren nach Bank und Bonität* Drei häufige Fehler beim Eigenkapital: 1. **Kaufnebenkosten vergessen**: Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 %), Notar und Grundbuch (ca. 1,8 %) sind nicht kreditfinanzierbar und kürzen das verfügbare Eigenkapital. In NRW macht das bei einem 400.000-Euro-Kauf rund 33.000 Euro aus. 2. **Reserve unterschätzen**: Mindestens 10.000 bis 20.000 Euro Liquiditätsreserve sollten nach dem Kauf verfügbar bleiben – für unvorhergesehene Baukosten. 3. **Elterngeld einrechnen**: Wer Elterngeld erwartet, sollte es nicht fest im Eigenkapital einplanen – es fließt zeitlich begrenzt und erst nach der Geburt. Aktuelle Baukosten in deiner Region findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) oder – für NRW – auf [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Kurze oder lange Zinsbindung: Was im September 2026 sinnvoller ist **Im aktuellen Zinsumfeld spricht vieles für eine Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren. Der Aufschlag ist mit 0,2 bis 0,4 Prozentpunkten überschaubar – der Schutz vor einem weiteren Zinsanstieg erheblich.** Die Grundfrage: Wie entwickeln sich die Bauzinsen in 10 Jahren, wenn die aktuelle Zinsbindung ausläuft? Drei Szenarien: - **Absenkung auf 2,5–3 %**: Kurze Zinsbindung wäre im Nachhinein günstiger gewesen. - **Seitwärts bei 4 %**: Kurze und lange Bindung vergleichbar. - **Anstieg auf 5–6 %**: Lange Zinsbindung schützt erheblich vor teurer Anschlussfinanzierung. In einem Umfeld, in dem die EZB 2026 noch keine klare Richtung zur Zinssenkung gibt, ist das Absicherungsargument stark. Der Aufpreis für 15 statt 10 Jahre liegt aktuell bei rund 0,2 Prozentpunkten – das entspricht bei 350.000 Euro über 5 zusätzliche Absicherungsjahre rund 3.500 Euro. Für das Anschlussrisiko ist das ein fairer Preis. Was sich durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) für deine Heizungsentscheidung und die Bauplanung ändert, erklärt der Ratgeber [GModG 2026 für Bauherren](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-gmodg-bauherren). ## Jetzt bauen oder warten: Die ehrliche Einschätzung für September 2026 **Wer ein konkretes Vorhaben, ausreichend Eigenkapital und ein Grundstück hat, sollte nicht auf deutlich sinkende Zinsen spekulieren. Die Mietkosten in der Wartezeit übersteigen den möglichen Zinsvorteil in den meisten Fällen.** Drei Szenarien für Bauherren im September 2026: **Szenario A – Alles steht bereit (Grundstück, Eigenkapital, Planung):** Jetzt finanzieren. KfW 298 oder 300 beantragen, lange Zinsbindung wählen, hohe Tilgung (mindestens 2,5 %) einplanen. Ein halbes Jahr Warten auf hypothetisch bessere Zinsen kostet in vielen Städten 6 bis 12 Monate Miete ohne Eigentumsaufbau. **Szenario B – Eigenkapital noch im Aufbau:** Konkreten Zeithorizont setzen. 24 Monate Ansparphase bedeutet: Mietkosten minus möglichen Zinsvorteil durch mehr Eigenkapital. Ab 30 Prozent Eigenkapitalanteil ist der Zinsvorteil spürbar (0,5 bis 0,7 Prozentpunkte) – dieser Zielwert rechtfertigt eine begrenzte Ansparphase. **Szenario C – Grundstück noch gesucht:** Grundrisse und Budget konkretisieren, Finanzierungsrahmen vorab per Vorabzusage einer Bank klären. Wenn das Grundstück verfügbar ist, kann sofort gehandelt werden. ## FAQ: Bauzinsen September 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell im September 2026?** Für 10-jährige Zinsbindung liegt der Topzins Anfang September 2026 bei 3,74 bis 3,88 Prozent effektiv (sehr gute Bonität, Beleihungsauslauf unter 70 %). Der Marktdurchschnitt liegt bei rund 4,0 bis 4,3 Prozent. Gegenüber dem Stand Juni 2026 (3,57–3,93 %) sind die Zinsen leicht gestiegen. **Was entscheidet die EZB im September 2026 und was bedeutet das für Bauzinsen?** Die EZB trifft im September ihre nächste Zinsentscheidung. Analysten erwarten mehrheitlich eine Zinspause – keine Erhöhung, aber auch keine Senkung. Für Bauzinsen bedeutet das: voraussichtlich weiter im Band 3,7 bis 4,3 Prozent (10 Jahre). Ein starker Rückgang ist kurzfristig nicht wahrscheinlich. **Welche KfW-Förderung gibt es nach dem Ende der EH55-Frist am 30. Juni 2026 noch?** Das KfW-Programm 298 (Klimafreundlicher Neubau EH40) läuft weiterhin mit 0,6 Prozent Effektivzins und bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Das KfW-Programm 300 (Wohneigentum für Familien) bietet Zinsen ab 0,29 Prozent und bis zu 270.000 Euro. Beide Programme sind nicht befristet. **Lohnt sich eine Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren im September 2026?** In den meisten Fällen ja. Der Aufpreis gegenüber 10 Jahren liegt bei 0,2 bis 0,4 Prozentpunkten. Dafür ist die Restschuld nach 15 oder 20 Jahren deutlich geringer und das Risiko einer teuren Anschlussfinanzierung fällt weg. Im aktuellen Umfeld mit volatilen Zinsen überwiegen die Argumente für lange Bindung. **Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine günstige Baufinanzierung im September 2026?** Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises – plus vollständige Kaufnebenkosten aus Eigenkapital. Kaufnebenkosten betragen je nach Bundesland 5,5 bis 11 Prozent (Grunderwerbsteuer plus Notar und Grundbuch) und sind nicht kreditfinanzierbar. 30 Prozent Eigenkapital auf den Kaufpreis senkt den Marktzinssatz um weitere 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte. **Kann ich noch einen KfW-Antrag stellen wenn das Haus schon im Bau ist?** Nein. KfW-Förderung setzt voraus, dass der Antrag vor dem ersten Spatenstich – genauer: vor jedem vorbereitenden Baubeginn, auch Erdarbeiten oder Materialkauf – gestellt und bewilligt ist. Nachträgliche Anträge sind ausgeschlossen. Quellen: - Interhyp: Aktuelle Bauzinsen KW 35/2026 (24.–30.08.2026): https://www.interhyp.de/zinsen/ - Finanztip: Zinsentwicklung und Prognose 2026: https://www.finanztip.de/zinsentwicklung/ - baufi24: Aktuelle Bauzinsen September 2026: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ - KfW: Klimafreundlicher Neubau und Wohneigentum für Familien: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/ --- # Jung kauft Alt 2026: Bis zu 180.000 Euro KfW-Kredit für Familien, alle Bedingungen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/jung-kauft-alt-kfw-2026-foerderkredit-familien Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das KfW-Programm "Jung kauft Alt" ist seit August 2026 großzügiger. Zum 3. August hat die KfW die Kredithöchstbeträge angehoben, für Familien mit drei oder mehr Kindern auf bis zu 180.000 Euro. Gleichzeitig gibt es einen zweiten Sanierungsweg über vier Einzelmaßnahmen. Hier steht, was das Programm leistet, wer es beantragen kann und wie du es mit anderen Förderungen kombinierst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist "Jung kauft Alt" und wer profitiert davon? **"Jung kauft Alt" ist der KfW-Kredit 308 für Familien mit Kindern und geringem oder mittlerem Einkommen, die ein bestehendes Haus oder eine Eigentumswohnung der Energieeffizienzklasse F, G oder H kaufen. Gefördert wird der Kaufpreis, die Immobilie muss danach innerhalb von 54 Monaten saniert werden.** Das Programm zielt auf Gebäude mit schlechter Energiebilanz, also die Klassen F, G und H im Energieausweis. Die Familie kauft, zieht selbst ein und saniert: entweder mindestens auf Effizienzhaus 85 EE (bzw. Effizienzhaus Denkmal EE) oder über vier festgelegte Einzelmaßnahmen. Zielgruppe sind Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf 90.000 Euro bei einem Kind nicht übersteigen, für jedes weitere Kind kommen 10.000 Euro hinzu. ## Wie hoch ist der KfW-Kredit seit August 2026? **Seit dem 3. August 2026 gibt es bis zu 140.000 Euro bei einem Kind, 160.000 Euro bei zwei und 180.000 Euro ab drei Kindern. Der Kredit ist auf die Höhe des Kaufpreises begrenzt.** | Kinder unter 18 im Haushalt | Seit 3. August 2026 | Bis 2. August 2026 | |---|---|---| | 1 Kind | 140.000 EUR | 100.000 EUR | | 2 Kinder | 160.000 EUR | 125.000 EUR | | 3 oder mehr Kinder | 180.000 EUR | 150.000 EUR | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 und KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Den Kredit beantragst du über deine Bank, Sparkasse oder einen Vermittler, die ihn bei der KfW refinanzieren. Den restlichen Kaufpreis finanzierst du meist mit einem normalen Bankdarlehen, beide Kredite laufen parallel. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 (effektiv): | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektivzins | |---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 0,01 % | | 25 / 3 / 10 Jahre | 0,72 % | | 35 / 5 / 10 Jahre | 1,00 % | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 1,16 % | Zum Vergleich nennt die Deutsche Bundesbank für August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv für Wohnungsbaukredite mit über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung. Deine persönliche Gesamtrechnung kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) aufstellen. ## Welche Voraussetzungen gelten? **Du brauchst mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, darfst kein Wohneigentum besitzen, musst die Einkommensgrenze einhalten und selbst einziehen. Das Gebäude muss bei Antragstellung laut gültigem Energieausweis in Klasse F, G oder H liegen.** **Zur Person:** - Mindestens ein leibliches oder angenommenes Kind unter 18 Jahren im Haushalt bei Antragstellung - Zu versteuerndes Haushaltseinkommen höchstens 90.000 Euro bei einem Kind, plus 10.000 Euro je weiterem Kind. Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor Antrag, für 2026 also 2024 und 2023. - Kein Wohneigentum in Deutschland bei Antragstellung, auch kein Anteil - Eigentumsanteil an der neuen Immobilie mindestens 50 Prozent, Selbstnutzung mindestens fünf Jahre ab Einzug **Zum Gebäude:** - Bestehendes Wohngebäude oder bestehende Eigentumswohnung in Deutschland - Gültiger Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis mit Klasse F, G oder H - Sanierung innerhalb von **54 Monaten ab Förderzusage**: mindestens Effizienzhaus 85 EE bzw. Denkmal EE oder alle vier Einzelmaßnahmen - Energieeffizienz-Experte nur beim Effizienzhaus-Weg Pflicht, bei Einzelmaßnahmen reicht die Fachunternehmererklärung nach § 35c EStG **Zum Kredit:** - Höchstbetrag gemäß Tabelle oben, höchstens der Kaufpreis - Mindestlaufzeit 7 Jahre, Laufzeit bis 35 Jahre - Zinsbindung 10 Jahre - Bis zu 5 tilgungsfreie Anlaufjahre (je nach Laufzeit) ## Welche Gebäude sind förderfähig und wie erkenne ich Energieklasse F, G, H? **Förderfähig sind bestehende Wohngebäude und Eigentumswohnungen, deren gültiger Energieausweis die Klasse F, G oder H ausweist. Eine Begrenzung auf Ein- oder Zweifamilienhäuser oder ein Baujahr-Kriterium gibt es nicht. Gefördert wird aber nur eine Wohneinheit.** Die Effizienzklasse steht auf dem Energieausweis, den der Verkäufer bei der Besichtigung vorlegen muss. Entscheidend ist die Einstufung im Ausweis bei Antragstellung, nicht das Baujahr. Ausgeschlossen sind unter anderem Ferienhäuser und Ferienwohnungen, der reine Grundstückskauf und die Nutzung durch Wohngemeinschaften. Viele ältere [Einfamilienhäuser](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) landen in den Klassen F bis H. Lass vor dem Kauf einen Energieeffizienz-Experten den Sanierungsaufwand einschätzen, das empfiehlt auch die KfW. Denn du verpflichtest dich, das Haus innerhalb von 54 Monaten auf Effizienzhaus 85 EE zu bringen oder alle vier Einzelmaßnahmen umzusetzen. ## So läuft der Antrag Schritt für Schritt **Den Antrag stellst du bei einem Finanzierungspartner, nicht direkt bei der KfW. Er muss vor dem notariellen Kaufvertrag bei der KfW eingehen, sonst ist die Förderung verloren.** 1. **Objekt finden und Energieausweis prüfen:** Klasse F, G oder H muss vorliegen. 2. **Sanierungsweg festlegen:** Effizienzhaus mit Energieeffizienz-Experte oder die vier Einzelmaßnahmen. 3. **Finanzierungspartner ansprechen:** gezielt nach KfW-Kredit 308 fragen. 4. **Antrag stellen:** mit Einkommensteuerbescheiden der zwei maßgeblichen Jahre, Geburtsurkunden der Kinder und Energieausweis. 5. **Zusage abwarten:** Ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist, ist schon vorher erlaubt. 6. **Kaufvertrag beurkunden und einziehen.** 7. **Sanieren:** innerhalb von 54 Monaten ab Zusage. 8. **Nachweis:** "Bestätigung nach Durchführung" vom Experten (Effizienzhaus) bzw. von dir mit Fachunternehmererklärungen (Einzelmaßnahmen), dazu Grundbuchauszug, Meldebestätigung und Kaufvertrag. Wird das Sanierungsziel verfehlt, aber mindestens Effizienzhaus 100 EE erreicht, erhöht die KfW den Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr. Plane den Sanierungsumfang deshalb realistisch. ## Was änderte sich ab dem 3. August 2026? **Die Kredithöchstbeträge stiegen um 30.000 bis 40.000 Euro, und neben dem Effizienzhaus-Weg gibt es jetzt den Weg über vier Einzelmaßnahmen. Die Einkommensgrenzen blieben unverändert.** - **Kredithöchstbeträge:** 1 Kind von 100.000 auf 140.000 Euro (+40.000), 2 Kinder von 125.000 auf 160.000 Euro (+35.000), ab 3 Kinder von 150.000 auf 180.000 Euro (+30.000) - **Neuer Sanierungsweg:** Heizungstausch mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, Fenstertausch, Fassadendämmung und Dach- oder Geschossdeckendämmung, alle vier verpflichtend - **Unverändert:** Einkommensgrenze, Selbstnutzung, Effizienzklasse F, G oder H Kosten für Sanierungsmaßnahmen in deinem Bundesland findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Jung kauft Alt mit anderen Förderungen kombinieren **Für die Sanierung darfst du laut Merkblatt 308 zusätzlich Kredite und Zuschüsse aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) nutzen, auch den KfW-Kredit 261.** **Kombinierbar:** - **KfW 261 Wohngebäude-Kredit:** für die Sanierung zum Effizienzhaus, bis 150.000 Euro je Wohneinheit. Die KfW verweist auf ihrer Seite zu 308 selbst auf dieses Programm für die Sanierungskosten. - **KfW 458 Heizungsförderung:** Zuschuss für den Heizungstausch, Grundförderung 30 Prozent plus Boni für Selbstnutzer, höchstens 70 Prozent, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro bis 80 Prozent. Förderfähige Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. - **BAFA BEG Einzelmaßnahmen:** 15 Prozent Zuschuss für Dämmung und Fenster. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent gilt erst ab 30.000 Euro förderfähigen Kosten und nur für den Betrag darüber. - **Landesprogramme:** je nach Bundesland, bei der Landesförderbank prüfen **Zu beachten:** - BEG Einzelmaßnahmen (BAFA, KfW 458) und BEG Wohngebäude (KfW 261) kannst du seit 21. Juli 2026 nicht parallel für dasselbe Gebäude nutzen. - Wer bereits Baukindergeld, KfW 300 oder KfW 308 erhalten hat, ist von 308 ausgeschlossen. Eine Übersicht aller KfW-Programme bietet der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Rechenbeispiel: Was "Jung kauft Alt" in der Praxis bedeutet **Beispiel mit angenommenen Werten: Familie mit zwei Kindern kauft ein Haus für 220.000 Euro, plant 90.000 Euro Sanierung und 25.000 Euro Kaufnebenkosten. Der KfW-Kredit 308 deckt davon 160.000 Euro des Kaufpreises.** | Position | Betrag | |---|---| | Kaufpreis | 220.000 EUR | | Sanierungskosten (Annahme) | 90.000 EUR | | Kaufnebenkosten (Annahme) | 25.000 EUR | | **Gesamtaufwand** | **335.000 EUR** | | Eigenkapital | 60.000 EUR | | KfW 308 (2 Kinder, Höchstbetrag) | 160.000 EUR | | Verbleibende Finanzierung (Bank, ggf. KfW 261 für die Sanierung) | 115.000 EUR | Grob gerechnet: 160.000 Euro zu 1,00 Prozent statt zu 3,81 Prozent (Bundesbank-Durchschnitt August 2026) sparen im ersten Jahr rund 4.500 Euro Zinsen. Bei der Variante 25 Jahre mit 0,72 Prozent ist der Abstand etwas größer. Die Zinsverbilligung gilt nur für die ersten 10 Jahre. Die Sanierungskosten kann die Familie zusätzlich mit BEG-Förderung senken, etwa mit dem KfW-458-Zuschuss für die Heizung und BAFA-Zuschüssen für Dämmung und Fenster. Wie viel das ist, hängt von den förderfähigen Kosten und vom Einkommen ab. ## FAQ: Jung kauft Alt 2026 **Was ist Jung kauft Alt bei der KfW?** Jung kauft Alt ist der KfW-Kredit 308 für Familien mit Kindern, die ein Bestandsgebäude der Effizienzklasse F, G oder H kaufen und innerhalb von 54 Monaten sanieren. Das Programm läuft seit September 2024 und wurde zum 3. August 2026 erweitert. **Wie hoch ist der Kredit bei Jung kauft Alt seit August 2026?** 140.000 Euro bei einem Kind, 160.000 Euro bei zwei Kindern und 180.000 Euro ab drei Kindern unter 18 Jahren, höchstens aber der Kaufpreis. **Welche Energieklasse muss das Haus haben?** F, G oder H laut gültigem Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis zum Zeitpunkt der Antragstellung. **Bis wann muss das Haus saniert werden?** Innerhalb von 54 Monaten ab der Förderzusage. Wird das Ziel verfehlt, aber mindestens Effizienzhaus 100 EE erreicht, steigt der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr. **Kann ich Jung kauft Alt mit BAFA-Förderung oder KfW 261 kombinieren?** Ja. Für die Sanierung sind Kredite und Zuschüsse aus der BEG ausdrücklich kombinierbar, also KfW 261, KfW 458 oder BAFA-Einzelmaßnahmen. KfW 261 und die Einzelmaßnahmen-Förderung lassen sich aber nicht gleichzeitig für dasselbe Gebäude nutzen. **Was ist der Unterschied zu KfW 124 oder KfW 300?** KfW 124 ist das Wohneigentumsprogramm ohne Effizienzanforderung, aktuell mit 4,53 bis 4,60 Prozent effektiv. KfW 300 ist der Familienkredit für den Neubau oder Ersterwerb eines Effizienzhauses 40 mit Einkommensgrenze. Jung kauft Alt (308) gilt für den Kauf eines Bestandsgebäudes mit Sanierungspflicht. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 zu Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Wohngebäude, Kredit (261): https://www.kfw.de/261 - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - BAFA: BEG Einzelmaßnahmen Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW: Wohneigentum für Familien (300): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-(300)/ --- # Baufinanzierung August 2026: Bauzinsen bei 4 % – So kommst du trotzdem zu deinem Haus URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/baufinanzierung-august-2026-bauzinsen-strategien Zuletzt aktualisiert: 2026-08-30 Die gute Nachricht zuerst: Wer jetzt baut oder kauft, bekommt mehr Haus für sein Geld als noch vor zwei Jahren – Baustoffpreise haben sich beruhigt, Handwerker haben wieder freie Kapazitäten. Die schlechte Nachricht: Die Bauzinsen bleiben hartnäckig hoch. Im August 2026 liegen sie zwischen 4,0 und 4,6 Prozent – das bedeutet spürbar höhere Monatsraten als in der Niedrigzinsphase. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Strategien heute wirklich funktionieren. ## Was kosten Bauzinsen im August 2026? **Im August 2026 liegen die Bauzinsen für Immobilienkredite zwischen 3,93 und 4,6 Prozent effektiv – je nach Anbieter, Zinsbindungsdauer und Eigenkapitalquote.** Konkret sieht das Zinsniveau so aus: | Zinsbindung | Topzins | Durchschnitt | |---|---|---| | 5 Jahre | ca. 3,60 % | ca. 4,00 % | | 10 Jahre | ca. 3,93 % | ca. 4,03 % | | 15 Jahre | ca. 4,15 % | ca. 4,24 % | | 20 Jahre | ca. 4,30 % | ca. 4,50 % | *Quellen: Baufi-Deutschland, Dr. Klein, Huettig & Rompf (Stand August 2026)* Im Vergleich zum Juni 2026, als die Zinsen nach der EZB-Anhebung bei 3,8 bis 4,2 Prozent lagen, haben sie sich im August leicht nach oben bewegt. Hintergrund: steigende Kapitalmarktrenditen durch geopolitische Unsicherheiten und anhaltende Inflationserwartungen. **Was das in Euro bedeutet:** Bei einem Kredit von 300.000 Euro, 10 Jahren Zinsbindung und 4,0 Prozent Zinssatz zahlst du rund 1.430 Euro monatliche Rate (bei 2 Prozent Tilgung). Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren das bei 1,0 Prozent Zinsen nur etwa 750 Euro monatlich. Nutz unseren [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), um deine individuelle Finanzierungsrate schnell durchzurechnen – inkl. KfW-Anteil und Nebenkosten. ## Bauzinsen Herbst 2026 – was Experten erwarten **Die Mehrheit der Analysten rechnet für den Rest des Jahres 2026 mit einem stabilen Niveau zwischen 4,0 und 4,5 Prozent – ein starker Rückgang auf Vor-2022-Niveau ist kurzfristig nicht zu erwarten.** Wer auf fallende Zinsen wartet, riskiert mehrere Probleme: - Weiter steigende Grundstückspreise in Ballungsräumen - KfW-Subventionsprogramme mit extrem günstigen Zinsen laufen Ende 2026 aus - Kaltmieten steigen weiter – Kaufen bleibt langfristig in vielen Regionen günstiger - Inflationsschutz durch Sachwert entgeht dir Kurz gesagt: Warten kostet in den meisten Regionen mehr als die aktuell höheren Zinsen. ## Eigenkapital: Der wichtigste Hebel bei hohen Zinsen **Mehr Eigenkapital bedeutet niedrigere Zinsen – kein anderer Faktor beeinflusst deine Kreditkonditionen so stark wie der Anteil, den du selbst einbringst.** Banken berechnen das Risiko über den sogenannten Beleihungsauslauf: Wieviel Prozent des Immobilienwerts muss die Bank finanzieren? Die Faustregel 2026: | Eigenkapitalquote | Beleihungsauslauf | Typischer Zinsaufschlag | |---|---|---| | Unter 10 % | Über 90 % | +0,5–0,8 Prozentpunkte | | 10–20 % | 80–90 % | +0,2–0,4 Prozentpunkte | | 20–30 % | 70–80 % | +0,0–0,2 Prozentpunkte | | Über 30 % | Unter 70 % | Bester verfügbarer Zins | **Konkretes Rechenbeispiel:** Bei 300.000 Euro Kaufpreis und 30 Prozent Eigenkapital (90.000 Euro) statt nur 10 Prozent (30.000 Euro) sparst du im August 2026 rund 0,5 Prozentpunkte Zinsen. Auf 210.000 Euro Kredit über 10 Jahre sind das ca. 10.000 bis 12.000 Euro weniger Zinskosten. Eigenkapital lässt sich auch durch Fördermittel aufbauen: KfW-Tilgungszuschüsse, regionale Förderprogramme der Bundesländer und zinsgünstige Landesbankdarlehen zählen bei vielen Kreditgebern als Eigenkapitalersatz. ## KfW-Förderung: Zinsen durch Kombination drastisch senken **Der klügste Weg bei hohen Marktzinsen ist die Kombination aus Bankkredit und KfW-Förderdarlehen – so drückst du deinen gewichteten Zinssatz deutlich unter 4 Prozent.** Diese KfW-Programme sind im August 2026 besonders relevant: **KfW Klimafreundlicher Neubau (Programme 297/298, EH 55)** - Kredit: bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit - Zinssatz: ca. 1,0 Prozent effektiv – weit unter dem Marktniveau - Antragsfrist: bis 31. Dezember 2026 (danach unklar!) - Bedingung: Neubau erfüllt Effizienzhaus-55-Standard - Kombinierbar mit regulärem Bankdarlehen Beispielrechnung: 100.000 Euro KfW zu 1,0 Prozent plus 200.000 Euro Bank zu 4,0 Prozent ergibt einen gewichteten Durchschnittszins von nur **3,0 Prozent** – statt 4,0 Prozent auf den gesamten Betrag. Das spart über 10 Jahre rund **20.000 Euro** Zinsen. **KfW Jung kauft Alt (Programm 308) – neue Konditionen ab 3. August 2026** Familien, die ein älteres Gebäude kaufen und sanieren, profitieren seit dem 3. August 2026 von deutlich höheren Förderhöchstbeträgen: - 1 Kind: bis zu 140.000 Euro (vorher: 100.000 Euro) - 2 Kinder: bis zu 160.000 Euro (vorher: 125.000 Euro) - 3 oder mehr Kinder: bis zu 180.000 Euro (vorher: 150.000 Euro) Neu: Statt einer verpflichtenden Vollsanierung ist jetzt auch ein Katalog energetischer Einzelmaßnahmen (Heizung, Fenster, Dämmung) innerhalb von 54 Monaten möglich. Alle Details findest du im Ratgeber [KfW 308 Jung kauft Alt: Neue Förderbeträge August 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-308-jung-kauft-alt-neue-foerderbetraege-august-2026). ## Zinsbindung wählen: 10, 15 oder 20 Jahre? **Bei einem Zinsniveau von 4 Prozent lohnt sich eine längere Zinsbindung mehr als in der Niedrigzinsphase – doch die optimale Wahl hängt von deiner persönlichen Lage ab.** Hier eine klare Entscheidungshilfe: | Deine Situation | Empfehlung | Warum | |---|---|---| | Hohes Sicherheitsbedürfnis | 15–20 Jahre | Kein Zinsrisiko, verlässliche Planung | | Steigendes Einkommen erwartet | 10 Jahre + Sondertilgung | Flexibel bei Refinanzierung | | Verkauf in 10–15 Jahren möglich | 10 Jahre | Vorfälligkeitsentschädigung vermeiden | | Sehr hohes Eigenkapital (über 40 %) | 10 Jahre | Kurze Restschuld, wenig Risiko | | Junges Paar mit Kinderplanung | 15 Jahre | Planungssicherheit in der Familienphase | Der Aufpreis für 15 Jahre statt 10 Jahre beträgt aktuell nur ca. 0,2 Prozentpunkte – vergleichsweise günstig für die zusätzliche Sicherheit. Bei 300.000 Euro Kredit kostet diese Sicherheit ca. 50 Euro mehr im Monat. **Sondertilgung immer einbauen:** Bestehe auf mindestens 5 Prozent Sondertilgungsrecht pro Jahr. Bei 300.000 Euro Kredit kannst du so jährlich bis zu 15.000 Euro extra tilgen – das verkürzt die Laufzeit erheblich und spart Zinsen. ## Regionale Förderung: Was dein Bundesland zusätzlich leistet **Neben der KfW-Bundesförderung bieten alle 16 Bundesländer eigene Programme – oft zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse speziell für Familien beim Ersterwerb.** Besonders attraktive Landesförderung 2026 (Auswahl): | Bundesland | Programm | Förderung | |---|---|---| | NRW | Wohnraumförderung | Darlehen ab 0,5 % für mittlere Einkommen | | Bayern | BayernLabo | Bis zu 100.000 Euro Darlehen | | Baden-Württemberg | L-Bank Wohnraum | Bis 150.000 Euro, kombinierbar | | Sachsen | SAB Wohnungsbau | Zinsverbilligte Darlehen + Zuschüsse | Jede Förderung hat eigene Einkommensgrenzen und Bedingungen – lass dich von deiner Landesförderbank beraten, bevor du den Bankkredit abschließt. Das dauert manchmal, lohnt sich aber finanziell fast immer. Was Baukosten in deinem Bundesland konkret bedeuten, zeigt unsere Übersicht [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) – mit regionalen Handwerker- und Grundstückspreisen. Wenn du überlegst, welcher Haustyp zu deinem Budget passt, hilft ein Blick auf die typischen [Kosten für ein Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit konkreten Preisrahmen 2026. ## Schritt-für-Schritt: So gehst du jetzt vor Wenn du im August 2026 mit der Baufinanzierung starten willst: 1. **Eigenkapital genau ermitteln** – Konten, Wertpapiere, mögliche Schenkungen im Familienkreis 2. **KfW-Eignung prüfen** – EH-55-Standard beim Neubau einplanen, Energieberater beauftragen (Kosten ca. 1.500–2.500 Euro, teils förderbar) 3. **Mindestens 4–5 Bankangebote einholen** – dazu unbedingt einen unabhängigen Finanzierungsvermittler (oft kostenlos) nutzen 4. **Landesförderung anfragen** – Landesförderbank kontaktieren, bevor Kaufvertrag unterzeichnet wird 5. **Gesamtkosten realistisch kalkulieren** – Kaufpreis plus 10–15 Prozent Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) plus 10 Prozent Baupuffer 6. **Zinsbindung entscheiden** – für die meisten Haushalte empfehlen sich 15 Jahre ## FAQ: Baufinanzierung August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im August 2026?** Die Bauzinsen liegen im August 2026 zwischen 3,93 und 4,6 Prozent effektiv – je nach Zinsbindungsdauer und Eigenkapitalquote. Topkonditionen für 10 Jahre Zinsbindung beginnen bei ca. 3,93 Prozent. **Werden die Bauzinsen 2026 noch fallen?** Die meisten Analysten erwarten für das restliche Jahr 2026 ein stabiles Niveau zwischen 4,0 und 4,5 Prozent. Ein deutlicher Rückgang auf 2–3 Prozent ist kurzfristig nicht realistisch. **Wie viel Eigenkapital brauche ich bei 4 Prozent Bauzins?** Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises sollten als Eigenkapital vorhanden sein – besser 25 bis 30 Prozent. Damit sicherst du günstigere Zinsen und senkst deine monatliche Belastung spürbar. **Welche KfW-Förderung gibt es für Neubau im August 2026?** Für Neubauten im EH-55-Standard gilt das Programm "Klimafreundlicher Neubau" (KfW 297/298) mit bis zu 100.000 Euro Kredit zu ca. 1,0 Prozent. Die Antragsfrist läuft bis 31. Dezember 2026. **Lohnt sich 2026 noch der Hauskauf trotz hoher Zinsen?** In vielen Regionen ja: Steigende Mieten, auslaufende KfW-Programme und anhaltende Preisstabilität bei Baustoffen sprechen für einen Kauf jetzt. Die Entscheidung hängt aber stark vom Standort und deiner persönlichen Situation ab. **Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?** Der Sollzins ist der reine Zinssatz, der Effektivzins schließt alle Nebenkosten des Kredits (Bearbeitungsgebühren, Abschlusskosten) ein. Vergleiche immer den Effektivzins zwischen verschiedenen Anbietern. Quellen: - Baufi-Deutschland: Aktuelle Bauzinsen August 2026: https://baufi-deutschland.de/aktuelle-bauzinsen/ - BVN: KfW-Förderungen im Wohnungsbau 2026: https://bvn.de/Mitgliederservice/Aktuell/2026/20260629_KfW_Foerderung.php - Börse Express: KfW-Reform August 2026: https://www.boerse-express.com/news/articles/kfw-reform-august-familien-erhalten-bis-zu-180000-euro-foerderung-936353 - Dr. Klein: Zinsentwicklung Baufinanzierung 2026: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html --- # Hausbau Herbst 2026: Was du bis Jahresende klären musst URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-herbst-2026-entscheidungen-checkliste Zuletzt aktualisiert: 2026-08-29 Der Herbst 2026 ist für Bauherren kein ruhiger Abwartemoment. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft, wichtige KfW-Fristen laufen Ende Dezember aus, und die Solarpflicht ab 1. Januar 2027 macht bestimmte Planungsentscheidungen jetzt schon zwingend. Wer sein Bauprojekt für 2027 oder später vorbereitet, muss in den nächsten Wochen konkrete Weichen stellen — sonst verliert er Fördergeld oder baut gegen einen Rechtsrahmen, der sich gerade verschiebt. Dieser Ratgeber zeigt, was bis Jahresende 2026 wirklich entschieden sein muss, welche Fristen tatsächlich kritisch sind — und was ruhig noch warten kann. ## Heizungswahl nach GModG: Gas, Wärmepumpe oder Hybrid? **Seit dem 29. Juli 2026 gilt das GModG. Die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht für neue Heizungen ist weg — Gas und Öl dürfen wieder ohne Auflagen eingebaut werden. Bis Ende 2028, dann gilt ab 2029 eine steigende Bio-Energiequote.** Das klingt nach mehr Spielraum, macht die Entscheidung aber nicht einfacher. Wer heute eine Gasheizung plant, muss einkalkulieren: - **Ab 1. Januar 2029:** Mindestens 10 % Biogas oder gleichwertiger Ersatz (sogenannte Bio-Treppe) - **Ab 2030 im Neubau:** Nullemissionsgebäude-Standard — fossile Brennstoffe am Standort faktisch ausgeschlossen - **Bis Ende 2028:** Reines Erdgas im Bestand und Neubau ohne Einschränkung möglich Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit Fertigstellungsdatum 2027 ergibt sich daraus: Eine Gasheizung ist rechtlich zulässig und bleibt bis 2028 uneingeschränkt betreibbar. Ab 2029 braucht es einen Biogas-Vertrag. Wer 2030 oder später einziehen will, muss jetzt schon auf emissionsfreie Systeme planen — Wärmepumpe, Fernwärme oder zertifizierte Biomasse. Die KfW 458-Förderung für Heizungstausch läuft bis mindestens 2029 weiter: bis zu 70 % Zuschuss für den Einbau einer Wärmepumpe. Wer saniert statt neu baut, findet dort die wirtschaftlich attraktivste Option. **Entscheidung bis wann?** Wer 2026/2027 baut: Heizungssystem jetzt im Architekten- und Bauträgervertrag festlegen. Änderungen in der Ausführungsphase kosten extra. ## KfW-Fristen 2026: Welche Förderung läuft Ende Dezember aus? **Das KfW-Programm Klimafreundlicher Neubau (KfW 297/298) in der Effizienzhaus-55-Variante ist bis 31. Dezember 2026 beantragbar. Wer den Antrag verpasst, verliert diese Förderstufe — EH55 bleibt als Standard, aber nicht mehr als KfW-Kredit-Programm.** Das sind die wichtigsten Förder-Fristen im Überblick: | Programm | Förderhöhe | Frist | |---|---|---| | KfW 297/298 EH55 Klimafreundlicher Neubau | Kredit bis 150.000 €, ab 0,6 % Zins | **31.12.2026** | | KfW 308 Jung kauft Alt (neues Recht) | bis 180.000 € (ab 3 Kindern) | laufend | | KfW 266 Gewerbe zu Wohnen | bis 30.000 € Zuschuss je WE | **31.12.2026** | | KfW 458 Heizungstausch Wärmepumpe | bis 70 % Zuschuss | läuft bis mind. 2029 | | BAFA BEG Einzelmaßnahmen | bis 20 % Zuschuss | läuft weiter | *Quellen: KfW Pressemitteilungen, BAFA Stand August 2026* Besonders relevant: Wer ein EH55-Haus plant und KfW-Kredit nutzen will, muss den **Antrag noch 2026 stellen** — nicht erst bei Baubeginn 2027. Die KfW fordert, dass Anträge vor Abschluss der Verträge eingereicht werden. Damit liegt die effektive Deadline für Neuplanungen deutlich früher als der 31. Dezember. Aktuelle Details zur EH55-Verlängerung und was sie für deine Finanzierung bedeutet, erklärt der Ratgeber [KfW EH55 Förderung verlängert bis Dezember 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-eh55-foerderung-verlaengert-dezember-2026). ## Bauzinsen Herbst 2026: Jetzt finanzieren oder warten? **Bauzinsen liegen im August 2026 bei 3,8 bis 4,4 % — je nach Zinsbindung und Beleihungsauslauf. Die EZB entscheidet am 10. September 2026 über ihren nächsten Zinsschritt. Experten erwarten entweder eine Pause oder eine moderate Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte.** Das bedeutet für Bauherren: - **Weitere Zinssenkungen** in den nächsten Monaten sind nach aktuellem Stand nicht zu erwarten. Wer 2025 auf günstigere Konditionen gehofft hatte, wartet vergeblich. - **Zinsbindung 15–20 Jahre** schützt vor künftiger Volatilität — bei einem Baukredit über 400.000 € kann ein halber Prozentpunkt rund 200 € monatliche Mehrbelastung bedeuten. - **Forward-Darlehen** für Anschlussfinanzierungen lohnen sich aktuell nicht, wenn bestehende Kredite erst 2028 oder später auslaufen. Wer jetzt finanziert, zahlt pro 100.000 € Kredit (20 Jahre, 1 % Tilgung) rund 400–450 € monatlich. Genauere Zahlen für dein Bauprojekt liefert der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) — mit dem du auch Eigenkapital-Szenarien durchrechnen kannst. Eine Forward-Festschreibung auf ein späteres Auszahlungsdatum kann sinnvoll sein, wenn der Baubeginn noch mehrere Monate entfernt liegt. Banken vergeben Forward-Darlehen bis zu 36 Monate im Voraus — ohne Aufpreis bei 12 Monaten, danach mit geringem Zinsaufschlag. ## Baustoffpreise Herbst 2026: Was kostet Bauen gerade? **Baustoffpreise sind 2026 nicht mehr so volatil wie 2021/2022, liegen aber auf historisch hohem Niveau. Die Bauleistungen insgesamt verteuern sich 2026 um etwa 3,3 % — ein moderater Anstieg nach den Extremjahren.** Aktuelle Richtwerte für die Beauftragung von Handwerkern und Materialien (Herbst 2026): | Material/Leistung | Preis Herbst 2026 | Trend | |---|---|---| | Holz (KVH, m³) | ca. 550–650 € | stabil | | Mineralwolle Dämmung (m²) | ca. 12–18 € | leicht steigend | | Beton C25/30 (m³) | ca. 130–160 € | stabil | | Wärmepumpe (Luft/Wasser, inkl. Einbau) | ca. 18.000–28.000 € | stabil | | Bodenplatte (schlüsselfertig, m²) | ca. 120–180 € | stabil | *Richtwerte auf Basis Destatis-Daten und Handwerksrechnern, August 2026* Der Herbst ist für viele Gewerke die letzte Auslastungsspitze vor dem Winter. Für Erd-, Maurer- und Dachdeckerarbeiten gilt: Wer im Oktober/November beauftragen will, muss jetzt anfragen — Wartezeiten von 4–8 Wochen sind in Ballungsräumen normal. In Bayern liegen die Baukosten für ein schlüsselfertiges Einfamilienhaus aktuell bei rund 2.590 €/m² — deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Alle aktuellen Zahlen nach Bundesland findest du unter [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Solarpflicht 2027: Was Bauherren jetzt schon planen müssen **Ab 1. Januar 2027 gilt laut GModG §106 eine Solarpflicht für neue Wohngebäude. Die genauen Flächenanforderungen werden in der Ausführungsverordnung festgelegt — diese steht noch aus. Planungssicherheit gibt es erst, wenn die Verordnung kommt.** Was jetzt schon klar ist: - Wer einen **Bauantrag in 2026** stellt, fällt noch unter die alten Regeln — keine Solarpflicht. - Wer **Bauantrag erst 2027** stellt, benötigt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. - Das Dach sollte bereits jetzt für eine Südausrichtung und ausreichende Statik für PV-Module geplant werden — nachträglich Änderungen kosten viel. Was du jetzt konkret tun kannst: - Dachstatik für mindestens 15–20 kg/m² Zusatzlast (PV-Anlage) freigeben lassen - Leerrohre für Kabel vorher einplanen — spart ca. 2.000–4.000 € gegenüber nachträglicher Installation - Ausrichtung und Neigung des Daches auf optimale PV-Erträge abstimmen (15–35° Neigung, Südabweichung max. 30°) Eine 10-kWp-Anlage kostet schlüsselfertig aktuell ca. 12.000–16.000 €. Mit Eigenverbrauch von 30–40 % amortisiert sie sich in 10–13 Jahren. Die steuerliche Befreiung von PV-Erträgen bis 30 kWp Leistung gilt seit 2023 und bleibt bestehen. ## Checkliste: Was bis wann entschieden sein muss **Für Bauherren mit Vorhaben bis 2027/2028 gibt es drei kritische Fristen im letzten Quartal 2026. Wer alle verpasst, kann teuer bezahlen — mit weniger Förderung, höheren Finanzierungskosten oder Planungsänderungen in der Ausführung.** Die drei wichtigsten To-Dos bis Jahresende 2026: **1. KfW EH55-Antrag stellen (Deadline: 31.12.2026)** Wer ein Effizienzhaus 55 plant und KfW-Kredit nutzen will: Antrag vor Baubeginn und vor Vertragsabschluss stellen. Wer den Antrag versäumt, bekommt zwar möglicherweise noch das Effizienzhaus, aber nicht mehr zu KfW-Vorzugskonditionen. **2. Heizungskonzept schriftlich festlegen** Gas oder Wärmepumpe — die Entscheidung muss in den Werkplänen und Ausführungsverträgen verankert sein. Je später die Änderung, desto teurer. **3. Bauantrag prüfen: Vor oder nach 2027?** Wer den Bauantrag noch 2026 stellen kann, umgeht die Solarpflicht. Wer ohnehin eine PV-Anlage plant, kann das entspannt angehen. ## FAQ: Hausbau Herbst 2026 **Gilt das GModG bereits jetzt, oder muss ich noch das alte GEG beachten?** Das GModG ist am 29. Juli 2026 in Kraft getreten. Die alte 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht für Heizungen gilt damit nicht mehr. Für Baugenehmigungen, die vor dem 29. Juli 2026 erteilt wurden, gelten Übergangsregelungen — im Zweifelsfall beim zuständigen Bauamt nachfragen. **Bekomme ich die KfW EH55-Förderung noch, wenn ich heute anfrage?** Ja, solange der Antrag bei der KfW vor dem 31. Dezember 2026 eingeht und alle Voraussetzungen erfüllt sind. Wichtig: Der Antrag muss vor Baubeginn und vor Abschluss der Lieferungs- und Leistungsverträge gestellt sein. Wer Anfang Dezember 2026 den Antrag einreicht, muss schnell handeln. **Lohnt sich der Bau noch 2026, oder sollte ich warten?** Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Für Bauwillige mit fertiger Grundstücks- und Planungssituation gilt: Der Rechtsrahmen ist heute klarer als lange Zeit — GModG ist in Kraft, KfW-Programme laufen. Warten auf sinkende Zinsen ist riskant, da keine starken Rückgänge absehbar sind. Warten auf günstigere Baustoffpreise lohnt sich nur bei hohen aktuellen Auftragsvolumina — Individualverhandlungen mit Handwerkern sind in der Auftragsflaute leichter möglich als 2021/2022. **Was kostet mich die Solarpflicht ab 2027 extra?** Eine Basisanlage (5–7 kWp, für ein Einfamilienhaus ausreichend) kostet schlüsselfertig ca. 7.000–11.000 €. Wer die Leerrohre im Neubau gleich einplant, spart nachträglich 2.000–4.000 € an Installationskosten. Die Anlage amortisiert sich über Eigenverbrauch und Einspeisevergütung typisch in 10–13 Jahren. **Kann ich eine Gasheizung noch 2026/2027 ohne Einschränkungen einbauen?** Ja. Nach GModG kann eine Gasheizung ohne Erneuerbare-Vorgabe eingebaut werden. Bis Ende 2028 ist reines Erdgas erlaubt, ab 2029 gilt die Bio-Treppe (10 % Bioanteil). Im Neubau gilt ab 2030 der Nullemissionsgebäude-Standard — eine neue Gasheizung wäre dann auch mit Bio-Anteil faktisch nicht mehr zulässig. **Lohnt sich eine Wärmepumpe trotz gefallener Gas-Preise noch?** Bei gut gedämmten Neubauten (EH55/EH40) mit niedrigen Vorlauftemperaturen ist die Wärmepumpe wirtschaftlich nach wie vor die günstigere Dauerlösung — insbesondere mit KfW 458-Förderung (bis 70 % Zuschuss). Die Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt bei modernen Luft-Wasser-Wärmepumpen in gut gedämmten Neubauten bei 3,5–4,5: Du bekommst für jede Kilowattstunde Strom 3,5–4,5 kWh Wärme. Quellen: - KfW Pressemitteilung: Klimafreundlicher Neubau EH55 Verlängerung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_899456.html - Bauindustrie: Preisentwicklung im Bauhauptgewerbe 2026: https://www.bauindustrie.de/zahlen-fakten/publikationen/brancheninfo-bau/preisentwicklung-im-bauhaupt-gewerbe - Dr. Klein: Bauzinsen und EZB-Leitzins aktuell 2026: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html - Greenox: GModG in Kraft – Heizungsgesetz 2026: https://greenox-group.de/gewerbe-zu-wohnen-kfw-266/ - LBB Bayern: KfW-Förderungen im Wohnungsbau 2026: https://www.lbb-bayern.de/aktuelles/news/news-uebersicht/news-detailansicht/kfw-foerderungen-im-wohnungsbau-verbesserungen-und-neues-bundesprogramm.html --- # Bauzinsen September 2026: EZB-Sitzung am 10. September – was Bauherren jetzt planen sollten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-september-2026-ezb-entscheidung-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-08-28 Die Bauzinsen halten sich im August 2026 hartnäckig oberhalb der 4-Prozent-Marke. Topkonditionen für zehnjährige Immobilienkredite beginnen bei etwa 3,93 Prozent – wer keine exzellente Bonität und eine niedrige Beleihungsquote mitbringt, zahlt bis zu 4,6 Prozent. Und das ausgerechnet vor einer der wichtigsten geldpolitischen Entscheidungen des Jahres: Am 10. September 2026 tagt die Europäische Zentralbank. Was du jetzt wissen musst – und wie du deine Finanzierungsentscheidung richtig timmst. ## Wo stehen die Bauzinsen aktuell – Stand August 2026? **Im August 2026 liegen die Bauzinsen für 10-jährige Darlehen im Durchschnitt zwischen 4,0 und 4,6 Prozent, der Topzins für optimale Kreditprofile startet bei rund 3,93 Prozent.** Im Vergleich zum Jahresbeginn 2026 sind die Zinsen deutlich gestiegen: Zu Beginn des Jahres war eine 10-jährige Sollzinsbindung noch für unter 3,5 Prozent zu haben. Seitdem haben die EZB-Erhöhung vom 11. Juni 2026 (+ 25 Basispunkte) und die anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten – befeuert durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran – die Kapitalmarktzinsen nach oben getrieben. | Laufzeit | Topzins (August 2026) | Durchschnitt | |---|---|---| | 5 Jahre | ca. 3,55 % | 3,7–4,1 % | | 10 Jahre | ca. 3,93 % | 4,0–4,6 % | | 15 Jahre | ca. 4,05 % | 4,2–4,7 % | | 20 Jahre | ca. 4,20 % | 4,4–5,0 % | *Quellen: baufi24.de, drklein.de, finanztip.de – Stand: August 2026. Topzinsen gelten bei ≤ 60 % Beleihungsauslauf und sehr guter Bonität.* Die Differenz zwischen Topzins und Durchschnittszins ist erheblich: Ein Darlehen mit 90 % Beleihungsauslauf kostet 2026 schnell 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte mehr als das obige Beispiel. Wer also mit 10 oder 15 Prozent Eigenkapital kauft, liegt schnell bei 4,5 bis 5,0 Prozent – das sind real spürbare Mehrkosten über die gesamte Laufzeit. ## EZB-Sitzung 10. September 2026: Was die Experten erwarten **Die EZB hat bei ihrer letzten Sitzung am 23. Juli 2026 alle drei Leitzinsen unverändert gelassen. Der Einlagenzins liegt bei 2,25 Prozent. Am 10. September 2026 trifft sich der EZB-Rat erneut – und die Entscheidung ist offen.** Die Ausgangslage kurz zusammengefasst: - EZB erhöhte am 11. Juni 2026 die Leitzinsen um 25 Basispunkte - Am 23. Juli 2026 hielt der EZB-Rat still – er wollte mehr Daten abwarten - Inflation im Euroraum bleibt über dem 2-Prozent-Ziel der EZB - Wachstumsrisiken durch geopolitische Unsicherheit (US-Iran-Konflikt) Die Expertenmeinungen für September 2026 gehen auseinander: | Szenario | Wahrscheinlichkeit (Marktexperten) | Auswirkung auf Bauzinsen | |---|---|---| | EZB hält still | ca. 55 % | Seitwärtsbewegung | | EZB erhöht erneut um 25 Bp | ca. 40 % | Kurzfristig +0,1 bis +0,2 % | | EZB senkt (unwahrscheinlich) | < 5 % | Kurzfristig −0,1 % | *Quellen: finanztip.de, drklein.de, duratio.de – Stand August 2026. Prognosen sind keine Garantie.* Entscheidend für Bauzinsen ist aber nicht der EZB-Leitzins allein: Zehnjährige Immobilienkredite orientieren sich primär an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen. Diese reagieren auf Markterwartungen – nicht nur auf die aktuelle EZB-Entscheidung. Das erklärt das Paradox des Augusts: Obwohl die EZB im Juli still hielt, sind Bauzinsen seither leicht gestiegen. ## Wie hängen EZB-Zins und Bauzins wirklich zusammen? **Der Zusammenhang zwischen EZB-Leitzins und Bauzins ist indirekter als viele denken. Eine Erhöhung wirkt sich sofort auf kurzfristige Zinsen aus – auf langfristige Bauzinsen nur über Erwartungseffekte am Kapitalmarkt.** Bauzinsen für 10 oder 15 Jahre folgen im Wesentlichen den Renditen langfristiger Staatsanleihen. Diese reagieren auf: 1. **Inflationserwartungen**: Bleibt die Inflation hoch, steigen Anleiherenditen – und damit Bauzinsen 2. **Konjunkturaussichten**: Schwaches Wachstum drückt Renditen 3. **Geopolitische Risiken**: Unsicherheit treibt Investoren in sichere Häfen (Anleihen), was Renditen kurzfristig senken kann – aber instabile Effekte erzeugt 4. **Fed-Politik (USA)**: Auch US-Zinsentscheidungen beeinflussen europäische Kapitalmärkte merklich Für Bauherren bedeutet das: Selbst wenn die EZB am 10. September still hält, können Bauzinsen bis Ende September steigen – weil die Märkte zukünftige Erhöhungen einpreisen. Umgekehrt kann eine überraschend taubenhafte EZB-Kommunikation Zinsen auch kurzfristig nach unten bewegen. ## Was die aktuelle Zinslage für Bauherren konkret bedeutet **Für Bauherren und Käufer, die im Herbst 2026 finanzieren wollen, ist die Lage herausfordernd: Mit deutlich rückläufigen Zinsen in den nächsten sechs Monaten rechnet nur eine Minderheit der Experten.** Ein konkretes Praxisbeispiel macht den Unterschied greifbar: **Praxisbeispiel: Einfamilienhaus, Kaufpreis 400.000 €, 20 % Eigenkapital** | Szenario | Zins | Monatliche Rate (25 Jahre) | Gesamtzinskosten | |---|---|---|---| | Topzins August 2026 | 3,93 % | ca. 1.673 € | ca. 181.900 € | | Durchschnitt August 2026 | 4,30 % | ca. 1.751 € | ca. 205.300 € | | Szenario leichter Anstieg Herbst | 4,80 % | ca. 1.855 € | ca. 235.500 € | *Indikativrechnung: Darlehensbetrag 320.000 €, 25 Jahre Gesamtlaufzeit, 2 % anfängliche Tilgung. Reale Konditionen variieren je nach Bank und Bonität.* Für die vollständige Gesamtkalkulation deines Bauvorhabens – inklusive aller Nebenkosten, Grunderwerbsteuer und Haustechnik – nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Drei Handlungsoptionen für Bauherren im Herbst 2026: **Option 1 – Jetzt abschließen (bei echter Kaufbereitschaft):** Wer ein konkretes Objekt hat und kaufbereit ist, sollte nicht auf fallende Zinsen spekulieren. Die Mehrheit der Experten rechnet bis Ende 2026 mit gleich hohen oder leicht steigenden Zinsen. Topkonditionen heute sind besser als ein Niveau, das vielleicht nie kommt. **Option 2 – Forwarddarlehen nutzen (bei Anschlussfinanzierung):** Wer in 1–3 Jahren eine Anschlussfinanzierung braucht, kann jetzt Forwardzinsen sichern – für einen Aufschlag von etwa 0,01–0,03 Prozent pro Monat Vorlaufzeit. **Option 3 – KfW-Kombination strukturieren:** Die KfW-Sonderprogramme bieten deutlich günstigere Konditionen als der Markt. Das macht die Gesamtfinanzierung trotz hohem Marktzinsniveau spürbar günstiger – für alle, die die Fördervoraussetzungen erfüllen. ## KfW-Zinsen 2026: Warum das ein entscheidender Unterschied ist **KfW-Kredite sind auch im August 2026 erheblich günstiger als Marktkonditionen – aber nur für förderfähige Vorhaben. Die Kombination aus KfW-Kredit und Bankdarlehen kann die Gesamtfinanzierung spürbar verbilligen.** | KfW-Programm | Eff. Jahreszins (August 2026) | Max. Kreditbetrag | |---|---|---| | KfW 298 (EH40 Neubau) | 0,60 % | bis 150.000 € | | KfW 308 (Jung kauft Alt) | ab 1,93 % | bis 180.000 € | | KfW 300 (Wohngebäude-Kredit) | ab ca. 3,10 % | bis 100.000 € | *Stand: August 2026. KfW-Konditionen werden wöchentlich aktualisiert und können kurzfristig schwanken.* Der Zinsabstand zwischen KfW 298 (0,6 %) und Marktkonditionen (4,0–4,6 %) beträgt fast 4 Prozentpunkte. Wer 150.000 Euro des Gesamtdarlehens über KfW 298 finanziert, spart allein in 10 Jahren Zinsbindung rund 54.000 bis 57.000 Euro an Zinsen gegenüber einem reinen Bankdarlehen zum Marktpreis. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant, sollte die KfW-Option immer parallel zur Bankanfrage prüfen – auch wenn die Energiestandard-Anforderungen (EH40) eine sorgfältige Planung erfordern. Die genauen Voraussetzungen und Antragsdetails erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Zinsprognose Herbst 2026: Was realistisch zu erwarten ist **Experten rechnen bis Ende 2026 eher mit Seitwärtsbewegung oder leicht steigenden Zinsen. Ein Rückgang auf unter 3,5 Prozent gilt auf absehbare Zeit als unwahrscheinlich.** Die konkreten Prognosen für 10-jährige Darlehen: | Monat | Prognose Topzins | Prognose Durchschnitt | |---|---|---| | September 2026 | 3,92–4,14 % | 4,1–4,5 % | | Oktober 2026 | 4,03–4,30 % | 4,2–4,7 % | | Dezember 2026 | 3,90–4,40 % | 4,0–4,8 % | *Quellen: drklein.de, finanztip.de, duratio.de – Stand August 2026. Prognosen sind keine Garantie, der Markt bleibt volatil.* Hauptfaktoren für den Zinsausblick bis Jahresende: - **EZB-Entscheidung 10. September**: Eine Erhöhung würde Zinsen kurzfristig nach oben schieben - **EZB-Sitzung 29. Oktober**: Zweiter möglicher Entscheidungstermin im Herbst - **US-Iran-Konflikt**: Geopolitische Eskalation kann Risikoaversion erhöhen und Anleiherenditen kurzfristig drücken – Effekte sind aber instabil - **Kerninflation Euroraum**: Hartnäckig über 2 % spricht gegen Zinssenkungen Regionale Baukosten – ein entscheidender Faktor neben der Finanzierung – findest du in der Übersicht [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) für konkrete aktuelle Richtwerte. ## Festzins oder variabel: Was bei 4 % Zinsniveau sinnvoller ist **In einem Umfeld mit eher seitwärts oder leicht steigenden Zinsen ist eine lange Zinsbindung von 10–15 Jahren für die meisten Bauherren die risikoärmere Wahl.** Variable Darlehen (oft günstiger beim Einstieg) sind riskant, wenn Zinsen weiter steigen: Eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte auf 200.000 Euro Darlehen bedeutet rund 83 Euro mehr Monatsrate – auf 10 Jahre summiert sich das auf über 9.900 Euro Mehrkosten. Wann ein variables Darlehen trotzdem sinnvoll sein kann: - Du planst, das Objekt in 2–3 Jahren wieder zu verkaufen - Du hast die Liquiditätsreserve für deutlich steigende Raten - Du hast fundierte Gründe anzunehmen, dass Zinsen in Kürze spürbar fallen Für alle anderen gilt: Planungssicherheit durch lange Zinsbindung ist das Gebot der Stunde. Kurze Laufzeiten (5 Jahre) können sinnvoll sein, wenn du auf deutlich fallende Zinsen zur Anschlussfinanzierung spekulierst – das birgt aber das Risiko einer teuren Situation 2031. ## FAQ: Bauzinsen September 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im August 2026?** Für 10-jährige Darlehen liegen die Topkonditionen bei etwa 3,93 Prozent, der Durchschnitt je nach Bonität und Beleihungsquote bei 4,0 bis 4,6 Prozent. Kürzere Laufzeiten (5 Jahre) sind leicht günstiger, längere (15, 20 Jahre) entsprechend teurer. **Was entscheidet die EZB am 10. September 2026?** Der EZB-Rat entscheidet über die Leitzinsen im Euroraum. Aktuell liegt der Einlagenzins bei 2,25 Prozent. Ob die EZB erneut erhöht oder still hält, ist offen – rund 55 Prozent der Marktbeobachter erwarten, dass die EZB die Zinsen im September unverändert lässt. **Werden Bauzinsen 2026 noch sinken?** Die Mehrheit der Experten rechnet bis Ende 2026 eher mit einer Seitwärtsbewegung oder leicht steigenden Zinsen. Ein Rückgang auf deutlich unter 3,5 Prozent gilt für 2026 als sehr unwahrscheinlich. Wer heute kaufbereit ist, sollte nicht spekulativ auf fallende Zinsen warten. **Lohnt sich ein KfW-Kredit bei aktuellen Bauzinsen besonders?** Ja – der Zinsabstand zwischen KfW-Krediten (z. B. KfW 298 bei 0,6 % für EH40-Neubauten) und Marktkonditionen (4,0–4,6 %) ist auf dem aktuellen Niveau besonders groß. Wer die Energiestandard-Voraussetzungen erfüllt, sollte KfW-Kredite immer in die Finanzierung einbeziehen. **Festzins oder variabel – was ist 2026 sinnvoller?** Bei einem Zinsumfeld, das eher seitwärts oder leicht aufwärts tendiert, ist eine lange Festzinsbindung (10–15 Jahre) für die meisten Bauherren die sicherere Wahl. Variable Darlehen lohnen nur bei kurzem Planungshorizont oder wenn man fundiert auf fallende Zinsen setzt. **Wie unterscheidet sich der Topzins vom Durchschnittszins?** Der Topzins gilt für Kreditnehmer mit sehr guter Bonität und einem Beleihungsauslauf von maximal 60 Prozent (also mindestens 40 % Eigenkapital). Wer 80–90 % des Kaufpreises finanziert oder ein geringeres Einkommen hat, zahlt deutlich mehr – der Unterschied beträgt oft 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte, auf die gesamte Laufzeit also zehntausende Euro. **Wann ist der nächste EZB-Termin nach dem 10. September?** Die nächste reguläre EZB-Ratssitzung nach dem 10. September 2026 findet am 29. Oktober 2026 statt. Bauherren sollten beide Termine im Blick behalten, wenn sie ihre Finanzierungsentscheidung zeitlich planen. Quellen: - baufi24.de: Bauzinsen 2026 – Aktuelle Entwicklung und Vergleich: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen & Zinsentwicklung 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen 2026 – Hypothekenzinsen: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - Haufe: EZB hält still – kommt der nächste Schlag im September?: https://www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/immobilienkredit-zinsanstieg-nach-ezb-entscheidung_84342_429476.html - duratio.de: Zinsprognose – voraussichtliche Zinsentwicklung 2026: https://www.duratio.de/finanznews/zinsprognose-voraussichtliche-zinsentwicklung --- # KfW Jung kauft Alt 2026: Neue Förderhöhen seit August, was Familien wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-jung-kauft-alt-2026-neue-foerderhoehen-august Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das KfW-Programm "Jung kauft Alt" (Kredit Nr. 308) wurde zum **3. August 2026** deutlich verbessert. Familien, die ein energetisch schlechtes Bestandsgebäude kaufen und sanieren, bekommen seitdem mehr Kredit und können die Sanierungspflicht auch über vier festgelegte Einzelmaßnahmen erfüllen. Hier steht, was sich geändert hat, für wen das Programm gilt und wie du den Kredit beantragst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist KfW "Jung kauft Alt" und an wen richtet sich das Programm? **"Jung kauft Alt" ist der KfW-Kredit 308 "Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb". Er fördert Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, die ein bestehendes Haus oder eine Eigentumswohnung der Energieeffizienzklasse F, G oder H kaufen, selbst bewohnen und anschließend sanieren.** Die Programmnummer ist **308**. Nicht verwechseln mit KfW 300: Das ist der Familienkredit für den Neubau eines Effizienzhauses 40. Gestartet ist "Jung kauft Alt" im September 2024, im Auftrag des Bundesbauministeriums (BMWSB). Gefördert wird ausschließlich der **Kaufpreis inklusive Grundstück**. Sanierungskosten, Notar, Makler und Grunderwerbsteuer finanziert der Kredit 308 nicht. Für die Sanierung gibt es eigene Förderungen aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), dazu unten mehr. Weitere Kernbedingungen laut KfW: - Mindestens ein leibliches oder angenommenes Kind unter 18 Jahren lebt bei Antragstellung im Haushalt. - Du hast bei Antragstellung kein Wohneigentum in Deutschland, auch keinen Anteil daran. - Du wirst Eigentümer (mindestens 50 Prozent) und bewohnst die Immobilie selbst. - Ein gültiger Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis weist die Klasse F, G oder H aus. ## Die neuen Kreditobergrenzen seit 3. August 2026 **Seit dem 3. August 2026 gibt es je nach Kinderzahl 140.000, 160.000 oder 180.000 Euro Kredit. Das sind 30.000 bis 40.000 Euro mehr als vorher.** | Anzahl Kinder unter 18 | Bis 2. August 2026 | Seit 3. August 2026 | Erhöhung | |---|---|---|---| | 1 Kind | 100.000 € | 140.000 € | +40.000 € | | 2 Kinder | 125.000 € | 160.000 € | +35.000 € | | ab 3 Kinder | 150.000 € | 180.000 € | +30.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 und KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Der Kredit ist auf die Höhe des Kaufpreises begrenzt. Maßgeblich für den Betrag ist die Zahl der Kinder am Tag der Antragstellung. Die Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 (effektiver Jahreszins, 10 Jahre Zinsbindung): | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektivzins KfW 308 | |---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 0,01 % | | 25 / 3 / 10 Jahre | 0,72 % | | 35 / 5 / 10 Jahre | 1,00 % | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 1,16 % | Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Grob gerechnet spart eine Familie mit zwei Kindern und 160.000 Euro KfW-Kredit zu 1,00 Prozent im ersten Jahr rund 4.500 Euro Zinsen gegenüber diesem Durchschnittszins. Über die gesamte Laufzeit hängt die Ersparnis von Tilgung und Anschlusszins ab, denn nach 10 Jahren endet die Zinsverbilligung. ## Der neue Sanierungsweg: vier Einzelmaßnahmen statt Effizienzhaus **Seit August 2026 kannst du statt der Sanierung zum Effizienzhaus 85 EE auch vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen. Es müssen alle vier sein, eine Auswahl aus einem Katalog gibt es nicht.** Bis August 2026 gab es nur einen Weg: Das Haus musste mindestens auf "Effizienzhaus 85 EE" oder "Effizienzhaus Denkmal EE" saniert werden. Dafür ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht. Dieser Weg gilt weiter. **Weg 1: Effizienzhaus** - Ziel mindestens Effizienzhaus 85 EE oder Effizienzhaus Denkmal EE - Energieeffizienz-Experte verpflichtend - Nachweis über eine "Bestätigung nach Durchführung" des Experten **Weg 2: Einzelmaßnahmen (neu seit 3. August 2026), alle vier verpflichtend** - Heizungstausch mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien - Fenstertausch - Fassadendämmung - Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke Für jede Maßnahme gelten die technischen Mindestanforderungen der BEG Einzelmaßnahmen. Ausnahmen nennt das Merkblatt: Eine Heizung, die schon 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt, oder ein Wärmenetzanschluss muss nicht getauscht werden. Bauteile, die bereits die Anforderungen der EnEV 2001 erfüllen, müssen nicht erneut saniert werden. Den Nachweis führt der ausführende Betrieb mit einer Fachunternehmererklärung nach § 35c EStG je Maßnahme, ein Energieeffizienz-Experte ist auf diesem Weg nicht vorgeschrieben. Die Kosten der Maßnahmen hängen stark vom Haus ab. Lass dir Angebote von Fachbetrieben machen, bevor du kaufst. ## Was das Programm voraussetzt: Bedingungen im Überblick **"Jung kauft Alt" gilt nur für selbst genutztes Wohneigentum von Familien mit Kind und mit Einkommensgrenze. Der Antrag muss vor dem notariellen Kaufvertrag bei der KfW eingehen.** - **Familienhaushalt:** mindestens ein Kind unter 18 Jahren bei Antragstellung - **Einkommen:** zu versteuerndes Haushaltseinkommen höchstens 90.000 Euro bei einem Kind, plus 10.000 Euro je weiterem Kind. Maßgeblich ist der Durchschnitt des zweiten und dritten Jahres vor Antrag, für Anträge 2026 also 2024 und 2023 laut Steuerbescheid. - **Bestandsimmobilie:** Haus oder Eigentumswohnung mit Energieausweis Klasse F, G oder H. Ein Baujahr-Kriterium gibt es nicht. - **Kein Wohneigentum:** Bei Antragstellung darfst du keine Wohnimmobilie in Deutschland besitzen. - **Selbstnutzung:** mindestens fünf Jahre ab Einzug - **Sanierungsfrist:** 54 Monate (4,5 Jahre) ab Förderzusage - **Ziel verfehlt:** Wird das Ziel nicht erreicht, aber mindestens Effizienzhaus 100 EE, steigt der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr. Die Einkommensgrenze gab es von Anfang an, sie ist mit der Reform im August 2026 unverändert geblieben. ## So beantragst du KfW "Jung kauft Alt": der Ablauf **Den Kredit 308 beantragst du über eine Bank, Sparkasse oder einen Finanzierungsvermittler, nicht direkt bei der KfW. Der Antrag muss vor dem notariellen Kaufvertrag bei der KfW eingegangen sein.** 1. **Immobilie finden und Energieausweis prüfen:** Klasse F, G oder H muss im Ausweis stehen. 2. **Sanierungsweg klären:** Effizienzhaus mit Energieeffizienz-Experte oder die vier Einzelmaßnahmen. Die KfW empfiehlt eine Beratung durch einen Experten schon vor dem Kauf. 3. **Finanzierungspartner ansprechen:** Einkommensteuerbescheide der zwei maßgeblichen Jahre, Geburtsurkunden der Kinder und den Energieausweis mitbringen. 4. **Antrag stellen:** vor dem Notartermin. Ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist, ist erlaubt. Anzahlungen darfst du erst nach Antragstellung leisten. 5. **Zusage abwarten, dann kaufen.** 6. **Sanieren:** innerhalb von 54 Monaten ab Zusage. 7. **Nachweis einreichen:** "Bestätigung nach Durchführung", beim Einzelmaßnahmen-Weg mit Fachunternehmererklärungen, dazu Grundbuchauszug, Meldebestätigung und Kaufvertrag. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) im Bestand sucht, sollte den Antrag vor dem Notartermin fest einplanen. Ein Kaufvertrag ohne aufschiebende Bedingung vor Antragseingang bei der KfW ist förderschädlich. ## Kombination mit anderen Förderprogrammen **Für die Sanierung darfst du zusätzlich Kredite und Zuschüsse aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude nutzen. Das steht ausdrücklich im Merkblatt 308.** - **KfW 261 Wohngebäude-Kredit:** für die Sanierung zum Effizienzhaus, bis 150.000 Euro je Wohneinheit mit Tilgungszuschuss je nach Stufe. Die KfW nennt 261 selbst als Weg für die Sanierungskosten. - **KfW 458 Heizungsförderung:** Zuschuss für den Heizungstausch im Bestand, Grundförderung 30 Prozent, für Selbstnutzer mit Bonus bis höchstens 70 Prozent, bei sehr niedrigem Einkommen bis 80 Prozent, förderfähige Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. - **BAFA BEG Einzelmaßnahmen:** 15 Prozent Zuschuss für Dämmung und Fenster. Den iSFP-Bonus von 5 Prozent gibt es nur ab 30.000 Euro förderfähigen Kosten und nur auf den Betrag darüber. Achtung: BEG Einzelmaßnahmen und BEG Wohngebäude (261) lassen sich seit 21. Juli 2026 nicht parallel für dasselbe Gebäude nutzen. Entscheide dich also für einen Sanierungsweg. KfW 297/298 kommt nicht in Frage, das ist reine Neubauförderung. Regionale Landesprogramme können zusätzlich passen, prüfe sie bei der Förderbank deines Bundeslands. Alle aktuellen KfW-Programme erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was das für Familien in der Planung 2026 bedeutet **Mehr Kredit und ein klar definierter Einzelmaßnahmen-Weg machen das Programm für mehr Familien nutzbar. Der Kredit deckt aber nur den Kaufpreis bis zur Höchstgrenze, die Sanierung musst du zusätzlich finanzieren.** Zwei Beispielrechnungen, grob gerechnet mit den KfW-Zinsen vom 6. Oktober 2026 und dem Bundesbank-Durchschnitt von 3,81 Prozent: **Beispiel A, günstiger Altbau:** Kaufpreis 180.000 Euro, zwei Kinder, KfW-Kredit 160.000 Euro zu 1,00 Prozent (35 Jahre Laufzeit). Im ersten Jahr fallen grob 4.500 Euro weniger Zinsen an als zu 3,81 Prozent. Die Sanierung finanzierst du getrennt, etwa über KfW 261 oder mit KfW-458-Zuschuss und BAFA-Zuschüssen. **Beispiel B, teure Lage:** Kaufpreis 650.000 Euro, drei Kinder. Der KfW-Kredit von 180.000 Euro deckt nur gut ein Viertel des Kaufpreises, spart aber im ersten Jahr grob 5.000 Euro Zinsen. Der Großteil läuft über ein normales Bankdarlehen. Die Kosten für Kauf, Nebenkosten und Sanierung in deiner Region kannst du mit den Seiten [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) und dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) abschätzen. Zur Gesamtfinanzierung und zum Vergleich mit einem Bankdarlehen gibt der Ratgeber [Baufinanzierung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/baufinanzierung) weitere Hinweise. ## FAQ: KfW Jung kauft Alt 2026 **Ab wann gelten die neuen Kreditobergrenzen bei KfW "Jung kauft Alt"?** Seit dem 3. August 2026. Seitdem gibt es 140.000 Euro bei einem Kind, 160.000 Euro bei zwei und 180.000 Euro ab drei Kindern. Für die Zusage gelten die Bedingungen zum Zeitpunkt des Antragseingangs bei der KfW. **Muss ich das Haus komplett sanieren?** Nein, nicht mehr zwingend auf ein Effizienzhaus. Alternativ setzt du alle vier Einzelmaßnahmen um: Heizungstausch mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, Fenstertausch, Fassadendämmung und Dach- oder Geschossdeckendämmung. Den Nachweis führt der Fachbetrieb mit einer Fachunternehmererklärung. **Gibt es eine Einkommensgrenze?** Ja. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf 90.000 Euro bei einem Kind nicht übersteigen, je weiterem Kind kommen 10.000 Euro dazu. Nachweis sind die Einkommensteuerbescheide des zweiten und dritten Jahres vor Antrag. **Kann ich "Jung kauft Alt" mit BAFA- oder KfW-Sanierungsförderung kombinieren?** Ja. Laut Merkblatt 308 darfst du für die Sanierung gleichzeitig Kredite oder Zuschüsse aus der BEG nutzen, also etwa KfW 261, KfW 458 oder BAFA-Einzelmaßnahmen. BEG Einzelmaßnahmen und KfW 261 lassen sich aber nicht parallel für dasselbe Gebäude kombinieren. **Wann muss der KfW-Antrag gestellt werden?** Vor dem notariellen Kaufvertrag, entscheidend ist der Eingang bei der KfW. Ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist, ist vorher erlaubt. Den Antrag stellt deine Bank oder dein Vermittler. **Wie lange habe ich Zeit für die Sanierung?** 54 Monate, also 4,5 Jahre, ab der Förderzusage der KfW. Wird das Ziel verfehlt, aber mindestens Effizienzhaus 100 EE erreicht, steigt der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 zu Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Wohngebäude, Kredit (261): https://www.kfw.de/261 - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - BAFA: BEG Einzelmaßnahmen Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html --- # Jung kauft Alt: KfW 308 Reform August 2026, bis zu 180.000 Euro Kredit für Familien URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/jung-kauft-alt-kfw-308-reform-august-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das KfW-Programm 308 "Jung kauft Alt" ist seit dem 3. August 2026 großzügiger: Die Kreditobergrenzen sind je nach Kinderzahl um 30.000 bis 40.000 Euro gestiegen. Neben der Sanierung zum Effizienzhaus gibt es außerdem einen zweiten Weg über vier festgelegte Einzelmaßnahmen. Wer mit seiner Familie ein älteres Haus oder eine Wohnung kaufen und sanieren will, findet hier, was sich geändert hat, wer anspruchsberechtigt ist und wie der Antrag läuft. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist das KfW-Programm 308 und was hat sich im August 2026 geändert? **"Jung kauft Alt" (KfW 308) ist ein zinsverbilligter Kredit für Familien, die eine energetisch schlechte Bestandsimmobilie kaufen und sanieren. Seit dem 3. August 2026 sind die Kredithöchstbeträge höher, und neben dem Effizienzhaus-Weg ist eine Sanierung über vier Pflicht-Einzelmaßnahmen möglich.** Bisher mussten Kreditnehmer das gekaufte Gebäude auf mindestens "Effizienzhaus 85 EE" oder "Effizienzhaus Denkmal EE" sanieren. Diesen Weg gibt es weiterhin. Neu ist die Alternative: Heizungstausch, Fenstertausch, Fassadendämmung und Dach- oder Geschossdeckendämmung. Es müssen alle vier Maßnahmen umgesetzt werden, eine freie Auswahl gibt es nicht. Für beide Wege gilt eine Frist von 54 Monaten ab der Förderzusage. Familien können also zuerst einziehen und dann schrittweise sanieren. ## Die neuen Kreditgrenzen ab August 2026 im Überblick **Die Kreditobergrenzen sind je nach Kinderzahl um 30.000 bis 40.000 Euro gestiegen. Höchstens finanziert die KfW den Kaufpreis der Immobilie.** | Kinder unter 18 im Haushalt | Kreditgrenze bis 2. August 2026 | Kreditgrenze seit 3. August 2026 | |---|---|---| | 1 Kind | 100.000 € | 140.000 € | | 2 Kinder | 125.000 € | 160.000 € | | 3 oder mehr Kinder | 150.000 € | 180.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 und Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Der Zins von 0,53 Prozent aus der Pressemitteilung vom 30. Juli 2026 ist überholt. Laut KfW vom 6. Oktober 2026 kostet der Kredit effektiv 0,01 Prozent (bis 10 Jahre Laufzeit, 2 Jahre tilgungsfrei), 0,72 Prozent (bis 25 Jahre), 1,00 Prozent (bis 35 Jahre) oder 1,16 Prozent (endfällig), jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Der Abstand zur 35-Jahres-Variante beträgt also rund 2,8 Prozentpunkte. ## Wer ist antragsberechtigt? Die Voraussetzungen **Antragsberechtigt sind Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind 90.000 Euro nicht überschreiten, für jedes weitere Kind kommen 10.000 Euro dazu.** - **Kinder**: mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt am Tag der Antragstellung - **Einkommensgrenze**: 90.000 Euro bei einem Kind, 100.000 Euro bei zwei Kindern, 110.000 Euro bei drei Kindern. Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, nachgewiesen mit Einkommensteuerbescheiden. - **Kaufobjekt**: bestehendes Wohngebäude oder Eigentumswohnung in Deutschland mit gültigem Energieausweis der Klasse F, G oder H bei Antragstellung - **Selbstnutzung**: mindestens 50 Prozent Eigentumsanteil, mindestens fünf Jahre selbst bewohnen, keine Vermietung - **Kein Wohneigentum**: Bei Antragstellung darf niemand im künftigen Haushalt Wohneigentum in Deutschland besitzen Ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) ist das häufigste Kaufobjekt. Entscheidend ist aber nicht der Haustyp, sondern die Energieklasse im Energieausweis. ## Der neue Sanierungsweg: Was seit August gilt **Statt der Sanierung zum Effizienzhaus 85 EE kannst du seit August 2026 vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen. Alle vier sind Pflicht, und den Nachweis darf ein Fachunternehmen statt eines Energieeffizienz-Experten liefern.** Die vier Pflichtmaßnahmen, jeweils nach den technischen Mindestanforderungen der BEG Einzelmaßnahmen: - **Heizungstausch** auf eine Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, zum Beispiel eine Wärmepumpe - **Fenstertausch** - **Fassadendämmung** - **Dämmung des Dachs** oder der obersten Geschossdecke Lüftungsanlagen, Solaranlagen oder Kellerdeckendämmung zählen nicht zu diesen Pflichtmaßnahmen. Ausnahmen gibt es nur für Heizungen, die schon mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen, für Gebäude, die nur an einem Wärmenetz hängen, und für Bauteile, die bereits die Anforderungen der EnEV 2001 erfüllen. Beim Einzelmaßnahmen-Weg reicht als Nachweis eine Fachunternehmererklärung nach § 35c Einkommensteuergesetz je Maßnahme. Ein Energieeffizienz-Experte und ein Sanierungsfahrplan sind nur beim Effizienzhaus-Weg Pflicht. Eine Beratung vor dem Kauf empfiehlt die KfW trotzdem. Für die Energieberatung gibt es eine eigene BAFA-Förderung. ## Wie läuft der Antrag ab? **Den KfW-Kredit 308 beantragst du über deine Bank, Sparkasse oder einen Finanzvermittler. Der Antrag muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du den notariellen Kaufvertrag schließt.** 1. **Energieausweis prüfen**: Klasse F, G oder H muss bei Antragstellung belegt sein. 2. **Sanierungsweg wählen**: Effizienzhaus 85 EE mit Energieeffizienz-Experte oder die vier Einzelmaßnahmen. 3. **Antrag über den Finanzierungspartner**: mit Einkommensteuerbescheiden 2024 und 2023 (bei Antrag 2026), Geburtsurkunden der Kinder und Energieausweis. 4. **Kaufvertrag**: erst nach Antragseingang bei der KfW. Vorher ist nur ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung erlaubt, die an die Förderzusage geknüpft ist. Ein Kauf vor der Zusage geschieht auf eigenes Risiko. 5. **Auszahlung**: Den Kredit rufst du in einer Summe oder in Teilen ab. Ab dem 13. Monat nach Zusage berechnet die KfW 0,15 Prozent Bereitstellungsprovision pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Betrag. 6. **Sanierung und Nachweis**: binnen 54 Monaten ab Zusage, mit der Bestätigung nach Durchführung. Der KfW-308-Kredit ist meist nur ein Baustein. Den restlichen Kaufpreis und die Sanierung finanzierst du über Eigenkapital, Bankkredit und BEG-Förderung. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kalkulierst du Kaufpreis, Kaufnebenkosten und Sanierung zusammen. ## KfW 308 mit anderen Programmen kombinieren **Für die vorgeschriebene Sanierung darfst du laut Merkblatt 308 gleichzeitig Kredite und Zuschüsse aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude nutzen. Die Summe der Förderungen darf die förderfähigen Kosten nicht übersteigen.** | Programm | Förderung | Kombinierbar mit KfW 308? | |---|---|---| | BAFA BEG Einzelmaßnahmen (Hülle) | 15 % Zuschuss | Ja, für Fenster, Fassade, Dach | | KfW 458 Heizungsförderung | Zuschuss, max. 70 % bzw. 80 % | Ja, für die Heizung | | KfW 261 Wohngebäude-Kredit | Kredit bis 150.000 € je WE | Ja, für den Effizienzhaus-Weg | | KfW 455-B Barrierereduzierung | Zuschuss | Nein, seit 31.07.2026 keine Anträge | *Quelle: Merkblatt 308, KfW-Merkblatt 458, BAFA, KfW-Meldung vom 31.07.2026.* Die KfW hat den Zuschuss 455-B am 31. Juli 2026 gestoppt. Neue Anträge sind derzeit nicht möglich, ob das Programm 2027 wieder öffnet, ist offen. Was sich bei der BEG im Juli 2026 geändert hat, erklärt der Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## Was das für deine Immobilienplanung 2026 bedeutet **Mit 160.000 oder 180.000 Euro zum KfW-Zins lässt sich ein großer Teil des Kaufpreises günstig finanzieren. Die Sanierung ist aber Pflicht und kommt als eigener Kostenblock dazu.** Ein grob gerechnetes Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern kauft in Nordrhein-Westfalen ein Altbau-Einfamilienhaus für 280.000 Euro und plant 60.000 Euro für die Sanierung ein, zusammen 340.000 Euro (ohne Eigenkapital und Nebenkosten betrachtet). - KfW 308: 160.000 Euro zu 1,00 Prozent effektiv (35 Jahre Laufzeit) - Restfinanzierung: 180.000 Euro zu 3,81 Prozent (Bundesbank-Durchschnitt August 2026) - Mischzins: grob 2,5 Prozent Wer die 340.000 Euro komplett zum Marktschnitt finanziert, zahlt im ersten Jahr grob gerechnet rund 4.500 Euro mehr Zinsen. Dein tatsächliches Bankangebot kann abweichen, und Zuschüsse für die Sanierung senken den Kreditbedarf zusätzlich. Regionale Baukosten für die Sanierung zeigt die Übersicht [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## FAQ: KfW 308 "Jung kauft Alt", die häufigsten Fragen **Wie hoch ist der Kredit bei KfW 308 ab August 2026?** Je nach Kinderzahl: 1 Kind 140.000 Euro, 2 Kinder 160.000 Euro, 3 oder mehr Kinder 180.000 Euro, höchstens der Kaufpreis. Der effektive Jahreszins liegt laut KfW vom 6. Oktober 2026 zwischen 0,01 und 1,16 Prozent, je nach Laufzeit. **Muss ich das Haus vollständig sanieren?** Du hast zwei Wege: Sanierung zum Effizienzhaus 85 EE oder alle vier Einzelmaßnahmen (Heizung, Fenster, Fassade, Dach oder oberste Geschossdecke). Beides musst du innerhalb von 54 Monaten ab der Förderzusage umsetzen. **Wie hoch darf mein Einkommen für KfW 308 sein?** Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind 90.000 Euro nicht überschreiten, für jedes weitere Kind kommen 10.000 Euro dazu. Bei zwei Kindern liegt die Grenze also bei 100.000 Euro. **Wann muss der Antrag gestellt werden?** Der Antrag muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du den notariellen Kaufvertrag schließt. Erlaubt ist vorher nur ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist. **Kann ich KfW 308 mit anderen Förderprogrammen kombinieren?** Ja. Für die Sanierung darfst du BEG-Förderung gleichzeitig nutzen, etwa BAFA-Zuschüsse für die Gebäudehülle und KfW 458 für die Heizung. Ausgeschlossen ist, wer schon Baukindergeld, KfW 300 oder KfW 308 erhalten hat. KfW 455-B ist seit dem 31. Juli 2026 nicht mehr beantragbar. **Gilt "Jung kauft Alt" auch für Eigentumswohnungen?** Ja. Bestehende Eigentumswohnungen sind regulär förderfähig, wenn der Energieausweis Klasse F, G oder H zeigt und du selbst einziehst. Besondere Bedingungen für Wohnungen nennt die KfW nicht. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW: Merkblatt Jung kauft Alt (308), Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026: Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW: Konditionenübersicht für Förderkredite: https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - BAFA: Förderung der Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW-Meldung vom 31.07.2026: Antragsstopp 455-B: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html --- # Bauzinsen August 2026: EZB-Pause, aktuelle Zinsen und was der Herbst bringt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-ezb-pause-zinsprognose Zuletzt aktualisiert: 2026-08-25 Seit der EZB-Zinserhöhung vom 11. Juni 2026 haben die Bauzinsen ein neues Niveau gefunden – und verweilen dort. Im Juli hielt die Europäische Zentralbank die Leitzinsen unverändert, und die Baufinanzierungszinsen zeigen sich stabil in einem Korridor von 3,63 bis 4,36 Prozent, je nach Laufzeit. Was diese Zinspause für Bauherren bedeutet, ob der September eine Wende bringt und drei konkrete Schritte, mit denen du jetzt die günstigsten Konditionen sicherst. ## Aktuelle Bauzinsen im August 2026: Tabelle mit allen Laufzeiten **Im August 2026 liegen die Bauzinsen stabil auf dem Niveau nach der Juni-EZB-Erhöhung. Für 10-jährige Zinsbindung gilt aktuell ein Topzins von 3,71 Prozent effektiv – kein Sprung nach oben, kein Rückgang.** | Zinsbindung | Sollzins | Effektivzins (Durchschnitt) | Topzins | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 3,72 % | 3,88 % | 3,62 % | | 10 Jahre | 3,63 % | 3,75–3,85 % | 3,71 % | | 15 Jahre | 3,88 % | 3,97 % | 3,82 % | | 20 Jahre | 4,09 % | 4,19 % | 4,03 % | | 30 Jahre | 4,26 % | 4,36 % | 4,20 % | *Quelle: Dr. Klein, baufi-deutschland.de, Stand: August 2026. Topzins gilt für sehr gute Bonität und mindestens 20 Prozent Eigenkapital.* Zum Vergleich: Im Januar 2026 lagen die 10-Jahres-Konditionen noch bei 3,1 bis 3,3 Prozent. Nach dem EZB-Schritt im Juni sind sie innerhalb weniger Wochen auf das aktuelle Plateau geklettert und halten seither die Linie. Das ist die wichtigste Botschaft für den August: keine Eskalation, aber auch keine Entspannung. ## Warum die EZB im Juli pausiert hat – und was das bedeutet **Die EZB ließ den Einlagenzins im Juli 2026 bei 2,25 Prozent unverändert. Eine neue Erhöhung war vom Markt nicht erwartet worden – die Zinspause bestätigt das, schließt aber eine Herbst-Anhebung nicht aus.** Hintergrund: Nach dem Zinsschritt vom 11. Juni 2026 – der ersten Erhöhung seit 2023 – wartete die EZB auf neue Inflationsdaten. Die Kerninflation in der Eurozone liegt im Juli 2026 bei rund 2,4 Prozent und damit noch leicht über dem 2-Prozent-Ziel. Energiepreise beruhigen sich, Dienstleistungsinflation bleibt hartnäckig. Die Folge: Ein weiterer Zinsschritt im September ist möglich, aber nicht sicher. Die Mehrheit der von Interhyp befragten Experten rechnet für das zweite Halbjahr 2026 mit keiner größeren Bewegung – eine moderate Erhöhung um weitere 0,25 Prozentpunkte ist aber im Marktpreis bereits teilweise eingepreist. Für Bauherren bedeutet die Pause: Das aktuelle Niveau ist stabil, aber nicht garantiert. Wer auf eine deutliche Senkung wartet, wartet vermutlich vergebens – die EZB hat keinen Grund zur Lockerung, solange die Inflation über Ziel liegt. ## Was ein Baukredit im August 2026 konkret kostet **Bei 350.000 Euro Darlehen und 10 Jahren Zinsbindung zu 3,75 Prozent effektiv beträgt die monatliche Rate (bei 2 Prozent Tilgung) rund 1.677 Euro. Gegenüber dem Jahrestief im Januar 2026 macht das knapp 160 Euro Mehrkosten pro Monat.** Ein konkretes Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 140 m² Wohnfläche, Gesamtkosten 480.000 Euro, Eigenkapital 96.000 Euro (20 Prozent), Baudarlehen 384.000 Euro: | Zinssatz | Monatliche Rate (2 % Tilgung) | Zinskosten 10 Jahre | Restschuld nach 10 J. | |---|---|---|---| | 3,50 % | 1.760 € | ca. 122.000 € | ca. 283.000 € | | 3,75 % | 1.840 € | ca. 131.000 € | ca. 289.000 € | | 4,00 % | 1.920 € | ca. 140.500 € | ca. 294.000 € | | 4,25 % | 2.000 € | ca. 150.000 € | ca. 299.000 € | *Richtwerte ohne Kreditnebenkosten. Deinen genauen Finanzierungsbedarf inklusive Grunderwerbsteuer, Notar und Makler berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Der Unterschied zwischen Topzins und Durchschnittszins – aktuell rund 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte – macht bei 384.000 Euro Kredit über 10 Jahre bis zu 11.500 Euro aus. Angebote vergleichen lohnt sich also auch dann, wenn die Gesamtzinsen wenig Spielraum lassen. ## KfW-Förderung: Der wirksamste Zins-Hebel bleibt unberührt **KfW-Förderkredite sind von der EZB-Entscheidung vollständig entkoppelt. Der Klimafreundliche Neubau (Programm 298, EH40) bietet weiterhin 0,6 Prozent effektiven Jahreszins – fast 3 Prozentpunkte unter dem Markt.** | Programm | Zinssatz effektiv | Maximalbetrag | Status | |---|---|---|---| | KfW 298 (EH40 Neubau) | 0,6 % | 150.000 € je WE | läuft weiter | | KfW 297 (EH55 Neubau) | ca. 1,0 % | 100.000 € je WE | verlängert bis 31.12.2026 | | KfW 308 (Jung kauft Alt) | ab 0,01 % | bis 180.000 € | seit 3. August 2026 erhöht | | KfW 570 (Erneuerbare Energien Plus) | variabel | bis 150 Mio. € | seit 18. Juni 2026 | | Markt Topzins (10 Jahre) | 3,71 % | unbegrenzt | Marktkonditionen | *Quelle: KfW, Stand August 2026* Besonders interessant: Seit dem 3. August 2026 hat KfW die Kreditobergrenzen beim Programm Jung kauft Alt (308) deutlich angehoben – auf bis zu 180.000 Euro für Familien mit drei oder mehr Kindern. Wer ein bestehendes Haus kaufen will (Energieeffizienzklasse F, G oder H), bekommt damit einen Niedrigzins-Kredit zu 0,01 bis 0,53 Prozent effektiv, je nach Laufzeit. Konkreter Zinsvorteil am Beispiel: 100.000 Euro KfW EH40 zu 0,6 Prozent statt Markt zu 3,75 Prozent über 10 Jahre spart rund 19.400 Euro an Zinsen – fast ein Fünftel der Kreditsumme. Alle Details zur aktuellen [KfW BEG Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen) einschließlich neuer Einkommensboni und Grenzen. ## Prognose: Wie entwickeln sich Bauzinsen bis Jahresende 2026? **Die Mehrheit der Finanzierungsexperten erwartet für das zweite Halbjahr 2026 keine starke Bewegung. Der Korridor von 3,3 bis 3,9 Prozent für 10-jährige Zinsbindung dürfte bis Ende 2026 halten – mit leichter Aufwärtsneigung falls die EZB im September erneut agiert.** Drei Szenarien: **Szenario 1 – EZB pausiert auch im September:** Bauzinsen bleiben in der aktuellen Bandbreite (3,6 bis 3,9 Prozent). Das ist das Basisszenario, mit dem rund 50 Prozent der Interhyp-Experten rechnen. **Szenario 2 – EZB erhöht um weitere 0,25 Prozentpunkte:** Bauzinsen steigen kurzfristig auf 3,9 bis 4,2 Prozent. Ein Teil dieses Risikos ist bereits in den Kursen eingepreist, ein Schock wäre es nicht. **Szenario 3 – Konjunktureinbruch zwingt EZB zur Kehrtwende:** Zinssenkungen rücken näher. Baufinanzierungszinsen könnten Richtung 3,0 Prozent zurückgehen. Dieses Szenario gilt derzeit als unwahrscheinlich – die Datenlage spricht nicht dafür. Fazit der Prognosen: Wer auf deutlich günstigere Zinsen spekuliert, übernimmt ein erhebliches Timing-Risiko. Die meisten Experten empfehlen, bei konkretem Vorhaben und ausreichend Eigenkapital jetzt zu finanzieren und dafür lange Zinsbindung zu wählen. Die aktuellen [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) und anderer Bundesländer beeinflussen deinen Kreditbedarf erheblich – ein Blick auf regionale Vergleichswerte lohnt sich vor jedem Finanzierungsgespräch. ## Lohnt es sich, auf günstigere Bauzinsen zu warten? **Die ehrliche Rechnung: Warten lohnt sich nur, wenn die Zinsen um mindestens 0,5 Prozentpunkte sinken – und das im gleichen Zeitraum, in dem du weiter Miete zahlst. Das ist aktuell keine realistische Erwartung.** Beispielrechnung Wartezeit von 12 Monaten: - 12 Monate Kaltmiete à 1.200 Euro = **14.400 Euro Miete** - Erhoffte Zinssenkung: 0,5 Prozentpunkte bei 350.000 Euro über 10 Jahre = **ca. 17.500 Euro Ersparnis** - Netto-Vorteil: ca. 3.000 Euro – sofern die Zinsen tatsächlich sinken Das klingt nach einem hauchdünnen Plus für das Warten. Berücksichtigt man, dass in 12 Monaten auch Grundstücks- und Baupreise gestiegen sein können (Statistisches Bundesamt: +3,3 Prozent Baupreisindex 2026), dreht sich die Rechnung schnell ins Negative. Ausnahme: Wer noch erheblich Eigenkapital aufbauen kann und dadurch die Beleihungsgrenze deutlich verbessert, fährt mit Warten unter Umständen besser – nicht wegen der Zinsprognose, sondern wegen des Bonitätseffekts. ## Drei Maßnahmen, um jetzt günstigste Konditionen zu sichern **Unabhängig vom EZB-Kurs kannst du deinen effektiven Zinssatz durch drei Faktoren direkt beeinflussen: Eigenkapitalquote, Anbieterwahl und Fördermix.** **1. Mehrere Angebote parallel einholen** Die Zinsspanne zwischen teuerstem und günstigstem Anbieter liegt aktuell bei 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten – bei 350.000 Euro Kredit über 10 Jahre ein Unterschied von bis zu 17.500 Euro. Unabhängige Vermittler wie Interhyp oder Dr. Klein vergleichen hunderte Banken gleichzeitig. Direktbanken sind häufig günstiger als Filialbanken. **2. KfW-Anteile von Anfang an einplanen** KfW-Anträge müssen vor Vertragsabschluss oder Auftragsvergabe gestellt werden – ein Nachantrag ist nicht möglich. Das EH40-Programm läuft weiter, EH55 bis 31. Dezember 2026. Ein KfW-Anteil von 100.000 bis 150.000 Euro senkt den gewichteten Gesamtzinssatz erheblich, selbst wenn der Marktanteil zum aktuellen Niveau aufgenommen werden muss. **3. Lange Zinsbindung als Absicherung wählen** 15 oder 20 Jahre Zinsbindung kostet aktuell 0,25 bis 0,45 Prozentpunkte Aufschlag gegenüber 10 Jahren. Im Gegenzug entfällt das Anschlussfinanzierungsrisiko: Wer in 10 Jahren zu möglicherweise 4,5 bis 5 Prozent verlängern müsste, hat den Aufschlag von heute schnell aufgeholt. ## FAQ: Bauzinsen August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell im August 2026?** Für 10 Jahre Zinsbindung liegt der Effektivzins im August 2026 beim Topanbieter bei 3,71 Prozent, im Durchschnitt bei 3,75 bis 3,85 Prozent. Für 15 Jahre zahlt man aktuell rund 3,97 Prozent, für 20 Jahre rund 4,19 Prozent effektiv. Die Zinsen sind seit der EZB-Entscheidung vom Juni 2026 stabil. **Hat die EZB die Zinsen im Juli 2026 erhöht?** Nein. Im Juli 2026 hat die EZB den Einlagenzins bei 2,25 Prozent belassen und damit pausiert. Die letzte Erhöhung war am 11. Juni 2026 um 0,25 Prozentpunkte. Der nächste Beschluss ist für September 2026 erwartet – ob eine weitere Erhöhung kommt, ist offen. **Werden Bauzinsen im Herbst 2026 günstiger?** Experten rechnen mehrheitlich nicht mit einer deutlichen Zinssenkung. Der Basisszenario-Korridor von 3,3 bis 3,9 Prozent für 10 Jahre dürfte bis Jahresende halten. Eine EZB-Erhöhung im September würde die Kurse kurzfristig nach oben drücken, eine Senkung ist bei der aktuellen Inflationslage unwahrscheinlich. **Wie unterscheiden sich KfW-Zinsen vom Markt im August 2026?** KfW EH40 (Programm 298) bietet 0,6 Prozent effektiv, KfW EH55 (Programm 297) rund 1,0 Prozent – bis 31. Dezember 2026 verlängert. Der Markt liegt bei 3,71 bis 4,36 Prozent, je nach Laufzeit. Auf 100.000 Euro über 10 Jahre spart ein KfW EH40-Darlehen rund 19.000 bis 20.000 Euro an Zinsen gegenüber einem Marktdarlehen. **Was hat sich beim KfW-Programm Jung kauft Alt im August 2026 geändert?** Ab dem 3. August 2026 gelten höhere Kreditobergrenzen: Familien mit einem Kind erhalten bis zu 140.000 Euro (vorher 100.000 Euro), mit zwei Kindern bis zu 160.000 Euro, ab drei Kindern bis zu 180.000 Euro. Außerdem können Sanierungen jetzt in Einzelmaßnahmen umgesetzt werden statt als Komplettsanierung. Der Zinssatz startet ab 0,01 Prozent effektiv. **Sollte ich jetzt bauen oder auf günstigere Zinsen warten?** Für die meisten Bauherren mit konkretem Vorhaben und ausreichend Eigenkapital gilt: Warten auf deutlich günstigere Zinsen lohnt sich kaum. Die laufenden Mietkosten, steigende Baupreise und das Timing-Risiko überwiegen den möglichen Zinsvorteil. Wer noch erheblich Eigenkapital aufbauen kann, fährt mit gezieltem Warten unter Umständen besser – wegen besserer Bonitätsbewertung, nicht wegen der Zinsprognose. Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen August 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - baufi-deutschland.de: Bauzinsen August 2026: https://baufi-deutschland.de/aktuelle-bauzinsen/ - ImmoScout24: Zinskommentar August 2026: https://www.immobilienscout24.de/wissen/kaufen/zinskommentar.html - baufivergleich.de: Aktuelle Bauzinsen August 2026: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ - KfW: Klimafreundlicher Neubau (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Foerderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngebaeude-(297-298)/ - KfW: Programm 308 Jung kauft Alt – Änderungen ab August 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/Foerderprodukte/Jung-kauft-Alt-(308)/ --- # Baugenehmigungen im 1. Halbjahr 2026: +15,1 % – der Bau-Aufschwung ist da, was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/baugenehmigungen-halbjahr-2026-destatis-plus-15-prozent-trendwende Zuletzt aktualisiert: 2026-08-24 Am 19. August 2026 hat das Statistische Bundesamt eine Meldung veröffentlicht, die viele nicht mehr erwartet hatten: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland **126.300 Wohnungen** genehmigt – das sind **15,1 Prozent mehr** als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt der stärkste Halbjahres-Zuwachs seit 2016 vor. Zwei Krisenjahre in Folge mit Rekordtiefs sind vorerst gestoppt. Für Bauherren, die 2025 verschoben haben oder 2026 noch schwanken, verändert das die Ausgangslage. Was hinter den Zahlen steckt, welche Haustypen besonders zulegen, wie die Regionen abschneiden und was du für deine eigene Planung jetzt daraus ziehen solltest. ## Was Destatis am 19. August 2026 gemeldet hat **Im 1. Halbjahr 2026 haben deutsche Behörden 126.300 Wohnungen genehmigt – 16.600 mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Das entspricht einem Plus von 15,1 Prozent und ist der stärkste Halbjahres-Zuwachs seit 2016.** Die zentralen Zahlen im Überblick: - **Alle Wohnungen (Neubau + Bestand):** 126.300 Genehmigungen (+15,1 %) - **Wohnungen im Neubau:** 103.100 (+15,8 %) - **Nur Juni 2026:** 23.100 Wohnungen (+13,8 % ggü. Vorjahresmonat) - **Basis:** Vorjahresbasis 2025 war das schwächste Halbjahr seit Beginn der Statistik – die Prozente wirken größer, als das absolute Niveau ist Der Kontext ist entscheidend: Die Bundesregierung hatte sich 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zum Ziel gesetzt. Mit einer Genehmigungsquote von 126.300 im Halbjahr liegt Deutschland auf einem Jahresniveau von rund 250.000 bis 260.000 – deutlich unter dem Ziel. Aber: Nach dem Tiefpunkt von 2024/2025 ist eine klare Trendwende sichtbar. ## Welche Haustypen und Regionen besonders zulegen **Am stärksten wächst der Mehrfamilienhaus-Bau (+16,9 %), gefolgt von Zweifamilienhäusern (+27,3 %) und Einfamilienhäusern (+12,7 %). Regional zieht die Nachfrage vor allem in Ballungsräumen und ostdeutschen Städten an.** Die Aufschlüsselung nach Gebäudetypen im ersten Halbjahr 2026: | Gebäudetyp | Genehmigte Wohnungen H1 2026 | Veränderung zum Vorjahr | |---|---|---| | Einfamilienhäuser | 24.000 | +12,7 % | | Zweifamilienhäuser | 7.700 | +27,3 % | | Mehrfamilienhäuser | 67.000 | +16,9 % | | Wohnheime | rund 4.400 | +8 % (geschätzt) | | Baugenehmigungen im Bestand | 23.200 | +11,9 % | *Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung PD26_291_3111 vom 19. August 2026.* Besonders auffällig: Zweifamilienhäuser wachsen mit über 27 Prozent am dynamischsten. Der Grund liegt in der Neuauflage der KfW-Programme für Mehrgenerationen-Bauen und der Renaissance des Konzepts "Einliegerwohnung": Bauherren nutzen die zweite Wohneinheit als Mieteinnahme zur Finanzierung oder als Wohnraum für Eltern und erwachsene Kinder. Beim [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) ist das Plus mit 12,7 Prozent moderater, aber stabil. Nach zwei Krisenjahren sind viele private Bauherren wieder handlungsfähig geworden – die Kombination aus stabileren Zinsen, aktuelleren KfW-Programmen und dem klaren Rechtsrahmen des Gebäudemodernisierungsgesetzes gibt Planungssicherheit. ## Die drei Ursachen der Trendwende **Die Trendwende beruht auf drei parallelen Entwicklungen: Die BEG-Reform vom 21. Juli 2026 hat neue Fördersicherheit gebracht, die Bauzinsen bewegen sich seit April 2026 in einem stabilen Korridor, und der Gesetzgeber hat mit dem GModG die Heizungsdebatte beendet.** **1. Fördersicherheit durch die BEG-Reform** Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue KfW- und BAFA-Bedingungen. Die Heizungsförderung ist stabilisiert, die Zuschüsse für Wärmepumpen bleiben bei bis zu 70 Prozent, und der Sanierungskredit KfW 261 wurde bei den Konditionen leicht nachjustiert. Details findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). Zusätzlich läuft seit dem 1. Juli 2026 das Programm KfW 266 "Gewerbe zu Wohnen" mit bis zu 30.000 Euro Zuschuss pro neuer Wohneinheit. Und ab 3. August 2026 stehen bei KfW 308 "Jung kauft Alt" bis zu 180.000 Euro Kredit für kinderreiche Familien bereit – ein direkter Anreiz für Bestandssanierung. **2. Zinsen im stabilen Korridor** Die Bauzinsen liegen im August 2026 in einem Korridor zwischen 3,63 und 4,32 Prozent – je nach Zinsbindung und Bonität. Für 10-jährige Sollzinsbindung nennen Baufi-Broker aktuell Topzinsen um 3,63 Prozent. Nach den EZB-Anpassungen im Juni 2026 und der Sommerpause hat sich das Niveau plateauartig eingependelt. Der klare Sprung nach oben, den viele nach dem Nahost-Konflikt erwartet hatten, ist ausgeblieben. **3. Rechtsklarheit durch GModG** Seit 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz. Die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht ist Geschichte, ab 2029 greift die "Bio-Treppe", ab 2030 der Nullemissionsgebäude-Standard im Neubau. Nach zwei Jahren Rechtsunsicherheit können Bauherren jetzt wieder verlässlich planen – und das schlägt sich unmittelbar in den Genehmigungszahlen nieder. ## Warum die Stornoquote weiterhin hoch bleibt **Genehmigungen sind nicht gleich Fertigstellungen: Die Stornoquote lag 2025 bei rund 21 Prozent und bleibt auch 2026 auf hohem Niveau. Jedes fünfte genehmigte Bauvorhaben wird abgebrochen – oft aus Finanzierungsgründen.** Das ist die Kehrseite der guten Nachrichten. Der Deutsche Handwerkstag warnt schon länger vor einer sogenannten "Schubladen-Genehmigung": Bauherren beantragen die Baugenehmigung, um sich Grundstück und Planungsstand zu sichern, verschieben den Baustart aber unbestimmt. Gründe für die hohe Stornoquote: - **Finanzierungslücken** – Kalkulationen aus 2022/2023 halten den heutigen Bauzinsen nicht stand - **Materialpreis-Volatilität** – Holz, Stahl und Dämmung haben sich seit 2020 um 30 bis 45 Prozent verteuert - **Fachkräfteknappheit** – Handwerker sind vielerorts erst 2027 wieder verfügbar - **Verzögerung bei Nebenkosten** – Erschließung, Grunderwerbsteuer und Notarkosten sind schwerer verhandelbar geworden Wer 2026 baut, muss also nicht nur die Genehmigung, sondern auch die Ausführung finanzieren können. Nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) für eine realistische Gesamtkalkulation – inklusive Baunebenkosten, die schnell 15 bis 20 Prozent der reinen Baukosten ausmachen. ## Regionale Unterschiede: Wo die Nachfrage anzieht **Die Genehmigungen ziehen vor allem in Ballungsräumen (Berlin, München, Hamburg) und ostdeutschen Städten mit Uni-Standorten (Leipzig, Dresden, Jena) an. In strukturschwächeren ländlichen Regionen bleibt die Nachfrage verhalten.** Detailzahlen nach Bundesland veröffentlicht Destatis erst mit den Q3-Zahlen im November. Die Landesbauministerien melden jedoch bereits Tendenzen: - **Nordrhein-Westfalen:** +17 % Genehmigungen, vor allem in Rhein-Ruhr und Aachen - **Bayern:** +12 % Genehmigungen, München und Nürnberg treiben - **Berlin-Brandenburg:** +22 % Genehmigungen, klarer Berlin-Speckgürtel-Effekt - **Sachsen:** +19 % Genehmigungen, Leipzig-Boom hält an - **Mecklenburg-Vorpommern:** +8 % Genehmigungen, verhalten Die Grundstückspreise reagieren mit Verzögerung. Der bundesweite Durchschnitt liegt aktuell bei rund 273 Euro pro Quadratmeter – mit extremen Spreizungen von 54 Euro (Sachsen-Anhalt) bis über 1.000 Euro (Hamburg). Wer regional flexibel bauen kann, hat gerade jetzt echten Preisvorteil. Details zu Bundesländern findest du in den Baukosten-Übersichten, zum Beispiel für [Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Was das für deine Planung 2026 konkret bedeutet **Wenn du 2026 oder 2027 planst, sind die Chancen so gut wie seit vier Jahren nicht mehr: Handwerker melden wieder Kapazitäten für 2027, Fördertöpfe sind gefüllt und die Rechtslage ist geklärt. Verzögern lohnt sich nur, wenn du auf eine konkrete Verbesserung wartest.** Drei Szenarien für Bauherren: **Szenario A – Du hast schon Grundstück und Planung.** Reiche die Baugenehmigung jetzt ein. Die Genehmigungsdauer liegt in vielen Kommunen wieder bei 8 bis 12 Wochen (gegenüber 16+ Wochen im Krisenjahr 2024). Sichere dir gleichzeitig die KfW-Programme, die noch bis Ende 2026 laufen (KfW 297/298 EH55, KfW 266 Gewerbe zu Wohnen). **Szenario B – Du suchst noch das Grundstück.** Nutze die aktuelle Marktbewegung. In vielen Regionen sind Grundstücke wieder verhandelbar. Baustart 2027 ist realistisch, Fertigstellung 2028 – damit fällst du noch NICHT unter den Nullemissionsgebäude-Standard ab 2030. Rechne konservativ mit 300 Euro/m² Grundstückspreis in mittleren Lagen. **Szenario C – Du saniert Bestand.** Die BEG-Reform hat Sanierungsförderung neu geordnet. Wärmepumpe bleibt mit KfW 458 attraktiv (bis 70 Prozent Zuschuss), Fenster und Dämmung sind über BAFA BEG förderfähig. Kombiniere den [KfW 308 Jung kauft Alt](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-308-jung-kauft-alt-neue-foerderbetraege-august-2026) mit Einzelmaßnahmen – das ist ausdrücklich erlaubt und maximiert die Fördersumme. ## Wo die Risiken 2026 noch lauern **Trotz der Trendwende bleiben drei Risiken: Materialpreise können bei einer Nachfrageerholung wieder anziehen, Handwerker-Kapazitäten sind regional angespannt, und die EZB-Entscheidung im September 2026 kann Bauzinsen erneut in Bewegung bringen.** Worauf du achten solltest: **Materialpreise:** Destatis meldet für Q2 2026 einen Anstieg der Baupreise um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wenn die Nachfrage weiter anzieht – und die aktuellen Zahlen sprechen dafür – könnten Materialkosten wieder deutlicher steigen. Sichere dir Festpreise über 12 bis 18 Monate mit deinem Bauunternehmen. **Handwerker-Kapazitäten:** In München, Hamburg und dem Rhein-Main-Gebiet sind viele Gewerke erst wieder ab Frühjahr 2027 buchbar. In strukturschwächeren Regionen ist die Lage entspannter. Wer 2027 fertigstellen will, muss jetzt kontrahieren. **Bauzinsen:** Die EZB entscheidet am 10. September 2026 über den Leitzins. Analysten sehen eine 60-Prozent-Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause, aber auch eine leichte Senkung ist im Bereich des Möglichen. Beobachte die Entwicklung im Ratgeber [Bauzinsen August 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-hypothekenzinsen-prognose). **Politik:** Der Bundestag berät im Herbst 2026 einen Nachtragshaushalt. Sollte dieser die KfW-Mittel kürzen, könnten Fördertöpfe früher aufgebraucht sein. Wer die Förderung sicher haben will, beantragt jetzt. ## FAQ: Baugenehmigungen 1. Halbjahr 2026 **Wie viele Wohnungen wurden im 1. Halbjahr 2026 genehmigt?** Das Statistische Bundesamt meldet 126.300 genehmigte Wohnungen für Januar bis Juni 2026. Das sind 16.600 Wohnungen oder 15,1 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2025. Es ist der stärkste Halbjahres-Zuwachs seit 2016. **Bedeutet das, dass die Wohnungsnot in Deutschland gelöst wird?** Nein. Die Bundesregierung hatte 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zum Ziel gesetzt. Mit 126.300 Genehmigungen im Halbjahr liegt Deutschland auf einem Jahresniveau von rund 250.000 – deutlich unter dem Ziel. Es ist eine Trendwende, aber noch keine strukturelle Lösung. **Welcher Haustyp wächst am stärksten?** Zweifamilienhäuser wachsen mit +27,3 Prozent am dynamischsten, gefolgt von Mehrfamilienhäusern (+16,9 %) und Einfamilienhäusern (+12,7 %). Der starke Zuwachs bei Zweifamilienhäusern liegt an neuen Fördermöglichkeiten für Mehrgenerationen-Bauen und der Rückkehr der Einliegerwohnung. **Wie hoch ist die Stornoquote bei Baugenehmigungen?** Die Stornoquote lag 2025 bei rund 21 Prozent und bleibt auch 2026 auf hohem Niveau. Jedes fünfte genehmigte Bauvorhaben wird nicht ausgeführt. Hauptgründe sind Finanzierungslücken, Fachkräftemangel und Materialpreis-Volatilität. **Sollte ich jetzt bauen oder noch warten?** Wenn Grundstück, Planung und Finanzierung stehen: jetzt starten. Die Kombination aus verfügbaren KfW-Programmen, stabilen Zinsen und klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen ist so gut wie seit 2022 nicht mehr. Warten lohnt sich nur, wenn du auf eine konkrete Verbesserung wartest, etwa eine EZB-Zinssenkung oder eine spezifische Fördererweiterung. **Wann veröffentlicht Destatis die Zahlen nach Bundesland?** Die regionale Aufschlüsselung erscheint jeweils mit den Quartalszahlen. Q3-Zahlen mit Bundesland-Details werden Anfang November 2026 erwartet. Die Landesbauministerien melden vorab bereits Tendenzen – NRW und Sachsen führen den Aufwärtstrend an. **Was bedeutet der Aufschwung für die Bauzinsen?** Zunächst wenig. Bauzinsen hängen primär an EZB-Leitzins, Anleihe-Rendite und Inflation. Steigende Nachfrage nach Baufinanzierungen kann mittelfristig aber die Marge der Banken erhöhen. Kurzfristig bleiben die Zinsen im Korridor 3,6 bis 4,3 Prozent – die EZB-Entscheidung am 10. September 2026 wird der nächste Impuls. Quellen: - Statistisches Bundesamt: Baugenehmigungen für Wohnungen im Juni 2026 – PD26_291_3111 (19. August 2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/08/PD26_291_3111.html - Presseportal: Im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 15,1 % mehr Baugenehmigungen als im Vorjahr: https://www.presseportal.de/pm/32102/6335221 - IMMOVATION AG: Deutliches Plus bei Baugenehmigungen – +15,1 % im 1. Halbjahr 2026: https://immovation-ag.de/2026/08/19/markt-daten/deutliches-plus-bei-baugenehmigungen-151-im-1-halbjahr-2026/ - Deutsche Handwerks Zeitung: Baugenehmigungen – Leichtes Plus, hohe Stornierungsquote: https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/baugenehmigungen-leichtes-plus-hohe-stornierungsquote-382597/ - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen August 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html --- # KfW 308 "Jung kauft Alt": seit August 2026 bis zu 180.000 Euro Kredit für Familien URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-308-jung-kauft-alt-foerderung-august-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 3. August 2026 gelten für das KfW-Programm 308 "Jung kauft Alt" höhere Kreditobergrenzen. Familien mit drei oder mehr Kindern erhalten jetzt bis zu 180.000 Euro statt bisher 150.000 Euro, mit einem Kind sind es 140.000 statt 100.000 Euro. Außerdem gibt es einen neuen Sanierungsweg über vier festgelegte Einzelmaßnahmen, bei dem kein Energieeffizienz-Experte vorgeschrieben ist. Was die Änderungen bedeuten, für wen das Programm gilt und wie du den Antrag richtig stellst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist KfW 308 "Jung kauft Alt" und was hat sich geändert? **KfW 308 ist ein zinsverbilligter Kredit für Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, die eine bestehende Wohnimmobilie kaufen und anschließend energetisch sanieren. Seit 3. August 2026 sind die Kredithöchstbeträge um 30.000 bis 40.000 Euro höher.** Das Programm gibt es seit September 2024. Es richtet sich an Haushalte, die nicht neu bauen, sondern ein energetisch schlechtes Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen und modernisieren. Gefördert wird nur der Kaufpreis einschließlich Grundstück. Die Sanierung finanzierst du separat, etwa über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Neben den höheren Beträgen hat die KfW zum 3. August 2026 einen zweiten Sanierungsweg eingeführt: Statt Effizienzhaus 85 EE dürfen Käufer auch vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen. ## Die neuen Kreditbeträge ab August 2026 **Seit dem 3. August 2026 gelten Kredithöchstbeträge von 140.000, 160.000 und 180.000 Euro. Maßgeblich ist die Zahl der Kinder unter 18 Jahren, die am Tag der Antragstellung im Haushalt leben.** | Kinder im Haushalt | Kredit bis 2. August 2026 | Kredit seit 3. August 2026 | Erhöhung | |---|---|---|---| | 1 Kind | 100.000 € | 140.000 € | + 40.000 € | | 2 Kinder | 125.000 € | 160.000 € | + 35.000 € | | ab 3 Kinder | 150.000 € | 180.000 € | + 30.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 und Merkblatt 308, Stand 08/2026. Gefördert wird einmalig eine Wohneinheit, der Kredit ist auf den Kaufpreis begrenzt.* Der Zins ist seit dem Start der neuen Beträge gestiegen. Die 0,53 Prozent vom 30. Juli 2026 gelten nicht mehr. Aktuell liegt der effektive Jahreszins bei 0,01 Prozent (bis 10 Jahre Laufzeit, 2 Jahre tilgungsfrei), 0,72 Prozent (bis 25 Jahre), 1,00 Prozent (bis 35 Jahre) und 1,16 Prozent (endfällig), jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Bei 140.000 Euro zu 1,00 Prozent statt 3,81 Prozent sind das im ersten Jahr grob gerechnet rund 3.900 Euro weniger Zinsen. ## Wer darf KfW 308 beantragen? Einkommensgrenzen und Voraussetzungen **Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind höchstens 90.000 Euro betragen, für jedes weitere Kind kommen 10.000 Euro dazu. Eine Familie mit zwei Kindern darf also bis zu 100.000 Euro zu versteuerndes Einkommen haben.** Die Voraussetzungen im Überblick: - **Kinder**: mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt bei Antragstellung - **Einkommen**: 90.000 Euro bei einem Kind, 100.000 Euro bei zwei, 110.000 Euro bei drei Kindern, je weiteres Kind plus 10.000 Euro. Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. - **Immobilie**: bestehendes Wohngebäude oder bestehende Eigentumswohnung in Deutschland mit gültigem Energieausweis der Klasse F, G oder H bei Antragstellung. Ein bestimmtes Baujahr verlangt die KfW nicht. - **Kein Wohneigentum**: Bei Antragstellung darf niemand im künftigen Haushalt Wohneigentum in Deutschland besitzen, auch nicht anteilig oder vermietet. - **Selbstnutzung**: mindestens 50 Prozent Eigentumsanteil und mindestens fünf Jahre selbst bewohnen - **Sanierungspflicht**: innerhalb von 54 Monaten ab Förderzusage Nicht antragsberechtigt sind Vermieter, Kapitalanleger, Haushalte ohne Kind unter 18 Jahren und wer schon Baukindergeld, KfW 300 oder KfW 308 erhalten hat. ## Was wird konkret gefördert? **KfW 308 finanziert ausschließlich den Kaufpreis der Immobilie einschließlich Grundstück. Sanierungskosten und Kaufnebenkosten wie Notar, Makler und Grunderwerbsteuer sind nicht förderfähig.** Förderfähig: - der **Kaufpreis** der Bestandsimmobilie - die **Grundstückskosten**, die im Kaufpreis enthalten sind Nicht förderfähig: - **Sanierungskosten**, dafür gibt es die BEG, etwa den Wohngebäude-Kredit KfW 261 oder Zuschüsse für Einzelmaßnahmen - **Nebenkosten** wie Notar- und Maklergebühren oder die Grunderwerbsteuer - reine Grundstückskäufe, Ferienhäuser, Umschuldungen und Nachfinanzierungen ## Neu: Sanierung mit vier Einzelmaßnahmen **Seit 3. August 2026 kannst du statt der Sanierung zum Effizienzhaus 85 EE vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen. Es sind alle vier Pflicht, eine Auswahl aus einem Katalog gibt es nicht.** Bisher war nur der Effizienzhaus-Weg möglich, und dafür ist ein Energieeffizienz-Experte vorgeschrieben. Er bleibt auf diesem Weg Pflicht. Beim neuen Weg musst du innerhalb von 54 Monaten ab Förderzusage alle vier Maßnahmen nach den technischen Mindestanforderungen der BEG Einzelmaßnahmen umsetzen: - **Heizungstausch** auf mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien - **Fenstertausch** - **Fassadendämmung** - **Dämmung des Dachs** oder der obersten Geschossdecke Den Nachweis führst du mit einer Fachunternehmererklärung im Sinne von § 35c Einkommensteuergesetz je Maßnahme. Ausgenommen sind Heizungen, die schon mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen, Gebäude, die nur an einem Wärmenetz hängen, und Bauteile, die bereits die Anforderungen der EnEV 2001 erfüllen. ## KfW 308 mit anderen Programmen kombinieren **Laut Merkblatt 308 darfst du für die vorgeschriebene Sanierung gleichzeitig Kredite und Zuschüsse aus der BEG nutzen. Grenze: Die Summe aller Förderungen darf die förderfähigen Kosten nicht übersteigen.** | Programm | Typ | Kombinierbar mit 308? | Hinweis | |---|---|---|---| | KfW 458 (Heizungsförderung) | Zuschuss, max. 70 % bzw. 80 % | Ja | förderfähige Kosten 1. Wohneinheit max. 28.000 € | | BAFA BEG Einzelmaßnahmen (Hülle) | Zuschuss 15 % | Ja | Fenster, Fassade, Dach | | KfW 261 (Wohngebäude-Kredit) | Kredit bis 150.000 € je WE | Ja | für den Effizienzhaus-Weg | | KfW 300 (Familien-Neubau) | Kredit | Nein | wer 300 erhalten hat, ist bei 308 ausgeschlossen | *Quelle: Merkblatt 308, KfW-Merkblatt 458, BAFA, Stand 10/2026.* Zur BAFA-Förderung der Gebäudehülle: Nach der seit 21. Juli 2026 geltenden Richtlinie gibt es den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten erst ab einem förderfähigen Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro und nur für den Betrag darüber. Bei der Heizungsförderung sind für die erste Wohneinheit seit 21. Juli 2026 höchstens 28.000 Euro statt 30.000 Euro förderfähig. Eine Übersicht über weitere Programme gibt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was ein KfW-308-Finanzierungspaket konkret bringt **Bei einer Familie mit zwei Kindern und 160.000 Euro KfW-Anteil liegt der Zinsvorteil im ersten Jahr grob gerechnet bei rund 4.500 Euro gegenüber einer reinen Bankfinanzierung zum Marktschnitt.** Beispielrechnung, grob gerechnet: [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit Energieausweis Klasse G, Kaufpreis 260.000 Euro, Sanierung 90.000 Euro, Eigenkapital 80.000 Euro einschließlich Nebenkosten, Kreditbedarf 270.000 Euro. Familie mit zwei Kindern. | Finanzierungsbaustein | Betrag | Zins effektiv | Zinsen im 1. Jahr (grob) | |---|---|---|---| | KfW 308 (35 Jahre) | 160.000 € | 1,00 % | ca. 1.600 € | | Bankkredit Rest | 110.000 € | 3,81 % | ca. 4.190 € | | **Gesamt** | **270.000 €** | | **ca. 5.790 €** | | Zum Vergleich: alles über die Bank | 270.000 € | 3,81 % | ca. 10.290 € | *Eigene Rechnung mit KfW-Zins vom 06.10.2026 und dem Bundesbank-Durchschnitt für August 2026 (5 bis 10 Jahre Zinsbindung). Dein Bankangebot kann abweichen. Die Sanierungskosten sind hier pauschal im Bankkredit enthalten, über KfW 261 oder Zuschüsse kann es günstiger werden.* Deinen Gesamtfinanzierungsbedarf berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## So stellst du den KfW-308-Antrag: Schritt für Schritt **Den Antrag stellt deine Bank, Sparkasse oder ein Finanzvermittler bei der KfW. Er muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du den notariellen Kaufvertrag schließt.** 1. **Kaufobjekt prüfen**: Energieausweis mit Klasse F, G oder H anfordern. 2. **Sanierungsweg festlegen**: Effizienzhaus 85 EE mit Energieeffizienz-Experte oder die vier Einzelmaßnahmen mit Fachunternehmen. Eine Beratung vor dem Kauf empfiehlt die KfW. 3. **Unterlagen**: Einkommensteuerbescheide des zweiten und dritten Jahres vor dem Antrag (2026: 2024 und 2023), Geburtsurkunden, Energieausweis. 4. **Antrag über den Finanzierungspartner** stellen lassen. 5. **Kaufvertrag**: erst nach Antragseingang bei der KfW. Vorher ist nur ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist, erlaubt. Ein Kauf nach Antrag, aber vor Zusage, geschieht auf eigenes Risiko. 6. **Sanierung umsetzen**: binnen 54 Monaten ab Förderzusage. 7. **Nachweis einreichen**: Bestätigung nach Durchführung, beim Einzelmaßnahmen-Weg mit Fachunternehmererklärungen, beim Effizienzhaus-Weg vom Experten erstellt. Wer den Kaufvertrag vor dem Antragseingang ohne aufschiebende Bedingung unterschreibt, verliert die Förderung. Regionale Baukosten für die Sanierung findest du etwa auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## FAQ: KfW 308 "Jung kauft Alt" August 2026 **Was ist der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen KfW 308?** Seit 3. August 2026 sind die Kreditobergrenzen höher: 140.000 statt 100.000 Euro (1 Kind), 160.000 statt 125.000 Euro (2 Kinder), 180.000 statt 150.000 Euro (ab 3 Kindern). Zusätzlich ist die Sanierung jetzt auch über alle vier festgelegten Einzelmaßnahmen mit Fachunternehmererklärung möglich. **Wie hoch ist der Zinssatz bei KfW 308?** Laut KfW vom 6. Oktober 2026 effektiv 0,01 Prozent bei bis zu 10 Jahren Laufzeit, 0,72 Prozent bei bis zu 25 Jahren, 1,00 Prozent bei bis zu 35 Jahren und 1,16 Prozent endfällig. Es gilt der Zins am Tag der Zusage oder der günstigere Zins bei Antragseingang. **Muss ich erst sanieren, bevor ich einziehen kann?** Nein. Du kannst einziehen und danach sanieren. Die Frist von 54 Monaten läuft ab der Förderzusage. Verfehlst du das Ziel, erreichst aber mindestens ein Effizienzhaus 100 EE, steigt der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr. **Gilt das Programm auch für Eigentumswohnungen?** Ja. KfW 308 fördert den Kauf bestehender Eigentumswohnungen genauso wie den Kauf von Häusern. Gefördert wird einmalig eine Wohneinheit. **Kann ich KfW 308 und die Heizungsförderung KfW 458 kombinieren?** Ja. KfW 308 finanziert den Kaufpreis, KfW 458 bezuschusst den Heizungstausch. Laut Merkblatt 308 darfst du BEG-Förderung für die vorgeschriebene Sanierung gleichzeitig nutzen. **Gilt die Einkommensgrenze für das Brutto- oder Nettogehalt?** Weder noch. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen laut Einkommensteuerbescheid, und zwar der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Nachweisen musst du es mit den Bescheiden, Bescheinigungen des Steuerberaters reichen nicht. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW: Merkblatt Jung kauft Alt (308), Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026: Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW: Konditionenübersicht für Förderkredite: https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - BAFA: Förderung der Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html --- # Holzhaus bauen 2026: Kosten, KfW-Förderung und Planung für den Nullemissionsgebäude-Standard URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/holzhaus-bauen-2026-kosten-kfw-nullemissionsgebaeude Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Holzhaus ist für viele Bauherren eine ernsthafte Alternative zum Massivbau. Gleichzeitig setzt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) mit dem Nullemissionsgebäude-Standard ab 2030 neue Rahmenbedingungen, und die KfW fördert klimafreundliche Neubauten mit zinsgünstigen Krediten. Was ein Holzhaus 2026 kostet, wie die Holzpreise das Budget belasten und was du für die Planung jetzt wissen musst, steht in diesem Ratgeber. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was kostet ein Holzhaus 2026? **Die Kosten eines Holzhauses hängen vor allem von Bauweise, Ausbaustufe, Ausstattung und Region ab. Belastbare Zahlen liefern nur Angebote für deinen Entwurf. Einen ersten Rahmen für dein Vorhaben gibt der Baukostenrechner.** "Holzhaus" ist keine einheitliche Kategorie. Die größten Preistreiber sind: - **Bauweise**: Holzrahmenbau, Holztafelbau oder Massivholz (Brettsperrholz) - **Ausbaustufe**: Bausatz mit viel Eigenleistung, Ausbauhaus oder schlüsselfertig - **Ausstattung**: Fenster, Bäder, Haustechnik, Fassade - **Effizienzstandard**: EH 55, EH 40 oder EH 40 mit QNG-Siegel - **Region**: Lohnkosten und Auslastung der Holzbaubetriebe Zum Hauspreis kommen immer Grundstück, Erschließung, Baunebenkosten wie Notar, Grunderwerbsteuer und Architekt sowie Außenanlagen. Den Gesamtrahmen für dein Vorhaben mit regionalen Faktoren ermittelt der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Hole mindestens drei vergleichbare Angebote ein und achte darauf, dass sie dieselbe Ausbaustufe und denselben Effizienzstandard beschreiben. Sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. ## Holzrahmenbau vs. Massivholz: Welche Bauweise lohnt sich? **Holzrahmenbau ist die verbreitete Bauweise beim Einfamilienhaus und meist die wirtschaftlichere Wahl. Massivholzbauten aus Brettsperrholz bieten mehr Speichermasse und sichtbare Holzoberflächen, kosten aber in der Regel mehr.** **Holzrahmenbau:** - Konstruktion aus Holzstielen und Riegeln, Dämmung im Wandgefach - Vergleichsweise schlanke Außenwände bei guten Dämmwerten - Gut geeignet für die Effizienzhaus-Stufen 55 und 40 - Hoher Vorfertigungsgrad, kurze Montagezeit auf der Baustelle **Massivholz / Brettsperrholz:** - Massive Holzplatten als tragende Elemente, sichtbare Holzoberflächen möglich - Mehr Speichermasse, gutes Raumklima und Schallschutz - Aufwendigere Planung, höherer Materialeinsatz Für ein [Holzhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/holzhaus) mit begrenztem Budget ist Holzrahmenbau meist die realistischere Wahl. Massivholz lohnt sich, wenn Raumklima und Holzoptik im Vordergrund stehen und das Budget es erlaubt. ## Holzpreise 2026: Was der Preisanstieg für dein Budget bedeutet **Holz ist 2026 deutlich teurer als 2025. Laut Statistischem Bundesamt kosteten Dachlatten im Mai 2026 11,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Bauschnittholz 11,4 Prozent und Konstruktionsvollholz 7,5 Prozent. Wer mit alten Angeboten kalkuliert, rechnet zu günstig.** | Material | Preisänderung Mai 2026 gegenüber Mai 2025 | |---|---| | Dachlatten | +11,8 % | | Bauschnittholz | +11,4 % | | Konstruktionsvollholz (KVH) | +7,5 % | | Betonstahl in Stäben | +5,0 % | | Erzeugerpreise gewerblicher Produkte gesamt | +2,2 % | *Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 24.06.2026.* Wie stark sich das auf dein Haus auswirkt, hängt vom Holzanteil und vom Zeitpunkt der Preisbindung ab. Drei Maßnahmen helfen: Erstens mehrere Anbieter vergleichen. Zweitens auf einen Festpreisvertrag mit klarer Preisbindungsfrist achten. Drittens prüfen, ob regionale Anbieter mit kurzen Lieferwegen günstiger sind. Regionale Baukosten findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## KfW-Förderung für Holzhäuser 2026 **Ein eigenes KfW-Programm für Holzhäuser gibt es nicht. Holzhäuser werden wie andere Neubauten über den Klimafreundlichen Neubau (297/298) gefördert: als zinsgünstiger Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro.** | Programm | Konditionen | Status | |---|---|---| | KfW 297/298 Klimafreundliches Wohngebäude (EH 40 mit Ökobilanz) | Kredit bis 100.000 €, eff. ab 1,96 % | läuft | | KfW 297/298 EH 40 mit QNG | Kredit bis 150.000 €, eff. ab 1,96 % | läuft | | KfW 297/298 EH 55 | Kredit bis 100.000 €, eff. ab 1,00 % | Antragseingang bis spätestens 31.12.2026 oder bis die Mittel erschöpft sind | | KfW 570 | Kredit bis 150 Mio. € | nur für Unternehmen | *Quelle: KfW-Programmseite 297/298, KfW-Pressemitteilung 19.06.2026, KfW-Konditionenübersicht vom 06.10.2026 (Zinsen jeweils 10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung).* Die Programmnummer richtet sich nach dir: 297 gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, 298 für alle anderen. Beim EH 55 muss die Baugenehmigung bei Antragstellung gültig vorliegen. Wichtig bei der Heizung: Beim Effizienzhaus 40 sind Öl-, Gas- und Biomasseheizungen ausgeschlossen. Eine Pelletheizung ist nur in der Stufe EH 55 erlaubt. Wer EH 40 anstrebt, plant also mit Wärmepumpe oder Fernwärme. Den Antrag stellst du über deine Bank, bevor du Bau- oder Kaufverträge ohne Vorbehalt unterschreibst. Holzbau kann bei der Ökobilanz Vorteile haben, ob dein Entwurf die Anforderungen erfüllt, rechnet der Energieeffizienz-Experte nach. Alle Details zu Antrag, Programmen und Fristen erklärt der Ratgeber [KfW Klimafreundlicher Neubau 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-297-298-klimafreundlicher-neubau-2026). ## Der Nullemissionsgebäude-Standard ab 2030: Warum Holzhäuser gut passen **Ab 1. Januar 2030 müssen alle neu zu errichtenden Gebäude Nullemissionsgebäude sein. Am Standort dürfen keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Ein gut gedämmtes Holzhaus mit Wärmepumpe erfüllt das ohne Umwege.** Gas- und Ölheizungen passen damit nicht mehr in einen Neubau ab 2030, auch wenn das Gesetz kein ausdrückliches Verbot formuliert. Ob es beim Stichtag auf Bauantrag oder Fertigstellung ankommt, lässt sich dem Gesetzestext nicht ausdrücklich entnehmen. Wer um 2030 fertig wird, sollte deshalb nicht fossil planen. Vorteile eines Holzhauses mit Blick auf 2030: **Geringe Heizlast:** Gut gedämmte Holzhäuser brauchen wenig Heizenergie. Das passt zu einer Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und niedrigen Vorlauftemperaturen. **Ökobilanz:** Holz speichert Kohlenstoff, der beim Wachstum gebunden wurde. In der Lebenszyklusbetrachtung, die beim Klimafreundlichen Wohngebäude verlangt wird, kann das helfen. **Solarpflicht:** Die bundesweite Solarpflicht nach § 106 GModG tritt am 1. Januar 2027 in Kraft, zunächst für Nichtwohngebäude. Für neue Wohngebäude gilt sie ab dem 1. Januar 2030. Schon ab 2027 muss aber jedes neue Gebäude so geplant werden, dass sein Solarpotenzial optimiert wird. Mindestgrößen nennt das Gesetz nicht. Beim Holzbau lässt sich die Dachstatik für eine PV-Anlage in der Vorfertigung gut mit einplanen. Mehr zu den Anforderungen erklärt der Ratgeber [Nullemissionsgebäude 2030: Was Bauherren jetzt planen müssen](https://baukostenplan.de/ratgeber/nullemissionsgebaeude-2030-neubau-planung-gmodg). ## Holzhaus regional: Wovon die Kosten abhängen **Die Baukosten für Holzhäuser unterscheiden sich regional deutlich. Gründe sind Lohnkosten, Grundstückspreise und die Dichte spezialisierter Holzbaubetriebe.** Pauschale Preislisten je Bundesland helfen wenig, weil Lage, Grundstück und Anbieter stark schwanken. Sinnvoller ist es, mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) einen regionalen Rahmen zu ermitteln und ihn mit konkreten Angeboten aus deiner Region abzugleichen. Wo es viele Holzbaubetriebe gibt, sind Angebote leichter vergleichbar und Wartezeiten oft kürzer. Frag bei Anbietern nach Referenzhäusern in deiner Nähe und nach der aktuellen Auslastung. ## FAQ: Holzhaus bauen 2026 **Wie lange hält ein Holzhaus?** Ein fachgerecht geplantes und gebautes Holzhaus ist auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt, vergleichbar mit anderen Bauweisen. Entscheidend ist der Holzschutz: konstruktiver Feuchteschutz, etwa kein Erdkontakt und ausreichende Dachüberstände, und bei Bedarf technischer Holzschutz nach DIN 68800. **Ist ein Holzhaus günstiger als ein Massivhaus?** Nicht automatisch. Die kürzere Bauzeit durch Vorfertigung spart Zeit und kann Kosten senken, höhere Holzpreise wirken in die andere Richtung. Vergleiche konkrete Angebote mit gleicher Ausbaustufe und gleichem Effizienzstandard. **Welche KfW-Förderung gibt es für Holzhäuser?** Den Klimafreundlichen Neubau (297/298): Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro. Effizienzhaus 40 effektiv ab 1,96 Prozent, Effizienzhaus 55 ab 1,00 Prozent (Stand 06.10.2026). Den Antrag stellst du über deine Bank vor Beginn des Vorhabens. **Braucht ein Holzhaus eine Baugenehmigung?** Ja. Ein Holzhaus unterliegt denselben baurechtlichen Anforderungen wie jedes andere Wohngebäude, mit Standsicherheits- und Brandschutznachweis. **Kann ich ein Holzhaus ohne Keller bauen?** Ja, das ist beim Holzhaus häufig. Eine gedämmte Bodenplatte ist meist günstiger als ein Keller. Wer Keller braucht, kann einen massiven Keller mit einem Holzaufbau kombinieren. **Was gilt bis zum Nullemissionsstandard 2030?** Bis dahin sind im Neubau rechtlich auch fossile Heizungen möglich. Für Gas- und Ölheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, gilt aber ab 2029 die Bio-Treppe mit zunächst 10 Prozent Bio-Anteil, auch im Neubau. Mit KfW-Förderung sind Öl und Gas ohnehin ausgeschlossen. Wer jetzt ein Holzhaus plant, sollte die Heizung deshalb gleich auf erneuerbare Energie auslegen. Quellen: - Statistisches Bundesamt: Preise für viele Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen (24.06.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Erneuerbare Energien (570): https://www.kfw.de/570 - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 --- # Fenstertausch 2026: Kosten, BAFA-Förderung nach der BEG-Reform und wann es sich lohnt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/fenstertausch-kosten-bafa-foerderung-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Neue Fenster gehören zu den wirksamsten Einzelmaßnahmen einer energetischen Sanierung. 2026 haben sich gleich mehrere Rahmenbedingungen verschoben: Seit dem 21. Juli 2026 gilt beim BAFA eine neue Regel für den iSFP-Bonus, Flachglas war laut Statistischem Bundesamt im Mai 2026 um 15,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, und beim KfW-Programm 308 "Jung kauft Alt" ist der Fenstertausch seit August 2026 eine der vier vorgeschriebenen Einzelmaßnahmen. Hier stehen Kosten, Förderung und Ablauf. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. KfW-Zinsen laut Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was kostet ein Fenstertausch 2026? **Ein Kunststofffenster mit Dreifachverglasung (etwa 150 x 120 cm) kostet nach üblichen Angebotsspannen inklusive Einbau und Entsorgung grob 700 bis 1.400 Euro. Für ein Einfamilienhaus mit zwölf Fenstern kommen grob 10.000 bis 25.000 Euro zusammen.** Die Spanne hängt vom Rahmenmaterial, der Verglasung und dem Aufwand an der Laibung ab. | Fenstertyp | Preis pro Fenster inkl. Einbau | |---|---| | Kunststoff 2-fach | 500 bis 750 Euro | | Kunststoff 3-fach | 700 bis 1.100 Euro | | Holz-Alu 3-fach | 1.000 bis 1.800 Euro | | Alu 3-fach | 1.200 bis 2.200 Euro | | Dachfenster | 800 bis 1.600 Euro | *Grobe Richtwerte inklusive Montage, Laibungsabdichtung und Entsorgung, keine amtliche Statistik. Dein Angebot kann deutlich abweichen.* Dazu kommen oft Nebenarbeiten: Putz und Anstrich an der Laibung, neue Rollläden, Fensterbänke innen und außen. Rechne grob mit weiteren 150 bis 400 Euro je Fenster. Flachglas war im Mai 2026 laut Destatis um 15,4 Prozent teurer als im Mai 2025. Wie sich die Preise weiter entwickeln, lässt sich daraus nicht ableiten. ## BAFA-Förderung 2026: Was du für neue Fenster bekommst **Das BAFA fördert den Fenstertausch im Programm BEG Einzelmaßnahmen mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit iSFP gibt es 5 Prozentpunkte mehr, seit Juli 2026 aber nur ab 30.000 Euro förderfähigen Kosten und nur auf den Betrag darüber.** | Fördervariante | Fördersatz | Max. förderfähige Kosten je Kalenderjahr (1. Wohneinheit) | |---|---|---| | BEG EM Grundförderung | 15 % | 30.000 Euro | | BEG EM mit iSFP-Bonus | 15 %, auf den Teil über 30.000 € 20 % | 60.000 Euro | *Ab der zweiten Wohneinheit gelten niedrigere Grenzen: je 15.000 Euro (mit iSFP 30.000 Euro) für die zweite bis sechste, je 8.000 Euro (mit iSFP 15.000 Euro) ab der siebten.* Förderfähig sind neben den Fenstern auch Einbau, Laibungsarbeiten, Putz und Abdichtung. Die Fachplanung und Baubegleitung durch den Energieeffizienz-Experten wird gesondert mit 50 Prozent gefördert, förderfähig sind beim Ein- und Zweifamilienhaus höchstens 5.000 Euro. **Technische Mindestanforderung:** Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster müssen einen Wärmedurchgangskoeffizienten von Uw ≤ 0,95 W/(m²K) erreichen. Mit Dreifachverglasung ist das üblich, Zweifachverglasungen schaffen den Wert in der Regel nicht. Den Antrag stellst du **vor** Beginn des Vorhabens über das BAFA-Portal. Ab der Zusage hast du 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Alle Förderbedingungen findest du auch im Ratgeber zu den [BEG-Einzelmaßnahmen nach der Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/bafa-beg-einzelmassnahmen-reform-juli-2026). ## Was die BEG-Reform Juli 2026 konkret bedeutet **Seit dem 21. Juli 2026 gibt es den iSFP-Bonus nur, wenn die förderfähigen Kosten mindestens 30.000 Euro betragen, und nur auf den Teil darüber. Für einen reinen Fenstertausch unter 30.000 Euro entfällt der Bonus.** Ein Rechenbeispiel mit iSFP (eigene Rechnung): | Szenario | Investition | Alte Regelung (bis 20.07.2026) | Neue Regelung (ab 21.07.2026) | |---|---|---|---| | 10 Fenster Kunststoff | 12.000 Euro | 2.400 Euro (20 %) | 1.800 Euro (15 %) | | 15 Fenster + Haustür | 28.000 Euro | 5.600 Euro (20 %) | 4.200 Euro (15 %) | | 15 Fenster + Türen + Nebenarbeiten | 38.000 Euro | 7.600 Euro (20 %) | 6.100 Euro | *Im dritten Fall: 15 % auf 38.000 € = 5.700 €, dazu 5 % auf 8.000 € = 400 €. Ohne iSFP wären nur 30.000 € förderfähig, also 4.500 €.* Wer nur Fenster tauscht und unter 30.000 Euro bleibt, bekommt 15 Prozent, auch mit iSFP. Wer Fenster mit weiteren Maßnahmen wie einer Außendämmung im selben Antrag kombiniert und so über 30.000 Euro kommt, erhält auf den Mehrbetrag den Bonus. ## Technische Anforderungen: Was die Fenster leisten müssen **Für die Förderung zählt der Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K) für das ganze Fenster. Daneben lohnt der Blick auf Glaswert, Sonnenschutz und Schallschutz.** Wichtige Kennwerte bei der Auswahl: - **Uw-Wert** (Wärmedurchgang Fenster gesamt): höchstens 0,95 W/(m²K) für die BAFA-Förderung - **Ug-Wert** (Wärmedurchgang Glas): bei Dreifachverglasung deutlich niedriger als bei Zweifachverglasung - **g-Wert** (Gesamtenergiedurchlass): bestimmt, wie viel Sonnenwärme ins Haus kommt, wichtig für Südfenster und sommerlichen Wärmeschutz - **Schallschutzklasse**: an Straßen mit viel Verkehr höher wählen Lass dir ein Angebot geben, das Uw-Wert und Hersteller ausweist. Der Energieeffizienz-Experte prüft die Förderfähigkeit und erstellt die Nachweise für den Antrag. ## KfW 308 "Jung kauft Alt": Fenstertausch als Pflichtmaßnahme **Seit dem 3. August 2026 können Käufer eines unsanierten Altbaus die Sanierungspflicht im Programm 308 auch mit vier festgelegten Einzelmaßnahmen erfüllen. Der Fenstertausch ist eine davon, alle vier sind Pflicht.** KfW 308 richtet sich an Familien mit mindestens einem Kind, die ein Wohngebäude oder eine Eigentumswohnung mit Energieausweis der Klasse F, G oder H kaufen. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind 90.000 Euro betragen, plus 10.000 Euro je weiterem Kind. Innerhalb von 54 Monaten ab Zusage muss das Gebäude entweder das Effizienzhaus 85 EE erreichen oder alle vier Einzelmaßnahmen nach den technischen Anforderungen der BEG EM umsetzen: 1. Heizungstausch auf ein System mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien 2. **Fenstertausch** (Uw ≤ 0,95 W/(m²K)) 3. Fassadendämmung 4. Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke Die Kreditbeträge seit dem 3. August 2026: 140.000 Euro (1 Kind), 160.000 Euro (2 Kinder), 180.000 Euro (ab 3 Kindern). Gefördert wird nur der Kaufpreis, nicht die Sanierung. Der effektive Zins lag am 6. Oktober 2026 je nach Laufzeit zwischen 0,01 Prozent (10 Jahre, 2 tilgungsfrei) und 1,16 Prozent (endfällig), bei 35 Jahren Laufzeit bei 1,00 Prozent. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Bundesbank). Für die Sanierung selbst darfst du laut KfW-Merkblatt 308 zusätzlich Kredite oder Zuschüsse aus der BEG nutzen, also etwa die BAFA-Förderung für die Fenster. Kredite und Zuschüsse zusammen dürfen die förderfähigen Kosten nicht übersteigen. Eine Übersicht zu allen KfW-Programmen findest du auf der Seite [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Schritt für Schritt: Ablauf eines Fenstertauschs mit BAFA-Förderung **Der Fenstertausch selbst dauert nur wenige Tage. Entscheidend ist die Reihenfolge: Vertrag mit Förderbedingung, dann Antrag, dann Einbau.** 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Bestandsaufnahme, Prüfung der Förderfähigkeit, auf Wunsch iSFP (Energieberatung: 50 Prozent Zuschuss, höchstens 650 Euro beim Ein- oder Zweifamilienhaus) 2. **Angebote einholen**: mehrere Fachbetriebe anfragen, Uw-Werte vergleichen 3. **Vertrag schließen**, und zwar unter der aufschiebenden oder auflösenden Bedingung der Förderzusage 4. **BAFA-Antrag stellen** mit dem Vertrag. Ohne diese Bedingung wäre der Vertrag schon ein förderschädlicher Vorhabenbeginn. 5. **Einbau**: Nach dem Antrag darfst du auf eigenes Risiko beginnen, sicherer ist der Start nach der Zusage 6. **Verwendungsnachweis** mit Rechnungen innerhalb des Bewilligungszeitraums einreichen Für die Gesamtkalkulation deines Sanierungsvorhabens nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Marktlage Herbst 2026: Jetzt handeln oder warten? **Die Förderung für Fenster ist bis 2030 in der Richtlinie geregelt, für Fenster gibt es keine sinkende Bonusstaffel wie beim Klimabonus der Heizung. Wer warten will, verliert also keine Förderprozente, trägt aber das Risiko weiter steigender Preise.** Die Lage im Überblick: - **Glaspreise**: Flachglas im Mai 2026 15,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor (Destatis, 24.06.2026) - **Bauzinsen**: Wohnungsbaukredite im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv bei 5 bis 10 Jahren Zinsbindung und 4,04 Prozent bei über 10 Jahren (Bundesbank). Die EZB hat ihren Einlagesatz zum 16. September 2026 auf 2,50 Prozent angehoben. - **Förderlage**: Einen Rechtsanspruch auf die BEG-Förderung gibt es nicht, sie steht unter Haushaltsvorbehalt. - **Ab 2027**: Für Dämmmaßnahmen an sehr ineffizienten Gebäuden kommt ein WPB-Bonus von 5 Prozentpunkten. Fenster zählen nicht zu diesen Dämmmaßnahmen. Die regionalen Baukosten und Handwerkerpreise unterscheiden sich. Eine Orientierung gibt die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit zwölf bis fünfzehn Fenstern ist ein realistischer Ablauf: Angebote und Antrag im Herbst und Winter, Einbau im Frühjahr. Fenster lassen sich bei passendem Wetter aber auch im Winter tauschen. ## FAQ: Fenstertausch und BAFA-Förderung 2026 **Wie viel Förderung bekomme ich für neue Fenster beim BAFA?** 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit iSFP gibt es 5 Prozentpunkte mehr, seit dem 21. Juli 2026 aber nur, wenn die förderfähigen Kosten mindestens 30.000 Euro betragen, und nur auf den Teil darüber. Für einen Fenstertausch unter 30.000 Euro bleibt es bei 15 Prozent. **Welchen Uw-Wert müssen neue Fenster für die BAFA-Förderung haben?** Höchstens 0,95 W/(m²K). Standard-Dreifachverglasungen erreichen das in der Regel, Zweifachverglasungen meist nicht. **Muss ich vor dem Fenstertausch einen Antrag beim BAFA stellen?** Ja, vor Beginn des Vorhabens. Bei Antragstellung muss bereits ein Vertrag mit dem Fensterbauer vorliegen, der unter der Bedingung der Förderzusage geschlossen wurde. Eine Zusage musst du nicht abwarten, ein Beginn davor geschieht aber auf eigenes Risiko. Wer ohne Antrag einbaut, verliert die Förderung. Ab der Zusage hast du 36 Monate für die Umsetzung. **Was kostet ein Fenstertausch für ein Einfamilienhaus mit zwölf Fenstern?** Grob 10.000 bis 20.000 Euro inklusive Einbau und Laibungsarbeiten, je nach Rahmenmaterial und Aufwand. Mit 15 Prozent BAFA-Förderung auf 15.000 Euro sind das 2.250 Euro Zuschuss (gerechnet). **Kann ich BAFA-Förderung und KfW 308 kombinieren?** Ja. Laut KfW-Merkblatt 308 ist für die vorgeschriebene Sanierung die gleichzeitige Nutzung von BEG-Krediten oder -Zuschüssen möglich. Der 308-Kredit finanziert den Kauf, die BAFA-Förderung die Fenster. Die Summe aller Fördermittel darf die förderfähigen Kosten nicht übersteigen. **Lohnt sich der Fenstertausch energetisch?** Bei Einfachverglasung oder alter Zweifachverglasung meist ja. Bei noch recht neuen Zweifachfenstern ist der Einspareffekt kleiner und die Amortisation dauert entsprechend länger. Eine Energieberatung hilft, die Maßnahmen nach Wirkung zu sortieren. Quellen: - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Förderprogramm im Überblick: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html - BAFA: Infoblatt förderfähige Maßnahmen, Version 11.0: https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/beg_infoblatt_foerderfaehige_kosten_neu.pdf?__blob=publicationFile&v=15 - Destatis: Preise für viele Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen (24.06.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung 30.07.2026: Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # KfW und BAFA: BEG-Reform Juli 2026, die neuen Förderkonditionen im Überblick URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/beg-reform-juli-2026-kfw-bafa-neue-foerderkonditionen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Richtlinien für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Bei der KfW-Heizungsförderung 458 sinken die förderfähigen Kosten, der Einkommensbonus ist neu gestaffelt und die Obergrenze steigt für Haushalte mit niedrigem Einkommen auf 80 Prozent. Bei der Effizienzhaus-Sanierung (KfW 261) gibt es neue Tilgungszuschüsse, beim BAFA neue Regeln für den iSFP-Bonus. Hier steht, was gilt und welche Fristen jetzt noch zählen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was am 21. Juli 2026 in Kraft getreten ist **Am 21. Juli 2026 sind die neuen BEG-Richtlinien für Einzelmaßnahmen, Wohngebäude und Nichtwohngebäude in Kraft getreten. Sie laufen bis Ende 2030. Wer bis einschließlich 20. Juli beantragt hat, wird nach der alten Fassung gefördert.** Unabhängig davon ist am 29. Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in Kraft getreten. Es ist das umbenannte und geänderte Gebäudeenergiegesetz. Die Pflicht, beim Heizungstausch 65 Prozent erneuerbare Energie zu nutzen, ist damit entfallen. Wer nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, muss ab 2029 schrittweise steigende Anteile Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff sicherstellen. Die Übergangsfrist für Anträge nach alten Konditionen ist abgelaufen. Seit dem 21. Juli gelten ausschließlich die neuen Bedingungen. ## KfW 458: Was sich beim Heizungstausch konkret ändert **Die förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit sanken von 30.000 auf 28.000 Euro, der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 auf 16 Prozent. Dafür gibt es einen gestaffelten Einkommensbonus bis 40 Prozent und eine Obergrenze von bis zu 80 Prozent. Wer bis zum 31. Januar 2027 beantragt, bekommt noch 16 Prozent Klimabonus.** | Posten | bis 20. Juli 2026 | ab 21. Juli 2026 | |---|---|---| | Förderfähige Kosten 1. Wohneinheit | 30.000 € | **28.000 €** | | 2. bis 6. Wohneinheit je | 15.000 € | 15.000 € | | ab 7. Wohneinheit je | 8.000 € | 8.000 € | | Grundförderung | 30 % | 30 % | | Effizienzbonus | 5 % | **entfällt** | | Emissionsminderungszuschlag | pauschal 2.500 € | **entfällt** | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | **16 %** bis 31.01.2027, danach sinkend | | Einkommensbonus | 30 % bis 40.000 € zvE | **40 / 30 / 10 %** bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € zvE | | Obergrenze | 70 % | **70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 %** | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026, und alte Richtlinie BEG EM vom 21.12.2023. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* **Einkommensbonus:** Er gilt nur für Eigentümer, die selbst im Haus wohnen. Maßgeblich ist der Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens im zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, bei einem Antrag 2026 also 2023 und 2024. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, sinkt das angesetzte Einkommen einmalig um 10.000 Euro, unabhängig von der Zahl der Kinder. Mit Kind gilt die 80-Prozent-Grenze dann bis 40.000 Euro. | zvE (Durchschnitt) | Einkommensbonus | |---|---| | bis 30.000 € | 40 % | | 30.001 bis 40.000 € | 30 % | | 40.001 bis 50.000 € | 10 % | | über 50.000 € | kein Bonus | Für Haushalte zwischen 40.000 und 50.000 Euro ist das eine Verbesserung, sie bekamen vorher gar keinen Einkommensbonus. **Beispielrechnung (eigene Rechnung):** Ein selbstnutzendes Paar mit 55.000 Euro zu versteuerndem Einkommen tauscht eine funktionstüchtige Ölheizung gegen eine Wärmepumpe für 22.000 Euro. Neu: 30 Prozent Grundförderung plus 16 Prozent Klimabonus = 46 Prozent, also 10.120 Euro. Nach den alten Regeln wären es 50 Prozent gewesen (11.000 Euro), mit Effizienzbonus 55 Prozent (12.100 Euro). ### Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt halbjährlich Den Bonus bekommen nur selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung (ohne Altersgrenze) ersetzen oder eine Gas- oder Biomasseheizung, die beim Antrag mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Maßgeblich ist das Antragsdatum: - **bis 31. Januar 2027:** 16 % - **ab 1. Februar 2027:** 12 % - **ab 1. August 2027:** 8 % - **ab 1. Februar 2028:** 4 % - **ab 1. August 2028:** entfällt Bei 22.000 Euro förderfähigen Kosten sind 16 Prozent rund 3.500 Euro (gerechnet). Im gleichen Rhythmus sinken die förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit ab Februar 2027 um jeweils 750 Euro. ## KfW 261: Effizienzhaus-Sanierung mit neuen Tilgungszuschüssen **Bei KfW 261 gibt es seit der Reform einheitlich bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit. Die Basis-Tilgungszuschüsse sind niedriger: 10 Prozent für EH 40 EE, 5 Prozent für EH 55 EE und EH Denkmal EE, keiner für EH 70 EE und EH 85 EE. Boni können das auf bis zu 40 Prozent erhöhen.** - **Kreditbetrag:** 150.000 € je Wohneinheit (vorher 120.000 €, mit EE- oder NH-Klasse 150.000 €) - **EE-Klasse ist Standard:** mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien, der frühere 5-Prozent-EE-Bonus entfällt - **Nachhaltigkeitsklasse (NH):** +5 Prozentpunkte - **Worst Performing Building (WPB):** +10 Prozentpunkte bei EH 40, 55 und 70 - **Serielle Sanierung:** +15 Prozentpunkte bei EH 40 und 55, +5 Prozentpunkte bei EH 70, beantragbar seit 24. September 2026 - **Rechnerisches Maximum:** EH 40 40 %, EH 55 35 %, EH 70 20 %, EH 85 5 % Wer tief saniert, auf EH 40 oder EH 55, bekommt weiter einen Tilgungszuschuss. Wer nur EH 70 EE oder EH 85 EE erreicht, kalkuliert ohne Basis-Zuschuss. Der Effektivzins lag laut KfW am 6. Oktober 2026 zwischen 3,05 und 3,77 Prozent. **Wichtig:** Seit dem 21. Juli 2026 lassen sich BEG-Einzelmaßnahmen (KfW 458 oder BAFA) und KfW 261 nicht mehr parallel nutzen. Zwischen den Programmen gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. Nicht zu verwechseln: Die Neubauförderung Effizienzhaus 55 (Programme 297/298) läuft getrennt davon und ist laut KfW bis 31. Dezember 2026 beantragbar. ## BAFA BEG: Was sich bei Einzelmaßnahmen ändert **Für Dämmung, Fenster und Anlagentechnik bleibt es bei 15 Prozent. Der iSFP-Bonus greift nur noch ab 30.000 Euro Investition und nur auf den Betrag darüber. Zwei neue Boni kommen erst ab dem ersten Quartal 2027.** **iSFP-Bonus:** Er bleibt bei 5 Prozentpunkten, setzt aber ein förderfähiges Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro voraus und gilt nur für die Kosten oberhalb der Höchstgrenze ohne iSFP, beim Einfamilienhaus also oberhalb von 30.000 Euro. Eine Regel "erst ab der zweiten Maßnahme" gibt es nicht. Mehr dazu im Ratgeber zu den BAFA-Einzelmaßnahmen. **Neue Kostenstaffel für Mehrfamilienhäuser:** 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste, je 8.000 Euro ab der siebten. Mit iSFP-Bonus gelten 60.000 / 30.000 / 15.000 Euro. Vorher galten 30.000 Euro je Wohneinheit. **Bonus für Worst Performing Buildings (ab Q1 2027):** +5 Prozentpunkte für Dämmmaßnahmen an Gebäuden mit einem Endenergiebedarf von mindestens 300 kWh/(m²a) oder einem Energiebedarfsausweis der Klasse H. Voraussetzung ist ein geförderter iSFP oder eine geförderte Energieberatung. **Wertschöpfungsbonus für Wärmepumpen (voraussichtlich ab Q1 2027):** Er gehört zur Heizungsförderung der KfW, nicht zum BAFA. Geplant ist, die Grundförderung für elektrische Wärmepumpen auf 15 Prozent zu senken und Geräten mit Ursprung in der EU 15 Prozentpunkte Bonus zu geben. Die Details stehen noch aus. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle und für Anlagentechnik braucht es einen Energieeffizienz-Experten. Die Anträge laufen weiter über das BAFA-Portal. ## Übergangsfristen: Was gilt für bereits beantragte Vorhaben? **Maßgeblich war das Antragsdatum. Wer bis einschließlich 20. Juli 2026 beantragt hat, wird nach alten Konditionen gefördert, auch wenn die Entscheidung später fällt. Alle Anträge ab dem 21. Juli laufen nach neuem Recht.** | Datum | Bedeutung | |---|---| | 8. Juli 2026 | KfW beginnt die Übergangsphase | | 20. Juli 2026 | letzter Antragstag nach alten Konditionen (KfW: mit gültiger Bestätigung zum Antrag) | | 21. Juli 2026 | neue BEG-Richtlinien in Kraft | | 31. Januar 2027 | letzter Antragstag mit 16 % Klimageschwindigkeitsbonus | | 1. Februar 2027 | Klimabonus 12 %, förderfähige Kosten 1. WE 27.250 € | | 1. August 2028 | Klimageschwindigkeitsbonus entfällt | Eine Bestätigung zum Antrag (BzA) allein sicherte die alten Konditionen nicht. Bei der KfW musste der Antrag selbst bis zum 20. Juli eingegangen sein. ## Was das für Bauherren in Bayern bedeutet **Für Bayern gelten dieselben Bundesregeln. Wer dort eine Heizung tauscht, sollte vor allem den 31. Januar 2027 im Blick haben, danach sinkt der Klimabonus.** Beispielrechnung, Wärmepumpe im selbst genutzten [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus), Ölheizung wird ersetzt, zu versteuerndes Einkommen über 50.000 Euro (eigene Rechnung): - Förderfähige Kosten: 28.000 € - Grundförderung (30 %): 8.400 € - Klimageschwindigkeitsbonus bei Antrag bis 31.01.2027 (16 %): 4.480 € - **Gesamtförderung: 12.880 €**, Eigenanteil 15.120 € Regionale Baukosten findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Für deine Gesamtkalkulation inklusive Heizung, Haustechnik und Fördermitteln nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Lohnt sich die Förderung nach der Reform noch? **Ja. Selbstnutzer ohne Einkommensbonus kommen bis Ende Januar 2027 auf 46 Prozent, Haushalte mit niedrigem Einkommen auf bis zu 80 Prozent. Vermieter erhalten 30 Prozent Grundförderung.** - Grundförderung: 30 % - Klimageschwindigkeitsbonus bei Antrag bis 31.01.2027: +16 % (nur Selbstnutzer) - Einkommensbonus: +10 bis +40 % (nur Selbstnutzer) - Obergrenze: 70 %, bei zvE bis 30.000 € (mit Kind bis 40.000 €) 80 % Der höchste mögliche Zuschuss für die erste Wohneinheit liegt bei 80 Prozent von 28.000 Euro, also 22.400 Euro. Vor der Reform waren es höchstens 70 Prozent von 30.000 Euro, also 21.000 Euro. Bei 70 Prozent Obergrenze sind es heute 19.600 Euro. Bei einer Wärmepumpe für 22.000 Euro und 46 Prozent Förderung bleiben rund 11.880 Euro Eigenanteil (gerechnet). Mehr zur Wärmepumpenförderung erklärt der Ratgeber [Wärmepumpe Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-foerderung-2026). ## FAQ: BEG-Reform Juli 2026 **Seit wann gelten die neuen Konditionen?** Seit dem 21. Juli 2026. Wer den Antrag bis zum 20. Juli 2026 gestellt hat, wird nach den alten Sätzen gefördert. Für alle späteren Anträge gelten die neuen Regeln. **Wie hoch ist die maximale KfW-458-Förderung?** Förderfähig sind für die erste Wohneinheit höchstens 28.000 Euro. Bei der Obergrenze von 80 Prozent ergibt das bis zu 22.400 Euro Zuschuss, bei 70 Prozent bis zu 19.600 Euro. Selbstnutzer ohne Einkommensbonus erhalten bei Antrag bis 31. Januar 2027 46 Prozent, also bis zu 12.880 Euro. **Bekomme ich den Einkommensbonus?** Nur wenn du selbst im Haus wohnst und das zu versteuernde Haushaltseinkommen im Durchschnitt höchstens 50.000 Euro beträgt: bis 30.000 Euro 40 Prozent, bis 40.000 Euro 30 Prozent, bis 50.000 Euro 10 Prozent. Mit mindestens einem Kind unter 18 werden einmalig 10.000 Euro abgezogen. **Was ist der Wertschöpfungsbonus?** Ein geplanter Bonus der KfW-Heizungsförderung für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU, voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027. Gleichzeitig soll die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken. Die Details stehen noch nicht fest. **Gilt der iSFP-Bonus noch für die erste Sanierungsmaßnahme?** Ja, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Entscheidend ist nicht die Reihenfolge der Maßnahmen, sondern die Höhe: Die förderfähigen Kosten müssen mindestens 30.000 Euro betragen, und der Bonus gilt nur für den Teil oberhalb der Höchstgrenze ohne iSFP. **Was passiert mit dem Klimageschwindigkeitsbonus nach Januar 2027?** Ab dem 1. Februar 2027 sinkt er auf 12 Prozent und danach alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte. Ab dem 1. August 2028 entfällt er. Bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten sind 16 Prozent 4.480 Euro. Quellen: - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Heizungsförderung: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW-Pressemitteilung 08.07.2026: Übergangsphase BEG: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - BAFA: BEG Anpassungen zum 21. Juli 2026: https://www.bafa.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/20260709_beg.html - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - BBSR: Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html --- # Bauzinsen August 2026: Zinsen bei 3,7–4,3 % – jetzt einsteigen oder abwarten? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-zinsbindung-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-08-19 ## Bauzinsen August 2026: Zinsen bei 3,7–4,3 % – jetzt einsteigen oder abwarten? **Bauzinsen haben sich im August 2026 auf einem Niveau zwischen 3,7 und 4,3 Prozent stabilisiert. Die Phase nach dem EZB-Schock vom Juni scheint vorerst vorbei – Experten erwarten jetzt seitwärts laufende Zinsen mit leichter Aufwärtstendenz bis Ende 2026. Für Bauherren stellt sich die Frage: Jetzt einsteigen oder auf günstigere Konditionen warten?** Die Bauzinsen haben in diesem Jahr eine Achterbahn hinter sich. Nach dem Tiefpunkt Ende 2025, dem Zinsanstieg im Frühjahr und der EZB-Erhöhung im Juni 2026 zeigt sich im August erstmals ein ruhigeres Bild. Wer ein Einfamilienhaus finanzieren möchte, erhält derzeit je nach Laufzeit und Eigenkapitalquote Topkonditionen zwischen 3,71 und 4,34 Prozent – in einem Marktumfeld, das laut Experten volatil bleibt, aber keine großen Überraschungen mehr verspricht. ## Aktuelle Bauzinsen im Überblick: Stand August 2026 **Für eine zehnjährige Zinsbindung zahlen Bauherren mit guter Bonität aktuell Topkonditionen ab 3,71 Prozent – etwas weniger als im Juli, aber deutlich mehr als Ende 2025.** Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Topzinsen nach Laufzeit (Stand: Anfang August 2026, Quelle: Dr. Klein): | Zinsbindung | Topzins p. a. | Typischer Marktdurchschnitt | |---|---|---| | 5 Jahre | 3,83 % | 4,0–4,4 % | | 10 Jahre | 3,71 % | 3,9–4,3 % | | 15 Jahre | 3,97 % | 4,1–4,5 % | | 20 Jahre | 4,10 % | 4,3–4,6 % | | 30 Jahre | 4,34 % | 4,5–4,9 % | *Topzins = bestes Angebot im Marktvergleich bei 80 % Beleihungsquote. Marktdurchschnitt gilt für Standard-Kreditnehmer. Stand: 3. August 2026.* **Wichtig zum Verständnis:** Der Topzins gilt nur für Kreditnehmer mit starker Bonität, einem Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent und einem voll erschlossenen Baugrundstück. Wer weniger Eigenkapital mitbringt oder eine höhere Beleihungsquote hat, zahlt 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte mehr. Für ein typisches [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 200.000 Euro Darlehenssumme bedeutet der aktuelle 10-Jahres-Topzins eine monatliche Rate von rund 940 bis 1.050 Euro – je nach Tilgungssatz. Das ist spürbar mehr als Anfang 2025, aber deutlich weniger als in der Hochzinsphase von 2023. ## Wie sich die Zinsen von Juni bis August entwickelt haben **Die EZB-Erhöhung vom 11. Juni 2026 hat die Bauzinsen nicht so stark nach oben getrieben wie befürchtet – weil der Markt sie größtenteils schon eingepreist hatte.** Zum Rückblick: Im Juni 2026 erhöhte die EZB den Leitzins erneut, was unmittelbar nach der Entscheidung für nervöse Märkte sorgte. Viele Banken hoben ihre Konditionen an, doch der Effekt war geringer als erwartet. Der Grund: Nicht der EZB-Leitzins, sondern die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist der eigentliche Taktgeber für Baufinanzierungen. Und die hatte den Zinsanstieg in weiten Teilen bereits antizipiert. Im Juli 2026 beruhigten sich die Zinsen leicht. Im August setzt sich diese Tendenz fort – 10-Jahres-Konditionen liegen jetzt bei 3,71 bis 3,93 Prozent je nach Anbieter und Kreditprofil. Das entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Julihoch. Was das für die Planung bedeutet: Wer im Frühjahr 2026 noch gewartet hat, bis die Zinsen wieder fallen, hat bislang nicht von einem signifikanten Rückgang profitiert. Der Markt hat sich auf einem erhöhten, aber stabilen Niveau eingependelt. ## Was die Zinsen treibt: EZB, Inflation, Geopolitik **Inflation und geopolitische Risiken halten die Bauzinsen oben – eine schnelle Rückkehr auf das Niveau von 2024 ist nicht zu erwarten.** Die drei wichtigsten Einflussfaktoren im August 2026: **1. Inflation bleibt hartnäckig:** Die Inflationsrate in der Eurozone lag im Juli 2026 bei 2,9 Prozent – oberhalb des EZB-Ziels von 2 Prozent. Energiekosten trieben die Rate: Wegen anhaltender geopolitischer Spannungen stiegen die Energiepreise zuletzt um rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das signalisiert: Die EZB wird die Zinsen vorerst nicht senken. **2. EZB-Entscheidung im September:** Am 11. September 2026 tagt der EZB-Rat erneut. Marktteilnehmer erwarten keine Veränderung – aber das Votum bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Eine überraschende Erhöhung könnte Bauzinsen kurzfristig nochmals anziehen lassen. **3. Bundesanleihe-Renditen:** Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt aktuell bei etwa 2,6 bis 2,8 Prozent. Pfandbriefbanken, die den Löwenanteil der Baufinanzierungen vergeben, kalkulieren darauf ihren Aufschlag. Solange die Bundesanleihe-Renditen nicht fallen, sinken auch Baufinanzierungszinsen kaum. ## Prognose: Wie entwickeln sich Bauzinsen bis Ende 2026? **Das Konsensbild für das zweite Halbjahr 2026 lautet: Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz, 10-Jahres-Zinsen zwischen 3,5 und 4,0 Prozent.** Die Mehrheit der Experten geht davon aus, dass: - **10-Jahres-Zinsen** im Korridor von 3,6 bis 4,0 Prozent bleiben - **Kurzfristige Zinsen** (5 Jahre) etwas stärker schwanken, tendenziell nach oben - Eine **starke Zinssenkung** wie 2024 nicht erwartet wird - Ein **Zinsanstieg über 4,5 Prozent** als unwahrscheinlich gilt – sofern keine geopolitische Eskalation eintritt Zinsexperte Florian Pfaffinger von Dr. Klein kommentiert: Topkonditionen für 10-Jahres-Laufzeiten sollten sich zwischen 3,6 und 3,8 Prozent bewegen – ein Seitwärtsmarkt mit kleinen Schwankungen von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten. Was das für Bauherren bedeutet: Ein Abwarten auf deutlich bessere Konditionen ist riskant. Wer auf 3,0 Prozent wartet, könnte sehr lange warten – oder noch höhere Zinsen erleben. ## Zinsbindung: Welche Laufzeit lohnt sich gerade? **Die Zinskurve ist im August 2026 ungewöhnlich flach: 10-Jahres-Zinsen liegen unter 5-Jahres-Zinsen – das spricht tendenziell für längere Zinsbindung.** Normalerweise gilt: Je länger die Zinsbindung, desto höher der Zins. Im August 2026 dreht sich das teilweise um: | Laufzeit | Topzins | Einschätzung | |---|---|---| | 5 Jahre | 3,83 % | Günstig, aber hohes Anschlussrisiko 2031 | | 10 Jahre | 3,71 % | Beste Balance derzeit | | 15 Jahre | 3,97 % | Sicherheit, moderate Prämie | | 20 Jahre | 4,10 % | Planungssicherheit bis 2046 | Die Empfehlung der meisten Baufinanzierungsexperten für August 2026: **10-Jahres-Zinsbindung** ist das beste Verhältnis aus Zins und Planungssicherheit. Wer besonders risikobewusst plant oder ein hohes Darlehen hat, sollte 15 Jahre in Betracht ziehen – die Mehrkosten gegenüber 10 Jahren betragen nur 0,26 Prozentpunkte. **Vorsicht bei 5-Jahres-Laufzeiten:** In 5 Jahren läuft die Zinsbindung 2031 aus. Niemand kann sagen, wo die Zinsen dann stehen. Wer 2031 mit höheren Zinsen anschlussfinanzieren muss, zahlt möglicherweise erheblich mehr. Die scheinbare Ersparnis von 0,12 Prozentpunkten lohnt dieses Risiko nicht. Für deine gesamte Kostenplanung inklusive Eigenkapital und Monatslast nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Die regionalen Baukosten schwanken stark: Wer in Bayern baut, kalkuliert mit anderen Grundstücks- und Handwerkerpreisen als im Bundesdurchschnitt – mehr dazu auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## KfW-Förderung als Ergänzung zur Baufinanzierung nutzen **KfW-Kredite liegen aktuell unter dem Marktdurchschnitt – die Kombination aus KfW-Kredit und Bankdarlehen senkt den effektiven Gesamtzins spürbar.** Das Programm KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau) bietet für EH40-Neubauten Konditionen ab 0,6 Prozent effektiv – allerdings mit Kreditlimit. Die Kombination mit einem Bankdarlehen zum aktuellen Marktzins senkt den gewichteten Zins im Portfolio. **Rechenbeispiel EFH, Gesamtfinanzierung 350.000 Euro:** | Bestandteil | Betrag | Zins p. a. | |---|---|---| | KfW 297 EH40 Kredit | 150.000 Euro | 0,6 % | | Bankdarlehen 10 Jahre | 200.000 Euro | 3,75 % | | **Effektiver Mischzins** | **350.000 Euro** | **ca. 2,36 %** | Dieser Mischzins ist deutlich attraktiver als ein reines Bankdarlehen. Voraussetzung: Das Haus muss den EH40-Standard erfüllen – was heute für gut geplante Neubauten der Regelfall ist. Alle aktuellen KfW-Programme und Antragswege erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). **Achtung:** Das KfW 298-Programm für EH55 läuft noch bis 31. Dezember 2026. Wer plant, sollte Anträge rechtzeitig stellen – der Antrag muss vor Baubeginn eingehen. ## Was das für deine Bauplanung jetzt konkret bedeutet **Wer heute baut oder in den nächsten zwölf Monaten starten will, kommt nicht darum herum, sich mit der Zinsbindungs-Entscheidung zu beschäftigen. Warten auf dramatisch bessere Zinsen ist keine Strategie.** Drei konkrete Handlungsempfehlungen: **1. Konditionsvergleich jetzt machen:** Die Spreizung zwischen den teuersten und günstigsten Anbietern liegt derzeit bei bis zu 0,8 Prozentpunkten für identische Laufzeiten. Bei einem Darlehen von 300.000 Euro entspricht das über 10 Jahre rund 20.000 bis 25.000 Euro Unterschied. Ein unabhängiger Vergleich über mehrere Banken lohnt sich. **2. Sondertilgungsrechte sichern:** Aktuell bieten viele Banken kostenlose Sondertilgungsrechte von 5 bis 10 Prozent jährlich an. Diese Flexibilität ist wichtig – wer 2028 oder 2029 eine Erbschaft erhält oder Boni ausgezahlt bekommt, profitiert von der Option. **3. Forward-Darlehen nur gezielt:** Wer eine bestehende Baufinanzierung hat, die 2027 oder 2028 ausläuft, kann jetzt ein Forward-Darlehen abschließen. Das sichert aktuelle Konditionen für die Zukunft – allerdings mit einem Zinsaufschlag von etwa 0,01 bis 0,03 Prozentpunkten pro Vorausmonat. Wer konkret plant und die Gesamtkosten für verschiedene Szenarien durchrechnen möchte, findet im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) alle Komponenten – von Baukosten über Grunderwerbsteuer bis zu monatlicher Kreditrate. ## FAQ: Bauzinsen August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell im August 2026?** Im August 2026 liegen die Topkonditionen für 10-jährige Baufinanzierungen zwischen 3,71 und 3,93 Prozent – abhängig von Anbieter, Eigenkapitalquote und Bonität. Der Marktdurchschnitt liegt rund 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte darüber. **Werden die Bauzinsen 2026 noch fallen?** Experten erwarten keine starke Zinssenkung bis Ende 2026. Das wahrscheinlichste Szenario ist eine Seitwärtsbewegung zwischen 3,5 und 4,0 Prozent für 10-Jahres-Laufzeiten. Eine schnelle Rückkehr auf das Niveau von 2024 gilt als unwahrscheinlich, solange die Inflation über 2,5 Prozent bleibt. **Welche Zinsbindung empfehlen Experten im August 2026?** Die 10-jährige Zinsbindung gilt als derzeit günstigstes Verhältnis aus Zins und Planungssicherheit. Die Zinskurve ist ungewöhnlich flach – kurze Laufzeiten bieten kaum Zinsvorteile, dafür hohes Anschlussrisiko ab 2031. **Lohnt sich KfW-Förderung noch bei den aktuellen Bauzinsen?** Ja – KfW 297/298 bietet für EH40-Neubauten Konditionen ab 0,6 Prozent. In Kombination mit einem Bankdarlehen lässt sich der effektive Mischzins deutlich senken. Wichtig: KfW-Anträge müssen vor Baubeginn gestellt werden. **Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Baufinanzierung 2026?** Es gibt keinen optimalen Zeitpunkt, den man rückwirkend kennt. Wer die Voraussetzungen erfüllt (ausreichend Eigenkapital, gesichertes Einkommen, Baugrundstück vorhanden), sollte bei guten Angeboten einsteigen – das Risiko weiter steigender Zinsen überwiegt das Potenzial einer Senkung. **Wie unterscheiden sich Bauzinsen regional?** Der Bankmargenzins ist bundesweit ähnlich. Was regional stark schwankt, sind die Baukosten und Grundstückspreise, die die notwendige Darlehenssumme beeinflussen. In Bayern sind Baugrundstücke durchschnittlich teurer als in anderen Bundesländern – das erhöht die Beleihungsquote und damit oft den Zinssatz. Aktuelle Baukostenwerte für Bayern findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen und Zinsentwicklung August 2026: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html - Baufi24: Bauzinsen August 2026 – aktueller Stand: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ - Vergleich.de: Aktuelle Bauzinsen 08/2026: https://www.vergleich.de/aktuelle-bauzinsen.html --- # Bauzinsen August 2026: Zwischen Plateau und EZB-Entscheidung – was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-prognose-ezb-bauherren Zuletzt aktualisiert: 2026-08-18 Die Bauzinsen haben im August 2026 eine Verschnaufpause eingelegt. Nach vier Monaten mit spürbaren Anstiegen verharrt der marktübliche Zins für zehnjährige Zinsbindung aktuell knapp über der 4-Prozent-Marke – der beste Topzins startet bei rund 3,71 Prozent effektivem Jahreszins. Für Bauherren ist das eine wichtige Information: Die Marktlage hat sich stabilisiert, aber die nächste Bewegung könnte im September kommen. Die EZB entscheidet dann über eine mögliche weitere Zinsanpassung. Was das für deine Baufinanzierung bedeutet, erfährst du hier. ## Aktuelle Bauzinsen im August 2026: Was der Markt zeigt **Im August 2026 liegen die Bauzinsen für eine zehnjährige Zinsbindung im besten Fall bei rund 3,71 Prozent effektivem Jahreszins. Der Marktdurchschnitt bewegt sich zwischen 3,8 und 4,4 Prozent – je nach Bonität, Eigenkapital und Anbieter.** Die Schwankungsbreite ist keine Überraschung: Banken preisen individuelle Risiken unterschiedlich ein. Wer mindestens 20 bis 30 Prozent Eigenkapital mitbringt und ein stabiles Einkommen nachweisen kann, bekommt deutlich bessere Konditionen als jemand mit 10 Prozent Eigenkapital. | Zinsbindung | Topzins (ca.) | Marktdurchschnitt (ca.) | |---|---|---| | 5 Jahre | 3,55 % | 3,7–4,0 % | | 10 Jahre | 3,71 % | 3,9–4,4 % | | 15 Jahre | 3,85 % | 4,0–4,6 % | | 20 Jahre | 3,95 % | 4,1–4,7 % | *Richtwerte August 2026, effektiver Jahreszins. Individuelle Konditionen abweichend.* Was auffällt: Kurzläufer (5 Jahre) sind zurzeit günstiger als Langläufer – das ist typisch für ein Zinsumfeld, in dem der Markt mittelfristig eher mit stabilen oder leicht sinkenden Zinsen rechnet. Für Bauherren mit langem Zeithorizont ist das allerdings kein Grund, auf Sicherheit zu verzichten. ## Warum liegen die Bauzinsen 2026 auf diesem Niveau? **Vier Faktoren bestimmen das aktuelle Zinsniveau: die EZB-Leitzinspolitik, die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, die Risikoaufschläge der Banken und die globale Konjunkturlage.** Die EZB hat ihren Leitzins seit den Höchstständen 2023 schrittweise gesenkt. Bauzinsen folgen dabei nicht direkt dem EZB-Leitzins, sondern orientieren sich stärker an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen (Bunds) – sie liegen aktuell bei etwa 2,6 bis 2,9 Prozent. Auf diesem Wert bauen Banken ihre Margen auf, woraus sich die marktüblichen Bauzinsen ergeben. Ein weiterer Faktor: Die Risikoaufschläge der Banken sind im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Vorsichtigere Risikoeinschätzungen im Immobilienmarkt und höhere Eigenkapitalanforderungen haben dazu geführt, dass Banken ihre Margen ausgeweitet haben. Der Abstand zwischen EZB-Leitzins und tatsächlichem Bauzins ist deshalb größer als in früheren Zinsphasen. Selbst wenn die EZB die Zinsen erneut senkt, schlägt das nicht eins zu eins auf die Bauzinsen durch. ## EZB-Sitzung September 2026: Was Bauherren erwarten können **Die EZB-Ratssitzung im September 2026 könnte den nächsten Impuls setzen. Die Mehrheit der befragten Experten erwartet eine Seitwärtsbewegung – aber eine Zinssenkung oder Anhebung ist nicht ausgeschlossen.** Die Inflation in der Eurozone hat sich zuletzt wieder leicht oberhalb des 2-Prozent-Ziels bewegt, was der EZB wenig Spielraum für eine Zinssenkung gibt. Gleichzeitig schwächelt die Konjunktur in Deutschland – was für eine expansivere Geldpolitik spräche. Der Markt preist aktuell eine Seitwärtsbewegung ein. Drei Szenarien für Bauherren: - **Keine EZB-Änderung:** Bauzinsen bleiben stabil. Der aktuelle Markt bleibt der Referenzmarkt für den Herbst 2026. - **EZB senkt Leitzins:** Bunds-Renditen fallen leicht, Bauzinsen könnten um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte sinken – bei einem Darlehen von 400.000 Euro sind das etwa 40–80 Euro weniger Monatsrate. - **EZB erhöht oder signalisiert Straffung:** Bunds steigen, Bauzinsen könnten auf 4,5 bis 5,0 Prozent klettern – ein spürbarer Anstieg für alle, die noch abwarten. Der Expertenrat von Baufinanzierern wie Dr. Klein und Interhyp sagt für das zweite Halbjahr 2026 mehrheitlich eine Seitwärtsbewegung voraus, mit leichtem Aufwärtstrend bis Jahresende auf rund 4,0 bis 4,2 Prozent für 10 Jahre. ## Festzins oder variables Darlehen: Was 2026 sinnvoller ist **In einem Zinsumfeld mit Aufwärtsrisiken ist ein langer Festzins fast immer die bessere Wahl. Variable Darlehen lohnen sich nur, wenn du in kurzer Zeit tilgen oder mit sinkenden Zinsen rechnen kannst.** Variable Darlehen passen sich alle drei bis sechs Monate an den aktuellen Referenzzins (EURIBOR) an. Sie sind zurzeit günstiger als Festzinskredite – aber das Risiko liegt auf der Hand: Wenn die EZB die Zinsen erhöht oder der EURIBOR steigt, wird das Darlehen teurer. Für Bauherren mit einem langen Horizont ist ein variabler Kredit ein Risiko, das selten durch den anfänglichen Kostenvorteil aufgewogen wird. **Ausnahmen, bei denen ein variables Darlehen sinnvoll sein kann:** - Du hast Eigenkapital, das bald freigesetzt wird (z. B. Erbschaft) - Du planst innerhalb von 2–3 Jahren eine Sondertilgung, die das Darlehen erheblich reduziert - Du baust eine Immobilie zur kurzfristigen Weiterveräußerung Für den klassischen Bauherren gilt: Festzins mit 10 bis 15 Jahren Bindung ist die sichere Grundlage für die Finanzierungsplanung. ## Zinsbindung richtig wählen: 10, 15 oder 20 Jahre? **Die optimale Zinsbindungsdauer hängt von deiner Lebenssituation und dem aktuellen Zinsumfeld ab. 2026 spricht das Aufwärtsrisiko für längere Laufzeiten – 15 Jahre sind für die meisten Bauherren ein guter Kompromiss.** | Zinsbindung | Vorteil | Nachteil | |---|---|---| | 10 Jahre | Günstigster Zins heute | Anschlussrisiko in 10 Jahren offen | | 15 Jahre | Planungssicherheit, moderater Aufschlag | Leicht höherer Einstiegszins | | 20 Jahre | Maximale Sicherheit | Höchster Zins, wenig Flexibilität | Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit einem Darlehen von 350.000 bis 500.000 Euro ist 15 Jahre Zinsbindung in der aktuellen Lage ein vernünftiger Mittelweg: Du sicherst dir heute Konditionen für anderthalb Jahrzehnte und weißt genau, was du monatlich zahlst – unabhängig davon, was die EZB im September oder 2027 entscheidet. Bei 20 Jahren Zinsbindung liegt der Aufschlag derzeit bei rund 0,2 bis 0,3 Prozentpunkten. Das klingt wenig, macht bei einem Darlehen von 400.000 Euro aber etwa 80–120 Euro mehr im Monat aus. ## Was die aktuellen Zinsen für deine Baukosten bedeuten **Bei einem Darlehen von 400.000 Euro und 3,9 Prozent Zins (10 Jahre, 2 % Tilgung) ergibt sich eine Monatsrate von rund 1.967 Euro – gegenüber 1.583 Euro bei 1,5 Prozent Zins (2021). Das sind fast 400 Euro mehr im Monat für dieselbe Summe.** Der Zinsanstieg seit 2022 hat die Finanzierungskosten für Bauherren massiv verteuert. Gleichzeitig sind die Baukosten gestiegen: Laut Destatis stiegen Materialpreise im Mai 2026 deutlich – Bauschnittholz +11,4 %, Metalle +11,1 %, Flachglas +15,4 %. Die Gesamtkalkulation ist damit anspruchsvoller als in den Niedrigzinsjahren. Wie viel dein Bauvorhaben insgesamt kostet und welcher Finanzierungsbedarf realistisch ist, zeigt der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Er berücksichtigt Baukosten, Nebenkosten und Eigenkapital – wichtig, um die Finanzierungsanfrage an die Bank realistisch vorzubereiten. Wer in Bayern baut, profitiert von einer der niedrigsten Grunderwerbsteuern bundesweit (3,5 Prozent) – das schont das Eigenkapital. Aktuelle Zahlen zu regionalen Baukosten findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Tilgung und KfW-Förderung: Was du jetzt einplanen solltest **Bei Zinsen von knapp 4 Prozent sollte die anfängliche Tilgung mindestens 2 Prozent betragen. Wer mit 1 Prozent tilgt, zahlt das Darlehen in über 50 Jahren zurück – und zahlt dabei mehr Zinsen als den Kaufpreis.** Viele Bauherren konzentrieren sich auf die Monatsrate – und vergessen, wie lange das Darlehen bei niedriger Tilgung läuft: | Tilgungssatz | Laufzeit (400.000 €, 3,9 % Zins) | Gesamtzinszahlung (ca.) | |---|---|---| | 1 % | ~57 Jahre | ~440.000 € | | 2 % | ~33 Jahre | ~215.000 € | | 3 % | ~24 Jahre | ~148.000 € | *Näherungswerte, ohne Sondertilgungen.* Sondertilgungen (meist 5–10 % der Darlehenssumme pro Jahr) können die Laufzeit erheblich verkürzen. Achte darauf, dass dein Darlehensvertrag Sondertilgungen ohne Vorfälligkeitsentschädigung erlaubt. Zur KfW-Förderung: Das Programm KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau) bietet weiterhin zinsgünstige Kredite für energieeffiziente Neubauten – deutlich unter dem Marktniveau von 4 Prozent. Mehr dazu im Ratgeber [KfW-Förderung Neubau 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-297-298-klimafreundlicher-neubau-2026). ## FAQ: Bauzinsen August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im August 2026?** Der beste Topzins für eine zehnjährige Zinsbindung liegt im August 2026 bei rund 3,71 Prozent effektivem Jahreszins. Der Marktdurchschnitt bewegt sich zwischen 3,8 und 4,4 Prozent – je nach Eigenkapital, Bonität und Anbieter. **Werden die Bauzinsen 2026 sinken?** Experten rechnen mehrheitlich mit stabilen bis leicht steigenden Bauzinsen bis Ende 2026. Eine EZB-Zinssenkung im September 2026 könnte die Zinsen marginal senken – um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte. Eine starke Senkung auf unter 3 Prozent ist nach aktuellem Stand nicht realistisch. **Wie lange sollte die Zinsbindung sein?** Für die meisten Bauherren mit einem langen Finanzierungshorizont ist eine Zinsbindung von 15 Jahren ein guter Kompromiss. Bei 10 Jahren besteht das Risiko, bei der Anschlussfinanzierung in ein höheres Zinsniveau zu geraten. **Lohnt es sich 2026 noch zu bauen?** Trotz höherer Zinsen lohnt sich der Hausbau 2026 für viele Eigennutzer – gerade wenn staatliche Fördermittel (KfW, BAFA) genutzt werden. Die Entscheidung hängt von Eigenkapital, Einkommen und regionalen Baukosten ab. Sinnvoll ist eine realistische Kalkulation mit dem Baukostenrechner, bevor man Angebote einholt. **Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins?** Der Sollzins ist der reine Zinssatz für das Darlehen. Der effektive Jahreszins enthält zusätzlich alle Kosten (Bearbeitungsgebühren, Disagio) und ist die relevante Vergleichsgröße. Für Baufinanzierungen ist der effektive Jahreszins der gesetzlich vorgeschriebene Vergleichsmaßstab. **Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Zinssatz-Lock?** Wenn du dein Bauvorhaben konkret planst und innerhalb von 6 bis 12 Monaten eine Finanzierungsentscheidung treffen musst, solltest du Bankgespräche jetzt führen – nicht warten. Viele Banken bieten Zinszusagen für 3 bis 6 Monate an. In einem unsicheren Zinsumfeld ist eine frühe Zinssicherung günstiger als Spekulation auf sinkende Zinsen. Quellen: - BVN Bayern: KfW-Förderungen im Wohnungsbau, Verbesserungen und neues Bundesprogramm (Juni 2026): https://www.lbb-bayern.de/aktuelles/news/news-uebersicht/news-detailansicht/kfw-foerderungen-im-wohnungsbau-verbesserungen-und-neues-bundesprogramm.html - Baufi Deutschland: Aktuelle Bauzinsen 10. August 2026: https://baufi-deutschland.de/aktuelle-bauzinsen/ - Dr. Klein: Zinsentwicklung Baufinanzierung 2026, Prognose: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html - Destatis: Preise für viele Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen 2026 & Entwicklung: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ --- # KfW "Jung kauft Alt" seit August 2026: bis zu 180.000 Euro für Familien URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/jung-kauft-alt-2026-august-neue-konditionen-foerderbetrage Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das KfW-Programm "Jung kauft Alt" (Kredit 308) ist seit dem 3. August 2026 großzügiger. Die Kredithöchstbeträge sind gestiegen, und statt einer Sanierung zum Effizienzhaus dürfen Familien jetzt auch vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen. Die Einkommensgrenzen sind dagegen gleich geblieben. Was genau gilt, wer antragsberechtigt ist und wie du den Antrag richtig stellst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was sich am 3. August 2026 geändert hat **Zum 3. August 2026 hat die KfW zwei Dinge geändert: höhere Kredithöchstbeträge und einen zusätzlichen Sanierungsweg über Einzelmaßnahmen. Die Einkommensgrenzen und die übrigen Voraussetzungen sind unverändert.** Das Programm läuft seit September 2024 und soll Familien den Kauf älterer, energetisch schlechter Häuser und Wohnungen erleichtern. Das Prinzip ist geblieben: Die KfW gibt einen zinsverbilligten Kredit für den Kaufpreis, im Gegenzug musst du die Immobilie energetisch sanieren. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht. Wichtig für den Ablauf: Der Kredit läuft über deine Bank oder Sparkasse, und der Antrag muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du den notariellen Kaufvertrag unterschreibst. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht. ## Die neuen Förderhöhen: Wie viel bekommt deine Familie? **Der Kreditbetrag richtet sich nach der Zahl der Kinder unter 18 Jahren im Haushalt am Tag der Antragstellung. Seit 3. August 2026 sind 140.000 bis 180.000 Euro möglich, höchstens aber der Kaufpreis.** | Kinder im Haushalt | Kredithöchstbetrag seit 3. August 2026 | Bisheriger Betrag | |---|---|---| | 1 Kind | 140.000 € | 100.000 € | | 2 Kinder | 160.000 € | 125.000 € | | 3 oder mehr Kinder | 180.000 € | 150.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 und Merkblatt 308, Stand 08/2026. Alle Beträge als Kredit, kein Zuschuss.* Den Zinssatz von 0,53 Prozent aus der Pressemitteilung vom 30. Juli 2026 gibt es nicht mehr. Laut KfW vom 6. Oktober 2026 liegt der effektive Jahreszins bei 0,01 Prozent (bis 10 Jahre Laufzeit, 2 Jahre tilgungsfrei), 0,72 Prozent (bis 25 Jahre), 1,00 Prozent (bis 35 Jahre) und 1,16 Prozent für das endfällige Darlehen. Die Zinsbindung beträgt jeweils 10 Jahre. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Bei 140.000 Euro über 35 Jahre zu 1,00 Prozent sind das grob gerechnet im ersten Jahr rund 3.900 Euro weniger Zinsen. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit einem Kind heißt das: bis zu 140.000 Euro des Kaufpreises zum KfW-Zins, der Rest über Eigenkapital und Bankkredit. Wie hoch dein Gesamtbedarf mit Nebenkosten und Sanierung ist, rechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) aus. ## Einkommensgrenzen 2026: Wer ist antragsberechtigt? **Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind höchstens 90.000 Euro betragen, für jedes weitere Kind kommen 10.000 Euro dazu. Ohne Kind unter 18 Jahren gibt es keine Förderung. Diese Grenzen gelten unverändert auch nach dem 3. August 2026.** | Haushalt | Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen) | |---|---| | ohne Kind unter 18 | keine Förderung | | 1 Kind | 90.000 € | | 2 Kinder | 100.000 € | | 3 Kinder | 110.000 € | *Quelle: KfW-Produktseite 308 und Merkblatt 308. Maßgeblich ist der Durchschnitt der Einkommen aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, für Anträge 2026 also aus 2024 und 2023.* Das zu versteuernde Einkommen liegt unter dem Bruttoeinkommen, weil unter anderem Werbungskosten und Sonderausgaben abgezogen werden. Den genauen Wert findest du in deinen Steuerbescheiden. Nachweisen musst du ihn mit den Einkommensteuerbescheiden, Bescheinigungen des Steuerberaters reichen nicht. Eine Altersgrenze für die Eltern gibt es nicht. Ausgeschlossen ist aber, wer bei Antragstellung schon Wohneigentum in Deutschland besitzt, auch anteilig oder vermietet. ## Neu ab August: Einzelmaßnahmen statt Effizienzhaus **Bisher musstest du die Immobilie auf mindestens Effizienzhaus 85 EE sanieren. Seit 3. August 2026 darfst du stattdessen vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen, und zwar alle vier. Frist sind 54 Monate ab der Förderzusage.** Die vier Pflichtmaßnahmen, jeweils nach den technischen Mindestanforderungen der BEG Einzelmaßnahmen: - **Heizungstausch** auf eine Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien - **Fenstertausch** - **Fassadendämmung** - **Dämmung des Dachs** oder der obersten Geschossdecke Hydraulischer Abgleich oder eine Lüftungsanlage gehören nicht zu diesen Pflichtmaßnahmen. Ausnahmen gibt es nur, wenn die Heizung schon mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt oder das Haus nur über ein Wärmenetz versorgt wird, und für Bauteile, die bereits die Anforderungen der EnEV 2001 erfüllen. Den Nachweis führst du beim Einzelmaßnahmen-Weg mit einer Fachunternehmererklärung je Maßnahme. Ein Energieeffizienz-Experte ist nur beim Effizienzhaus-Weg Pflicht. Beratungskosten fördert "Jung kauft Alt" nicht, das Programm finanziert ausschließlich den Kaufpreis. Für eine Energieberatung gibt es ein eigenes BAFA-Programm. Die 54 Monate laufen ab der Förderzusage, nicht ab dem Kaufvertrag. So kannst du schrittweise vorgehen, etwa zuerst die Heizung und danach Dämmung und Fenster. ## Klimafreundlicher Neubau: KfW EH55 bis Ende 2026 verlängert **Wer statt eines Altbaus neu baut: Die KfW hat die Förderstufe Effizienzhaus 55 im Klimafreundlichen Neubau (297/298) verlängert. Anträge müssen spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen, bei Mittelerschöpfung endet die Förderung früher.** Ursprünglich sollte die EH55-Förderung am 30. Juni 2026 enden, die KfW hat sie am 19. Juni 2026 verlängert. Für ein EH55 gibt es bis 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent (KfW, 06.10.2026). Voraussetzung ist eine gültige Baugenehmigung bei Antragstellung. | Programm | Förderstufe | Antrag möglich bis | |---|---|---| | KfW 297/298 | Effizienzhaus 55 | Eingang bei der KfW bis 31.12.2026 | | KfW 297/298 | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | *Quelle: KfW-Pressemitteilung 19.06.2026 und Produktseite 297/298. 297 gilt für private Selbstnutzer, 298 für alle anderen Antragsteller.* Für Nichtwohngebäude läuft der Klimafreundliche Neubau unter der Programmnummer 299. Regionale Baukosten findest du zum Beispiel auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## BEG-Heizungsförderung: Was seit dem 21. Juli 2026 gilt **Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Regeln für die Heizungsförderung KfW 458: 30 Prozent Grundförderung, dazu Boni für Selbstnutzer, maximal 70 Prozent und für Haushalte mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro maximal 80 Prozent.** | Förderkomponente | Aktueller Wert | Hinweis | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | alle Antragsteller | | Förderfähige Kosten (1. WE) | max. 28.000 € | sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 € | | Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | nur Selbstnutzer, sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte | | Einkommensbonus bis 30.000 € | 40 % | zu versteuerndes Einkommen, nur Selbstnutzer | | Einkommensbonus bis 40.000 € | 30 % | | | Einkommensbonus bis 50.000 € | 10 % | | | Effizienzbonus | entfallen | seit 21.07.2026 | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Höchster Zuschuss für die erste Wohneinheit: 80 % von 28.000 € = 22.400 €.* Ab voraussichtlich dem ersten Quartal 2027 plant der Bund einen Wertschöpfungsbonus: Die Grundförderung für Wärmepumpen soll auf 15 Prozent sinken, Wärmepumpen mit Ursprung in der EU erhalten 15 Prozentpunkte Bonus und bleiben damit effektiv bei 30 Prozent. Die Einzelheiten stehen noch nicht fest. Für Käufer mit "Jung kauft Alt" ist die Heizungsförderung relevant, weil der Heizungstausch beim Einzelmaßnahmen-Weg Pflicht ist. Laut Merkblatt 308 darfst du BEG-Förderung für die Sanierung gleichzeitig nutzen. Mehr dazu im Ratgeber [KfW BEG Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## So beantragst du "Jung kauft Alt" Schritt für Schritt **Der häufigste Fehler: Der Kaufvertrag wird unterschrieben, bevor der Antrag bei der KfW eingegangen ist. Der Kaufvertrag gilt als Vorhabenbeginn, ein Vertrag davor kostet die Förderung.** 1. **Immobilie finden**: Energieausweis mit Klasse F, G oder H anfordern. 2. **Sanierungsweg wählen**: Effizienzhaus 85 EE mit Energieeffizienz-Experte oder die vier Einzelmaßnahmen. Eine Beratung vor dem Kauf empfiehlt die KfW. 3. **Unterlagen zusammenstellen**: Einkommensteuerbescheide 2024 und 2023, Geburtsurkunden der Kinder, Energieausweis. 4. **Antrag über die Bank**: Bank, Sparkasse oder Vermittler stellen den Antrag bei der KfW. 5. **Kaufvertrag**: erst nach Antragseingang bei der KfW, oder vorher mit einer aufschiebenden Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist. Ein Kauf vor der Zusage geschieht auf eigenes Risiko. 6. **Sanieren und nachweisen**: binnen 54 Monaten ab Zusage, Nachweis mit der Bestätigung nach Durchführung. Für Kaufpreis, Sanierungskosten, Grunderwerbsteuer und Notar nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Bei Altbauten weichen die tatsächlichen Sanierungskosten oft von ersten Schätzungen ab. ## FAQ: KfW "Jung kauft Alt" 2026 **Wie hoch ist die Förderung bei "Jung kauft Alt" ab August 2026?** Seit dem 3. August 2026 gibt es 140.000 Euro (ein Kind), 160.000 Euro (zwei Kinder) und 180.000 Euro (ab drei Kindern), höchstens den Kaufpreis. Der effektive Jahreszins liegt laut KfW vom 6. Oktober 2026 zwischen 0,01 und 1,16 Prozent, je nach Laufzeit. **Was sind die Einkommensgrenzen für "Jung kauft Alt"?** Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind 90.000 Euro nicht überschreiten, für jedes weitere Kind kommen 10.000 Euro dazu. Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. **Muss das Haus komplett auf Effizienzhaus-Standard saniert werden?** Nein, seit dem 3. August 2026 gibt es eine Alternative. Dann musst du aber alle vier Einzelmaßnahmen umsetzen: Heizungstausch, Fenstertausch, Fassadendämmung und Dach- oder Geschossdeckendämmung. Frist sind 54 Monate ab der Förderzusage. **Wann muss der Antrag gestellt werden?** Vor dem notariellen Kaufvertrag. Maßgeblich ist der Eingang bei der KfW, nicht bei der Bank. Ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist, ist vorher erlaubt. **Lässt sich "Jung kauft Alt" mit BAFA- und KfW-Zuschüssen kombinieren?** Ja. Für die vorgeschriebene Sanierung darfst du laut Merkblatt 308 gleichzeitig Kredite oder Zuschüsse aus der BEG nutzen, etwa KfW 458 für die Heizung oder BAFA-Zuschüsse für Dämmung und Fenster. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Heizungen erklärt der Ratgeber [Gebäudemodernisierungsgesetz 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft). **Für welche Gebäude gilt das Programm?** Für bestehende Wohngebäude und Eigentumswohnungen in Deutschland, die bei Antragstellung laut gültigem Energieausweis in Klasse F, G oder H liegen. Ein Mindestalter des Gebäudes verlangt die KfW nicht. Neubauten, Ferienhäuser und reine Grundstücke sind ausgeschlossen. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW: Merkblatt Jung kauft Alt (308), Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026: Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW: Konditionenübersicht für Förderkredite: https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung vom 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html --- # Bauzinsen August 2026: Aktuelle Zinsen, Prognose und was das für Bauherren bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-aktuell-ezb-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-08-16 Die Bauzinsen im August 2026 haben sich nach dem deutlichen Anstieg im Juli stabilisiert. Wer jetzt ein Haus baut oder kauft, bekommt 10-jährige Darlehen zwischen 3,71 % (Topzins bei sehr guter Bonität) und 4,19 % (bei über 90 % Beleihungsauslauf). Die EZB hält ihren Leitzins seit Juni 2025 bei 2,15 % – und signalisiert für den Rest des Jahres keine weitere Senkung. Was das konkret für deine Planung bedeutet und welche Zinsbindung jetzt sinnvoll ist. ## Bauzinsen aktuell: Was du im August 2026 bezahlst **Für eine 10-jährige Zinsbindung beginnen die Bauzinsen im August 2026 bei 3,71 % (Topzins) und liegen im Marktdurchschnitt bei rund 3,83 bis 4,19 % – je nach Eigenkapital und Bonität.** Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Konditionen im August 2026 nach Zinsbindung und Beleihungsauslauf (Stand: 03.–09.08.2026, Quelle: Interhyp, Dr. Klein): | Zinsbindung | Topzins (Dr. Klein) | <70 % Beleihung | 80 % Beleihung | >90 % Beleihung | |---|---|---|---|---| | 10 Jahre | 3,71 % | 3,83 % | 3,90 % | 4,19 % | | 15 Jahre | 3,97 % | 4,04 % | 4,15 % | 4,40 % | | 20 Jahre | 4,10 % | 4,15 % | 4,30 % | 4,53 % | | 30 Jahre | 4,34 % | k. A. | k. A. | k. A. | *Alle Angaben: effektiver Jahreszins, Quelle: Dr. Klein und Interhyp, Stand August 2026. Individuelle Konditionen hängen von Bonität, Eigenkapital und Objektwert ab.* Zum Vergleich: Anfang März 2026 lag der Topzins für 10-jährige Darlehen noch bei rund 3,28 %. Seitdem ist er in mehreren Schüben gestiegen – besonders im Juli 2026 mit einem Plus von 0,3 bis 0,4 Prozentpunkten. Im August hat sich die Bewegung vorerst beruhigt. ## Wie sich die Bauzinsen 2026 bisher entwickelt haben **Die Bauzinsen sind seit Jahresbeginn 2026 per Saldo deutlich gestiegen: von etwa 3,3 % auf rund 3,7–3,8 % für 10 Jahre. Der Großteil des Anstiegs kam zwischen März und Juli.** Der Zinsverlauf 2026 in der Rückschau: - **Januar/Februar 2026:** Topzins für 10 Jahre bei ca. 3,3–3,5 %, getrieben von EZB-Zinssenkungserwartungen - **März 2026:** Erste Kursbewegung nach oben – Anleiherenditen steigen - **April/Mai 2026:** Seitwärtsbewegung um 3,5–3,6 % - **Juni 2026:** EZB hält Leitzins stabil, Anleiherenditen bleiben erhöht - **Juli 2026:** Deutlicher Sprung auf 3,7–3,8 % durch geopolitische Risiken - **August 2026:** Stabilisierung auf dem Juliniveau – Seitwärtsbewegung erwartet Wer Anfang 2026 finanziert hat, zahlt heute etwa 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte weniger als jemand, der jetzt erst startet. Bei einem Darlehen von 400.000 Euro entspricht das rund 100 bis 200 Euro weniger monatlich. ## EZB-Leitzins und Bundesanleihen: Warum die Zinsen gestiegen sind **Der EZB-Leitzins liegt seit dem 11. Juni 2025 unverändert bei 2,15 %. Bauzinsen orientieren sich aber nicht direkt am Leitzins, sondern an den Renditen 10-jähriger Bundesanleihen – die seit Frühjahr 2026 gestiegen sind.** Den Zusammenhang solltest du verstehen, bevor du eine Zinsbindung wählst: Bauzinsen folgen dem Kapitalmarkt, nicht der EZB. Wenn Anleger für Staatsanleihen mehr Rendite verlangen – weil sie Inflation, steigende Staatsverschuldung oder geopolitische Risiken einpreisen –, steigen auch die Hypothekenzinsen. Genau das passierte im Sommer 2026: Der Iran-Konflikt, unsichere US-Handelspolitik und steigende europäische Emissionsvolumina haben die Bundesanleihe-Renditen nach oben getrieben. Die EZB hat keinen direkten Hebel, das zu stoppen. Sie kann den Leitzins senken, was die kurzfristigen Zinsen drückt – aber 10-jährige Baukredite reagieren darauf nur indirekt. Wer glaubt, eine EZB-Senkung wäre der Auslöser für deutlich günstigere Bauzinsen, irrt. ## Bauzinsen-Prognose für Herbst und Winter 2026 **Die meisten Experten erwarten für den Rest des Jahres 2026 eine Seitwärtsbewegung bei 10-jährigen Darlehen zwischen 3,6 und 3,9 %. Ein weiterer deutlicher Anstieg ist möglich, aber kein starker Rückgang auf das Niveau von 2020 bis 2022.** Konkrete Einschätzungen der Marktteilnehmer (Stand August 2026): - **Dr. Klein:** Kurzfristprognose August: 3,6–3,8 %, Jahresspanne 3,3–3,9 % - **Dr. Klein (mittelfristig):** Kurzfristige Schwankungen um 0,1–0,2 Prozentpunkte jederzeit möglich - **baufi24:** Zinsen bewegten sich seitwärts mit leichtem Aufwärtsrisiko durch steigende Staatsanleiherenditen Was könnte die Zinsen nach oben treiben: - Neue geopolitische Eskalationen - Steigende US-Treasuries durch Defizitsorgen - Unerwartet hohe Inflationsdaten in der Eurozone Was könnte sie senken: - Weitere EZB-Zinssenkung (derzeit nicht erwartet) - Nachlassende globale Risikoaufschläge - Deutliche Konjunkturabkühlung in Deutschland Fazit für die Praxis: Wer auf deutlich günstigere Zinsen wartet, riskiert, noch länger auf dem aktuellen Niveau oder darüber zu finanzieren. Ein Zinstief wie 2020–2021 (unter 1 %) ist strukturell für absehbare Zeit nicht in Sicht. ## Welche Zinsbindung ist im August 2026 sinnvoll? **Bei einem Zinsunterschied von etwa 0,4 Prozentpunkten zwischen 10-jähriger und 20-jähriger Bindung ist die lange Zinsbindung für viele Bauherren derzeit attraktiver als usual – sie kauft Planungssicherheit zu einem noch vertretbaren Aufschlag.** Die Grundüberlegung: - **10 Jahre:** Flexibel, aber du trägst das Anschlussfinanzierungs-Risiko. Wenn die Zinsen 2036 höher sind als heute, zahlst du mehr. - **15 Jahre:** Guter Kompromiss – begrenzt das Risiko für einen langen Horizont, Aufschlag moderat. - **20 Jahre:** Bei nur 0,4 % Aufschlag gegenüber 10 Jahren kaufst du 10 Jahre Planungssicherheit für rund 170 Euro mehr im Jahr pro 100.000 Euro Darlehen. Wer das Haus langfristig behalten will, kommt gut damit. - **30 Jahre:** Der Aufschlag von knapp 0,6 % gegenüber 10 Jahren ist höher – rechnet sich nur bei sehr langer Haltedauer. Ein Rechenbeispiel für ein Darlehen von 350.000 Euro, 20 Jahre Laufzeit: | Zinssatz | Monatliche Rate | Zinskosten gesamt | |---|---|---| | 3,71 % (10 J.) | ca. 2.060 € | ca. 144.000 € | | 4,10 % (20 J.) | ca. 2.135 € | ca. 162.000 € | *Annahme: Tilgung 2 %, Laufzeit 20 Jahre. Vereinfachte Berechnung ohne Sondertilgungen.* Den genauen Kostenvergleich für dein geplantes Haus – mit aktuellen Regionaldaten und Fördermitteln – machst du am besten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was die aktuellen Bauzinsen für deine monatliche Rate bedeuten **Bei 400.000 Euro Darlehen und 10-jähriger Zinsbindung zu 3,9 % zahlt ein Bauherr heute rund 1.633 Euro monatlich – das sind rund 220 Euro mehr als noch im Januar 2026 bei 3,3 %.** Diese konkreten Beispielraten zeigen die Bandbreite, die du je nach Darlehensgröße einkalkulieren musst (2 % Anfangstilgung, 10 Jahre Zinsbindung, ca. 3,9 %): | Darlehenshöhe | Monatliche Rate | Tilgung nach 10 J. | |---|---|---| | 200.000 € | ca. 983 € | ca. 19.500 € | | 300.000 € | ca. 1.475 € | ca. 29.200 € | | 400.000 € | ca. 1.967 € | ca. 38.900 € | | 500.000 € | ca. 2.458 € | ca. 48.600 € | *Annäherungswerte bei 3,9 % effektivem Jahreszins und 2 % Tilgung. Individuelle Konditionen abfragen.* Wie viel Haus du dir mit diesen Raten leisten kannst, hängt stark davon ab, wo du baust. Baukosten in Bayern liegen spürbar über dem Bundesschnitt, während strukturschwächere Regionen günstiger sind. Einen realistischen Überblick über Neubaukosten nach Region – inklusive Haustechnik und Außenanlagen – findest du auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Bauzinsen + KfW-Förderung: So kombinierst du beides richtig **KfW-Programme können den effektiven Zinssatz deiner Gesamtfinanzierung erheblich senken – nicht nur durch Zuschüsse, sondern durch die günstigen Kreditkonditionen, die auch bei hohen Marktbauzinsen greifen.** Die relevantesten Programme für Neubauten im August 2026: - **KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau):** Kredit bis 150.000 Euro zu 0,6 % Zins für EH40-Neubauten – das drückt die Durchschnittskosten deiner Finanzierung deutlich. - **KfW 298 (Effizienzhaus 55 verlängert):** Die Deadline wurde von Ende Juni auf **31. Dezember 2026** verlängert. Anträge für EH55-Neubauten sind noch bis Jahresende möglich. - **KfW 308 (Jung kauft Alt):** Seit dem 3. August 2026 erhöhte Kreditobergrenzen (bis zu 180.000 Euro für Familien mit drei Kindern) – kombinierbar mit Marktbauzinsen für den Rest der Finanzierung. Wenn du heute ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) planst: Die Kombination aus einem KfW-Kredit zu deutlich unter 1 % und einem Marktkredit zu 3,7–4 % ergibt einen gemischten Effektivzins, der spürbar unter dem reinen Markniveau liegt. Alle aktuellen Bedingungen für die KfW BEG-Programme erklärt der Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen) im Detail. ## FAQ: Bauzinsen August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im August 2026?** Der Topzins für 10-jährige Zinsbindung liegt im August 2026 bei 3,71 % (effektiv, Dr. Klein). Im Marktdurchschnitt zahlen Bauherren bei 80 % Beleihungsauslauf rund 3,90 % für 10 Jahre – bei höherem Beleihungsauslauf (über 90 %) steigt der Zins auf 4,19 % und mehr. **Werden die Bauzinsen 2026 noch sinken?** Experten erwarten für den Rest des Jahres 2026 eine Seitwärtsbewegung zwischen 3,6 und 3,9 %. Die EZB plant für 2026 keine weitere Zinssenkung; geopolitische Risiken können die Zinsen kurzfristig nach oben treiben. Ein Rückgang auf das Niveau von 2021 (unter 1 %) ist auf absehbare Zeit nicht realistisch. **Welche Zinsbindung ist jetzt sinnvoll – 10 oder 20 Jahre?** Der Aufschlag zwischen 10-jähriger und 20-jähriger Zinsbindung beträgt derzeit rund 0,4 Prozentpunkte. Für Bauherren mit langem Zeithorizont ist die 20-jährige Bindung attraktiv, weil sie das Anschlussfinanzierungsrisiko ausschließt. Wer die Flexibilität bevorzugt und guten Eigenkapitalpuffer hat, kommt mit 10 oder 15 Jahren gut. **Wie viel Eigenkapital brauche ich, um gute Konditionen zu bekommen?** Die besten Zinsen bekommst du bei einem Beleihungsauslauf unter 70 % – das bedeutet, du finanzierst weniger als 70 % des Kaufpreises über Kredit. Bei 80 % Beleihung steigt der Zins um ca. 0,07 Prozentpunkte, bei über 90 % um 0,3–0,4 Prozentpunkte. Als Faustregel gilt: 20 % Eigenkapital sind eine gute Ausgangsbasis – 30 % und mehr verschaffen dir die Topkonditionen. **Hat die EZB Einfluss auf Bauzinsen?** Nur indirekt. Der EZB-Leitzins liegt seit Juni 2025 bei 2,15 % und beeinflusst vor allem kurzfristige Tagesgeldzinsen. Bauzinsen richten sich nach den Renditen 10-jähriger Bundesanleihen, die vom Kapitalmarkt bestimmt werden. Die Anleiherenditen können auch steigen, wenn die EZB den Leitzins stabil hält – was 2026 zu beobachten war. **Lohnt sich jetzt noch ein Hauskauf trotz der Bauzinsen?** Das hängt von deiner persönlichen Situation ab, nicht nur von der Zinshöhe. Entscheidend sind: Eigenkapitalquote, regionaler Immobilienmarkt, Haltedauer, Alternativen (Miete vs. Kauf) und verfügbare Förderung. Mit einem KfW-Kredit bei 0,6 % und einem ergänzenden Marktdarlehen bei 3,9 % ergibt sich ein gemischter Effektivzins, der bei guter Planung tragfähig ist. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du dein Szenario konkret durchrechnen. Quellen: - Dr. Klein: Zinsentwicklung & Prognose August 2026: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html - Interhyp: Aktuelle Bauzinsen August 2026: https://www.interhyp.de/zinsen/ - BVN: KfW-Förderung im Wohnungsbau – Änderungen ab August 2026: https://bvn.de/Mitgliederservice/Aktuell/2026/20260629_KfW_Foerderung.php - baufi24: Bauzinsen aktuell 2026: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ --- # Dachsanierung 2026: Was ein neues Dach kostet und wie du Förderung bekommst URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/dachsanierung-kosten-2026-neues-dach-foerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wer ein Dach sanieren will, muss zuerst klären, wie weit die Arbeiten gehen sollen. Zwischen einer schlichten Neueindeckung für rund 12.000 Euro und einer Komplettsanierung mit Unterkonstruktion für 90.000 Euro liegen Welten. Dieser Ratgeber zeigt die üblichen Kostenrahmen, welche BAFA-Förderung nach der BEG-Reform vom 21. Juli 2026 gilt und in welcher Reihenfolge du Angebot, Vertrag und Antrag angehen musst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was kostet eine Dachsanierung 2026, die wichtigsten Zahlen **Eine Neueindeckung ohne Dämmung liegt nach üblichen Angebotsspannen grob zwischen 80 und 160 Euro pro Quadratmeter Dachfläche, mit Dämmung meist zwischen 130 und 280 Euro. Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche ergibt das grob 12.000 bis 42.000 Euro, mit Erneuerung der Unterkonstruktion deutlich mehr.** Die Spanne ist groß, weil mehrere Faktoren zusammenkommen: Material, Dachform, Dämmstandard und die Frage, ob nur die Eindeckung erneuert wird oder auch Unterkonstruktion und Dämmschicht. Wer ohnehin neu eindeckt, sollte die Dämmung gleich mitmachen. Gerüst und Baustelleneinrichtung fallen dann nur einmal an. **Kostentabelle: Dachsanierung nach Umfang** | Sanierungsart | Kosten pro m² | Gesamtkosten (150 m²) | Förderfähig nach BEG | |---|---|---|---| | Neueindeckung ohne Dämmung | 80 bis 160 € | 12.000 bis 24.000 € | Nein | | Aufsparrendämmung + neue Eindeckung | 180 bis 280 € | 27.000 bis 42.000 € | Ja, Dämmanteil | | Zwischensparrendämmung + Eindeckung | 150 bis 240 € | 22.500 bis 36.000 € | Ja, Dämmanteil | | Untersparrendämmung + Eindeckung | 130 bis 200 € | 19.500 bis 30.000 € | Ja, Dämmanteil | | Komplettsanierung inkl. Unterkonstruktion | 350 bis 600 € | 52.500 bis 90.000 € | Ja, Dämmanteil | *Grobe Richtwerte inklusive Arbeit, Material und MwSt., keine amtliche Statistik. Dein Angebot kann je nach Region und Dach deutlich abweichen. Förderfähig sind höchstens 30.000 Euro je Wohneinheit und Jahr, mit iSFP-Bonus bis 60.000 Euro.* ## Welches Dachmaterial ist am günstigsten? **Betondachsteine gehören zu den günstigsten verbreiteten Materialien. Schiefer und Metall kosten mehr, halten aber in der Regel länger.** Ein Überblick über gängige Eindeckmaterialien: | Material | Materialpreis | Lebensdauer | Besonderheiten | |---|---|---|---| | Betondachstein | 20 bis 50 €/m² | 30 bis 50 Jahre | günstige Massenlösung, schwer | | Tondachziegel | 35 bis 70 €/m² | 50 bis 80 Jahre | langlebig, regional typisch | | Bitumenschindeln | 15 bis 45 €/m² | 20 bis 30 Jahre | günstig, für flach geneigte Dächer | | Naturschieferplatten | 45 bis 120 €/m² | 80 bis 150 Jahre | hochpreisig, sehr langlebig | | Metallprofile (Stahl/Alu) | 50 bis 100 €/m² | 40 bis 60 Jahre | leicht, wartungsarm | | Metalldachziegel (Stahl) | 30 bis 70 €/m² | 40 bis 60 Jahre | Kompromiss aus Preis und Gewicht | *Grobe Materialpreise ohne Verlegung, übliche Herstellerangaben zur Lebensdauer. Keine amtliche Statistik.* Der Materialpreis allein sagt wenig. Ein günstiger Stein, der nach 40 Jahren erneuert werden muss, kann über die Nutzungsdauer teurer sein als ein Ziegel, der deutlich länger hält. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du die Gesamtkosten deines Vorhabens überschlagen. ## Nebenkosten, die viele unterschätzen **Gerüst, Entsorgung, Anschlüsse und Fachplanung kommen zum reinen Handwerkerpreis dazu. Plane dafür einen spürbaren Puffer ein.** Typische Nebenposten bei einer Dachsanierung (grobe Richtwerte, keine amtliche Statistik): - **Gerüst:** 8 bis 15 Euro pro m² Fassadenfläche, beim Einfamilienhaus etwa 2.000 bis 5.000 Euro - **Entsorgung alter Eindeckung:** 200 bis 500 Euro, je nach Material und Gewicht - **Statik-Prüfung (bei Aufsparrendämmung):** 300 bis 800 Euro - **Anschlussarbeiten (Dachrinne, Dachfenster, Kamin):** 500 bis 3.000 Euro je nach Umfang - **Energieeffizienz-Experte:** Für die BAFA-Förderung der Dachdämmung Pflicht. Fachplanung und Baubegleitung fördert das BAFA in der BEG EM mit 50 Prozent, förderfähig sind beim Ein- und Zweifamilienhaus höchstens 5.000 Euro. - **Sanierungsfahrplan (iSFP):** Die Energieberatung bezuschusst das BAFA mit 50 Prozent des Honorars, höchstens 650 Euro beim Ein- oder Zweifamilienhaus. Die Baupreise unterscheiden sich regional. Was Bauen und Sanieren im Süden kostet, zeigt die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## BEG-Förderung: Was nach der Reform vom 21. Juli 2026 gilt **Das BAFA fördert die Dachdämmung als Einzelmaßnahme mit 15 Prozent auf höchstens 30.000 Euro förderfähige Kosten, also bis zu 4.500 Euro. Mit iSFP gibt es 5 Prozentpunkte mehr, aber nur auf den Teil der Kosten über 30.000 Euro und nur, wenn mindestens 30.000 Euro investiert werden. Mehr als 10.500 Euro sind nicht möglich.** Seit dem 21. Juli 2026 gilt eine neue Förderrichtlinie. Für die Dämmung am Einfamilienhaus heißt das: - **Grundförderung:** 15 % der förderfähigen Kosten - **iSFP-Bonus:** +5 Prozentpunkte, wenn die Maßnahme Teil eines vom BAFA geförderten individuellen Sanierungsfahrplans ist, das förderfähige Volumen mindestens 30.000 Euro brutto beträgt, und nur auf die Kosten über 30.000 Euro - **Förderfähige Kosten:** höchstens 30.000 Euro für die erste Wohneinheit je Kalenderjahr, mit iSFP-Bonus 60.000 Euro. Mehrere Maßnahmen im selben Jahr teilen sich diese Grenze. - **Maximaler Zuschuss:** 4.500 Euro ohne iSFP, 10.500 Euro mit iSFP bei 60.000 Euro Kosten (15 % auf 60.000 € plus 5 % auf 30.000 €, gerechnet) - **Technische Anforderung:** Schrägdach und oberste Geschossdecke U-Wert höchstens 0,14 W/(m²K), Dachgauben 0,20 W/(m²K) - **Ab 2027:** Für sehr ineffiziente Gebäude (Worst Performing Buildings) gibt es ab dem ersten Quartal 2027 zusätzlich 5 Prozentpunkte für Dämmmaßnahmen, Voraussetzung ist ein geförderter iSFP. Ein Rechenbeispiel (eigene Rechnung): Aufsparrendämmung mit Eindeckung für 42.000 Euro, alles förderfähig, mit iSFP. 15 Prozent auf 42.000 Euro sind 6.300 Euro, dazu 5 Prozent auf 12.000 Euro, also 600 Euro. Zusammen 6.900 Euro. Ohne iSFP wären nur 30.000 Euro förderfähig, also 4.500 Euro. **Die Reihenfolge entscheidet:** Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Als Beginn gilt der Vertrag mit dem Dachdecker. Gleichzeitig verlangt die Richtlinie, dass bei Antragstellung schon ein Vertrag vorliegt, und zwar mit der aufschiebenden oder auflösenden Bedingung der Förderzusage. Ein solcher Vertrag zählt nicht als förderschädlicher Beginn. Wer ohne diese Bedingung unterschreibt und erst danach den Antrag stellt, verliert die Förderung. Alle Details zur BAFA-Förderung erklärt der Ratgeber [BEG Einzelmaßnahmen 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/bafa-beg-einzelmassnahmen-2026-daemmung-fenster-lueftung). ## Wann ist eine Dachsanierung Pflicht? **Eine allgemeine Pflicht zur Dacherneuerung gibt es nicht. Wenn du das Dach aber erneuerst, muss es danach einen Mindestwärmeschutz erreichen: für Dachflächen einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K).** Das Gebäudeenergiegesetz heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und wurde dabei neu nummeriert. Die Anforderung bei Änderungen an Außenbauteilen steht jetzt in § 36 (vorher § 48), die Höchstwerte in Anlage 7. Für Dachflächen einschließlich Dachgauben und für Decken gegen unbeheizte Dachräume gilt ein U-Wert von 0,24 W/(m²K), auch beim Ersatz oder Neuaufbau einer Dachdeckung. Für Dachflächen mit Abdichtung, etwa Flachdächer, gilt 0,20 W/(m²K). Welche Dämmstärke du dafür brauchst, hängt vom Dämmstoff und vom Aufbau ab. Ausnahmen: - Änderungen, die nicht mehr als 10 Prozent der Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen, sind ausgenommen - Für Baudenkmale und bei unbilliger Härte kennt das Gesetz Ausnahmen und Befreiungen, die du mit der Bauaufsicht klären musst Wird bei einem Wohngebäude mit höchstens zwei Wohnungen statt der Bauteilwerte das ganze Gebäude berechnet, verlangt § 36 vor der Beauftragung der Planung ein informatorisches Beratungsgespräch mit einer Person, die Energieausweise ausstellen darf, sofern ein solches Gespräch unentgeltlich angeboten wird. Die Höchstwerte selbst hat das GModG nicht verändert, die neuen Regeln betreffen vor allem die Heizung. ## Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Dachsanierung? **Dacharbeiten laufen bei trockenem, frostfreiem Wetter am besten. Wer im Herbst plant, nutzt den Winter für Angebote, Energieberatung und Antrag und saniert im Frühjahr.** Praktischer Ablauf: 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**, gegebenenfalls einen iSFP erstellen lassen 2. **Angebote einholen** und vergleichen 3. **Vertrag mit dem Dachdecker** unter der Bedingung der Förderzusage schließen 4. **BAFA-Antrag stellen**, mit Vertrag und technischer Projektbeschreibung 5. **Ausführung:** Beginnen darfst du nach dem Antrag auf eigenes Risiko, sicherer ist der Start nach der Zusage 6. **Abschluss und Verwendungsnachweis** innerhalb des Bewilligungszeitraums von 36 Monaten ab Zusage Wer für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant, sollte mehrere Angebote einholen, weil die Preise regional stark schwanken. Für die Gesamtkalkulation inklusive Förderung und Nebenkosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## FAQ: Dachsanierung 2026 **Was kostet ein neues Dach für ein Einfamilienhaus 2026?** Bei 150 m² Dachfläche liegt eine reine Neueindeckung nach üblichen Angebotsspannen grob zwischen 12.000 und 24.000 Euro. Mit Dämmung sind es grob 20.000 bis 42.000 Euro, eine Komplettsanierung mit Unterkonstruktion kann bis rund 90.000 Euro kosten. Das sind Richtwerte, kein Ersatz für ein Angebot. **Gibt es 2026 Förderung für Dachsanierungen?** Ja, für die Dämmung. Das BAFA gibt 15 Prozent auf höchstens 30.000 Euro, also bis zu 4.500 Euro. Mit iSFP gibt es 5 Prozentpunkte mehr auf die Kosten über 30.000 Euro, insgesamt höchstens 10.500 Euro. Eine reine Neueindeckung ohne Dämmung wird nicht gefördert. **Was kostet eine Dachdämmung pro m² 2026?** Die Dämmung allein kostet je nach Verfahren grob zwischen 40 und 120 Euro pro Quadratmeter, Aufsparrendämmung liegt am oberen Ende, Zwischensparrendämmung am unteren. Am wirtschaftlichsten ist die Kombination mit einer neuen Eindeckung. Auch das sind Richtwerte. **Welches Dachmaterial hält am längsten?** Naturschiefer hält nach üblichen Angaben 80 bis 150 Jahre, Tondachziegel 50 bis 80 Jahre. Betondachsteine sind günstiger, halten aber meist kürzer. Metalldächer liegen dazwischen. **Muss ich bei der Dachsanierung einen Energieberater einschalten?** Für die BAFA-Förderung der Dämmung ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht. Seine Fachplanung und Baubegleitung wird mit 50 Prozent gefördert. Für einen iSFP gibt das BAFA 50 Prozent des Beratungshonorars, höchstens 650 Euro beim Ein- oder Zweifamilienhaus. Ohne Förderantrag ist kein Experte vorgeschrieben. **Was passiert, wenn ich das Dach ohne Dämmung erneuere?** Eine reine Reparatur ist möglich. Wird aber die Dachdeckung ersetzt oder neu aufgebaut und betrifft das mehr als 10 Prozent der Dachfläche, muss das Dach danach einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) erreichen. Ohne Dämmung gibt es außerdem keine BAFA-Förderung. Quellen: - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Infoblatt förderfähige Maßnahmen, Version 11.0: https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/beg_infoblatt_foerderfaehige_kosten_neu.pdf?__blob=publicationFile&v=15 - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html - Gebäudemodernisierungsgesetz § 36 (Anforderungen bei Änderung): https://www.gesetze-im-internet.de/geg/__36.html - Gebäudemodernisierungsgesetz Anlage 7 (U-Werte bei Änderung): https://www.gesetze-im-internet.de/geg/anlage_7.html - BGBl. 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des GEG (GModG): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html --- # Bauzinsen August 2026: Aktueller Stand, Prognose und was Bauherren jetzt tun sollten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-zinsentwicklung-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-08-14 Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft, die KfW hat ihre Programme umgebaut – und die Bauzinsen? Die bewegen sich im August 2026 auf einem Niveau, das Bauherren nüchtern einkalkulieren müssen: Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung kosten aktuell zwischen 3,70 und 4,19 Prozent effektiv, je nach Eigenkapital und Beleihungsauslauf. Was das konkret für deine Finanzierung bedeutet, wie sich die Zinsen seit Jahresbeginn entwickelt haben – und was du jetzt tun kannst, bevor die EZB möglicherweise im September erneut den Leitzins anhebt. ## Aktuelle Bauzinsen im Überblick – was heute gilt **Im August 2026 liegen Bauzinsen mit zehnjähriger Bindung bei 3,70 bis 4,19 Prozent effektiv, mit zwanzigjähriger Bindung zwischen 4,13 und 4,53 Prozent. Den erreichbaren Topzins von rund 3,79 Prozent effektiv (10 Jahre) bekommst du nur mit gutem Eigenkapital und einwandfreier Bonität.** Die genaue Rate hängt maßgeblich davon ab, wie hoch dein Darlehen im Verhältnis zum Immobilienwert ist – dem Beleihungsauslauf. Wer mindestens 30 Prozent Eigenkapital mitbringt (Beleihungsauslauf unter 70 Prozent), erhält die besten Konditionen. | Zinsbindung | Topzins (< 70 % Beleihung) | Typisch (80 % Beleihung) | Hohe Finanzierung (> 90 %) | |---|---|---|---| | 10 Jahre | ab 3,70 % eff. | ca. 3,90 % eff. | ca. 4,19 % eff. | | 15 Jahre | ab 3,97 % eff. | ca. 4,15 % eff. | ca. 4,40 % eff. | | 20 Jahre | ab 4,13 % eff. | ca. 4,30 % eff. | ca. 4,53 % eff. | | 30 Jahre | ab 4,37 % eff. | ca. 4,50 % eff. | – | *Quelle: Dr. Klein, Interhyp, Stand 13.–14.8.2026. Einzelne Banken können davon abweichen.* Zum Vergleich: Im August 2016 lagen Bauzinsen noch bei rund 0,90 Prozent effektiv. Der Unterschied zum heutigen Niveau beträgt damit fast drei Prozentpunkte – was bei einem 300.000-Euro-Darlehen über 20 Jahre einen monatlichen Mehrbetrag von rund 750 Euro ausmacht. ## Warum Bauzinsen 2026 auf diesem Niveau sind **Bauzinsen hängen nicht direkt am EZB-Leitzins, sondern am Kapitalmarkt – konkret an den Renditen langlaufender Staatsanleihen. Diese sind 2026 erhöht geblieben, weil Inflationserwartungen hartnäckig über dem Zwei-Prozent-Ziel liegen und die Staatsverschuldung in Europa weiter zunimmt.** Der EZB-Leitzins liegt seit März 2026 bei 2,65 Prozent. Die Notenbank hatte nach einer kurzen Senkungsphase 2024/2025 die Geldpolitik erneut gestrafft, weil die Inflation in der Eurozone nicht dauerhaft auf zwei Prozent zurückging. Für Bauherren ist aber nicht der EZB-Satz entscheidend, sondern die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen: Sie liegt Mitte August 2026 bei rund 2,8 bis 3,1 Prozent. Banken schlagen darauf ihre Marge auf – so kommen die Bauzinsen von 3,70 bis 4,20 Prozent zustande. Was Bauzinsen 2026 im Vergleich zu 2022/2023 stabilisiert: Die größten Zinssprünge sind vorbei. Das Jahr 2022 erlebte den rasantesten Anstieg in der deutschen Nachkriegsgeschichte – von unter einem Prozent auf fast vier Prozent binnen zwölf Monaten. Seither pendeln die Zinsen in einem Korridor. Das ist für Bauherren kein Trost, aber immerhin: Planungssicherheit ist inzwischen wieder möglich. ## Zinsbindung richtig wählen: 10, 15 oder 20 Jahre? **In einem Zinsumfeld um vier Prozent ist eine lange Zinsbindung (15 oder 20 Jahre) teurer, aber sicherer. Wer die monatliche Rate kurzfristig drücken will, wählt 10 Jahre – und geht damit das Risiko ein, 2036 in ein unbekanntes Zinsniveau hinein zu refinanzieren.** Die Grundformel: Je länger die Bindung, desto mehr Sicherheit – aber desto höher der Zins. Der Aufschlag von 10 auf 20 Jahre beträgt aktuell rund 0,40 bis 0,55 Prozentpunkte. Was für **kurze Bindung (10 Jahre)** spricht: - Monatliche Rate 30–50 Euro günstiger bei 300.000 Euro Darlehen - Sinnvoll, wenn du in 10 Jahren hohes Eigenkapital aus Tilgung und Wertzuwachs erwartest - Oder: wenn du begründet mit sinkenden Zinsen bis 2036 rechnest Was für **lange Bindung (15–20 Jahre)** spricht: - Planungssicherheit für die gesamte Hauptdarlehensphase - Kein Refinanzierungsrisiko - Besonders sinnvoll bei hoher Beleihung – denn nach 10 Jahren Tilgung bist du noch deutlich im Minus **Faustregel:** Wer heute mit 80 Prozent oder mehr Beleihungsauslauf finanziert, sollte die Zinsbindung so wählen, dass der Beleihungsauslauf nach Ablauf unter 60 Prozent liegt. Das verbessert den Anschlusszins erheblich. Deine Gesamtkosten – Kaufpreis, Nebenkosten, Finanzierungsbedarf und Machbarkeitscheck – kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) konkret durchrechnen. ## EZB-Entscheidung September 2026: Was Bauherren jetzt wissen müssen **Eine weitere EZB-Zinserhöhung im September 2026 ist an den Märkten bereits teilweise eingepreist. Konkret: Der aktuelle Bauzins beinhaltet dieses Risiko schon. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte würde die Bauzinsen voraussichtlich um 0,10 bis 0,20 Prozentpunkte nach oben schieben.** Die Europäische Zentralbank hat für ihre nächste Sitzung am 11. September 2026 eine mögliche weitere Straffung signalisiert. Hintergrund: Die Inflation in der Eurozone lag im Juli 2026 bei 2,4 Prozent – noch über dem Zwei-Prozent-Ziel. Für Bauherren bedeutet das: Wer einen Kreditvertrag jetzt abschließt, sichert sich die aktuellen Konditionen. Wer wartet, riskiert einen weiteren Anstieg – aber auch das Gegenteil ist möglich, falls die EZB von der angekündigten Erhöhung absieht. Banken bieten sogenannte **Forwardkredite** an, die für bis zu 24 Monate im Voraus fixierte Konditionen sichern – gegen einen Aufschlag von rund 0,10 bis 0,30 Prozentpunkten je nach Vorlaufzeit. Bei möglichen Erhöhungen im Herbst kann das wirtschaftlich sinnvoll sein. ## Prognose: Wie entwickeln sich Bauzinsen bis Ende 2026? **Mehrheitlich rechnen Experten mit seitwärts verlaufenden oder leicht steigenden Bauzinsen bis Jahresende 2026. Ein Rückgang unter 3,5 Prozent ist unwahrscheinlich. Das Basisszenario: Zehnjährige Bauzinsen zwischen 3,80 und 4,20 Prozent.** Die Einschätzung des Interhyp-Expertenpanels (August 2026): - **67 Prozent** erwarten kurzfristig (1–2 Monate) gleichbleibende Zinsen - **33 Prozent** rechnen mit leicht sinkenden Zinsen im gleichen Zeitraum - **50 Prozent** prognostizieren mittelfristig steigende Zinsen bis Jahresende - **33 Prozent** erwarten Seitwärtsbewegung bis Ende 2026 Was gegen einen starken Zinsrückgang spricht: - Europäische Konjunktur zeigt keine Schwächesignale, die zur EZB-Lockerung zwingen würden - Staatsanleihe-Renditen bleiben durch hohe Staatsverschuldung in Europa strukturell erhöht - Geopolitische Risiken stützen Risikoaufschläge Was gegen einen weiteren starken Anstieg spricht: - Der Immobilienmarkt zeigt Kaufzurückhaltung – weitere Erhöhungen verschärfen das Problem - Die Bauindustrie kämpft mit Auftragsrückgang und übt politischen Druck aus **Fazit:** Wer im Herbst 2026 bauen oder kaufen möchte, sollte nicht auf deutlich günstigere Zinsen spekulieren. Das Zeitfenster "erst warten und dann billiger finanzieren" hat sich in den vergangenen zwei Jahren nicht geöffnet. ## Bauzinsen und Förderung: Was jetzt zusammenkommt **KfW-Darlehen liegen aktuell bis zu 3,5 Prozentpunkte unter Marktkonditionen – das macht sie als Ergänzung zur Bankfinanzierung attraktiver denn je. Wer KfW-Mittel nutzt, spart beim 100.000-Euro-Anteil rund 3.000 bis 3.500 Euro jährlich.** Die relevantesten Programme im August 2026: | Programm | Zinssatz | Besonderheit | |---|---|---| | KfW 298 (Neubau EH40) | ab 0,60 % eff. | Für besonders energieeffiziente Neubauten | | KfW 297 (Neubau EH55) | ab 1,07 % eff. | Verlängert bis 31.12.2026 | | KfW 308 (Jung kauft Alt) | ab 0,53 % eff. | Bis 180.000 € für Familien mit 3+ Kindern | | KfW 261 (Sanierung EH) | ab 3,26 % eff. | Angepasst durch BEG-Reform Juli 2026 | | KfW 570 (Erneuerbare Plus) | Vergünstigtes Marktdarlehen | Neu seit 18.6.2026, bis 150 Mio. € | Wer eine neue Wärmepumpe einbaut oder zum Effizienzhaus saniert, kann KfW-Darlehen mit Marktdarlehen kombinieren. Die KfW BEG-Reform vom 21. Juli 2026 hat einige Konditionen angepasst – alle aktuellen Details findest du im [Ratgeber KfW BEG-Reform 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) in Nordrhein-Westfalen etwa – mit aktuellen Baukosten von rund 2.360 Euro je Quadratmeter Wohnfläche – kommt man bei 140 Quadratmetern schnell auf 330.000 Euro reine Baukosten. Plus Grundstück und Nebenkosten summiert sich die Gesamtinvestition auf 450.000 bis 550.000 Euro. Aktuelle regionale Zahlen zeigen die [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) im Detail. ## So sicherst du dir die besten Bauzinsen jetzt **Den besten Bauzins bekommst du nicht durch Abwarten, sondern durch Eigenkapital, Bonität und das Einholen von mindestens drei Angeboten. Bei aktuellen Spreads von bis zu 0,80 Prozentpunkten zwischen bestem und schlechtestem Angebot bedeutet das bei 300.000 Euro Darlehen über 20 Jahre: bis zu 2.400 Euro Unterschied pro Jahr.** Fünf konkrete Maßnahmen: 1. **Eigenkapital maximieren.** Jeder Prozentpunkt weniger Beleihungsauslauf verbessert den Zins spürbar. Die Schwellen bei 70 und 60 Prozent Beleihung sind Schlüsselmarken. 2. **Mindestens drei Angebote einholen.** Hausbank, Direktbank und Vermittler vergleichen. Der Spread zwischen bestem und schlechtestem Angebot beträgt derzeit 0,60 bis 0,80 Prozentpunkte. 3. **KfW-Anteil einplanen.** KfW-Darlehen werden von der Hausbank weitergeleitet und hängen nicht an deren individuellem Bonitätsurteil. Beim 100.000-Euro-KfW-Anteil sparst du aktuell 3.000 bis 3.500 Euro pro Jahr gegenüber reiner Marktfinanzierung. 4. **Sondertilgungsrechte aushandeln.** 5 Prozent des Darlehens jährlich kostenfrei tilgen – das sollte Standard sein. Bei vielen Banken ist das verhandelbar. 5. **Forwardkredit prüfen.** Wer erst in 6 bis 18 Monaten abruft, kann sich heute Konditionen sichern. Aufschlag: 0,10 bis 0,30 Prozentpunkte. Bei EZB-Erhöhung im Herbst rechnet sich das. ## FAQ: Bauzinsen August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im August 2026?** Bauzinsen mit zehnjähriger Zinsbindung liegen je nach Eigenkapital zwischen 3,70 und 4,19 Prozent effektiv. Mit zwanzigjähriger Bindung sind es 4,13 bis 4,53 Prozent. Den Topzins unter 3,80 Prozent erreichst du bei guter Bonität und einem Beleihungsauslauf unter 70 Prozent (Stand 14.8.2026, Quelle: Dr. Klein, Interhyp). **Werden die Bauzinsen 2026 noch sinken?** Ein deutlicher Rückgang auf unter 3,5 Prozent ist 2026 unwahrscheinlich. Die Mehrheit der Marktexperten erwartet seitwärts verlaufende oder leicht steigende Zinsen bis Jahresende. Wer auf einen starken Rückgang wartet, riskiert gleichbleibende oder steigende Konditionen – und verliert möglicherweise Monate unnötig. **Wie hoch ist der EZB-Leitzins aktuell und was bedeutet das für Bauzinsen?** Der EZB-Leitzins liegt seit März 2026 bei 2,65 Prozent. Er beeinflusst Bauzinsen aber nur indirekt: Maßgeblich sind die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen (aktuell ca. 2,8 bis 3,1 Prozent), auf die Banken ihre Marge aufschlagen. Eine weitere EZB-Erhöhung im September 2026 ist bereits teilweise eingepreist. **Lohnt es sich jetzt, eine lange Zinsbindung zu wählen?** Bei einem Zinsniveau um vier Prozent und unsicherer Prognose spricht viel für eine Zinsbindung von 15 bis 20 Jahren, besonders bei hoher Beleihung. Der Aufpreis gegenüber 10 Jahren beträgt aktuell 0,40 bis 0,55 Prozentpunkte – für die Planungssicherheit bei einem typischen Bauvorhaben ein vertretbarer Preis. **Kann ich KfW-Förderung und günstige Marktdarlehen kombinieren?** Ja, und das ist der empfohlene Weg. KfW-Darlehen (z. B. KfW 298 ab 0,60 Prozent effektiv) ergänzen das Bankdarlehen. Das spart beim 100.000-Euro-KfW-Anteil aktuell rund 3.000 bis 3.500 Euro pro Jahr im Vergleich zur reinen Marktfinanzierung. KfW-Anträge laufen immer über die Hausbank. **Ist ein Forwardkredit im August 2026 sinnvoll?** Wenn du erst in 6 bis 18 Monaten abrufst und eine mögliche EZB-Erhöhung im Herbst 2026 fürchtest, kann ein Forwardkredit die aktuellen Konditionen sichern. Der Aufpreis beträgt typisch 0,10 bis 0,30 Prozentpunkte – das rechnet sich, wenn die Zinsen tatsächlich um mehr als diesen Aufschlag steigen. Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen August 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - Interhyp: Bauzinsen aktuell und Prognose August 2026: https://www.interhyp.de/zinsen/ - Baufi24: Zinsentwicklung und Prognose 2026: https://www.baufi24.de/zinsentwicklung-prognose/ - Boerse Express: KfW-Reform August 2026 – Familien erhalten bis zu 180.000 Euro: https://www.boerse-express.com/news/articles/kfw-reform-august-familien-erhalten-bis-zu-180000-euro-foerderung-936353 --- # BAFA BEG Einzelmaßnahmen: Was seit dem 21. Juli 2026 gilt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bafa-beg-einzelmassnahmen-reform-juli-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wer 2026 sein Haus dämmen oder Fenster tauschen lässt, muss mit neuen Zahlen rechnen. Seit dem **21. Juli 2026** gilt eine neue Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen (BEG EM). Der Grundfördersatz für die Gebäudehülle bleibt bei 15 Prozent, aber der iSFP-Bonus wirkt nur noch auf hohe Investitionen, und für Mehrfamilienhäuser gibt es eine neue Kostenstaffel. Auch die Heizungsförderung der KfW (Programm 458) hat sich zum selben Tag geändert. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was hat sich bei der BAFA BEG ab Juli 2026 geändert? **Den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gibt es seit dem 21. Juli 2026 nur noch, wenn die förderfähigen Kosten mindestens 30.000 Euro betragen, und auch dann nur auf den Teil oberhalb der Höchstgrenze ohne iSFP. Wer weniger investiert, bekommt 15 Prozent.** Bis zum 20. Juli 2026 war die Rechnung einfach: 15 Prozent Grundförderung plus 5 Prozent iSFP-Bonus ergaben 20 Prozent auf alle förderfähigen Kosten, und mit Sanierungsfahrplan verdoppelte sich die Kostenobergrenze auf 60.000 Euro je Wohneinheit. Seit dem 21. Juli 2026 gilt: Die Maßnahme muss Teil eines geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) sein, innerhalb von 15 Jahren nach dessen Erstellung umgesetzt werden und ein förderfähiges Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro brutto erreichen. Den Bonus gibt es dann nur auf die Ausgaben, die über der Höchstgrenze ohne iSFP liegen. Beim Einfamilienhaus ist das der Betrag über 30.000 Euro. Für viele Einzelmaßnahmen, etwa einen Fenstertausch oder eine Haustür, bedeutet das schlicht 15 Prozent. Diese Projekte liegen oft unter 30.000 Euro. Was unverändert gilt: - **15 % Grundförderung** für Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung zur Effizienzsteigerung - **Mindestinvestition** 300 Euro brutto je Maßnahme - **Energieeffizienz-Experte** ist für Gebäudehülle und Anlagentechnik Pflicht - **Antrag vor Vorhabenbeginn**: Bei Antragstellung muss ein Liefer- oder Leistungsvertrag vorliegen, der unter der aufschiebenden oder auflösenden Bedingung der Förderzusage geschlossen wurde ## Wie der neue iSFP-Bonus funktioniert, mit Rechenbeispielen **Unter 30.000 Euro förderfähigen Kosten gibt es keinen iSFP-Bonus mehr, auch wenn ein Sanierungsfahrplan vorliegt. Darüber steigt die Förderung nur auf den Mehrbetrag um 5 Prozentpunkte.** Drei Beispiele für ein Einfamilienhaus mit iSFP, selbst gerechnet nach den Sätzen des BAFA: | Maßnahme | Kosten | Förderung alt (20 %) | Förderung neu | Differenz | |---|---|---|---|---| | Fenstertausch | 15.000 € | 3.000 € | 2.250 € | 750 € weniger | | Fassadendämmung | 22.000 € | 4.400 € | 3.300 € | 1.100 € weniger | | Dach + Fassade kombiniert | 45.000 € | 9.000 € | 7.500 € | 1.500 € weniger | *Eigene Rechnung. Alt: 20 % auf alle Kosten. Neu: 15 % auf alle Kosten plus 5 % auf den Betrag über 30.000 €. Kostenobergrenze mit iSFP-Bonus 60.000 €, ohne 30.000 €.* So kommt der Wert für das 45.000-Euro-Beispiel zustande: - 15 % auf 45.000 € = 6.750 € - 5 % auf (45.000 € minus 30.000 €) = 5 % auf 15.000 € = 750 € - Gesamt: 7.500 €, das entspricht rund 16,7 Prozent Ohne iSFP-Bonus wäre bei 45.000 Euro nur die Höchstgrenze von 30.000 Euro förderfähig, also 4.500 Euro Zuschuss. Mehr als 10.500 Euro Zuschuss sind für die erste Wohneinheit auch mit iSFP nicht drin (15 % auf 60.000 € plus 5 % auf 30.000 €, gerechnet). ## Welche Maßnahmen sind betroffen? **Die Regel betrifft alle Maßnahmen an der Gebäudehülle und die Anlagentechnik ohne Heizung. Den Heizungstausch fördert nicht das BAFA, sondern die KfW.** **Gebäudehülle (Energieeffizienz-Experte Pflicht):** - Dachdämmung: Schrägdach U-Wert ≤ 0,14 W/(m²K), oberste Geschossdecke ≤ 0,14 W/(m²K) - Fassadendämmung: Außenwand U-Wert ≤ 0,20 W/(m²K) - Kellerdecken- und Bodendämmung - Fenster, Fenstertüren, Dachflächenfenster: Uw ≤ 0,95 W/(m²K) - Haustüren und Außentüren **Anlagentechnik (ohne Heizung):** - Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung - Gebäudeautomation **Heizungsoptimierung:** etwa hydraulischer Abgleich. Zur Effizienzsteigerung gibt es 15 Prozent, für Maßnahmen zur Emissionsminderung 50 Prozent. **Nicht beim BAFA:** Den Austausch der Heizung fördert die KfW im Programm 458, dazu unten mehr. ## Mehrfamilienhäuser: neue Staffel bei den förderfähigen Kosten **Bis Juli 2026 galten 30.000 Euro je Wohneinheit, mit iSFP 60.000 Euro. Seit dem 21. Juli 2026 sinkt die Obergrenze ab der zweiten Wohneinheit.** Die Höchstgrenzen je Gebäude und Kalenderjahr: | Wohneinheit | Förderfähige Kosten ohne iSFP | Mit iSFP-Bonus | |---|---|---| | 1. Wohneinheit | 30.000 € | 60.000 € | | 2. bis 6. Wohneinheit | je 15.000 € | je 30.000 € | | ab 7. Wohneinheit | je 8.000 € | je 15.000 € | Für ein Mehrfamilienhaus mit 10 Wohneinheiten heißt das grob gerechnet: ohne iSFP höchstens 30.000 + (5 × 15.000) + (4 × 8.000) = 137.000 Euro förderfähig, mit iSFP-Bonus bis zu 270.000 Euro. Der iSFP-Bonus gilt dann nur für die Kosten oberhalb von 137.000 Euro. Für die erste Wohneinheit eines Einfamilienhauses ändert sich an den Obergrenzen nichts. Wer ein [Mehrfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/mehrfamilienhaus) saniert, sollte die Kalkulation neu aufmachen. Je mehr Wohneinheiten, desto stärker wirkt die Kürzung. ## KfW 458 Heizungsförderung: Was seit Juli 2026 gilt **Die Heizungsförderung läuft seit 2024 über die KfW. Seit dem 21. Juli 2026 gelten 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus, ein gestaffelter Einkommensbonus und eine Obergrenze von 70 oder 80 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.** | Baustein | Fördersatz | Bedingung | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | alle Antragsberechtigten, bestehendes Wohngebäude | | Klimageschwindigkeitsbonus | +16 % | nur Selbstnutzer; Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung (ohne Altersgrenze) oder einer Gas- bzw. Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre in Betrieb ist | | Einkommensbonus | +40 / +30 / +10 % | nur Selbstnutzer; zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € | | Obergrenze | 70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 % | mit mindestens einem Kind unter 18 gilt die Grenze bis 40.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* Der **Förderhöchstbetrag** für die erste Wohneinheit sank von 30.000 auf **28.000 Euro** förderfähige Kosten. Bei 70 Prozent sind das höchstens 19.600 Euro statt früher 21.000 Euro, bei 80 Prozent bis zu 22.400 Euro. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte, die förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit um 750 Euro. Maßgeblich ist das Datum des Antrags. Weggefallen sind der Effizienzbonus von 5 Prozent und der Emissionsminderungszuschlag. Ab voraussichtlich dem ersten Quartal 2027 soll die Grundförderung für elektrische Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken, mit 15 Prozent Bonus für Geräte mit Ursprung in der EU. Wichtig: BEG-Einzelmaßnahmen und die Effizienzhaus-Sanierung (KfW 261) lassen sich seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr parallel nutzen. Zwischen beiden liegt eine Sperrfrist von drei Jahren. Für konkrete Zahlen zu Heizungseinbau und Gesamtbaukosten in deiner Region hilft der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) weiter. ## Wie lief die Umstellung im Juli 2026? **Die Übergangsphase ist vorbei. Für Anträge, die bis einschließlich 20. Juli 2026 eingegangen sind, gelten die alten Bedingungen, auch wenn erst später entschieden wird. Alles danach läuft nach der neuen Richtlinie.** Die KfW hat am 8. Juli 2026 mit der Umstellung begonnen. Wer bereits eine gültige Bestätigung zum Antrag hatte, konnte bis zum 20. Juli nach alten Bedingungen beantragen. Beim BAFA müssen seit dem 21. Juli 2026 neue Kennungen für die technische Projektbeschreibung (TPB-ID) erzeugt werden. Wer im Sommer einen Handwerkervertrag ohne aufschiebende oder auflösende Bedingung unterschrieben hat, bevor der Antrag gestellt war, hat das Vorhaben förderschädlich begonnen. Klär solche Fälle mit deinem Energieeffizienz-Experten. ## Ausblick: WPB-Bonus ab 2027 **Ab dem ersten Quartal 2027 gibt es für Dämmmaßnahmen an besonders ineffizienten Gebäuden (Worst Performing Buildings) 5 Prozentpunkte zusätzlich. Die Bedingungen stehen bereits in der Richtlinie.** Als Worst Performing Building gilt ein Wohngebäude mit einem Endenergiebedarf von mindestens 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr oder einem Energiebedarfsausweis der Klasse H, der höchstens ein Jahr alt ist. Die Maßnahme muss Teil eines geförderten iSFP oder einer geförderten Energieberatung sein. Die Mindestinvestition von 30.000 Euro muss dafür nicht erreicht werden, der Bonus gilt für höchstens drei Anträge. Wer ein solches Gebäude dämmen will und nicht unter Zeitdruck steht, kann prüfen, ob sich ein Antrag ab 2027 lohnt. Aktuelle Entwicklungen zu Bauzinsen findest du im Ratgeber [Bauzinsen aktuell: Was die EZB-Entscheidungen für deine Baufinanzierung bedeuten](https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-juni-2026-ezb-erhoehung-baufinanzierung). ## Was das für deine Sanierungsplanung bedeutet **Kleine Einzelmaßnahmen bekommen 15 Prozent. Der iSFP-Bonus lohnt sich nur bei Paketen deutlich über 30.000 Euro, und die Heizung läuft getrennt über die KfW.** **Szenario A, kleines Projekt unter 30.000 Euro:** Kein iSFP-Bonus, 15 Prozent Grundförderung. Wer mit 20 Prozent gerechnet hat, muss neu kalkulieren. **Szenario B, großes Paket über 30.000 Euro:** Der Bonus greift auf den Mehrbetrag über 30.000 Euro, sofern ein geförderter iSFP vorliegt. Die Kostenobergrenze steigt dann auf 60.000 Euro. **Szenario C, Heizungstausch:** Läuft über KfW 458, nicht über das BAFA. Selbstnutzer mit niedrigem Einkommen erreichen bis zu 80 Prozent. Bei einem [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) lohnt der Vergleich mit den regionalen Kosten, etwa in [Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## FAQ: BAFA BEG Einzelmaßnahmen nach der Reform **Gilt der iSFP-Bonus für kleine Projekte gar nicht mehr?** Nein. Unter 30.000 Euro förderfähigen Kosten gibt es nur die Grundförderung von 15 Prozent, auch mit Sanierungsfahrplan. Darüber gibt es 5 Prozentpunkte mehr, aber nur auf den Betrag oberhalb der Höchstgrenze ohne iSFP, beim Einfamilienhaus also oberhalb von 30.000 Euro. **Lohnt sich ein iSFP jetzt noch?** Für größere Vorhaben ja, und als Planungsinstrument für eine Sanierung in Etappen ohnehin. Das BAFA bezuschusst die Energieberatung mit 50 Prozent des Honorars, höchstens 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 850 Euro ab drei Wohneinheiten. Ab 2027 ist der iSFP außerdem Voraussetzung für den WPB-Bonus. **Was kostet mich die Änderung konkret?** Bei einer Fassadendämmung für 22.000 Euro gab es bisher mit iSFP 20 Prozent, also 4.400 Euro. Jetzt sind es 15 Prozent, also 3.300 Euro (eigene Rechnung). **Hat sich auch bei der Heizungsförderung etwas geändert?** Ja. Die förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit sanken von 30.000 auf 28.000 Euro. Der Klimageschwindigkeitsbonus liegt bei 16 statt 20 Prozent, der Einkommensbonus ist gestaffelt (40/30/10 Prozent), der Effizienzbonus ist weggefallen. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für Selbstnutzer mit niedrigem Einkommen bei 80 Prozent. **Wann muss der Förderantrag gestellt werden?** Vor Beginn des Vorhabens. Als Beginn gilt der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags. Bei Antragstellung muss deshalb schon ein Vertrag vorliegen, der unter der Bedingung der Förderzusage geschlossen wurde. Planung und Energieberatung dürfen vorher stattfinden. **Gibt es 2027 neue Fördermöglichkeiten?** Ab dem ersten Quartal 2027 gibt es den WPB-Bonus von 5 Prozentpunkten für Dämmmaßnahmen an Gebäuden mit mindestens 300 kWh/(m²a) Endenergiebedarf oder Effizienzklasse H. Quellen: - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Förderprogramm im Überblick: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html - BAFA: Infoblatt förderfähige Maßnahmen, Version 11.0: https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/beg_infoblatt_foerderfaehige_kosten_neu.pdf?__blob=publicationFile&v=15 - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Heizungsförderung: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ --- # Bauzinsen August 2026: Leichte Entspannung nach dem Hochpunkt – was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-stabilisierung-ezb-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-08-12 Im August 2026 tritt ein, womit viele Bauherren kaum noch gerechnet haben: Die Bauzinsen stabilisieren sich. Nach vier Monaten mit stetig steigenden Zinsen – von knapp 3,1 Prozent im Januar bis zum Juli-Hochpunkt bei rund 4,2 Prozent – zeigt die Kurve erste Zeichen einer Beruhigung. Für 10-jährige Zinsbindung liegen die Marktkonditionen im August zwischen 3,29 und 3,93 Prozent effektiv, je nach Eigenkapital und Bonität. Was hinter der Stabilisierung steckt, was die EZB-Sitzung im September bedeutet und ob jetzt der richtige Moment zum Finanzieren ist. ## Wo stehen die Bauzinsen im August 2026? **Im August 2026 liegen die Bauzinsen für 10-jährige Zinsbindung zwischen 3,29 und 3,93 Prozent effektiv. Der Topzins für Kreditnehmer mit sehr guter Bonität und mindestens 20 Prozent Eigenkapital liegt bei rund 3,29 Prozent – der niedrigste Wert seit April 2026.** | Zinsbindung | Topzins | Durchschnitt | Oberes Ende | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 3,05 % | 3,35 % | 3,65 % | | 10 Jahre | 3,29 % | 3,60 % | 3,93 % | | 15 Jahre | 3,52 % | 3,82 % | 4,10 % | | 20 Jahre | 3,70 % | 4,00 % | 4,30 % | *Quelle: Dr. Klein, baufi24, Interhyp, Stand August 2026. Topzins gilt für sehr gute Bonität, mindestens 20 % Eigenkapital, Beleihungsauslauf unter 80 %.* Zum Vergleich: Im Juli 2026 lag der Durchschnittszins für 10 Jahre noch bei 3,75 bis 4,20 Prozent. Die Entspannung ist spürbar, aber nicht dramatisch. Wer im Januar 2026 finanziert hätte, hätte sich Konditionen um 3,1 Prozent gesichert – der Abstand zum Jahrestief beträgt immer noch rund 0,2 bis 0,8 Prozentpunkte, je nach Laufzeit. ## Warum die Zinsen im August gesunken sind **Die Stabilisierung hat zwei Ursachen: Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen sind im August leicht gesunken, und Marktteilnehmer preisen eine mögliche EZB-Pause im September ein. Zusammen entlastet das die Refinanzierungskosten der Banken und damit die Bauzinsen.** Bauzinsen folgen nicht direkt dem EZB-Leitzins, sondern orientieren sich an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen. Diese wiederum reagieren auf Inflationserwartungen, Wirtschaftsdaten und die Signale der EZB. Drei Faktoren haben im August zur Beruhigung beigetragen: - **Inflation kühlt leicht ab**: Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juli 2026 bei rund 2,3 Prozent – etwas niedriger als die 2,6 Prozent aus dem Frühjahr. Das reduziert den Druck auf die EZB, weiter zu erhöhen. - **Gedämpfte Konjunkturerwartungen**: Das ifo-Geschäftsklima hat sich im August leicht eingetrübt. Konjunktursorgen bremsen den Renditeanstieg bei Bundesanleihen. - **Marktpositionierung vor der EZB-Sitzung**: Die EZB trifft im September ihre nächste Zinsentscheidung. Banken und Investoren halten sich zurück, bevor klar ist, ob eine weitere Erhöhung oder eine Pause kommt. Das Resultat: Wer heute finanziert, bekommt spürbar bessere Konditionen als noch vor sechs Wochen – aber immer noch deutlich schlechtere als zu Jahresbeginn. ## EZB-Sitzung September 2026: Pause, Erhöhung oder Senkung? **Die EZB trifft im September ihre nächste Zinsentscheidung. Der Markt erwartet mehrheitlich eine Pause – aber keine Senkung. Wer jetzt auf deutlich günstigere Zinsen wartet, riskiert erneut steigende Konditionen, falls die EZB überraschend handelt.** Die Erwartungen für die September-Sitzung sind geteilt: | Szenario | Marktpreisung | Auswirkung auf Bauzinsen | |---|---|---| | EZB pausiert (kein Schritt) | ~60 % | Zinsen bleiben stabil oder sinken leicht | | EZB erhöht um 0,25 % | ~30 % | Zinsen steigen um 0,1–0,3 % | | EZB senkt um 0,25 % | ~10 % | Zinsen sinken um 0,2–0,4 % | *Marktpreisung basierend auf Euribor-Futures, Stand August 2026* Für Bauherren bedeutet das: Das Warten auf eine EZB-Senkung im September ist spekulativ. Mit rund 30 Prozent Wahrscheinlichkeit erhöht die EZB erneut – dann steigen Bauzinsen sofort wieder. Ein möglicher Vorteil von 0,1 bis 0,3 Prozentpunkten bei einer Senkung wird in den meisten Fällen durch die Mietkosten im Wartemonat aufgezehrt. ## Was ein Baukredit im August 2026 kostet **Bei 350.000 Euro Darlehen und 10 Jahren Zinsbindung beträgt der Unterschied zwischen Topzins (3,29 %) und oberem Marktrand (3,93 %) rund 11.200 Euro Mehrkosten über die Zinsbindungsdauer – ein starkes Argument für sorgfältigen Angebotsvergleich.** Konkretes Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 160 m² Wohnfläche, Gesamtkosten 520.000 Euro, Eigenkapital 20 Prozent (104.000 Euro), Kredit 416.000 Euro: | Zinssatz | Monatliche Rate (2,5 % Tilgung) | Zinskosten 10 Jahre | Restschuld nach 10 J. | |---|---|---|---| | 3,29 % | 1.989 € | ca. 121.000 € | ca. 306.000 € | | 3,60 % | 2.101 € | ca. 132.500 € | ca. 310.000 € | | 3,93 % | 2.220 € | ca. 145.000 € | ca. 315.000 € | *Richtwerte ohne Kreditnebenkosten. Deinen genauen Kreditbedarf inklusive Grunderwerbsteuer und Notarkosten berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Diese Zahlen gelten für den Marktanteil der Finanzierung. Wer KfW-Förderkredite einsetzt, kann für bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit auf Zinssätze unter 1 Prozent zurückgreifen – das senkt den gewichteten Gesamtzinssatz erheblich. ## KfW-Förderung im August 2026: Was nach der BEG-Reform gilt **Die KfW 298-Förderung (Effizienzhaus 40 Neubau) läuft weiter und bietet 0,6 Prozent Effektivzins – rund 3 Prozentpunkte unter dem Markt. Die BEG-Reform vom 21. Juli 2026 hat dagegen die Heizungsförderung (KfW 458) deutlich verändert.** Überblick der relevanten Programme, Stand August 2026: | Programm | Zinssatz / Zuschuss | Max. Betrag | Status | |---|---|---|---| | KfW 298 (EH40 Neubau) | 0,6 % Zins | 150.000 € je WE | Unverändert, läuft weiter | | KfW 458 (Heizungstausch) | bis 70 % Zuschuss | 28.000 € erste WE | Neue Konditionen ab 21.7. | | BAFA BEG EM (Dämmung etc.) | 15 % Grundförderung | 30.000 € je WE | iSFP-Bonus reformiert | | KfW 570 (Erneuerbare Plus) | Kredit bis 150 Mio. € | variabel | Neu ab 18. Juni 2026 | *Quelle: KfW, BAFA, Stand August 2026* Die wichtigste Änderung der BEG-Reform: Beim Einkommensbonus für Wärmepumpen (KfW 458) gilt seit dem 21. Juli eine neue Staffelung – 40 Prozent Bonus bis 30.000 Euro Haushaltseinkommen, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro. Darüber gibt es keinen Einkommensbonus mehr. Was die Reform sonst noch ändert, erklärt der Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). Der kombinierte Effekt für Neubauten: Wer EH40 baut und 150.000 Euro über KfW 298 zu 0,6 Prozent finanziert, zahlt auf den geförderten Teil rund 19.000 Euro weniger Zinsen über 10 Jahre als mit reinen Marktkonditionen bei 3,60 Prozent. Das übertrifft die Mehrkosten für den EH40-Standard bei vielen Neubauten. ## Drei Maßnahmen, die jetzt sofort Sinn ergeben **Unabhängig davon, was die EZB im September entscheidet: Drei Stellschrauben beeinflusst du selbst – und sie wirken stärker als der Zeitpunkt des Abschlusses.** **1. Mehrere Angebote einholen – sofort.** Die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Angebot liegt im August 2026 bei 0,3 bis 0,6 Prozentpunkten. Bei 350.000 Euro Kredit über 10 Jahre macht das bis zu 21.000 Euro Unterschied. Unabhängige Vermittler wie Interhyp oder Dr. Klein vergleichen mehrere hundert Banken gleichzeitig, ohne Mehrkosten für dich. **2. KfW-Anteil von Anfang an einplanen.** Wer EH40 baut, hat Anspruch auf KfW 298 – bis zu 150.000 Euro zu 0,6 Prozent Zins. Bei einem Gesamtkredit von 400.000 Euro (150.000 KfW + 250.000 Markt zu 3,60 %) ergibt sich ein gewichteter Gesamtzins von rund 2,47 Prozent – deutlich unter dem reinen Marktsatz. Das macht den Energiestandard für viele Bauherren wirtschaftlich attraktiv. **3. Zinsbindung bewusst wählen.** 15 Jahre Zinsbindung kostet aktuell rund 0,22 bis 0,30 Prozentpunkte Aufschlag gegenüber 10 Jahren. Wer in zehn Jahren zu möglicherweise höheren Konditionen verlängern müsste, zahlt mit längerer Laufzeit auf Dauer häufig weniger. In einem volatilen Zinsumfeld ist die Absicherung für die meisten Bauherren sinnvoll. Die regionalen Baukosten – und damit der Gesamtkreditbedarf – variieren erheblich. In Bayern lagen die durchschnittlichen Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus 2026 bei rund 4.200 bis 4.800 Euro pro Quadratmeter inklusive Grundstück. Aktuelle Zahlen findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## FAQ: Bauzinsen August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im August 2026?** Für 10-jährige Zinsbindung liegt der Topzins im August 2026 bei rund 3,29 Prozent effektiv (sehr gute Bonität, mind. 20 % Eigenkapital). Der Marktdurchschnitt liegt bei 3,60 bis 3,93 Prozent, das obere Ende der Spanne bei 4,30 bis 4,50 Prozent. Gegenüber Juli ist das eine Verbesserung von rund 0,1 bis 0,3 Prozentpunkten. **Warum sind die Bauzinsen im August 2026 leicht gesunken?** Zwei Hauptgründe: Die Inflationsrate in Deutschland hat etwas nachgegeben (rund 2,3 % im Juli), und Marktteilnehmer erwarten für die EZB-Sitzung im September eher eine Pause als eine weitere Erhöhung. Bauzinsen orientieren sich an Bundesanleihen-Renditen – gehen die zurück, folgen die Bauzinsen. **Soll ich jetzt finanzieren oder auf die EZB im September warten?** Wer konkreten Bedarf und ausreichend Eigenkapital hat, sollte nicht auf eine deutliche Senkung im September wetten. Nur rund 10 Prozent Marktwahrscheinlichkeit für eine EZB-Senkung – aber 30 Prozent für eine weitere Erhöhung. Wer wartet und die EZB erhöht, zahlt sofort mehr. Der mögliche Vorteil von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten bei einer Senkung wird durch Mietkosten im Wartemonat in vielen Fällen aufgezehrt. **Was hat die BEG-Reform ab 21. Juli für Bauherren im August geändert?** Bei der KfW-Heizungsförderung (KfW 458) gelten neue Konditionen: Maximale förderfähige Kosten sind auf 28.000 Euro gesunken (vorher 30.000 Euro), der Klimageschwindigkeitsbonus auf 16 Prozent (vorher 20 %), der Einkommensbonus ist gestaffelt (40/30/10 Prozent je nach Einkommen). Die Neubauförderung über KfW 298 (EH40, 0,6 % Zins) bleibt dagegen unverändert. **Welche Zinsbindung ist im August 2026 am sinnvollsten?** Aktuell sprechen die Rahmenbedingungen für längere Zinsbindung. 15 Jahre kosten ca. 0,25 Prozentpunkte Aufschlag gegenüber 10 Jahren, 20 Jahre etwa 0,40 Prozentpunkte. Wer nicht sicher ist, in 10 Jahren günstig verlängern zu können, ist mit längerer Laufzeit meist besser abgesichert – auch wenn es kurzfristig etwas mehr kostet. **Wie rechne ich den gewichteten Gesamtzins mit KfW-Anteil aus?** Beispiel: 400.000 Euro Gesamtkredit, davon 150.000 Euro KfW 298 zu 0,6 % und 250.000 Euro Marktkredit zu 3,60 %. Gewichteter Zins: (150.000 × 0,6 % + 250.000 × 3,60 %) / 400.000 = (900 + 9.000) / 400.000 = 9.900 / 400.000 ≈ 2,48 %. Erheblich besser als ein reiner Marktkredit. Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen August 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - baufi24: Aktuelle Bauzinsen 2026 – Entwicklung & Vergleich: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen und Hypothekenzinsen 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - ADAC: KfW-Heizungsförderung – neue Konditionen ab 21. Juli 2026: https://www.adac.de/rund-ums-haus/energie/spartipps/foerderung-heizung/ - Lenz Energieberatung: KfW & BAFA Fördermittel 2026 – aktuelle Übersicht: https://www.lenzenergieberatung.de/ratgeber-energieberatung/foerdermittel-2026-uebersicht --- # Bauzinsen August 2026: Topzins 3,65 % – was der EZB-Entscheid am 10. September bringt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-ezb-september-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-08-11 Im August 2026 bewegt sich der Markt für Baufinanzierungen in einem engen Korridor: Der beste Sollzins für 10 Jahre liegt bei 3,65 Prozent (Effektivzins 3,74 %), längere Bindungen kosten mehr. Die EZB hält den Leitzins bei 2,25 Prozent – ihr nächster Entscheid folgt am 10. September 2026. Was das für deine Finanzierung bedeutet und ob du jetzt abschließen oder warten solltest, erklärt dieser Ratgeber. ## Was gilt gerade? Topzins 3,65 Prozent für 10 Jahre **Im August 2026 liegt der günstigste Sollzins für 10-jährige Baufinanzierungen bei 3,65 Prozent (Effektivzins 3,74 %). Für kürzere Bindungen gibt es leicht niedrigere Sätze, für längere steigen sie. Der EZB-Leitzins liegt unverändert bei 2,25 Prozent.** Der Markt ist seit Juli weitgehend stabil. Nach einem Anstieg von rund 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten infolge geopolitischer Spannungen im Frühjahr hat sich das Niveau in den vergangenen Wochen beruhigt. Experten von Dr. Klein erwarten für das zweite Halbjahr 2026 einen Zinskorridor von 3,3 bis 3,9 Prozent für 10-jährige Darlehen. Starke Ausschläge nach oben oder unten gelten als extrem unwahrscheinlich – sofern kein neues geopolitisches Ereignis die Märkte erschüttert. ## Bauzinsen August 2026: Die aktuelle Tabelle **Für einen schnellen Überblick zeigt diese Tabelle die besten am Markt verfügbaren Konditionen nach Zinsbindungsdauer (Stand: August 2026):** | Zinsbindung | Sollzins (Topzins) | Effektivzins | |---|---|---| | 5 Jahre | 3,72 % | 3,83 % | | 10 Jahre | 3,65 % | 3,74 % | | 15 Jahre | 3,87 % | 3,96 % | | 20 Jahre | 3,99 % | 4,08 % | | 30 Jahre | 4,23 % | 4,33 % | *Quelle: Dr. Klein, August 2026. Topkonditionen bei guter Bonität – der Marktdurchschnitt liegt je nach Anbieter 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte höher.* Um das in Zahlen greifbar zu machen: Bei 400.000 Euro Darlehen, 10-jähriger Bindung und 2 Prozent Anfangstilgung ergibt sich eine Monatsrate von rund 1.883 Euro. Zum Vergleich: Im Januar 2022 lagen 10-jährige Bauzinsen unter 1 Prozent – dieselbe Rate hätte damals rund 1.000 Euro betragen. ## Wie haben sich Bauzinsen 2026 entwickelt? **Das Jahr 2026 war geprägt von Schwankungen: Sinkende Zinsen bis Ende Februar, dann ein Anstieg von bis zu 0,5 Prozentpunkten, zuletzt Stabilisierung im Bereich 3,65 bis 4,33 Prozent je nach Bindung.** Zum Jahresbeginn 2026 standen 10-jährige Konditionen noch bei rund 3,3 bis 3,5 Prozent. Die letzte EZB-Senkung lag damals schon Monate zurück. Im Frühjahr sorgten geopolitische Ereignisse für steigende Bundesanleiherenditen – und damit für höhere Bauzinsen. Seit Juli pendelt das Niveau seitwärts. Wichtig zu verstehen: Bauzinsen hängen nicht direkt am EZB-Leitzins, sondern vor allem an den Renditen 10-jähriger Bundesanleihen. Wenn die EZB senkt, müssen Bauzinsen nicht sinken – und umgekehrt. Die Bundesanleihe gilt als Frühindikator: Steigen ihre Renditen, folgen Bauzinsen in der Regel innerhalb von Tagen. ## EZB-Entscheid 10. September: Was Bauherren erwarten dürfen **Am 10. September 2026 entscheidet die EZB über ihren Leitzins (aktuell: 2,25 %). Eine Zinssenkung ist möglich, aber nicht von den Märkten eingepreist. Für Bauzinsen wird kaum eine Veränderung erwartet.** Analysten prognostizieren Bauzinsen von rund 4,01 bis 4,03 Prozent für Anfang bis Ende September – eine minimale Verschiebung gegenüber August. Die EZB hat zuletzt keine klaren Signale für eine baldige Senkung gegeben. Ihre Kernaufgabe – Preisstabilität – ist bei einer Inflation von aktuell rund 2,2 Prozent (Euroraum) zwar nahe dem Ziel, aber nicht deutlich darunter. Für Bauherren bedeutet das: Eine Zinswette auf September ist riskant. Wer heute in einer konkreten Kaufsituation ist und die Finanzierung rechnerisch passt, handelt vernünftiger als jemand, der auf weitere Rückgänge hofft. Folgende Faktoren können die Bauzinsen bis Jahresende noch bewegen: - **Bundesanleihe-Renditen**: Steigen diese weiter, steigen Bauzinsen - **US-Zinspolitik der Fed**: Globale Kapitalflüsse beeinflussen auch deutsche Märkte - **Inflation im Euroraum**: Überraschungen nach oben würden EZB-Senkungen unwahrscheinlicher machen - **Geopolitik**: Neue Konflikte oder Eskalationen treiben in der Regel die Risikoaufschläge ## KfW-Finanzierung: Was sie von Marktkonditionen unterscheidet **KfW-Programme werden vom Bund subventioniert und liegen typischerweise deutlich unter Marktzinsen. Im August 2026 gibt es außerdem eine wichtige Neuigkeit: Das EH55-Programm läuft noch – obwohl viele Bauherren das Gegenteil annahmen.** Aktuell relevante Programme: | Programm | Besonderheit | Status August 2026 | |---|---|---| | KfW 297/298/299 (EH55 Neubau) | Subventionierter Zins, bis 150.000 € | Verlängert bis 31.12.2026 | | KfW 308 (Jung kauft Alt) | 140.000–180.000 € für Familien | Neue Sätze seit 3.8.2026 | | KfW 458 (Heizungstausch) | 30 % Grundförderung + Boni | Einkommensstaffelung seit 21.7.2026 | | KfW 124 (Wohneigentum) | Kredit bis 100.000 € | Läuft weiter | Ein wichtiges Detail für Neubauplanungen: Die KfW-Programme 297, 298 und 299 für den Klimafreundlichen Neubau im Effizienzhaus-55-Standard können nun bis 31. Dezember 2026 beantragt werden – vorbehaltlich verfügbarer Bundesmittel. Ursprünglich sollte die Förderung am 30. Juni 2026 auslaufen. Wer ein EH55-Haus plant und bislang davon ausgegangen ist, die Förderung verpasst zu haben, sollte das noch einmal prüfen. Alle aktuellen Programme, Kombinationsmöglichkeiten und Antragstipps findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Jetzt abschließen oder warten? Die richtige Strategie im August 2026 **Wer konkret kauft, sollte nicht auf deutlich niedrigere Zinsen spekulieren. Wer noch plant, kann bis Jahresende beobachten – aber ohne KfW-Fristen zu verpassen.** Handlungsempfehlung nach Situation: | Situation | Empfehlung | |---|---| | Konkreter Kaufvertrag bevorstehend | Jetzt abschließen – Zinsen sind stabil | | Planung 6–12 Monate | Angebote einholen, Forward-Darlehen prüfen | | EH55-Neubau geplant | KfW-Antrag vor 31.12.2026 stellen | | Anschlussfinanzierung 2027/2028 | Forward-Darlehen ab 12 Monate im Voraus sinnvoll | | Sanierung geplant | KfW 458 + einkommensabhängiger Bonus prüfen | Praktische Schritte: 1. **Mehrere Angebote einholen**: Direktanfragen bei mindestens drei Instituten plus Vergleich über einen unabhängigen Finanzierungsmakler 2. **KfW-Förderfähigkeit prüfen**: Bevor du zur Bank gehst – klären, welche KfW-Programme kombinierbar sind 3. **Eigenkapital optimieren**: Jeder Prozentpunkt mehr Eigenkapital (bezogen auf den Kaufpreis) kann den Zinssatz um 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte senken 4. **Tilgungsrate wählen**: Bei aktuellen Zinsen empfiehlt sich mindestens 2 Prozent Anfangstilgung – bei 10-jähriger Bindung bleibst du sonst mit einem hohen Restschuldbetrag 5. **Forward-Darlehen einkalkulieren**: Für laufende Darlehen mit Prolongation 2027 oder 2028 lohnt sich die Überprüfung, ob eine Zinssicherung jetzt günstiger ist als das Risiko weiter steigender Zinsen Für deine vollständige Baukostenkalkulation – von Grundstück über Baunebenkosten bis Haustechnik – nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Wer in Bayern oder NRW baut, findet regionale Preisrichtwerte auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Die Gesamtkosten eines [Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) hängen neben dem Zinssatz vor allem von Baustandard, Grundstückskosten und gewählter Haustechnik ab – diese Faktoren sind oft wichtiger als ein Viertelprozent mehr oder weniger Zins. ## FAQ: Bauzinsen August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell im August 2026?** Der günstigste Sollzins für 10-jährige Baudarlehen liegt im August 2026 bei rund 3,65 Prozent (Effektivzins 3,74 %). Der Marktdurchschnitt liegt je nach Anbieter 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte höher. Für 5-jährige Bindungen gibt es Sätze ab 3,72 Prozent Sollzins. **Was entscheidet die EZB am 10. September 2026?** Die EZB entscheidet am 10. September 2026 über ihren Leitzins, der aktuell bei 2,25 Prozent liegt. Eine Senkung ist möglich, aber nicht von den Märkten erwartet. Bauzinsen dürften sich danach kaum merklich bewegen, da sie stärker von Bundesanleiherenditen als vom EZB-Leitzins abhängen. **Werden Bauzinsen bis Ende 2026 sinken?** Experten erwarten für das zweite Halbjahr 2026 einen Zinskorridor von 3,3 bis 3,9 Prozent für 10-jährige Darlehen (Dr. Klein Expertenrat). Deutliche Rückgänge unter 3 Prozent gelten als sehr unwahrscheinlich. Wer konkret kauft, sollte nicht auf spürbar günstigere Konditionen spekulieren. **Lohnt sich ein Forward-Darlehen jetzt?** Für Bauherren mit auslaufenden Darlehen in 2027 oder 2028 kann ein Forward-Darlehen sinnvoll sein, um das aktuelle Zinsniveau zu sichern. Typischer Aufschlag: 0,01 bis 0,03 Prozent pro Monat Vorlauf. Bei 18 Monaten Vorlauf zahlt man rund 0,2 bis 0,5 Prozent mehr als beim aktuellen Kassazins – oft lohnend, wenn man mit weiteren Zinsanstiegen rechnet. **Hat sich die KfW EH55-Förderung wirklich bis Dezember verlängert?** Ja. Die KfW-Programme 297, 298 und 299 für den Klimafreundlichen Neubau (Effizienzhaus 55) können nun bis 31. Dezember 2026 beantragt werden – vorbehaltlich verfügbarer Bundesmittel. Ursprünglich sollte die Förderung zum 30. Juni 2026 auslaufen. Antragsteller sollten nicht bis Dezember warten, da das Budget erschöpft sein kann. **Welche Zinsbindung ist im August 2026 sinnvoll?** Für die meisten Bauherren empfiehlt sich bei aktuellen Zinsen eine Bindung von 10 bis 15 Jahren. Der Aufschlag für 15 Jahre beträgt rund 0,22 Prozentpunkte – das Mehr an Planungssicherheit ist für viele diesen Preis wert. Kürzere Bindungen lohnen nur, wenn du konkret mit deutlichen Zinssenkungen in den nächsten 5 Jahren rechnest. Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen August 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - Dr. Klein: Zinsentwicklung & Prognose 2026: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html - Baumeister Online: KfW-Förderung 2026 – neue Programme und Änderungen: https://www.baumeister-online.de/nachricht/kfw-foerderung-2026-neue-programme-und-aenderungen-fuer-planerinnen-und-planer/ - Boerse Express: KfW-Reform August – Familien erhalten bis zu 180.000 Euro: https://www.boerse-express.com/news/articles/kfw-reform-august-familien-erhalten-bis-zu-180000-euro-foerderung-936353 --- # Jung kauft Alt seit August 2026: bis 180.000 Euro KfW-Kredit für Familien URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/jung-kauft-alt-kfw-neue-konditionen-august-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 3. August 2026 gelten für das KfW-Programm "Jung kauft Alt" (Kredit 308) höhere Kreditbeträge. Je nach Kinderzahl gibt es jetzt 140.000 bis 180.000 Euro, vorher waren es 100.000 bis 150.000 Euro. Neu ist außerdem ein zweiter Sanierungsweg über vier festgelegte Einzelmaßnahmen. Hier steht, was sich geändert hat, wer den Kredit bekommt und wie die Kombination mit anderen Förderungen funktioniert. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist "Jung kauft Alt" und was änderte sich am 3. August 2026? **"Jung kauft Alt" ist ein zinsverbilligter KfW-Kredit für Familien mit Kindern, die ein energetisch schlechtes Bestandsgebäude oder eine Eigentumswohnung kaufen und anschließend sanieren. Seit dem 3. August 2026 sind die Kredithöchstbeträge um 30.000 bis 40.000 Euro gestiegen.** Das Programm läuft seit September 2024. Gefördert wird ausschließlich der Kaufpreis der Immobilie einschließlich Grundstück. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht, der Vorteil liegt allein im niedrigen Zins. Die Änderungen zum 3. August 2026 im Kern: - **Höhere Kreditobergrenzen**: 140.000, 160.000 oder 180.000 Euro je nach Kinderzahl - **Neuer Sanierungsweg**: Statt Effizienzhaus 85 EE dürfen Familien auch vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen (Heizung, Fenster, Fassade, Dach) - **Unverändert**: Einkommensgrenzen, Pflicht zur Selbstnutzung, Energieklasse F, G oder H beim Kauf Ein zweites neues KfW-Programm, "Gewerbe zu Wohnen" (KfW 266), ist nicht im August, sondern bereits am 1. Juli 2026 gestartet. Es richtet sich an Eigentümer und Investoren, die leerstehende Gewerbeflächen in Wohnungen umbauen. Für Familien, die ein altes Haus kaufen wollen, ist "Jung kauft Alt" das passende Programm. ## Die neuen Kreditobergrenzen im Überblick **Die Höhe des Kredits hängt von der Zahl der Kinder unter 18 Jahren ab, die am Tag der Antragstellung im Haushalt leben. Mit drei oder mehr Kindern sind bis zu 180.000 Euro möglich, höchstens aber der Kaufpreis.** | Kinder unter 18 im Haushalt | Kredit bis 2. August 2026 | Kredit seit 3. August 2026 | |---|---|---| | 1 Kind | 100.000 € | 140.000 € | | 2 Kinder | 125.000 € | 160.000 € | | ab 3 Kinder | 150.000 € | 180.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 und Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Die Zinsen hat die KfW seit August angepasst. Die 0,53 Prozent aus der Pressemitteilung vom 30. Juli 2026 gelten nicht mehr. Aktuell gilt: | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektiver Jahreszins | |---|---| | bis 10 / 2 / 10 Jahre | 0,01 % | | bis 25 / 3 / 10 Jahre | 0,72 % | | bis 35 / 5 / 10 Jahre | 1,00 % | | bis 10 Jahre endfällig | 1,16 % | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026.* Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Bei 160.000 Euro und der 35-Jahres-Variante zu 1,00 Prozent sind das im ersten Jahr grob gerechnet rund 4.500 Euro weniger Zinsen als zum Marktschnitt. Der KfW-Kredit deckt meist nur einen Teil des Kaufpreises. Den Rest, die Kaufnebenkosten und die Sanierung finanzierst du über Eigenkapital, einen Bankkredit oder weitere Förderprogramme. Deinen Gesamtbedarf rechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) durch. ## Einkommensgrenzen: Wer darf "Jung kauft Alt" beantragen? **Antragsberechtigt sind Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, deren zu versteuerndes Haushaltseinkommen höchstens 90.000 Euro bei einem Kind beträgt, plus 10.000 Euro für jedes weitere Kind. Diese Grenzen haben sich im August nicht geändert.** | Kinder unter 18 im Haushalt | Max. zu versteuerndes Haushaltseinkommen | |---|---| | 1 Kind | 90.000 € | | 2 Kinder | 100.000 € | | 3 Kinder | 110.000 € | | jedes weitere Kind | + 10.000 € | *Quelle: KfW-Produktseite 308 und Merkblatt 308.* Maßgeblich ist der Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Für einen Antrag im Jahr 2026 brauchst du also die Einkommensteuerbescheide für 2024 und 2023. Bescheinigungen des Steuerberaters ersetzen die Bescheide nicht. Das zu versteuernde Einkommen liegt unter dem Bruttoeinkommen, weil unter anderem Werbungskosten und Sonderausgaben abgezogen werden. Wie groß der Abstand ist, steht in deinem Steuerbescheid. **Wer nicht antragsberechtigt ist:** - Haushalte ohne Kind unter 18 Jahren - Wer bei Antragstellung bereits Wohneigentum in Deutschland besitzt, auch anteilig oder vermietet - Wer schon Baukindergeld, KfW 300 oder KfW 308 erhalten hat - Käufer, die die Immobilie nicht selbst bewohnen wollen ## Welche Immobilien sind förderfähig? **Gefördert wird der Kauf eines bestehenden Wohngebäudes oder einer bestehenden Eigentumswohnung in Deutschland. Bei Antragstellung muss ein gültiger Energieausweis die Effizienzklasse F, G oder H zeigen.** - **Bestandsimmobilie**: Haus oder Eigentumswohnung, kein Neubau - **Energieausweis**: Bedarfs- oder Verbrauchsausweis mit Klasse F, G oder H - **Selbstnutzung**: Du musst Eigentümer werden (mindestens 50 Prozent) und die Immobilie mindestens fünf Jahre selbst bewohnen - **Nicht gefördert**: Ferienhäuser, reine Grundstückskäufe, Umschuldungen Ein Mindestbaujahr verlangt die KfW nicht, entscheidend ist allein die Energieklasse. Ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit Energieausweis Klasse G erfüllt die Objektvoraussetzung, ein bereits saniertes Haus mit Klasse C dagegen nicht. ## Sanierungspflicht: Was du am Altbau machen musst **Innerhalb von 54 Monaten ab der Förderzusage musst du die Immobilie entweder auf mindestens Effizienzhaus 85 EE (bzw. Effizienzhaus Denkmal EE) sanieren oder alle vier festgelegten Einzelmaßnahmen umsetzen. Eine Sanierung auf Energieklasse E reicht nicht.** Weg 1, Effizienzhaus: Ein Energieeffizienz-Experte plant die Sanierung und bestätigt nach Abschluss, dass das Haus den Standard Effizienzhaus 85 EE erreicht. "EE" heißt, dass die Wärme zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt. Weg 2, Einzelmaßnahmen (neu seit 3. August 2026): Alle vier Maßnahmen sind Pflicht, jeweils nach den technischen Mindestanforderungen der BEG Einzelmaßnahmen: - **Heizungstausch** auf eine Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien - **Fenstertausch** - **Fassadendämmung** - **Dämmung des Dachs** oder der obersten Geschossdecke Ausnahmen gibt es nur, wenn eine Heizung schon 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt oder das Haus nur an einem Wärmenetz hängt, und für Bauteile, die bereits die Anforderungen der EnEV 2001 erfüllen. Den Nachweis führst du mit einer Fachunternehmererklärung je Maßnahme, ein Energieeffizienz-Experte ist auf diesem Weg nicht vorgeschrieben. Die Sanierungskosten selbst finanziert "Jung kauft Alt" nicht. Dafür gibt es die BEG-Förderung, die sich laut Merkblatt ausdrücklich kombinieren lässt. Regionale Richtwerte für Handwerkerleistungen findest du zum Beispiel auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## So beantragst du den KfW-308-Kredit **Den Kredit beantragst du über eine Bank, Sparkasse oder einen Finanzvermittler, nicht direkt bei der KfW. Der Antrag muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du den notariellen Kaufvertrag schließt.** 1. **Energieausweis prüfen**: Klasse F, G oder H muss bei Antragstellung belegt sein. 2. **Unterlagen sammeln**: Einkommensteuerbescheide der beiden Vorvorjahre, Geburtsurkunden der Kinder, Energieausweis. 3. **Finanzierungspartner ansprechen**: Er stellt den Antrag für dich bei der KfW. 4. **Kaufvertrag erst nach Antragseingang**: Der Kaufvertrag gilt als Vorhabenbeginn. Wer vorher unterschreibt, verliert die Förderung. Erlaubt ist ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist. Ein Kauf nach Antrag, aber vor Zusage, geschieht auf eigenes Risiko. 5. **Sanieren**: 54 Monate ab Zusage für Effizienzhaus oder die vier Einzelmaßnahmen. 6. **Nachweis einreichen**: Bestätigung nach Durchführung, beim Einzelmaßnahmen-Weg mit Fachunternehmererklärungen. ## "Jung kauft Alt" mit anderen Förderungen kombinieren **Für die vorgeschriebene Sanierung darfst du gleichzeitig Kredite oder Zuschüsse aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) nutzen. Die Summe aller Förderungen darf die jeweils förderfähigen Kosten nicht übersteigen.** | Programm | Was wird gefördert | Kombination mit KfW 308 | |---|---|---| | KfW 458 (Heizungsförderung) | Heizungstausch, Zuschuss 30 % Grundförderung plus Boni, max. 70 % bzw. 80 % | möglich | | BAFA BEG EM (Dämmung, Fenster) | Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, 15 % Zuschuss | möglich | | KfW 261 (Effizienzhaus-Sanierung) | Sanierung zum Effizienzhaus, Kredit bis 150.000 € je Wohneinheit | möglich | *Quelle: Merkblatt 308, KfW-Produktseite 458, BAFA, Stand 10/2026.* Bei der Heizungsförderung KfW 458 sind seit 21. Juli 2026 höchstens 28.000 Euro Kosten für die erste Wohneinheit förderfähig. Der Zuschuss setzt sich aus 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus (nur Selbstnutzer, bei Tausch einer alten fossilen Heizung) und einem Einkommensbonus von 10 bis 40 Prozent zusammen. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für Haushalte mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro bei 80 Prozent, also maximal 22.400 Euro. Grob gerechnet: Kostet eine Wärmepumpe 25.000 Euro und greifen Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus, aber kein Einkommensbonus, sind das 46 Prozent oder 11.500 Euro Zuschuss. Mit Einkommensbonus kann es mehr sein. Was sich bei der BEG im Juli 2026 geändert hat, erklärt der Ratgeber [KfW BEG Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## FAQ: "Jung kauft Alt" August 2026 **Wie viel Kredit bekomme ich bei "Jung kauft Alt" mit zwei Kindern?** Mit zwei Kindern unter 18 Jahren sind seit dem 3. August 2026 bis zu 160.000 Euro möglich, höchstens aber der Kaufpreis. Der effektive Jahreszins liegt laut KfW vom 6. Oktober 2026 je nach Laufzeit zwischen 0,01 und 1,16 Prozent. **Muss ich das Haus selbst bewohnen?** Ja. Du musst Eigentümer werden und die Immobilie mindestens fünf Jahre ab Einzug selbst bewohnen. Vermietung und Ferienwohnungen sind ausgeschlossen. **Was passiert, wenn ich das Sanierungsziel nicht schaffe?** Hast du saniert und das Ziel verfehlt, aber mindestens ein Effizienzhaus 100 EE erreicht, steigt der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr. Die Frist beträgt 54 Monate ab Förderzusage. **Kann ich "Jung kauft Alt" auch für eine Eigentumswohnung nutzen?** Ja. Bestehende Eigentumswohnungen sind ausdrücklich förderfähig, wenn der Energieausweis Klasse F, G oder H zeigt und du selbst einziehst. Gefördert wird einmalig eine Wohneinheit. **Kann die KfW die Konditionen wieder ändern?** Ja. Die Zinsen passt die KfW regelmäßig an, zuletzt zum 17. September 2026. Es gilt der Zins am Tag der Zusage oder der günstigere Zins bei Antragseingang. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht. **Gilt "Jung kauft Alt" auch auf dem Dorf?** Ja. Das Programm gilt bundesweit ohne Beschränkung auf bestimmte Regionen oder Gemeindegrößen. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW: Merkblatt Jung kauft Alt (308), Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026: Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW: Konditionenübersicht für Förderkredite: https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - KfW: Gewerbe zu Wohnen (266): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Wohnwirtschaft/F%C3%B6rderprodukte/Gewerbe-zu-Wohnen-(266)/ --- # GModG in Kraft: Was seit 29. Juli 2026 für Heizung und Neubau gilt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gmodg-in-kraft-29-juli-2026-was-jetzt-gilt Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 geltendes Recht. Verkündet wurde es am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2026 I Nr. 226). Für Bauherren, Sanierer und Hauseigentümer gilt seitdem eine neue Rechtslage. Was hat sich tatsächlich geändert, was greift sofort, was erst später? Und welche Behauptungen über das Gesetz halten einer Prüfung nicht stand? *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was gilt seit dem Inkrafttreten? **Seit dem 29. Juli 2026 gibt es keine 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen mehr. Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden. Für neu eingebaute fossile Heizungen in bestehenden Gebäuden gilt ab 2029 aber die Bio-Treppe.** Das Gebäudeenergiegesetz wurde nicht aufgehoben, sondern umbenannt und geändert. Es heißt jetzt "Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden (Gebäudemodernisierungsgesetz)". Gestrichen wurden die §§ 71 bis 73. Damit entfallen: - die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen - die Kopplung der Heizungspflichten an die kommunale Wärmeplanung - die Beratungspflicht vor dem Einbau einer fossilen Heizung - das Betriebsverbot für ältere Kessel aus dem bisherigen § 72 Was weiter gilt: - **Energieausweise** bleiben Pflicht. Neue Regeln zum Energieausweis treten am 1. Januar 2027 in Kraft. - **Anforderungen an die Gebäudehülle** im Neubau und bei Änderungen bestehen weiter. - **KfW-Neubauförderung 297/298** verlangt weiterhin eine Heizung ohne Öl und Gas. Für laufende Bauvorhaben, deren Antrag noch unter dem alten Recht gestellt wurde: Eine ausdrückliche Übergangsregel haben wir im Gesetzestext nicht gefunden. Frag beim zuständigen Bauamt nach, welches Recht deine Genehmigung zugrunde legt. ## Die Bio-Treppe im Gesetz: vier Stufen **Die Bio-Treppe hat vier Stufen: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Die 15-Prozent-Stufe stand bereits im Kabinettsentwurf vom 13. Mai 2026.** | Ab | Mindestanteil der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff | |---|---| | bis 31.12.2028 | kein Mindestanteil | | 1.1.2029 | 10 % | | 1.1.2030 | 15 % | | 1.1.2035 | 30 % | | 1.1.2040 | 60 % | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226.* Die Treppe gilt für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau. Verpflichtet ist der Eigentümer, oder der Betreiber, wenn das jemand anderes ist. Erfüllt wird die Pflicht in der Praxis über den Liefervertrag: Der Lieferant muss sie mit der Abrechnung bestätigen. Umrüsten oder tauschen musst du die Anlage dafür nicht. Wie stark Biomethan den Gaspreis erhöht, lässt sich heute nicht belastbar beziffern. Frag deinen Versorger nach einem Angebot mit Bio-Anteil, bevor du dich für Gas entscheidest. Statt Bio-Brennstoff erfüllen auch diese Lösungen die Pflicht: - **Wärmepumpen-Hybridheizung**, wenn die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers bringt (bei bivalent alternativem Betrieb 40 Prozent) - **Solarthermie** mit mindestens 0,04 m² Aperturfläche je m² Nutzfläche (bis zwei Wohnungen) bzw. 0,03 m² (mehr Wohnungen), gültig von 2029 bis 2034 ## Nullemissionsgebäude: öffentliche Gebäude ab 2028, alle Neubauten ab 2030 **Ab dem 1. Januar 2028 müssen neue öffentliche, behördlich genutzte Nichtwohngebäude Nullemissionsgebäude sein. Ab dem 1. Januar 2030 gilt das für alle neu zu errichtenden Gebäude, auch für Wohnhäuser.** Ein Nullemissionsgebäude verursacht an seinem Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Ein ausdrückliches Verbot von Gas- oder Ölheizungen steht nicht im Gesetz, praktisch passen sie aber nicht in dieses Kriterium. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant, sollte daher mit Wärmepumpe, Fernwärme oder einer anderen nicht fossilen Heizung rechnen. Ob es beim Stichtag 2030 auf Bauantrag oder Fertigstellung ankommt, lässt sich dem Gesetzestext nicht ausdrücklich entnehmen. Bei Projekten um den Jahreswechsel 2029/2030 ist die nicht fossile Planung deshalb die sichere Wahl. ## Solarpflicht: 2027 für Nichtwohngebäude, 2030 für Wohngebäude **Die Solarpflicht nach § 106 tritt am 1. Januar 2027 in Kraft und gilt dann zuerst für Nichtwohngebäude. Neue Wohngebäude sind ab dem 1. Januar 2030 dran. Das stand bereits so im Kabinettsentwurf, eine Verschiebung durch das Parlament gab es nicht.** Die Stufen im Überblick: - **ab 1.1.2027**: neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude über 250 m² - **ab 1.1.2028**: bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 2.000 m² sowie bestimmte bestehende Nichtwohngebäude über 500 m² bei Änderungen - **ab 1.1.2029**: bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 750 m² - **ab 1.1.2030**: neue Wohngebäude und neue, an Gebäude angrenzende überdachte Parkplätze - **ab 1.1.2031**: bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 250 m² Die Solarpflicht ist rechtlich eigenständig und nicht an den Nullemissionsstandard gekoppelt. Eine Ausführungsverordnung zu § 106 sieht das Gesetz nicht vor. Schon ab 2027 muss jedes neue Gebäude so geplant werden, dass sein Solarpotenzial optimiert wird. Die Länder dürfen strengere Regeln erlassen (§ 106 Abs. 4). Prüfe deshalb, ob dein Bundesland eine eigene Solarpflicht hat. Regionale Baukosten zeigt zum Beispiel die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Was das für deine Baukostenkalkulation bedeutet **Bei der Heizung hast du im Bestand wieder mehr Wahl. Im Neubau bestimmen KfW-Bedingungen und der Nullemissionsstandard ab 2030 die Richtung. Der größte Kostentreiber bleibt die Finanzierung.** Wie sich Heizung und Förderung im Neubau und im Bestand unterscheiden: | Heizungstyp | Neubau: KfW 297/298 möglich? | Bestand: KfW 458 möglich? | |---|---|---| | Wärmepumpe | ja | ja | | Fernwärme | ja | Anschluss förderfähig, Details im Merkblatt | | Pelletheizung | nur EH 55, nicht EH 40 | ja, mit technischen Mindestanforderungen | | Gasheizung | nein | nein | *Quelle: KfW-Programmseite 297/298 und Merkblatt 458. KfW 458 gibt es nur für bestehende Gebäude, nicht im Neubau.* Installationskosten hängen stark von Gebäude und Region ab. Belastbar sind nur Angebote für dein Projekt. Bei der Finanzierung lohnt der Blick auf die Zinsen. Wohnungsbaukredite kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt: | Zinsbindung | Effektivzins August 2026 | |---|---| | über 5 bis 10 Jahre | 3,81 % | | über 10 Jahre | 4,04 % | | alle Laufzeiten | 4,01 % | *Quelle: Deutsche Bundesbank, Zinsstatistik, Stand 01.10.2026.* Zum Vergleich die KfW-Neubauförderung (Stand 06.10.2026): Effizienzhaus 55 effektiv ab 1,00 Prozent, Effizienzhaus 40 ab 1,96 Prozent (jeweils 10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung). Den Gesamtüberblick über Heizsystem, Nebenkosten und regionale Unterschiede liefert der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Neue Kostenregeln für Vermieter ab 2028 **Für Heizungen, die unter die Bio-Treppe fallen, teilen sich Vermieter und Mieter ab 2028 die Gas-Netzentgelte und die CO2-Kosten hälftig. Ab 2029 werden auch die Kosten der Pflicht-Brennstoffe geteilt, für einen Anteil bis 30 Prozent.** Geregelt ist das direkt im Gesetz, im neuen § 5a des Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetzes. Eine zusätzliche Verordnung ist dafür nicht vorgesehen. Die Teilung betrifft Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die unter die Bio-Treppe fallen. Für Neubauten, die bis Ende 2029 errichtet und erstmals genutzt werden, gilt die Teilung nach § 5b ebenfalls, es sei denn, der Bauantrag wurde vor dem 13. Mai 2026 gestellt. Für Investoren, die Mehrfamilienhäuser planen, gibt es Richtpreise auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Die Mehrkosten durch Bio-Anteil und CO2-Preis gehören in jede langfristige Renditerechnung. ## Nichtwohngebäude: Renovierungspflicht ab 2030 und 2033 **Für bestehende Nichtwohngebäude gelten Höchstwerte für den Primärenergiebedarf: ab 2030 höchstens das 3,5-Fache, ab 2033 höchstens das 2,95-Fache des Referenzgebäudes. Prozentquoten der "schlechtesten Gebäude" stehen so nicht im Gesetz.** Die Regel steht in § 40 GModG. Ausgenommen sind unter anderem Gebäude ab Baujahr 1996 und Gebäude, die mit Wärmepumpe, Biomasse oder Fernwärme beheizt werden. Private Wohngebäude sind nicht betroffen. Für gewerbliche Eigentümer lohnt es sich, den Energiebedarf ihrer Gebäude rechtzeitig prüfen zu lassen. ## Was du jetzt konkret tun solltest **Das GModG bringt mehr Freiheit bei der Heizungswahl, mit Bio-Pflicht ab 2029 für neu eingebaute fossile Heizungen. Wer neu baut, sollte schon heute ohne fossile Heizung planen.** **Szenario A: Neubau mit Fertigstellung deutlich vor 2030.** Eine Gasheizung ist rechtlich möglich, auch im Neubau gilt dann ab 2029 die Bio-Treppe. Wer die KfW-Neubauförderung nutzen will, braucht aber eine Heizung ohne Öl und Gas. Grob gerechnet liegt der EH-55-Kredit (1,00 Prozent) rund 2,8 Prozentpunkte unter dem Bundesbank-Schnitt für 5 bis 10 Jahre Zinsbindung (3,81 Prozent). **Szenario B: Neubau mit Fertigstellung um oder nach 2030.** Der Nullemissionsstandard gilt. Plane Wärmepumpe oder Fernwärme ein. Alle Programme erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). **Szenario C: Bestandssanierung.** Eine neue Gasheizung ist zulässig, ab 2029 mit Bio-Anteil. Eine Wärmepumpe wird über KfW 458 mit 30 Prozent Grundförderung und für Selbstnutzer mit Boni bis zu 70 bzw. 80 Prozent gefördert. Ob sie sich rechnet, hängt von Dämmstandard und Vorlauftemperaturen ab. ## FAQ: GModG seit 29. Juli 2026 in Kraft **Wann ist das GModG in Kraft getreten?** Das Gesetz vom 23. Juli 2026 wurde am 28. Juli 2026 verkündet und trat im Grundsatz am 29. Juli 2026 in Kraft. Das Gebäudeenergiegesetz wurde dabei umbenannt und geändert, die 65-Prozent-Pflicht gestrichen. **Darf ich jetzt eine neue Gasheizung einbauen?** Ja. Bis Ende 2028 ohne Bio-Anteil. Für Heizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau, gilt ab 2029 ein Bio-Anteil von 10 Prozent, ab 2030 von 15 Prozent. Im Neubau gilt ab 2030 der Nullemissionsstandard. **Hat sich die Bio-Treppe gegenüber dem Entwurf geändert?** Bei den Stufen nicht. Schon der Kabinettsentwurf vom 13. Mai 2026 enthielt 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. **Gilt die Solarpflicht ab 2027 oder ab 2030?** Beides, je nach Gebäude. § 106 tritt am 1. Januar 2027 in Kraft und gilt dann für neue Nichtwohngebäude über 250 m² und neue öffentliche Nichtwohngebäude. Neue Wohngebäude folgen am 1. Januar 2030. Landesrechtliche Solarpflichten bleiben bestehen. **Ändert das GModG die KfW-Förderung?** Das Gesetz selbst nicht. Die Heizungsförderung 458 wurde aber zum 21. Juli 2026 umgestellt: Grundförderung 30 Prozent, Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent, Einkommensbonus bis 40 Prozent, Obergrenze 70 Prozent bzw. 80 Prozent bei kleinem Einkommen, förderfähig bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. **Was bedeutet das GModG für Vermieter?** Bei neu eingebauten Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen teilen sich Vermieter und Mieter ab 2028 Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten, ab 2029 auch die Kosten der Pflicht-Brennstoffe bis zu einem Anteil von 30 Prozent. Geregelt ist das in § 5a CO2KostAufG, für Neubauten mit Bauantrag ab 13. Mai 2026 und Erstnutzung bis Ende 2029 in § 5b. **Wann muss ein Neubau emissionsfrei sein?** Ab dem 1. Januar 2030 müssen alle neu zu errichtenden Gebäude Nullemissionsgebäude sein. Für neue öffentliche, behördlich genutzte Nichtwohngebäude gilt das schon ab dem 1. Januar 2028. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # KfW Jung kauft Alt seit August 2026: Bis zu 180.000 Euro Kredit für Familien URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-jung-kauft-alt-august-2026-neue-foerderbetrage Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 3. August 2026 gibt die KfW im Programm „Jung kauft Alt“ deutlich mehr Geld: Je nach Kinderzahl sind 140.000, 160.000 oder 180.000 Euro Kredit möglich. Der effektive Jahreszins liegt aktuell zwischen 0,01 und 1,16 Prozent, je nach Laufzeit. Hier liest du, was sich geändert hat und für wen das Programm passt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* Familien, die ein älteres, sanierungsbedürftiges Haus kaufen wollen, bekommen seit Anfang August 2026 mehr Unterstützung. Die KfW hat das Programm Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (Programm 308) überarbeitet und die Kreditobergrenzen angehoben. Dieser Ratgeber erklärt, was sich konkret geändert hat, wer antragsberechtigt ist, welche Objekte förderfähig sind und wann das Programm trotz guter Konditionen nicht passt. ## Was ist Jung kauft Alt, und warum wurde es verbessert? **Jung kauft Alt ist ein KfW-Kreditprogramm für Familien mit Kindern, die eine Bestandsimmobilie mit schlechter Energieeffizienz kaufen und anschließend sanieren. Die Zinsen werden aus Mitteln des Bundesbauministeriums verbilligt.** Gefördert werden Häuser und Eigentumswohnungen der Energieeffizienzklassen F, G oder H, also der schlechtesten Stufen. Solche Objekte sind oft günstiger zu haben als modernisierte Häuser, verursachen aber im Betrieb hohe Heizkosten. Mit der Sanierungspflicht sorgt das Programm dafür, dass sie danach deutlich weniger Energie verbrauchen. Laut KfW soll mit den höheren Beträgen ein größerer Teil des Kaufpreises zu einem günstigen Zins finanzierbar werden. Gleichzeitig ist ein neuer Sanierungsweg über Einzelmaßnahmen dazugekommen. ## Die neuen Kreditbeträge seit 3. August 2026 im Überblick **Der maximale Kreditbetrag ist je nach Kinderzahl um 30.000 bis 40.000 Euro gestiegen.** | Kinder im Haushalt | Alte Kreditobergrenze | Neue Kreditobergrenze seit 3.8.2026 | |---|---|---| | 1 Kind | 100.000 € | 140.000 € | | 2 Kinder | 125.000 € | 160.000 € | | 3 oder mehr Kinder | 150.000 € | 180.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026, KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026. Es zählen Kinder unter 18 Jahren, die bei Antragstellung im Haushalt leben.* Die Finanzierungskonditionen: | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektiver Jahreszins | |---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 0,01 % | | 25 / 3 / 10 Jahre | 0,72 % | | 35 / 5 / 10 Jahre | 1,00 % | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 1,16 % | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026. Bei der Bekanntgabe am 30.07.2026 lag der Zins für 35 Jahre noch bei 0,53 Prozent; seit 17.09.2026 sind es 1,00 Prozent.* Am freien Markt kosteten Wohnungsbaukredite mit über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung im August 2026 laut Deutscher Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Auf 160.000 Euro sind das im ersten Jahr grob gerechnet rund 4.500 Euro weniger Zinsen mit dem KfW-Kredit in der 35-Jahres-Variante. ## Wer ist antragsberechtigt? Einkommensgrenzen und Voraussetzungen **Antragsberechtigt sind Haushalte mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, die bei Antragstellung kein Wohneigentum in Deutschland haben und die Immobilie selbst bewohnen. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf die Grenze nicht überschreiten, die mit jedem weiteren Kind steigt.** Die Einkommensgrenzen (zu versteuerndes Haushaltseinkommen): - **1 Kind:** 90.000 Euro pro Jahr - **jedes weitere Kind:** plus 10.000 Euro Eine Familie mit zwei Kindern darf also bis zu 100.000 Euro haben, eine Familie mit drei Kindern bis zu 110.000 Euro. Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, 2026 also aus den Steuerbescheiden 2024 und 2023. Weitere Voraussetzungen: - Kein Wohneigentum in Deutschland bei Antragstellung, auch kein vermietetes - Kauf einer Bestandsimmobilie mit Energieeffizienzklasse F, G oder H - Mindestens 50 Prozent Eigentumsanteil und Selbstnutzung - Energetische Sanierung innerhalb von 54 Monaten ab Förderzusage - Der Antrag muss **vor** Abschluss des Kaufvertrags bei der KfW eingegangen sein Den Antrag stellst du nicht direkt bei der KfW, sondern über deine Bank, Sparkasse oder einen Finanzvermittler. Die Bank prüft und reicht ihn bei der KfW ein. ## Welche Immobilien sind förderfähig? **Förderfähig sind bestehende Wohngebäude und Eigentumswohnungen in Deutschland, für die bei Antragstellung ein gültiger Energieausweis mit Klasse F, G oder H vorliegt.** Ein bestimmtes Baujahr verlangt die KfW nicht. In die Klassen F bis H fallen häufig ältere Einfamilienhäuser mit alter Heizung, wenig Dämmung oder alten Fenstern. Nicht förderfähig sind: - Neubauten - Immobilien, deren Energieausweis Klasse E oder besser zeigt - reine Grundstückskäufe - Ferien- und Wochenendhäuser sowie nicht selbst genutzte Objekte Liegt kein gültiger Energieausweis vor, sprich den Verkäufer an. Ohne Ausweis mit Klasse F, G oder H ist kein Antrag möglich. ## Was musst du nach dem Kauf sanieren? **Du musst das Gebäude innerhalb von 54 Monaten ab Förderzusage energetisch sanieren: entweder mindestens zum Effizienzhaus 85 EE oder mit allen vier festgelegten Einzelmaßnahmen. Eine freie Auswahl einzelner Maßnahmen reicht nicht.** Die vier Pflichtmaßnahmen beim Einzelmaßnahmen-Weg: - Heizungstausch auf mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien, etwa Wärmepumpe - Fenstertausch - Fassadendämmung - Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke gegen einen unbeheizten Dachraum Außentüren und Lüftungsanlagen gehören nicht zu den Pflichtmaßnahmen. Ausgenommen sind nur Bauteile, die die Anforderungen der EnEV 2001 schon erfüllen, und die Heizung, wenn sie bereits mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt oder das Haus an einem Wärmenetz hängt. Für die Sanierung kannst du zusätzlich BEG-Förderung beantragen, die Kombination erlaubt das Merkblatt 308 ausdrücklich. Seit der BEG-Reform vom 21. Juli 2026 gelten neue Fördersätze und Kostengrenzen. Details erklärt der Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## Parallelmeldung: KfW 455-B ist seit 31. Juli 2026 gestoppt **Seit dem 31. Juli 2026 nimmt die KfW keine neuen Anträge mehr für den Zuschuss 455-B (Altersgerecht Umbauen, Barrierereduzierung) an. Die Mittel für 2026 sind vollständig mit Anträgen belegt.** Bestehende Zusagen bleiben gültig, bereits eingegangene Anträge werden noch bearbeitet. Ob und wann wieder Anträge möglich sind, will die KfW auf ihrer Produktseite bekanntgeben. Wer barrierereduzierende Maßnahmen plant, etwa eine bodengleiche Dusche oder breitere Türen, hat diese Alternativen: - **KfW 159** (Altersgerecht Umbauen, Kredit): läuft weiter, effektiv 3,34 bis 4,24 Prozent je nach Variante (Stand 06.10.2026) - **Zuschuss der Pflegekasse** für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 SGB XI, wenn ein Pflegegrad vorliegt - **Förderprogramme der Bundesländer**, je nach Land unterschiedlich ## So kombinierst du Jung kauft Alt mit anderen Fördertöpfen **Jung kauft Alt deckt den Kauf ab, für die Sanierung nutzt du separat die BEG-Programme. BEG-Einzelmaßnahmen und BEG-Wohngebäude (KfW 261) kannst du aber nicht parallel beantragen.** Ein Beispiel für eine Familie mit zwei Kindern auf dem Einzelmaßnahmen-Weg: | Förderung | Max. Betrag | Verwendung | |---|---|---| | KfW 308 (Jung kauft Alt) | 160.000 € Kredit, aktuell 0,01 bis 1,16 % eff. | Kaufpreis Bestandsobjekt | | KfW 458 (Heizungsförderung) | bis 22.400 € Zuschuss (1. Wohneinheit) | Wärmepumpe | | BAFA Einzelmaßnahmen | 15 % Zuschuss, mit iSFP 5 % mehr auf Kosten über 30.000 € | Dämmung, Fenster | *KfW 458: bis 70 Prozent, für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro (mit Kind 40.000 Euro) bis 80 Prozent von höchstens 28.000 Euro. Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026; BAFA, Stand 07.10.2026.* Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) kauft und saniert, kann so einen Teil der Sanierungskosten abdecken. Für die Gesamtkalkulation aus Kaufpreis, Sanierung und Nebenkosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Kaufpreise für Sanierungsobjekte unterscheiden sich stark nach Region. Richtwerte findest du etwa auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Für wen lohnt sich das Programm, und für wen nicht? **Das Programm lohnt sich vor allem für Familien mit mittlerem Einkommen, die günstig ein Haus der Klasse F bis H finden und die Sanierung finanzieren können.** Besonders interessant: - **Regionen mit niedrigen Kaufpreisen:** Der Kreditrahmen deckt dort einen großen Teil des Kaufpreises - **Familien mit drei oder mehr Kindern:** bis zu 180.000 Euro Kredit - **Käufer mit Sanierungsplan:** Wer die Kosten vorher kennt, kann die 54 Monate gut nutzen Nicht passend, wenn: - das zu versteuernde Haushaltseinkommen über der Grenze liegt - das Objekt Energieklasse E oder besser hat - du vermieten willst - schon Wohneigentum in Deutschland vorhanden ist - kein realistischer Sanierungsplan für die 54 Monate vorliegt ## FAQ: Jung kauft Alt seit August 2026 **Seit wann gelten die neuen Kreditobergrenzen bei Jung kauft Alt?** Seit dem 3. August 2026. Maßgeblich sind die Bedingungen beim Eingang des Antrags bei der KfW. Eine Aufstockung über den beantragten Betrag hinaus ist laut Merkblatt nicht möglich. **Kann ich mit Jung kauft Alt auch eine Eigentumswohnung finanzieren?** Ja. Das Programm gilt für Häuser und Eigentumswohnungen, solange der Energieausweis Klasse F, G oder H zeigt und du selbst einziehst. **Wie lange habe ich Zeit, das Haus zu sanieren?** 54 Monate ab der Förderzusage der KfW. Beim Effizienzhaus-Weg bestätigt ein Energieeffizienz-Experte das Ergebnis, beim Einzelmaßnahmen-Weg reicht je Maßnahme eine Fachunternehmererklärung nach § 35c EStG. **Kann ich Jung kauft Alt mit anderen Förderprogrammen kombinieren?** Ja. Für die Sanierung kannst du KfW 458 und die BAFA-Einzelmaßnahmen nutzen oder alternativ den Sanierungskredit KfW 261. Beides parallel geht seit 21. Juli 2026 nicht. **Was passiert, wenn ich die Sanierungspflicht nicht erfülle?** Wird saniert, das Ziel aber verfehlt, erhöht sich der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr, sofern mindestens ein Effizienzhaus 100 EE erreicht ist. Weitere Folgen regelt dein Kreditvertrag. Plane die Sanierung deshalb schon vor dem Kauf konkret. **Wie stelle ich den Antrag für Jung kauft Alt?** Über deine Bank, Sparkasse oder einen Finanzvermittler, nicht direkt bei der KfW. Der Antrag muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du den notariellen Kaufvertrag unterschreibst. Ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung bezogen auf die Förderzusage ist zulässig. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW: Merkblatt Jung kauft Alt (308), Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026: Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW: Konditionenübersicht für Förderprogramme (Stand 06.10.2026): https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite (Stand 01.10.2026): https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - BAFA: Einzelmaßnahmen Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW-Meldung vom 31.07.2026: Antragstopp 455-B: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html --- # Bauzinsen August 2026: EZB pausiert, Zinsen steigen leicht – was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-hypothekenzinsen-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-08-06 Die Europäische Zentralbank hat in ihrer Sitzung im Juli 2026 den Leitzins unverändert gelassen – eine Atempause nach der Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte im Juni. Für Bauherren bedeutet das: Bauzinsen bewegen sich seitwärts bis leicht nach oben, ein starker Rückgang ist in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. Im August 2026 liegt der Topzins für zehn Jahre Zinsbindung bei 3,69 Prozent effektiv (Stand: 6. August 2026, Dr. Klein). Dazu kommen zwei wichtige KfW-Nachrichten: Das Programm 455-B für Barrierereduzierung ist ausgeschöpft, das Programm 308 (Jung kauft Alt) wurde zum 3. August deutlich verbessert. Was das alles für deine Planung bedeutet. ## Aktuelle Bauzinsen im Überblick – August 2026 **Der Topzins für 10 Jahre Zinsbindung liegt im August 2026 bei 3,69 Prozent effektiv – das ist der Bestzins für sehr gute Bonität und mindestens 20 Prozent Eigenkapital. Der Marktdurchschnitt liegt zwischen 3,85 und 4,10 Prozent.** | Zinsbindung | Topzins effektiv | Marktdurchschnitt | Oberes Ende | |---|---|---|---| | 5 Jahre | ca. 3,45 % | ca. 3,70 % | ca. 3,95 % | | 10 Jahre | **3,69 %** | 3,85–4,00 % | 4,10 % | | 15 Jahre | ca. 3,83 % | ca. 4,05 % | ca. 4,30 % | | 20 Jahre | ca. 3,97 % | ca. 4,20 % | ca. 4,45 % | | 30 Jahre | ca. 4,22 % | ca. 4,45 % | ca. 4,70 % | *Quelle: Dr. Klein, Stand 06.08.2026. Topzins gilt bei Beleihungsauslauf unter 80 %, sehr guter Bonität und mind. 20 % Eigenkapital. Marktdurchschnitt gilt für Standardvoraussetzungen.* Gegenüber dem Jahresbeginn 2026 (damals: 3,1 bis 3,3 Prozent für 10 Jahre) sind die Bauzinsen um etwa 0,4 bis 0,6 Prozentpunkte gestiegen. Konkret: Bei 350.000 Euro Kredit über 10 Jahre macht das einen Unterschied von rund 1.400 bis 2.100 Euro pro Jahr – oder bis zu 21.000 Euro über die gesamte Zinsbindungszeit. Der Vergleich zwischen Banken lohnt sich: Die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter liegt aktuell bei 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten. Auf 300.000 Euro über 10 Jahre macht das bis zu 15.000 Euro Unterschied. Unabhängige Vermittler wie Dr. Klein oder Interhyp vergleichen gleichzeitig Hunderte Banken. ## EZB pausiert im Juli 2026 – was das für Bauzinsen bedeutet **Die EZB hat in ihrer Ratssitzung im Juli 2026 die Leitzinsen nicht verändert. Nach der Erhöhung vom Juni ist das eine bewusste Beobachtungsphase – nicht das Ende des Zinserhöhungszyklus.** Der Hintergrund: Die Inflation in der Eurozone bleibt erhöht, liegt aber unter dem Juni-Niveau. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Frankreich zeigt sich robuster als erwartet. Für Herbst 2026 ist eine weitere EZB-Erhöhung möglich, aber nicht beschlossen – die EZB hat sich bewusst offengehalten. Warum das für Bauzinsen relevant ist: Hypothekenzinsen hängen nicht direkt am EZB-Leitzins, sondern an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen. Diese Anleiherenditen haben sich nach der Juli-Sitzung leicht nach oben bewegt, weil Kapitalmärkte für den Herbst keine Zinssenkung mehr einpreisen. Ergebnis: Bauzinsen liegen im August leicht über dem Juli-Niveau. **Prognose für Herbst 2026:** Der Dr.-Klein-Expertenrat rechnet mit einem Zinskorridor von 3,3 bis 3,9 Prozent für 10-jährige Konditionen. Deutliche Senkungen sind nicht das Basisszenario. Eine Erhöhung auf über 4,5 Prozent gilt nur bei einer weiteren aggressiven EZB-Entscheidung als realistisch. ## KfW-Zinsen im August 2026: Subventionierter Kredit trotz hohem Marktumfeld **Die KfW-Förderprogramme sind vollständig vom Markt entkoppelt – und bieten im August 2026 Zinsen ab 0,53 Prozent. Der Abstand zum Markt von bis zu 3,2 Prozentpunkten ist so groß wie selten zuvor.** | Programm | Effektivzins | Max. Betrag | Voraussetzung | |---|---|---|---| | KfW 298 (EH40 Neubau) | 0,6 % | 150.000 € je WE | Effizienzhaus 40, erneuerbare Energie | | KfW 308 (Jung kauft Alt) | 0,53 % | bis 180.000 €* | Familie, Altbaukauf, Sanierung | | KfW 159 (Altersgerecht Umbauen) | 2,78 % | 50.000 € | Barrierereduzierung im Bestand | | Markt Topzins (10 J.) | 3,69 % | unbegrenzt | Gute Bonität, ≥ 20 % EK | **Neuer Höchstbetrag ab 3. August 2026 bei 3 oder mehr Kindern.* Konkret: 100.000 Euro zu 0,6 Prozent statt 3,85 Prozent über 10 Jahre spart rund 19.000 Euro an Zinsen – fast ein Fünftel der Darlehenssumme. Das übersteigt die Mehrkosten für den EH40-Standard bei den meisten Neubauvorhaben. Alles zu Antragstellung, Fristen und Kombination der Programme erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Jung kauft Alt (KfW 308): Deutlich bessere Konditionen ab 3. August **Ab dem 3. August 2026 hat die KfW beim Programm 308 die Höchstbeträge um bis zu 40.000 Euro je Haushaltsgröße angehoben – und zusätzlich die Sanierungspflicht flexibilisiert.** Das Programm richtet sich an Familien, die ein älteres Bestandsgebäude kaufen und sanieren. Der Effektivzins liegt bei 0,53 Prozent – weit unter dem Markt. Die neue Tabelle der Höchstbeträge: | Anzahl Kinder | Alter Höchstbetrag | Neuer Höchstbetrag (ab 3.8.2026) | Erhöhung | |---|---|---|---| | 1 Kind | 100.000 € | 140.000 € | + 40.000 € | | 2 Kinder | 120.000 € | 160.000 € | + 40.000 € | | 3 oder mehr Kinder | 140.000 € | 180.000 € | + 40.000 € | *Quelle: KfW, it-boltwise.de, Stand August 2026* Besonders relevant: Wer einen Antrag nach dem 2. August 2026 stellt, erhält automatisch die neuen höheren Beträge. Altanträge werden nicht aufgestockt. Zusätzlich fällt ab August die zwingende Vollsanierung auf Effizienzhaus 85 EE weg. Alternativ reichen nun einzelne festgelegte Sanierungsmaßnahmen – das macht das Programm für deutlich mehr Kaufsituationen nutzbar. ## KfW 455-B: Keine neuen Anträge mehr möglich **Das KfW-Programm 455-B für Barrierereduzierung ist seit Ende Juli 2026 ausgeschöpft. Der Fördertopf von 50 Millionen Euro war schneller vergriffen als erwartet – neue Anträge werden bis auf Weiteres nicht angenommen.** Auf der KfW-Seite steht es klar: "Wegen der hohen Nachfrage sind die Fördermittel für Maßnahmen zur Barrierereduzierung bereits ausgeschöpft." Bereits laufende Anträge und bestehende Bewilligungen sind davon nicht betroffen. Ab wann kehrt das Programm zurück? Das hängt vom Bundeshaushalt 2027 ab. Die KfW formuliert vorsichtig: "Sollten im Jahr 2027 erneut Bundesmittel bereitgestellt werden, wird eine Antragstellung wieder möglich sein." Alternative: Das Darlehen "Altersgerecht Umbauen" (KfW 159) ist weiterhin verfügbar – zu einem Effektivzins von aktuell 2,78 Prozent, bei maximal 50.000 Euro Kreditsumme. Ein Zuschuss ist das nicht, aber deutlich günstiger als Marktkonditionen. ## Eigenkapital: Der stärkste Hebel auf deinen persönlichen Zinssatz **Dein Eigenkapitalanteil beeinflusst deinen Zinssatz stärker als der Zeitpunkt des Abschlusses oder die Bankenwahl. Mehr Eigenkapital senkt den Beleihungsauslauf – und damit direkt die Zinskosten.** | Eigenkapitalanteil | Beleihungsauslauf | Zinsvorteil (ggü. 90 %) | |---|---|---| | 10 % | 90 % | Referenz | | 20 % | 80 % | ca. – 0,25 bis – 0,40 % | | 30 % | 70 % | ca. – 0,40 bis – 0,60 % | | 40 % | 60 % | ca. – 0,60 bis – 0,80 % | *Richtwerte; individuelle Spreads variieren nach Bank und Bonität. Eigene Kalkulation im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Wichtig: Kaufnebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und ggf. Makler – sind nicht kreditfinanzierbar und müssen aus Eigenkapital bezahlt werden. In Bayern beträgt die Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent; bei einem Kaufpreis von 450.000 Euro sind das allein 15.750 Euro an Steuer. Zusammen mit Notar- und Grundbuchkosten kommen schnell 20.000 bis 35.000 Euro zusammen, die das verfügbare Eigenkapital reduzieren. Aktuelle Gesamtkostenschätzungen für Neubauten und Käufe in Bayern findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). 30 Prozent Eigenkapital statt 10 Prozent senkt den Zinssatz typischerweise um 0,4 bis 0,6 Prozentpunkte. Auf 300.000 Euro Kredit über 10 Jahre entspricht das bis zu 18.000 Euro Ersparnis. ## Jetzt finanzieren oder warten – was sagen die Zahlen? **Wer ein konkretes Vorhaben, ausreichend Eigenkapital und ein Grundstück hat, profitiert von einer Entscheidung jetzt – nicht von weiterem Warten auf günstigere Zinsen.** Drei Szenarien für Bauherren beim [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus): **Szenario A – Alles liegt vor (Grundstück, 25 % Eigenkapital, konkreter Bauplan):** Finanzierung jetzt abschließen. Lange Zinsbindung (15–20 Jahre) wählen. KfW-EH40-Förderung beantragen und den günstigen Subventionskredit als Teil der Gesamtfinanzierung nutzen. **Szenario B – Eigenkapital noch im Aufbau (unter 15 %):** 6 bis 12 Monate weiter sparen sinnvoll. Jeder Prozentpunkt mehr Eigenkapitalquote spart 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte Zinsen – und das über 10 Jahre Zinsbindung. Der Aufschub kostet aber Mietausgaben ohne Eigentumsbildung. **Szenario C – Bestandskauf mit Familie geplant:** Jung-kauft-Alt-Programm (KfW 308) prüfen. Ab 3. August 2026 sind die Höchstbeträge deutlich höher. Bei 0,53 Prozent Effektivzins ist das das günstigste verfügbare Förderdarlehen – sofern die Förderkriterien (Kinder, Altbau, Sanierungspflicht) erfüllt sind. Grundprinzip: Wer heute wartet, hofft auf Zinsen unter 3,5 Prozent – das ist für 2026 kein realistisches Szenario laut Prognose. Monatliche Mietausgaben ohne Eigentumsbildung übersteigen oft den kalkulierten Zinsvorteil durch Warten. ## FAQ: Bauzinsen August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im August 2026?** Der Topzins für 10 Jahre Zinsbindung liegt bei 3,69 Prozent effektiv (Stand: 6. August 2026, Dr. Klein). Der Marktdurchschnitt liegt zwischen 3,85 und 4,10 Prozent. Für 20 Jahre Zinsbindung liegen die besten Konditionen bei ca. 3,97 Prozent. **Hat die EZB im Juli 2026 die Zinsen verändert?** Nein. Die EZB hat in ihrer Sitzung im Juli 2026 die Leitzinsen unverändert gelassen – eine Pause nach der Erhöhung vom Juni 2026. Für Herbst 2026 ist eine weitere Erhöhung möglich, aber nicht beschlossen. **Was ändert sich bei KfW Jung kauft Alt ab August 2026?** Ab 3. August 2026 steigen die Höchstbeträge beim Programm 308 um 40.000 Euro je Haushaltsgröße – auf bis zu 180.000 Euro für Familien mit drei oder mehr Kindern. Zusätzlich entfällt die Pflicht zur Vollsanierung auf EH 85 EE; einzelne Sanierungsmaßnahmen reichen alternativ aus. **Kann ich noch KfW 455-B für barrierefreien Umbau beantragen?** Nein. Das Programm 455-B ist seit Ende Juli 2026 ausgeschöpft. Neue Anträge werden nicht mehr angenommen. Als Alternative steht das Darlehen "Altersgerecht Umbauen" (KfW 159) zur Verfügung. Eine Neuauflage des Zuschussprogramms ist frühestens 2027 möglich – abhängig vom Bundeshaushalt. **Lohnt sich eine lange Zinsbindung im August 2026?** In den meisten Fällen ja. 15 oder 20 Jahre Zinsbindung kostet 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte mehr als 10 Jahre – schützt aber vor weiteren Zinserhöhungen. In einem unsicheren Marktumfeld wie 2026 ist der Schutz für die meisten Bauherren den kleinen Aufschlag wert. **Wie berechne ich meine monatliche Rate bei Bauzinsen von 3,69 Prozent?** Bei 300.000 Euro Kredit, 3,69 Prozent Zinsen und 2 Prozent anfänglicher Tilgung ergibt sich eine monatliche Rate von ca. 1.423 Euro. Bei 350.000 Euro Kredit liegt sie bei ca. 1.660 Euro. Den genauen Finanzierungsbedarf inklusive aller Bau- und Kaufnebenkosten berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen August 2026 (Stand 06.08.2026): https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - KfW: Barrierereduzierung – Investitionszuschuss (455-B) – Programm ausgeschöpft: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-Investitionszuschuss-(455)/ - it-boltwise.de: KfW verbessert Jung kauft Alt ab 3. August 2026 deutlich: https://www.it-boltwise.de/kfw-verbessert-jung-kauft-alt-ab-3-august-2026-deutlich.html - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen 2026 & Zinsentwicklung: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - baufi24: Bauzinsen 2026 – Aktuelle Entwicklung und Vergleich: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ --- # Bauzinsen August 2026: EZB-Zinspause – was das für deine Baufinanzierung bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-august-2026-ezb-zinspause-baufinanzierung Zuletzt aktualisiert: 2026-08-05 Die Europäische Zentralbank hat am 23. Juli 2026 eine Zinspause eingelegt. Leitzins unverändert bei 2,25 Prozent – und trotzdem sind die Bauzinsen im Juli um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte gestiegen. Was läuft da? Und was bedeutet das für Bauherren, die jetzt finanzieren oder verlängern wollen? Hier ist der aktuelle Stand, konkret und ohne Schönreden. ## Aktuelle Bauzinsen im August 2026: Wo stehen wir? **Die Bauzinsen liegen Anfang August 2026 für eine zehnjährige Zinsbindung zwischen 3,71 und 3,90 Prozent – je nach Eigenkapitalquote und Bonität. Das ist der höchste Stand seit Jahresbeginn.** Nach einem ruhigen Frühjahr mit Seitwärtsbewegung kam der Juli-Anstieg für viele überraschend. Wer im März oder April noch zu rund 3,5 Prozent hätte finanzieren können, zahlt jetzt 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte mehr. Bei einem Darlehen von 400.000 Euro bedeutet das über 15 Jahre Zinsbindung eine Mehrbelastung von rund 20.000 bis 25.000 Euro. Hier die konkreten Topzinsen vom 3. August 2026 (Quelle: Dr. Klein): | Zinsbindung | Topzins | Typische Rate (LTV 80 %) | |---|---|---| | 5 Jahre | 3,83 % | ca. 3,90 % | | 10 Jahre | 3,71 % | ca. 3,90 % | | 15 Jahre | 3,97 % | ca. 4,14 % | | 20 Jahre | 4,10 % | ca. 4,26 % | | 30 Jahre | 4,34 % | ca. 4,50 % | *Topzins = bestes Angebot am Markt bei exzellenter Bonität und LTV unter 70 %. Realistischer Vergleichswert für die meisten Bauherren ist die mittlere Spalte.* Zum Vergleich: Noch im Juni 2026 lag der 10-Jahres-Zins bei rund 3,3 bis 3,5 Prozent. ## Warum stiegen die Zinsen trotz EZB-Pause? **Die EZB kontrolliert den Kurzfristzins – Bauzinsen orientieren sich aber am Kapitalmarkt, also an langfristigen Bundesanleihen. Die Zinspause der EZB bremst den Anstieg nicht automatisch.** Der Anstieg im Juli hat mehrere Ursachen: 1. **Eskalation im Nahen Osten**: Die Rohstoffmärkte reagierten auf steigende geopolitische Unsicherheit. Höhere Ölpreise befeuern Inflationserwartungen. 2. **Steigende Renditen für Bundesanleihen**: Die zehnjährige Bundesanleihe rentiert aktuell bei rund 2,6 bis 2,8 Prozent – höher als im Frühsommer. 3. **EZB-Signal für September**: Die EZB schloss eine Erhöhung im September nicht aus. Märkte haben das bereits eingepreist. Interhyp-Chef Jörg Utecht fasste es so zusammen: Die jüngste Eskalation hat die vorübergehende Beruhigung der Kapitalmärkte unterbrochen. Bauzinsen dürften etwas steigen, ein starker Anstieg sei aber nicht zu erwarten. Das ist für Bauherren die entscheidende Botschaft: Es geht nicht darum, ob die Zinsen steigen – sie steigen bereits. Es geht darum, um wie viel. ## Was macht die EZB als nächstes? Der 10. September 2026 **Der nächste EZB-Zinsentscheid ist am 10. September 2026. Die Märkte preisen aktuell eine 25-Basispunkte-Erhöhung ein – was den Leitzins auf 2,50 Prozent bringen würde.** Eine weitere Erhöhung würde Bauzinsen zusätzlich unter Druck setzen. Konkret rechnen Analysten mit einem möglichen Anstieg auf 3,9 bis 4,3 Prozent für die zehnjährige Zinsbindung bis Jahresende 2026. Aber: Wenn die Inflation zurückgeht und der Energieschock abflaut, könnte die EZB im September auch erneut pausieren. Dann wäre der aktuelle Zinssatz ein vorübergehender Höhepunkt. Die wichtigsten Szenarien für Herbst 2026: | Szenario | Wahrscheinlichkeit | Bauzinsen 10 Jahre (Herbst 2026) | |---|---|---| | EZB erhöht +25 Bp im September | hoch | 3,9 – 4,3 % | | EZB pausiert erneut | mittel | 3,6 – 4,0 % | | EZB senkt (unwahrscheinlich) | gering | 3,4 – 3,7 % | *Schätzung auf Basis von Marktdaten August 2026. Zinsprognosen sind keine Garantie.* ## Was bedeutet das konkret? Drei Szenarien für Bauherren **Ob du jetzt abschließt, noch wartest oder eine Anschlussfinanzierung planst – die Antwort hängt davon ab, wie viel Unsicherheit du dir leisten kannst.** **Szenario 1: Du bist in der aktiven Finanzierungsphase und hast noch keinen Vertrag** Wenn du in den nächsten Monaten bauen willst, ist jetzt kein schlechter Zeitpunkt für den Abschluss – aber kein historischer Tiefpunkt. Wer noch 6 bis 12 Monate Zeit hat, könnte auf eine mögliche Stabilisierung nach dem September-Entscheid warten. Wer jetzt Sicherheit braucht (Baubeginn geplant, Grundstück reserviert), sollte die aktuelle Kondition nutzen. Faustformel: Lieber 3,9 Prozent auf 20 Jahre sichern als auf 3,5 Prozent warten – der Spielraum nach oben ist größer als der nach unten. **Szenario 2: Deine Zinsbindung läuft in 2 bis 4 Jahren aus** Hier ist ein Forward-Darlehen ein ernsthafter Gedanke. Mit einem Forward-Darlehen kannst du dir heute die aktuellen Konditionen für eine Verlängerung in 12 bis 36 Monaten sichern – gegen einen kleinen Zinsaufschlag von typisch 0,01 bis 0,03 Prozent pro Monat Vorlaufzeit. Mehr dazu im Ratgeber [Anschlussfinanzierung 2026: Wann sich ein Forward-Darlehen lohnt](https://baukostenplan.de/ratgeber/anschlussfinanzierung-2026-forward-darlehen). **Szenario 3: Du bist mitten im Bau und planst die Gesamtkosten** Bauzinsen sind nur ein Teil der Gleichung. Materialpreise haben sich in 2026 unterschiedlich entwickelt: Stahl ist günstiger (Betonstahl -1,4 % zum Vorjahr), Nadelschnittholz hingegen +11,8 %. Den genauen Kostenrahmen für dein Projekt kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) ermitteln. ## Anschlussfinanzierung: Was jetzt tun? **Wer in 2027 oder 2028 verlängert, steht vor einer schlichten Wahl: jetzt mit Forward-Darlehen absichern oder auf sinkende Zinsen warten – die aktuell eher unwahrscheinlich sind.** Die Ausgangslage: Viele Immobilienkäufer, die 2017 bis 2019 finanziert haben, hatten Zinssätze von 1,0 bis 1,8 Prozent. Die Verlängerung zum aktuellen Marktniveau von 3,7 bis 4,1 Prozent bedeutet eine deutliche Mehrbelastung. Bei 200.000 Euro Restschuld und 10-Jahres-Zinsbindung: | Alter Zins | Neuer Zins | Monatliche Mehrbelastung | |---|---|---| | 1,2 % | 3,8 % | + ca. 217 Euro/Monat | | 1,5 % | 3,9 % | + ca. 200 Euro/Monat | | 1,8 % | 4,0 % | + ca. 183 Euro/Monat | *Rechenbeispiel: 200.000 Euro Restschuld, 10 Jahre Zinsbindung, 2 % Tilgung.* Wer sich nicht entscheiden kann: Eine Kombination aus festem Anteil (Anschlussfinanzierung) und variablem Anteil (mit Sondertilgungsoption) kann Flexibilität schaffen. Den vollständigen Überblick liefert der Ratgeber [Baufinanzierung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/baufinanzierung). ## Regionale Besonderheiten: Bayern und andere teure Regionen **Die regionalen Baukosten beeinflussen direkt, wie viel Eigenkapital du für eine günstige Kreditkondition brauchst. In teuren Regionen ist der Beleihungsauslauf häufig höher – das kostet mehr Zinsen.** In Bayern liegen Grundstückspreise in Ballungsräumen bei 600 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter. Wer ein Grundstück für 800.000 Euro kauft und ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) für 400.000 Euro baut, braucht bei 20 Prozent Eigenkapital bereits 240.000 Euro – um unter 80 Prozent Beleihungsauslauf zu kommen. Sonst steigt der Zinssatz schnell um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte. Aktuelle Baukosten und regionale Vergleiche findest du auf [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Prognose bis Jahresende 2026 **Die Konsenserwartung der Marktanalysten: Seitwärtsbewegung mit leichtem Aufwärtsdruck. Ein Rückfall auf unter 3 Prozent gilt als nahezu ausgeschlossen.** Konkrete Einschätzungen für den 10-Jahres-Zins bis Ende 2026: - **Dr. Klein**: 3,3 bis 3,9 Prozent; konservative Kalkulation empfiehlt knapp unter 4 Prozent - **Interhyp**: stabiles Niveau mit leichtem Aufwärtsdruck durch geopolitische Faktoren - **Finanztip**: Keine starken Ausschläge; EZB-Entscheid im September als nächster Wendepunkt Das strukturelle Zinsumfeld hat sich dauerhaft verändert. Höhere Staatsverschuldung, Energiepreise und geopolitische Risiken wirken langfristig auf die Kapitalmärkte. Wer auf Zinsen unter 2 Prozent hofft, plant auf Basis unrealistischer Annahmen. ## FAQ: Bauzinsen August 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im August 2026?** Für eine zehnjährige Zinsbindung liegen die Topzinsen Anfang August 2026 bei rund 3,71 Prozent. Für die meisten Bauherren mit 70 bis 80 Prozent Beleihungsauslauf ist ein realistischer Zinssatz 3,84 bis 4,00 Prozent (Quelle: Dr. Klein, Interhyp, Stand 3. August 2026). **Hat die EZB-Zinspause die Bauzinsen gesenkt?** Nein. Die EZB hat am 23. Juli 2026 eine Zinspause eingelegt und den Einlagensatz bei 2,25 Prozent belassen. Trotzdem sind die Bauzinsen im Juli um 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte gestiegen – weil Bauzinsen am Kapitalmarkt hängen, nicht direkt am EZB-Leitzins. **Wann ist der nächste EZB-Zinsentscheid?** Der nächste Zinsentscheid findet am 10. September 2026 statt. Märkte erwarten eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent – was Bauzinsen weiter nach oben treiben würde. **Sollte ich jetzt abschließen oder auf niedrigere Zinsen warten?** Das hängt von deinem Zeitplan ab. Wer in den nächsten 6 Monaten bauen muss, sollte den aktuellen Zins nicht als zu hoch ablehnen – das Risiko eines weiteren Anstiegs bis Herbst 2026 ist real. Wer 12+ Monate Zeit hat, kann den September-Entscheid abwarten. Ein seriöser Finanzierungsberater kann das individuelle Risikoprofil berechnen. **Lohnt sich ein Forward-Darlehen jetzt?** Ja, wenn deine Zinsbindung in 12 bis 36 Monaten ausläuft und du mit gleichbleibenden oder steigenden Zinsen rechnest. Der Forward-Aufschlag beträgt etwa 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte pro Monat Vorlaufzeit. Bei 24 Monaten sind das 0,24 bis 0,72 Prozentpunkte – das lohnt sich, wenn die Zinsen bis dahin um mehr als diesen Betrag steigen. **Wie berechne ich meine Gesamtbaukosten mit aktuellen Zinsen?** Nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) auf baukostenplan.de. Du kannst dort den aktuellen Zins, die Tilgungsrate und das gewünschte Darlehen eingeben und bekommst eine vollständige Monatsratenkalkulation inklusive Nebenkosten. Quellen: - Dr. Klein: Zinsentwicklung und Prognose August 2026: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html - Interhyp: Aktuelle Bauzinsen August 2026: https://www.interhyp.de/zinsen/ - vergleich.de: Aktuelle Bauzinsen 08/2026: https://www.vergleich.de/aktuelle-bauzinsen.html - EZB-Zinsentscheid 23. Juli 2026 – Finanztip: https://www.finanztip.de/zinsentwicklung/ezb-leitzins/ --- # KfW 261 Sanierungskredit seit Juli 2026: Was sich geändert hat und was das für deine Sanierung bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-261-sanierungskredit-aenderungen-juli-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 21. Juli 2026 gelten für den Wohngebäude-Kredit KfW 261 neue Förderbedingungen. Die Tilgungszuschüsse sind gesunken, laut Bundeswirtschaftsministerium um 10 Prozentpunkte, und der frühere EE-Bonus von 5 Prozent ist weggefallen, weil die Erneuerbare-Energien-Klasse jetzt Pflicht ist. Gleichzeitig liegt der Kreditbetrag einheitlich bei 150.000 Euro je Wohneinheit. Wer eine Komplettsanierung plant, muss neu rechnen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Werte laut KfW-Merkblatt 261 (gültig ab 24.09.2026), Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist KfW 261, und wen betreffen die Änderungen? **KfW 261 ist der Förderkredit für die Sanierung bestehender Wohngebäude zum Effizienzhaus. Die neuen Bedingungen gelten für alle Anträge seit dem 21. Juli 2026. Für Anträge davor gilt die alte Richtlinie.** KfW 261 hat zwei Bausteine: - **Kredit**: bis 150.000 Euro je Wohneinheit, zinsgünstig - **Tilgungszuschuss**: ein Teil des Kredits, den du nach Nachweis der erreichten Effizienzhaus-Stufe nicht zurückzahlen musst Gefördert werden die Stufen Effizienzhaus 85, 70, 55 und 40 sowie Effizienzhaus Denkmal, jeweils als EE- oder NH-Klasse. Antragsberechtigt sind unter anderem private Eigentümer, Vermieter und Wohnungsunternehmen. Den Antrag stellst du über deine Bank. Wer keine Komplettsanierung plant, sondern einzelne Maßnahmen wie Heizungstausch, Fenster oder Dämmung, nutzt die BEG Einzelmaßnahmen (Heizung über die KfW, Hülle über das BAFA). Auch diese wurden am 21. Juli reformiert. ## Was hat sich am 21. Juli 2026 konkret geändert? **Die Tilgungszuschüsse sind niedriger, die EE-Klasse ist Pflicht statt Bonus, der Kreditbetrag liegt einheitlich bei 150.000 Euro. Außerdem sind WPB- und SerSan-Bonus nicht mehr gemeinsam auf 20 Punkte gedeckelt.** **1. Niedrigere Tilgungszuschüsse:** Laut Bundeswirtschaftsministerium wurden die Tilgungszuschüsse durchgängig um 10 Prozentpunkte gesenkt. Effizienzhaus 70 EE und 85 EE erhalten ohne Bonus keinen Tilgungszuschuss mehr. **2. EE-Klasse ist Pflicht:** Jede Effizienzhaus-Stufe setzt jetzt voraus, dass erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme mindestens 65 Prozent des Energiebedarfs für Wärme und Kälte decken. Der frühere EE-Bonus von 5 Prozent ist dadurch entfallen. **3. Kreditbetrag 150.000 Euro:** Bisher waren 120.000 Euro je Wohneinheit förderfähig, mit EE- oder NH-Klasse 150.000 Euro. Jetzt gelten einheitlich 150.000 Euro. **4. Boni neu geregelt:** Der Bonus für serielle Sanierung gilt jetzt auch für EH 70 EE (5 Prozentpunkte). Die frühere Deckelung von WPB- und SerSan-Bonus zusammen auf 20 Prozentpunkte ist aufgehoben. ## Wie hoch ist der Tilgungszuschuss jetzt? **Basis: EH 40 EE 10 Prozent, EH 55 EE 5 Prozent, EH Denkmal EE 5 Prozent, EH 70 EE und EH 85 EE 0 Prozent. Mit Nachhaltigkeitsklasse kommen 5 Punkte dazu.** | Effizienzhaus-Stufe | Tilgungszuschuss seit 21.07.2026 | mit NH-Klasse | Zuschuss bei 150.000 € Kredit (gerechnet, ohne NH) | |---|---|---|---| | EH 40 EE | 10 % | 15 % | 15.000 € | | EH 55 EE | 5 % | 10 % | 7.500 € | | EH 70 EE | 0 % | 5 % | 0 € | | EH 85 EE | 0 % | 5 % | 0 € | | EH Denkmal EE | 5 % | 10 % | 7.500 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. NH = Nachhaltigkeitsklasse (Zertifikat nach QNG PLUS).* Gerechnet: Wer auf EH 55 EE saniert und 100.000 Euro Kredit aufnimmt, bekommt 5.000 Euro Tilgungszuschuss. Beim EH 70 EE und EH 85 EE bleibt ohne Bonus nur der zinsgünstige Kredit. ## Welche Boni gibt es noch? **Worst-Performing-Building-Bonus (+10 Punkte) und Bonus für serielle Sanierung (+15 Punkte bei EH 40/55, +5 bei EH 70) sind kombinierbar. Mit NH-Klasse kommt ein EH 40 EE so auf bis zu 40 Prozent, bei 150.000 Euro Kredit sind das 60.000 Euro.** **Worst-Performing-Building-Bonus (WPB): +10 Prozentpunkte** Für Gebäude, die energetisch zu den schlechtesten im Bestand gehören. Bei Wohngebäuden gilt das bei einem Endenergiebedarf von mindestens 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr oder bei einem Energiebedarfsausweis der Klasse H. Den Status weist der Energieeffizienz-Experte nach. Für EH Denkmal gibt es den Bonus nicht. **Serielle Sanierung (SerSan): +15 bzw. +5 Prozentpunkte** Für Sanierungen mit werkseitig vorgefertigten Fassadenelementen auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes, die mindestens 80 Prozent der Fassade abdecken. Beim EH 70 EE gibt es 5 Prozentpunkte, beantragbar seit dem 24. September 2026. | Stufe | Basis | + NH | + WPB | + SerSan | Maximum | |---|---|---|---|---|---| | EH 40 EE | 10 % | 5 | 10 | 15 | 40 % | | EH 55 EE | 5 % | 5 | 10 | 15 | 35 % | | EH 70 EE | 0 % | 5 | 10 | 5 | 20 % | | EH 85 EE | 0 % | 5 | nein | nein | 5 % | *Gerechnet aus den Einzelwerten des KfW-Merkblatts 261.* Realistisch sind solche Kombinationen vor allem bei sehr schlechten Altbauten, die komplett saniert werden, und bei Mehrfamilienhäusern, die sich für vorgefertigte Fassaden eignen. Binde den Energieeffizienz-Experten früh ein, damit WPB-Status und NH-Klasse sauber dokumentiert werden. ## Lässt sich KfW 261 mit anderen Programmen kombinieren? **Mit der Heizungsförderung KfW 458 und den BAFA-Einzelmaßnahmen nicht mehr: Seit dem 21. Juli 2026 schließen sich BEG Einzelmaßnahmen und KfW 261 aus, mit einer Sperrfrist von drei Jahren in beide Richtungen.** Du entscheidest dich also für einen Weg: | Weg | Programm | Förderung | |---|---|---| | Komplettsanierung zum Effizienzhaus | KfW 261 | Kredit bis 150.000 €/WE, Tilgungszuschuss 0 bis 40 % | | Heizungstausch als Einzelmaßnahme | KfW 458 | 30 % Grundförderung, mit Boni bis 70 %, bei zvE bis 30.000 € bis 80 % | | Dämmung, Fenster, Lüftung als Einzelmaßnahme | BAFA BEG EM | 15 %, mit iSFP-Bonus 20 % auf Kosten über 30.000 € | | Energieberatung (iSFP) | BAFA | 50 % des Honorars, max. 650 € (EFH/ZFH) bzw. 850 € | *Quellen: KfW-Merkblätter 261 und 458, BAFA, Stand 10/2026.* Wer zum Effizienzhaus saniert, finanziert die neue Heizung über KfW 261 mit. Eine zusätzliche Förderung derselben Heizung über KfW 458 ist nicht möglich. Wer erst Einzelmaßnahmen umsetzt und später auf KfW 261 wechseln will, muss drei Jahre ab dem Verwendungsnachweis abwarten. Das GModG, das seit dem 29. Juli 2026 gilt, hat die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen gestrichen. Für die Förderung über KfW 261 bleibt die EE-Klasse mit 65 Prozent erneuerbarer Wärme aber Voraussetzung. ## Was bringt eine Komplettsanierung über KfW 261 trotzdem? **Neben dem Tilgungszuschuss vor allem den Zinsvorteil. Der KfW-Kredit kostet laut KfW vom 6. Oktober 2026 effektiv 3,05 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei), Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung lagen im August 2026 im Schnitt bei 3,81 Prozent (Bundesbank).** | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektivzins KfW 261 | |---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 3,05 % | | 20 / 3 / 10 Jahre | 3,59 % | | 30 / 5 / 10 Jahre | 3,71 % | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 3,77 % | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026, Zinsen gültig ab 29.09.2026.* Gerechnetes Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus), Sanierung auf EH 55 EE, 150.000 Euro Kredit: | Position | Betrag | |---|---| | Tilgungszuschuss EH 55 EE (5 %) | 7.500 € | | Zinsabstand zum Bundesbank-Schnitt (10/2/10) | rund 0,76 Prozentpunkte | | Zinsersparnis im ersten Jahr, grob gerechnet | rund 1.100 € | | Fachplanung und Baubegleitung | 50 % Tilgungszuschuss auf bis zu 10.000 € | *Grobe Rechnung ohne Kreditnebenkosten. Dein Bankangebot kann abweichen, lass dir beide Varianten durchrechnen.* Bei langen Laufzeiten ist der Abstand zum Marktzins kleiner. Wie viel du über die gesamte Laufzeit sparst, hängt von Tilgung und Zinsbindung ab. Regionale Sanierungskosten zeigt etwa die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Eine erste Gesamtkalkulation mit Förderanteil erstellst du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was solltest du jetzt tun? **Energieeffizienz-Experten beauftragen, Weg festlegen (Effizienzhaus oder Einzelmaßnahmen) und den Antrag über die Bank stellen, bevor das Vorhaben beginnt.** **Schritt 1, Energieeffizienz-Experte:** Ohne ihn gibt es keinen Antrag. Er prüft, welche Stufe erreichbar ist, ob der WPB-Bonus greift und wie die EE-Klasse gesichert wird. Seine Fachplanung und Baubegleitung werden im KfW 261 mit 50 Prozent Tilgungszuschuss gefördert, förderfähig bis 10.000 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern, bei Mehrfamilienhäusern 4.000 Euro je Wohneinheit, höchstens 40.000 Euro. **Schritt 2, Antrag vor Vorhabenbeginn:** Als Beginn gilt grundsätzlich der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags für die Ausführung. Ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist, ist erlaubt. Planung und Beratung dürfen vorher stattfinden. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW. **Schritt 3, EE-Klasse einplanen:** Mindestens 65 Prozent der Wärme müssen aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme kommen, etwa über eine Wärmepumpe oder ein entsprechendes Wärmenetz. Alles zu Antrag und Kombination erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: KfW 261 seit 21. Juli 2026 **Was hat die KfW am 21. Juli 2026 beim Programm 261 geändert?** Die Tilgungszuschüsse wurden gesenkt, EH 70 EE und EH 85 EE erhalten ohne Bonus keinen mehr. Die EE-Klasse ist Pflicht, der EE-Bonus entfällt. Der Kreditbetrag liegt einheitlich bei 150.000 Euro je Wohneinheit. Die Deckelung von WPB- und SerSan-Bonus wurde aufgehoben. **Wie viel Tilgungszuschuss bekomme ich jetzt?** EH 40 EE 10 Prozent, EH 55 EE 5 Prozent, EH Denkmal EE 5 Prozent, EH 70 EE und EH 85 EE 0 Prozent. Mit NH-Klasse jeweils 5 Punkte mehr. Mit WPB- und SerSan-Bonus sind beim EH 40 EE bis zu 40 Prozent möglich, bei 150.000 Euro Kredit also 60.000 Euro. **Betreffen die Änderungen ältere Anträge?** Nein. Für Anträge, die vor dem 21. Juli 2026 gestellt wurden, gilt die alte Richtlinie, auch wenn die Zusage später kam. **Was ist der WPB-Bonus?** WPB steht für Worst Performing Building. Bei Wohngebäuden gilt das bei einem Endenergiebedarf ab 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr oder einem Energiebedarfsausweis der Klasse H. Wer ein solches Gebäude zum EH 40, 55 oder 70 saniert, bekommt 10 Prozentpunkte mehr Tilgungszuschuss. **Lohnt sich KfW 261 trotz der Kürzungen?** Für umfassende Sanierungen oft ja, vor allem mit WPB- oder SerSan-Bonus. Der Kredit kostet in der kürzesten Variante effektiv 3,05 Prozent und liegt damit unter dem Bundesbank-Schnitt für Wohnungsbaukredite. Rechne das konkret mit deinem Bankangebot nach. **Kann ich KfW 261 und BAFA- oder KfW-458-Förderung gleichzeitig nutzen?** Nein, nicht mehr. Seit dem 21. Juli 2026 schließen sich BEG Einzelmaßnahmen (BAFA und KfW 458) und KfW 261 aus. Zwischen beiden gilt eine Sperrfrist von drei Jahren ab dem Verwendungsnachweis. Quellen: - KfW: Merkblatt Wohngebäude Kredit (261), gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Wohngebäude Kredit 261 (Programmseite): https://www.kfw.de/261 - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # GModG in Kraft: Was seit dem 29. Juli 2026 für Heizung, Neubau und Sanierung wirklich gilt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gmodg-in-kraft-was-ab-29-juli-2026-gilt Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt seit dem 29. Juli 2026. Die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien ist gestrichen, Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden. Wer nach diesem Tag eine solche Heizung einbaut, im Bestand wie im Neubau, muss ab 2029 einen steigenden Bio-Anteil sicherstellen. Dieser Artikel erklärt, was seitdem gilt, welche Fristen verbindlich sind und was das für deine Planung 2026 und 2027 bedeutet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist seit dem 29. Juli 2026 anders? **Das GModG ist das bisherige Gebäudeenergiegesetz unter neuem Namen und mit neuen Inhalten. Seit dem 29. Juli 2026 müssen neue Heizungen nicht mehr zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen. Gas- und Ölheizungen sind wieder zulässig.** Der Weg ins Gesetzblatt: Das Bundeskabinett beschloss den Entwurf am 13. Mai 2026. Am 10. Juli 2026 stimmten Bundestag und Bundesrat zu. Ausgefertigt wurde das Gesetz am 23. Juli, verkündet am 28. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226). In Kraft trat es im Grundsatz am Tag danach. Was seitdem gilt: - **§§ 71 bis 73 gestrichen**: Die 65-Prozent-Pflicht entfällt, ebenso die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung und die Beratungspflicht vor dem Einbau. - **Gas- und Ölheizungen**: wieder zulässig. - **Bio-Treppe**: Für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau, gilt ab 2029 ein Mindestanteil biogener Brennstoffe. - **Später**: Solarpflicht und neue Regeln zum Energieausweis ab 1. Januar 2027, Nullemissionsgebäude ab 2028 bzw. 2030. Die KfW-Heizungsförderung wurde nicht durch das GModG, aber kurz davor geändert: Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Fördersätze. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht, sie steht unter Haushaltsvorbehalt. Hintergründe zum neuen Gesetz erklärt der [Grundlagenbeitrag zum Gebäudemodernisierungsgesetz](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft). ## Die Bio-Treppe: Zahlen und wen sie trifft **Die Bio-Treppe gilt für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau. Ab 2029 muss der Eigentümer 10 Prozent Bio-Anteil sicherstellen, bis 2040 steigt der Wert auf 60 Prozent.** | Ab | Mindestanteil der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff | |---|---| | 1.1.2029 | 10 % | | 1.1.2030 | 15 % | | 1.1.2035 | 30 % | | 1.1.2040 | 60 % | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226.* Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, sind nicht erfasst. Für Neubauten verweist § 10 Abs. 2 Nr. 3 auf die §§ 42 bis 45, die Treppe gilt dort entsprechend. Wer nach diesem Tag eine neue Gasheizung installiert, muss ab 2029 keinen Heizungstausch vornehmen. Er muss aber als Eigentümer, oder der Betreiber, wenn das jemand anderes ist, den Bio-Anteil sicherstellen. In der Praxis geht das über den Liefervertrag: Der Lieferant bestätigt die Erfüllung mit der Abrechnung. Alternativen zum Bio-Brennstoff: - **Solarthermie**: mindestens 0,04 m² Aperturfläche je m² Nutzfläche bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen, 0,03 m² bei größeren Wohngebäuden. Diese Option gilt von 2029 bis 2034. - **Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung**: mindestens 73 Prozent Rückgewinnungsgrad, ebenfalls 2029 bis 2034. - **Wärmepumpen-Hybridheizung**: Die Wärmepumpe muss mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers bringen, bei bivalent alternativem Betrieb 40 Prozent. Ob sich langfristig eine Wärmepumpe mehr lohnt, hängt von Dämmung, Energiepreisen und den Kosten des Bio-Anteils ab. Der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) hilft, die Investitionskosten beider Optionen gegenüberzustellen. ## Nullemissionsgebäude ab 2028 und 2030: Was Neubaupläne berücksichtigen müssen **Neue öffentliche, behördlich genutzte Nichtwohngebäude müssen ab 2028 Nullemissionsgebäude sein, alle anderen Neubauten ab 2030. Am Standort dürfen dann keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen.** Die Zeitachse für Neubauten: **Ab 1. Januar 2027**: Die Solarpflicht nach § 106 beginnt für neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude über 250 m². Jedes neue Gebäude muss zudem so geplant werden, dass sein Solarpotenzial optimiert wird. Mindestgrößen oder eine Ausführungsverordnung sieht § 106 nicht vor. **Ab 1. Januar 2028**: Nullemissionsgebäude für neue Nichtwohngebäude im Eigentum der öffentlichen Hand, die von einer Behörde genutzt werden. **Ab 1. Januar 2030**: Nullemissionsgebäude für alle neu zu errichtenden Gebäude, also auch Wohngebäude. Ebenfalls ab 2030 gilt die Solarpflicht für neue Wohngebäude. Ob beim Nullemissionsstandard der Bauantrag oder die Fertigstellung zählt, lässt sich dem Gesetzestext nicht ausdrücklich entnehmen. Wer heute ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant und um 2030 fertig wird, sollte deshalb ohne fossile Heizung planen. Eine spätere Umrüstung ist teurer als die passende Entscheidung am Anfang. ## Renovierungspflicht für Nichtwohngebäude **Für bestehende Nichtwohngebäude führt das GModG Höchstwerte für den Primärenergiebedarf ein: ab 2030 höchstens das 3,5-Fache, ab 2033 höchstens das 2,95-Fache des Referenzgebäudes. Es gibt Ausnahmen.** Die Regel steht in § 40. Ausgenommen sind unter anderem Gebäude mit Baujahr ab 1996 sowie Gebäude, die mit Wärmepumpe, Biomasse oder Fernwärme beheizt werden. Prozentquoten der "schlechtesten Gebäude" stehen so nicht im Gesetz. Wer Gewerbeobjekte besitzt oder plant, sollte den Primärenergiebedarf frühzeitig prüfen lassen. Für Neubauten ist die Regel nicht gedacht, sie betrifft den Bestand. ## Was Vermieter und Mieter ab 2028 wissen müssen **Bei Heizungen, die unter die Bio-Treppe fallen, teilen sich Vermieter und Mieter ab 2028 die Gas-Netzentgelte und die CO2-Kosten hälftig. Ab 2029 gilt das auch für die Kosten der Pflicht-Brennstoffe, für einen Anteil von höchstens 30 Prozent.** Geregelt ist das im neuen § 5a des Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetzes: - **ab 2028**: Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten tragen beide Seiten je zur Hälfte - **ab 2029**: Die Kosten der vorgeschriebenen Bio-Brennstoffe werden für einen Brennstoffanteil von maximal 30 Prozent hälftig geteilt - **Neubauten**: Nach § 5b gilt das auch für Gebäude, die bis Ende 2029 errichtet und erstmals genutzt werden, sofern der Bauantrag nicht vor dem 13. Mai 2026 gestellt wurde Für Vermieter heißt das: Wer eine neue Gasheizung einbaut, trägt einen Teil der laufenden Mehrkosten selbst. Das gehört in die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Regionale Baukostendaten findest du zum Beispiel auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## KfW-Förderung: Was gilt nach dem GModG? **Das GModG selbst kürzt keine Förderprogramme. Die Heizungsförderung 458 hat aber seit dem 21. Juli 2026 neue Bedingungen, und bei "Jung kauft Alt" gibt es seit dem 3. August 2026 höhere Kreditbeträge.** | Programm | Konditionen | Status | |---|---|---| | KfW 297/298 EH 40 (Neubau) | bis 100.000 €, mit QNG 150.000 €, eff. ab 1,96 % | läuft | | KfW 297/298 EH 55 (Neubau) | bis 100.000 €, eff. ab 1,00 % | Antragseingang bis spätestens 31.12.2026 | | KfW 458 (Heizung, nur Bestand) | 30 % plus Boni, bis 80 %, max. 22.400 € (1. WE) | neue Bedingungen seit 21.07.2026 | | BAFA Einzelmaßnahmen Gebäudehülle | 15 %, iSFP-Bonus 5 % nur auf Beträge über 30.000 € | läuft | | KfW 308 "Jung kauft Alt" | bis 180.000 € Kredit, eff. ab 0,01 % | höhere Beträge seit 03.08.2026 | | KfW 570 | Kredit bis 150 Mio. € für Unternehmen | läuft | *Quellen: KfW-Konditionen 06.10.2026, KfW-Merkblatt 458, KfW-Pressemitteilung 30.07.2026, BAFA.* Bei "Jung kauft Alt" (KfW 308) können Familien mit einem Kind seit dem 3. August 2026 bis 140.000 Euro bekommen (vorher 100.000 Euro), mit zwei Kindern bis 160.000 Euro (vorher 125.000 Euro), ab drei Kindern bis 180.000 Euro (vorher 150.000 Euro). Der effektive Zins liegt laut KfW vom 6. Oktober 2026 je nach Variante zwischen 0,01 Prozent (10 Jahre Laufzeit) und 1,16 Prozent (endfällig). Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent. Gefördert wird der Kauf eines Hauses mit Energieausweis F, G oder H, das binnen 54 Monaten saniert werden muss. Alle Details erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was Bauherren jetzt konkret tun sollten **Eine neue Gasheizung ist wieder möglich, aber mit Bio-Pflicht ab 2029, im Bestand wie im Neubau. Im Neubau läuft alles auf eine Heizung ohne fossile Brennstoffe hinaus, spätestens ab 2030.** **Szenario A: Neubau, Fertigstellung deutlich vor 2030.** Eine Gas- oder Hybridheizung ist rechtlich möglich, ab 2029 gilt dann auch im Neubau die Bio-Treppe. Mit KfW-Neubauförderung 297/298 ist Öl und Gas aber ausgeschlossen. Prüfe außerdem dein Landesrecht. **Szenario B: Neubau, Fertigstellung um oder nach 2030.** Plane mit Wärmepumpe, Fernwärme oder einer anderen nicht fossilen Heizung. Weil der maßgebliche Zeitpunkt nicht ausdrücklich geregelt ist, ist das die sichere Variante. **Szenario C: Bestandssanierung.** Eine neue Gasheizung ist zulässig, ab 2029 greift die Bio-Treppe. Wer ohnehin saniert, sollte Dämmmaßnahmen prüfen, damit eine Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen wirtschaftlich laufen kann. Im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du die Kalkulation mit Haustechnik für deinen Fall durchspielen. ## FAQ: GModG in Kraft, die wichtigsten Fragen **Gilt das GModG bereits?** Ja. Das Gesetz wurde am 28. Juli 2026 verkündet und gilt im Grundsatz seit dem 29. Juli 2026. Das Gebäudeenergiegesetz wurde dabei nicht aufgehoben, sondern umbenannt und geändert. Einzelne Teile treten erst 2027, 2028 und 2030 in Kraft. **Darf ich wieder eine neue Gasheizung einbauen?** Ja. Die 65-Prozent-Pflicht gilt nicht mehr. Bis Ende 2028 ist kein Bio-Anteil nötig. Für Heizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau, gilt ab 2029 die Bio-Treppe: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030. **Muss ich meine bestehende Heizung tauschen?** Nein. Das GModG enthält keine Austauschpflicht. Die Bio-Treppe gilt nicht für Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden. **Was ist ein Nullemissionsgebäude, und wen betrifft das?** Ein Gebäude, das an seinem Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen verursacht. Ab 2028 gilt das für neue öffentliche, behördlich genutzte Nichtwohngebäude, ab 2030 für alle neu zu errichtenden Gebäude. **Ändert sich die KfW-Förderung durch das GModG?** Nicht durch das Gesetz selbst. Die Heizungsförderung 458 hat seit dem 21. Juli 2026 neue Bedingungen: Grundförderung 30 Prozent, Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent, Obergrenze bis 80 Prozent. Der Bonus sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich. "Jung kauft Alt" hat seit 3. August 2026 höhere Kreditbeträge. **Welche Übergangsregeln gibt es für laufende Bauvorhaben?** Eine ausdrückliche Übergangsregel für laufende Bauanträge haben wir im Gesetzestext nicht gefunden. Kläre die Einordnung deines Vorhabens mit der zuständigen Baubehörde. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 30.07.2026: Jung kauft Alt mit höheren Kreditbeträgen: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - BAFA: Förderung Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW: Erneuerbare Energien (570): https://www.kfw.de/570 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Solarpflicht ab 2027: Was § 106 GModG für Bauherren jetzt bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/solarpflicht-neubau-2027-gmodg Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt im Grundsatz seit dem 29. Juli 2026. Die bundesweite Solarpflicht in § 106 gehört aber zu den Teilen, die erst später greifen: Sie tritt am 1. Januar 2027 in Kraft und gilt dann in Stufen je nach Gebäudeart. Wer heute ein Einfamilienhaus plant, muss eine Solaranlage nach Bundesrecht ab 2030 einbauen. Solaroptimiert planen muss er schon ab 2027. Wer die Zeitlinie ignoriert, riskiert teure Nachbesserungen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist die Solarpflicht nach § 106 GModG, und wen trifft sie? **§ 106 GModG tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Er verpflichtet zur Errichtung von Solarenergieanlagen, gestaffelt nach Gebäudeart. Neue Wohngebäude sind ab dem 1. Januar 2030 betroffen.** Das GModG führt damit erstmals eine bundesweite Pflicht ein. Bisher gab es solche Regeln nur auf Landesebene. Die Länder dürfen weiterhin strengere Vorgaben machen (§ 106 Abs. 4). Mit dem Inkrafttreten am 1. Januar 2027 gilt ein bundesweiter Mindeststandard, der sich bis 2031 schrittweise ausweitet. Bestehende Wohngebäude erfasst § 106 nicht. Eine Nachrüstpflicht für Eigenheimbesitzer gibt es nach Bundesrecht nicht. Bei bestehenden Gebäuden betrifft die Pflicht nur bestimmte Nichtwohngebäude. Das Gesetz spricht von einer "Solarenergieanlage", nicht nur von Photovoltaik. Auch Solarthermie kommt also in Betracht. ## Der genaue Zeitplan: Wer ist ab wann betroffen? **§ 106 staffelt die Pflicht in fünf Stufen von 2027 bis 2031. Für private Wohngebäude gilt der 1. Januar 2030.** | Ab | Betroffene Gebäude | |---|---| | 1.1.2027 | neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude über 250 m² Nutzfläche | | 1.1.2028 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 2.000 m²; bestehende Nichtwohngebäude über 500 m² bei Änderungen nach § 36 mit Berechnung für das ganze Gebäude | | 1.1.2029 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 750 m² | | 1.1.2030 | **neue Wohngebäude** und neue überdachte Parkplätze, die an ein Gebäude angrenzen | | 1.1.2031 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 250 m² | *Quelle: § 106 Abs. 2 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226, in Kraft ab 01.01.2027. Bei öffentlichen Bestandsgebäuden hängt die Pflicht nicht von einer Dachsanierung ab.* Was das in der Praxis bedeutet: Wer als Privatperson ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) baut, muss nach Bundesrecht ab 2030 eine Solaranlage errichten. Ob dabei Bauantrag, Genehmigung oder Fertigstellung zählt, regelt § 106 nicht ausdrücklich. Bei Projekten um den Jahreswechsel 2029/2030 solltest du die Anlage deshalb einplanen oder die Frage mit der Bauaufsicht klären. ## Was gilt für private Wohngebäude ab 2030? **Ab dem 1. Januar 2030 ist auf neuen Wohngebäuden eine Solarenergieanlage zu errichten. Das gilt für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäuser gleichermaßen.** Mindestleistungen nennt das Gesetz nicht, und eine Ausführungsverordnung dazu ist nicht vorgesehen. Wenn dein Bundesland eine eigene Solarpflicht hat, können dort konkrete Größen stehen. Ansonsten richtet sich die Dimensionierung nach deinem Verbrauch und dem Dach. Was eine Anlage kostet, hängt von Größe, Dachform, Speicher und Region ab. Belastbar sind nur Angebote für dein Haus. Ob sie sich rechnet, hängt vor allem von deinem Eigenverbrauch und dem Strompreis ab. Lass dir beides vom Anbieter mit deinen Verbrauchswerten durchrechnen. Die Gesamtbaukosten deines Neubaus mit Haustechnik kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kalkulieren. ## Welche Ausnahmen gibt es? **Die Pflicht entfällt, soweit eine Solarenergieanlage technisch unmöglich, funktional nicht realisierbar, wirtschaftlich unzumutbar ist oder anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften widerspricht. Feste Kostengrenzen nennt das Gesetz nicht.** Die vier Gründe stehen in § 106 Abs. 2. Einen Richtwert in Euro je Kilowatt oder eine Amortisationsgrenze enthält das Gesetz nicht. Wann eine Anlage wirtschaftlich unzumutbar ist, wird im Einzelfall zu beurteilen sein. Denkmalschutz ist nicht ausdrücklich genannt. Er kann aber unter "andere öffentlich-rechtliche Vorschriften" fallen, wenn das Denkmalrecht eine Anlage untersagt. Praktisch heißt das: Ein Standardneubau mit gut nutzbarer Dachfläche wird kaum eine Ausnahme geltend machen können. Bei Norddach, geringer Tragfähigkeit oder starker Verschattung kann eine Ausnahme greifen. Halte die Gründe schriftlich durch einen Fachplaner fest. ## Solaroptimiert planen: warum du jetzt schon handeln solltest **Ab dem 1. Januar 2027 muss jedes neue Gebäude so konzipiert werden, dass sein Solarpotenzial am Standort optimiert wird. Wer das Dach von Anfang an darauf auslegt, spart sich später Umbauten.** Diese Vorgabe aus § 106 Abs. 1 gilt für alle zu errichtenden Gebäude, auch für Wohnhäuser, die die Anlage selbst erst ab 2030 brauchen. Was "optimiert" im Detail bedeutet, beschreibt das Gesetz nicht. Was du bei der Planung beachten solltest: - **Dachausrichtung und Neigung**: im Entwurf auf möglichst große, gut besonnte Flächen achten - **Tragfähigkeit**: die Zusatzlast einer Anlage vom Tragwerksplaner einrechnen lassen - **Leerrohr**: vom Dach zum Zählerschrank schon beim Rohbau verlegen - **Speicher-Stellplatz**: Platz für Batteriespeicher im Technikraum vorsehen Die Baukosten unterscheiden sich je nach Bundesland. Einen regionalen Überblick findest du unter [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Förderung und Steuern für Solaranlagen **Einen direkten Bundeszuschuss für PV im Wohnungsneubau gibt es nicht. Entlastung bringen vor allem die Steuerbefreiungen, dazu kommen Einspeisevergütung und der KfW-Kredit 270.** | Instrument | Art | Konditionen | |---|---|---| | Umsatzsteuer (§ 12 Abs. 3 UStG) | Steuersatz 0 % | PV und Speicher auf Wohngebäuden bis 30 kWp | | Einkommensteuer (§ 3 Nr. 72 EStG) | Steuerfreiheit | bis 30 kWp je Einheit, max. 100 kWp je Steuerpflichtigem | | EEG-Einspeisevergütung | laufende Vergütung | bis 10 kW: 7,70 ct/kWh (Teileinspeisung), 12,22 ct/kWh (Volleinspeisung), Inbetriebnahme 01.08. bis 31.12.2026 | | KfW 270 Erneuerbare Energien Standard | Kredit | eff. ab ca. 4,41 % (PV-Aufdach, 5/1/5), Standard ab ca. 4,83 % | | KfW 570 | Kredit | bis 150 Mio. €, für Unternehmen | *Quellen: Gesetze im Internet, Bundesnetzagentur, KfW-Konditionenübersicht vom 06.10.2026.* Der KfW-Kredit 270 ist mit ab ca. 4,41 Prozent effektiv kein Niedrigzinskredit. Vergleiche ihn mit dem Angebot deiner Bank oder der Baufinanzierung. Für die Heizungsseite eines Neubaus gilt: Die Heizungsförderung KfW 458 gibt es nur für bestehende Gebäude. Mehr zur Wärmepumpenförderung im Bestand erklärt der Ratgeber [Wärmepumpe Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-foerderung-2026). ## Was das für deine Planung konkret bedeutet **Für Privatbauherren gilt: Ab 2027 muss solaroptimiert geplant werden, ab 2030 kommt die Anlage selbst dazu. Wer nahe an 2030 baut, sollte die Anlage gleich einplanen.** **Szenario A: Wohnhaus, Bau 2027 bis 2028.** Keine Errichtungspflicht nach Bundesrecht, aber Planungspflicht nach § 106 Abs. 1. Landesrecht prüfen. Eine freiwillige Anlage kann sich rechnen. **Szenario B: Wohnhaus, Bau um 2030.** Weil der maßgebliche Zeitpunkt nicht ausdrücklich geregelt ist, gehört die Anlage in die Planung und die Kalkulation. **Szenario C: Nichtwohngebäude über 250 m² Nutzfläche.** Die Pflicht gilt ab 1. Januar 2027. Laufende Planungen sollten die Anlage enthalten. **Szenario D: Bestandsgebäude.** Für Wohngebäude keine Pflicht nach § 106. Für bestehende Nichtwohngebäude über 500 m² greift sie ab 2028 bei Änderungen, für die eine Gesamtberechnung nach § 38 erfolgt. ## FAQ: Solarpflicht Neubau ab 2027 **Ab wann gilt die Solarpflicht für mein Einfamilienhaus?** Für neu errichtete Wohngebäude ab dem 1. Januar 2030. Ab 2027 muss ein neues Haus aber solaroptimiert geplant werden. Landesrecht kann strengere Vorgaben machen. **Gilt die Solarpflicht auch für Bestandsgebäude?** Für bestehende Wohnhäuser nicht. Bei bestehenden Gebäuden erfasst § 106 nur öffentliche Nichtwohngebäude ab bestimmten Größen und private Nichtwohngebäude über 500 m² bei bestimmten Änderungen. **Ist § 106 schon in Kraft?** Noch nicht. Das GModG gilt seit dem 29. Juli 2026, § 106 in der neuen Fassung tritt aber erst am 1. Januar 2027 in Kraft (Art. 9 Abs. 2 des Änderungsgesetzes). **Welche Ausnahmen gibt es von der Solarpflicht?** Technische Unmöglichkeit, fehlende funktionale Realisierbarkeit, wirtschaftliche Unzumutbarkeit und Widerspruch zu anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften. Feste Kostengrenzen nennt das Gesetz nicht. **Kommt noch eine Ausführungsverordnung zu § 106?** Im Gesetz ist keine vorgesehen. Mindestleistungen für Wohngebäude nennt § 106 nicht. Prüfe, ob dein Bundesland eigene Vorgaben macht. **Wie verhält sich die Solarpflicht zum Nullemissionsgebäude ab 2030?** Beides gilt ab 2030 für neue Wohngebäude, ist aber rechtlich getrennt geregelt. Ein Nullemissionsgebäude darf am Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen verursachen. Wärmepumpe plus Solaranlage ist damit eine naheliegende Kombination für Neubauten ab 2030. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Erneuerbare Energien (570): https://www.kfw.de/570 - Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html - Umsatzsteuergesetz § 12: https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html - Einkommensteuergesetz § 3: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html --- # KfW „Jung kauft Alt“: Die Konditionen seit 3. August 2026, was Käufer wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-jung-kauft-alt-august-2026-neue-konditionen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Für das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ (KfW 308) gelten seit dem 3. August 2026 neue Spielregeln. Die Kreditbeträge sind gestiegen, und die Sanierungspflicht lässt sich jetzt auch mit vier festgelegten Einzelmaßnahmen erfüllen. Wer ein älteres Haus kaufen und sanieren will, sollte die aktuellen Konditionen kennen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist „Jung kauft Alt“, und was hat sich geändert? **„Jung kauft Alt“ (KfW-Programm 308) fördert Familien mit Kindern beim Kauf energetisch schlechter Bestandsimmobilien mit einem zinsverbilligten Kredit. Seit dem 3. August 2026 sind die Höchstbeträge höher, und neben dem Effizienzhaus-Weg ist ein Einzelmaßnahmen-Weg dazugekommen.** Die KfW hat das Programm im September 2024 gestartet. Es soll Familien mit geringem und mittlerem Einkommen den Kauf älterer, energetisch schlechter Gebäude erleichtern. Statt neu zu bauen, sollen bestehende Häuser genutzt und modernisiert werden. Die August-Änderungen erweitern laut KfW die Möglichkeiten für Familien: Die Sanierung kann nun auch durch mehrere Einzelmaßnahmen erfolgen. Das Förderziel bleibt, nämlich ein energetisch deutlich besseres Gebäude. ## Was gilt konkret seit 3. August 2026? **Seit dem 3. August 2026 liegen die Höchstbeträge um 30.000 bis 40.000 Euro höher. Neu ist außerdem, dass du statt einer Effizienzhaus-Sanierung vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen kannst.** | Aspekt | Bis 2. August 2026 | Seit 3. August 2026 | |---|---|---| | Höchstbetrag (1 Kind) | 100.000 € | **140.000 €** | | Höchstbetrag (2 Kinder) | 125.000 € | **160.000 €** | | Höchstbetrag (3+ Kinder) | 150.000 € | **180.000 €** | | Sanierungsweg A | Effizienzhaus 85 EE / Denkmal EE | Effizienzhaus 85 EE / Denkmal EE | | Sanierungsweg B | nicht möglich | vier Einzelmaßnahmen (neu) | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026, KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Beim Sanierungsweg B sind alle vier Maßnahmen Pflicht: - **Heizungstausch** auf mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien, zum Beispiel Wärmepumpe - **Fenstertausch** - **Fassadendämmung** - **Dämmung des Dachs** oder der obersten Geschossdecke gegen einen unbeheizten Dachraum Die Heizung entfällt nur, wenn sie schon mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt oder das Haus nur an einem Wärmenetz hängt. Bauteile, die die Anforderungen der EnEV 2001 bereits erfüllen, sind ausgenommen. Eine Kellerdeckendämmung gehört nicht zu den vier Pflichtmaßnahmen. Für die Sanierung hast du 54 Monate ab der Förderzusage der KfW Zeit, nicht ab dem Kauf. | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektiver Jahreszins | |---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 0,01 % | | 25 / 3 / 10 Jahre | 0,72 % | | 35 / 5 / 10 Jahre | 1,00 % | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 1,16 % | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026.* ## Wer kann das Programm beantragen? **Antragsberechtigt sind Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, die bei Antragstellung kein Wohneigentum in Deutschland besitzen. Die Einkommensgrenzen sind mit der Reform gleich geblieben.** | Anzahl Kinder | Grenze zu versteuerndes Haushaltseinkommen | |---|---| | 1 Kind | max. 90.000 € | | 2 Kinder | max. 100.000 € | | 3 Kinder | max. 110.000 € | | jedes weitere Kind | +10.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Maßgeblich ist der Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Wer 2026 beantragt, legt also die Einkommensteuerbescheide 2024 **und** 2023 vor. Den Kredit vergeben Banken, Sparkassen und andere Finanzierungspartner. Gefördert wird nur der Kaufpreis inklusive Grundstück, höchstens bis zum Höchstbetrag und nicht über den Kaufpreis hinaus. Sanierungskosten finanzierst du über andere Programme, etwa KfW 458 oder die BAFA-Einzelmaßnahmen. ## Wie läuft der Antrag ab? **Der Antrag muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du den Kaufvertrag unterschreibst. Der Kaufvertrag gilt als Vorhabenbeginn, ein früherer Abschluss kostet die Förderung.** Der Ablauf in der Praxis: 1. **Objekt prüfen**: Bestandsgebäude oder Eigentumswohnung mit gültigem Energieausweis der Klasse F, G oder H 2. **Unterlagen sammeln**: Steuerbescheide 2024 und 2023, Geburtsurkunden der Kinder, Energieausweis 3. **Finanzierungspartner ansprechen**: Der Antrag läuft über deine Bank, nicht direkt bei der KfW 4. **Antrag stellen**: vor Abschluss des Kaufvertrags 5. **Kaufvertrag unterzeichnen**: am sichersten nach der Zusage; ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung bezogen auf die Förderzusage ist auch vorher zulässig 6. **Sanierung umsetzen**: innerhalb von 54 Monaten ab Zusage 7. **Nachweis einreichen**: „Bestätigung nach Durchführung“ über die Bank, beim Einzelmaßnahmen-Weg mit Fachunternehmererklärungen Kaufst du nach dem Antrag, aber vor der Zusage, trägst du das Risiko selbst. Eine verbindliche Bearbeitungsdauer nennt die KfW nicht. Plane deshalb Puffer zwischen Antrag und Notartermin ein. ## Kombination mit anderen Förderprogrammen **Für die Sanierung kannst du BEG-Förderung zusätzlich nutzen, das erlaubt das Merkblatt 308 ausdrücklich. BEG-Einzelmaßnahmen und BEG-Wohngebäude (261) schließen sich seit 21. Juli 2026 aber gegenseitig aus.** - **KfW 458 (Heizungstausch):** Zuschuss aus Grundförderung 30 Prozent, Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent (nur Selbstnutzer, sinkt ab 1. Februar 2027) und Einkommensbonus 40, 30 oder 10 Prozent je nach zu versteuerndem Einkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro. Gedeckelt bei 70 Prozent, für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro (mit Kind 40.000 Euro) bei 80 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, also maximal 22.400 Euro Zuschuss. - **BAFA Einzelmaßnahmen:** 15 Prozent Zuschuss für Dämmung und Fenster. Mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) gibt es 5 Prozentpunkte mehr, aber erst ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur auf den Betrag darüber. - **KfW 261:** Kredit für die Sanierung zum Effizienzhaus. Nicht parallel zu 458 oder BAFA-Einzelmaßnahmen nutzbar. - **Ausschluss:** Wer schon Baukindergeld, KfW 300 oder KfW 308 erhalten hat, bekommt keine 308-Förderung. Für eine Kostenschätzung inklusive Förderung nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was bedeuten die höheren Beträge für die Finanzierung? **Mehr KfW-Kredit heißt weniger teurer Bankkredit. Bei zwei Kindern finanzierst du seit August 35.000 Euro mehr zum KfW-Zins.** Ein grob gerechnetes Beispiel: Familie mit zwei Kindern, Kaufpreis 280.000 Euro. Der KfW-Anteil steigt von 125.000 auf 160.000 Euro. Zum Vergleich ziehen wir den Bundesbank-Schnitt für Wohnungsbaukredite mit über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung heran, 3,81 Prozent effektiv im August 2026. | Variante | KfW-308-Anteil | Bankkredit zum Marktzins | Zinsen im 1. Jahr (grob) | |---|---|---|---| | Ohne Förderung | 0 € | 280.000 € | ca. 10.700 € | | Jung kauft Alt (alter Betrag) | 125.000 € zu 1,00 % | 155.000 € | ca. 7.150 € | | Jung kauft Alt (seit Aug. 2026) | 160.000 € zu 1,00 % | 120.000 € | ca. 6.200 € | *Eigene Überschlagsrechnung nur mit Zinsen, ohne Tilgung. KfW-Zins: Variante 35/5/10 laut KfW vom 06.10.2026. Dein Bankangebot kann abweichen.* Richtwerte zu den regionalen Kosten findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Altbau vs. Neubau: Lohnt sich „Jung kauft Alt“? **Ob ein sanierungsbedürftiger Altbau günstiger ist als ein Neubau, hängt vom Kaufpreis und vom Sanierungsaufwand ab. „Jung kauft Alt“ verbilligt den Kauf, die Sanierung musst du gesondert rechnen.** Wenn du ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) planst, vergleiche ehrlich: - **Kaufpreis Altbau** gegen Grundstück plus Baukosten im Neubau - **Sanierungskosten**: In einem KfW-Beispiel kostet die Sanierung eines 145-Quadratmeter-Altbaus zum Effizienzhaus 55 EE rund 196.000 Euro. Lass die Kosten für dein Objekt vorher von einem Experten schätzen. - **Energiekosten**: vor der Sanierung hoch, danach deutlich niedriger - **Lage**: Bestandshäuser stehen oft in gewachsenen Lagen mit Schulen und Einkaufsmöglichkeiten Beim Heizungstausch spielt auch das Gebäudemodernisierungsgesetz eine Rolle, das seit dem 29. Juli 2026 gilt. Für „Jung kauft Alt“ zählt aber nur eine Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien. Mehr dazu im Ratgeber [„Gebäudemodernisierungsgesetz 2026“](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft). ## Kritik und offene Punkte **Das Programm hat Grenzen: Die Einkommensgrenzen schließen viele Doppelverdiener aus, und die 54-Monats-Frist kann bei Handwerkerengpässen knapp werden.** - **Einkommensgrenzen:** In teuren Städten kommen Familien mit zwei Gehältern schnell über 90.000 bis 100.000 Euro zu versteuerndes Einkommen. - **Sanierungsfrist:** 54 Monate ab Zusage klingen lang, bei vier Gewerken und knappen Handwerkern kann es trotzdem eng werden. - **Nur mit Kind:** Paare ohne Kinder und Alleinstehende ohne Kind gehen leer aus. - **Keine Sondertilgung:** Teilrückzahlungen sind ausgeschlossen, nur die vollständige Rückzahlung mit Vorfälligkeitsentschädigung ist möglich. - **Fossile Heizung zählt nicht:** Eine neue Gasheizung erfüllt die Heizungs-Pflichtmaßnahme nicht, weil mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien verlangt sind. ## FAQ: Jung kauft Alt 2026 **Seit wann gelten die neuen KfW-308-Konditionen?** Seit dem 3. August 2026. Für die Zusage gelten die Bedingungen beim Eingang des Antrags bei der KfW. Alle Anträge, die seitdem eingehen, laufen mit den höheren Beträgen. **Kann ich als Alleinerziehende/r „Jung kauft Alt“ beantragen?** Ja. Alleinerziehende sind antragsberechtigt, wenn mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt lebt und das zu versteuernde Einkommen unter der Grenze liegt. **Muss das Haus sofort nach dem Kauf saniert werden?** Nein. Du hast 54 Monate ab der Förderzusage der KfW Zeit. Danach reichst du die „Bestätigung nach Durchführung“ über deine Bank ein. **Was passiert, wenn ich die Sanierungsanforderungen nicht erfülle?** Wird saniert, das Sanierungsziel aber verfehlt, erhöht sich der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr, sofern mindestens ein Effizienzhaus 100 EE erreicht ist. Was darüber hinaus gilt, regelt dein Kreditvertrag. **Lässt sich das Programm mit KfW 458 (Heizungstausch) kombinieren?** Ja. „Jung kauft Alt“ finanziert den Kauf, KfW 458 gibt einen Zuschuss für die neue Heizung. Einen Rechtsanspruch auf die Heizungsförderung gibt es nicht, sie steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Mittel, und der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab 1. Februar 2027 schrittweise. **Welche Häuser sind nicht förderfähig?** Neubauten, reine Grundstücke, Ferien- und Wochenendhäuser sowie Immobilien, deren Energieausweis bei Antragstellung nicht Klasse F, G oder H zeigt. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW: Merkblatt Jung kauft Alt (308), Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026: Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW: Konditionenübersicht für Förderprogramme (Stand 06.10.2026): https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite (Stand 01.10.2026): https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - BAFA: Einzelmaßnahmen Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html --- # Bundesweite Solarpflicht 2027: Was Bauherren jetzt konkret planen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/solarpflicht-2027-neubau-gmodg-bauherren Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) bringt neben dem Ende der 65-Prozent-Pflicht beim Heizen eine zweite große Neuerung: eine bundesweite Solarpflicht. Das Gesetz ist am 28. Juli 2026 verkündet worden (BGBl. 2026 I Nr. 226), der neue § 106 tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Zuerst müssen neue Nichtwohngebäude über 250 Quadratmeter Nutzfläche und neue öffentliche Nichtwohngebäude eine Solaranlage bekommen. Für neue Wohngebäude gilt die Pflicht ab dem 1. Januar 2030. Was § 106 genau vorschreibt, welche Ausnahmen gelten und warum die Planung heute die Weichen stellt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist die bundesweite Solarpflicht? **§ 106 GModG führt erstmals eine bundesweite Pflicht zur Errichtung von Solarenergieanlagen ein. Sie gilt ab dem 1. Januar 2027 und legt einen Mindeststandard fest, über den die Länder hinausgehen dürfen.** Bisher regelten Solarpflichten nur einzelne Bundesländer, und das sehr unterschiedlich. Mit § 106 kommt eine Bundesregel hinzu. Strengere Landesregeln bleiben ausdrücklich zulässig (§ 106 Abs. 4). Wer in einem Land mit eigener Solarpflicht baut, muss also beide Ebenen beachten. Zum Verfahren: Das Kabinett beschloss den Entwurf am 13. Mai 2026, Bundestag und Bundesrat stimmten am 10. Juli 2026 zu. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das GModG im Grundsatz. Der Teil mit § 106 tritt nach Art. 9 Abs. 2 des Änderungsgesetzes am 1. Januar 2027 in Kraft. ## Wer ist ab wann betroffen? **Die Pflicht ist nach Gebäudeart gestaffelt: Neue Nichtwohngebäude über 250 m² sind ab 2027 dran, neue Wohngebäude ab 2030. Bestehende Wohngebäude erfasst § 106 nicht.** | Ab | Betroffene Gebäude | |---|---| | 1.1.2027 | neue öffentliche Nichtwohngebäude; neue Nichtwohngebäude über 250 m² Nutzfläche | | 1.1.2028 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 2.000 m²; bestehende Nichtwohngebäude über 500 m², wenn Änderungen nach § 36 mit Berechnung für das ganze Gebäude erfolgen | | 1.1.2029 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 750 m² | | 1.1.2030 | neue Wohngebäude; neue überdachte Parkplätze, die an ein Gebäude angrenzen | | 1.1.2031 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 250 m² | *Quelle: § 106 Abs. 2 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226. Für öffentliche Bestandsgebäude knüpft das Gesetz die Pflicht nicht an eine Dachsanierung.* Für private Bauherren wichtig: Bestehende Wohngebäude sind von § 106 nicht erfasst. Wer saniert oder die Heizung tauscht, ist von der Bundesregel nicht betroffen. Landesrecht kann anderes vorsehen. ## Was muss konkret eingebaut werden? **§ 106 verlangt eine Solarenergieanlage und lässt offen, ob Photovoltaik oder Solarthermie. Eine Mindestgröße enthält das Gesetz nicht, eine Ausführungsverordnung dazu ist nicht vorgesehen.** Das ist ein Punkt, der Planungsfragen offen lässt: Was eine ausreichende Anlage ist, sagt das Gesetz nicht. Wenn dein Bundesland eine eigene Solarpflicht hat, stehen dort oft konkrete Vorgaben. Was das Gesetz verlangt: - **Technik**: Gefordert ist eine Solarenergieanlage. Photovoltaik und Solarthermie kommen in Betracht. - **Solaroptimierte Planung**: Ab 2027 ist jedes neu zu errichtende Gebäude so zu konzipieren, dass sein Potenzial zur Erzeugung von Solarenergie am Standort optimiert wird (§ 106 Abs. 1). Das gilt auch für Wohnhäuser, die erst ab 2030 eine Anlage brauchen. - **Betreiber**: Wer die Anlage besitzt oder betreibt, regelt § 106 nicht. Contracting und Mieterstrom sind im Gesetzestext nicht ausdrücklich genannt. Kläre vorab mit der Bauaufsicht, ob ein solches Modell die Pflicht erfüllt. Für die Praxis heißt das: Wer heute ein Gebäude plant, sollte Dachform, Ausrichtung und Statik so wählen, dass eine Anlage gleich oder später ohne Umbau möglich ist. Eine nachträgliche Verstärkung der Dachkonstruktion ist fast immer teurer. ## Was kosten Solaranlagen, und was wird gefördert? **Die Kosten hängen von Größe, Speicher, Dach und Region ab, belastbar sind nur Angebote. Steuerlich ist PV auf Wohngebäuden bis 30 kWp stark begünstigt. Die KfW bietet mit Programm 270 einen Kredit, aber keinen Zuschuss.** Pauschale Preislisten aus dem Internet helfen wenig. Lass dir mindestens zwei Angebote machen, mit und ohne Speicher. **Steuern:** Lieferung und Installation von PV-Anlagen und Speichern auf Wohngebäuden sind mit 0 Prozent Umsatzsteuer belegt, wenn die Bruttoleistung 30 kWp nicht übersteigt (§ 12 Abs. 3 UStG). Die Einnahmen sind bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit und höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG). **KfW 270 Erneuerbare Energien Standard:** Kredit für PV-Anlagen und andere erneuerbare Anlagen. Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 effektiv ab ca. 4,41 Prozent für PV-Aufdachanlagen (5 Jahre Laufzeit, 1 Jahr tilgungsfrei, 5 Jahre Zinsbindung), im Standard ab ca. 4,83 Prozent. Der Zins ist risikogerecht und hängt von der Bonität ab. **Einspeisevergütung:** Für Anlagen mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 zahlt der Netzbetreiber laut Bundesnetzagentur: | Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung | |---|---|---| | bis 10 kW | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh | | bis 40 kW | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh | | bis 100 kW | 5,44 ct/kWh | 10,24 ct/kWh | *Quelle: Bundesnetzagentur, EEG-Fördersätze, Stand 07.10.2026.* Was eine PV-Anlage am Gesamtbudget eines [Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) ausmacht, siehst du am besten, wenn du sie mit in die Kalkulation nimmst. Regionale Vergleichswerte zeigen die [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Landesrecht: Was in deinem Bundesland gilt **Mehrere Bundesländer haben bereits eigene Solarpflichten, teils strenger als § 106. Diese Regeln gelten unabhängig von der Bundespflicht weiter.** Die Landesregeln unterscheiden sich stark: bei den erfassten Gebäuden, bei der Mindestbelegung des Dachs, bei Parkplätzen und bei Dachsanierungen. Sie ändern sich zudem immer wieder. Prüfe deshalb vor der Planung: - die aktuelle Landesbauordnung bzw. das Landesklimaschutzgesetz deines Bundeslands - ob die Pflicht auch für Wohngebäude gilt und ab welchem Zeitpunkt - welche Mindestfläche oder Mindestleistung verlangt wird - ob auch eine Dachsanierung die Pflicht auslöst Die zuständige Bauaufsichtsbehörde kann dir sagen, welche Regel für dein Grundstück gilt. ## Ausnahmen: Wann bist du von der Pflicht befreit? **Die Pflicht entfällt, soweit eine Solarenergieanlage technisch unmöglich, funktional nicht realisierbar, wirtschaftlich unzumutbar ist oder anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften widerspricht.** Feste Schwellen nennt das Gesetz nicht, also weder eine Amortisationszeit noch einen Kostenanteil. Denkmalschutz ist nicht eigens aufgeführt, kann aber unter "andere öffentlich-rechtliche Vorschriften" fallen, wenn das Denkmalrecht eine Anlage untersagt. Wie eine Ausnahme nachzuweisen ist, regelt § 106 nicht. Sinnvoll ist eine schriftliche Begründung durch einen Fachplaner, etwa zu Tragfähigkeit, Ausrichtung oder Verschattung. Weitere Ausnahmen gelten für Gebäude der Landes- und Bündnisverteidigung im Eigentum des Bundes und für Nichtwohngebäude, für die Renovierungsmaßnahmen nach § 40 Abs. 1 zu ergreifen sind. Für die meisten Neubauten mit geeigneter Dachfläche wird keine Ausnahme greifen. Weil die Begriffe im Gesetz offen sind, kann die Auslegung zwischen Behörden unterschiedlich ausfallen. ## Was das für deine Planung bedeutet **Wer heute neu baut, sollte das Dach solaroptimiert planen. Ab 2027 ist das ohnehin Pflicht, und ab 2030 kommt für Wohngebäude die Anlage selbst dazu.** Ob es beim Stichtag 2030 auf Bauantrag, Genehmigung oder Fertigstellung ankommt, regelt § 106 nicht ausdrücklich. Zwei Gründe sprechen dafür, die Solaranlage auch vor 2030 einzuplanen: **1. Verzögerungsrisiko:** Bauprojekte dauern oft länger als geplant. Wer knapp vor 2030 plant, kann in den neuen Rechtsrahmen rutschen. **2. Wirtschaftlichkeit:** Wird die Anlage beim Neubau gleich montiert, entfallen ein zweites Gerüst und spätere Eingriffe ins Dach. Ob und wann sich die Anlage rechnet, hängt von Eigenverbrauch und Strompreis ab. Drei Planungsszenarien: **Wohnhaus, Bau 2027 bis 2028:** Solaroptimierte Planung ist Pflicht, die Anlage nach Bundesrecht noch nicht. Landesrecht prüfen. **Wohnhaus, Bau um oder nach 2030:** Solaranlage gleich mitplanen. PV oder Solarthermie, Anlage in die Kalkulation aufnehmen. **Nichtwohngebäude über 250 m² ab 2027:** Pflicht gilt. Anlagenplanung, Statik und Fachplaner früh beauftragen. Deine Gesamtkalkulation mit PV-Anlage, Nebenkosten und Finanzierung berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Den Überblick über Förderprogramme findest du unter [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: Bundesweite Solarpflicht 2027 **Ab wann gilt die Solarpflicht für mein Einfamilienhaus?** Für neue Wohngebäude ab dem 1. Januar 2030. Ab 2027 muss ein Neubau aber schon solaroptimiert geplant werden. Hat dein Bundesland eine eigene, strengere Regel, gilt diese zusätzlich. **Gilt die Pflicht auch für mein bestehendes Haus?** Nein, § 106 erfasst bestehende Wohngebäude nicht. Bei bestehenden Gebäuden betrifft die Bundesregel nur bestimmte Nichtwohngebäude. Landesrecht kann aber weitergehen. **Photovoltaik oder Solarthermie, was muss ich einbauen?** Das Gesetz verlangt eine Solarenergieanlage und legt keine Technik fest. Photovoltaik und Solarthermie kommen in Betracht. Ob Betreibermodelle wie Contracting die Pflicht erfüllen, regelt § 106 nicht ausdrücklich. **Wie groß muss die Solaranlage sein?** Das GModG nennt keine Mindestgröße, und eine Verordnung dazu ist im Gesetz nicht vorgesehen. Landesrecht kann Mindestflächen vorgeben. **Kann ich von der Solarpflicht befreit werden?** Ja, soweit eine Anlage technisch unmöglich, funktional nicht realisierbar, wirtschaftlich unzumutbar ist oder anderem öffentlichem Recht widerspricht. Feste Schwellenwerte nennt das Gesetz nicht. **Welche Förderung gibt es für Solaranlagen?** Einen Kredit über KfW 270, effektiv ab ca. 4,41 Prozent (Stand 06.10.2026). PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden sind umsatzsteuerfrei, die Einnahmen in der Regel einkommensteuerfrei. Die Einspeisevergütung beträgt für neue Anlagen bis 10 kW 7,70 Cent je kWh bei Teileinspeisung. KfW 570 ist ein Kredit bis 150 Millionen Euro für Unternehmen. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Erneuerbare Energien (570): https://www.kfw.de/570 - Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html - Umsatzsteuergesetz § 12: https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html - Einkommensteuergesetz § 3: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html --- # KfW BEG-Reform Juli 2026: Neue Förderregeln für Heizungstausch und Sanierung URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-heizungsfoerderung-neue-regeln Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Am 21. Juli 2026 ist die Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft getreten. Für Eigentümer, die ihre Heizung tauschen oder das Haus energetisch sanieren wollen, hat sich einiges geändert: Ein gestaffelter Einkommensbonus ersetzt den alten einstufigen, der Effizienzbonus ist entfallen, und die förderfähigen Kosten sind gesunken. Die Übergangsfrist ist abgelaufen, für alle neuen Anträge gelten die neuen Bedingungen. Was genau gilt und was das für deine Planung bedeutet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Fördersätze laut KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* ## Was hat sich bei der KfW-Förderung am 21. Juli 2026 geändert? **Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind entfallen. Der Einkommensbonus ist dreistufig, die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sind von 30.000 auf 28.000 Euro gesunken. Ab Februar 2027 sinkt die Grenze alle sechs Monate um 750 Euro.** Die Grundförderung von 30 Prozent ist geblieben, für alle Antragsteller. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 statt 20 Prozent. Für Haushalte mit kleinem Einkommen steigt der Förderdeckel von 70 auf 80 Prozent. Wer bis zum 20. Juli 2026 mit einer bereits vorliegenden Bestätigung zum Antrag beantragt hat, wird nach altem Recht gefördert. Für alle anderen gelten die neuen Konditionen. Eine Uhrzeit für den Fristablauf hat die KfW in ihrer Mitteilung nicht genannt. Ziel der Reform ist, die Förderung stärker nach dem Einkommen zu staffeln: Wer wenig verdient, bekommt mehr, wer gut verdient, trägt einen größeren Eigenanteil. ## Wie funktioniert der neue Einkommensbonus? **Selbstnutzende Eigentümer erhalten je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen 40, 30 oder 10 Prozent zusätzlich. Über 50.000 Euro gibt es keinen Einkommensbonus. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert.** | Zu versteuerndes Haushaltseinkommen | Einkommensbonus | |---|---| | bis 30.000 € | 40 % | | 30.001 bis 40.000 € | 30 % | | 40.001 bis 50.000 € | 10 % | | über 50.000 € | kein Bonus | *Quelle: KfW-Merkblatt 458.* Der Familienzuschlag gilt einmal pro Haushalt, nicht pro Kind. Gerechnetes Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern und 68.000 Euro zu versteuerndem Einkommen wird mit 58.000 Euro angesetzt und bekommt damit keinen Einkommensbonus. Bei 58.000 Euro wären es 48.000 Euro und damit 10 Prozent. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen, nicht der Bruttolohn. Die KfW nimmt den Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, bei einem Antrag 2026 also die Einkommensteuerbescheide für 2023 und 2024. Nimm diese Bescheide zur Hand, bevor du rechnest. Den Einkommensbonus erhalten nur Eigentümer, die selbst im Haus wohnen. Vermieter bekommen die Grundförderung von 30 Prozent. ## Warum wird Warten teurer? **Ab dem 1. Februar 2027 sinken die förderfähigen Kosten alle sechs Monate um 750 Euro, der Klimageschwindigkeitsbonus um 4 Prozentpunkte. Maßgeblich ist das Datum des Antrags.** | Antragsdatum | Förderfähige Kosten (1. WE) | Klimageschwindigkeitsbonus | |---|---|---| | bis 20.07.2026 (alt) | 30.000 € | 20 % | | 21.07.2026 bis 31.01.2027 | 28.000 € | 16 % | | 01.02.2027 bis 31.07.2027 | 27.250 € | 12 % | | 01.08.2027 bis 31.01.2028 | 26.500 € | 8 % | | 01.02.2028 bis 31.07.2028 | 25.750 € | 4 % | | ab 01.08.2028 | 25.000 € | entfällt | *Quelle: KfW-Merkblatt 458 und BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen. Die Richtlinie ist beschlossen, die Stufen stehen fest.* Den Klimageschwindigkeitsbonus erhalten Selbstnutzer, die eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzen (ohne Altersgrenze) oder eine Gas- bzw. Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Er ist mit dem Einkommensbonus kombinierbar. Zusammen ist die Förderung auf 70 Prozent begrenzt, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro auf 80 Prozent. Gerechnet für einen Haushalt ohne Einkommensbonus mit Klimabonus: Antrag bis 31. Januar 2027 ergibt 46 Prozent von 28.000 Euro, also 12.880 Euro. Antrag im März 2027 ergibt 42 Prozent von 27.250 Euro, also 11.445 Euro. ## Was ist weggefallen? **Der Effizienzbonus von 5 Prozent und der Emissionsminderungszuschlag von pauschal 2.500 Euro gibt es für neue Anträge nicht mehr. Biomasseheizungen wie Pellets bleiben mit der Grundförderung von 30 Prozent förderfähig.** Der Effizienzbonus galt für Wärmepumpen, die Wasser, Erdreich oder Abwasser als Wärmequelle nutzen oder mit natürlichem Kältemittel arbeiten. Er ist ersatzlos entfallen. Natürliche Kältemittel sind derzeit nur empfohlen, Pflicht in der Förderung werden sie ab dem 1. Januar 2028. Den Emissionsminderungszuschlag gab es für Biomasseheizungen, die einen sehr niedrigen Staubgrenzwert einhalten. Mit seinem Wegfall bekommen Pellet- und Hackschnitzelheizungen weniger als vorher, bleiben aber förderfähig, ebenfalls über die KfW. Für die Praxis: Wer früher mit Grundförderung, Effizienzbonus und Klimabonus gerechnet hat, rechnet jetzt anders. Je nach Einkommen kann das Ergebnis besser oder schlechter ausfallen. ## Was hat sich bei der Effizienzhaus-Sanierung geändert? **Förderfähig sind einheitlich 150.000 Euro je Wohneinheit. Die Tilgungszuschüsse sind laut Bundeswirtschaftsministerium um 10 Prozentpunkte gesunken: EH 40 EE 10 Prozent, EH 55 EE 5 Prozent, EH 70 EE und EH 85 EE ohne Bonus 0 Prozent.** Wer eine teure Komplettsanierung plant, profitiert vom höheren Kreditbetrag. Der Zuschussanteil ist aber kleiner geworden. Mit Boni steigt er wieder: Nachhaltigkeitsklasse +5, Worst Performing Building +10, serielle Sanierung +15 Prozentpunkte (bei EH 40 und EH 55). Beim EH 40 EE sind so bis zu 40 Prozent möglich. Der Bonus für serielle Sanierung wurde auf das EH 70 EE ausgeweitet, dort mit 5 Prozentpunkten. Bisher gab es ihn nur für EH 40 und EH 55. Beantragbar ist er seit dem 24. September 2026. Für Einzelmaßnahmen wie Dämmung, Fenster oder Lüftung gilt die BAFA-Förderung. Sie lässt sich neben der Heizungsförderung der KfW nutzen. Nicht parallel geht dagegen die Kombination von Einzelmaßnahmen mit dem Effizienzhaus-Kredit KfW 261: Dazwischen liegt eine Sperrfrist von drei Jahren. ## Was bedeutet das für deine Planung? **Haushalte mit kleinem Einkommen stehen besser da als vorher. Über 50.000 Euro zu versteuerndem Einkommen gibt es keinen Einkommensbonus. Für alle gilt: Ein Antrag vor dem 1. Februar 2027 bringt mehr als ein späterer.** **Szenario A, zu versteuerndes Einkommen bis 30.000 Euro:** 40 Prozent Einkommensbonus, zusammen mit Grundförderung und Klimabonus rechnerisch 86 Prozent, gedeckelt auf 80 Prozent. Bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten sind das 22.400 Euro, vorher höchstens 21.000 Euro. **Szenario B, 30.001 bis 50.000 Euro:** 30 oder 10 Prozent Einkommensbonus, dafür kein Effizienzbonus mehr. Zwischen 40.000 und 50.000 Euro gab es vorher gar keinen Einkommensbonus, hier ist die Reform eine Verbesserung. Bei teuren Anlagen schlägt die niedrigere Kostengrenze von 28.000 Euro durch. **Szenario C, über 50.000 Euro:** Kein Einkommensbonus. Der Klimabonus von 16 Prozent gilt für Anträge bis 31. Januar 2027, danach 12 Prozent. Wer eine Wärmepumpe plant, sollte den Antrag vorher stellen. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit alter Gasheizung lohnt sich die Förderplanung jetzt. Wie stark regionale Unterschiede das Budget beeinflussen, zeigt die Übersicht [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Die Gesamtkalkulation mit Förderabzug liefert der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Alles zu Antragstellung und Kombination erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Wie hängen GModG und KfW-Förderung zusammen? **Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt seit dem 29. Juli 2026 und ist von der BEG-Reform getrennt. Es hat die 65-Prozent-Pflicht gestrichen, an den Fördersätzen ändert es nichts.** Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden. Für Geräte, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, gilt aber die Bio-Treppe: Der Eigentümer muss sicherstellen, dass ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent der Wärme aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff stammen. Die Entscheidung für eine Wärmepumpe ist damit eine wirtschaftliche, keine gesetzlich erzwungene. Die KfW-Förderung für erneuerbare Heizungen läuft davon unabhängig weiter. Ob sich die Wärmepumpe rechnet, hängt vor allem von Dämmung und Vorlauftemperatur ab. ## FAQ: KfW BEG-Reform Juli 2026 **Gilt das neue Fördersystem für alle Anträge seit dem 21. Juli 2026?** Ja. Nach altem Recht gefördert werden nur Anträge, die bis zum 20. Juli 2026 gestellt wurden. Für alle späteren Anträge gelten die neuen Konditionen. **Wie wird das Einkommen für den Einkommensbonus geprüft?** Über die Einkommensteuerbescheide des zweiten und dritten Jahres vor dem Antrag, maßgeblich ist der Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert. Den Bonus erhalten nur Selbstnutzer. **Kann ich Einkommensbonus und Klimageschwindigkeitsbonus kombinieren?** Ja. Beide kommen auf die Grundförderung von 30 Prozent. Die Summe ist auf 70 Prozent begrenzt, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro auf 80 Prozent. **Was gilt für Pellet- und Biomasseheizungen?** Sie bleiben über die KfW-Heizungsförderung mit 30 Prozent Grundförderung förderfähig, dazu gegebenenfalls Klima- und Einkommensbonus. Entfallen ist nur der Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro. Über das BAFA laufen Heizungen nicht. **Wann sinkt die förderfähige Kostengrenze das nächste Mal?** Ab dem 1. Februar 2027 von 28.000 auf 27.250 Euro. Gleichzeitig sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 auf 12 Prozent. Maßgeblich ist das Antragsdatum. **Bekomme ich für eine neue Gasheizung Förderung?** Nein. Das GModG erlaubt Gasheizungen wieder, die KfW-Heizungsförderung gilt aber nur für erneuerbare Heizungen wie Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie oder den Anschluss an ein Wärmenetz. **Wie stelle ich den KfW-Antrag richtig?** Ein Energieeffizienz-Experte oder dein Fachbetrieb erstellt die Bestätigung zum Antrag. Dann schließt du einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung und stellst den Antrag selbst im Portal "Meine KfW". Danach darfst du beginnen. Nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für die Umsetzung und dann 6 Monate für den Nachweis. Quellen: - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Heizungsförderung (Programmseite): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW: Pressemitteilung zur Übergangsphase, 08.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - KfW: Merkblatt Wohngebäude Kredit (261), gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html --- # GModG in Kraft: Was seit 29. Juli 2026 für Bauherren gilt, und was erst später kommt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gmodg-inkrafttreten-29-juli-2026-was-jetzt-gilt Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt seit dem 29. Juli 2026. Verkündet wurde es am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2026 I Nr. 226), die zentralen Heizungsregeln traten am Tag danach in Kraft. Einige Teile folgen erst am 1. Januar 2027, 2028 und 2030. Hier steht, was das für dich bedeutet, wenn du baust, sanierst oder eine Heizung tauschst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was gilt seit dem 29. Juli 2026? **Die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen ist gestrichen. Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden. Wer das in einem bestehenden Gebäude tut, muss ab 2029 schrittweise Biobrennstoffe einsetzen.** Das Gesetz hat die §§ 71 bis 73 des bisherigen Gebäudeenergiegesetzes gestrichen. Mit der 65-Prozent-Pflicht sind auch die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung, die Beratungspflicht vor dem Einbau einer fossilen Heizung und das alte Betriebsverbot für Kessel in § 72 weggefallen. Das Gebäudeenergiegesetz heißt seitdem Gebäudemodernisierungsgesetz. Für Bauherren und Sanierer heißt das: - Neue Gas-Brennwertgeräte und Ölheizungen sind wieder zulässig. - Die bisherigen Übergangsfristen nach Gemeindegröße entfallen. - Die Frist in § 71 Abs. 8 GEG, die im Juni 2026 vom 30. Juni auf den 31. Oktober 2026 verschoben worden war, ist seit dem 29. Juli 2026 gegenstandslos. - Für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau, gilt ab 2029 die Bio-Treppe. Was weiter gilt: Die Pflicht zur kommunalen Wärmeplanung nach dem Wärmeplanungsgesetz bleibt. Gemeinden über 100.000 Einwohner mussten ihre Pläne bis 30. Juni 2026 vorlegen, kleinere Gemeinden haben bis 30. Juni 2028 Zeit. Für deine Heizungswahl sind die Pläne aber keine Pflichtschwelle mehr. ## Was tritt erst später in Kraft? **Nicht alles gilt seit dem 29. Juli. Ein großer Teil der Änderungen, darunter die Solarpflicht in § 106 und neue Regeln zum Energieausweis, tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Die Nullemissionsgebäude folgen 2028 und 2030.** | Ab | Was | Fundstelle | |---|---|---| | 29. Juli 2026 | 65-%-Pflicht entfällt, Bio-Treppe für neu eingebaute fossile Heizungen beschlossen | Art. 9 Abs. 1 | | 1. Januar 2027 | Solarpflicht § 106 (gestuft), Neuregelungen Energieausweis | Art. 9 Abs. 2 | | 1. Januar 2028 | Nullemissionsgebäude für neue öffentliche, behördlich genutzte Nichtwohngebäude | Art. 9 Abs. 3 | | 1. Januar 2030 | Nullemissionsgebäude für alle neu zu errichtenden Gebäude | Art. 9 Abs. 4 | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226, Art. 9 (Inkrafttreten).* Eine Frist von "sechs Monaten nach Verkündung" steht nicht im Gesetz. Die festen Daten oben sind maßgeblich. ## Die Bio-Treppe: Was ab 2029 schrittweise kommt **Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, im Bestand wie im Neubau, muss als Eigentümer ab 2029 einen steigenden Anteil Biobrennstoff oder Wasserstoff sicherstellen. Heizungen, die vorher eingebaut wurden, sind nicht betroffen.** Für Neubauten ergibt sich das aus § 10 Abs. 2 Nr. 3: Neue Gebäude müssen die §§ 42 bis 45 entsprechend einhalten. | Ab | Mindestanteil der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff | |---|---| | 1.1.2029 | 10 % | | 1.1.2030 | 15 % | | 1.1.2035 | 30 % | | 1.1.2040 | 60 % | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226.* Verpflichtet ist der Eigentümer, und wenn er die Heizung nicht selbst betreibt, der Betreiber. Erfüllen lässt sich die Pflicht in der Praxis über den Liefervertrag: Der Lieferant muss die Erfüllung mit der Abrechnung bestätigen. Ein Heizungstausch ist dafür nicht nötig. Alternativ erfüllen auch eine Solarthermieanlage mit Mindestfläche oder eine Lüftungsanlage mit hoher Wärmerückgewinnung die Pflicht, beides von 2029 bis 2034. Dauerhaft gilt sie als erfüllt bei einer Wärmepumpen-Hybridheizung, wenn die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers bringt. Bis 1. Dezember 2026 soll die Bundesregierung außerdem ein Gesetz für eine Grüngas- und Grünheizölquote vorlegen. Ab 2045 sollen Brennstoffe für Gebäude vollständig klimaneutral sein (§ 42a). ## Solarpflicht ab 2027 und Nullemissionsgebäude ab 2030 **Die Solarpflicht nach § 106 beginnt am 1. Januar 2027 bei Nichtwohngebäuden, neue Wohngebäude folgen ab dem 1. Januar 2030. Ebenfalls ab 2030 müssen alle Neubauten Nullemissionsgebäude sein.** **Solarpflicht (§ 106 GModG):** - ab 1.1.2027: neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude über 250 m² Nutzfläche - ab 1.1.2028: bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 2.000 m², bestimmte bestehende Nichtwohngebäude über 500 m² bei Änderungen - ab 1.1.2029: bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 750 m² - ab 1.1.2030: neue Wohngebäude und angrenzende überdachte Parkplätze - ab 1.1.2031: bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 250 m² Mindestgrößen oder eine Ausführungsverordnung sieht § 106 nicht vor. Schon ab 2027 muss aber jedes neue Gebäude so konzipiert werden, dass sein Solarpotenzial optimiert wird. **Nullemissionsgebäude:** - ab 1.1.2028: neue öffentliche Nichtwohngebäude, die von einer Behörde genutzt werden - ab 1.1.2030: alle neu zu errichtenden Gebäude, also auch Wohngebäude Ein Nullemissionsgebäude verursacht an seinem Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Gas- und Ölheizungen passen damit nicht mehr in einen Neubau ab 2030. Ob es dabei auf Bauantrag oder Fertigstellung ankommt, lässt sich dem Gesetzestext nicht ausdrücklich entnehmen. Wer heute ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant, sollte deshalb von Anfang an mit Wärmepumpe, Fernwärme oder einer anderen nicht fossilen Heizung rechnen. ## GModG und BEG-Reform: Wie beides zusammenwirkt **Kurz vor dem GModG, am 21. Juli 2026, ist die neue Förderrichtlinie für Einzelmaßnahmen in Kraft getreten. Die KfW-Heizungsförderung 458 hat seitdem neue Sätze: Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent, Obergrenze bis 80 Prozent, förderfähig bis 28.000 Euro.** | Förderpunkt | Bis 20. Juli 2026 | Seit 21. Juli 2026 | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | 30 % | | Förderfähige Kosten 1. Wohneinheit | 30.000 € | 28.000 €, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 750 € | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 %, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 4 Prozentpunkte | | Einkommensbonus | 30 % bis 40.000 € zvE | 40 / 30 / 10 % bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € zvE | | Effizienzbonus | 5 % | entfällt | | Emissionsminderungszuschlag | 2.500 € pauschal | entfällt | | Obergrenze | 70 % | 70 %, bis 30.000 € zvE 80 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Alte Werte laut BEG-EM-Richtlinie vom 21.12.2023. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, steigt die Einkommensgrenze einmalig um 10.000 Euro, unabhängig von der Zahl der Kinder. Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus bekommen nur selbstnutzende Eigentümer. Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es für den Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung, unabhängig vom Alter, sowie einer Gas- oder Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Für Dämmmaßnahmen über das BAFA gilt: Grundförderung 15 Prozent. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent setzt ein förderfähiges Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro voraus und gilt nur für den Betrag oberhalb dieser Schwelle. Für die Gesamtkalkulation deines Projekts mit Heizung, Dämmung und Rohbau nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was das für deine Planung bedeutet: drei Szenarien **Gas ist wieder möglich, im Bestand wie im Neubau aber mit Bio-Treppe ab 2029. Im Neubau läuft ab 2030 alles auf eine Heizung ohne fossile Brennstoffe hinaus.** **Szenario A: Heizungstausch im Bestand.** Du darfst wieder eine Gasheizung einbauen. Ab 2029 musst du einen Bio-Anteil von zunächst 10 Prozent sicherstellen, in der Regel über deinen Gasvertrag. Die Wärmepumpe bleibt oft die wirtschaftlichere Wahl, wenn das Gebäude gut gedämmt ist, und sie wird über KfW 458 gefördert. **Szenario B: Neubau mit Baubeginn 2027 bis 2029.** Die Planungsvorgabe zur Solarnutzung gilt ab 2027. Eine Gasheizung wäre rechtlich möglich, unterläge ab 2029 aber der Bio-Treppe. Wer KfW-Neubauförderung nutzen will, darf ohnehin keine Öl- oder Gasheizung einbauen. Da unklar ist, welcher Zeitpunkt beim Nullemissionsstandard zählt, solltest du bei einer Fertigstellung um 2030 nicht fossil planen. **Szenario C: Neubau ab 2030.** Der Nullemissionsstandard gilt, die Solarpflicht für Wohngebäude auch. Wärmepumpe, Fernwärme oder eine andere nicht fossile Heizung sind die Optionen. Baukosten unterscheiden sich regional deutlich. Aktuelle Zahlen für dein Bundesland findest du zum Beispiel auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## KfW-Förderung: Was nach dem GModG läuft **Das GModG selbst ändert keine Förderprogramme. Neubauförderung 297/298 und Heizungsförderung 458 laufen weiter, die Heizungsförderung seit 21. Juli 2026 mit neuen Bedingungen.** | Programm | Konditionen | Status | |---|---|---| | KfW 297/298 EH 55 (Neubau) | bis 100.000 €/WE, eff. ab 1,00 % | Antragseingang bis spätestens 31.12.2026 oder bis Mittel aufgebraucht | | KfW 297/298 EH 40 (Neubau) | bis 100.000 €/WE, mit QNG 150.000 €, eff. ab 1,96 % | läuft | | KfW 458 (Heizung, nur Bestand) | bis 80 %, max. 22.400 € (1. WE) | neue Bedingungen seit 21.07.2026 | | BAFA Einzelmaßnahmen Gebäudehülle | 15 %, mit iSFP-Bonus 20 % auf Beträge über 30.000 € | läuft | | KfW 570 | Kredit bis 150 Mio. € für Unternehmen | läuft | *Quellen: KfW-Konditionen 06.10.2026, KfW-Pressemitteilung 19.06.2026, KfW-Merkblatt 458, BAFA.* Alle Details zur Antragstellung erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: GModG in Kraft, die wichtigsten Fragen **Ab wann gilt das GModG genau?** Das Gesetz vom 23. Juli 2026 wurde am 28. Juli 2026 verkündet und gilt im Grundsatz seit dem 29. Juli 2026. Weitere Teile, etwa die Solarpflicht, treten am 1. Januar 2027 in Kraft, die Nullemissionsgebäude 2028 und 2030. **Darf ich jetzt wieder eine reine Gasheizung einbauen?** Ja. Die 65-Prozent-Pflicht gilt nicht mehr. Bis Ende 2028 darfst du mit reinem Erdgas heizen. Wird die Heizung nach dem 29. Juli 2026 eingebaut, im Bestand wie im Neubau, musst du als Eigentümer ab 2029 einen Bio-Anteil von zunächst 10 Prozent sicherstellen, meist über den Liefervertrag. **Was gilt für Bauanträge, die vor dem 29. Juli 2026 gestellt wurden?** Eine ausdrückliche Übergangsregel für laufende Bauanträge haben wir im Gesetzestext nicht gefunden. Kläre die Einordnung deines Vorhabens mit der zuständigen Baubehörde. **Was bedeutet die Solarpflicht für meinen Wohnhaus-Neubau?** Für neue Wohngebäude gilt die Pflicht zur Errichtung einer Solarenergieanlage ab dem 1. Januar 2030. Ab 2027 muss ein neues Gebäude aber schon so geplant werden, dass sein Solarpotenzial optimiert wird. Mindestgrößen nennt § 106 nicht. **Was ist der Nullemissionsgebäude-Standard ab 2030?** Ab dem 1. Januar 2030 müssen alle neu zu errichtenden Gebäude Nullemissionsgebäude sein. Am Standort dürfen keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Ob Bauantrag oder Fertigstellung maßgeblich ist, steht nicht ausdrücklich im Gesetz. **Lohnt sich eine Wärmepumpe trotz wieder erlaubter Gasheizung?** Oft ja, vor allem im gut gedämmten Haus. Selbstnutzer bekommen über KfW 458 bis zu 80 Prozent Zuschuss, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. Bei Gas kommen ab 2029 die Kosten für den Bio-Anteil dazu. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - Wärmeplanungsgesetz § 4: https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/__4.html - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - BAFA: Förderung Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Erneuerbare Energien (570): https://www.kfw.de/570 --- # Solarpflicht 2027: Was § 106 GModG für Bauherren bedeutet: Zeitplan, Kosten und Ausnahmen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/solarpflicht-2027-gmodg-paragraf-106-neubau Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist beschlossen und verkündet: Bundestag und Bundesrat haben am 10. Juli 2026 zugestimmt, im Bundesgesetzblatt steht es seit dem 28. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226). Die neue Solarpflicht in § 106 tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Was bisher nur in einzelnen Bundesländern galt, wird damit zur Bundesregel, gestaffelt nach Gebäudeart. Für Bauherren, die jetzt planen, ist das ein konkreter Planungsfaktor. Wer die Vorgaben kennt, kann Dach, Statik und Haustechnik von Anfang an passend auslegen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was ist § 106 GModG? **§ 106 GModG schafft erstmals eine bundesweite Pflicht, auf bestimmten Gebäuden Solarenergieanlagen zu errichten. Er gilt ab dem 1. Januar 2027. Die Länder dürfen strengere Regeln behalten oder einführen.** Das GModG ist das bisherige Gebäudeenergiegesetz unter neuem Namen und mit geänderten Inhalten. Der Großteil gilt seit dem 29. Juli 2026. Einzelne Teile treten später in Kraft, darunter der neue § 106 am 1. Januar 2027 (Art. 9 Abs. 2 des Änderungsgesetzes). Der Paragraf hat zwei Ebenen: - **Absatz 1**: Jedes neu zu errichtende Gebäude ist so zu konzipieren, dass sein Potenzial zur Erzeugung von Solarenergie am Standort optimiert wird. - **Absatz 2**: Auf bestimmten Gebäuden ist ab festen Stichtagen eine Solarenergieanlage zu errichten. ## Der Zeitplan: Wann gilt die Pflicht für welchen Gebäudetyp? **Die Errichtungspflicht kommt in fünf Stufen von 2027 bis 2031. Neue Wohngebäude sind ab dem 1. Januar 2030 betroffen, Nichtwohngebäude früher.** | Ab | Gebäudetyp | Bedingung | |---|---|---| | 1. Januar 2027 | neue öffentliche Nichtwohngebäude | keine Größengrenze | | 1. Januar 2027 | neue Nichtwohngebäude | Nutzfläche über 250 m² | | 1. Januar 2028 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude | Nutzfläche über 2.000 m² | | 1. Januar 2028 | bestehende Nichtwohngebäude | über 500 m², bei Änderungen nach § 36 mit Berechnung für das ganze Gebäude | | 1. Januar 2029 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude | Nutzfläche über 750 m² | | 1. Januar 2030 | **neue Wohngebäude** | alle Größen | | 1. Januar 2030 | neue überdachte Parkplätze | wenn sie physisch an ein Gebäude angrenzen | | 1. Januar 2031 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude | Nutzfläche über 250 m² | *Quelle: § 106 Abs. 2 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226, in Kraft ab 01.01.2027.* Für die meisten privaten Bauherren mit einem [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) ist der 1. Januar 2030 der entscheidende Stichtag. Ob dabei Bauantrag, Genehmigung oder Fertigstellung zählt, legt § 106 nicht ausdrücklich fest. Wer um den Jahreswechsel 2029/2030 baut, sollte das mit der Bauaufsicht klären oder die Anlage gleich einplanen. ## Was genau wird vorgeschrieben: PV oder auch Solarthermie? **Das Gesetz verlangt eine Solarenergieanlage, ohne eine Technik festzulegen. Photovoltaik und Solarthermie kommen in Betracht. Mindestgrößen oder Deckungsanteile nennt § 106 nicht.** Weder eine kWp-Zahl noch ein Mindestanteil am Wärmebedarf steht im Gesetz. Landesrecht kann eigene Mindestgrößen vorgeben, deshalb lohnt der Blick in die Bauordnung deines Landes. Die Planungsvorgabe aus Absatz 1 gilt schon ab 2027 für alle Neubauten, auch für Wohnhäuser. Was "optimiert" im Einzelnen heißt, beschreibt das Gesetz nicht. In der Praxis bedeutet es: - **Dachausrichtung**: möglichst große, gut besonnte Dachflächen - **Verschattung vermeiden**: Schornsteine, Gauben und Lüftungsauslässe so legen, dass sie die Fläche nicht zerteilen - **Statik**: Dachkonstruktion auf die Zusatzlast einer Anlage auslegen lassen ## Wer muss die Anlage betreiben? **§ 106 regelt nur, dass eine Solarenergieanlage zu errichten ist. Wer sie besitzt oder betreibt, sagt der Paragraf nicht.** Contracting, Dachverpachtung, Mieterstrom oder gemeinschaftliche Versorgung sind im Gesetzestext nicht ausdrücklich genannt, weder als zulässig noch als unzulässig. Wer die Pflicht über ein solches Modell erfüllen will, sollte das vorab mit der Bauaufsicht abstimmen und den Vertrag frühzeitig schließen. ## Wann gilt die Pflicht nicht? Ausnahmen im Detail **Die Pflicht entfällt, soweit eine Anlage technisch unmöglich, funktional nicht realisierbar, wirtschaftlich unzumutbar ist oder anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften widerspricht. Bestehende Wohngebäude sind von § 106 gar nicht erfasst.** Feste Schwellen, etwa eine Amortisationszeit oder einen Anteil an den Baukosten, enthält das Gesetz nicht. Wann eine Anlage wirtschaftlich unzumutbar ist, wird im Einzelfall zu beurteilen sein. Denkmalschutz ist nicht ausdrücklich genannt. Er kann aber unter "andere öffentlich-rechtliche Vorschriften" fallen, wenn das Denkmalrecht eine Anlage verbietet. Weitere Ausnahmen: - Gebäude des Bundes, der verbündeten Streitkräfte und von Gesellschaften mit Bundesbeteiligung, die der Landes- und Bündnisverteidigung dienen - Nichtwohngebäude, für die Renovierungsmaßnahmen nach § 40 Abs. 1 zu ergreifen sind Für Eigentümer bestehender Einfamilienhäuser bringt § 106 keine Pflicht, auch nicht bei einer Dachsanierung. Landesrecht kann allerdings anderes vorsehen. ## Was kostet eine PV-Anlage, und was ist steuerlich drin? **Belastbare Preise liefern nur Angebote für dein Dach. Sicher ist: Auf Wohngebäuden fällt bis 30 kWp keine Umsatzsteuer an, und die Einnahmen sind bis zu bestimmten Grenzen einkommensteuerfrei.** Pauschale Preisspannen hängen stark von Dach, Anlagengröße, Speicher und Region ab. Hole mindestens zwei Angebote ein, am besten mit und ohne Speicher. Die Rahmenbedingungen: - **0 % Umsatzsteuer**: Lieferung und Installation von PV-Anlagen und Batteriespeichern auf Wohngebäuden sind steuerfrei, wenn die Bruttoleistung 30 kWp nicht übersteigt (§ 12 Abs. 3 UStG). - **Einkommensteuerfrei**: Einnahmen aus PV-Anlagen bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit, höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem (§ 3 Nr. 72 EStG). - **Einspeisevergütung**: Für Anlagen bis 10 kW mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 gibt es laut Bundesnetzagentur 7,70 Cent je kWh bei Teileinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung. Ob sich die Anlage rechnet, hängt vor allem von deinem Eigenverbrauch und deinem Strompreis ab. Lass dir das vom Anbieter mit deinen echten Verbrauchswerten durchrechnen. ## Planungs-Checkliste für Bauherren **Wer jetzt plant, sollte die Solaranlage in die Grundplanung einbauen. Nachrüsten ist fast immer aufwendiger als vorbereiten.** **Dachplanung:** - Ausrichtung und Neigung im Entwurf auf Solarertrag prüfen - Carports und Garagen einbeziehen, wenn sie an das Haus angrenzen (ab 2030 Pflicht) - Schornstein und Gauben so positionieren, dass wenig Verschattung entsteht **Statik:** - Zusatzlast der Anlage vom Tragwerksplaner berücksichtigen lassen - Beim Architekten ausdrücklich auf die Solarplanung hinweisen **Haustechnik:** - Leerrohre vom Dach zum Technikraum schon im Rohbau verlegen - Platz im Zählerschrank für Einspeisezähler, Wechselrichter und Speicher einplanen Regionale Unterschiede bei Handwerkerkosten zeigt die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Die Gesamtkosten deines Vorhabens schätzt du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Wie passt die Solarpflicht zur KfW-Förderung? **Solarpflicht und KfW-Neubauförderung schließen sich nicht aus. Eine PV-Anlage ist aber keine eigene Voraussetzung im Programm 297/298.** Ab dem 1. Januar 2030 müssen neue Gebäude als Nullemissionsgebäude errichtet werden, also ohne CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen am Standort. Eine PV-Anlage kann dazu beitragen, ersetzt aber nicht die Heizung ohne fossile Brennstoffe. - **KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau)**: Effizienzhaus 55 bis 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent, Antragseingang bis spätestens 31.12.2026 oder bis die Mittel aufgebraucht sind. Effizienzhaus 40 bis 100.000 Euro, mit QNG bis 150.000 Euro, effektiv ab 1,96 Prozent (KfW, Stand 06.10.2026). - **KfW 570**: Kredit bis 150 Millionen Euro für Unternehmen. Für private Bauherren nicht gedacht. Weitere Informationen zu Förderprogrammen und Kombinationsregeln gibt es im Ratgeber zum [Gebäudemodernisierungsgesetz 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft). ## Was offen bleibt **Das Gesetz steht, aber § 106 lässt einige Detailfragen offen. Eine Verordnung zu § 106 sieht das Gesetz nicht vor, die Klärung läuft über Bauaufsicht, Landesrecht und Praxis.** - **Mindestgröße**: Der Paragraf nennt keine kWp-Zahl. - **Stichtag im Bauablauf**: Ob Antrag, Genehmigung oder Fertigstellung maßgeblich ist, steht nicht ausdrücklich im Gesetz. - **Nachweis**: Wie die Erfüllung belegt wird, regelt § 106 nicht. - **Betreibermodelle**: Ob Pacht oder Contracting ausreichen, ist nicht ausdrücklich geregelt. Kläre diese Fragen bei konkreten Projekten frühzeitig mit dem zuständigen Bauamt. ## FAQ: Solarpflicht 2027 nach § 106 GModG **Ab wann gilt die Solarpflicht für private Wohngebäude?** Für neue Wohngebäude ab dem 1. Januar 2030. Bestehende Wohngebäude erfasst § 106 nicht, auch nicht bei einer Dachsanierung. Die Planungsvorgabe, ein neues Gebäude solaroptimiert zu konzipieren, gilt schon ab 2027. **Muss ich eine PV-Anlage installieren oder reicht Solarthermie?** Das Gesetz verlangt eine Solarenergieanlage und legt keine Technik fest. Solarthermie kommt daher in Betracht. Einen festen Deckungsanteil schreibt § 106 nicht vor. **Was kostet eine PV-Anlage für ein Einfamilienhaus?** Das hängt von Größe, Speicher, Dach und Region ab. Hole Angebote ein. Auf Wohngebäuden fällt bis 30 kWp keine Umsatzsteuer an. **Was passiert, wenn das Dach nicht geeignet ist?** Die Pflicht entfällt, soweit eine Anlage technisch unmöglich, funktional nicht realisierbar, wirtschaftlich unzumutbar ist oder anderem öffentlichem Recht widerspricht. Feste Schwellenwerte nennt das Gesetz nicht. **Gilt die Solarpflicht auch für Carports?** Ab dem 1. Januar 2030 für neue überdachte Parkplätze, die physisch an ein Gebäude angrenzen. Freistehende Carports nennt § 106 nicht. **Kann ich die Pflicht durch Dachverpachtung erfüllen?** Das Gesetz regelt nicht, wer die Anlage betreibt. Ob ein Pachtmodell genügt, solltest du vorher mit der Bauaufsicht klären. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - Umsatzsteuergesetz § 12: https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html - Einkommensteuergesetz § 3: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html - Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW: Erneuerbare Energien (570): https://www.kfw.de/570 --- # KfW-Heizungsförderung seit 21. Juli 2026: Alle Änderungen im Überblick URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-heizungsfoerderung-aenderungen-juli-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die Heizungsförderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist seit dem **21. Juli 2026** neu ausgerichtet. Vom 8. bis 20. Juli lief eine Umstellungsphase, seit dem 21. Juli gelten die neuen Bedingungen. Die wichtigsten Änderungen: Der Klimageschwindigkeitsbonus sank von 20 auf 16 Prozent, der Einkommensbonus ist dreistufig, ein Familienzuschlag hebt die Einkommensgrenzen, und der maximale Zuschuss liegt bei 22.400 Euro. Hier steht, was genau gilt, was weggefallen ist und wie du die Förderung jetzt am besten nutzt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was hat sich am 21. Juli 2026 konkret geändert? **Seit dem 21. Juli 2026 gilt eine neue Förderstruktur für den Heizungstausch. Der maximale Zuschuss für die erste Wohneinheit liegt bei 22.400 Euro, das sind 80 Prozent von 28.000 Euro förderfähigen Kosten. Boni wurden teils gesenkt, teils neu gestaffelt.** | Thema | Bis 20.7.2026 | Seit 21.7.2026 | |---|---|---| | Förderfähige Kosten 1. WE | 30.000 € | 28.000 € | | Max. Fördersatz | 70 % | 70 %, für Selbstnutzer bis 30.000 € zvE 80 % | | Max. Zuschuss 1. WE | 21.000 € | 22.400 € | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 % | | Einkommensbonus | 30 % bis 40.000 € zvE | 40 / 30 / 10 % gestaffelt | | Familienzuschlag | nicht vorhanden | Einkommensgrenze plus 10.000 € | | Effizienzbonus | 5 % | entfällt | | Emissionsminderungszuschlag | 2.500 € | entfällt | *Quelle: KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026), KfW-Infografik vom 21.07.2026. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* Für Anträge, die vor dem 21. Juli 2026 mit einer vollständigen und korrekten Bestätigung zum Antrag (BzA) gestellt wurden, gelten die alten Konditionen. Bereits erteilte Zusagen bleiben gültig. ## Einkommensbonus neu gestaffelt: Wer wie viel bekommt **Der Einkommensbonus richtet sich nach dem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen: 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro. Darüber gibt es nur die Grundförderung von 30 Prozent.** | Zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen | Einkommensbonus | Mit Grundförderung (ohne Klimabonus) | |---|---|---| | bis 30.000 € | 40 % | 70 % | | 30.001 bis 40.000 € | 30 % | 60 % | | 40.001 bis 50.000 € | 10 % | 40 % | | über 50.000 € | kein Einkommensbonus | 30 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 458. Die Summen sind gerechnet.* Den Einkommensbonus gibt es nur für selbstnutzende Eigentümer. Vermieter erhalten die Grundförderung von 30 Prozent, aber weder Einkommens- noch Klimageschwindigkeitsbonus. Maßgeblich ist der Durchschnitt der zu versteuernden Einkommen aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Bei einem Antrag 2026 brauchst du also die Einkommensteuerbescheide für 2023 und 2024. Der letzte Bescheid allein reicht nicht. Einkommensbonus und Klimageschwindigkeitsbonus lassen sich kombinieren. Die Gesamtquote ist auf 70 Prozent begrenzt, für Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen (mit Familienzuschlag bis 40.000 Euro) auf 80 Prozent. ## Klimageschwindigkeitsbonus: jetzt 16 Prozent, er sinkt weiter **Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt seit dem 21. Juli 2026 16 Prozent. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte, für Anträge ab dem 1. August 2028 entfällt er.** Den Bonus bekommen nur selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzen, egal wie alt sie ist, oder eine Gas- oder Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. | Antrag gestellt | Klimageschwindigkeitsbonus | |---|---| | bis 20. Juli 2026 | 20 % (alte Richtlinie) | | 21. Juli 2026 bis 31. Januar 2027 | 16 % | | 1. Februar bis 31. Juli 2027 | 12 % | | 1. August 2027 bis 31. Januar 2028 | 8 % | | 1. Februar bis 31. Juli 2028 | 4 % | | ab 1. August 2028 | 0 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* Grob gerechnet: Bei 25.000 Euro förderfähigen Kosten macht der Unterschied zwischen einem Antrag bis Januar 2027 (16 Prozent) und einem im Frühjahr 2028 (4 Prozent) 3.000 Euro aus. Dazu kommt, dass die förderfähigen Höchstkosten bis dahin auf 25.750 Euro sinken. Ein weiteres Rechenbeispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit angenommenen 22.000 Euro Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe: 30 Prozent Grundförderung plus 16 Prozent Klimabonus ergeben 46 Prozent, also rund 10.120 Euro Zuschuss. Der Angebotspreis ist eine Annahme, die Rechnung ist grob. ## Familienzuschlag: Wie Familien profitieren **Lebt mindestens ein Kind unter 18 mit Kindergeldberechtigung im Haushalt, steigt die Einkommensgrenze pauschal und einmalig um 10.000 Euro. Die Zahl der Kinder spielt keine Rolle.** Ein Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern und 58.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen hätte ohne Zuschlag keinen Einkommensbonus. Mit Zuschlag liegt sie rechnerisch bei 48.000 Euro und erhält 10 Prozent. Noch ein Beispiel: 38.000 Euro, ein Kind. Ohne Zuschlag gäbe es 30 Prozent, mit Zuschlag (rechnerisch 28.000 Euro) 40 Prozent. Grob gerechnet sind das 2.800 Euro mehr bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten. Zugleich steigt die Obergrenze für diesen Haushalt auf 80 Prozent. ## Sinkende Förderhöchstbeträge: Was das für die Planung bedeutet **Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sind auf 28.000 Euro gesunken. Ab dem 1. Februar 2027 werden sie alle sechs Monate um 750 Euro reduziert, bis auf 22.000 Euro ab dem 1. August 2030.** | Antrag ab | Förderfähige Kosten 1. WE | |---|---| | 21.07.2026 | 28.000 € | | 01.02.2027 | 27.250 € | | 01.08.2027 | 26.500 € | | 01.02.2028 | 25.750 € | | 01.08.2030 | 22.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458 und BAFA.* Für die zweite bis sechste Wohneinheit gelten je 15.000 Euro, ab der siebten je 8.000 Euro. Diese Werte sinken nicht. Ob dein Projekt über der Grenze liegt, hängt vom Angebot ab. Erdwärmepumpen mit Bohrung oder Anlagen mit Brunnen sind in der Regel teurer als Luft-Wasser-Wärmepumpen. Liegt dein Angebot über 28.000 Euro, trägst du den Rest ohne Zuschuss. Da die Grenze ab Februar 2027 sinkt, spricht das für einen frühen Antrag. Deine Gesamtkosten für Heizungstausch und Sanierung berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Regionale Baukosten findest du etwa auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Was weggefallen ist: Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag **Seit dem 21. Juli 2026 gibt es weder den Effizienzbonus von 5 Prozent noch den Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro für emissionsarme Biomasseheizungen. Das trifft vor allem Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen sowie Pelletheizungen.** Der Effizienzbonus belohnte bisher Wärmepumpen, die Wasser, Erdreich oder Abwasser als Wärmequelle nutzen oder mit natürlichem Kältemittel arbeiten. Er betrug 5 Prozentpunkte und ist ersatzlos entfallen. Der Emissionsminderungszuschlag von pauschal 2.500 Euro galt für Biomasseheizungen mit besonders niedrigem Staubausstoß. Auch er entfällt. Für Erdwärmepumpen heißt das: Sie arbeiten oft effizienter als Luft-Wasser-Geräte, werden aber nicht mehr besser gefördert. Mehrkosten für Bohrung oder Brunnen gleicht kein Bonus mehr aus. **Ausblick:** Laut BAFA soll voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027 die Grundförderung für elektrische Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken. Geräte mit Ursprung in der EU bekommen dann 15 Prozent Bonus dazu. Details stehen noch nicht fest. Frag beim Angebot nach dem Herstellungsort. ## Welche Heizungen werden noch gefördert? **Gefördert werden weiterhin Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien, fossile Heizungen nicht. Geändert hat sich die Bonusstruktur, nicht der Kreis der förderfähigen Technologien.** | Heizungstyp | Grundförderung | Klimabonus für Selbstnutzer | Hinweis | |---|---|---|---| | Luft-Wasser-Wärmepumpe | 30 % | ja (16 %) | Grundförderung voraussichtlich ab Q1 2027 15 % plus EU-Bonus | | Sole-Wasser-Wärmepumpe | 30 % | ja (16 %) | Effizienzbonus entfällt | | Wasser-Wasser-Wärmepumpe | 30 % | ja (16 %) | Effizienzbonus entfällt | | Pellet-/Hackschnitzelheizung | 30 % | ja (16 %) | Emissionsminderungszuschlag entfällt | | Anschluss an Wärmenetz | 30 % | ja | Details im Merkblatt 458 | | Gasheizung | keine | keine | nicht förderfähig | | Ölheizung | keine | keine | nicht förderfähig | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, BAFA. Ob und wie Hybridheizungen gefördert werden, regelt das Merkblatt im Einzelnen.* Zum Heizungsrecht: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt seit dem 29. Juli 2026 und erlaubt Gas- und Ölheizungen wieder ohne 65-Prozent-Pflicht. Für neu eingebaute fossile Heizungen gilt ab 2029 die Bio-Treppe. Eine KfW-Förderung gibt es für sie nicht. Mehr dazu im [Ratgeber Gebäudemodernisierungsgesetz 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft). ## FAQ: KfW-Heizungsförderung seit 21. Juli 2026 **Wie hoch ist die maximale Förderung für den Heizungstausch?** Höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit, also 80 Prozent von 28.000 Euro. Diese Quote erreichen nur selbstnutzende Eigentümer mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro (mit Familienzuschlag bis 40.000 Euro). Für alle anderen liegt die Grenze bei 70 Prozent. **Muss ich den Antrag vor der Beauftragung stellen?** Der Ablauf ist anders als viele denken: Vor dem Antrag schließt du einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit dem Fachbetrieb, und zwar mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, falls die Förderung nicht zugesagt wird. Diesen Vertrag lädst du beim Antrag hoch. Ein Vertrag ohne solche Bedingung vor dem Antrag ist förderschädlich. **Gilt die Änderung auch für meinen laufenden Antrag?** Nein, wenn du vor dem 21. Juli 2026 mit vollständiger und korrekter BzA beantragt hast. Dann gelten die alten Konditionen, auch wenn die Zusage später kam. **Was bringt der Familienzuschlag konkret?** Er hebt die Einkommensgrenzen einmalig um 10.000 Euro. Eine Familie mit 58.000 Euro zu versteuerndem Einkommen liegt dann bei 48.000 Euro und bekommt 10 Prozent Einkommensbonus. Bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten sind das grob gerechnet 2.800 Euro. **Warum wurde der Effizienzbonus gestrichen?** Die neue Richtlinie setzt auf weniger technologiespezifische Boni und stattdessen auf Einkommen und Tempo. Für besonders effiziente Systeme wie Erdwärmepumpen fällt damit ein Vorteil weg. **Wie beantrage ich die KfW-Heizungsförderung?** 1. Angebote von Fachbetrieben einholen. 2. Bestätigung zum Antrag (BzA) vom Fachunternehmen oder Energieeffizienz-Experten erstellen lassen. 3. Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung abschließen. 4. Antrag selbst im Portal "Meine KfW" stellen und den Vertrag hochladen. 5. Nach der Zusage umsetzen, innerhalb von 36 Monaten. 6. Nachweis spätestens 6 Monate nach Abschluss einreichen. Quellen: - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung, Stand 21.07.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - KfW-Produktinfo 458, Stand 21.07.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Produktinfos/6000005140_Produktinfo_458.pdf - KfW: Heizungsförderung: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW-Pressemitteilung 08.07.2026: Start der Umstellungsphase: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html --- # Hausbau 2026: Jetzt finanzieren oder warten? Was EZB-Zinserhöhung und KfW-Förderung für Bauherren bedeuten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/hausbau-finanzierung-2026-jetzt-oder-warten-bauzinsen-ezb-kfw Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die meisten Bauherren, die 2026 planen, stellen sich dieselbe Frage: Soll ich jetzt loslegen oder warten, bis die Zinsen fallen? Die Antwort ist unbequem. Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen nach einer Pause im Juli zum 16. September 2026 angehoben, der Einlagesatz liegt seitdem bei 2,50 Prozent. Die Bauzinsen in Deutschland lagen im August 2026 bei durchschnittlich 3,81 Prozent für 5 bis 10 Jahre Zinsbindung. Gleichzeitig stiegen die Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026 um 5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Was das für deine Entscheidung bedeutet, zeigt dieser Überblick. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Leitzinsen laut EZB, Bauzinsen laut Deutscher Bundesbank (Zinsstatistik vom 1. Oktober 2026), KfW-Zinsen laut Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Bauzinsen 2026: Leitzins gestiegen, Bauzinsen leicht höher **Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv, bei mehr als 10 Jahren Zinsbindung 4,04 Prozent. Im Juli waren es 3,78 und 3,92 Prozent.** Am 23. Juli 2026 hatte der EZB-Rat die Leitzinsen noch unverändert gelassen, der Einlagesatz lag seit dem 17. Juni 2026 bei 2,25 Prozent. Mit Wirkung zum 16. September 2026 hat die EZB die Sätze um 0,25 Prozentpunkte angehoben: Einlagesatz 2,50 Prozent, Hauptrefinanzierungssatz 2,65 Prozent, Spitzenrefinanzierungssatz 2,90 Prozent. Was das für Baufinanzierungen bedeutet: Bauzinsen hängen nicht eins zu eins am Leitzins. Sie orientieren sich stärker an den Renditen langlaufender Anleihen. Ein steigender Leitzins spricht aber nicht dafür, dass Baugeld in nächster Zeit deutlich billiger wird. | Zinsbindung | Effektivzins Juli 2026 | Effektivzins August 2026 | |---|---|---| | über 5 bis 10 Jahre | 3,78 % | 3,81 % | | über 10 Jahre | 3,92 % | 4,04 % | | alle Wohnungsbaukredite (Neugeschäft) | | 4,01 % | *Quelle: Deutsche Bundesbank, Zinsstatistik Wohnungsbaukredite an private Haushalte, Stand 01.10.2026. Durchschnittswerte, dein Angebot hängt von Eigenkapital, Bonität und Beleihungsauslauf ab.* Wer auf einen Rückgang auf deutlich unter 3,5 Prozent wartet, setzt auf eine Entwicklung, für die es derzeit keine belastbaren Anzeichen gibt. Eine Zinsprognose kann niemand seriös geben. ## Was ein Neubau 2026 kostet **Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai 2026 laut Statistischem Bundesamt um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Gegenüber Februar 2026 betrug das Plus 2,4 Prozent.** Besonders stark verteuert haben sich laut Destatis im Jahresvergleich: - **Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnik**: +6,4 % - **Dachdeckungsarbeiten** sowie **Zimmer- und Holzbauarbeiten**: je +7,3 % - **Heizanlagen und zentrale Wassererwärmung**: +5,0 % - **Wärmedämm-Verbundsysteme**: +5,0 % Etwas moderater stiegen Betonarbeiten (+3,6 %) und Mauerarbeiten (+3,8 %). Die Rohbauarbeiten insgesamt verteuerten sich um 4,9 Prozent, die Ausbauarbeiten um 5,1 Prozent. Was ein Haus konkret kostet, hängt stark von Region, Größe und Ausstattung ab. Ein Beispiel aus einem bevölkerungsreichen Bundesland findest du auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Wichtig für deine Gesamtkalkulation: Zu den reinen Baukosten kommen Grundstück, Erschließung, Architekten- und Ingenieurleistungen, Baunebenkosten wie Notar, Grundbuch und Grunderwerbsteuer sowie die Außenanlagen. Plane diese Posten von Anfang an mit ein. ## Monatliche Belastung: Was bleibt am Ende übrig? **Bei einem Kredit von 400.000 Euro zu 3,81 Prozent Zins und 2 Prozent Anfangstilgung liegt die Monatsrate grob gerechnet bei rund 1.940 Euro. Ob das tragbar ist, hängt vor allem vom Einkommen und vom Eigenkapital ab.** Die Rechnung ist vereinfacht: 400.000 Euro mal 5,81 Prozent geteilt durch zwölf Monate. Der Zinssatz ist der Bundesbank-Durchschnitt für August 2026, dein Angebot kann darüber oder darunter liegen. Eigenkapital bleibt der wichtigste Hebel. Banken verlangen in der Regel, dass du zumindest die Kaufnebenkosten selbst trägst. Mehr Eigenkapital senkt den Beleihungsauslauf und führt meist zu besseren Konditionen. Wie viel das in deinem Fall ausmacht, zeigen nur konkrete Angebote. Um deine Monatsrate und das notwendige Eigenkapital zu berechnen, nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## KfW-Förderung 2026: Was für Neubauten gilt **Im Neubau ist der KfW-Kredit Klimafreundlicher Neubau (297 für Selbstnutzer, 298 für alle anderen) das zentrale Programm. Die Stufe Effizienzhaus 55 gibt es bis 100.000 Euro je Wohneinheit zu effektiv ab 1,00 Prozent, Anträge müssen spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen.** | Programm | Konditionen (Stand 06.10.2026) | Status | |---|---|---| | KfW 297/298, Effizienzhaus 55 | bis 100.000 € je WE, eff. ab 1,00 % | bis 31.12.2026 bzw. bis die Mittel aufgebraucht sind | | KfW 297/298, Klimafreundliches Wohngebäude (EH 40) | bis 100.000 €, mit QNG bis 150.000 € je WE, eff. ab 1,96 % | läuft, Haushaltsvorbehalt | | KfW 300 Wohneigentum für Familien | 170.000 bis 270.000 € je nach Kinderzahl und QNG, eff. ab 0,01 % | läuft, Einkommensgrenze | | KfW 124 Wohneigentumsprogramm | eff. 4,53 bis 4,60 % | läuft | *Quelle: KfW-Produktseiten und Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026.* Zum Programm 300: Es richtet sich an Familien mit mindestens einem Kind und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 90.000 Euro, plus 10.000 Euro je weiterem Kind. Voraussetzung ist ein Effizienzhaus 40 mit Nachweis zur Ökobilanz, Öl-, Gas- und Biomasseheizungen sind ausgeschlossen. Für dieselbe Wohnung lässt sich KfW 300 nicht mit 297/298 kombinieren. Beim Effizienzhaus 55 darfst du keine fossile Heizung einbauen, Biomasse ist erlaubt. Die Baugenehmigung muss bei Antragstellung vorliegen. Sind die Bundesmittel vorher aufgebraucht, endet die EH55-Förderung früher als am 31. Dezember. **Heizungsförderung im Neubau?** Die Heizungsförderung KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Im Neubau kannst du sie nicht nutzen. Seit dem 21. Juli 2026 gelten dort neue Sätze: 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus für Selbstnutzer, Einkommensbonus von 10 bis 40 Prozent, höchstens 70 Prozent beziehungsweise 80 Prozent bei niedrigem Einkommen, förderfähige Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Für Hauskäufer, die später sanieren, ist das relevant. Ein kritischer Hinweis zum Ablauf: Den Kredit 297/298 beantragst du über deine Bank, **bevor** das Vorhaben beginnt. Als Beginn gilt in der Regel der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Kaufvertrags. Welche Verträge mit Bedingung vorher erlaubt sind, steht im KfW-Merkblatt 297/298. Weitere Details zur Finanzierungsplanung erklärt der Ratgeber [Anschlussfinanzierung und Forward-Darlehen 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/anschlussfinanzierung-2026-forward-darlehen). ## GModG in Kraft: Was die Heizungsregeln für Neubauten bedeuten **Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist am 29. Juli 2026 in Kraft getreten (BGBl. 2026 I Nr. 226). Die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht für neue Heizungen ist damit gestrichen. Ab dem 1. Januar 2030 gilt für alle zu errichtenden Gebäude der Standard Nullemissionsgebäude.** Der Ablauf im Überblick: - **10. Juli 2026**: Bundestag und Bundesrat beschließen das Gesetz. - **29. Juli 2026**: Inkrafttreten der Grundregeln. Die §§ 71 bis 73 GEG mit der 65-Prozent-Pflicht entfallen. - **1. Januar 2029**: Für Gas- und Ölheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in ein **bestehendes** Gebäude eingebaut werden, muss der Eigentümer einen Mindestanteil von 10 Prozent Biomethan, Bioöl oder vergleichbaren Brennstoffen sicherstellen, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent, ab 2040 60 Prozent. - **1. Januar 2030**: Nullemissionsgebäude-Standard für alle zu errichtenden Gebäude. Ein Kriterium ist, dass am Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Ab demselben Datum gilt die Solarpflicht für neue Wohngebäude. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) heißt das: Eine Gasheizung ist im Neubau rechtlich derzeit wieder möglich. Die KfW-Neubauförderung bekommst du damit aber nicht, und ab 2030 ist eine fossile Heizung am Standort mit dem Nullemissionsgebäude nicht vereinbar. Ob es für dein Haus auf den Bauantrag oder einen anderen Zeitpunkt ankommt, lässt sich aus dem Gesetzestext nicht eindeutig ablesen. Kläre das mit Architekt oder Bauamt. Wer langfristig plant, kommt um eine erneuerbare Heizung kaum herum. ## Jetzt bauen oder warten? Drei Szenarien **Ein universelles Richtig oder Falsch gibt es nicht. Die Zinsen sind zuletzt eher gestiegen als gefallen, und die Baupreise steigen weiter. Weiteres Warten hat derzeit also keinen erkennbaren Preisvorteil.** **Szenario A: Baubeginn noch 2026 oder Anfang 2027** Wer eine gültige Baugenehmigung hat und Effizienzhaus 55 baut, kann den KfW-Kredit noch bis 31. Dezember 2026 beantragen, solange die Mittel reichen. Bei der Heizung bist du rechtlich freier als früher. Für die KfW-Förderung ist aber eine nicht fossile Heizung Pflicht. **Szenario B: Baubeginn 2027 oder 2028** Die EH55-Stufe ist dann nach heutigem Stand nicht mehr verfügbar. Gefördert wird im Programm 297/298 nur noch das Klimafreundliche Wohngebäude (EH 40), derzeit zu effektiv ab 1,96 Prozent. Plane die Heizung von Anfang an so, dass sie zum Nullemissionsgebäude ab 2030 passt, also Wärmepumpe oder Wärmenetz. Nutze die Zeit, um Eigenkapital aufzubauen. **Szenario C: Hauskauf statt Hausbau** Ein Bestandshaus kann im Kaufpreis günstiger sein, die Sanierung kostet aber je nach Zustand viel Geld. Familien mit Kindern können für den Kauf eines energetisch schlechten Hauses (Effizienzklasse F, G oder H) den KfW-Kredit 308 „Jung kauft Alt“ nutzen: seit dem 3. August 2026 bis 140.000 Euro bei einem Kind, 160.000 Euro bei zwei und 180.000 Euro ab drei Kindern, mit Pflicht zur Sanierung. Rechne beide Wege durch, den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du auch für Sanierungsszenarien nutzen. ## Was du jetzt konkret tun kannst **Unabhängig vom richtigen Zeitpunkt lohnen sich fünf Vorbereitungen: Angebote vergleichen, KfW-Antrag rechtzeitig stellen, Heizung früh planen, Wärmeplanung prüfen und einen Kostenpuffer einbauen.** 1. **Finanzierungsrahmen klären**: Hol Angebote von mehreren Banken oder Vermittlern ein. Die Unterschiede zwischen Anbietern können spürbar sein, und schon wenige Zehntel Prozentpunkte machen über die Zinsbindung einen fünfstelligen Betrag aus. 2. **KfW-Antrag vor Vorhabenbeginn**: Wer Bau- oder Kaufverträge ohne Vorbehalt unterschreibt, bevor der KfW-Antrag gestellt ist, verliert den Förderanspruch. 3. **Wärmepumpe mitplanen**: Heizflächen wie Fußbodenheizung und Leitungsführung sollten von Anfang an auf niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt sein. Ein späterer Umbau ist aufwendig. 4. **Kommunale Wärmeplanung prüfen**: Nach dem Wärmeplanungsgesetz mussten Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern bis 30. Juni 2026 einen Wärmeplan vorlegen, alle übrigen haben bis 30. Juni 2028 Zeit. Frag bei deiner Gemeinde nach, ob ein Wärmenetz geplant ist. 5. **Puffer einplanen**: Plane eine Reserve für Nachträge und Preissteigerungen ein. Die Baupreise sind zuletzt um 5 Prozent im Jahr gestiegen. ## FAQ: Baufinanzierung und Baukosten 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell?** Laut Deutscher Bundesbank kosteten Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv, mit mehr als 10 Jahren 4,04 Prozent. Dein Angebot hängt von Eigenkapital und Bonität ab. **Hat die EZB die Zinsen 2026 gesenkt?** Nein. Am 23. Juli 2026 blieben die Leitzinsen unverändert. Zum 16. September 2026 hat die EZB sie angehoben, der Einlagesatz liegt seitdem bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent. **Werden die Bauzinsen 2026 noch sinken?** Das kann niemand verlässlich vorhersagen. Die Bauzinsen sind von Juli auf August 2026 leicht gestiegen, die EZB hat im September erhöht. Wer auf deutlich niedrigere Zinsen wartet, spekuliert. **Wie stark sind die Baupreise gestiegen?** Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Was dein Haus kostet, hängt von Region, Größe und Ausstattung ab, dazu kommen Grundstück und Baunebenkosten. **Welche KfW-Förderung gibt es 2026 noch für Neubauten?** Der Kredit Klimafreundlicher Neubau (297/298): Effizienzhaus 55 bis 100.000 Euro je Wohnung zu effektiv ab 1,00 Prozent, Antragseingang bis 31. Dezember 2026, sowie Effizienzhaus 40 mit Ökobilanz bis 100.000 Euro, mit QNG bis 150.000 Euro, effektiv ab 1,96 Prozent. Familien mit Kind und Einkommen bis 90.000 Euro (plus 10.000 Euro je weiterem Kind) können KfW 300 nutzen: 170.000 bis 270.000 Euro, effektiv ab 0,01 Prozent, aber nur für ein Effizienzhaus 40. **Darf ich im Neubau noch eine Gasheizung einbauen?** Seit dem 29. Juli 2026 ist die 65-Prozent-Pflicht gestrichen, rechtlich ist eine Gasheizung im Neubau damit wieder möglich. KfW-Neubauförderung gibt es dafür nicht. Ab dem 1. Januar 2030 gilt für zu errichtende Gebäude der Nullemissionsgebäude-Standard, der fossile Emissionen am Standort ausschließt. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Wohneigentum für Familien (300): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-(300)/ - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik August 2026 (01.10.2026): https://www.bundesbank.de/resource/blob/964884/37fc1e33c4e286356ad5b89489fb2a46/472B63F073F071307366337C94F8C870/2026-10-01-mfi-zinsstatistik-download.pdf - Statistisches Bundesamt: Baupreise für Wohngebäude Mai 2026 (PM 241 vom 10.07.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - Wärmeplanungsgesetz § 4: https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/__4.html --- # BAFA BEG Einzelmaßnahmen 2026: Dämmung, Fenster und Lüftung fördern, was nach der Reform gilt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bafa-beg-einzelmassnahmen-2026-daemmung-fenster-lueftung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Bei der BEG-Reform stand die Heizung im Vordergrund, dabei hat der 21. Juli 2026 auch für Dämmung, Fenster und Lüftung Änderungen gebracht. Diese Maßnahmen fördert das BAFA über die BEG Einzelmaßnahmen. Die gute Nachricht: Der Fördersatz von 15 Prozent bleibt. Die schlechte: Der iSFP-Bonus ist deutlich eingeschränkt, und für Mehrfamilienhäuser gilt eine neue Kostenstaffel. Was heute gilt und was das für deine Planung bedeutet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Werte laut BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen, BAFA und KfW-Infoblatt Version 11.0.* ## Was sind BEG Einzelmaßnahmen, und wer kann sie beantragen? **Die BEG Einzelmaßnahmen fördern einzelne Sanierungsschritte an Gebäudehülle und Anlagentechnik: Dämmung von Außenwand, Dach und Kellerdecke, neue Fenster und Außentüren sowie Lüftungsanlagen. Antragsberechtigt sind Eigentümer selbst genutzter und vermieteter Wohn- und Nichtwohngebäude.** Anders als bei der Komplettsanierung zum Effizienzhaus (KfW 261) kannst du Einzelmaßnahmen nacheinander umsetzen und jeweils fördern lassen. So lässt sich eine Sanierung über mehrere Jahre strecken. Zuständig ist das BAFA. Den Heizungstausch fördert dagegen die KfW (Programm 458). Beide gehören zu den BEG Einzelmaßnahmen und lassen sich nebeneinander nutzen, werden aber getrennt beantragt. ## Welche Fördersätze gelten seit dem 21. Juli 2026? **Die Grundförderung für Gebäudehülle und Anlagentechnik beträgt 15 Prozent. Förderfähig sind ohne Sanierungsfahrplan höchstens 30.000 Euro für die erste Wohneinheit pro Jahr. Mit iSFP steigt die Grenze auf 60.000 Euro, der Bonus von 5 Prozentpunkten gilt aber erst ab 30.000 Euro Investition und nur für die Kosten darüber.** | Förderbaustein | Wert | Bedingung | |---|---|---| | Grundförderung Gebäudehülle, Anlagentechnik | 15 % | Mindestinvestition 300 € brutto je Maßnahme | | iSFP-Bonus | + 5 Prozentpunkte | Maßnahme Teil eines geförderten iSFP, mind. 30.000 € förderfähige Kosten, nur auf Kosten über der Grenze ohne iSFP | | Fachplanung und Baubegleitung | 50 % | förderfähig max. 5.000 € (EFH/ZFH), bei MFH 2.000 €/WE, max. 20.000 € | | WPB-Bonus | + 5 Prozentpunkte | ab voraussichtlich Q1 2027, nur Dämmung, nur mit geförderter Energieberatung | | Höchstgrenze ohne iSFP | 30.000 € (1. WE), je 15.000 € (2. bis 6. WE), je 8.000 € (ab 7. WE) | pro Gebäude und Kalenderjahr | | Höchstgrenze mit iSFP | 60.000 € (1. WE), je 30.000 € (2. bis 6. WE), je 15.000 € (ab 7. WE) | pro Gebäude und Kalenderjahr | *Quelle: BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen Nr. 8.3.1 und 8.4, BAFA, Stand 10/2026.* Gerechnete Beispiele: Eine Außenwanddämmung für 20.000 Euro bringt 15 Prozent, also 3.000 Euro. Bei 45.000 Euro mit iSFP sind es 15 Prozent auf 45.000 Euro (6.750 Euro) plus 5 Prozent auf die 15.000 Euro über der Grenze (750 Euro), zusammen 7.500 Euro. Das Maximum für ein Einfamilienhaus liegt bei 10.500 Euro im Jahr. Einen Einkommensbonus gibt es bei Dämmung, Fenstern und Lüftung nicht. Der gilt nur für den Heizungstausch. ## Welche Maßnahmen werden gefördert? **Gefördert werden energetisch wirksame Maßnahmen an der Gebäudehülle und ausgewählte Anlagentechnik, von der Kellerdeckendämmung bis zur Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Für alle gelten technische Mindestanforderungen, die ein Energieeffizienz-Experte bestätigt.** ### Dämmmaßnahmen - **Außenwanddämmung:** U-Wert höchstens 0,20 W/(m²K) - **Dachdämmung (Schrägdach):** U-Wert höchstens 0,14 W/(m²K), Dachgauben 0,20 - **Oberste Geschossdecke:** U-Wert höchstens 0,14 W/(m²K) - **Kellerdecke und Flachdach:** jeweils mit eigenen Mindestwerten laut Richtlinie Die Preise hängen stark von Dämmstoff, Dämmstärke und Gebäude ab. Hol aktuelle Angebote ein, ältere Richtpreise sind oft zu niedrig. ### Fenster und Außentüren Förderfähig sind Fenster mit einem Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K). Das erreichen in der Praxis meist nur Fenster mit Dreifachverglasung. Für Außentüren gelten eigene Werte. ### Lüftungsanlagen Lüftungsanlagen, vor allem mit Wärmerückgewinnung, werden als Anlagentechnik mit 15 Prozent gefördert. Nach einer Dämmung oder einem Fenstertausch wird eine Lüftung oft wichtig, damit keine Feuchteschäden entstehen. Gerechnet: Eine Lüftungsanlage mit 12.000 Euro förderfähigen Kosten bringt 1.800 Euro Zuschuss. ### Heizungsoptimierung Maßnahmen zur Heizungsoptimierung, etwa hydraulischer Abgleich oder Austausch von Heizkörpern, fördert das BAFA ebenfalls mit 15 Prozent. Maßnahmen zur Emissionsminderung bei Biomasseheizungen werden mit 50 Prozent gefördert. Für eine Kostenschätzung deines Gesamtvorhabens nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Wie stark Preise regional schwanken, zeigt etwa die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Was bedeutet die 30.000-Euro-Schwelle beim iSFP? **Für Maßnahmen bis 30.000 Euro bringt der Sanierungsfahrplan keinen Bonus mehr. Bei größeren Vorhaben lohnt er sich weiterhin, vor allem wegen der höheren Kostengrenze.** **Szenario 1, kleine Maßnahme (18.000 Euro Dämmkosten):** - Ohne iSFP: 15 Prozent von 18.000 Euro = 2.700 Euro - Mit iSFP: ebenfalls 2.700 Euro, weil die Schwelle nicht erreicht ist **Szenario 2, große Maßnahme (50.000 Euro Außenwanddämmung):** - Ohne iSFP: 15 Prozent von 30.000 Euro = 4.500 Euro (Kostengrenze greift) - Mit iSFP: 15 Prozent von 50.000 Euro = 7.500 Euro plus 5 Prozent von 20.000 Euro = 1.000 Euro, zusammen 8.500 Euro - Der iSFP bringt hier gerechnet 4.000 Euro mehr Die Energieberatung für den iSFP fördert das BAFA mit 50 Prozent des Honorars, höchstens 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 850 Euro ab drei Wohneinheiten. Mehrere Anträge werden für die 30.000-Euro-Schwelle nicht zusammengerechnet, plane größere Maßnahmen also in einem Antrag. Mehr dazu im Ratgeber [Sanierungsfahrplan (iSFP) 2026: Neue Mindestgrenze, lohnt er sich noch?](https://baukostenplan.de/ratgeber/isfp-sanierungsfahrplan-2026-neue-mindestgrenze-beg-reform). ## Wie läuft der Antrag beim BAFA? **Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Bei Antragstellung muss ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vorliegen. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht.** 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen:** Die Liste steht auf energie-effizienz-experten.de. Seine Fachplanung und Baubegleitung wird mit 50 Prozent gefördert. 2. **Technische Projektbeschreibung (TPB):** Der Experte erstellt sie und erzeugt eine TPB-ID. Seit dem 21. Juli 2026 müssen dafür neue TPB-IDs erzeugt werden. 3. **Vertrag mit Bedingung schließen:** Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, abhängig von der Förderzusage. 4. **BAFA-Antrag stellen:** im BAFA-Portal mit der TPB-ID, vor Beginn der Arbeiten. 5. **Maßnahme umsetzen:** Nach dem Antrag darfst du auf eigenes Risiko beginnen. Nach dem Zuwendungsbescheid hast du 36 Monate Zeit. 6. **Verwendungsnachweis:** Nach Abschluss reichst du Rechnungen und Bestätigungen ein, danach zahlt das BAFA aus. Für Anträge bis einschließlich 20. Juli 2026 galten Übergangsregeln nach altem Recht. Seit dem 21. Juli gelten ausschließlich die neuen Konditionen. Eigenleistung ist förderfähig, dann aber nur mit den Materialkosten. Die fachgerechte Ausführung muss ein Energieeffizienz-Experte oder Fachunternehmen bestätigen. ## WPB-Bonus ab 2027: Lohnt es sich zu warten? **Für Dämmmaßnahmen an Worst Performing Buildings soll es ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 einen Bonus von 5 Prozentpunkten geben. Er ist in der Förderrichtlinie bereits festgelegt, der genaue Start steht noch aus.** Als Worst Performing Building gilt ein Wohngebäude mit einem Endenergiebedarf von mindestens 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr oder mit einem höchstens ein Jahr alten Energiebedarfsausweis der Klasse H. Voraussetzung ist eine geförderte Energieberatung (iSFP). Die Mindestinvestition von 30.000 Euro gilt für diesen Bonus nicht, er wird für höchstens drei Anträge gewährt. Wer ein sehr schlechtes [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) besitzt, kann die Planung jetzt beginnen und den Antrag für die Dämmung nach dem Start des Bonus stellen. Wiege dabei die 5 Prozentpunkte gegen die Heizkosten der Wartezeit ab und lass dir das vom Energieberater durchrechnen. ## Was bedeutet das für deine Sanierungsplanung? **Kleine Maßnahmen unter 30.000 Euro bekommen 15 Prozent ohne Bonus. Der iSFP rechnet sich bei größeren Projekten. Die Grundstruktur ist stabil, du kannst heute planen und beantragen.** - **Kleine Maßnahme bis 30.000 Euro (zum Beispiel Kellerdecke oder einige Fenster):** direkt mit 15 Prozent beantragen. - **Mittelgroße Maßnahme 30.000 bis 60.000 Euro (zum Beispiel Außenwanddämmung):** Der iSFP lohnt sich, wegen höherer Kostengrenze und Bonus. - **Mehrere Maßnahmen:** Sanierungsfahrplan erstellen lassen und Maßnahmen bündeln. Mit iSFP sind für die erste Wohneinheit höchstens 10.500 Euro Zuschuss pro Jahr möglich. - **Sehr schlechtes Gebäude:** WPB-Bonus ab 2027 im Blick behalten. Die Effizienzhaus-Sanierung (KfW 261) und der Heizungstausch (KfW 458) laufen separat. Wichtig: Einzelmaßnahmen und KfW 261 lassen sich seit dem 21. Juli nicht parallel nutzen. Alle Programme erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: BAFA BEG Einzelmaßnahmen 2026 **Wie hoch ist der BAFA-Zuschuss für Dämmung 2026?** 15 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens auf 30.000 Euro für die erste Wohneinheit pro Jahr, also bis zu 4.500 Euro. Mit iSFP steigt die Grenze auf 60.000 Euro, und für die Kosten über 30.000 Euro gibt es 20 Prozent. Zusammen sind höchstens 10.500 Euro möglich. **Was hat sich am 21. Juli 2026 geändert?** Der iSFP-Bonus gilt erst ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur auf den Teil darüber. Für Mehrfamilienhäuser gilt eine Staffel: 30.000 Euro für die erste, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste, je 8.000 Euro ab der siebten Wohneinheit (mit iSFP doppelt so viel). **Muss der Antrag vor Baubeginn gestellt werden?** Ja. Vorher muss ein Energieeffizienz-Experte die Technische Projektbeschreibung erstellen, und es muss ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vorliegen. Nach dem Antrag darfst du auf eigenes Risiko beginnen. **Ist eine Lüftungsanlage förderfähig?** Ja, als Anlagentechnik mit 15 Prozent. Die Anlage muss die technischen Mindestanforderungen erfüllen, die der Energieeffizienz-Experte im Antrag bestätigt. **Kann ich BAFA-Einzelmaßnahmen und KfW-Heizungsförderung kombinieren?** Ja. Dämmung über das BAFA und eine Wärmepumpe über KfW 458 kannst du nebeneinander beantragen, solange dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden. Nicht kombinierbar sind Einzelmaßnahmen mit dem Effizienzhaus-Kredit KfW 261, dort gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. **Lohnt sich ein Sanierungsfahrplan nach der Reform noch?** Für Maßnahmen unter 30.000 Euro nicht wegen des Bonus. Für größere Projekte schon: Bei 50.000 Euro Dämmkosten bringt er gerechnet 4.000 Euro mehr. Außerdem ist er Voraussetzung für den WPB-Bonus ab 2027. Quellen: - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Förderprogramm im Überblick: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf --- # Dachgeschossausbau 2026: Kosten, Baugenehmigung und Förderung aktuell URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/dachgeschossausbau-2026-kosten-baugenehmigung-foerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Dachgeschoss zum Wohnraum ausbauen ist verlockend: kein Grundstückskauf, keine Erdarbeiten, mehr Wohnfläche im eigenen Haus. 2026 kommen zwei neue Rahmenbedingungen dazu: die BEG-Reform vom 21. Juli 2026 mit neuen Förderregeln und das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29. Juli 2026 gilt. Dieser Ratgeber zeigt, womit du bei den Kosten grob rechnen musst, wann du eine Baugenehmigung brauchst und welche Förderung es heute gibt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Förderwerte laut BAFA, KfW-Merkblättern (Stand 09/2026) und BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen.* ## Was kostet ein Dachgeschossausbau 2026? **Grob kannst du mit 500 bis 1.400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen, je nach Ausbaustandard, Zustand des Dachs und Region. Für ein Dachgeschoss mit 50 Quadratmetern sind das grob 25.000 bis 70.000 Euro. Amtliche Richtwerte gibt es dafür nicht, die Spannen sind Erfahrungswerte aus Handwerkerangeboten.** Die Spanne ist groß, weil "Dachausbau" sehr unterschiedliche Vorhaben meint: Manche dämmen nur und verlegen Dielen, andere bauen eine Wohnung mit Bad, Küche und eigenem Heizkreis. | Ausbaustandard | grobe Kosten pro m² | Beispiel 50 m² (gerechnet) | |---|---|---| | Einfach (Dämmung, Trockenbau, keine Nasszone) | 500 bis 700 € | 25.000 bis 35.000 € | | Standard (zusätzlich Dachfenster, Elektrik, Heizungsanschluss) | 700 bis 1.000 € | 35.000 bis 50.000 € | | Vollausbau (zusätzlich Bad, Fliesen, hochwertige Böden) | 1.000 bis 1.400 € | 50.000 bis 70.000 € | | Gehoben (Premium-Material, Smart Home, Gaube) | 1.400 bis 2.000 € | 70.000 bis 100.000 € | *Grobe Orientierung, keine amtlichen Werte. Verbindlich sind nur Angebote für dein Haus.* Für eine vollständige Kostenkalkulation mit Genehmigung und Nebenkosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Welche Kostenpositionen sind die größten? **Fünf Blöcke bestimmen die Rechnung: Dämmung, Fenster und Gauben, Heizung und Sanitär, Elektrik sowie Trockenbau und Böden. Wie viel jeder Block ausmacht, hängt stark vom Vorhaben ab, deshalb lohnt es sich, Angebote nach diesen Positionen getrennt einzuholen.** ### Dachdämmung Die Dämmung ist handwerklich der anspruchsvollste Teil. Zwischensparrendämmung ist meist günstiger als Aufsparrendämmung, bei der das Dach von außen geöffnet wird. Wer die BAFA-Förderung nutzen will, muss die technischen Mindestanforderungen einhalten: Für ein Schrägdach ist ein U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²K) vorgeschrieben, für Dachgauben 0,20 und für die oberste Geschossdecke 0,14. Welche Dämmstärke dafür nötig ist, hängt vom Material und vom Dachaufbau ab. ### Dachfenster und Gauben Dachfenster sind der günstigere Weg zu mehr Licht. Gauben kosten deutlich mehr, sind aber oft nötig, damit genug Stehhöhe für Wohnräume entsteht. Fertiggauben können günstiger sein als individuell gezimmerte. ### Heizung und Sanitär Meist wird der bestehende Heizkreis bis ins Dachgeschoss erweitert. Ein Bad mit Wasseranschluss treibt die Kosten am stärksten. Wer eine eigenständige Einliegerwohnung mit eigenen Zählern plant, muss mit deutlich mehr Aufwand rechnen. ### Elektrik Neue Zuleitungen, Unterverteilung und Steckdosen gehören dazu. Plane Reserven ein, etwa für ein Homeoffice oder eine spätere Klimaanlage. ### Trockenbau und Böden Wandverkleidung und Fußbodenaufbau werden in ersten Kostenschätzungen oft unterschätzt. Lass sie getrennt ausweisen. ## Wann brauchst du eine Baugenehmigung? **Ein Dachgeschossausbau zu Wohnzwecken ist in der Regel genehmigungspflichtig, auch wenn die Außenhülle unverändert bleibt. Der Grund ist die Nutzungsänderung: Aus Speicher wird Wohnraum. Die Details regelt die Landesbauordnung deines Bundeslandes.** Viele Eigentümer nehmen an, dass ein Ausbau ohne Eingriff in die Dachkonstruktion genehmigungsfrei sei. Darauf solltest du dich nicht verlassen. **Was typischerweise eine Genehmigung auslöst:** - Nutzungsänderung von Speicher zu Wohnraum - Einbau von Gauben - Eingriffe in tragende Teile oder die Statik - Änderung von Dachneigung oder Firsthöhe - eine neue, eigenständige Wohneinheit **Was je nach Landesbauordnung genehmigungsfrei sein kann:** - reine Dämmmaßnahmen ohne Nutzungsänderung - kleinere Dachfenster Zu den Gebühren der Bauaufsicht kommen Kosten für Architekt oder Tragwerksplaner, der die Unterlagen erstellt. Frag beides vorab bei deiner Gemeinde und beim Planer an. **Raumhöhe:** Für Aufenthaltsräume im Dachgeschoss verlangen die Landesbauordnungen eine Mindesthöhe über einen Teil der Grundfläche. Die genauen Werte unterscheiden sich je nach Bundesland. Reicht die Höhe nicht, brauchst du eine Gaube oder eine Aufstockung. Mehr zum Verfahren erklärt der Ratgeber [Baugenehmigung beantragen: Ablauf, Kosten & Dauer](https://baukostenplan.de/ratgeber/baugenehmigung). ## Welche Förderung gibt es nach der BEG-Reform? **Die Dachdämmung fördert das BAFA mit 15 Prozent. Förderfähig sind ohne Sanierungsfahrplan höchstens 30.000 Euro, also bis zu 4.500 Euro Zuschuss. Mit iSFP-Bonus sind es höchstens 10.500 Euro, aber nur ab 30.000 Euro Investition. Einen Einkommensbonus gibt es für Dämmung nicht.** ### BAFA BEG Einzelmaßnahmen: Dachdämmung Seit dem 21. Juli 2026 gilt: 15 Prozent Grundförderung, förderfähig höchstens 30.000 Euro für die erste Wohneinheit pro Kalenderjahr. Mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt die Grenze auf 60.000 Euro. Den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gibt es aber nur, wenn die Maßnahme mindestens 30.000 Euro förderfähige Kosten hat, und nur für den Teil über 30.000 Euro. Gerechnet: 25.000 Euro Dachdämmung bringen 3.750 Euro Zuschuss, mit oder ohne iSFP. 40.000 Euro mit iSFP bringen 6.000 Euro plus 500 Euro Bonus, also 6.500 Euro. Den gestaffelten Einkommensbonus (40, 30 oder 10 Prozent) gibt es nur beim Heizungstausch über die KfW, nicht für Dämmung. Wichtig für den Ablauf: Den Antrag stellst du vor Beginn der Arbeiten. Bei Antragstellung muss ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vorliegen. Nach dem Antrag darfst du auf eigenes Risiko beginnen. Für Dämmmaßnahmen brauchst du einen Energieeffizienz-Experten. ### KfW 261: Sanierung zum Effizienzhaus Wenn der Dachausbau Teil einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus ist, gibt es über KfW 261 einen Kredit bis 150.000 Euro je Wohneinheit. Der Tilgungszuschuss beträgt seit der Reform beim EH 70 EE und EH 85 EE ohne Bonus 0 Prozent, mit Boni höchstens 20 bzw. 5 Prozent. Beim EH 55 EE sind es 5 Prozent (mit Boni bis 35), beim EH 40 EE 10 Prozent (mit Boni bis 40). Einzelmaßnahmen und KfW 261 lassen sich seit dem 21. Juli nicht parallel nutzen. Alle KfW-Programme im Überblick bietet der Ratgeber [KfW-Förderung 2026: Alle Programme für Neubau & Sanierung](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ### Steuerermäßigung nach § 35a EStG Wer keine öffentliche Förderung für die Maßnahme nutzt, kann 20 Prozent der Handwerkerkosten (Arbeitskosten) von der Steuer abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Das gilt auch für Maler-, Boden- und Elektroarbeiten im Dachgeschoss. Für Maßnahmen mit öffentlichen Zuschüssen oder zinsverbilligten Krediten entfällt die Ermäßigung. | Förderung | Höhe | Voraussetzung | |---|---|---| | BAFA Dachdämmung | 15 %, max. 4.500 € | Antrag vor Beginn, Energieeffizienz-Experte | | BAFA mit iSFP-Bonus | 15 % plus 5 % auf Kosten über 30.000 €, max. 10.500 € | geförderter iSFP, mind. 30.000 € Investition | | KfW 261 Kredit | bis 150.000 €/WE, Tilgungszuschuss 0 bis 40 % je nach Stufe und Boni | Effizienzhaus-Standard für das ganze Gebäude | | Steuerermäßigung § 35a | 20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 €/Jahr | keine öffentliche Förderung für dieselbe Maßnahme | *Quellen: BAFA, BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen, KfW-Merkblatt 261, § 35a EStG.* ## Was ändert das GModG für die Heizung im Dachgeschoss? **Das GModG gilt seit dem 29. Juli 2026. Die Pflicht, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist gestrichen. Für Gas- und Ölheizungen, die nach diesem Tag neu eingebaut werden, gilt ab 2029 die Bio-Treppe.** Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz am 10. Juli 2026 beschlossen. Was jetzt gilt: - Neue Gas- und Ölheizungen sind ohne Erneuerbare-Pflicht erlaubt. - Für Heizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, muss der Eigentümer sicherstellen, dass ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent der Wärme aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff kommen. Erfüllen lässt sich das über einen entsprechenden Liefervertrag. - Bestehende Heizungen, die schon vorher liefen, fallen nicht unter die Bio-Treppe. - Wärmepumpen im Bestand werden über KfW 458 mit bis zu 70 Prozent gefördert, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro bis zu 80 Prozent. Die Förderrichtlinie läuft bis Ende 2030. Wer nur den vorhandenen Heizkreis ins Dachgeschoss verlängert, baut in der Regel keine neue Heizung ein. Ob dein Vorhaben anders zu werten ist, klärst du mit dem Heizungsbauer. Ein gut gedämmtes Dachgeschoss passt gut zu einer Wärmepumpe mit niedriger Vorlauftemperatur. Ob sie sich für das ganze [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) lohnt, hängt vom Dämmstandard der übrigen Geschosse ab. **Hinweis:** Entsteht durch den Ausbau eine eigene Mietwohnung, brauchst du beim Vermieten einen gültigen Energieausweis für das Gebäude. ## Wo kannst du mit Eigenleistung sparen? **Eigenleistung senkt die Kosten, wenn du handwerklich geübt bist. Auch für die BAFA-Förderung ist Eigenleistung möglich, gefördert werden dann aber nur die Materialkosten.** Geeignet sind etwa Abbruch nicht tragender Wände, Malerarbeiten, das Verlegen von Laminat oder Dielen und Vorarbeiten im Trockenbau. Elektro-, Heizungs- und Sanitärarbeiten gehören in die Hand von Fachbetrieben, schon wegen Abnahme und Sicherheit. Die Dachdämmung kannst du selbst ausführen und trotzdem BAFA-Förderung bekommen. Dann sind nur die Materialkosten förderfähig, und ein Energieeffizienz-Experte oder Fachunternehmen muss die fachgerechte Ausführung bestätigen. Ob dein Bundesland teurer oder günstiger ist als der Schnitt, zeigt etwa die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## FAQ: Dachgeschossausbau 2026 **Was kostet ein Dachgeschossausbau 2026 pro Quadratmeter?** Grob 500 bis 1.400 Euro pro Quadratmeter, je nach Ausbaustandard. Das sind Erfahrungswerte, keine amtlichen Zahlen. Gauben und Aufstockungen kommen dazu. Verbindlich sind nur Angebote für dein Haus. **Braucht ein Dachausbau immer eine Baugenehmigung?** In der Regel ja, sobald aus Speicher Wohnraum wird. Gauben und neue Wohneinheiten sind praktisch immer genehmigungspflichtig. Frag vor der Planung bei deiner Bauaufsicht nach. **Wie lange dauert ein Dachgeschossausbau?** Das hängt von Umfang, Trocknungszeiten und Genehmigungsverfahren ab. Plane Planung, Genehmigung und Bauzeit zusammen ein, und frag beim Bauamt nach der aktuellen Bearbeitungsdauer. **Kann ich die Heizung nach dem GModG frei wählen?** Ja, seit dem 29. Juli 2026 gibt es keine 65-Prozent-Pflicht mehr. Neue Gas- oder Ölheizungen unterliegen ab 2029 der Bio-Treppe, und der Eigentümer muss den Bio-Anteil sicherstellen. Wärmepumpen im Bestand fördert die KfW mit bis zu 70 bzw. 80 Prozent. **Welche Förderung bekomme ich für die Dachdämmung?** 15 Prozent vom BAFA, höchstens 4.500 Euro ohne iSFP. Mit iSFP-Bonus höchstens 10.500 Euro, aber erst ab 30.000 Euro Investition. Einen Einkommensbonus gibt es für Dämmung nicht. Stell den Antrag vor Beginn der Arbeiten. **Was ist der Unterschied zwischen Dachausbau und Dachaufstockung?** Beim Dachausbau wird der vorhandene Dachraum zu Wohnraum, das Dach bleibt. Bei der Aufstockung wird ein neues Geschoss aufgesetzt. Das ist konstruktiv aufwendiger, deutlich teurer und braucht umfangreichere Statik und Genehmigung. Bei kleineren Einfamilienhäusern ist der Ausbau meist die günstigere Variante. Quellen: - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Merkblatt Wohngebäude Kredit (261), gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Einkommensteuergesetz, § 35a: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html --- # Bauzinsen Juli 2026: Seitwärtsbewegung, was das für deine Baufinanzierung bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-juli-2026-seitwartsbewegung-baufinanzierung Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die Bauzinsen im Juli 2026 senden eine klare Botschaft: keine Eskalation, aber auch keine Entspannung. Seit April 2026 bewegen sich die Hypothekenzinsen weitgehend seitwärts, der Topzins für 10-jährige Zinsbindungen pendelt zwischen 3,39 und 3,81 Prozent effektiv. Nach dem Zinssprung im März 2026 (+0,4 Prozentpunkte) und der EZB-Erhöhung im Juni ist der Markt in eine Beruhigungsphase eingetreten. Für Bauherren, die jetzt finanzieren oder planen, gibt es konkrete Handlungsoptionen, und einige Fallen, die du kennen solltest. ## Aktuelle Bauzinsen Juli 2026: Die wichtigsten Zahlen **Der Topzins für 10-jährige Zinsbindungen liegt im Juli 2026 bei etwa 3,50 Prozent effektiv (Stand: 1. Juli 2026). Der Marktdurchschnitt, also das, was die meisten Bauherren tatsächlich zahlen, liegt zwischen 3,51 und 3,81 Prozent, je nach Beleihungsauslauf und Bonität.** Hier die aktuellen Zinssätze nach Laufzeit im Überblick: | Zinsbindung | Sollzins | Effektivzins (Topanbieter) | Marktspanne (effektiv) | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 3,42 % | 3,49 % | 3,5 bis 4,1 % | | 10 Jahre | 3,44 % | 3,51 % | 3,5 bis 4,2 % | | 15 Jahre | 3,67 % | 3,75 % | 3,7 bis 4,4 % | | 20 Jahre | 3,80 % | 3,88 % | 3,9 bis 4,5 % | | 30 Jahre | 3,98 % | 4,07 % | 4,0 bis 4,7 % | *Quelle: baufivergleich.de, Stand 1. Juli 2026. Topkonditionen bei 60 % Beleihungsauslauf und sehr guter Bonität.* Die Spanne zwischen bestem und schlechtestem Anbieter beträgt je nach Laufzeit bis zu 0,8 Prozentpunkte, das sind bei 350.000 Euro Darlehen über 10 Jahre rund 26.000 Euro Unterschied. Ein Angebotsvergleich lohnt sich also nach wie vor erheblich. ## Wie haben sich die Bauzinsen 2026 entwickelt? **Die Bauzinsen 2026 zeigen ein Auf und Ab: Zu Jahresbeginn leicht sinkend, im März ein Sprung nach oben, seit April Seitwärtsbewegung. Das Niveau liegt deutlich über dem Tiefstand von 2020/2021, aber spürbar unter dem Hochpunkt von 2023.** Die Entwicklung im Jahresverlauf: | Zeitraum | Topzins (10 J., effektiv) | Besonderheit | |---|---|---| | Januar 2026 | ca. 3,3 % | EZB-Senkungserwartungen | | Februar 2026 | ca. 3,2 % | Jahrestief | | März 2026 | ca. 3,6 % | Sprung +0,4 Prozentpunkte | | April–Juni 2026 | 3,4 bis 3,8 % | Seitwärtsbewegung | | Juli 2026 | ca. 3,5 % | Leichte Beruhigung | *Quelle: Dr. Klein Expertenrat, FMH-IndeX, Juli 2026* Der Sprung im März 2026 war keine EZB-Entscheidung, sondern eine Reaktion auf neue Inflationsdaten aus den USA und geopolitische Spannungen. Bauzinsen folgen in Deutschland vor allem dem 10-jährigen Bundesanleihe-Rendite-Niveau, und das stieg im März kurzfristig deutlich an. ## Was macht die EZB, und warum steigen die Zinsen trotzdem nicht weiter? **Die EZB hat im Juni 2026 die Leitzinsen erhöht, aber die Bauzinsen reagierten kaum. Das liegt daran, dass der Markt diese Erhöhung bereits Wochen vorher eingepreist hatte. Für das zweite Halbjahr 2026 rechnen Analysten mit stabilen bis leicht steigenden Zinsen.** Die EZB-Erhöhung vom 11. Juni 2026 war für die Märkte keine Überraschung mehr. Bauzinsen reagieren in Deutschland nicht 1:1 auf Leitzinsänderungen, weil sie an Kapitalmarktrenditen geknüpft sind, und die hatten die Erhöhung bereits eskomptiert. Was die Prognosen für H2 2026 sagen: - **Dr. Klein Expertenrat**: Topzins für 10 Jahre bewegt sich zwischen 3,3 und 3,9 Prozent - **Finanztip**: Keine deutlichen Zinssenkungen vor 2027 zu erwarten - **baufivergleich.de**: Korridor von 3,4 bis 3,6 Prozent für 10 Jahre wahrscheinlich Für Bauherren bedeutet das: Es gibt keinen überzeugenden Grund, auf deutlich günstigere Zinsen zu warten. Wer 2026 oder 2027 bauen will, sollte das Zinsniveau als gegeben akzeptieren und dafür andere Stellschrauben nutzen. ## Zinsbindung: 10 oder 15 Jahre, was ist 2026 sinnvoll? **Bei einer Zinsdifferenz von etwa 0,24 Prozentpunkten zwischen 10 und 15 Jahren Zinsbindung lohnt sich die längere Bindung für die meisten Bauherren 2026 nicht automatisch, kommt aber auf deine Risikotoleranz an.** Die entscheidende Frage: Wie entwickeln sich die Zinsen nach deiner Erstbindung? Wenn du heute 10 Jahre zu 3,51 Prozent abschließt und die Zinsen 2036 auf 5 Prozent gestiegen sind, zahlst du für die Anschlussfinanzierung erheblich mehr. Faustregel für 2026: | Situation | Empfehlung | |---|---| | Hohes Eigenkapital (> 30 %), stabiles Einkommen | 10 Jahre reichen | | Knappes Eigenkapital, hohe Monatsrate | 15 bis 20 Jahre Sicherheit | | Geplanter Verkauf in < 10 Jahren | 5 bis 10 Jahre, Vorfälligkeitsentschädigung prüfen | | Selbstständige / variable Einkommenssituation | 15+ Jahre für Planbarkeit | Ein [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) hilft dir, die monatliche Belastung bei verschiedenen Szenarien durchzurechnen, bevor du in die Bankberatung gehst. ## Tilgung 2026: Was gilt als sinnvoller Einstiegssatz? **Der jahrelange Rat "mindestens 2 Prozent Tilgung" ist bei einem Zinsniveau von 3,5 Prozent überholt. Heute gelten 2,5 bis 3 Prozent als realistischer Einstieg, damit liegt die Gesamtlaufzeit bei etwa 25 bis 30 Jahren.** Bei einem Annuitätendarlehen von 350.000 Euro zu 3,51 Prozent Effektivzins ergibt sich: | Tilgungssatz | Monatliche Rate | Restschuld nach 10 Jahren | Gesamtlaufzeit | |---|---|---|---| | 1,5 % | ca. 1.470 € | ca. 278.000 € | ~41 Jahre | | 2,0 % | ca. 1.617 € | ca. 264.000 € | ~35 Jahre | | 2,5 % | ca. 1.763 € | ca. 249.000 € | ~29 Jahre | | 3,0 % | ca. 1.910 € | ca. 234.000 € | ~25 Jahre | *Näherungswerte, abhängig von Bank und genauen Konditionen.* Bei den aktuellen Zinsen ist eine höhere Anfangstilgung wichtiger als noch vor drei Jahren: Je mehr du tilgst, desto geringer ist das Risiko einer hohen Restschuld bei der Anschlussfinanzierung. Gerade wer in NRW baut, wo die regionalen Baukosten [im Vergleich zu Bayern günstiger](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) sind, hat oft etwas mehr Spielraum bei der Tilgung. ## Wann lohnt es sich, jetzt abzuschließen? **Wer ein konkretes Bauvorhaben plant und die Finanzierung in den nächsten 6 Monaten braucht, sollte jetzt Angebote vergleichen. Auf deutlich günstigere Zinsen zu warten ist 2026 riskant, die Prognosen zeigen keine Senkungen vor 2027.** Three scenarios für 2026/2027: **Szenario 1: Fertigstellung 2026/2027:** Aktuelle Zinsen nutzen, Forward-Darlehen für die Anschlussfinanzierung prüfen, wenn du heute schon Planungssicherheit brauchst. **Szenario 2: Neubau geplant für 2028+:** Bausparvertrag als Zinssicherungsinstrument prüfen (aktuell wieder attraktiver, da Guthabenzinsen gestiegen). Eigenkapital weiter ansparen. **Szenario 3: Sanierung/Heizungstausch:** KfW-Förderkredite (z. B. KfW 261 oder [KfW 458](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen)) bieten subventionierte Zinssätze deutlich unter Marktniveau, diese sind unabhängig von der allgemeinen Zinsentwicklung und sollten immer erste Wahl sein. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit einem Kaufpreis von 400.000 Euro und 80.000 Euro Eigenkapital bedeutet das: Du finanzierst 320.000 Euro. Die monatliche Rate bei 3,51 Prozent und 2,5 Prozent Tilgung liegt bei rund 1.607 Euro. Das ist machbar, wenn das Einkommen stimmt und du keine weiteren größeren Verpflichtungen hast. ## Wie senkst du deinen Zinssatz konkret? **Die größten Hebel für einen günstigeren Bauzins sind: mehr Eigenkapital, bessere Bonität, kürzerer Beleihungsauslauf und Direktbanken statt Filialbanken. Bis zu 0,8 Prozentpunkte Unterschied sind realistisch.** Konkrete Hebel: 1. **Beleihungsauslauf senken**: Unter 60 Prozent LTV spart typisch 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte. Schon 10.000 Euro mehr Eigenkapital können den Beleihungsauslauf über eine Grenze drücken. 2. **Mehrere Angebote einholen**: Direktbanken und Vermittler (ING, Interhyp, Dr. Klein) sind oft 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte günstiger als Filialbanken. 3. **SCHUFA prüfen**: Fehlerhafte Einträge kosten bares Geld. SCHUFA-Selbstauskunft ist kostenlos einmal jährlich. 4. **Sondertilgungsrecht vereinbaren**: Kostet oft 0,05 bis 0,1 Prozentpunkte Aufschlag, gibt aber Flexibilität, bei Erbschaften, Bonus-Zahlungen oder Sparüberschüssen. 5. **KfW-Mittel kombinieren**: KfW-Kredit als Nachrangdarlehen senkt den Beleihungsauslauf der Erstbank und damit oft deren Zins. Das erspart insgesamt Kosten. ## FAQ: Bauzinsen Juli 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im Juli 2026?** Der Topzins für 10 Jahre Zinsbindung liegt im Juli 2026 bei etwa 3,50 Prozent effektiv. Der Marktdurchschnitt liegt zwischen 3,51 und 3,81 Prozent, je nach Bonität und Beleihungsauslauf. Die Gesamtspanne im Markt reicht von etwa 3,5 bis 4,4 Prozent effektiv (Stand 1. Juli 2026, Quelle: baufivergleich.de). **Werden die Bauzinsen 2026 noch sinken?** Die Prognosen für das zweite Halbjahr 2026 rechnen nicht mit deutlichen Zinssenkungen. Analysten erwarten, dass sich der Topzins für 10 Jahre in einem Korridor von 3,3 bis 3,9 Prozent bewegt. Deutliche Rückgänge unter 3 Prozent sind vor 2027 nicht zu erwarten. **Welche Zinsbindung ist 2026 empfehlenswert?** Für die meisten Bauherren 2026 ist eine Zinsbindung von 10 bis 15 Jahren sinnvoll. Bei hoher Restschuld oder knappem Eigenkapital bietet eine 15- oder 20-jährige Bindung mehr Planungssicherheit. Die Mehrkosten für längere Laufzeiten sind mit 0,24 bis 0,56 Prozentpunkten überschaubar. **Wie viel Tilgung sollte ich 2026 wählen?** Bei einem Zinsniveau von 3,5 Prozent sind 2,5 bis 3 Prozent Anfangstilgung sinnvoll. Das ergibt eine Gesamtlaufzeit von etwa 25 bis 29 Jahren. Eine zu niedrige Tilgung von 1 bis 1,5 Prozent führt zu langen Laufzeiten und hohen Restschulden bei der Anschlussfinanzierung. **Lohnt sich ein Bausparvertrag 2026 zur Zinssicherung?** Bausparverträge sind 2026 wieder interessanter als noch 2020/2021. Die Guthabenzinsen sind gestiegen, und ein Bausparvertrag kann als Zinssicherungsinstrument für die Anschlussfinanzierung oder für geplante Sanierungen eingesetzt werden. Für Erstbauherren mit mehr als 3 Jahren bis zur Finanzierung ist ein Bausparvertrag eine Überlegung wert. **Kann ich KfW-Kredit und Bankdarlehen kombinieren?** Ja, und das ist 2026 besonders sinnvoll. KfW-Kredite (z. B. für Neubau oder Sanierung) bieten Zinssätze deutlich unter Marktniveau. Sie werden als Ergänzung zu Bankdarlehen eingesetzt und senken den Beleihungsauslauf der Erstbank, was oft auch deren Zinssatz verbessert. Details zu aktuellen KfW-Konditionen nach der BEG-Reform ab 21. Juli findest du im [Ratgeber KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). Quellen: - baufivergleich.de: Aktuelle Bauzinsen Juli 2026: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ - Dr. Klein: Zinsentwicklung & Prognose 2026: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - vergleich.de: Bauzinsen 07/2026: https://www.vergleich.de/aktuelle-bauzinsen.html --- # Wärmepumpe oder Gasheizung 2026: Was lohnt sich nach GModG und BEG-Reform? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-oder-gasheizung-2026-entscheidung-nach-gmodg-beg-reform Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Zwei Änderungen innerhalb weniger Tage haben die Heizungsentscheidung verändert: Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), Gas- und Ölheizungen sind wieder ohne 65-Prozent-Pflicht erlaubt. Und seit dem 21. Juli 2026 wird die Wärmepumpe nach neuen Sätzen gefördert. Dieser Ratgeber zeigt, welche Regeln heute gelten und wann eher die Wärmepumpe, wann eher Gas passt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Rechtsstand laut BGBl. 2026 I Nr. 226, Fördersätze laut KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026).* ## Was gilt heute: GEG 2024 oder GModG? **Seit dem 29. Juli 2026 gilt das geänderte Gebäudeenergiegesetz nach dem GModG. Die Pflicht, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist gestrichen. Neue Gas- und Ölheizungen sind wieder zulässig, ab 2029 aber mit steigendem Bio-Anteil.** Das Kabinett hat das Gesetz am 13. Mai 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat am 10. Juli 2026. Verkündet wurde es am 28. Juli im Bundesgesetzblatt (2026 I Nr. 226), in Kraft ist es seit dem 29. Juli. Einzelne Teile treten später in Kraft, etwa die Solarpflicht am 1. Januar 2027. Was das für dich bedeutet: - **Bestand:** Eine neue Gasheizung darfst du einbauen. Für sie gilt die Bio-Treppe ab 2029. - **Neubau:** Auch im Neubau ist Gas wieder zulässig. Die Bio-Treppe gilt dort ebenfalls, weil § 10 GEG verlangt, dass neue Gebäude die Regeln der §§ 42 bis 45 entsprechend einhalten. - **Neubau ab 2030:** Ab dem 1. Januar 2030 müssen neu zu errichtende Gebäude als Nullemissionsgebäude gebaut werden, ohne CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen am Standort. Wer eine Heizung für 15 oder 20 Jahre plant, sollte die Bio-Treppe und die Brennstoffkosten in die Rechnung aufnehmen. ## Wie wird die Wärmepumpe seit dem 21. Juli 2026 gefördert? **Grundförderung 30 Prozent, dazu für Selbstnutzer Klimageschwindigkeitsbonus (16 Prozent) und Einkommensbonus (10 bis 40 Prozent). Höchstens 70 Prozent, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro 80 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.** | Förderkomponente | Höhe seit 21.07.2026 | Bedingung | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | bestehendes Gebäude, alle Antragsteller | | Einkommensbonus | 40 % | zvE bis 30.000 €, Selbstnutzer | | Einkommensbonus | 30 % | zvE 30.001 bis 40.000 €, Selbstnutzer | | Einkommensbonus | 10 % | zvE 40.001 bis 50.000 €, Selbstnutzer | | Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | Selbstnutzer; Tausch einer funktionierenden Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mind. 20 Jahre alten Gas- bzw. Biomasseheizung; Antrag bis 31.01.2027 | | Familienzuschlag | zvE einmalig minus 10.000 € | mind. ein Kind unter 18 | | **Förderdeckel** | **70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 %** | | | **Max. Zuschuss** | **22.400 €** | bei 28.000 € förderfähigen Kosten und 80 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* Entfallen ist der Effizienzbonus von 5 Prozent. Natürliche Kältemittel wie Propan sind derzeit nur empfohlen. Pflicht werden sie laut Förderrichtlinie erst ab dem 1. Januar 2028. Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 soll die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken. Dazu kommen 15 Prozent Bonus, wenn das Gerät seinen Ursprung in der EU hat. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt ab August 2028. Wichtig: Die Heizungsförderung KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Im Neubau gibt es keinen Zuschuss für die Wärmepumpe. Mehr dazu im Ratgeber [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## Was gilt für neue Gasheizungen? **Neue Gas- und Ölheizungen sind seit dem 29. Juli 2026 ohne Erneuerbare-Pflicht erlaubt. Ab 2029 muss der Eigentümer aber sicherstellen, dass ein steigender Anteil der Wärme aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff stammt. Gefördert wird eine Gasheizung nicht.** Die Bio-Treppe nach § 43 GEG: | Ab | Mindestanteil Bio-Brennstoff oder Wasserstoff | |---|---| | 1. Januar 2029 | 10 % | | 1. Januar 2030 | 15 % | | 1. Januar 2035 | 30 % | | 1. Januar 2040 | 60 % | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226, § 43 Abs. 1 GEG. Gilt für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden.* Verpflichtet ist der Eigentümer, nicht der Gasversorger. In der Praxis erfüllst du die Pflicht über einen passenden Liefervertrag, der Lieferant bestätigt die Erfüllung mit der Abrechnung. Bis 2034 gibt es Alternativen: eine Solarthermieanlage mit einer gesetzlich festgelegten Mindestfläche, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung oder eine Hybridheizung, bei der die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers hat. Unabhängig davon steigt der CO2-Preis auf Gas und Öl. 2026 liegt er im Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Wie sich Bio-Gas-Aufschläge und CO2-Preis nach 2027 entwickeln, steht heute nicht fest. Für Vermieter: Bei Heizungen nach § 43 tragen Vermieter ab 2028 die Hälfte der Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten, ab 2029 auch die Hälfte der Kosten des Pflicht-Brennstoffs (für einen Anteil bis 30 Prozent). ## Wärmepumpe oder Gas: Wie sieht der Vergleich aus? **Bei der Anschaffung ist die Gasheizung meist günstiger. Die Wärmepumpe bekommt dafür im Bestand bis zu 80 Prozent Zuschuss und ist nicht von Bio-Treppe und CO2-Preis betroffen. Welche Variante sich rechnet, hängt von Gebäude, Energiepreisen und Fördersatz ab.** Gerechnetes Förderbeispiel für ein selbst bewohntes [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) im Bestand, zu versteuerndes Einkommen 38.000 Euro, Tausch einer 22 Jahre alten Gasheizung, angenommene förderfähige Kosten 22.000 Euro: | Position | Wärmepumpe | neue Gasheizung | |---|---|---| | Fördersätze | 30 % + 30 % + 16 % = 76 %, gedeckelt auf 70 % | keine Förderung | | Zuschuss (gerechnet) | 15.400 € | 0 € | | Eigenanteil bei 22.000 € Kosten | 6.600 € | voller Preis | | Bio-Treppe ab 2029 | nicht betroffen | ja | | CO2-Preis | nicht betroffen | ja | *Anschaffungs- und Betriebskosten hängen stark vom Gebäude ab. Hol für beide Varianten Angebote ein und lass dir die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe für dein Haus berechnen.* Die Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. In schlecht gedämmten Altbauten mit kleinen Heizkörpern sinkt die Effizienz, die Stromkosten steigen. Lass vom Energieeffizienz-Experten oder Heizungsbauer die Heizlast berechnen, bevor du entscheidest. ## Neubau oder Bestand: Was gilt wo? **Im Neubau gibt es keinen Zuschuss für die Heizung, dafür zinsgünstige KfW-Kredite, wenn ohne fossile Heizung gebaut wird. Im Bestand gibt es den Zuschuss aus KfW 458. Für Gas gilt in beiden Fällen die Bio-Treppe.** **Neubau vor 2030:** Eine Gasheizung ist zulässig, aber mit Bio-Treppe und ohne Förderung. Der Klimafreundliche Neubau der KfW (297 für Selbstnutzer, 298 für alle anderen) setzt eine Heizung ohne Öl und Gas voraus. Beim Effizienzhaus 40 ist auch Biomasse ausgeschlossen, effektiv kostet der Kredit dort laut KfW vom 6. Oktober 2026 ab 1,96 Prozent. Die befristete EH55-Stufe (ab 1,00 Prozent, Biomasse erlaubt) kann laut KfW bis spätestens 31. Dezember 2026 beantragt werden. **Neubau ab 2030:** Ab dem 1. Januar 2030 gilt für neu zu errichtende Gebäude der Standard des Nullemissionsgebäudes. Ob für dein Vorhaben der Bauantrag, die Genehmigung oder ein anderer Zeitpunkt maßgeblich ist, lässt sich aus dem Gesetzestext nicht eindeutig ablesen. Kläre das mit deinem Architekten. Wer heute plant, setzt am sichersten auf Wärmepumpe, Wärmenetz oder eine andere erneuerbare Lösung. Die Baukosten deines Projekts überschlägst du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). **Bestand heute:** Du kannst wieder frei wählen. Für die Wärmepumpe gibt es bis Ende Januar 2027 den vollen Klimabonus. Ist das Gebäude schlecht gedämmt, kann es sinnvoll sein, zuerst Hülle oder Heizkörper zu verbessern. **Bestand mit Gas als Übergang:** Wer jetzt eine Gasheizung einbaut, heizt bis Ende 2028 ohne Bio-Pflicht, danach mit steigendem Anteil. Ein späterer Wechsel auf Wärmepumpe ist möglich. Beachte, dass sich die Förderbedingungen bis dahin ändern können und der Klimageschwindigkeitsbonus ab August 2028 entfällt. Regionale Kostenunterschiede zeigt etwa die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Was kommt 2027 bis 2030 auf dich zu? **Ab Februar 2027 sinkt der Klimabonus, ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 ändert sich die Wärmepumpenförderung, ab 2029 startet die Bio-Treppe, ab 2030 gilt der Nullemissionsstandard im Neubau.** | Datum | Änderung | Auswirkung | |---|---|---| | seit 21.07.2026 | BEG-Reform | neue Fördersätze | | seit 29.07.2026 | GModG in Kraft | 65-Prozent-Pflicht entfällt | | 01.01.2027 | Solarpflicht (§ 106) tritt in Kraft | zunächst für neue Nichtwohngebäude | | voraussichtlich Q1 2027 | Wärmepumpen: 15 % Grund + 15 % EU-Bonus | Nicht-EU-Geräte bekommen weniger | | 01.02.2027 | Klimabonus 12 % | Antragsdatum zählt | | 01.08.2027 | Klimabonus 8 % | | | 01.01.2028 | Nullemissionsstandard für neue öffentliche Nichtwohngebäude; Pflicht zu natürlichen Kältemitteln in der Förderung | | | 01.08.2028 | Klimabonus entfällt | | | 01.01.2029 | Bio-Treppe 10 % | für Gas- und Ölheizungen, die nach dem 29.07.2026 eingebaut wurden | | 01.01.2030 | Nullemissionsgebäude für alle Neubauten; Bio-Treppe 15 %; Solarpflicht für neue Wohngebäude | | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226, KfW-Merkblatt 458, BAFA.* Wer seine Heizung ohnehin tauschen will, sichert sich mit einem Antrag bis 31. Januar 2027 die vollen 16 Prozent. Auf den EU-Bonus zu warten lohnt sich nur, wenn das EU-Gerät dann mindestens so viel Förderung bringt, wie durch den sinkenden Klimabonus verloren geht. ## FAQ: Wärmepumpe oder Gasheizung 2026? **Darf ich heute eine neue Gasheizung einbauen?** Ja. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das GModG, die 65-Prozent-Pflicht ist gestrichen. Für Gas- und Ölheizungen, die nach diesem Tag eingebaut werden, gilt ab 2029 die Bio-Treppe, im Bestand wie im Neubau. **Welche Förderung gibt es für Wärmepumpen?** Im Bestand über KfW 458: 30 Prozent Grundförderung, für Selbstnutzer 16 Prozent Klimabonus und 10 bis 40 Prozent Einkommensbonus, höchstens 70 bzw. 80 Prozent. Förderfähig sind bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, der Zuschuss liegt also bei höchstens 22.400 Euro. Im Neubau gibt es keinen Zuschuss für die Heizung. **Für wen lohnt sich eher die Wärmepumpe, für wen eher Gas?** Die Wärmepumpe passt gut zu Gebäuden mit niedriger Vorlauftemperatur, zu Haushalten mit Anspruch auf Einkommensbonus und zu allen, die langfristig planen. Gas kann eine Übergangslösung sein, wenn das Gebäude erst saniert werden muss. Dann gelten aber Bio-Treppe und CO2-Preis. **Wer muss für den Bio-Anteil ab 2029 sorgen?** Der Eigentümer, nicht der Gasversorger. Erfüllen kannst du die Pflicht über einen Liefervertrag mit entsprechendem Anteil, der Lieferant bestätigt das mit der Abrechnung. Was das kostet, lässt sich heute nicht verlässlich sagen. **Wird eine Gasheizung gefördert?** Nein. Weder KfW noch BAFA fördern neue Gas- oder Ölheizungen. Gefördert werden unter anderem Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermie und der Anschluss an ein Wärmenetz. **Wann ist der beste Zeitpunkt für den Heizungstausch?** Wenn die Anlage ohnehin getauscht werden soll: mit Antrag bis 31. Januar 2027, solange der Klimabonus 16 Prozent beträgt. Maßgeblich ist das Antragsdatum, nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Gebäudemodernisierungsgesetz: BBSR-Portal: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297/298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - Gesetz über einen nationalen Zertifikatehandel für Brennstoffemissionen (BEHG), § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html --- # Sanierungsfahrplan (iSFP) 2026: Neue Mindestgrenze seit 21. Juli, lohnt er sich noch? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/isfp-sanierungsfahrplan-2026-neue-mindestgrenze-beg-reform Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurde am 21. Juli 2026 reformiert. Eine der Änderungen betrifft den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP): Der Bonus von 5 Prozentpunkten greift seitdem erst ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur auf den Betrag oberhalb der normalen Kostengrenze. Was sich geändert hat, für wen der iSFP weiter attraktiv ist und wann er sich nicht mehr rechnet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Regeln laut BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen (Nr. 8.3.1 und 8.4.2) und BAFA.* ## Was ist der iSFP, und was hat sich am 21. Juli geändert? **Seit dem 21. Juli 2026 gibt es den iSFP-Bonus nur noch, wenn die Maßnahme mindestens 30.000 Euro förderfähige Kosten hat. Der Bonus von 5 Prozentpunkten gilt dann nur für den Teil der Kosten, der über der normalen Höchstgrenze von 30.000 Euro liegt.** Der individuelle Sanierungsfahrplan wird von einem Energieeffizienz-Experten erstellt und zeigt, in welcher Reihenfolge ein Gebäude sinnvoll saniert wird. Bisher gab es dafür bei den BAFA-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik 5 Prozentpunkte mehr auf die gesamte Maßnahme und eine doppelt so hohe Kostengrenze (60.000 statt 30.000 Euro für die erste Wohneinheit). Seit dem 21. Juli gilt laut Förderrichtlinie: Die Maßnahme muss Teil eines geförderten iSFP sein, innerhalb von 15 Jahren nach seiner Erstellung umgesetzt werden und mindestens 30.000 Euro brutto förderfähige Kosten erreichen. Dann erhöht sich der Fördersatz für die Kosten, die die Höchstgrenze ohne iSFP übersteigen, um 5 Prozentpunkte. Mehrere Anträge werden für die Schwelle nicht zusammengerechnet. ## Was bedeutet die neue Regel in Euro? **Für Maßnahmen bis 30.000 Euro bringt der iSFP keinen Bonus mehr. Darüber zählt der Bonus nur auf den übersteigenden Teil. Bei 35.000 Euro sind das 5 Prozent von 5.000 Euro, also 250 Euro.** | Förderfähige Kosten (EFH) | iSFP-Bonus bis 20.07.2026 | iSFP-Bonus seit 21.07.2026 | |---|---|---| | 10.000 € | 500 € | 0 € | | 20.000 € | 1.000 € | 0 € | | 30.000 € | 1.500 € | 0 € | | 35.000 € | 1.750 € | 250 € | | 50.000 € | 2.500 € | 1.000 € | | 60.000 € | 3.000 € | 1.500 € | *Gerechnet nach BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen Nr. 8.4.2, nur der Bonusanteil.* Wer nur Fenster tauscht oder die Kellerdecke dämmt und unter 30.000 Euro bleibt, bekommt 15 Prozent Grundförderung, aber keinen iSFP-Bonus. ## Bleibt die höhere Kostengrenze mit iSFP? **Ja. Wird der iSFP-Bonus gewährt, steigt die förderfähige Kostengrenze für die erste Wohneinheit von 30.000 auf 60.000 Euro. Das ist bei größeren Vorhaben der eigentliche Vorteil.** Ohne iSFP sind bei den BAFA-Einzelmaßnahmen höchstens 30.000 Euro je Gebäude und Kalenderjahr für die erste Wohneinheit förderfähig. Mit iSFP-Bonus sind es 60.000 Euro. Gerechnetes Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 45.000 Euro für Außenwanddämmung und neue Fenster: - **Ohne iSFP**: 15 Prozent auf 30.000 Euro = **4.500 Euro Zuschuss** - **Mit iSFP**: 15 Prozent auf 45.000 Euro plus 5 Prozent auf 15.000 Euro = 6.750 + 750 = **7.500 Euro Zuschuss** Der iSFP bringt hier also 3.000 Euro mehr. Das Maximum mit iSFP liegt bei 10.500 Euro (15 Prozent auf 60.000 Euro plus 5 Prozent auf 30.000 Euro). Wichtig: Die Heizung gehört nicht dazu. Der Heizungstausch wird über die KfW gefördert (Programm 458), mit eigener Kostengrenze von 28.000 Euro für die erste Wohneinheit und eigenen Fördersätzen. Einen iSFP-Bonus gibt es dort nicht. Wer Wärmepumpe und Dämmung plant, stellt also zwei getrennte Anträge: Heizung bei der KfW, Hülle beim BAFA. ## Für wen lohnt sich der iSFP 2026 noch? **Der iSFP lohnt sich für alle, die in einem Antrag deutlich mehr als 30.000 Euro in Gebäudehülle oder Anlagentechnik investieren. Für kleine Einzelmaßnahmen ist der Bonus weg, als Planungsinstrument bleibt der Fahrplan trotzdem nützlich.** **Profitiert weiter:** - Umfassende Hüllensanierung (Dämmung, Fenster, Dach) mit deutlich mehr als 30.000 Euro in einem Antrag: höhere Kostengrenze und Bonus auf den Teil über 30.000 Euro. - Mehrfamilienhäuser mit großen Maßnahmen: Die Kostengrenzen verdoppeln sich je Wohneinheit. - Eigentümer, die über mehrere Jahre sanieren: Der iSFP legt die Reihenfolge fest und gilt 15 Jahre. - Gebäude mit sehr schlechtem Zustand: Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 soll es bei Dämmmaßnahmen einen WPB-Bonus geben, der eine geförderte Energieberatung voraussetzt. **Lohnt sich weniger, wegen des Bonus:** - Einzelne Fenster oder eine Kellerdeckendämmung unter 30.000 Euro: kein Bonus. - Der Heizungstausch: Hier gab und gibt es keinen iSFP-Bonus. ## Wie funktioniert die Grenze bei Mehrfamilienhäusern? **Die Mindestinvestition liegt auch beim Mehrfamilienhaus bei 30.000 Euro. Der Bonus greift aber erst für die Kosten oberhalb der Höchstgrenze ohne iSFP, und die ist beim Mehrfamilienhaus nach Wohneinheiten gestaffelt.** | Wohneinheit | Höchstgrenze ohne iSFP | Höchstgrenze mit iSFP | |---|---|---| | 1. WE | 30.000 € | 60.000 € | | 2. bis 6. WE (je) | 15.000 € | 30.000 € | | ab 7. WE (je) | 8.000 € | 15.000 € | | **Beispiel 8 WE** | **121.000 €** | **240.000 €** | *Quelle: BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen Nr. 8.3.1 a; Summen gerechnet.* Bei einem Haus mit acht Wohneinheiten zählt der iSFP-Bonus also erst für Kosten über 121.000 Euro. Bis 240.000 Euro sind dann förderfähig. Vor der Reform galten pauschal 30.000 Euro je Wohneinheit, mit iSFP 60.000 Euro. ## Was kostet ein iSFP, und wie wird er gefördert? **Das BAFA fördert die Energieberatung mit 50 Prozent des Honorars, höchstens 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 850 Euro ab drei Wohneinheiten. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften kommen bis zu 250 Euro für die Erläuterung in der Eigentümerversammlung dazu.** Was der Fahrplan kostet, hängt vom Gebäude und vom Berater ab. Lass dir vorab ein Angebot geben. Der iSFP enthält unter anderem: - eine energetische Bestandsaufnahme - eine empfohlene Sanierungsreihenfolge - Kostenschätzungen für die Maßnahmen - den Energiebedarf nach jedem Schritt - Unterlagen für spätere Förderanträge Du kannst den iSFP unabhängig von einer konkreten Maßnahme beauftragen. Damit der Bonus greift, muss die spätere Maßnahme Teil des geförderten iSFP sein und innerhalb von 15 Jahren umgesetzt werden. Regionale Sanierungskosten zeigt etwa die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Für die Budgetplanung nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Lässt sich der iSFP mit KfW-Programmen kombinieren? **Der iSFP-Bonus gehört zu den BAFA-Einzelmaßnahmen. Heizungsförderung (KfW 458) und BAFA-Hüllenmaßnahmen kannst du nebeneinander nutzen. Den Effizienzhaus-Kredit KfW 261 dagegen nicht: Seit dem 21. Juli 2026 schließen sich Einzelmaßnahmen und KfW 261 gegenseitig aus.** Zwischen BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA und KfW-Heizungsförderung) und BEG Wohngebäude (KfW 261) gilt seit der Reform eine Sperrfrist von drei Jahren in beide Richtungen. Du entscheidest dich also: Schritt für Schritt mit Einzelmaßnahmen und iSFP, oder in einem Zug zum Effizienzhaus mit KfW 261. KfW 261 hat keinen iSFP-Bonus. Für den Eigenanteil bei Einzelmaßnahmen gibt es den KfW-Ergänzungskredit bis 120.000 Euro je Wohneinheit. Welche KfW-Programme 2026 für Sanierungen relevant sind, erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Checkliste: Was du jetzt tun solltest 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Die Liste steht auf energie-effizienz-experten.de. 2. **Beratung beim BAFA fördern lassen**: 50 Prozent, höchstens 650 bzw. 850 Euro. 3. **Investition prüfen**: Liegt die Maßnahme in einem Antrag über 30.000 Euro? 4. **Antrag vor Vorhabenbeginn**: Beim BAFA muss bei Antragstellung ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vorliegen. Mit der Ausführung darfst du nach dem Antrag auf eigenes Risiko beginnen. 5. **Neue TPB-ID**: Für Anträge seit dem 21. Juli 2026 muss der Experte eine neu erzeugte Technische Projektbeschreibung (TPB-ID) verwenden. ## FAQ: iSFP und BEG-Reform 2026 **Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)?** Ein Planungsdokument eines Energieeffizienz-Experten für die schrittweise Sanierung. Bei BAFA-Einzelmaßnahmen an der Hülle bringt er seit dem 21. Juli 2026 ab 30.000 Euro Investition einen Bonus von 5 Prozentpunkten auf den Teil über der normalen Kostengrenze und verdoppelt die Kostengrenze auf 60.000 Euro für die erste Wohneinheit. **Was hat sich beim iSFP-Bonus geändert?** Bisher gab es 5 Prozentpunkte auf die ganze Maßnahme. Seit dem 21. Juli 2026 gibt es den Bonus nur ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur auf die Kosten oberhalb der Höchstgrenze ohne iSFP. **Lohnt sich der iSFP noch?** Ja, wenn du in einem Antrag deutlich mehr als 30.000 Euro investierst. Bei 45.000 Euro bringt er gerechnet 3.000 Euro mehr Zuschuss. Für kleine Maßnahmen fällt der Bonus weg. **Wie wird die Erstellung des iSFP gefördert?** Das BAFA übernimmt 50 Prozent des Beraterhonorars, höchstens 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 850 Euro ab drei Wohneinheiten, bei Eigentümergemeinschaften bis zu 250 Euro mehr. **Gibt es den iSFP-Bonus auch für die Wärmepumpe?** Nein. Die Heizung wird über die KfW gefördert, ohne iSFP-Bonus. Der iSFP-Bonus gilt für Maßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik beim BAFA. **Wie ist es beim Mehrfamilienhaus?** Die Mindestinvestition liegt bei 30.000 Euro. Der Bonus zählt aber erst für Kosten oberhalb der gestaffelten Höchstgrenze ohne iSFP: 30.000 Euro für die erste, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste und je 8.000 Euro ab der siebten Wohneinheit. Bei acht Wohneinheiten sind das 121.000 Euro. Quellen: - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html - BAFA: Förderprogramm im Überblick: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf --- # Erschließungskosten 2026: Was kostet die Grundstückserschließung wirklich? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/erschliessungskosten-grundstueck-2026-kosten-anschluesse Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Erschließungskosten werden beim Grundstückskauf gern unterschätzt, und dann überraschen sie als fünfstelliger Posten im Budget. Wer ein noch nicht erschlossenes Grundstück kauft oder ein Rohbauland-Grundstück entwickelt, zahlt für jeden Anschluss: Strom, Wasser, Abwasser, manchmal Gas, Telekommunikation, Straße. Zusammen kommen schnell 15.000 bis 20.000 Euro zusammen, manchmal mehr. Was 2026 realistisch fällig wird, wer welchen Teil zahlt und wie du als Bauherr Kosten senken kannst. ## Was sind Erschließungskosten, und was gehört dazu? **Erschließungskosten sind alle Aufwendungen, die nötig sind, um ein Grundstück an öffentliche Infrastruktur anzuschließen: Strom, Wasser, Abwasser, Straße und Telekommunikation. Ohne diese Anschlüsse ist ein Grundstück baurechtlich nicht bebaubar.** Der Begriff ist nicht einheitlich definiert, umfasst aber in der Praxis zwei Ebenen: - **Öffentliche Erschließung:** Die Gemeinde baut Straßen, Gehwege, Beleuchtung, Kanal und Versorgungsleitungen bis zur Grundstücksgrenze. Die Kosten dafür kann sie anteilig auf die Anlieger umlegen, per Bescheid, oft Jahre nach dem Bau. - **Private Erschließung (Hausanschlüsse):** Ab der Grundstücksgrenze bis ins Haus trägt du als Bauherr die Kosten selbst: das Verlegen der Anschlussleitungen, Hausanschlusskästen, Hauseinführungen. Beide Kostenblöcke müssen in deiner Kalkulation auftauchen. Kaufst du ein Grundstück in einem Neubaugebiet, kann es sein, dass die öffentliche Erschließung noch aussteht und per Nachbescheid nachträglich kommt, manchmal erst fünf Jahre nach dem Einzug. ## Kostenübersicht: Was kostet welcher Anschluss 2026? **Die einzelnen Anschlüsse kosten unterschiedlich viel, entscheidend ist die Entfernung zur nächsten öffentlichen Leitung. Für ein typisches Einfamilienhaus-Grundstück entstehen 2026 Gesamtkosten von 10.000 bis 25.000 Euro.** | Anschluss | Kostenspanne (2026) | Hinweis | |---|---|---| | Stromanschluss | 1.500 bis 3.000 € | inkl. Hausanschlusskasten, Zählerplatz | | Wasseranschluss | 2.000 bis 5.000 € | Druckverhältnisse bestimmen den Aufwand | | Abwasseranschluss | 3.000 bis 7.000 € | Schmutz- und Regenwasser meist getrennt | | Gasanschluss (optional) | 1.500 bis 3.000 € | nur bei geplanter Gasheizung | | Telekommunikation / Glasfaser | 1.000 bis 2.000 € | oft kostenlos bei Erschließungsprojekten | | Straßenerschließung | 2.000 bis 6.000 € | kommunale Umlage, stark variierend | | Vermessung & Gutachten | 500 bis 2.000 € | Bodengutachten empfohlen | | **Gesamt (typisch)** | **10.000 bis 25.000 €** | ohne Gas und ohne fernliegende Leitungen | *Quelle: Branchenrichtwerte 2026, musterhaus.net, hausbaufirma.com* Hinweis: Die Kosten können deutlich nach oben abweichen, wenn das Grundstück abgelegen liegt oder die nächste öffentliche Leitung weit entfernt ist. Bei Leitungslängen über 50 Meter steigen die Tiefbaukosten erheblich. ## Öffentliche Erschließung: Wer zahlt was? **Die Gemeinde kann Anliegern bis zu 90 Prozent der Kosten für technische Erschließung (Kanal, Wasser) und bis zu 70 Prozent für Straßenerschließung per Bescheid in Rechnung stellen, rechtliche Grundlage ist das Kommunalabgabengesetz (KAG) des jeweiligen Bundeslandes.** Das bedeutet: Beim Grundstückskauf solltest du beim Bauordnungsamt erfragen, ob bereits Erschließungsbeiträge beschieden oder noch offen sind. Offene Erschließungsbeiträge sind nicht im Grundbuch eingetragen und können dich nach dem Kauf überraschen. Wichtige Unterscheidung: - **Erschlossenes Grundstück:** Öffentliche Leitungen liegen an der Grundstücksgrenze, Beiträge sind meist bezahlt. Du zahlst nur die privaten Hausanschlüsse. - **Rohbauland / Bauerwartungsland:** Erschließung steht noch aus. Kosten kommen nachträglich, teilweise in mehreren Tranchen über Jahre. - **Baulücke im Bestand:** Oft bereits vollständig erschlossen, hier sind Erschließungskosten häufig kein Thema mehr. Bei einem [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) in einem neuen Baugebiet solltest du pauschal mit 15.000 bis 20.000 Euro Erschließungskosten kalkulieren, bis das Gegenteil durch schriftliche Auskunft der Gemeinde belegt ist. ## Regionale Unterschiede: Was 2026 in deinem Bundesland gilt **Die Höhe der Erschließungsbeiträge ist in Deutschland nicht bundeseinheitlich geregelt, jede Gemeinde wendet ihr Landesrecht an, und die Sätze schwanken erheblich. Bayern liegt beim kommunalen Erschließungsbeitrag regelmäßig höher als strukturschwächere Regionen in Ostdeutschland.** Beispielhafte Unterschiede: - **Bayern / Baden-Württemberg:** Hohe Grundstückspreise, kommunale Erschließungsbeiträge oft am oberen Rand. Wasseranschluss in Ballungsräumen 3.500 bis 5.000 €. - **Nordrhein-Westfalen:** Mittelfeld, abhängig stark von der Gemeinde. Manche NRW-Kommunen erheben keinen Straßenausbaubeitrag mehr, seit 2018 gilt eine Abschaffung in vielen Kreisen. Aktuelle Kosten für Bauherren in NRW: [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). - **Neue Bundesländer (Sachsen, Thüringen):** Günstigere Grundstückspreise, aber teilweise noch ungeklärte Erschließungsverhältnisse in Neubaugebieten aus Wendejahren. - **Küstenregionen (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern):** Bodengutachten oft zwingend nötig: Moorböden oder Überschwemmungsgebiete erhöhen die Kosten erheblich. Für eine vollständige Budgetplanung nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), der regionale Unterschiede bei Baunebenkosten einkalkuliert. ## Erschließungskosten als Baunebenkosten: Was noch dazu kommt **Erschließungskosten sind ein Teil der Baunebenkosten, die zusammen mit Grunderwerbsteuer, Notar, Makler und Behördengebühren typischerweise 15 bis 20 Prozent der Gesamtbaukosten ausmachen.** Vollständige Nebenkostenübersicht beim Grundstückskauf: | Kostenblock | Richtwert 2026 | |---|---| | Grunderwerbsteuer | 3,5 bis 6,5 % (je Bundesland) | | Notar & Grundbuch | 1,5 bis 2,0 % des Kaufpreises | | Maklerprovision | 0 bis 3,57 % (hälftig seit 2020) | | Erschließungskosten | 10.000 bis 25.000 € (pauschal) | | Bodengutachten | 800 bis 2.000 € | | Baugenehmigung | 0,5 bis 1,0 % der Bausumme | | Hausanschlüsse (privat) | 5.000 bis 12.000 € | *Hinweis: Erschließungsbeiträge können auch noch 5 bis 10 Jahre nach Einzug als Nachbescheid kommen. Dafür als Finanzierungsreserve einplanen.* Die Baustoffpreise sind 2026 ebenfalls gestiegen: Laut Statistischem Bundesamt (Pressemitteilung Juni 2026) verteuerten sich Metalle im Mai um 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Holz um bis zu 11,8 Prozent (Dachlatten). Das betrifft auch Tiefbauarbeiten für die Hausanschlüsse direkt. ## Bodengutachten: Warum es bei Erschließung Pflicht sein sollte **Ein Bodengutachten (Baugrunduntersuchung) kostet 800 bis 2.000 Euro, und kann dich vor fünfstelligen Nachtragskosten schützen, wenn ungeeigneter Boden, Grundwasser oder Kontaminierungen entdeckt werden.** Viele Bauherren sparen an dieser Stelle und bereuen es. Ein nicht tragfähiger Untergrund zwingt zum Bodenaustausch oder aufwändigeren Fundament, das kostet schnell 10.000 bis 30.000 Euro mehr als geplant. Für die Erschließung relevant: Bei hohem Grundwasserstand können Kanalleitungen tiefer verlegt werden müssen, was den Tiefbauaufwand deutlich erhöht. Das Bodengutachten sollte daher vor Erschließungsplanung vorliegen. ## Tipps: So sparst du bei der Erschließung **Wer die Erschließungskosten kennt, kann sie nicht immer senken, aber mit dem richtigen Vorgehen lassen sich einige Tausend Euro sparen.** **1. Erschließungsstatus vor dem Kauf klären:** Beim Bauordnungsamt schriftlich anfragen, ob Erschließungsbeiträge offen sind. Das kostet nichts und schützt vor Nachüberraschungen. **2. Mehrere Handwerker beauftragen:** Bei privaten Hausanschlüssen sind lokale Tiefbaufirmen oft 20 bis 30 Prozent günstiger als große Installationsbetriebe. Mindestens drei Angebote einholen. **3. Sammelerschließung nutzen:** In Neubaugebieten, wo mehrere Häuser gleichzeitig entstehen, teilen sich Bauherren manchmal die Grabungskosten. Mit dem Erschließungsträger verhandeln. **4. Glasfaser kostenlos mitverhandeln:** Viele Netzbetreiber erschließen Neubaugebiete kostenlos, wenn genug Haushalte zugesagt haben. Vor dem Bau anfragen spart 1.000 bis 2.000 Euro. **5. Tiefbauarbeiten zusammenlegen:** Wenn Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen gemeinsam verlegt werden, spart man Grabungskosten erheblich. Mit den Versorgern koordinieren, dass alle Gewerke in einem Arbeitsgang erfolgen. **6. Fördermöglichkeiten prüfen:** Für ländliche Grundstücke gibt es in einigen Bundesländern Erschließungszuschüsse oder zinsgünstige Kommunaldarlehen. Das ist kein Standard, aber einen Anruf bei der Gemeindeverwaltung wert. Wer sein Budget für den gesamten Hausbau planen will, sollte mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) eine vollständige Übersicht erstellen, inklusive Erschließung, Baunebenkosten und Haustechnik. ## FAQ: Erschließungskosten 2026 **Was sind Erschließungskosten beim Grundstückskauf?** Erschließungskosten sind die Aufwendungen, um ein Grundstück an Strom, Wasser, Abwasser, Straße und Telekommunikation anzuschließen. Sie umfassen sowohl den öffentlichen Teil (Leitungen bis zur Grundstücksgrenze, Umlage durch die Gemeinde) als auch den privaten Teil (Hausanschlüsse ab der Grundstücksgrenze). Typisch sind 10.000 bis 25.000 Euro für ein Einfamilienhaus. **Wer zahlt die Erschließungskosten: Käufer oder Gemeinde?** Beide. Die Gemeinde trägt zunächst die Kosten für öffentliche Erschließungsmaßnahmen und kann bis zu 90 Prozent auf die Anlieger umlegen. Der private Teil (Hausanschlüsse) liegt komplett beim Bauherrn. Wichtig: Erschließungsbeiträge können auch noch Jahre nach Einzug per Bescheid kommen. **Sind Erschließungskosten bei erschlossenem Grundstück kein Thema mehr?** Fast. Wenn ein Grundstück bereits erschlossen ist und alle Beiträge bezahlt sind, fallen nur noch die Hausanschlüsse an, das sind typisch 5.000 bis 12.000 Euro. Unbedingt beim Bauordnungsamt bestätigen lassen, dass keine offenen Erschließungsbeiträge mehr bestehen. **Kann ich Erschließungskosten steuerlich absetzen?** Für selbstgenutzte Eigenheime nein. Erschließungskosten gehören zu den Anschaffungskosten des Grundstücks und erhöhen den Buchwert, beim Verkauf relevant für die Berechnung des Veräußerungsgewinns. Bei vermieteten Objekten sind sie aktivierungspflichtig und nur über Abschreibungen abzusetzen. **Wie unterscheiden sich Erschließungskosten in Bayern gegenüber Ostdeutschland?** In Bayern und Baden-Württemberg liegen Erschließungskosten oft am oberen Rand der Spannen, bedingt durch höhere Lohnkosten und stärkere Nachfrage. In ostdeutschen Bundesländern sind Tiefbaupreise günstiger, aber manche Grundstücke haben noch ungeklärte Erschließungsverhältnisse aus den 1990er Jahren. Immer konkret beim zuständigen Versorger anfragen. **Fallen Erschließungskosten auch bei einem Fertighaus oder Bungalow an?** Ja, immer, unabhängig von der Bauart. Ob [Bungalow](https://baukostenplan.de/haustypen/bungalow), Massivhaus oder Fertighaus: Jedes Gebäude braucht Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss. Die Erschließungskosten hängen vom Grundstück ab, nicht vom Haustyp. **Wie plane ich Erschließungskosten richtig ein?** Als Faustregel: 15.000 Euro als Mindestpuffer für Erschließung einplanen, bei noch nicht erschlossenen Grundstücken 20.000 bis 25.000 Euro. Dazu kommen weitere Baunebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer, Bodengutachten). Für eine vollständige Kalkulation hilft der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Detaillierte Regionaldaten findest du unter [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Quellen: - Statistisches Bundesamt: Erzeugerpreisindizes für Bauwerke, Mai 2026: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html - musterhaus.net: Erschließungskosten 2026 – Richtwerte und Berechnung: https://www.musterhaus.net/ratgeber/erschliessungskosten-fuer-das-grundstueck - hausbaufirma.com: Grundstück erschließen – Kosten und Ablauf 2026: https://hausbaufirma.com/erschliessung/ - Homeday: Erschließungskosten – Definition und Höhe 2026: https://www.homeday.de/de/immobilienlexikon/erschliessungskosten/ --- # Serielles Sanieren 2026: BEG-Reform weitet Bonus auf EH 70 EE aus: Kosten, Ablauf und KfW-Förderung URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/serielles-sanieren-2026-beg-reform-eh70-bonus-kosten Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Serielles Sanieren hat mit der BEG-Reform mehr Reichweite bekommen. Seit dem 21. Juli 2026 gilt der Bonus für serielle Sanierung (SerSan) auch für das Effizienzhaus 70 EE, beantragen lässt er sich seit dem 24. September 2026. Damit kommen Gebäude an den Bonus, für die ein EH 55 oder EH 40 zu aufwendig wäre. Was serielles Sanieren ist, welche Bedingungen die KfW stellt und wie viel Förderung drin ist. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Werte laut KfW-Merkblatt 261 (gültig ab 24.09.2026) und KfW-Infoblatt Version 11.0. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist serielles Sanieren? **Beim seriellen Sanieren werden Fassadenelemente, auf Wunsch auch Dachelemente, im Werk vorgefertigt und vor Ort montiert. Grundlage ist ein digitales 3D-Aufmaß des Gebäudes. So sinkt der handwerkliche Aufwand auf der Baustelle deutlich.** Das Konzept ist aus den Niederlanden bekannt (Energiesprong) und wird in Deutschland seit einigen Jahren gefördert. Statt Gewerk für Gewerk am Gebäude zu arbeiten, wird digital geplant, im Werk gefertigt und dann mit dem Kran montiert. Typische Bestandteile: - vorgefertigte, gedämmte Fassadenelemente, oft mit eingebauten Fenstern - optional Dachelemente, teils mit Photovoltaik - häufig zusammen mit neuer Haustechnik wie Wärmepumpe und Lüftung - digitales 3D-Aufmaß als Basis für die Fertigung Für vermietete [Mehrfamilienhäuser](https://baukostenplan.de/haustypen/mehrfamilienhaus) ist das besonders interessant, weil die Bauzeit am Gebäude kürzer ist und Bewohner in vielen Fällen wohnen bleiben können. Wie lange die Montage dauert, hängt vom Gebäude und vom Anbieter ab. ## Welche Bedingungen stellt die KfW an serielles Sanieren? **Mindestvoraussetzung ist die Sanierung der Fassade mit seriell vorgefertigten Elementen. Mindestens 80 Prozent der Fassadenfläche müssen so erneuert werden, Dachelemente allein reichen nicht.** Laut KfW-Infoblatt (Version 11.0) gilt: - Die Fassadenelemente bestehen mindestens aus einer werkseitig vorgefertigten Tragkonstruktion für Dämm- und Witterungsebene, auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes. - Mindestens 80 Prozent der wärmeübertragenden Fassadenflächen (oder der gesamten Fassade) werden vollständig mit solchen Elementen saniert. - Die Elemente werden in Größe und Form unverändert vor Ort angebracht. - Die Elemente sind mindestens geschosshoch. - Werden Fenster erneuert, müssen sie oder ihre Rahmen werkseitig in die Elemente eingebaut sein. Zusätzlich muss das Gebäude eine Effizienzhaus-Stufe erreichen, die den Bonus vorsieht: EH 70 EE, EH 55 EE oder EH 40 EE (jeweils auch als NH-Klasse). ## Ablauf: Wie läuft eine serielle Sanierung ab? **Ein Projekt durchläuft vier Phasen: digitale Vermessung, Planung, Fertigung im Werk und Montage. Der Förderantrag muss vor Beginn des Vorhabens bei der KfW eingehen.** **Phase 1, Vermessung:** Das Gebäude wird digital erfasst, etwa mit 3D-Laserscanner. Das digitale 3D-Aufmaß ist Fördervoraussetzung. **Phase 2, Planung:** Aus dem Scan entsteht ein Gebäudemodell. Der Energieeffizienz-Experte plant mit, damit der Effizienzhaus-Standard erreicht wird, und erstellt die Bestätigung zum Antrag (BzA). **Phase 3, Antrag und Fertigung:** Den Antrag stellst du über deine Bank. Danach werden Fassaden-, Dach- und gegebenenfalls Technikelemente im Werk gefertigt. **Phase 4, Montage:** Die Elemente werden geliefert und mit dem Kran gesetzt. Danach folgen Anschlüsse, Innenarbeiten und die Haustechnik. ## Was hat sich durch die BEG-Reform geändert? **Der SerSan-Bonus gilt seit der Reform auch für das EH 70 EE, mit 5 Prozentpunkten. Er ist seit dem 24. September 2026 beantragbar. Auch für Nichtwohngebäude gibt es den Bonus seitdem. WPB- und SerSan-Bonus sind nicht mehr gemeinsam auf 20 Prozentpunkte gedeckelt.** | Effizienzhaus-Stufe (Wohngebäude) | Tilgungszuschuss Basis | SerSan-Bonus | mit WPB-Bonus (+10) | |---|---|---|---| | EH 40 EE | 10 % | + 15 Punkte = 25 % | 35 % | | EH 55 EE | 5 % | + 15 Punkte = 20 % | 30 % | | EH 70 EE | 0 % | + 5 Punkte = 5 % | 15 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. Mit Nachhaltigkeitsklasse (NH) jeweils 5 Punkte mehr.* Die Tilgungszuschüsse ohne Bonus sind mit der Reform gesunken, beim EH 70 EE gibt es ohne Bonus gar keinen mehr. Der SerSan-Bonus ist für diese Stufe deshalb der einzige Weg zu einem Tilgungszuschuss, zusammen mit WPB-Bonus und NH-Klasse. Warum ist das EH 70 EE wichtig? Viele ältere Gebäude erreichen ein EH 55 oder EH 40 nur mit sehr hohem Aufwand. Ein EH 70 EE ist mit neuer Fassade, Dach und erneuerbarer Heizung oft realistischer. Das musst du aber im Einzelfall vom Energieeffizienz-Experten prüfen lassen. Für Nichtwohngebäude nennt die KfW eine pauschale Absenkung der Tilgungszuschüsse um 10 Prozentpunkte und den neuen SerSan-Bonus. Die genauen Sätze stehen im jeweiligen KfW-Merkblatt für Nichtwohngebäude. Das Reformpaket im Überblick erklärt der Ratgeber zur [KfW BEG-Reform Juli 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen). ## Was kostet serielles Sanieren 2026? **Amtliche Richtwerte für die Kosten serieller Sanierung gibt es nicht. Der Preis hängt stark von Gebäudegröße, Geometrie, Umfang (Fassade, Dach, Technik) und Anbieter ab. Hol mehrere Angebote ein und lass sie vom Energieeffizienz-Experten einordnen.** Kostentreiber sind vor allem: - die Fassadenfläche und die Zahl der Fenster - die Geometrie: Erker, Vorsprünge und unregelmäßige Grundrisse machen Elemente teurer - ob Dachelemente und Technikmodule mitgeliefert werden - Gerüst, Kran, Zufahrt und Anschlussarbeiten vor Ort Bei vermieteten Gebäuden kommt ein Vorteil dazu, der in keiner Kostentabelle steht: Wenn Bewohner während der Montage bleiben können, fallen weniger Mietausfälle und Umzugskosten an. Gerechnet mit einer Annahme, nicht mit Marktdaten: Liegen die förderfähigen Kosten je Wohneinheit bei 100.000 Euro und erreicht das Gebäude ein EH 55 EE mit SerSan-Bonus, beträgt der Tilgungszuschuss 20 Prozent auf den Kredit, also 20.000 Euro je Wohneinheit. Beim EH 70 EE mit SerSan-Bonus wären es 5.000 Euro. Wie stark Baukosten regional schwanken, zeigt die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Für deinen eigenen Finanzierungsplan nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Wie wird serielles Sanieren gefördert? **Die Förderung läuft über den KfW-Kredit 261 (Wohngebäude). Der SerSan-Bonus erhöht den Tilgungszuschuss, also den Teil des Kredits, den du nicht zurückzahlen musst. Den Antrag stellst du über deine Bank, bevor das Vorhaben beginnt.** 1. **Energieeffizienz-Experte:** Pflicht. Er erstellt die Bestätigung zum Antrag (BzA) und nach Abschluss die Bestätigung nach Durchführung (BnD). Experten findest du unter energie-effizienz-experten.de. 2. **Antrag vor Vorhabenbeginn:** Als Beginn gilt grundsätzlich der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags für die Ausführung. Ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, der an die Förderzusage geknüpft ist, ist erlaubt. Planung und Beratung dürfen vorher stattfinden. 3. **Kredit:** bis 150.000 Euro je Wohneinheit. Der effektive Zins liegt laut KfW vom 6. Oktober 2026 bei 3,05 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei) bis 3,77 Prozent (endfällig). 4. **Nachweis:** Nach Fertigstellung bestätigt der Experte mit der BnD, dass Standard und SerSan-Anforderungen erfüllt sind. Dann schreibt die KfW den Tilgungszuschuss gut. Die Kosten für Fachplanung und Baubegleitung durch den Experten sind im KfW 261 selbst förderfähig: 50 Prozent Tilgungszuschuss auf höchstens 10.000 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern, bei Mehrfamilienhäusern 4.000 Euro je Wohneinheit, höchstens 40.000 Euro. Über die BAFA-Einzelmaßnahmen läuft das nicht, weil Einzelmaßnahmen und KfW 261 seit dem 21. Juli nicht parallel genutzt werden dürfen. ## Für wen lohnt sich serielles Sanieren? **Am ehesten bei Gebäuden mit einfacher, regelmäßiger Fassade, die ohnehin eine neue Hülle brauchen, und bei vermieteten Mehrfamilienhäusern. Ob es sich für dein Haus rechnet, entscheidet der Vergleich konkreter Angebote.** Serielles Sanieren passt eher, wenn: - das Gebäude energetisch schlecht und kaum gedämmt ist - Mietausfälle oder Auszüge vermieden werden sollen - die Fassade regelmäßig ist und sich gut in Elemente teilen lässt - Fassade oder Dach ohnehin erneuert werden müssen - ein EH 70 EE realistisch ist, ein EH 55 aber nicht Serielles Sanieren passt weniger, wenn: - das Gebäude viele Erker, Vorsprünge oder eine geschützte Fassade hat - nur eine Einzelmaßnahme geplant ist, etwa ein Heizungstausch - weniger als 80 Prozent der Fassade erneuert werden sollen Gilt dein Haus als Worst Performing Building (Endenergiebedarf ab 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr oder Energieausweis Klasse H), kommen 10 Prozentpunkte WPB-Bonus dazu. ## FAQ: Serielles Sanieren 2026 **Was ist der Unterschied zwischen seriellem und klassischem Sanieren?** Beim klassischen Sanieren arbeiten die Gewerke nacheinander am Gebäude. Beim seriellen Sanieren werden Fassaden- und gegebenenfalls Dachelemente im Werk vorgefertigt und vor Ort montiert. Die Arbeit am Gebäude ist dadurch kürzer, und Bewohner können oft bleiben. **Seit wann gilt der SerSan-Bonus für EH 70 EE?** Eingeführt wurde er mit der BEG-Reform am 21. Juli 2026, beantragbar ist er seit dem 24. September 2026. Für EH 40 EE und EH 55 EE gibt es den Bonus weiterhin. **Wie hoch ist der SerSan-Bonus?** 15 Prozentpunkte beim EH 40 EE und EH 55 EE, 5 Prozentpunkte beim EH 70 EE. Der Bonus erhöht den Tilgungszuschuss auf den Kreditbetrag. Bei 150.000 Euro Kredit bringen 15 Prozentpunkte gerechnet 22.500 Euro, 5 Prozentpunkte 7.500 Euro. **Müssen Bewohner während der Sanierung ausziehen?** In vielen Fällen nicht, weil die Elemente von außen montiert werden. Für Anschlüsse und Fensterarbeiten kann es kurze Einschränkungen in einzelnen Wohnungen geben. Kläre das mit dem Anbieter. **Reicht es, nur das Dach seriell zu sanieren?** Nein. Mindestvoraussetzung für den SerSan-Bonus ist die Fassade: mindestens 80 Prozent der Fassadenfläche mit vorgefertigten Elementen. Dachelemente sind zusätzlich möglich. **Brauche ich einen Energieeffizienz-Experten?** Ja. Ohne Experten gibt es keine Bestätigung zum Antrag und keine Förderung über KfW 261. Seine Kosten für Fachplanung und Baubegleitung werden im KfW 261 mit 50 Prozent Tilgungszuschuss gefördert. **Darf ich vor dem Antrag schon planen und vermessen?** Ja. Planung, Beratung und das 3D-Aufmaß sind vor dem Antrag erlaubt. Den Ausführungsvertrag darfst du vorher nur mit aufschiebender oder auflösender Bedingung abschließen, die an die Förderzusage geknüpft ist. Quellen: - KfW: Merkblatt Wohngebäude Kredit (261), gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW: Wohngebäude Kredit 261 (Programmseite): https://www.kfw.de/261 - KfW: Pressemitteilung zur Übergangsphase, 08.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html --- # BEG-Reform 21. Juli 2026: Was sich bei KfW und BAFA geändert hat und was Bauherren heute wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/beg-reform-21-juli-2026-kfw-bafa-aenderungen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Am 21. Juli 2026 ist die BEG-Reform in Kraft getreten. Sie betrifft alle, die ein bestehendes Haus sanieren oder eine neue Heizung planen. Einige Boni sind gesunken, zwei Zuschläge sind entfallen, und die förderfähigen Kosten beim Heizungstausch werden ab Februar 2027 schrittweise weiter abgesenkt. Die Frist, um noch nach den alten Bedingungen zu beantragen, ist am 20. Juli abgelaufen. Heute zählt: Je früher der Antrag, desto besser die Konditionen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Werte laut KfW-Merkblättern 458 und 261 (Stand 09/2026) und BAFA.* ## Was galt bis zum 20. Juli 2026? **Wer vor der Umstellung eine gültige Bestätigung zum Antrag (BzA) bei der KfW oder eine Technische Projektbeschreibung (TPB) beim BAFA hatte, konnte bis zum 20. Juli 2026 nach den alten Bedingungen beantragen. Diese Frist ist abgelaufen.** Die Umstellungsphase begann bei der KfW am 8. Juli 2026. Neue BzA und gBzA konnten ab dann nicht mehr erstellt werden. Seit dem 21. Juli gelten die neuen Richtlinien, beim BAFA müssen seitdem neue TPB erzeugt werden. Eine Uhrzeit für den Fristablauf hat die KfW in ihrer Pressemitteilung nicht genannt. Für Anträge, die vor dem 21. Juli gestellt wurden, gilt die alte Richtlinie, auch wenn erst später entschieden wird. Betroffen sind unter anderem: - die Heizungsförderung der KfW (zum Beispiel KfW 458 für Privatpersonen) - die Sanierung von Wohngebäuden zum Effizienzhaus (KfW 261 und 262) - die Einzelmaßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik beim BAFA - die Förderung von Nichtwohngebäuden und kommunalen Gebäuden Der Klimafreundliche Neubau (KfW 297/298) gehört nicht dazu. ## Was hat sich beim Heizungstausch geändert (KfW 458)? **Die Grundförderung bleibt bei 30 Prozent. Der Klimageschwindigkeitsbonus ist von 20 auf 16 Prozent gesunken, der Effizienzbonus entfallen. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit 28.000 statt 30.000 Euro, für kleine Einkommen liegt der Deckel jetzt bei 80 Prozent.** | Bonus / Parameter | bis 20.07.2026 | seit 21.07.2026 | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | 30 % | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 %, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 4 Punkte | | Einkommensbonus | 30 % bis 40.000 € zvE | 40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 € zvE | | Effizienzbonus | 5 % | entfällt | | Förderdeckel | 70 % | 70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 % | | Förderfähige Kosten 1. WE | 30.000 € | 28.000 €, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 750 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026; alte Werte laut BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen vom 21.12.2023. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* Gerechnet für Grundförderung plus Klimabonus: Bis zum 20. Juli gab es bis zu 50 Prozent auf 30.000 Euro, also 15.000 Euro. Heute sind es 46 Prozent auf 28.000 Euro, also 12.880 Euro. Das sind 2.120 Euro weniger. Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bekommen dagegen 40 statt 30 Prozent Einkommensbonus und einen Deckel von 80 Prozent, also bis zu 22.400 Euro statt bisher 21.000 Euro. Haushalte zwischen 40.000 und 50.000 Euro bekommen erstmals 10 Prozent. Lebt ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert. Einkommens- und Klimabonus gibt es nur für Selbstnutzer. ## Was hat sich bei den BAFA-Einzelmaßnahmen geändert? **Für Mehrfamilienhäuser gilt eine gestaffelte Kostenobergrenze statt 30.000 Euro je Wohneinheit. Der iSFP-Bonus greift erst ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur auf den Betrag darüber.** Die Grundförderung für Dämmung, Fenster und Anlagentechnik liegt weiter bei 15 Prozent. Geändert hat sich: 1. **Mehrfamilienhäuser:** Förderfähig sind 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste und je 8.000 Euro ab der siebten. Bisher waren es 30.000 Euro je Wohneinheit. 2. **iSFP-Bonus:** Die 5 Prozentpunkte für Maßnahmen aus einem geförderten Sanierungsfahrplan gibt es nur noch ab 30.000 Euro förderfähiger Investition, und nur auf den Betrag oberhalb dieser Schwelle. Mehrere Anträge werden dafür nicht zusammengerechnet. 3. **WPB-Bonus:** Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 sollen Dämmmaßnahmen an Worst Performing Buildings 5 Prozentpunkte mehr bekommen. Gemeint sind die energetisch schlechtesten Gebäude, etwa mit einem Endenergiebedarf ab 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr oder einem Energieausweis der Klasse H. Voraussetzung ist eine geförderte Energieberatung. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) heißt das: Wer weniger als 30.000 Euro in die Hülle investiert, bekommt 15 Prozent ohne iSFP-Bonus. Wer mehr plant, sollte die Maßnahmen in einem Antrag bündeln. Gerechnet liegt der Zuschuss dann höchstens bei 4.500 Euro ohne iSFP und 10.500 Euro mit iSFP. ## Was hat sich bei der Komplettsanierung geändert (KfW 261)? **Die Tilgungszuschüsse sind laut Bundeswirtschaftsministerium um 10 Prozentpunkte gesunken. Dafür lassen sich der Bonus für serielles Sanieren und der WPB-Bonus jetzt ohne den alten 20-Prozent-Deckel kombinieren. Mit allen Boni sind beim EH 40 EE bis zu 40 Prozent Tilgungszuschuss möglich.** | Effizienzhaus-Stufe | Basis | NH | WPB | SerSan | Maximum | |---|---|---|---|---|---| | EH 40 EE | 10 % | +5 | +10 | +15 | 40 % | | EH 55 EE | 5 % | +5 | +10 | +15 | 35 % | | EH 70 EE | 0 % | +5 | +10 | +5 | 20 % | | EH 85 EE | 0 % | +5 | nein | nein | 5 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. Maximum gerechnet aus den Einzelwerten.* Die Erneuerbare-Energien-Klasse ist jetzt Voraussetzung für jede Stufe, der bisherige EE-Bonus von 5 Prozent ist entfallen. Förderfähig sind einheitlich 150.000 Euro je Wohneinheit. WPB steht für Worst Performing Building, nicht für eine Wärmepumpen-Vorbereitung. SerSan steht für serielles Sanieren mit vorgefertigten Fassadenelementen. Der neue SerSan-Bonus für EH 70 EE ist seit dem 24. September 2026 beantragbar. ## Wie sieht der Absenkpfad bei der Heizungsförderung aus? **Die Reform legt einen festen Absenkpfad fest: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt zum 1. Februar und 1. August jeweils um 4 Prozentpunkte, die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit um 750 Euro. Ab dem 1. August 2028 gibt es keinen Klimabonus mehr.** | Antragsdatum | Klimageschwindigkeitsbonus | Förderfähige Kosten 1. WE | |---|---|---| | bis 20.07.2026 (alt) | 20 % | 30.000 € | | 21.07.2026 bis 31.01.2027 | 16 % | 28.000 € | | 01.02.2027 bis 31.07.2027 | 12 % | 27.250 € | | 01.08.2027 bis 31.01.2028 | 8 % | 26.500 € | | 01.02.2028 bis 31.07.2028 | 4 % | 25.750 € | | ab 01.08.2028 | entfällt | 25.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458 und BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen. Die Richtlinie ist beschlossen, die Werte stehen fest. Die förderfähigen Kosten sinken weiter bis auf 22.000 Euro ab 01.08.2030.* Maßgeblich ist das Antragsdatum. Wer eine Heizung tauschen will, stellt den Antrag am besten vor dem 1. Februar 2027. Nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Einen Überblick über deine Gesamtkosten gibt der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was bedeutet das für drei typische Vorhaben? **Am stärksten spürbar ist die Reform beim Heizungstausch ohne Einkommensbonus. Bei der Komplettsanierung hängt viel davon ab, ob WPB- und SerSan-Bonus greifen.** **Profil A, Wärmepumpe im eigenen Haus (KfW 458):** Heute bis zu 12.880 Euro bei 28.000 Euro Kosten (46 Prozent mit Klimabonus). Mit Einkommensbonus bis zu 22.400 Euro. Empfehlung: Antrag vor dem 1. Februar 2027 stellen. Vorher Bestätigung zum Antrag einholen und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung schließen. **Profil B, Dämmung mit Sanierungsfahrplan (BAFA):** 15 Prozent Grundförderung, iSFP-Bonus nur ab 30.000 Euro und nur auf den Betrag darüber. Empfehlung: Maßnahmen aus dem Fahrplan, die du ohnehin vorhast, in einem Antrag zusammenfassen. **Profil C, Komplettsanierung (KfW 261):** Tilgungszuschuss je nach Stufe 0 bis 10 Prozent Basis, mit Boni bis 40 Prozent. Empfehlung: Mit dem Energieeffizienz-Experten prüfen, ob dein Gebäude als Worst Performing Building gilt und ob serielle Sanierung in Frage kommt. Beachte, dass du Einzelmaßnahmen und KfW 261 nicht parallel nutzen kannst, es gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. Wie stark Lohn- und Materialkosten regional schwanken, zeigt die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Welche Programme lassen sich kombinieren? **Heizungsförderung der KfW und BAFA-Zuschuss für Dämmung oder Fenster kannst du nebeneinander nutzen, beide gehören zu den Einzelmaßnahmen. Nicht parallel geht seit dem 21. Juli die Kombination von Einzelmaßnahmen mit dem Effizienzhaus-Kredit KfW 261.** Für private Eigentümer heißt das: Entweder du sanierst Schritt für Schritt mit Einzelmaßnahmen (Heizung über die KfW, Hülle über das BAFA), oder du sanierst in einem Zug zum Effizienzhaus über KfW 261. Wer zwischen beiden Wegen wechselt, muss drei Jahre ab dem Verwendungsnachweis abwarten. Dieselben Kosten dürfen nicht doppelt gefördert werden, und für geförderte Maßnahmen gibt es keine Steuerermäßigung nach § 35c EStG. Für den Eigenanteil bei Einzelmaßnahmen bietet die KfW einen Ergänzungskredit bis 120.000 Euro je Wohneinheit an. Alles zu Antragstellung und Kombination erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: BEG-Reform seit 21. Juli 2026 **Was hat sich am 21. Juli 2026 bei der BEG geändert?** Der Klimageschwindigkeitsbonus ist von 20 auf 16 Prozent gesunken, der Effizienzbonus entfallen, die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit beim Heizungstausch sind von 30.000 auf 28.000 Euro gesunken. Bei KfW 261 sind die Tilgungszuschüsse niedriger. Beim BAFA haben sich iSFP-Bonus und die Grenzen für Mehrfamilienhäuser geändert. **Ich hatte eine BzA, aber noch keinen Antrag gestellt. Was gilt?** Wer bis zum 20. Juli keinen Antrag gestellt hat, bekommt die neuen Konditionen. Die alten Sätze galten nur für Anträge bis zu diesem Tag. **Wie stelle ich heute einen Antrag auf Heizungsförderung?** Energieeffizienz-Experte oder Fachbetrieb erstellen die Bestätigung zum Antrag. Du schließt einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung und stellst den Antrag selbst im Portal "Meine KfW". Eine Vertretung durch Dritte ist nicht zugelassen, außer bei Wohnungseigentümergemeinschaften. **Ist die Grundförderung von 30 Prozent weggefallen?** Nein, sie bleibt bei 30 Prozent. Entfallen sind Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag. Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 soll die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken, mit 15 Prozent Bonus für Geräte mit Ursprung in der EU. **Lohnt sich eine Wärmepumpe nach dem 21. Juli noch?** Das hängt vom Gebäude und den Energiepreisen ab. Die Förderung liegt zwischen 30 Prozent und dem Deckel von 70 Prozent, für Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bei bis zu 80 Prozent. Haushalte mit kleinem Einkommen bekommen damit mehr als vorher. **Gilt der Absenkpfad auch für KfW-Neubaukredite?** Nein. Der Absenkpfad betrifft die Heizungsförderung. Der Klimafreundliche Neubau (297/298) hat eigene Bedingungen, die befristete EH55-Stufe kann laut KfW bis spätestens 31. Dezember 2026 beantragt werden. Quellen: - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Merkblatt Wohngebäude Kredit (261), gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Pressemitteilung zur Übergangsphase, 08.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Förderprogramm im Überblick: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html --- # KfW Heizungsförderung seit 21. Juli 2026: Was sich geändert hat, und was das für dich bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-heizungsfoerderung-neue-regeln-juli-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Bedingungen für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Bei der KfW-Heizungsförderung (Programm 458) sind die förderfähigen Höchstkosten gesunken, Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind weggefallen. Dafür gibt es einen gestaffelten Einkommensbonus, und Haushalte mit kleinem Einkommen können bis zu 80 Prozent Förderung bekommen. Die Übergangsphase für Anträge nach altem Recht endete am 20. Juli 2026. Hier steht, was jetzt gilt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was hat sich am 21. Juli 2026 geändert? **Die Heizungsförderung 458 läuft weiter, aber mit neuen Konditionen: Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sanken von 30.000 auf 28.000 Euro, der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 auf 16 Prozent. Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag entfallen. Neu sind ein dreistufiger Einkommensbonus und eine Obergrenze von 80 Prozent für kleine Einkommen.** Die Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten ist geblieben. Im Einzelnen: - **Förderfähige Kosten**: 28.000 Euro statt 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, ab 1. Februar 2027 halbjährlich 750 Euro weniger - **Effizienzbonus entfällt**: Der bisherige Bonus von 5 Prozent, etwa für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel, ist weggefallen - **Emissionsminderungszuschlag entfällt**: Der pauschale Zuschlag von 2.500 Euro für emissionsarme Biomasseheizungen ist gestrichen - **Einkommensbonus neu gestaffelt**: 40, 30 oder 10 Prozent für selbstnutzende Eigentümer - **Klimageschwindigkeitsbonus**: 16 statt 20 Prozent, ab 1. Februar 2027 halbjährlich 4 Prozentpunkte weniger - **Obergrenze**: 70 Prozent, für Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen 80 Prozent Alte Konditionen bekommt nur, wer seinen Antrag vor dem 21. Juli 2026 mit vollständiger und korrekter Bestätigung zum Antrag (BzA) gestellt hat. ## Förderfähige Höchstkosten seit 21. Juli 2026 **Für Wohngebäude gilt: 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste, je 8.000 Euro ab der siebten. Nur der Betrag für die erste Wohneinheit sinkt ab Februar 2027 halbjährlich.** | Wohneinheit | Förderfähige Kosten seit 21.7.2026 | Entwicklung | |---|---|---| | 1. Wohneinheit | 28.000 € | ab 01.02.2027 halbjährlich minus 750 €, ab 01.08.2030 22.000 € | | 2. bis 6. Wohneinheit | je 15.000 € | unverändert | | ab 7. Wohneinheit | je 8.000 € | unverändert | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026, und BEG-EM-Richtlinie.* Für Nichtwohngebäude gelten eigene Höchstbeträge nach Fläche. Die Werte stehen im Merkblatt 458 bzw. im Merkblatt für Nichtwohngebäude. Wichtig: Der Höchstbetrag begrenzt die **förderfähigen Kosten**, nicht den Zuschuss. Bei 28.000 Euro und 30 Prozent Grundförderung ergibt sich ein Basiszuschuss von 8.400 Euro, ohne Boni. ## Einkommensbonus: Wer bekommt wie viel? **Selbstnutzende Eigentümer erhalten je nach zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen 40, 30 oder 10 Prozent zusätzlich. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, steigt die Einkommensgrenze einmalig um 10.000 Euro.** | Zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen | Einkommensbonus | |---|---| | bis 30.000 € | 40 % | | bis 40.000 € | 30 % | | bis 50.000 € | 10 % | | über 50.000 € | kein Einkommensbonus | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* Der Familienzuschlag gilt pauschal und einmalig, unabhängig von der Zahl der Kinder. Ein Beispiel, grob gerechnet: Eine Familie mit einem Kind und 38.000 Euro zu versteuerndem Einkommen liegt mit Zuschlag rechnerisch bei 28.000 Euro und erhält damit 40 Prozent. Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Wer 2026 beantragt, legt die Einkommensteuerbescheide für 2023 und 2024 vor. Mit 40 Prozent Einkommensbonus und 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus kämen rechnerisch 86 Prozent zusammen. Die Förderung ist aber gedeckelt: bei 80 Prozent für Haushalte bis 30.000 Euro, sonst bei 70 Prozent. Für **vermietete Immobilien** gibt es weder Einkommens- noch Klimageschwindigkeitsbonus. Vermieter erhalten die Grundförderung von 30 Prozent. ## Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent bis Ende Januar 2027 **Der Bonus beträgt seit dem 21. Juli 2026 16 Prozent. Für Anträge ab 1. Februar 2027 sinkt er auf 12 Prozent, ab 1. August 2027 auf 8 Prozent, ab 1. Februar 2028 auf 4 Prozent. Ab 1. August 2028 gibt es ihn nicht mehr.** Den Bonus bekommen nur selbstnutzende Eigentümer, und zwar für den Tausch - einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung, unabhängig vom Alter, oder - einer Gas- oder Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Ein grob gerechnetes Beispiel für ein Einfamilienhaus mit angenommenen 18.000 Euro förderfähigen Kosten, Antrag bis 31. Januar 2027, ohne Einkommensbonus: - Grundförderung (30 %): 5.400 Euro - Klimageschwindigkeitsbonus (16 %): 2.880 Euro - **Zuschuss zusammen: 8.280 Euro** Maßgeblich für die Höhe ist das Datum des Antrags, nicht der Einbau. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) saniert und die alte Heizung tauschen will, sollte den Antrag bis 31. Januar 2027 stellen, um die 16 Prozent zu sichern. ## Sanierungsförderung: neue Tilgungszuschüsse **Auch die Effizienzhaus-Sanierung (BEG WG, KfW 261) läuft seit dem 21. Juli 2026 nach neuen Regeln. Der Kredithöchstbetrag liegt einheitlich bei 150.000 Euro je Wohneinheit, die Erneuerbare-Energien-Klasse ist jetzt Mindeststandard.** - **Kredithöchstbetrag**: 150.000 Euro je Wohneinheit (vorher 120.000 Euro, mit EE- oder NH-Klasse 150.000 Euro) - **Tilgungszuschuss Basis**: EH 40 EE 10 Prozent, EH 55 EE 5 Prozent, EH 70 EE und EH 85 EE 0 Prozent, EH Denkmal EE 5 Prozent - **Boni**: Nachhaltigkeitsklasse plus 5 Prozentpunkte, worst performing building plus 10 Prozentpunkte (EH 40, 55, 70) - **EE-Klasse-Bonus** von 5 Prozentpunkten entfällt, weil die EE-Klasse jetzt Standard ist - **Serielles Sanieren**: plus 15 Prozentpunkte bei EH 40 und 55, neu plus 5 Prozentpunkte bei EH 70; beantragbar seit 24. September 2026 *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026.* Bei Nichtwohngebäuden sind die Tilgungszuschüsse laut KfW pauschal um 10 Prozentpunkte gesunken, der Bonus für serielles Sanieren ist dort neu. Wer ein älteres Bestandsgebäude sanieren will, sollte die neuen Zuschüsse konkret durchrechnen lassen. Regionale Kostenwerte findest du etwa auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Wertschöpfungsbonus: voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027 **Laut BAFA soll ab voraussichtlich dem ersten Quartal 2027 die Grundförderung für elektrische Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken. Wärmepumpen mit Ursprung in der EU erhalten zusätzlich 15 Prozent Bonus. Ein festes Datum gibt es noch nicht.** | Herkunft der Wärmepumpe | Grundförderung voraussichtlich ab Q1 2027 | |---|---| | Ursprung in der EU | 15 % plus 15 % Bonus = 30 % | | Ursprung außerhalb der EU | 15 % | *Quelle: BAFA, Anlagen zur Wärmeerzeugung, Stand 16.09.2026. Details sind noch in Arbeit.* Für Wärmepumpen ohne EU-Ursprung würde sich die Grundförderung damit halbieren. Welche Geräte als EU-Ursprung gelten, ist noch nicht abschließend festgelegt. Frag beim Angebot nach dem Herstellungsort und lass ihn dir schriftlich bestätigen. Ebenfalls ab dem ersten Quartal 2027 soll es keine Heizungsförderung mehr geben, wenn das Gebäude bereits einen förderfähigen Wärmeerzeuger hat, der seit dem 1. Januar 2008 in Betrieb genommen wurde. Ausgenommen sind bivalente Systeme mit fossilem Anteil. ## Was bedeutet das für deine Planung? **Wer einen Heizungstausch plant, sollte den Antrag bis 31. Januar 2027 stellen. Danach sinken Klimageschwindigkeitsbonus und Höchstkosten, und die Grundförderung für Wärmepumpen ohne EU-Ursprung könnte ab 2027 fallen.** **Szenario A: Heizungstausch bis Januar 2027.** Antrag bis 31.01.2027 stellen, Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent sichern, förderfähige Kosten bis 28.000 Euro nutzen. Einkommensbonus prüfen, wenn du selbst nutzt und dein zu versteuerndes Einkommen bis 50.000 Euro liegt. **Szenario B: Heizungstausch später im Jahr 2027.** Klimageschwindigkeitsbonus dann 12 oder 8 Prozent, förderfähige Kosten 27.250 bzw. 26.500 Euro. Achte auf den Ursprung der Wärmepumpe, falls der Wertschöpfungsbonus bis dahin gilt. **Szenario C: Neubau.** KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude. Für Neubauten ist der Klimafreundliche Neubau (297 für Selbstnutzer, 298 für andere) die passende Förderung. Das Effizienzhaus 55 wird laut KfW bis spätestens 31. Dezember 2026 gefördert (Antragseingang), bis 100.000 Euro je Wohneinheit. **Szenario D: Sanierung Mehrfamilienhaus.** Kredithöchstbetrag 150.000 Euro je Wohneinheit, neue Tilgungszuschüsse je Stufe durchrechnen. Heizungsförderung und Effizienzhaus-Sanierung lassen sich nicht parallel beantragen, es gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. Für deine Gesamtkalkulation mit Haustechnik und regionalen Kostenunterschieden nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Einen Überblick über alle Programme erklärt unser Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: Neue KfW-Regeln seit 21. Juli 2026 **Was gilt für Anträge aus der Übergangsphase?** Wer vor dem 21. Juli 2026 mit vollständiger und korrekter BzA beantragt hat, bekommt die alten Konditionen, auch wenn die Zusage später kam. Bereits erteilte Zusagen bleiben gültig. Für alle Anträge ab dem 21. Juli gelten die neuen Bedingungen. **Wie hoch ist die maximale Förderung für eine Wärmepumpe?** Höchstens 80 Prozent der förderfähigen Kosten, das gilt für selbstnutzende Eigentümer mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro (mit Familienzuschlag bis 40.000 Euro). Bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten sind das maximal 22.400 Euro. Für alle anderen liegt die Obergrenze bei 70 Prozent. **Entfällt der Effizienzbonus komplett?** Ja. Den Effizienzbonus von 5 Prozent gibt es seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr. Der geplante Bonus für Wärmepumpen mit EU-Ursprung ist ein anderes System und soll voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027 kommen. **Für wen gilt der Einkommensbonus?** Nur für selbstnutzende Eigentümer mit zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen bis 50.000 Euro. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, steigt die Grenze einmalig um 10.000 Euro, egal wie viele Kinder es sind. **Wie läuft der Antrag heute ab?** Zuerst holst du eine BzA ein, vom Fachunternehmen oder von einem Energieeffizienz-Experten. Dann schließt du einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Den Antrag stellst du selbst im Portal "Meine KfW" und lädst den Vertrag hoch. Für den Einkommensbonus brauchst du die Steuerbescheide des zweiten und dritten Jahres vor dem Antrag. Danach hast du 36 Monate für die Umsetzung. **Was gilt für den Klimafreundlichen Neubau (297/298)?** Die Förderung für das Effizienzhaus 55 wurde laut KfW bis spätestens 31. Dezember 2026 verlängert, sofern die Mittel reichen. Der Kredit beträgt bis 100.000 Euro je Wohneinheit. Bis 150.000 Euro gibt es nur beim Effizienzhaus 40 mit QNG-Siegel. Quellen: - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung, Stand 21.07.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - KfW: Heizungsförderung: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html --- # KfW BEG-Reform Juli 2026: Die neuen Förderbedingungen seit 21. Juli und was heute gilt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-foerderbedingungen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 21. Juli 2026 gelten die neuen Förderrichtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die förderfähigen Kosten beim Heizungstausch sind gesunken, zwei Zuschläge sind gestrichen, die Tilgungszuschüsse bei der Effizienzhaus-Sanierung sind niedriger. Die Übergangsfrist für Anträge nach altem Recht ist am 20. Juli abgelaufen. Hier steht, was heute gilt und wie du deine Förderung planst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Werte laut KfW-Merkblättern 458 und 261 (Stand 09/2026).* ## Was hat sich am 21. Juli 2026 bei der KfW-Förderung geändert? **Betroffen sind die Heizungsförderung (KfW 458) und die Sanierung zum Effizienzhaus (KfW 261). Bei der Heizung sind die förderfähigen Kosten gesunken und der Effizienzbonus ist weggefallen, der Einkommensbonus ist neu gestaffelt. Bei KfW 261 sind die Tilgungszuschüsse niedriger, der Kreditbetrag ist einheitlich 150.000 Euro.** Unabhängig von der Förderreform ist am 29. Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in Kraft getreten. Bundestag und Bundesrat hatten es am 10. Juli beschlossen. Es streicht die Pflicht, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Für Anträge, die vor dem 21. Juli 2026 gestellt wurden, gilt die alte Richtlinie weiter. Alle neuen Anträge laufen nach den neuen Regeln. Der Klimafreundliche Neubau (KfW 297/298) war nicht Teil der BEG-Reform. ## Welche Fristen galten in der Übergangsphase? **Die Übergangsphase ist vorbei. Seit dem 8. Juli 2026 konnten keine neuen Bestätigungen zum Antrag ((g)BzA) erstellt werden. Wer schon eine gültige hatte, konnte bis zum 20. Juli nach altem Recht beantragen.** | Datum | Was galt | |---|---| | ab 8. Juli 2026 | keine neuen (g)BzA, Umstellungsphase bei der KfW | | bis 20. Juli 2026 | Antrag mit bereits vorliegender (g)BzA nach alten Konditionen | | seit 21. Juli 2026 | neue Förderbedingungen für alle neuen Anträge | | ab 1. Februar 2027 | Klimageschwindigkeitsbonus sinkt erstmals um 4 Prozentpunkte | | ab 1. August 2028 | Klimageschwindigkeitsbonus entfällt | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 08.07.2026, KfW-Merkblatt 458.* Wer heute plant, rechnet mit den neuen Konditionen. Sie sind für viele Haushalte schlechter als vorher, für kleine Einkommen aber teilweise besser. ## Was hat sich bei der Heizungsförderung (KfW 458) geändert? **Die Grundförderung von 30 Prozent ist geblieben. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit aber nur noch 28.000 statt 30.000 Euro, der Effizienzbonus ist weggefallen und der Einkommensbonus neu gestaffelt.** ### Förderfähige Kosten | Wohneinheit | bis 20.07.2026 | seit 21.07.2026 | |---|---|---| | Erste Wohneinheit | 30.000 € | 28.000 € | | 2. bis 6. Wohneinheit (je) | 15.000 € | 15.000 € | | ab 7. Wohneinheit (je) | 8.000 € | 8.000 € | Ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Betrag für die erste Wohneinheit alle sechs Monate um 750 Euro, bis auf 22.000 Euro ab August 2030. Für die weiteren Wohneinheiten bleibt es bei 15.000 bzw. 8.000 Euro. ### Entfallene Zuschläge - **Effizienzbonus**: bisher 5 Prozent für Wärmepumpen mit Wasser, Erdreich oder Abwasser als Wärmequelle oder mit natürlichem Kältemittel - **Emissionsminderungszuschlag**: bisher pauschal 2.500 Euro für Biomasseheizungen mit sehr niedrigem Staubausstoß ### Einkommensbonus | Zu versteuerndes Haushaltseinkommen | Einkommensbonus seit 21.07.2026 | |---|---| | bis 30.000 € | 40 % | | 30.001 bis 40.000 € | 30 % | | 40.001 bis 50.000 € | 10 % | | über 50.000 € | kein Bonus | Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen, nicht das Netto. Gerechnet wird mit dem Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Vorher gab es einheitlich 30 Prozent bis 40.000 Euro, darüber nichts. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert, egal wie viele Kinder es sind. Eine Familie mit zwei Kindern und 48.000 Euro zu versteuerndem Einkommen wird also mit 38.000 Euro angesetzt und bekommt 30 Prozent. ### Klimageschwindigkeitsbonus Den Bonus gibt es für Selbstnutzer, die eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzen (ohne Altersgrenze) oder eine Gas- bzw. Biomasseheizung, die seit mindestens 20 Jahren in Betrieb ist. Er beträgt 16 Prozent für Anträge bis 31. Januar 2027, danach 12, 8 und 4 Prozent im Halbjahrestakt. Ab dem 1. August 2028 entfällt er. ## Was hat sich bei der Effizienzhaus-Sanierung (KfW 261) geändert? **Die Tilgungszuschüsse sind niedriger, EH 85 EE und EH 70 EE bekommen ohne Bonus keinen mehr. Die EE-Klasse ist Pflicht statt Bonus. Der Kreditbetrag liegt einheitlich bei 150.000 Euro je Wohneinheit.** - **EE-Klasse**: mindestens 65 Prozent erneuerbare Wärme, jetzt Voraussetzung für jede Effizienzhaus-Stufe - **EE-Bonus von 5 Prozent**: entfällt - **Tilgungszuschuss Basis**: EH 40 EE 10 Prozent, EH 55 EE 5 Prozent, EH Denkmal EE 5 Prozent, EH 70 EE und EH 85 EE 0 Prozent - **Boni**: Nachhaltigkeitsklasse +5, Worst Performing Building +10, Serielle Sanierung +15 (EH 40/55) bzw. +5 (EH 70) - **Kreditbetrag**: einheitlich 150.000 Euro je Wohneinheit (bisher 120.000 Euro, mit EE- oder NH-Klasse 150.000 Euro) Einen iSFP-Bonus gibt es bei KfW 261 nicht. Der iSFP-Bonus gehört zu den BAFA-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Dort greift er seit dem 21. Juli erst ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur auf den Betrag oberhalb dieser Schwelle. Wichtig: Heizungsförderung und KfW 261 lassen sich seit dem 21. Juli nicht mehr parallel nutzen. Zwischen beiden gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. ## Was bedeutet das in Euro für ein Einfamilienhaus? **Ein Haushalt ohne Einkommensbonus, der eine funktionierende Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, bekommt heute höchstens 12.880 Euro. Nach den alten Sätzen wären es bis zu 16.500 Euro gewesen.** Gerechnetes Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus), selbst bewohnt, zu versteuerndes Einkommen 55.000 Euro, Antrag bis 31. Januar 2027: | Förderbestandteil | Betrag | |---|---| | Grundförderung (30 % von 28.000 €) | 8.400 € | | Klimageschwindigkeitsbonus (16 % von 28.000 €) | 4.480 € | | Einkommensbonus (über 50.000 €) | 0 € | | **Zuschuss gesamt** | **12.880 €** | Nach den alten Sätzen: 30 Prozent Grundförderung, 20 Prozent Klimabonus und 5 Prozent Effizienzbonus auf 30.000 Euro ergaben 16.500 Euro, ohne Effizienzbonus 15.000 Euro. Der Unterschied liegt also gerechnet bei 2.120 bis 3.620 Euro. Was das Vorhaben insgesamt kostet, kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) überschlagen. ## Ist die Wärmepumpe nach der Reform noch die erste Wahl? **Unter den Heizungen ist die Wärmepumpe weiterhin förderfähig, eine reine Gas- oder Ölheizung nicht. Ob sie sich rechnet, hängt von Gebäude, Strom- und Gaspreis und deinem Fördersatz ab.** Das GModG hat die 65-Prozent-Pflicht gestrichen, Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden. Für Geräte, die nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau, gilt aber die Bio-Treppe: Der Eigentümer muss sicherstellen, dass ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent des Brennstoffs aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff stammen. Im Neubau gilt ab 2030 zusätzlich der Standard des Nullemissionsgebäudes ohne CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen am Standort. Eine Wärmepumpe ist von der Bio-Treppe nicht betroffen. Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es noch für Anträge bis Ende Juli 2028, in sinkender Höhe. Was die Haustechnik regional kostet, zeigt zum Beispiel die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Was gilt beim seriellen Sanieren? **Den Bonus für serielles Sanieren gibt es seit der Reform auch für das Effizienzhaus 70 EE, mit 5 Prozentpunkten. Beantragen lässt er sich seit dem 24. September 2026. Bei EH 40 und EH 55 beträgt er weiter 15 Prozentpunkte.** Serielles Sanieren heißt: Die Fassade wird mit werkseitig vorgefertigten Elementen saniert, auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes. Mindestens 80 Prozent der Fassadenfläche müssen so erneuert werden, Dachelemente sind optional. Der Bonus erhöht den Tilgungszuschuss im KfW-Kredit 261 und lässt sich mit dem WPB-Bonus und der Nachhaltigkeitsklasse kombinieren. Gerechnet für ein EH 70 EE in serieller Bauweise: 0 Prozent Basis plus 5 Prozent SerSan ergibt 5 Prozent Tilgungszuschuss, bei einem sehr schlechten Ausgangsgebäude mit WPB-Bonus 15 Prozent. Einen Überblick über alle KfW-Programme bietet der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: KfW BEG-Reform seit 21. Juli 2026 **Was hat sich am 21. Juli 2026 bei der KfW-Förderung geändert?** Bei der Heizungsförderung sind für die erste Wohneinheit nur noch 28.000 statt 30.000 Euro förderfähig, Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind entfallen, der Einkommensbonus ist dreistufig. Bei der Effizienzhaus-Sanierung sind die Tilgungszuschüsse gesunken und der Kreditbetrag liegt einheitlich bei 150.000 Euro. **Kann ich noch nach den alten Konditionen fördern lassen?** Nein. Das ging nur mit einer (g)BzA, die vor der Umstellung am 8. Juli 2026 erstellt war, und einem Antrag bis zum 20. Juli 2026. Für neue Anträge gelten ausschließlich die neuen Regeln. **Wie hoch ist die Wärmepumpen-Förderung heute?** 30 Prozent Grundförderung auf höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Selbstnutzer bekommen beim Tausch einer alten Öl- oder Gasheizung 16 Prozent Klimabonus und je nach Einkommen 10 bis 40 Prozent Einkommensbonus. Die Gesamtförderung liegt zwischen 30 Prozent und dem Deckel von 70 Prozent, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro 80 Prozent. **Wann sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus?** 16 Prozent gibt es für Anträge bis 31. Januar 2027. Danach 12 Prozent ab Februar 2027, 8 Prozent ab August 2027, 4 Prozent ab Februar 2028. Ab August 2028 entfällt er. **Ändert sich die Neubauförderung (KfW 297/298)?** Der Klimafreundliche Neubau war nicht Teil der BEG-Reform. Die befristete EH55-Stufe kann laut KfW bis spätestens 31. Dezember 2026 beantragt werden, effektiv ab 1,00 Prozent. Das Effizienzhaus 40 kostet laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 effektiv 1,96 bis 3,05 Prozent, je nach Laufzeit. **Gilt der iSFP-Bonus erst ab der zweiten Maßnahme?** Nein. Eine solche Regel gibt es nicht. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent gilt bei BAFA-Maßnahmen an der Gebäudehülle ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur auf den Teil darüber. Bei KfW 261 und bei der Heizung gibt es keinen iSFP-Bonus. Quellen: - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Merkblatt Wohngebäude Kredit (261), gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - KfW: Pressemitteilung zur Übergangsphase, 08.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297/298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html --- # KfW BEG-Reform seit 21. Juli 2026: Was sich bei der Heizungsförderung geändert hat URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-heizungsfoerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem **21. Juli 2026** gelten neue Konditionen für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Am 29. Juli 2026 ist außerdem das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in Kraft getreten, das die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen gestrichen hat. Wer heute eine Wärmepumpe einbauen will, beantragt nach den neuen Regeln. Die Übergangsfrist für die alten Konditionen ist am 20. Juli abgelaufen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Fördersätze laut KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* ## Was hat sich am 21. Juli 2026 bei der Heizungsförderung geändert? **Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sind von 30.000 auf 28.000 Euro gesunken. Der Einkommensbonus ist in drei Stufen gestaffelt, der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 Prozent und sinkt ab Februar 2027.** Seit dem 21. Juli gilt für die Heizungsförderung (KfW 458, BEG Einzelmaßnahmen): - **Förderfähige Kosten**: höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit - **Grundförderung**: 30 Prozent, für alle Antragsteller - **Einkommensbonus**: 40, 30 oder 10 Prozent je nach zu versteuerndem Einkommen, nur für Selbstnutzer - **Klimageschwindigkeitsbonus**: 16 Prozent für Anträge bis 31. Januar 2027, danach halbjährlich 4 Prozentpunkte weniger - **Entfallen**: Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag - **Förderdeckel**: 70 Prozent, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro 80 Prozent Für die zweite bis sechste Wohneinheit sind weiterhin je 15.000 Euro förderfähig, ab der siebten je 8.000 Euro. ## Wie hoch ist die Förderung je nach Einkommen? **Für die erste Wohneinheit liegt der Zuschuss zwischen 8.400 Euro (nur Grundförderung) und 22.400 Euro (80-Prozent-Deckel). Wie viel du bekommst, hängt von deinem Einkommen ab und davon, ob du den Klimabonus erhältst.** | Zu versteuerndes Haushaltseinkommen | Grund | Einkommensbonus | Klimabonus | Summe | Deckel | Max. Zuschuss (gerechnet) | |---|---|---|---|---|---|---| | bis 30.000 € | 30 % | 40 % | 16 % | 86 % | 80 % | 22.400 € | | 30.001 bis 40.000 € | 30 % | 30 % | 16 % | 76 % | 70 % | 19.600 € | | 40.001 bis 50.000 € | 30 % | 10 % | 16 % | 56 % | 70 % | 15.680 € | | über 50.000 € | 30 % | 0 % | 16 % | 46 % | 70 % | 12.880 € | *Basis: 28.000 Euro förderfähige Kosten, erste Wohneinheit, Antrag bis 31.01.2027, selbst bewohnt, Tausch einer Heizung, die den Klimabonus auslöst. Quelle der Sätze: KfW-Merkblatt 458.* Ohne Klimabonus, etwa beim Ersatz einer erst zehn Jahre alten Gasheizung, entfällt der 16-Prozent-Anteil. Vermieter erhalten nur die Grundförderung von 30 Prozent. Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 soll sich die Förderung für Wärmepumpen ändern: Die Grundförderung sinkt dann auf 15 Prozent, dazu kommen 15 Prozent Bonus für Geräte mit Ursprung in der EU. ## Wer bekommt den Einkommensbonus, und wie wird das Einkommen nachgewiesen? **Den Einkommensbonus bekommen nur Eigentümer, die selbst im Haus wohnen. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert, unabhängig von der Zahl der Kinder.** - **bis 30.000 Euro**: 40 Prozent Einkommensbonus und 80-Prozent-Deckel - **30.001 bis 40.000 Euro**: 30 Prozent - **40.001 bis 50.000 Euro**: 10 Prozent - **über 50.000 Euro**: kein Einkommensbonus Gerechnetes Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern und 50.000 Euro zu versteuerndem Einkommen wird mit 40.000 Euro angesetzt (ein Abzug von 10.000 Euro). Sie erhält 30 Prozent Einkommensbonus. Für den Nachweis zählt der Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Bei einem Antrag 2026 sind das die Einkommensteuerbescheide für 2023 und 2024. ## Wie sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus? **16 Prozent gibt es für Anträge bis zum 31. Januar 2027. Danach sinkt der Bonus alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte, ab dem 1. August 2028 entfällt er. Entscheidend ist das Antragsdatum, nicht der Einbau.** Den Bonus gibt es für den Tausch einer funktionierenden Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung, unabhängig vom Alter. Bei Gas- und Biomasseheizungen muss die Inbetriebnahme bei Antragstellung mindestens 20 Jahre zurückliegen. | Antragsdatum | Klimageschwindigkeitsbonus | |---|---| | bis 31. Januar 2027 | 16 % | | 1. Februar bis 31. Juli 2027 | 12 % | | 1. August 2027 bis 31. Januar 2028 | 8 % | | 1. Februar bis 31. Juli 2028 | 4 % | | ab 1. August 2028 | entfällt | Gerechnetes Beispiel: Ein selbstnutzender Haushalt mit 35.000 Euro zu versteuerndem Einkommen tauscht eine 25 Jahre alte Gasheizung. Bei Antrag bis Ende Januar 2027 kommt er auf 76 Prozent, gedeckelt auf 70 Prozent von 28.000 Euro, also 19.600 Euro. Bei Antrag im März 2027 sind es 72 Prozent, wieder gedeckelt auf 70 Prozent, aber von nur noch 27.250 Euro, also 19.075 Euro. ## Was bedeutet das Gebäudemodernisierungsgesetz für die Förderung? **Das GModG gilt seit dem 29. Juli 2026. Es hat die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen gestrichen, Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden. An den Fördersätzen der BEG ändert das Gesetz nichts.** Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz am 10. Juli 2026 beschlossen, verkündet wurde es am 28. Juli im Bundesgesetzblatt. Statt der 65-Prozent-Regel gilt für Gas- und Ölheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaut werden, die sogenannte Bio-Treppe. Das betrifft bestehende Gebäude und, über § 10 GEG, auch Neubauten. Der Eigentümer muss sicherstellen, dass ein steigender Anteil aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff stammt: - ab 1. Januar 2029: mindestens 10 Prozent - ab 1. Januar 2030: mindestens 15 Prozent - ab 1. Januar 2035: mindestens 30 Prozent - ab 1. Januar 2040: mindestens 60 Prozent Heizungen, die schon vor dem 29. Juli 2026 eingebaut waren, sind davon nicht erfasst. Für neue Gebäude gilt ab dem 1. Januar 2030 zusätzlich der Standard des Nullemissionsgebäudes: am Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Gefördert werden in der BEG weiterhin Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermie und der Anschluss an ein Wärmenetz. Eine reine Gas- oder Ölheizung ist zwar wieder erlaubt, aber nicht förderfähig. Mehr zu Programmen und Antragsweg erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was solltest du jetzt tun? **Wer seine Heizung tauschen will, stellt den Antrag am besten vor dem 1. Februar 2027. Danach sinken Klimabonus und förderfähige Kosten zum ersten Mal.** **Heizungstausch im eigenen Haus**: Lass dir vom Energieeffizienz-Experten oder vom Fachbetrieb die Bestätigung zum Antrag erstellen. Dann schließt du einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung und stellst den Antrag selbst im Portal "Meine KfW". Erst danach beginnt das Vorhaben. **Antrag vor dem 21. Juli gestellt**: Für dich gilt die alte Richtlinie. Achte auf die Fristen in deiner Zusage. **Neubau eines [Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus)**: Die Heizungsförderung KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude. Im Neubau läuft die Förderung über den Klimafreundlichen Neubau (KfW 297/298). Plane die Heizung so, dass sie ab 2030 zum Nullemissionsstandard passt. Die Kosten für Haustechnik unterscheiden sich regional, zum Beispiel in [Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Für die Gesamtkalkulation mit Förderabzug nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Zur Finanzierung: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv, mit mehr als 10 Jahren Zinsbindung 4,04 Prozent (Deutsche Bundesbank). Für den Eigenanteil am Heizungstausch bietet die KfW einen Ergänzungskredit bis 120.000 Euro je Wohneinheit an. ## Was ändert sich 2027 weiter? **Ab Februar 2027 sinken Klimabonus und förderfähige Kosten zum ersten Mal. Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 kommt der Bonus für Wärmepumpen aus der EU, gleichzeitig sinkt die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent.** - **Ab 1. Februar 2027**: Klimabonus 12 statt 16 Prozent, förderfähige Kosten 27.250 statt 28.000 Euro - **Ab 1. August 2027**: Klimabonus 8 Prozent, förderfähige Kosten 26.500 Euro - **Voraussichtlich Q1 2027**: Wärmepumpen 15 Prozent Grundförderung plus 15 Prozent Bonus bei Ursprung in der EU - **Seit 24. September 2026**: Bonus für serielles Sanieren auch für EH 70 EE und Nichtwohngebäude beantragbar (betrifft die Effizienzhaus-Sanierung, nicht die Heizungsförderung) Wer seine Heizung ohnehin tauschen will, bekommt mit einem Antrag vor Februar 2027 das größte Paket. ## FAQ: KfW BEG-Reform seit 21. Juli 2026 **Was hat sich am 21. Juli 2026 bei der Heizungsförderung geändert?** Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sind von 30.000 auf 28.000 Euro gesunken. Der Einkommensbonus ist gestaffelt (40, 30 oder 10 Prozent), der Klimabonus beträgt 16 statt 20 Prozent. Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind entfallen. Für kleine Einkommen liegt der Deckel bei 80 Prozent. **Kann ich noch die alten Konditionen nutzen?** Nein. Die alten Bedingungen galten nur für Anträge, die bis zum 20. Juli 2026 gestellt wurden. Dafür musste schon vor der Umstellung eine gültige Bestätigung zum Antrag vorliegen. **Wie viel bekomme ich bei mittlerem Einkommen?** Mit 30.001 bis 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und Klimabonus ergeben sich rechnerisch 76 Prozent. Die Förderung ist aber auf 70 Prozent gedeckelt, also höchstens 19.600 Euro bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten. **Was bedeutet das GModG für die Heizungsförderung?** Das Gesetz gilt seit dem 29. Juli 2026 und erlaubt Gas- und Ölheizungen wieder, verbunden mit der Bio-Treppe ab 2029. Die BEG-Förderung bleibt davon unberührt: Gefördert werden nur erneuerbare Heizungen. **Zählt beim Klimabonus der Einbau oder der Antrag?** Der Antrag. Wer bis zum 31. Januar 2027 beantragt, bekommt 16 Prozent, auch wenn die Wärmepumpe später eingebaut wird. Nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für die Umsetzung. **Gibt es 2027 einen Bonus für europäische Wärmepumpen?** Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 ja: 15 Prozent für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU. Gleichzeitig soll die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken, sodass EU-Geräte bei 30 Prozent bleiben und andere Geräte weniger bekommen. Quellen: - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Heizungsförderung (Programmseite): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW: Pressemitteilung zur Übergangsphase, 08.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Gebäudemodernisierungsgesetz: BBSR-Portal: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Solarpflicht für Neubauten: Was § 106 GModG ab 2027 für Bauherren bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/solarpflicht-neubau-2027-gmodg-photovoltaik Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) haben Bundestag und Bundesrat am 10. Juli 2026 beschlossen. Verkündet wurde es am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt (BGBl. 2026 I Nr. 226). Neben dem Wegfall der 65-Prozent-Pflicht beim Heizen enthält es in § 106 erstmals eine bundesweite Pflicht zur Errichtung von Solarenergieanlagen. Der neue § 106 tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Die Pflicht beginnt bei Nichtwohngebäuden, neue Wohngebäude sind ab dem 1. Januar 2030 dran. Hier steht, was das Gesetz verlangt, wen es wann trifft und wie du deine Planung anpasst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was ist die bundesweite Solarpflicht, und ab wann gilt sie? **§ 106 GModG tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Ab dann gilt die Pflicht für neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude über 250 m² Nutzfläche. Neue Wohngebäude müssen ab dem 1. Januar 2030 eine Solarenergieanlage bekommen.** Bisher gab es Solarpflichten nur dort, wo Bundesländer sie im Landesrecht verankert hatten. Mit § 106 kommt eine Bundesregel dazu. Die Länder dürfen weiter strengere Vorgaben machen (§ 106 Abs. 4), eine bestehende Landespflicht bleibt also neben der Bundesregel wichtig. Schon ab 2027 gilt außerdem für jedes neu zu errichtende Gebäude, auch für Wohnhäuser, eine Planungsvorgabe: Das Gebäude ist so zu konzipieren, dass sein Potenzial zur Erzeugung von Solarenergie am Standort optimiert wird (§ 106 Abs. 1). Die eigentliche Errichtungspflicht folgt dann nach den Stufen in Absatz 2. ## Wer ist wann betroffen? Die Zeitachse im Überblick **Die Pflicht kommt in fünf Stufen von 2027 bis 2031. Für neue Wohngebäude ist der 1. Januar 2030 das entscheidende Datum.** | Ab | Betroffene Gebäude | |---|---| | 1. Jan. 2027 | neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude über 250 m² Nutzfläche | | 1. Jan. 2028 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 2.000 m²; bestehende Nichtwohngebäude über 500 m², wenn sie geändert werden und dabei für das ganze Gebäude eine Energiebedarfsberechnung erfolgt | | 1. Jan. 2029 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 750 m² | | 1. Jan. 2030 | neue Wohngebäude sowie neue überdachte Parkplätze, die an ein Gebäude angrenzen | | 1. Jan. 2031 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 250 m² | *Quelle: § 106 Abs. 2 GModG in der Fassung von BGBl. 2026 I Nr. 226, in Kraft ab 01.01.2027.* Kleinere neue Nichtwohngebäude bis 250 m², die nicht öffentlich sind, fallen nicht unter die Bundespflicht. Für bestehende private Wohngebäude sieht § 106 keine Nachrüstpflicht vor. Für den typischen Bauherrn eines [Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) heißt das: Die bundesweite Errichtungspflicht greift ab dem 1. Januar 2030. Auf welchen Zeitpunkt im Bauablauf es genau ankommt, also Bauantrag, Genehmigung oder Fertigstellung, regelt § 106 nicht ausdrücklich. Kläre das bei einem Bauvorhaben um den Jahreswechsel 2029/2030 mit deiner Bauaufsicht. ## Was verlangt § 106 konkret? **Das Gesetz verlangt eine "Solarenergieanlage" und schreibt keine Technik vor. Photovoltaik und Solarthermie kommen beide in Betracht. Mindestgrößen nennt § 106 nicht.** Im Gesetzestext stehen weder Kilowatt-peak je Wohneinheit noch eine Mindestbelegung der Dachfläche. Eine Ausführungsverordnung mit solchen Werten ist im Gesetz nicht vorgesehen. Wenn dein Bundesland eine eigene Solarpflicht hat, können dort konkrete Mindestgrößen stehen. ### Photovoltaik Die häufigste Lösung ist eine PV-Anlage auf dem Dach. Für Anlagen mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 beträgt die Einspeisevergütung bis 10 kW laut Bundesnetzagentur 7,70 Cent je kWh bei Teileinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung. ### Solarthermie Wer Wärme statt Strom erzeugen will, kann eine thermische Solaranlage bauen. Auch sie ist eine Solarenergieanlage im Sinne des Gesetzes. ### Betreibermodelle § 106 sagt nicht, wer die Anlage besitzen oder betreiben muss. Contracting, Dachpacht oder Mieterstrom sind im Gesetzestext nicht ausdrücklich geregelt. Ob ein solches Modell die Pflicht für dein Gebäude erfüllt, solltest du vorab mit der Bauaufsicht klären. ## Ausnahmen: Wann gilt die Solarpflicht nicht? **Die Pflicht entfällt, soweit eine Solarenergieanlage technisch unmöglich, funktional nicht realisierbar oder wirtschaftlich unzumutbar ist oder anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften widerspricht.** Diese vier Gründe stehen in § 106 Abs. 2. Feste Schwellen, etwa eine Amortisationszeit in Jahren oder einen Höchstbetrag je Kilowatt, nennt das Gesetz nicht. Ein Widerspruch zu anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften kann zum Beispiel aus Denkmalschutzrecht folgen, das entscheidet aber die zuständige Behörde im Einzelfall. Weitere Ausnahmen: - Gebäude im Eigentum des Bundes, der verbündeten Streitkräfte oder von Gesellschaften mit Bundesbeteiligung, die der Landes- und Bündnisverteidigung dienen (§ 106 Abs. 5) - Nichtwohngebäude, für die Renovierungsmaßnahmen nach § 40 Abs. 1 zu ergreifen sind (§ 106 Abs. 3) Wie Ausnahmen nachgewiesen werden, legt § 106 nicht fest. Halte Gründe wie starke Verschattung oder fehlende Tragfähigkeit am besten durch einen Fachplaner schriftlich fest. ## Kosten, Steuern und Förderung **Was eine PV-Anlage kostet, hängt von Größe, Dach und Region ab. Belastbar sind Angebote für dein Haus. Steuerlich ist PV auf Wohngebäuden stark begünstigt, eine direkte Bundesförderung als Zuschuss gibt es nicht.** Pauschale Preistabellen helfen bei der Planung wenig. Lass dir PV im Rahmen des Hausangebots oder separat von zwei Fachbetrieben anbieten. Was sicher gilt: - **0 % Umsatzsteuer**: Lieferung und Installation von PV-Anlagen und Speichern auf Wohngebäuden sind mit 0 Prozent belegt, wenn die Bruttoleistung 30 kWp nicht übersteigt (§ 12 Abs. 3 UStG). - **Keine Einkommensteuer**: Einnahmen aus PV-Anlagen auf Gebäuden bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit, insgesamt höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem, sind steuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG). - **KfW 270 Erneuerbare Energien Standard**: Kredit für PV-Anlagen, effektiv ab ca. 4,41 Prozent bei PV-Aufdachanlagen (5 Jahre Laufzeit, 1 Jahr tilgungsfrei, 5 Jahre Zinsbindung, KfW-Konditionen vom 06.10.2026). - **KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau**: Eine PV-Anlage ist dort keine eigene Förderbedingung. Der Kredit beträgt bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro, beim EH 40 effektiv ab 1,96 Prozent (10/2/10). Die Kosten für Haustechnik unterscheiden sich regional. Regionale Werte zeigt zum Beispiel die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Für eine Kostenschätzung deines Gesamtvorhabens mit Heizung, Photovoltaik, Dämmung und Nebenkosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Solaroptimiert planen: was das im Neubau bedeutet **Ab 2027 muss jedes neue Gebäude so geplant werden, dass Solarenergie am Standort gut genutzt werden kann. Auch wer erst später eine Anlage montiert, sollte deshalb Dach, Statik und Leitungswege von Anfang an darauf auslegen.** Was § 106 Abs. 1 im Detail fordert, beschreibt das Gesetz nicht näher. In der Praxis gehören dazu: - **Dachform und Ausrichtung**: Dachflächen mit guter Ausrichtung und wenig Verschattung durch Gauben, Kamine oder Lüftungsrohre - **Statik**: Dachkonstruktion für die Zusatzlast einer Anlage auslegen lassen - **Leerrohre**: Kabelwege vom Dach zum Technikraum vorsehen - **Elektro**: Platz im Zählerschrank für Wechselrichter und gegebenenfalls Speicher einplanen Den Überblick über die weiteren Neubau-Anforderungen ab 2030 findest du im Ratgeber [Nullemissionsgebäude 2030: Was Neubauten ab 2030 erfüllen müssen](https://baukostenplan.de/ratgeber/nullemissionsgebaeude-2030-neubau-planung-gmodg). ## Was das für deine Bauplanung bedeutet **Wer ein Wohnhaus vor 2030 baut, fällt nicht unter die Bundespflicht zur Errichtung, muss aber ab 2027 solaroptimiert planen und Landesrecht prüfen. Wer ein Nichtwohngebäude über 250 m² baut, muss ab 2027 eine Anlage einplanen.** **Szenario A: Einfamilienhaus, Bau 2027 bis 2028.** Die Errichtungspflicht nach § 106 greift noch nicht, die Planungsvorgabe aus Absatz 1 schon. Prüfe, ob dein Bundesland eine eigene Solarpflicht hat. **Szenario B: Einfamilienhaus, Bau um den Jahreswechsel 2029/2030.** Ab dem 1. Januar 2030 gilt die Pflicht für neue Wohngebäude. Welcher Verfahrensschritt maßgeblich ist, regelt das Gesetz nicht ausdrücklich. Plane die Anlage daher sicherheitshalber ein. **Szenario C: Gewerbebau oder Bürogebäude über 250 m² Nutzfläche ab 2027.** Die Pflicht gilt. Die Solaranlage gehört in die Planung und in die Kalkulation. ## FAQ: Solarpflicht GModG 2027 und 2030 **Gilt die Solarpflicht auch für Bestandsgebäude?** Nur für bestimmte Nichtwohngebäude: ab 2028 bestehende öffentliche Gebäude über 2.000 m² und private Nichtwohngebäude über 500 m² bei Änderungen mit Gesamtberechnung, ab 2029 öffentliche über 750 m², ab 2031 öffentliche über 250 m². Für bestehende Wohngebäude sieht § 106 keine Nachrüstpflicht vor. **Reicht eine Solarthermieanlage statt Photovoltaik?** Das Gesetz spricht von einer Solarenergieanlage und schreibt keine Technik vor. Solarthermie kommt daher in Betracht. Mindestgrößen nennt § 106 nicht, Landesrecht kann aber eigene Vorgaben machen. **Was passiert, wenn mein Dach für Solar ungeeignet ist?** Die Pflicht entfällt, soweit eine Anlage technisch unmöglich, funktional nicht realisierbar, wirtschaftlich unzumutbar ist oder anderem öffentlichem Recht widerspricht. Halte die Gründe schriftlich fest und stimme dich mit der Bauaufsicht ab. **Muss ich die PV-Anlage selbst kaufen und betreiben?** Das regelt § 106 nicht. Ob Pacht- oder Contractingmodelle die Pflicht erfüllen, ist im Gesetz nicht ausdrücklich geregelt. Kläre das mit der Bauaufsicht, bevor du dich festlegst. **Was gilt in Ländern, die schon eine eigene Solarpflicht haben?** Die Länder dürfen über § 106 hinausgehen. Eine strengere Landesregel gilt also weiter. Bauherren müssen beide Ebenen prüfen. **Kommt noch eine Verordnung mit Mindestgrößen?** Im Gesetz ist keine Ausführungsverordnung zu § 106 vorgesehen. Stand heute gelten nur die Vorgaben aus § 106 selbst und gegebenenfalls aus dem Landesrecht. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - Umsatzsteuergesetz § 12: https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html - Einkommensteuergesetz § 3: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html - Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ --- # Wärmepumpe oder Gasheizung 2026: Vergleich nach GModG und KfW-Reform URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-oder-gasheizung-2026-vergleich-gmodg-kfw Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat sich die Heizungsfrage neu gestellt. Seit dem 29. Juli 2026 ist die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien gestrichen, Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden. Wer das tut, muss ab 2029 aber einen steigenden Anteil Biobrennstoff sicherstellen. Gleichzeitig fördert die KfW Wärmepumpen im Programm 458 seit dem 21. Juli 2026 zu neuen Bedingungen. Dieser Artikel zeigt, was gilt und wie du die beiden Heizungen fair vergleichst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was ändert das GModG an der Heizungsfrage? **Das GModG hat die §§ 71 bis 73 GEG gestrichen und damit die 65-Prozent-Pflicht seit dem 29. Juli 2026 aufgehoben. Wer danach eine Gas- oder Ölheizung einbaut, im Bestand wie im Neubau, muss ab 2029 schrittweise Biobrennstoffe einsetzen (Bio-Treppe).** Das Gesetz wurde am 23. Juli 2026 ausgefertigt, am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. 2026 I Nr. 226) und gilt im Kern seit dem 29. Juli 2026. Mit der 65-Prozent-Pflicht sind auch die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung und die Beratungspflicht vor dem Einbau weggefallen. Für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaut werden, gilt § 43 GModG. Das betrifft bestehende Gebäude und über § 10 Abs. 2 Nr. 3 auch Neubauten: | Ab | Mindestanteil Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder Wasserstoff | |---|---| | 01.01.2029 | 10 % | | 01.01.2030 | 15 % | | 01.01.2035 | 30 % | | 01.01.2040 | 60 % | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226, § 43 Abs. 1 GEG.* Verpflichtet ist der Eigentümer, und wenn er die Heizung nicht selbst betreibt, der Betreiber. In der Praxis erfüllst du die Pflicht über einen passenden Liefervertrag: Der Lieferant muss die Erfüllung mit der Abrechnung bestätigen. Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, fallen nicht unter die Bio-Treppe. Statt Biobrennstoff lässt das Gesetz Alternativen zu, etwa eine Solarthermieanlage mit Mindestfläche (gilt von 2029 bis 2034) oder ein Hybridsystem, bei dem die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers bringt. Mehr dazu im Ratgeber zum [Gebäudemodernisierungsgesetz 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft). ## Was kosten Wärmepumpe und Gasheizung in der Anschaffung? **Die Preise hängen stark von Gebäude, Leistung und Region ab. Belastbar sind nur Angebote von Fachbetrieben für dein Haus. Bei der Wärmepumpe senkt die KfW-Förderung den Eigenanteil deutlich, eine Gasheizung wird nicht gefördert.** Pauschale Preisspannen aus dem Internet helfen hier wenig. Hole für beide Varianten mindestens zwei Angebote ein, mit allen Nebenarbeiten wie Fundament, Elektrik, Schornstein oder Heizkörpertausch. Ein grob gerechnetes Beispiel mit angenommenen 30.000 Euro Angebotspreis für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, selbstnutzender Eigentümer, alte Ölheizung wird ersetzt, kein Einkommensbonus: - Förderfähige Kosten (Deckel 1. Wohneinheit): 28.000 Euro - Grundförderung 30 Prozent: 8.400 Euro - Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent: 4.480 Euro - Zuschuss zusammen: 12.880 Euro - Eigenanteil: rund 17.120 Euro *Eigene Rechnung auf Basis KfW-Merkblatt 458, Antrag bis 31.01.2027. Der Angebotspreis ist eine Annahme.* Für deine individuelle Kalkulation mit Haustechnik und Nebenkosten kannst du den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) nutzen. ## Wie funktioniert die KfW-Förderung 458 seit dem 21. Juli 2026? **Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Selbstnutzende Eigentümer erhalten zusätzlich 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und je nach Einkommen 10 bis 40 Prozent Einkommensbonus. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bei 80 Prozent, also höchstens 22.400 Euro.** - **Grundförderung**: 30 Prozent der förderfähigen Kosten, auch für Vermieter - **Klimageschwindigkeitsbonus**: 16 Prozent für Selbstnutzer beim Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer Gas- oder Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Ab 1. Februar 2027 sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte. - **Einkommensbonus**: 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen - **Familienzuschlag**: Mit mindestens einem Kind unter 18 steigt die Einkommensgrenze einmalig um 10.000 Euro, unabhängig von der Kinderzahl - **Förderfähige Kosten**: 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, ab 1. Februar 2027 halbjährlich 750 Euro weniger Der frühere Effizienzbonus von 5 Prozent, unter anderem für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel, ist seit dem 21. Juli 2026 weggefallen. Für das erste Quartal 2027 kündigt das BAFA eine Umstellung an: Grundförderung für Wärmepumpen 15 Prozent, dazu 15 Prozent Bonus für Geräte mit Ursprung in der EU. Ein festes Datum gibt es noch nicht. Wichtig für den Ablauf: Vor dem Antrag brauchst du eine Bestätigung zum Antrag vom Fachbetrieb oder Energieeffizienz-Experten und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Den Antrag stellst du selbst im Portal "Meine KfW". ## Wie vergleichst du die Betriebskosten richtig? **Die Betriebskosten hängen vor allem von der Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe, deinem Strom- und Gaspreis und künftig vom CO2-Preis und der Bio-Treppe ab. Eine pauschale Ersparnis lässt sich deshalb nicht seriös angeben.** So rechnest du selbst grob nach: - **Wärmepumpe**: Jahreswärmebedarf in kWh geteilt durch die JAZ, mal dein Strompreis (Wärmepumpentarif) - **Gasheizung**: Jahreswärmebedarf geteilt durch den Kesselwirkungsgrad, mal dein Gaspreis, plus Grundpreis, Schornsteinfeger und Wartung Bei der Gasheizung kommen zwei Kostentreiber dazu. Erstens der CO2-Preis: Er liegt 2026 im Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne (§ 10 BEHG). Zweitens die Bio-Treppe: Ab 2029 musst du für eine neu eingebaute Gasheizung einen steigenden Anteil Biomethan oder einen anderen zulässigen Brennstoff einkaufen, und der ist in der Regel teurer als Erdgas. Die JAZ ist der wichtigste Hebel bei der Wärmepumpe. Im schlecht gedämmten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen sinkt sie deutlich, dann schrumpft der Kostenvorteil. Lass dir die JAZ für dein Haus vom Fachbetrieb oder Energieberater berechnen, nicht aus Prospektwerten ableiten. Regionale Unterschiede bei Handwerkerpreisen und Baukosten zeigt zum Beispiel die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Für wen lohnt sich welche Heizung 2026? **Die Entscheidung hängt von Gebäude, Dämmzustand, Einkommen und Zeithorizont ab. Wer lange im Haus bleibt, muss bei Gas die Bio-Treppe bis 2040 einrechnen.** Für **Neubauten** gilt: Ab dem 1. Januar 2030 müssen alle zu errichtenden Gebäude als Nullemissionsgebäude gebaut werden (§ 10 GEG in der ab 2030 geltenden Fassung). Am Standort dürfen dann keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Ob es auf Bauantrag oder Fertigstellung ankommt, lässt sich dem Gesetzestext nicht eindeutig entnehmen. Bis dahin ist eine Gasheizung im Neubau rechtlich möglich, sie unterliegt dann aber ebenfalls der Bio-Treppe (§ 10 Abs. 2 Nr. 3). Wer jetzt ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant, sollte deshalb ohne fossile Heizung planen. Die KfW-Neubauförderung 297/298 setzt ohnehin eine Heizung ohne Öl und Gas voraus. Die Heizungsförderung 458 gibt es im Neubau nicht. Für **Bestandsgebäude** ist die Rechnung differenzierter. **Eine Wärmepumpe spricht dafür, wenn:** - das Gebäude gut gedämmt ist oder gedämmt wird (niedrige Vorlauftemperaturen erreichbar) - du selbst nutzt und Klimageschwindigkeits- oder Einkommensbonus bekommst - du lange im Haus bleiben willst - die Altanlage ohnehin ersetzt werden muss **Eine Gasheizung kann eine Übergangslösung sein, wenn:** - das Gebäude schlecht gedämmt ist und eine Sanierung erst später kommt - der Eigenanteil der Wärmepumpe trotz Förderung nicht finanzierbar ist - ein Verkauf in absehbarer Zeit geplant ist ## Entscheidungsmatrix: Schnellcheck **Im Neubau ist die Wärmepumpe oder eine andere erneuerbare Heizung die sichere Wahl. Im Bestand entscheiden Dämmung und Zeithorizont.** | Situation | Tendenz | Begründung | |---|---|---| | Neubau | Wärmepumpe | KfW 297/298 ohne Öl und Gas, Nullemissionsgebäude ab 2030 | | Sanierung, gute Dämmung | Wärmepumpe | gute JAZ, Zuschuss bis 80 % möglich | | Sanierung, schlechte Dämmung | Gas als Übergang oder Hybrid | niedrige JAZ, Bio-Treppe ab 2029 einplanen | | Verkauf in wenigen Jahren | Gas möglich | Bio-Treppe greift erst ab 2029 | | Eigennutzung bis 2040 und länger | Wärmepumpe | Bio-Anteil steigt bis 60 % | *Redaktionelle Einschätzung, ersetzt keine Energieberatung.* ## FAQ: Wärmepumpe oder Gasheizung 2026 **Darf ich nach dem GModG noch eine neue Gasheizung einbauen?** Ja. Seit dem 29. Juli 2026 gilt die 65-Prozent-Pflicht nicht mehr. Für Gasheizungen, die nach diesem Tag eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau, musst du ab 2029 aber einen Mindestanteil Biobrennstoff sicherstellen: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Im Neubau gilt ab 2030 der Nullemissionsstandard. **Wie hoch ist die KfW-Förderung für Wärmepumpen?** Grundförderung 30 Prozent, für Selbstnutzer dazu 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und bis zu 40 Prozent Einkommensbonus. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro bei 80 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, also maximal 22.400 Euro Zuschuss. **Was kostet der Betrieb einer Wärmepumpe im Vergleich zur Gasheizung?** Das hängt von JAZ, Strompreis, Gaspreis und CO2-Preis ab. Im gut gedämmten Haus ist die Wärmepumpe meist im Vorteil, im ungedämmten Altbau kann der Abstand klein werden. Lass dir beide Varianten für dein Haus durchrechnen. **Was bedeutet die Bio-Treppe für eine neue Gasheizung?** Sie gilt für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau. Ab 2029 musst du als Eigentümer einen Mindestanteil Biobrennstoff sicherstellen, in der Regel über deinen Liefervertrag. Der Lieferant bestätigt die Erfüllung mit der Abrechnung. **Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung?** Oft nur eingeschränkt. Hohe Vorlauftemperaturen senken die JAZ. Sinnvoll ist meist die Kombination aus Dämmmaßnahme und Wärmepumpe oder zunächst ein hydraulischer Abgleich und der Tausch einzelner Heizkörper. Ein Energieberater kann das konkret prüfen. **Kann ich Gasheizung und Wärmepumpe kombinieren?** Ja, als Hybridheizung. Nach dem GModG ist eine Hybridheizung eine zulässige Alternative zur Bio-Treppe, wenn die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers erreicht (bei bivalentem Betrieb alternativ 40 Prozent). Welche Teile davon über KfW 458 förderfähig sind, klärst du mit dem Fachbetrieb anhand des Merkblatts. Quellen: - Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, BGBl. 2026 I Nr. 226: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung, Stand 21.07.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - Brennstoffemissionshandelsgesetz § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html --- # BEG-Reform Juli 2026: Die neuen KfW- und BAFA-Förderkonditionen seit 21. Juli im Überblick URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/beg-reform-juli-2026-neue-kfw-bafa-foerderkonditionen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem **21. Juli 2026** gelten bei KfW und BAFA die neuen Richtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Übergangsfrist für Anträge nach altem Recht ist am 20. Juli abgelaufen. Für alle neuen Anträge gelten jetzt die neuen Sätze: Bei der Komplettsanierung steigt der Kreditbetrag, die Tilgungszuschüsse sinken. Beim Heizungstausch sinken die förderfähigen Kosten, dafür gibt es mehr Geld für kleine Einkommen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Werte laut KfW-Merkblättern 458 und 261 (Stand 09/2026) und BAFA.* ## Was hat sich am 21. Juli 2026 bei der BEG geändert? **Bei der Komplettsanierung (KfW 261) sind jetzt einheitlich bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit förderfähig, die Tilgungszuschüsse sind aber niedriger. Beim Heizungstausch (KfW 458) bleibt die Grundförderung bei 30 Prozent, die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sinken von 30.000 auf 28.000 Euro.** Die Grundstruktur ist erhalten geblieben: Die KfW fördert den Heizungstausch und die Sanierung zum Effizienzhaus, das BAFA Einzelmaßnahmen wie Dämmung, Fenster und Lüftungsanlagen. Alle bisher förderfähigen Heizungssysteme bleiben förderfähig. Die neuen Richtlinien laufen bis zum 31. Dezember 2030. Unabhängig davon gilt seit dem 29. Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen gestrichen hat. ## Was hat sich beim Heizungstausch (KfW 458) geändert? **Grundförderung 30 Prozent wie bisher, aber nur noch auf höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 statt 20 Prozent, Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind entfallen.** | Merkmal | Bis 20.07.2026 | Seit 21.07.2026 | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | 30 % | | Förderfähige Kosten (1. WE) | 30.000 € | 28.000 € | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 % | | Effizienzbonus (Wärmepumpe) | 5 % | entfallen | | Förderdeckel | 70 % | 70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 % | | Zuschuss mit Grund + Klimabonus (1. WE, gerechnet) | 50 % × 30.000 = 15.000 € | 46 % × 28.000 = 12.880 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026; alte Werte laut BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen vom 21.12.2023. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es nur für Eigentümer, die selbst im Haus wohnen. Voraussetzung ist der Tausch einer funktionierenden Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung (ohne Altersgrenze) oder einer Gas- oder Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt er alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte, ab dem 1. August 2028 entfällt er. Maßgeblich ist das Antragsdatum. Die EE-Klasse betrifft nicht die Heizungsförderung, sondern die Sanierung zum Effizienzhaus (siehe unten). Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 ist ein Bonus von 15 Prozent für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU angekündigt, gleichzeitig soll die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken. ## Was hat sich bei der Komplettsanierung (KfW 261) geändert? **Förderfähig sind jetzt einheitlich bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit (bisher 120.000 Euro, mit EE- oder NH-Klasse 150.000 Euro). Die Tilgungszuschüsse hat der Bund laut Wirtschaftsministerium um 10 Prozentpunkte gesenkt, beim EH 70 EE und EH 85 EE gibt es ohne Bonus keinen Tilgungszuschuss mehr.** | Effizienzhaus-Stufe | Tilgungszuschuss seit 21.07.2026 | |---|---| | EH 85 EE | 0 % | | EH 70 EE | 0 % | | EH 55 EE | 5 % | | EH 40 EE | 10 % | | EH Denkmal EE | 5 % | | Nachhaltigkeitsklasse (NH) | + 5 Prozentpunkte | | Worst Performing Building (WPB) | + 10 Prozentpunkte (nicht bei Denkmal) | | Serielle Sanierung (SerSan) | + 15 Prozentpunkte bei EH 40/55, + 5 bei EH 70 | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026.* Die EE-Klasse (mindestens 65 Prozent erneuerbare Wärme) ist jetzt Voraussetzung für jede Effizienzhaus-Stufe, der frühere EE-Bonus von 5 Prozent entfällt dafür. Neu ist, dass WPB- und SerSan-Bonus nicht mehr gemeinsam auf 20 Prozentpunkte gedeckelt sind. Zusammen sind bis zu 25 Punkte möglich. Rechnerisch kommt ein EH 40 EE mit NH-Klasse, WPB und serieller Sanierung so auf 40 Prozent Tilgungszuschuss, ein EH 55 auf 35 Prozent. Als Worst Performing Building gilt ein Wohngebäude mit einem Endenergiebedarf von mindestens 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr oder mit einem Energiebedarfsausweis der Klasse H. Der SerSan-Bonus für EH 70 EE ist seit dem 24. September 2026 beantragbar. ## Was gilt bei den BAFA-Einzelmaßnahmen? **Die Grundförderung für Dämmung, Fenster und Lüftung liegt bei 15 Prozent. Neu ist eine Kostenstaffel für Mehrfamilienhäuser, und der iSFP-Bonus von 5 Prozent greift erst ab 30.000 Euro Investition, und nur auf den Betrag darüber.** Förderfähige Höchstkosten pro Gebäude und Kalenderjahr (ohne iSFP): - **1. Wohneinheit:** 30.000 Euro - **2. bis 6. Wohneinheit:** je 15.000 Euro - **ab 7. Wohneinheit:** je 8.000 Euro Mit iSFP-Bonus verdoppeln sich diese Grenzen auf 60.000, 30.000 und 15.000 Euro. Vor der Reform waren je Wohneinheit pauschal 30.000 Euro (mit iSFP 60.000 Euro) förderfähig. Für ein Einfamilienhaus heißt das gerechnet: ohne iSFP höchstens 4.500 Euro Zuschuss (15 Prozent von 30.000 Euro), mit iSFP höchstens 10.500 Euro (15 Prozent auf die ersten 30.000 Euro, 20 Prozent auf die nächsten 30.000 Euro). Wer nur ein paar Fenster tauscht, bekommt keinen iSFP-Bonus mehr. Einen eigenen WPB-Bonus von 5 Prozent für Dämmmaßnahmen an sehr schlechten Gebäuden soll es beim BAFA ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 geben, nur zusammen mit einer geförderten Energieberatung. ## Was galt in der Übergangsphase im Juli? **Die Übergangsphase ist abgeschlossen. Seit dem 8. Juli 2026 konnten bei der KfW keine neuen Bestätigungen zum Antrag (BzA) mehr erstellt werden. Wer bereits eine gültige BzA hatte, konnte bis zum 20. Juli nach alten Konditionen beantragen.** - **Ab 8. Juli 2026:** keine neuen BzA, Umstellungsphase - **Bis 20. Juli 2026:** Anträge nach altem Recht mit bestehender BzA (KfW) bzw. Übergangsregeln beim BAFA - **Seit 21. Juli 2026:** neue Konditionen; beim BAFA müssen neue Technische Projektbeschreibungen (TPB) erzeugt werden Für Anträge, die vor dem 21. Juli gestellt wurden, gilt die alte Richtlinie, auch wenn die Bewilligung später kommt. Wer jetzt neu beantragt, bekommt die neuen Konditionen. ## Wer profitiert vom neuen Einkommensbonus? **Der Einkommensbonus beim Heizungstausch ist jetzt dreistufig. Bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen gibt es 40 statt 30 Prozent. Zwischen 40.000 und 50.000 Euro gibt es erstmals 10 Prozent, vorher gab es in dieser Gruppe gar keinen Bonus.** | Zu versteuerndes Haushaltseinkommen | Einkommensbonus seit 21.07.2026 | bis 20.07.2026 | |---|---|---| | bis 30.000 € | 40 % | 30 % | | 30.001 bis 40.000 € | 30 % | 30 % | | 40.001 bis 50.000 € | 10 % | kein Bonus | | über 50.000 € | kein Bonus | kein Bonus | *Quelle: KfW-Merkblatt 458; alte Werte laut BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen vom 21.12.2023.* Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert. Den Bonus erhalten nur Selbstnutzer. Rechnerisch ergäben 30 Prozent Grundförderung, 40 Prozent Einkommensbonus und 16 Prozent Klimabonus 86 Prozent. Die Förderung ist aber auf 80 Prozent gedeckelt. Bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten sind das höchstens 22.400 Euro. Für die Einkommensgruppe zwischen 40.000 und 50.000 Euro ist die Reform also eine Verbesserung, nicht ein Rückschritt. ## Was bedeutet das für deine Planung? **Wer die Förderung richtig plant, spart bei der Finanzierung spürbar. Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank).** **Heizungstausch**: Stell den Antrag möglichst vor dem 1. Februar 2027. Danach sinken Klimabonus und förderfähige Kosten. Vor dem Antrag brauchst du eine Bestätigung zum Antrag und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. **Komplettsanierung**: Ein EH 55 EE bringt 5 Prozent Tilgungszuschuss, ein EH 40 EE 10 Prozent. Bei einem sehr schlechten Ausgangsgebäude kommen 10 Punkte WPB-Bonus dazu. Lass dir vom Energieeffizienz-Experten rechnen, welche Stufe sich lohnt. Heizungsförderung und KfW 261 lassen sich seit dem 21. Juli nicht mehr parallel nutzen, es gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. **Einzelmaßnahmen an der Hülle**: Ein iSFP lohnt sich vor allem, wenn du mehr als 30.000 Euro investierst. **Neubau**: Die Heizungsförderung KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude. Für ein neues [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) ist der Klimafreundliche Neubau (KfW 297/298) zuständig. Baukosten nach Region findest du etwa auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern), die Gesamtkalkulation machst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Alles zu den KfW-Programmen erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: BEG-Reform und neue Förderkonditionen seit Juli 2026 **Seit wann gelten die neuen BEG-Konditionen?** Seit dem 21. Juli 2026. Anträge nach altem Recht waren mit einer bereits vorliegenden Bestätigung zum Antrag bis zum 20. Juli möglich. Diese Frist ist abgelaufen. **Ist die Förderung für Wärmepumpen gesunken?** Teilweise. Die Grundförderung liegt weiter bei 30 Prozent, aber auf höchstens 28.000 statt 30.000 Euro. Der Klimabonus beträgt 16 statt 20 Prozent, der Effizienzbonus ist entfallen. Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bekommen dagegen 40 Prozent Einkommensbonus und bis zu 80 Prozent Förderung. **Wie stelle ich heute einen Antrag auf Heizungsförderung?** Ein Energieeffizienz-Experte oder dein Fachbetrieb erstellt die Bestätigung zum Antrag. Du schließt einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung und stellst den Antrag dann selbst im Portal "Meine KfW". **Lohnt sich ein Heizungstausch noch?** Für Selbstnutzer mit funktionierender Öl- oder Gasheizung bringt der Klimabonus bis Ende Januar 2027 noch 16 Prozent. Wie wirtschaftlich der Tausch ist, hängt von Gebäude, Heizung und Einkommen ab. **Steigt oder sinkt die Förderung für Komplettsanierungen?** Beides. Der Kreditbetrag liegt einheitlich bei 150.000 Euro je Wohneinheit. Die Tilgungszuschüsse sind niedriger: EH 40 EE 10 Prozent, EH 55 EE 5 Prozent, EH 70 EE und EH 85 EE ohne Bonus 0 Prozent. Mit NH-Klasse, WPB- und SerSan-Bonus sind beim EH 40 bis zu 40 Prozent möglich. **Was ist beim iSFP-Bonus anders?** Der Bonus von 5 Prozent gilt beim BAFA erst ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur auf den Betrag darüber. Für kleinere Maßnahmen entfällt er. Quellen: - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Merkblatt Wohngebäude Kredit (261), gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW: Pressemitteilung zur Übergangsphase, 08.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Förderprogramm im Überblick: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # BEG-Reform seit 21. Juli 2026: Was sich bei KfW und BAFA für Bauherren geändert hat URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/beg-reform-juli-2026-neue-foerderkonditionen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Am 10. Juli 2026 hat der Bundestag das Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen, es gilt seit dem 29. Juli 2026. Fast zeitgleich, am 21. Juli 2026, sind die neuen Förderrichtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft getreten. Einige Haushalte bekommen seitdem mehr Förderung, andere weniger. Die Übergangsfrist für Anträge nach altem Recht ist am 20. Juli abgelaufen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Werte laut KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026) und BAFA.* ## Was hat sich am 21. Juli 2026 geändert? **Bei der Heizungsförderung der KfW gibt es einen dreistufigen Einkommensbonus, einen einmaligen Familienzuschlag und einen höheren Förderdeckel für kleine Einkommen. Gleichzeitig sind die förderfähigen Kosten und der Klimageschwindigkeitsbonus gesunken. Beim BAFA gilt für Mehrfamilienhäuser eine neue Kostenstaffel, und der iSFP-Bonus greift erst ab 30.000 Euro Investition.** | Aspekt | Bis 20.07.2026 | Seit 21.07.2026 | |---|---|---| | Einkommensbonus Heizung (zvE bis 30.000 €) | 30 % | **40 %** | | Einkommensbonus Heizung (zvE 30.001 bis 40.000 €) | 30 % | 30 % | | Einkommensbonus Heizung (zvE 40.001 bis 50.000 €) | kein Bonus | **10 %** | | Familienzuschlag | nicht vorhanden | **einmalig 10.000 € Abzug vom zvE** | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | **16 %**, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 4 Punkte | | Förderfähige Kosten Heizung, 1. Wohneinheit | 30.000 € | **28.000 €** | | Förderfähige Kosten Heizung, 2. bis 6. / ab 7. WE | 15.000 € / 8.000 € | 15.000 € / 8.000 € (unverändert) | | Förderdeckel Heizung | 70 % | 70 %, **80 %** bei zvE bis 30.000 € | | Förderfähige Kosten Dämmung/Fenster (BAFA), je WE | 30.000 € | 1. WE 30.000 €, **2. bis 6. WE 15.000 €, ab 7. WE 8.000 €** | | iSFP-Bonus (BAFA) | 5 % auf jede Maßnahme | **erst ab 30.000 € Investition**, nur auf den Teil darüber | *Quellen: KfW-Merkblatt 458, BAFA Gebäudehülle, BEG-Richtlinie Einzelmaßnahmen. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* ## Was galt in der Übergangsphase im Juli? **Seit dem 8. Juli 2026 konnten bei der KfW keine neuen Bestätigungen zum Antrag (BzA) mehr erstellt werden. Wer schon eine gültige BzA hatte, konnte bis zum 20. Juli nach alten Bedingungen beantragen. Diese Frist ist abgelaufen.** Beim BAFA müssen seit dem 21. Juli 2026 neue Technische Projektbeschreibungen (TPB) erzeugt werden. Für Anträge bis einschließlich 20. Juli gelten Übergangsregeln. Für Anträge, die vor dem 21. Juli gestellt wurden, gilt die alte Richtlinie weiter, auch wenn erst danach entschieden wird. Wer eine Förderzusage nach altem Recht hat, muss nichts tun. ## Wer bekommt mit dem neuen Einkommensbonus mehr? **Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen erhalten 40 statt 30 Prozent Bonus. Haushalte zwischen 40.000 und 50.000 Euro bekommen erstmals 10 Prozent. Der Bonus gilt nur für die Heizungsförderung und nur für Eigentümer, die selbst im Haus wohnen.** - **bis 30.000 Euro**: 40 Prozent Einkommensbonus (bisher 30) - **30.001 bis 40.000 Euro**: 30 Prozent (unverändert) - **40.001 bis 50.000 Euro**: 10 Prozent (bisher kein Bonus) Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen, nicht das Brutto. Die KfW nimmt den Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, bei einem Antrag 2026 also aus 2023 und 2024. Nachweis sind die Einkommensteuerbescheide. Zusammen mit 30 Prozent Grundförderung und 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus ist die Förderung auf 70 Prozent begrenzt. Für Haushalte mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro liegt der Deckel bei 80 Prozent. Bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten sind das höchstens 22.400 Euro Zuschuss. ## Wie wirkt der Familienzuschlag? **Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das zu versteuernde Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert. Die Zahl der Kinder spielt keine Rolle.** Gerechnetes Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern hat 55.000 Euro zu versteuerndes Einkommen. Ohne Zuschlag liegt sie über der 50.000-Euro-Grenze. Mit dem einmaligen Abzug wird sie mit 45.000 Euro angesetzt und erhält 10 Prozent Einkommensbonus. Bei einer Wärmepumpe für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 25.000 Euro förderfähigen Kosten macht das grob 2.500 Euro mehr Zuschuss aus. Eine Familie mit 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen und Kind wird mit 35.000 Euro angesetzt und kommt so in die 30-Prozent-Stufe. Mit 38.000 Euro und Kind rutscht sie auf 28.000 Euro und erhält 40 Prozent Bonus und den 80-Prozent-Deckel. ## Wo ist die Förderung gesunken? **Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 statt 20 Prozent und sinkt ab Februar 2027 weiter. Der iSFP-Bonus beim BAFA greift erst ab 30.000 Euro Investition und nur auf den Betrag darüber.** **Klimageschwindigkeitsbonus:** Ihn erhalten selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung austauschen, unabhängig vom Alter. Bei Gas- und Biomasseheizungen muss die Inbetriebnahme bei Antragstellung mindestens 20 Jahre zurückliegen. Die Staffel steht in der Förderrichtlinie: | Antragsdatum | Klimageschwindigkeitsbonus | |---|---| | 21.07.2026 bis 31.01.2027 | 16 % | | 01.02.2027 bis 31.07.2027 | 12 % | | 01.08.2027 bis 31.01.2028 | 8 % | | 01.02.2028 bis 31.07.2028 | 4 % | | ab 01.08.2028 | entfällt | **iSFP-Bonus:** Wer eine Maßnahme an der Gebäudehülle aus einem geförderten individuellen Sanierungsfahrplan umsetzt, erhielt bisher 5 Prozent mehr und eine doppelt so hohe Kostenobergrenze. Seit dem 21. Juli gibt es den Bonus nur noch ab 30.000 Euro förderfähiger Investition, und zwar nur auf den Betrag oberhalb dieser Schwelle. Für die Heizung gibt es keinen iSFP-Bonus. Wie die KfW-Programme zusammenspielen, erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was ändert sich für Mehrfamilienhäuser? **Bei Dämmung, Fenstern und Anlagentechnik (BAFA) waren bisher 30.000 Euro je Wohneinheit förderfähig. Seit dem 21. Juli gilt eine Staffel: 30.000 Euro für die erste, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste und je 8.000 Euro ab der siebten Wohneinheit. Bei der Heizung galt diese Staffel schon vorher.** | Effizienzmaßnahmen (BAFA), ohne iSFP | Bis 20.07.2026 | Seit 21.07.2026 | |---|---|---| | 1. Wohneinheit | 30.000 € | 30.000 € | | 2. bis 6. Wohneinheit (je) | 30.000 € | **15.000 €** | | ab 7. Wohneinheit (je) | 30.000 € | **8.000 €** | *Mit iSFP-Bonus verdoppeln sich die Grenzen auf 60.000 / 30.000 / 15.000 Euro.* Gerechnetes Beispiel für ein Mehrfamilienhaus mit 10 Wohneinheiten und 15 Prozent Grundförderung bei der Gebäudehülle: - **Bis 20. Juli**: 10 × 30.000 = 300.000 Euro förderfähig, höchstens 45.000 Euro Zuschuss - **Seit 21. Juli**: 30.000 + 5 × 15.000 + 4 × 8.000 = 137.000 Euro förderfähig, höchstens 20.550 Euro Zuschuss Orientierungswerte für die Gesamtkosten findest du etwa auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Was solltest du jetzt tun? **Wer heute plant, rechnet mit den neuen Sätzen. Beim Heizungstausch lohnt es sich, den Antrag vor dem 1. Februar 2027 zu stellen, weil danach Klimabonus und förderfähige Kosten sinken.** **Heizungstausch im selbst bewohnten Einfamilienhaus**: Prüfe anhand der Steuerbescheide 2023 und 2024, in welche Einkommensstufe du fällst. Vor dem Antrag brauchst du eine Bestätigung zum Antrag (vom Energieeffizienz-Experten oder vom Fachbetrieb) und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. **Einzelmaßnahme an der Hülle unter 30.000 Euro**: Du bekommst 15 Prozent Grundförderung, aber keinen iSFP-Bonus. **Mehrfamilienhaus**: Rechne die förderfähigen Kosten nach der neuen Staffel neu. **Komplettsanierung**: Entscheide dich zwischen KfW 261 und Einzelmaßnahmen. Seit dem 21. Juli ist beides parallel nicht mehr möglich, zwischen den Programmen gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. Für die Gesamtkalkulation mit Förderabzug und Eigenkapital nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Wie lange gilt die neue Förderung? **Die neuen Richtlinien laufen bis zum 31. Dezember 2030. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, gefördert wird im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.** Für die Heizungsförderung ist die weitere Entwicklung schon festgelegt: Die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit sinken ab Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro bis auf 22.000 Euro ab August 2030. Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 soll die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken, dazu kommt ein Bonus von 15 Prozent für Geräte mit Ursprung in der EU. Die Zuständigkeiten sind gleich geblieben: Die KfW fördert den Heizungstausch, die Sanierung zum Effizienzhaus und den Neubau, das BAFA Dämmung, Fenster, Lüftung und Heizungsoptimierung. ## FAQ: BEG-Reform seit 21. Juli 2026 **Seit wann gelten die neuen BEG-Förderkonditionen?** Seit dem 21. Juli 2026. Wer vor der Umstellung eine gültige Bestätigung zum Antrag hatte, konnte bis zum 20. Juli noch nach alten Bedingungen beantragen. Diese Frist ist abgelaufen. **Was hat sich beim Einkommensbonus geändert?** Bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen gibt es 40 statt 30 Prozent, zwischen 30.000 und 40.000 Euro bleibt es bei 30 Prozent, zwischen 40.000 und 50.000 Euro gibt es neu 10 Prozent. Der Bonus gilt nur für die Heizung und nur für Selbstnutzer. **Wie funktioniert der Familienzuschlag?** Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das zu versteuernde Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert. Bei mehreren Kindern bleibt es bei diesem einen Abzug. **Was ist beim iSFP-Bonus anders?** Der Bonus von 5 Prozent gilt bei BAFA-Maßnahmen an der Gebäudehülle erst ab 30.000 Euro förderfähiger Investition und nur auf den Teil oberhalb dieser Schwelle. Für die Heizung gab und gibt es keinen iSFP-Bonus. **Sinkt die Förderung für Mehrfamilienhäuser?** Bei Dämmung, Fenstern und Anlagentechnik ja: Statt 30.000 Euro je Wohneinheit sind ab der zweiten Einheit nur noch 15.000 Euro und ab der siebten 8.000 Euro förderfähig. Bei der Heizung galt diese Staffel schon vorher, dort sinkt nur der Betrag für die erste Einheit auf 28.000 Euro. **Sind bereits gestellte Anträge betroffen?** Nein. Für Anträge vor dem 21. Juli 2026 gilt die alte Richtlinie, auch wenn die Entscheidung später fällt. Quellen: - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW: Pressemitteilung zur Übergangsphase, 08.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - BAFA: Gebäudehülle (BEG Einzelmaßnahmen): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Förderprogramm im Überblick: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Foerderprogramm_im_Ueberblick/foerderprogramm_im_ueberblick_node.html - Gebäudemodernisierungsgesetz: BBSR-Portal: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html --- # KfW BEG-Reform seit 21. Juli 2026: Was sich bei der Heizungsförderung geändert hat URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-reform-juli-2026-neue-heizungsfoerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 21. Juli 2026 gilt die überarbeitete Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Bei der KfW-Heizungsförderung (Programm 458) sind die förderfähigen Kosten gesunken, der Klimageschwindigkeitsbonus ist kleiner, zwei Zuschläge sind weggefallen. Dafür gibt es einen gestaffelten Einkommensbonus und für Haushalte mit kleinem Einkommen einen höheren Förderdeckel von 80 Prozent. Die Übergangsphase im Juli ist abgelaufen, für alle neuen Anträge gelten die neuen Bedingungen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Fördersätze laut KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* ## Was hat sich mit der BEG-Reform 2026 geändert? **Die Grundförderung von 30 Prozent ist geblieben. Gesunken sind die förderfähigen Kosten (1. Wohneinheit jetzt 28.000 statt 30.000 Euro) und der Klimageschwindigkeitsbonus (16 statt 20 Prozent). Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag gibt es nicht mehr.** Die neuen Förderrichtlinien für Einzelmaßnahmen, Wohngebäude und Nichtwohngebäude gelten seit dem 21. Juli 2026 und laufen bis Ende 2030. Die Aufgabenteilung ist gleich geblieben: Die KfW ist für die Heizungsförderung zuständig, das BAFA für Dämmung, Fenster und Anlagentechnik. Betroffen sind vor allem das KfW-Programm 458 (Heizungstausch für Privatpersonen) und die Sanierung zum Effizienzhaus über KfW 261. Der Klimafreundliche Neubau (KfW 297/298) ist nicht Teil der BEG-Reform. ## Was galt in der Übergangsphase bis 20. Juli? **Die Übergangsphase ist vorbei. Wer vor der Umstellung eine gültige Bestätigung zum Antrag (BzA) hatte, konnte bis zum 20. Juli 2026 noch nach den alten Bedingungen beantragen. Für alle Anträge ab dem 21. Juli gelten die neuen Konditionen.** - **Ab 8. Juli 2026**: Neue Bestätigungen zum Antrag konnten nicht mehr erstellt werden. - **Bis 20. Juli 2026**: Antrag mit bereits vorliegender, gültiger BzA nach altem Recht möglich. - **Ab 21. Juli 2026**: neue Richtlinie, neue BzA, neue Fördersätze. Für Anträge, die vor dem 21. Juli gestellt wurden, gilt die alte Richtlinie weiter, auch wenn die KfW erst später entscheidet. Wer die Frist verpasst hat, kann heute nur noch zu den neuen Bedingungen beantragen. Eine Uhrzeit für den Fristablauf hat die KfW in ihrer Mitteilung nicht genannt. ## Wie hoch sind die förderfähigen Kosten seit dem 21. Juli 2026? **Für die erste Wohneinheit sind es 28.000 Euro. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt dieser Betrag alle sechs Monate um 750 Euro. Für die zweite bis sechste Wohneinheit bleibt es bei je 15.000 Euro, ab der siebten bei je 8.000 Euro.** | Wohneinheit | 21.07.2026 bis 31.01.2027 | ab 01.02.2027 | ab 01.08.2027 | |---|---|---|---| | Erste Wohneinheit | 28.000 € | 27.250 € | 26.500 € | | 2. bis 6. Wohneinheit (je) | 15.000 € | 15.000 € | 15.000 € | | ab 7. Wohneinheit (je) | 8.000 € | 8.000 € | 8.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Die Absenkung um 750 Euro je Halbjahr betrifft nur die erste Wohneinheit und endet ab 01.08.2030 bei 22.000 Euro.* Maßgeblich ist jeweils das Datum des Antrags, nicht der Einbau. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 Prozent für Anträge bis zum 31. Januar 2027 und sinkt dann halbjährlich um 4 Prozentpunkte. Ab dem 1. August 2028 entfällt er ganz. Gerechnet für ein Einfamilienhaus mit 20.000 Euro Kosten und Tausch einer funktionierenden Ölheizung: 30 Prozent Grundförderung plus 16 Prozent Klimabonus ergeben 46 Prozent, also 9.200 Euro. Nach den alten Sätzen wären es 50 Prozent (10.000 Euro) gewesen, mit Effizienzbonus 55 Prozent. Was Heizung und Gesamtvorhaben grob kosten, kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) überschlagen. ## Wie funktioniert der neue Einkommensbonus? **Selbstnutzende Eigentümer erhalten je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen 40, 30 oder 10 Prozent zusätzlich. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert, unabhängig von der Zahl der Kinder.** | Zu versteuerndes Haushaltseinkommen | Einkommensbonus | Grund + Einkommensbonus | Förderdeckel | |---|---|---|---| | bis 30.000 € | 40 % | 70 % | 80 % | | 30.001 bis 40.000 € | 30 % | 60 % | 70 % | | 40.001 bis 50.000 € | 10 % | 40 % | 70 % | | über 50.000 € | 0 % | 30 % | 70 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 458. Zum jeweiligen Wert kommt gegebenenfalls der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent, die Summe ist aber auf den Deckel begrenzt.* Maßgeblich ist der Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, bei einem Antrag 2026 also aus 2023 und 2024. Nachweis sind die Einkommensteuerbescheide. Ein gerechnetes Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern und 55.000 Euro zu versteuerndem Einkommen wird mit 45.000 Euro angesetzt (einmal 10.000 Euro Abzug). Das ergibt 10 Prozent Einkommensbonus. Mit Grundförderung und Klimabonus kommt sie auf 56 Prozent. Vor der Reform gab es den Einkommensbonus nur einstufig mit 30 Prozent bis 40.000 Euro. Für Haushalte bis 30.000 Euro und zwischen 40.000 und 50.000 Euro ist die neue Staffel also eine Verbesserung. Der Einkommensbonus und der Klimageschwindigkeitsbonus gelten nur für Eigentümer, die selbst im Haus wohnen. Vermieter erhalten die Grundförderung von 30 Prozent. ## Was ist weggefallen, was kommt noch? **Der Effizienzbonus von 5 Prozent und der pauschale Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro gibt es für neue Anträge nicht mehr. Für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU ist ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 ein eigener Bonus angekündigt.** Den Effizienzbonus gab es bisher für Wärmepumpen, die Wasser, Erdreich oder Abwasser als Wärmequelle nutzen oder mit natürlichem Kältemittel arbeiten. Der Emissionsminderungszuschlag betraf Biomasseheizungen mit sehr niedrigem Staubausstoß. Biomasseheizungen bleiben mit der Grundförderung förderfähig. Für Wärmepumpen sind natürliche Kältemittel derzeit nur empfohlen. Verpflichtend werden sie laut Förderrichtlinie erst ab dem 1. Januar 2028. Ab voraussichtlich erstem Quartal 2027 soll sich die Förderung für Wärmepumpen aufteilen: 15 Prozent Grundförderung plus 15 Prozent Bonus, wenn die Wärmepumpe ihren Ursprung in der Europäischen Union hat. Details dazu hat die Bundesregierung noch nicht abschließend veröffentlicht. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) ohne Anspruch auf den Einkommensbonus bleibt die Kombination aus Grundförderung und Klimabonus der Regelfall. ## Was hat sich bei der Sanierung zum Effizienzhaus (KfW 261) geändert? **Der Kredithöchstbetrag liegt einheitlich bei 150.000 Euro je Wohneinheit. Die Tilgungszuschüsse sind niedriger: 10 Prozent beim EH 40 EE, 5 Prozent beim EH 55 EE, beim EH 70 EE und EH 85 EE gibt es ohne Bonus keinen Tilgungszuschuss mehr.** | Effizienzhaus-Stufe | Tilgungszuschuss Basis | rechnerisches Maximum mit Boni | |---|---|---| | EH 40 EE | 10 % | 40 % | | EH 55 EE | 5 % | 35 % | | EH 70 EE | 0 % | 20 % | | EH 85 EE | 0 % | 5 % | | EH Denkmal EE | 5 % | 10 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. Boni: Nachhaltigkeitsklasse (NH) +5, Worst Performing Building +10 (nicht bei Denkmal), Serielle Sanierung +15 bei EH 40/55 und +5 bei EH 70.* Die EE-Klasse (mindestens 65 Prozent erneuerbare Wärme) ist jetzt Standard, der frühere EE-Bonus von 5 Prozent ist entfallen. Neu ist der Bonus für serielles Sanieren auch beim EH 70 EE. Er ist seit dem 24. September 2026 beantragbar. Wichtig: Seit dem 21. Juli 2026 kannst du die Heizungsförderung (BEG Einzelmaßnahmen) nicht mehr parallel zum KfW-Kredit 261 nutzen. Zwischen beiden Programmen gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. Wie stark die Kosten einer Sanierung regional schwanken, zeigt etwa die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Was ist das Programm Gewerbe zu Wohnen (KfW 266)? **Seit dem 1. Juli 2026 gibt die KfW einen Zuschuss von 30 Prozent, wenn leerstehende Gewerbeflächen zu Wohnungen umgebaut werden. Förderfähig sind höchstens 100.000 Euro je neuer Wohneinheit, also bis zu 30.000 Euro Zuschuss, insgesamt höchstens 300.000 Euro je Vorhaben.** - **Mindeststandard**: Effizienzhaus 85 EE oder Effizienzhaus Denkmal EE - **Gefördert**: der Umbau zu Wohnraum einschließlich Fachplanung und Baubegleitung, nicht die energetische Sanierung selbst (dafür gibt es die BEG) - **Gebäude**: Bauantrag mindestens fünf Jahre zurück - **Antrag**: direkt bei der KfW, bis spätestens 31. Dezember 2026 - **Umsetzung**: innerhalb von 54 Monaten Gerechnet: Wer fünf neue Wohnungen mit jeweils mindestens 100.000 Euro förderfähigen Umbaukosten schafft, kommt auf 150.000 Euro Zuschuss. ## Was bedeutet die Reform für deine Planung? **Die Reform ist kein Förderstopp. Wer seine Heizung tauschen will, plant heute mit 28.000 Euro förderfähigen Kosten und 16 Prozent Klimabonus, solange der Antrag bis 31. Januar 2027 gestellt wird.** **Szenario A, Antrag noch vor dem 21. Juli gestellt**: Für dich gelten die alten Konditionen. Achte auf die Fristen in deiner Zusage. **Szenario B, Heizungstausch geplant**: Rechne mit den neuen Sätzen und prüfe anhand deiner Steuerbescheide, ob du Anspruch auf den Einkommensbonus hast. Wer eine funktionierende Öl- oder Gasheizung tauschen will, verliert ab Februar 2027 mit jedem Halbjahr 4 Prozentpunkte Klimabonus. **Szenario C, Komplettsanierung**: Entscheide dich zwischen KfW 261 und Einzelmaßnahmen. Beides parallel geht nicht mehr. **Szenario D, Neubau**: Die Heizungsförderung KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude. Für Neubauten gibt es den Klimafreundlichen Neubau (297/298). Die befristete EH55-Stufe kann laut KfW noch bis spätestens 31. Dezember 2026 beantragt werden. Einen Überblick über alle KfW-Programme bietet der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: KfW BEG-Reform Juli 2026 **Kann ich heute noch die alten Konditionen bekommen?** Nein. Die alten Bedingungen galten nur für Anträge, die bis zum 20. Juli 2026 mit einer gültigen Bestätigung zum Antrag gestellt wurden. Seit dem 21. Juli gelten für neue Anträge ausschließlich die neuen Sätze. **Wie hoch ist die Heizungsförderung seit dem 21. Juli 2026?** 30 Prozent Grundförderung, dazu für Selbstnutzer 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und je nach Einkommen 40, 30 oder 10 Prozent Einkommensbonus. Insgesamt höchstens 70 Prozent, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro höchstens 80 Prozent. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit bis 28.000 Euro, der Zuschuss liegt also bei höchstens 22.400 Euro. **Wann sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus?** 16 Prozent gibt es für Anträge bis 31. Januar 2027. Danach sinkt er auf 12 Prozent (ab 1. Februar 2027), 8 Prozent (ab 1. August 2027) und 4 Prozent (ab 1. Februar 2028). Ab dem 1. August 2028 entfällt er. **Sind Wärmepumpen mit synthetischen Kältemitteln noch förderfähig?** Ja, vorerst. Natürliche Kältemittel sind derzeit nur empfohlen und werden laut Förderrichtlinie erst ab dem 1. Januar 2028 Pflicht. Der frühere Effizienzbonus für solche Geräte ist entfallen. **Wird das Einkommen pro Kind gemindert?** Nein. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, wird das zu versteuernde Einkommen einmalig um 10.000 Euro gemindert, egal wie viele Kinder es sind. **Was ist das Programm Gewerbe zu Wohnen?** Seit dem 1. Juli 2026 fördert die KfW den Umbau leerstehender Gewerbeflächen zu Wohnungen mit 30 Prozent Zuschuss, höchstens 30.000 Euro je neuer Wohneinheit und 300.000 Euro je Vorhaben. Mindeststandard ist ein Effizienzhaus 85 EE, Anträge sind bis 31. Dezember 2026 möglich. Quellen: - KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Heizungsförderung (Programmseite): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW: Pressemitteilung zur Übergangsphase, 08.07.2026: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - KfW: Merkblatt Wohngebäude Kredit (261), gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - KfW: Gewerbe zu Wohnen (266): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Wohnwirtschaft/F%C3%B6rderprodukte/Gewerbe-zu-Wohnen-(266)/ --- # KfW BEG Heizungsförderung seit 21. Juli 2026: was sich geändert hat URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-beg-heizungsfoerderung-aenderungen-juli-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Vom 8. bis zum 20. Juli 2026 lief bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eine Umstellungsphase. Seit dem 21. Juli 2026 gilt die neue Richtlinie für Einzelmaßnahmen, und damit haben sich die Bedingungen der KfW-Heizungsförderung (Programm 458) spürbar verändert. Die förderfähigen Höchstkosten sind gesunken, der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt jetzt 16 Prozent, der Einkommensbonus ist dreistufig, und für Haushalte mit kleinem Einkommen steigt die Obergrenze auf 80 Prozent. Hier stehen die Zahlen und was sie für deinen Heizungstausch bedeuten. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was war die BEG-Umstellungsphase im Juli 2026? **Vom 8. bis zum 20. Juli 2026 konnten keine neuen Bestätigungen zum Antrag (BzA) erstellt werden. Wer schon eine gültige BzA hatte, konnte noch bis zum 20. Juli zu den alten Bedingungen beantragen. Diese Übergangsphase ist abgeschlossen.** Die KfW hat die Umstellungsphase am 8. Juli 2026 angekündigt. Neue BzA gab es erst wieder ab dem 21. Juli. Die alten Konditionen bekommt nur, wer seinen Antrag vor dem 21. Juli mit einer vollständigen und korrekten BzA gestellt hat. Für alle Anträge ab dem 21. Juli 2026 gilt die neue Richtlinie. Für dich heißt das heute: - **Antrag vor dem 21. Juli gestellt?** Dann gilt für dich die alte Fassung, auch wenn die Zusage erst später kam. - **Antrag ab dem 21. Juli oder noch in Planung?** Dann gelten die neuen Bedingungen aus diesem Artikel. ## Was hat sich seit dem 21. Juli 2026 konkret geändert? **Die förderfähigen Höchstkosten für die erste Wohneinheit sind von 30.000 auf 28.000 Euro gesunken. Die Grundförderung bleibt bei 30 Prozent, der Klimageschwindigkeitsbonus liegt bei 16 Prozent, und Effizienzbonus sowie Emissionsminderungszuschlag gibt es nicht mehr.** | Fördermerkmal | Bis 20. Juli 2026 | Seit 21. Juli 2026 | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | 30 % | | Max. förderfähige Kosten (1. WE) | 30.000 € | 28.000 €, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 750 € | | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 %, ab 01.02.2027 halbjährlich minus 4 Prozentpunkte | | Einkommensbonus | 30 % bis 40.000 € zvE | 40 % / 30 % / 10 % bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € zvE | | Effizienzbonus | 5 % | entfällt | | Emissionsminderungszuschlag | pauschal 2.500 € | entfällt | | Obergrenze Fördersatz | 70 % | 70 %, für Selbstnutzer bis 30.000 € zvE 80 % | | Max. Zuschuss 1. WE | 21.000 € | 22.400 € (80 % von 28.000 €) | *Quelle: KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026) und KfW-Infografik vom 21.07.2026. Werte bis 20.07.2026 laut BEG-EM-Richtlinie vom 21.12.2023. zvE = zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen.* Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit neuer Wärmepumpe heißt das: Bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten bringt die Grundförderung allein 8.400 Euro. Die Boni kommen für selbstnutzende Eigentümer dazu, bis zur jeweiligen Obergrenze. Antragsberechtigt sind nur bestehende Wohngebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Im Neubau gibt es keine Heizungsförderung aus Programm 458. ## Wie entwickelt sich der Klimageschwindigkeitsbonus? **Der Bonus beträgt seit dem 21. Juli 2026 16 Prozent und sinkt ab dem 1. Februar 2027 alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte. Für Anträge ab dem 1. August 2028 gibt es ihn nicht mehr. Maßgeblich ist das Datum des Antrags.** Den Bonus bekommen nur selbstnutzende Eigentümer. Voraussetzung ist der Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung, unabhängig vom Alter, oder einer Gas- oder Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Grob gerechnet für eine Wärmepumpe mit 20.000 Euro förderfähigen Kosten, ohne Einkommensbonus: | Antrag gestellt | Grundförderung | Klimabonus | Zusammen | |---|---|---|---| | 21.07.2026 bis 31.01.2027 | 30 % | 16 % | 46 % = 9.200 € | | 01.02.2027 bis 31.07.2027 | 30 % | 12 % | 42 % = 8.400 € | | 01.08.2027 bis 31.01.2028 | 30 % | 8 % | 38 % = 7.600 € | | 01.02.2028 bis 31.07.2028 | 30 % | 4 % | 34 % = 6.800 € | | ab 01.08.2028 | 30 % | 0 % | 30 % = 6.000 € | *Eigene Rechnung auf Basis KfW-Merkblatt 458. Die Prozentsätze stehen im Merkblatt, die Eurobeträge sind gerechnet.* Der frühere Effizienzbonus von 5 Prozent, etwa für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel oder Erdreich als Wärmequelle, ist mit der neuen Richtlinie weggefallen. ## Wer profitiert vom neuen Einkommensbonus? **Selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro erhalten 40 Prozent, bis 40.000 Euro 30 Prozent und bis 50.000 Euro 10 Prozent. Lebt mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, steigt die Grenze einmalig um 10.000 Euro.** Bisher gab es einheitlich 30 Prozent bis 40.000 Euro zu versteuerndem Einkommen, darüber nichts. Neu ist die Stufe bis 50.000 Euro und der höhere Satz für kleine Einkommen. - **zvE bis 30.000 Euro**: 40 Prozent Einkommensbonus - **zvE bis 40.000 Euro**: 30 Prozent - **zvE bis 50.000 Euro**: 10 Prozent - **Familienzuschlag**: pauschal und einmalig 10.000 Euro, unabhängig von der Zahl der Kinder Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Bei einem Antrag 2026 sind das die Steuerbescheide für 2023 und 2024. Ein Beispiel, grob gerechnet: Eine Familie mit zwei Kindern und 50.000 Euro zu versteuerndem Einkommen kommt mit dem Familienzuschlag rechnerisch auf 40.000 Euro und damit auf 30 Prozent Einkommensbonus. Der Zuschlag gilt nur einmal, ein zweites Kind senkt den Wert nicht weiter. ## Was hat sich bei der Effizienzhaus-Sanierung (BEG WG) geändert? **Auch die Sanierung zum Effizienzhaus über KfW 261 läuft seit dem 21. Juli 2026 nach neuen Regeln. Der Kredithöchstbetrag liegt bei 150.000 Euro je Wohneinheit, die Tilgungszuschüsse sind je Stufe neu festgelegt.** | Effizienzhaus-Stufe (EE) | Tilgungszuschuss Basis | Bonus für worst performing building | Bonus serielle Sanierung | |---|---|---|---| | EH 40 EE | 10 % | +10 % | +15 % | | EH 55 EE | 5 % | +10 % | +15 % | | EH 70 EE | 0 % | +10 % | +5 % | | EH 85 EE | 0 % | nein | nein | *Quelle: KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026. Mit Nachhaltigkeitsklasse kommen 5 Prozentpunkte dazu.* Neu ist der Bonus für serielle Sanierung beim EH 70. Er kann laut KfW seit dem 24. September 2026 beantragt werden. Bei Nichtwohngebäuden sind die Tilgungszuschüsse laut KfW pauschal um 10 Prozentpunkte gesunken. Was die Sanierung in deiner Region kostet, zeigen regionale Daten wie die [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern), denn Material- und Handwerkerpreise unterscheiden sich stark. ## Wie gehst du jetzt am besten vor? **Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent gilt für Anträge bis zum 31. Januar 2027. Wer einen Heizungstausch plant, sollte den Antrag deshalb vor diesem Datum stellen. Vor dem Antrag brauchst du eine BzA und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit Bedingung.** So läuft der Antrag bei KfW 458: 1. **Angebote einholen** und den Fachbetrieb auswählen. 2. **Bestätigung zum Antrag (BzA)** erstellen lassen, durch das Fachunternehmen oder einen Energieeffizienz-Experten. 3. **Liefer- oder Leistungsvertrag abschließen**, und zwar mit aufschiebender oder auflösender Bedingung für den Fall, dass die Förderung nicht zugesagt wird. 4. **Antrag selbst stellen** im Portal "Meine KfW" und den Vertrag hochladen. Eine Vertretung durch Dritte ist nicht zugelassen, Ausnahme sind Wohnungseigentümergemeinschaften. 5. **Umsetzen** innerhalb von 36 Monaten nach der Zusage, Nachweis spätestens sechs Monate nach Abschluss. Wer zusätzlich einen Kredit braucht, kann den Ergänzungskredit nutzen: bis 120.000 Euro je Wohneinheit, als Programm 358 für Haushalte bis 90.000 Euro zu versteuerndem Einkommen effektiv ab 1,49 Prozent, sonst als Programm 359 effektiv ab 4,49 Prozent (KfW, Stand 06.10.2026). Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Für die Gesamtkalkulation deines Projekts, mit Heizung, Dämmung und Nebenkosten, nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was kommt als Nächstes? **Für das erste Quartal 2027 ist laut BAFA ein Umbau der Wärmepumpenförderung angekündigt: Grundförderung 15 Prozent, dazu 15 Prozent Bonus für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.** Ebenfalls ab dem ersten Quartal 2027 soll es keine Heizungsförderung mehr geben, wenn im Gebäude bereits ein förderfähiger Wärmeerzeuger arbeitet, der seit dem 1. Januar 2008 in Betrieb genommen wurde. Ausgenommen sind bivalente Systeme mit fossilem Anteil. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht, sie läuft im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Was sich bei der Wärmepumpenförderung insgesamt verändert hat, erklärt der Ratgeber [Wärmepumpe Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-foerderung-2026). ## FAQ: KfW BEG Heizungsförderung seit 21. Juli 2026 **Gelten für meinen Antrag aus der Übergangsphase noch die alten Konditionen?** Ja, wenn du den Antrag vor dem 21. Juli 2026 mit einer vollständigen und korrekten BzA gestellt hast. Dann gilt die alte Richtlinie, auch wenn die Zusage später kam. **Wie hoch ist die Heizungsförderung heute?** Grundförderung 30 Prozent, für Selbstnutzer dazu Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent und Einkommensbonus bis 40 Prozent. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für Haushalte bis 30.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bei 80 Prozent. Förderfähig sind bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, also höchstens 22.400 Euro Zuschuss. **Lohnt sich eine Wärmepumpe mit den neuen Konditionen noch?** Das hängt von deinem Haus und deinem Einkommen ab. Ein selbstnutzender Eigentümer, der eine alte Ölheizung tauscht, bekommt bei einem Antrag bis 31. Januar 2027 mindestens 46 Prozent, mit Einkommensbonus mehr. Lass dir die Betriebskosten vom Energieberater durchrechnen. **Bekommen Vermieter den Klimageschwindigkeitsbonus?** Nein. Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus gibt es nur für selbstnutzende Eigentümer. Vermieter erhalten die Grundförderung von 30 Prozent. **Was ändert sich bei der Sanierungsförderung (BEG WG)?** Seit dem 21. Juli 2026 gibt es je Effizienzhaus-Stufe neue Tilgungszuschüsse, etwa 10 Prozent beim EH 40 EE und 5 Prozent beim EH 55 EE, plus Boni. Neu ist der Bonus für serielle Sanierung beim EH 70. BEG-Einzelmaßnahmen und Effizienzhaus-Sanierung lassen sich nicht mehr parallel beantragen, es gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. **Ab wann gilt der EU-Bonus für Wärmepumpen?** Laut BAFA voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027. Dann soll die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 Prozent sinken und ein Bonus von 15 Prozent für Geräte mit Ursprung in der EU dazukommen. Quellen: - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung, Stand 21.07.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - KfW: Heizungsförderung: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW-Pressemitteilung 08.07.2026: Start der Umstellungsphase: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_900928.html - KfW: Anpassungen in der BEG 2026: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Bundesf%C3%B6rderung-f%C3%BCr-effiziente-Geb%C3%A4ude/Anpassungen-2026/ - KfW-Merkblatt 261, gültig ab 24.09.2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004854_M_261.pdf - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Energy Sharing 2026: Solarstrom mit Nachbarn teilen, so funktioniert das neue Gesetz URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/energy-sharing-2026-solarstrom-nachbarn-teilen Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Das neue Energy-Sharing-Gesetz (§ 42c EnWG) ist seit dem 1. Juni 2026 in Kraft. Die Konsequenz für Hauseigentümer mit Photovoltaikanlage: Überschüssiger Solarstrom kann jetzt direkt an Nachbarn verkauft werden, über das öffentliche Verteilnetz, ohne eigene Leitungen und ohne Energieversorger-Lizenz. Statt 7,78 Cent pro Kilowattstunde Einspeisevergütung sind realistisch 12 bis 18 Cent erzielbar. Für Bauherren, die 2026 und 2027 ein neues Haus planen, eröffnet das eine komplett neue Wirtschaftlichkeitsrechnung für die PV-Anlage. Was das Gesetz konkret ermöglicht, was technisch vorausgesetzt wird und wo die aktuellen Grenzen liegen, hier die Fakten. ## Was ist Energy Sharing, und was hat sich ab Juni 2026 geändert? **Seit dem 1. Juni 2026 erlaubt der neue § 42c Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) erstmals in Deutschland das Energy Sharing: Eigentümer von Solaranlagen dürfen ihren selbst erzeugten Strom direkt an andere Haushalte im selben Netzgebiet abgeben, ohne Händler-Lizenz und ohne teure Zwischenhändler.** Bisher gab es bei überschüssigem Solarstrom im Wesentlichen zwei Wege: Eigenverbrauch maximieren oder ins Netz einspeisen und die staatliche Einspeisevergütung kassieren. Seit dem 1. Februar 2026 liegt diese Vergütung je nach Anlagengröße bei 7,78 Ct/kWh (bis 10 kWp), 6,76 Ct/kWh (10 bis 40 kWp) oder 5,77 Ct/kWh (40 bis 100 kWp). Das ist deutlich weniger als der Preis, den Nachbarn für ihren Netzstrom zahlen, im Schnitt 32 bis 37 Ct/kWh im Jahr 2026. Energy Sharing schließt diese Lücke: Der PV-Anlagenbesitzer bietet seinen überschüssigen Strom zu einem frei verhandelten Preis an, der zwischen Einspeisevergütung und Netzstrompreis liegt. Beide Seiten gewinnen. Das Gesetz wurde im November 2025 vom Bundestag beschlossen und trat zum 1. Juni 2026 in Kraft. ## Wie funktioniert eine Stromgemeinschaft in der Praxis? **Beim Energy Sharing schließen sich Anlagenbesitzer und Abnehmer zu einer "Stromgemeinschaft" zusammen. Der Strom fließt weiterhin über das öffentliche Netz, abgerechnet wird über intelligente Messsysteme viertelstundengenau, pro Erzeugungsintervall.** Der Ablauf in der Praxis: 1. Anlagenbesitzer und Teilnehmer schließen einen Liefervertrag (Preis, Bedingungen, Laufzeit) 2. Alle Beteiligten lassen einen Smart Meter installieren 3. Der Netzbetreiber richtet das Energy-Sharing-Profil ein 4. Überschüssiger PV-Strom wird dem Netzgebiet gutgeschrieben: Teilnehmer buchen ihn proportional ab 5. Fehlende Mengen (nachts, bei Bewölkung) werden automatisch aus dem Netz ergänzt, der reguläre Stromliefervertrag bleibt als Backup bestehen Wichtig: Der Anlagenbesitzer liefert keine stabile, garantierte Versorgung, er teilt echten, schwankenden Solarstrom. Teilnehmer brauchen zwingend weiterhin einen klassischen Stromanbieter. Energy Sharing ergänzt das reguläre Stromprodukt, ersetzt es nicht. ## Was verdienst du durch Energy Sharing? **Statt 7,78 Ct/kWh Einspeisevergütung sind durch Energy Sharing realistische Erlöse von 12 bis 18 Ct/kWh möglich. Bei einer 10-kWp-Anlage mit 4.000 kWh Jahresüberschuss macht das bis zu 720 Euro mehr pro Jahr, rund 130 bis 400 Euro mehr als die Einspeisevergütung.** Hier ein Vergleich für eine typische 10-kWp-Anlage auf einem Einfamilienhaus: | Verwertungsweg | Erlös je kWh | Jahreserlös bei 4.000 kWh Überschuss | |---|---|---| | Einspeisevergütung (ab Feb. 2026) | 7,78 Ct | 311 € | | Energy Sharing (konservativ) | 12 Ct | 480 € | | Energy Sharing (optimistisch) | 18 Ct | 720 € | | Eigenverbrauch (gesparter Netzstrom) | ~32 bis 37 Ct | Priorität Eigennutzung | *Quellen: Bundesnetzagentur (Einspeisevergütung Feb. 2026), Verbraucherzentrale (Sharing-Preisrange), eigene Berechnung.* Eigenverbrauch bleibt wirtschaftlich die erste Priorität: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart rund 32 bis 37 Ct Netzstrombezug. Energy Sharing rechnet sich für den Überschuss, den Speicher oder Eigenverbrauch nicht aufnehmen können. ## Technische Voraussetzungen: Smart Meter ist Pflicht **Ohne intelligentes Messsystem (Smart Meter) kein Energy Sharing. Sowohl Anlagenbesitzer als auch alle Teilnehmer der Stromgemeinschaft brauchen einen Smart Meter, der viertelstundengenau misst, wer wann wie viel erzeugt und verbraucht.** Was du dazu wissen musst: - **Kosten**: Das Jahresentgelt für einen Smart Meter liegt für Haushalte bei 20 bis 50 Euro, für Erzeuger mit größeren Anlagen höher - **Wer installiert**: Der zuständige Messstellenbetreiber, in der Regel der regionale Netzbetreiber - **PV-Pflicht**: Eigentümer von PV-Anlagen über 7 kWp sind seit 2022 per Gesetz zur Smart-Meter-Installation verpflichtet, wer eine Anlage dieser Größe hat, sollte bereits einen Meter haben oder den Einbau beantragen - **Rollout-Stand 2026**: Laut Bundesnetzagentur sind erst rund 1 Million Smart Meter verbaut, bei 55 Millionen Verbrauchsstellen in Deutschland. Die Verfügbarkeit variiert je nach Netzbetreiber und Region stark Bis Juni 2028 müssen Netzbetreiber Energy Sharing nur innerhalb ihres eigenen Bilanzierungsgebietes unterstützen. Das heißt konkret: Du kannst zunächst nur mit Nachbarn teilen, die beim selben lokalen Netzbetreiber angeschlossen sind. Ab Juni 2028 wird das Sharing gebietsübergreifend, dann sind auch weiter entfernte Teilnehmer möglich. ## Energy Sharing im Neubau: Was Bauherren 2026 berücksichtigen sollten **Wer 2026 oder 2027 ein neues Haus baut, sollte Energy Sharing von Anfang an in die Planung einbeziehen. Die Entscheidungen beim Bau: PV-Anlagengröße, Batteriespeicher, Zählerkonzept, bestimmen, wie viel Sharing-Potenzial später verfügbar ist.** Konkrete Empfehlungen für Bauherren: **PV-Anlagengröße großzügiger planen**: Eine Anlage mit 10 bis 14 kWp statt 6 bis 8 kWp produziert deutlich mehr Überschuss für Sharing-Verträge. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 4.000 kWh Eigenverbrauch sind mit 12 kWp je nach Standort 4.000 bis 6.000 kWh jährlich für Sharing verfügbar. **Batteriespeicher vs. Sharing abwägen**: Ein Heimspeicher erhöht den Eigenverbrauch, reduziert aber gleichzeitig die für Sharing verfügbaren Mengen. Für viele Bauherren ist eine Kombination sinnvoll: Kleiner Speicher für Abendstunden plus Sharing für den Tagesüberschuss. **Smart Meter direkt einplanen**: Beim Neubau lässt sich der Smart Meter von Anfang an in die Elektroinstallation integrieren, das ist günstiger als eine spätere Nachrüstung. **Dach optimal ausrichten**: Für maximale Erzeugung und damit das größte Sharing-Potenzial sollte die PV-Anlage Richtung Süd, Südwest oder Südost bei 30 bis 40 Grad Neigung ausgerichtet sein. Für die vollständige Baukostenplanung inklusive PV-Anlage, Haustechnik und aller Nebenkosten steht der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) zur Verfügung. Welche Gesamtkosten ein Neubau mit integrierter Solaranlage in deiner Region hat, zeigen die aktuellen [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen), eine der teuersten Regionen Deutschlands beim Hausbau. Alle Details zur PV-Planung, zu Modulpreisen und Förderung findest du im Ratgeber [Photovoltaikanlage Kosten 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/photovoltaik-anlage-kosten-2026-foerderung). Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant, sollte die Solaranlage direkt als integralen Bestandteil des Bauvorhabens behandeln, nicht als Option für später. ## Was kostet eine PV-Anlage, und rechnet sie sich mit Energy Sharing schneller? **Eine 10-kWp-PV-Anlage kostet 2026 brutto zwischen 9.000 und 14.000 Euro, ohne Batteriespeicher. Die Mehrwertsteuer ist auf null Prozent gesetzt. Mit Energy-Sharing-Erlösen sinkt die Amortisationszeit je nach Sharing-Preis und Eigenverbrauchsanteil auf 8 bis 12 Jahre.** Die wesentlichen Kostenfaktoren im Überblick: - **Anlage 10 kWp (Module + Wechselrichter + Montage)**: 9.000 bis 14.000 € - **Batteriespeicher 10 kWh**: 6.000 bis 10.000 € zusätzlich - **Smart Meter (falls nicht vorhanden)**: einmalig 100 bis 200 €, laufend 20 bis 50 €/Jahr - **Mehrwertsteuer**: 0 % nach § 12 Abs. 3 UStG (gilt auch 2026) - **KfW-Förderung**: Wer das Haus als Effizienzhaus 40 baut, erhält über KfW 298 Zinsen ab 0,6 %, senkt die Gesamtfinanzierungskosten für Haus und PV Die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 72 EStG gilt für PV-Einkünfte bis 30.000 Euro Jahresumsatz und deckt damit die Einnahmen der allermeisten Einfamilienhausbesitzer vollständig ab. Ob und wie Energy-Sharing-Erlöse unter diese Regelung fallen, ist 2026 noch nicht abschließend geklärt, hierzu sollte ein Steuerberater konsultiert werden. ## Offene Fragen und aktuelle Grenzen des Energy Sharings **Energy Sharing ist als Konzept rechtlich verankert, in der praktischen Umsetzung aber noch in der Anfangsphase. Die wichtigsten Hürden sind der schleppende Smart-Meter-Rollout, ungeklärte Netzentgelt-Fragen und fehlende Softwarelösungen für die Abrechnung von Stromgemeinschaften.** Was aktuell noch offen ist: - **Netzentgelte**: Muss für den durch Sharing fließenden Strom das volle Netzentgelt gezahlt werden? Die Bundesnetzagentur hat angekündigt, bis Ende 2026 Regelungen zu schaffen, eine reduzierte Entgeltstruktur für lokalen Sharing-Strom könnte die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern - **Abrechnung**: Für die viertelstundengenaue Abrechnung zwischen mehreren Teilnehmern braucht man Software, die die Erzeugungsdaten des Anlagenbesitzers mit dem Verbrauch der Teilnehmer abgleicht. Das Angebot an geeigneten Plattformen ist 2026 noch überschaubar - **Vertragsgestaltung**: Wie langfristig darf oder soll ein Sharing-Vertrag sein? Was passiert, wenn ein Teilnehmer aus der Gemeinschaft aussteigt? Das müssen Gemeinschaften selbst klären, standardisierte Musterverträge gibt es kaum Der Rat von Verbraucherzentralen und Fachleuten: Wer jetzt starten will, sollte mit einer kleinen Gemeinschaft von zwei bis vier Haushalten beginnen, einen konkreten Vertrag aufsetzen und sich von einem Energieberater begleiten lassen. ## FAQ: Energy Sharing 2026 **Ab wann ist Energy Sharing in Deutschland möglich?** Das Energy-Sharing-Gesetz (§ 42c EnWG) ist am 1. Juni 2026 in Kraft getreten. Seit diesem Datum können PV-Anlagenbesitzer überschüssigen Solarstrom im Rahmen einer Stromgemeinschaft an Haushalte im selben Netzgebiet abgeben. **Brauche ich einen Smart Meter für Energy Sharing?** Ja. Sowohl der Anlagenbesitzer als auch alle Teilnehmer der Stromgemeinschaft brauchen ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das den Strom viertelstundengenau erfasst. Die jährlichen Messstellenentgelte liegen für Haushalte bei 20 bis 50 Euro. Für PV-Anlagen über 7 kWp besteht bereits eine gesetzliche Einbaupflicht. **Wie viel kann ich durch Energy Sharing verdienen?** Den Preis verhandeln Anlagenbesitzer und Abnehmer frei. Realistisch sind Preise zwischen 12 und 18 Ct/kWh, deutlich mehr als die Einspeisevergütung (7,78 Ct/kWh), aber günstiger als Netzstrom (32 bis 37 Ct/kWh). Bei 4.000 kWh Jahresüberschuss macht das 480 bis 720 Euro Jahreseinnahmen. **Wie viele Nachbarn kann ich in eine Stromgemeinschaft aufnehmen?** Gesetzlich gibt es keine Begrenzung der Teilnehmerzahl. Praktisch ist die Gemeinschaft bis Juni 2028 auf das Bilanzierungsgebiet des lokalen Verteilnetzbetreibers beschränkt. Ab Juni 2028 wird Energy Sharing auch gebietsübergreifend ermöglicht. **Ist Energy Sharing auch ohne Batteriespeicher sinnvoll?** Ja, für Anlagen ohne Speicher oder mit vollem Speicher ist Energy Sharing die attraktivste Verwertung für Überschüsse. Eigenverbrauch (inkl. Speicher) bleibt jedoch wirtschaftlich die erste Priorität, da er mehr als 30 Ct/kWh Netzstrom spart. Beide Strategien lassen sich kombinieren. **Was gilt steuerlich für Einnahmen aus Energy Sharing?** Für PV-Anlagenbetreiber gilt nach § 3 Nr. 72 EStG eine Steuerfreiheit für Einkünfte bis 30.000 Euro Jahresumsatz. Ob Energy-Sharing-Erlöse vollständig darunter fallen, ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt. Ein Steuerberater sollte konsultiert werden, bevor größere Sharing-Verträge abgeschlossen werden. Quellen: - Bundestag: § 42c EnWG – Gemeinsame Nutzung elektrischer Energie, verabschiedet November 2025: https://www.energie-fachberater.de/strom-solar/solar/photovoltaik/energy-sharing.php - Verbraucherzentrale: Energy Sharing – Solarstrom 2026 profitabel mit Nachbarn teilen: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/preise-tarife-anbieterwechsel/energy-sharing-teilen-sie-solarstrom-2026-profitabel-mit-den-nachbarn-117167 - DGS: Energy Sharing Deutschland – Solarstrom teilen ab Juni 2026: https://www.dgs.de/beratung-und-kompetenz/energy-sharing-in-deutschland/ - Bundesnetzagentur: Einspeisevergütung Photovoltaik 2026: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/Photovoltaik/start.html --- # Nullemissionsgebäude 2030: Was ab Januar 2030 im Neubau gilt, und wie du heute richtig planst URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/nullemissionsgebaeude-2030-neubau-planung-gmodg Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft, und eine seiner folgenreichsten Regeln steckt nicht in der viel diskutierten Bio-Treppe, sondern im Neubau-Teil: Wer ab dem 1. Januar 2030 ein Gebäude errichtet, muss es als **Nullemissionsgebäude** bauen. Wer heute ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant und um 2030 baut, muss das beim Heizsystem von Anfang an einkalkulieren. Was gefordert wird, welche Heizungen möglich sind und was das für deine Planung bedeutet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist ein Nullemissionsgebäude überhaupt? **Ein Nullemissionsgebäude hat eine sehr hohe Gesamtenergieeffizienz und verursacht an seinem Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Erdgas, Heizöl oder Flüssiggas dürfen dort also nicht verbrannt werden.** Das GModG definiert das Nullemissionsgebäude als Gebäude, das eine sehr hohe Gesamtenergieeffizienz aufweist, keine oder nur sehr wenig Energie benötigt, keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen am Standort verursacht und keine oder nur sehr geringe betriebsbedingte Treibhausgasemissionen hat. Entscheidend ist die Formulierung „am Standort": Strom aus dem öffentlichen Netz verursacht am Gebäude keine Verbrennung. Eine Wärmepumpe ist daher mit dem Standard vereinbar. Ausgeschlossen ist jede Anlage, die am Gebäude fossiles Gas, Heizöl oder Flüssiggas verbrennt. Ein ausdrückliches Verbot von Gasheizungen enthält das Gesetz nicht. Eine Heizung, die nachweislich nur mit Biomethan oder grünem Wasserstoff läuft, schließt der Wortlaut nicht aus. In der Praxis ist das aber eine Frage von Angebot, Preis und Nachweis. ## Der Zeitplan: Wann gilt was, und für wen? **Der Nullemissionsstandard kommt in zwei Stufen: ab 2028 für neue Behördenbauten der öffentlichen Hand, ab 2030 für alle neu zu errichtenden Gebäude.** | Ab | Anforderung | Betroffene Gebäude | |---|---|---| | bis 28.07.2026 | altes GEG: 65 % erneuerbare Energien für neue Heizungen | alle neuen Heizanlagen | | 29.07.2026 | GModG in Kraft: keine 65-%-Pflicht mehr, für Gas/Öl gilt die Bio-Treppe entsprechend | Neubauten und Bestand | | 01.01.2027 | Solarpflicht nach § 106 | neue öffentliche Nichtwohngebäude, neue Nichtwohngebäude über 250 m² | | 01.01.2028 | **Nullemissionsstandard** | neue Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand, die von Behörden genutzt werden | | 01.01.2028 | Ermittlung der Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen | neue Gebäude über 1.000 m² Nutzfläche | | 01.01.2030 | **Nullemissionsstandard** | **alle neu zu errichtenden Gebäude** | | 01.01.2030 | Solarpflicht und Lebenszyklus-Bilanz | alle neuen Wohngebäude bzw. alle Neubauten | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226 (Gesetz vom 23. Juli 2026), Art. 1 bis 4 und Art. 9.* Für die Praxis heißt das: Wer bis Ende 2029 baut, kann rechtlich noch eine Gasheizung einbauen, muss aber die Bio-Treppe beachten (10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035, 60 Prozent ab 2040). Wer ab 2030 ein Gebäude errichtet, muss auf fossile Brennstoffe am Standort verzichten. Woran der Stichtag genau anknüpft, ob an Bauantrag, Baubeginn oder Fertigstellung, steht nicht ausdrücklich im Gesetz. Der Wortlaut lautet: „Wer ein Gebäude errichtet". Wer um den Jahreswechsel 2029/2030 baut, sollte das früh mit Bauaufsicht und Energieberater klären. ## Welche Heizsysteme sind ab 2030 im Neubau noch zulässig? **Zulässig sind Systeme, die am Standort keine fossilen Brennstoffe verbrennen: Wärmepumpe, Fernwärme und Biomasse. Fossil betriebene Erdgas-, Heizöl- und Flüssiggasheizungen scheiden aus.** Die praktisch relevanten Systeme im Überblick: **Wärmepumpe (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser):** Wird ab 2030 das Standardsystem im Neubau sein. Im gut gedämmten Neubau mit Fußbodenheizung arbeitet sie effizient. Einen eigenen Zuschuss für die Wärmepumpe gibt es im Neubau nicht, die Heizungsförderung KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude. **Fernwärme:** Am Gebäude selbst wird nichts verbrannt. Welche Netze es an deinem Standort gibt oder geben soll, zeigt die kommunale Wärmeplanung. Großstädte über 100.000 Einwohner mussten sie bis 30. Juni 2026 vorlegen, alle anderen Gemeinden bis 30. Juni 2028. **Pelletheizung / Biomasse:** Biomasse ist kein fossiler Brennstoff. Beachte aber: Im KfW-Programm für das Effizienzhaus 40 ist Biomasse ausgeschlossen, nur beim befristeten Effizienzhaus 55 ist sie erlaubt. **Stromdirektheizung:** In einem neuen Gebäude mit Wohnungen ist sie ab 2030 nur zulässig, wenn der bauliche Wärmeschutz die Anforderungen um mindestens 45 Prozent unterschreitet. Ausnahme: Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt. **Nicht mehr möglich:** fossil betriebene Erdgas-Brennwertkessel, Ölheizungen und Flüssiggasheizungen. ## Energiestandard: Welche Effizienz wird gefordert? **Ein Nullemissionsgebäude muss die Höchstwerte für den Gesamtenergiebedarf und den baulichen Wärmeschutz des GModG einhalten. Beim Primärenergiebedarf entspricht das gesetzliche Neubauniveau seit 2023 dem Effizienzhaus 55.** Das Gesetz verlangt für den Nullemissionsstandard drei Dinge: Der Gesamtenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung darf den gesetzlichen Höchstwert nicht überschreiten, Wärmeverluste sind durch baulichen Wärmeschutz zu vermeiden, und am Standort dürfen keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Konkrete U-Werte für einzelne Bauteile schreibt der Nullemissionsstandard nicht vor. Wie du die Anforderungen erreichst, legst du mit deinem Energieeffizienz-Experten fest. Häufige Bausteine sind eine gute Dämmung, dreifach verglaste Fenster, eine luftdichte Hülle und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Dazu kommen ab 2030 weitere Pflichten: Auf neuen Wohngebäuden ist eine Solarenergieanlage zu errichten (§ 106), und für alle Neubauten sind die Lebenszyklus-Treibhausgasemissionen zu ermitteln (§ 88b). Eine Mindestgröße für die Solaranlage legt das Gesetz nicht fest. Baukosten in deiner Region findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Kosten: Was ein Nullemissions-Neubau mehr kostet **Wie viel teurer ein Nullemissions-Neubau wird, hängt vom Entwurf, vom Heizsystem und von der Region ab. Pauschale Aufschläge aus dem Internet helfen hier wenig.** Die Mehrkosten gegenüber einem Neubau mit Gasheizung entstehen vor allem an drei Stellen: | Position | Was den Preis treibt | |---|---| | Heizung | Wärmepumpe meist teurer in der Anschaffung als ein Gas-Brennwertkessel, dafür keine Bio-Treppe und kein CO2-Preis | | Gebäudehülle | Dämmstandard und Fenster, je nach angestrebtem Effizienzhaus-Niveau | | Solaranlage | ab 2030 Pflicht auf neuen Wohngebäuden, Größe und Dach bestimmen den Preis | | Lüftung | Anlage mit Wärmerückgewinnung, oft Teil eines Effizienzhaus-40-Konzepts | Lass dir die Mehrkosten von Architekt oder Energieeffizienz-Experten konkret beziffern und stell sie dem Zinsvorteil der KfW-Förderung und den niedrigeren Betriebskosten gegenüber. Deine Gesamtbausumme kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) abschätzen. ## KfW-Förderung: Was der Staat beisteuert **Gefördert wird im Neubau über zinsgünstige KfW-Kredite, nicht über Zuschüsse für die Heizung. Das Programm Klimafreundlicher Neubau (297/298) schließt Öl und Gas bereits heute aus.** | Programm | Förderung | Voraussetzung | |---|---|---| | KfW 297/298 Effizienzhaus 55 (befristet) | Kredit bis 100.000 €/WE, eff. ab 1,00 % | keine Öl- oder Gasheizung, Antragseingang bis spätestens 31.12.2026 | | KfW 297/298 Effizienzhaus 40 | Kredit bis 100.000 €/WE, mit QNG 150.000 €, eff. ab 1,96 % | keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung, Ökobilanz-Anforderung | | KfW 458 (Heizungstausch) | nicht für Neubauten | nur bestehende Gebäude | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 (abgerufen 7.10.2026), KfW-Pressemitteilung vom 19.06.2026, KfW-Konditionenübersicht vom 6.10.2026.* 297 gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, 298 für alle anderen Antragsteller. Die EH55-Stufe hat die KfW am 19. Juni 2026 bis 31. Dezember 2026 verlängert, bei vorzeitiger Erschöpfung der Bundesmittel endet sie früher. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Grob gerechnet spart der EH40-Kredit mit 1,96 Prozent auf 100.000 Euro im ersten Jahr rund 1.800 Euro Zinsen, der EH55-Kredit rund 2.800 Euro. Alles zu Programmen, Antragstellung und Kombination erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was das für deine Planung konkret bedeutet **Die wichtigste Faustregel: Wer um 2030 baut, sollte das Heizsystem schon heute nach Nullemissionsstandard wählen. Eine spätere Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe kostet deutlich mehr als der saubere Einbau vom ersten Tag an.** Drei Szenarien für Bauherren: **Szenario A: Bau 2027 oder 2028:** Der Nullemissionsstandard gilt für dich noch nicht. Eine Gasheizung wäre rechtlich möglich, dann gilt aber die Bio-Treppe ab 2029. Eine Wärmepumpe vermeidet diese Pflicht und erschließt die KfW-Neubauförderung. **Szenario B: Bau ab 2030:** Der Nullemissionsstandard ist Pflicht. Plane von Anfang an Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse, die nötige Effizienz und die Solaranlage ein. Das [Gebäudemodernisierungsgesetz im Detail](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft) erklärt alle Fristen. **Szenario C: Bau 2029 (Grenzfall):** Verzögerungen auf der Baustelle können dein Vorhaben über den Jahreswechsel schieben. Weil das Gesetz den Stichtag nicht näher bestimmt, ist hier Sicherheit am meisten wert: Plane gleich nach Nullemissionsstandard oder kläre die Einordnung schriftlich mit der Bauaufsicht. Mehr zu Wärmepumpen-Typen, Kosten und Förderung im Neubau erklärt der Ratgeber [Wärmepumpe im Neubau 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-neubau-2026-kosten-foerderung-typen). ## FAQ: Nullemissionsgebäude-Standard 2030 **Gilt der Nullemissionsstandard auch für Sanierungen?** Nein. Er gilt für Gebäude, die errichtet werden. Im Bestand gilt für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen die Bio-Treppe ab 2029. Eine Austauschpflicht für funktionierende Heizungen gibt es nicht. Für Brennstoffe, die in Verkehr gebracht werden, sieht das Gesetz ab 2045 vollständige Klimaneutralität vor (§ 42a). **Ist eine Gasheizung mit 100 Prozent Biomethan ab 2030 im Neubau erlaubt?** Der Wortlaut schließt nur fossile Brennstoffe am Standort aus. Eine Anlage, die nachweislich nur Biomethan nutzt, ist damit nicht ausdrücklich verboten. Praktisch hängt das an Angebot, Preis und einem lückenlosen Nachweis. Lass das vorab von deinem Energieberater prüfen. **Was kostet eine Wärmepumpe im Neubau nach Förderung?** Einen eigenen Zuschuss für die Wärmepumpe gibt es im Neubau nicht, KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude. Gefördert wird das Effizienzhaus als Ganzes über den KfW-Kredit 297/298. Was die Anlage kostet, zeigen dir nur konkrete Angebote für dein Haus. **Ab wann muss ich die Solarpflicht berücksichtigen?** Für neue Wohngebäude ab dem 1. Januar 2030. Ab 2027 gilt die Bundespflicht nur für neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude über 250 m² Nutzfläche. Die Länder können strengere Regeln haben. Eine Mindestgröße der Anlage nennt das Bundesgesetz nicht. **Was passiert, wenn ich 2030 fertigstelle, aber eine Gasheizung eingebaut habe?** Das Gesetz knüpft an die Errichtung des Gebäudes an, ohne den Stichtag näher zu bestimmen. Das Änderungsgesetz enthält dazu keine eigene Übergangsregel. Wenn dein Bau über den Jahreswechsel läuft, kläre die Einordnung frühzeitig mit der Bauaufsicht. **Lohnt sich die Planung nach Nullemissionsstandard auch bei Bau 2028?** In vielen Fällen ja: Du vermeidest die Bio-Treppe für eine Gasheizung, kannst die KfW-Neubauförderung nutzen, die Öl und Gas ohnehin ausschließt, und musst später nicht umrüsten. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23. Juli 2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal des Bundes (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung bis 31. Dezember 2026 verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - Wärmeplanungsgesetz § 4: https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/__4.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # KfW 308 Jung kauft Alt 2026: Neue Kreditbeträge seit August, was Familien wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-308-jung-kauft-alt-2026-neue-kreditbetraege Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ (Nr. 308) gibt es seit September 2024. Seit dem **3. August 2026** sind die Kreditobergrenzen deutlich höher: Familien mit einem Kind bekommen bis zu 140.000 Euro statt bisher 100.000 Euro. Hier steht, was sich geändert hat, wer den Kredit bekommt und worauf du beim Antrag achten musst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist „Jung kauft Alt“, und was hat sich im August geändert? **„Jung kauft Alt“ (KfW 308) fördert Familien mit Kindern beim Kauf einer energetisch schlechten Bestandsimmobilie mit einem zinsverbilligten Kredit. Seit dem 3. August 2026 liegen die Höchstbeträge um 30.000 bis 40.000 Euro höher, und die Sanierungspflicht lässt sich auch mit Einzelmaßnahmen erfüllen.** Das Programm gilt nicht für Neubauten, sondern für den Kauf bestehender Häuser und Eigentumswohnungen der Energieeffizienzklasse F, G oder H. Die Zinsen werden aus Mitteln des Bundesbauministeriums verbilligt. Aktuell liegt der effektive Jahreszins bei 1,00 Prozent für 35 Jahre Laufzeit und 10 Jahre Zinsbindung, bei 10 Jahren Laufzeit sogar bei 0,01 Prozent (KfW, Stand 06.10.2026). Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Deutscher Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv, mit über 10 Jahren 4,04 Prozent. ## Die neuen Kreditbeträge seit 3. August 2026 **Seit dem 3. August 2026 liegen die Höchstbeträge je nach Kinderzahl um 30.000 bis 40.000 Euro höher. Entscheidend ist der Eingang des Antrags bei der KfW, nicht der Notartermin.** | Kinder im Haushalt | Bis 2. August 2026 | Seit 3. August 2026 | Steigerung | |---|---|---|---| | 1 Kind | 100.000 € | 140.000 € | +40.000 € | | 2 Kinder | 125.000 € | 160.000 € | +35.000 € | | 3 oder mehr | 150.000 € | 180.000 € | +30.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026, KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Der 308-Kredit deckt nur den Kaufpreis inklusive Grundstück ab, höchstens bis zur Höhe des Kaufpreises. Sanierungskosten, Notar, Makler und Grunderwerbsteuer sind nicht förderfähig. Für die Sanierung gibt es eigene Förderprogramme (dazu weiter unten). Für die Zusage gelten die Förderbedingungen am Tag, an dem der Antrag bei der KfW eingeht. Beim Zins gilt der Satz am Tag der Zusage oder, falls günstiger, der Satz bei Antragseingang. Wer heute beantragt, bekommt also automatisch die höheren Beträge. ## Wer darf „Jung kauft Alt“ beantragen? **Antragsberechtigt sind Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, die bei Antragstellung kein Wohneigentum in Deutschland haben. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf 90.000 Euro bei einem Kind nicht übersteigen, plus 10.000 Euro je weiterem Kind.** Die Voraussetzungen laut KfW-Merkblatt: - **Mindestens ein Kind:** Ein leibliches oder angenommenes Kind unter 18 Jahren lebt bei Antragstellung im Haushalt. - **Kein Wohneigentum:** Weder du noch dein Partner oder eure Kinder besitzen bei Antragstellung Wohneigentum in Deutschland, egal ob selbst genutzt, vermietet oder leerstehend. Wer eine Immobilie verkauft, kann frühestens einen Tag nach dem notariellen Verkaufsvertrag beantragen. - **Einkommensgrenze:** 90.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen bei einem Kind, 100.000 Euro bei zwei, 110.000 Euro bei drei Kindern. Maßgeblich ist der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, 2026 also aus den Steuerbescheiden 2024 und 2023. - **Selbstnutzung:** Ihr werdet zu mindestens 50 Prozent Eigentümer und bewohnt die Immobilie mindestens fünf Jahre ab Einzug selbst. - **Keine Vorförderung:** Wer schon Baukindergeld, KfW 300 oder KfW 308 bekommen hat, ist ausgeschlossen. - **Antrag vor Kaufvertrag:** Der Antrag muss bei der KfW eingegangen sein, bevor der notarielle Kaufvertrag geschlossen wird. Der letzte Punkt ist die häufigste Stolperfalle. Der Kaufvertrag gilt als Beginn des Vorhabens. Möglich ist ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist. Sie muss von Anfang an im Vertrag stehen. Kaufst du nach dem Antrag, aber vor der Zusage, trägst du das Risiko selbst. Plane deshalb genug Zeit zwischen Bankgespräch und Notartermin ein. ## Welche Immobilien sind förderfähig? **Gefördert werden bestehende Wohngebäude und Eigentumswohnungen in Deutschland, für die bei Antragstellung ein gültiger Energieausweis mit Klasse F, G oder H vorliegt. Ausgeschlossen sind Neubauten, reine Grundstückskäufe sowie Ferien- und Wochenendhäuser.** Ein Baujahr schreibt die KfW nicht vor, es zählt nur die Effizienzklasse. In diese Klassen fallen häufig ältere Häuser, die weder gedämmt noch mit moderner Heizung ausgestattet sind, etwa: - Einfamilienhäuser aus der Nachkriegszeit mit Ölheizung und ohne Außendämmung - Reihenhäuser und Bungalows mit alten Fenstern - unsanierte Altbauten Ob ein Bedarfs- oder Verbrauchsausweis vorliegt, ist egal, er muss nur gültig sein und die Klasse ausweisen. Fehlt er, sprich den Verkäufer an. Ohne gültigen Ausweis mit Klasse F, G oder H nimmt die KfW keinen Antrag an. Eigentumswohnungen sind genauso förderfähig wie Häuser, solange du sie selbst bewohnst. ## Die Sanierungspflicht: Was nach dem Kauf umgesetzt werden muss **Innerhalb von 54 Monaten ab KfW-Förderzusage musst du entweder mindestens den Standard Effizienzhaus 85 EE erreichen oder alle vier festgelegten Einzelmaßnahmen umsetzen: Heizung, Fenster, Fassade und Dach.** Seit August 2026 gibt es zwei Wege: **Weg A: Effizienzhaus 85 EE (oder Effizienzhaus Denkmal EE):** Ein Energieeffizienz-Experte ist dafür Pflicht. Er bestätigt am Ende mit einer Effizienzhausberechnung, dass der Standard erreicht ist. Auch ein höherer Standard wie EH 55 EE oder EH 40 EE zählt. **Weg B: Einzelmaßnahmen (neu seit August 2026):** Alle vier Maßnahmen sind Pflicht: 1. **Heizungstausch** auf mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien, etwa eine Wärmepumpe 2. **Fenstertausch** 3. **Fassadendämmung** 4. **Dämmung des Dachs** oder der obersten Geschossdecke gegen einen unbeheizten Dachraum Die Heizung entfällt, wenn sie schon mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt oder das Haus nur an einem Wärmenetz hängt. Bauteile, die bereits die Anforderungen der EnEV 2001 erfüllen, sind ebenfalls ausgenommen. Als Nachweis reicht je Maßnahme eine Fachunternehmererklärung nach § 35c EStG. Wird saniert, das Ziel aber verfehlt, erhöht sich der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr, sofern mindestens ein Effizienzhaus 100 EE erreicht ist. ## Sanierungsförderung kombinieren: Was neben KfW 308 möglich ist **Für die Sanierung darfst du zusätzlich BEG-Förderung nutzen. Seit 21. Juli 2026 musst du dich aber zwischen BEG-Einzelmaßnahmen (KfW 458, BAFA) und BEG-Wohngebäude (KfW 261) entscheiden, beides parallel geht nicht.** | Programm | Zweck | Förderung | |---|---|---| | KfW 308 (Jung kauft Alt) | Kaufpreis Bestandsobjekt | bis 180.000 € Kredit | | KfW 458 (Heizungsförderung) | neue Heizung, z. B. Wärmepumpe | bis 70 %, mit niedrigem Einkommen bis 80 % Zuschuss, max. 22.400 € (1. Wohneinheit) | | BAFA Einzelmaßnahmen | Fenster, Dämmung | 15 % Zuschuss, mit iSFP 5 % mehr auf Kosten über 30.000 € | | KfW 261 (Wohngebäude) | Sanierung zum Effizienzhaus | bis 150.000 € Kredit, Tilgungszuschuss je nach Stufe (EH 85 EE: 0 %, EH 55 EE: 5 %) | *Quelle: KfW-Merkblätter 458 und 261 (Stand 09/2026), BAFA, Stand 07.10.2026.* BEG-Einzelmaßnahmen und BEG-Wohngebäude schließen sich gegenseitig aus, mit drei Jahren Sperrfrist. Für den Einzelmaßnahmen-Weg passen also 458 und BAFA, für den Effizienzhaus-Weg der Kredit 261. Die Summe aller Förderungen darf die förderfähigen Kosten nicht übersteigen. Mehr zur richtigen Programmkombination erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was die Änderungen für deine Finanzierungsplanung bedeuten **Mit bis zu 180.000 Euro deckt der 308-Kredit bei günstigen Bestandsobjekten einen großen Teil des Kaufpreises ab. Nebenkosten und Sanierung musst du aber gesondert finanzieren.** Ein grob gerechnetes Beispiel für eine Familie mit zwei Kindern: - Kaufpreis Einfamilienhaus (Energieklasse G): 290.000 € - KfW-308-Kredit: 160.000 € zu 1,00 % effektiv (35 Jahre, 10 Jahre Zinsbindung) - Weiterer Bankkredit: 130.000 €, zum Vergleich mit dem Bundesbank-Schnitt von 4,04 % für über 10 Jahre Zinsbindung (August 2026) - Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch: nicht förderfähig, am besten aus Eigenkapital - Sanierungskosten: separat, teilweise über BEG förderbar Im ersten Jahr kostet der 308-Teil grob 1.600 Euro Zinsen. Zum Bundesbank-Schnitt wären es für dieselben 160.000 Euro rund 6.500 Euro. Das ist eine eigene Überschlagsrechnung, dein Bankangebot kann abweichen. Kaufpreise und Baukosten unterscheiden sich stark nach Region. Richtwerte findest du unter [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Für eine Kalkulation mit allen Erwerbsnebenkosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) im Bestand kaufen möchte, sollte früh einen unabhängigen Energieeffizienz-Experten einschalten. Die KfW empfiehlt diese Beratung ausdrücklich schon vor dem Kauf. ## FAQ: KfW 308 „Jung kauft Alt“ 2026 **Seit wann gelten die erhöhten Kreditbeträge bei KfW 308?** Seit dem 3. August 2026. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW, nicht das Datum des Notartermins. Alle Anträge seitdem laufen mit 140.000, 160.000 oder 180.000 Euro. **Kann ich „Jung kauft Alt“ auch für eine Eigentumswohnung nutzen?** Ja. Gefördert werden bestehende Wohngebäude und Eigentumswohnungen, die du selbst bewohnst, solange der Energieausweis Klasse F, G oder H zeigt. **Was passiert, wenn ich den Kaufvertrag vor dem Antrag unterschreibe?** Dann ist eine Förderung über KfW 308 nicht mehr möglich, denn der Kaufvertrag gilt als Vorhabenbeginn. Ausnahme ist ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die von Anfang an auf die Förderzusage abstellt. **Kann ich KfW 308 mit KfW 458 für den Heizungstausch kombinieren?** Ja. Das Merkblatt 308 erlaubt für die Sanierung ausdrücklich BEG-Kredite und -Zuschüsse. Auch der Antrag für KfW 458 muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. KfW 458 und KfW 261 kannst du aber nicht parallel nutzen. **Wie lange habe ich nach dem Kauf Zeit für die Sanierung?** 54 Monate ab der Förderzusage der KfW. In dieser Zeit muss entweder das Effizienzhaus 85 EE erreicht oder die vier Einzelmaßnahmen umgesetzt sein, und du musst den Nachweis über deine Bank einreichen. **Zählen Pflegekinder für den Kreditbetrag und die Einkommensgrenze?** Das Merkblatt nennt leibliche und angenommene Kinder unter 18 Jahren. Pflegekinder werden dort nicht ausdrücklich erwähnt. Klär diesen Punkt vor dem Antrag mit deiner Bank oder der KfW. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW: Merkblatt Jung kauft Alt (308), Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026: Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW: Konditionenübersicht für Förderprogramme (Stand 06.10.2026): https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite (Stand 01.10.2026): https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - KfW: Wohngebäude Kredit (261): https://www.kfw.de/261 - BAFA: Einzelmaßnahmen Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html --- # Bauzinsen Juli 2026: Aktueller Stand, EZB-Einfluss und Prognose für Bauherren URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-juli-2026-aktuell-ezb-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die Bauzinsen in Deutschland haben sich im Juli 2026 leicht entspannt, nach dem Anstieg durch die EZB-Leitzinserhöhung vom 11. Juni 2026 bewegen sich die Konditionen jetzt seitwärts bis leicht nach unten. Wer gerade eine Baufinanzierung plant, findet solide, wenn auch nicht historisch günstige Bedingungen vor. Was die aktuellen Zinsen konkret bedeuten, wohin sie sich bis Ende 2026 entwickeln könnten und ob du jetzt finanzieren oder warten solltest, hier ist der vollständige Überblick. ## Wo stehen die Bauzinsen im Juli 2026 genau? **Im Juli 2026 liegen die Bauzinsen je nach Laufzeit zwischen 3,6 und 4,3 Prozent. Das 10-Jahres-Darlehen kostet im Bestzins rund 3,8 Prozent, das ist der praktische Orientierungswert für die meisten Bauherren.** Entscheidend ist der Unterschied zwischen Bestzins und Marktdurchschnitt. Wer ohne Vergleich direkt bei seiner Hausbank unterschreibt, zahlt oft 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte mehr. Bei einem Darlehen über 350.000 Euro auf 15 Jahre sind das schnell 20.000 bis 30.000 Euro Mehrkosten über die gesamte Laufzeit. | Zinsbindung | Bestzins | Marktdurchschnitt | |---|---|---| | 5 Jahre | 3,6 bis 3,7 % | 3,9 bis 4,1 % | | 10 Jahre | 3,8 % | 4,1 bis 4,3 % | | 15 Jahre | 4,1 % | 4,3 bis 4,6 % | | 20 Jahre | 4,2 bis 4,3 % | 4,5 bis 4,8 % | *Quelle: Finanztip, Stand Anfang Juli 2026. Bestzins gilt bei 60 % Beleihungsauslauf und guter Bonität.* Die 5-Jahres-Bindung erscheint günstig, setzt aber darauf, dass die Zinsen in 5 Jahren tiefer liegen als heute. Die 20-Jahres-Bindung kostet 0,6 Prozentpunkte mehr, gibt dafür zwei Jahrzehnte Planungssicherheit. Die Mehrheit der Bauherren wählt heute 10 oder 15 Jahre, ein vernünftiger Mittelweg. ## Warum sind die Bauzinsen nach der EZB-Erhöhung nicht noch stärker gestiegen? **Die EZB hob am 11. Juni 2026 den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an. Die Bauzinsen reagierten, aber nur moderat, weil der Markt die Erhöhung teilweise vorweggenommen hatte und geopolitische Entspannung gegenläufig wirkte.** Die Bauzinsen in Deutschland hängen nicht direkt am EZB-Leitzins. Maßgeblich sind die Renditen langlaufender Staatsanleihen und Pfandbriefe, und die hatten den EZB-Schritt bereits eingepreist. Als die EZB am 11. Juni die Zinsen tatsächlich erhöhte, fiel die Reaktion deshalb kleiner aus als von vielen erwartet. Zwei gegenläufige Kräfte im Juli 2026: **Was die Zinsen erhöht hat:** - EZB-Einlagenzins jetzt bei 3,25 % (nach Erhöhung um 0,25 PP am 11. Juni) - Inflationsrate Deutschland: 2,8 %, noch über dem EZB-Ziel von 2 % - Anhaltende Unsicherheit durch die Situation im Nahen Osten **Was die Zinsen im Juli leicht gedrückt hat:** - Vorläufige Einigung zur Hormus-Passage entspannte Ölpreiserwartungen - 10-jährige Bundesanleiherendite fiel von ~2,75 % (Mitte Juni) auf ~2,60 % (Anfang Juli) - Schwächere Konjunkturdaten aus Deutschland ließen Spekulationen auf eine EZB-Pause aufkommen ## Die Entwicklung von Mai bis Juli 2026 im Überblick **Von Mai bis Mitte Juni zogen die Bauzinsen stetig an. Nach dem EZB-Beschluss bildete sich ein kurzfristiger Peak, der sich seitdem leicht zurückgebildet hat.** | Zeitraum | 10-Jahre-Zins (Bestzins) | Entwicklung | |---|---|---| | Anfang Mai 2026 | 3,60 % | stabil | | Ende Mai 2026 | 3,70 % | +0,10 PP | | Vor EZB-Entscheidung (10. Juni) | 3,75 % | +0,05 PP | | Nach EZB-Entscheidung (Mitte Juni) | 3,90 % | +0,15 PP | | Anfang Juli 2026 | 3,80 % | −0,10 PP | *Eigene Auswertung auf Basis von Finanztip- und Dr.-Klein-Daten, Stand Juli 2026.* Die Schwankungsbreite innerhalb eines Monats ist erheblich: Zwischen günstigstem und teuerstem Tag lagen im Juni bis zu 0,20 Prozentpunkte. Wer eine laufende Konditionszusage hat, sollte den Abschluss nicht unnötig hinauszögern: Zusagen laufen in der Regel 2 bis 4 Wochen. ## Prognose: Wohin gehen die Bauzinsen bis Ende 2026? **Die Mehrheit der Experten erwartet stabile bis leicht sinkende Bauzinsen im zweiten Halbjahr 2026, sofern die Inflation nicht erneut anzieht. Ein Einbruch unter 3,5 Prozent gilt als unwahrscheinlich.** Die Prognose hängt an zwei Szenarien: **Basisszenario: Entspannung (Wahrscheinlichkeit ~60 %):** Die EZB macht im zweiten Halbjahr Pause, die Inflation nähert sich dem 2-Prozent-Ziel, die geopolitische Lage beruhigt sich. Bauzinsen für 10 Jahre fallen bis Dezember 2026 auf 3,5 bis 3,7 Prozent. **Risikoszenario: Erneute Erhöhung (~40 %):** Die Inflation bleibt hartnäckig über 3 Prozent, die EZB erhöht im September 2026 ein weiteres Mal um 0,25 Prozentpunkte. Bauzinsen steigen auf 4,2 bis 4,5 Prozent. Für Bauherren bedeutet das: Bei einer 10-Jahres-Bindung ist der Unterschied zwischen dem aktuellen Stand (3,8 %) und einem möglichen Tief (3,5 %) überschaubar. Bei 350.000 Euro Darlehen sind 0,3 Prozentpunkte rund 1.050 Euro Zinsersparnis pro Jahr, in einer Dekade sind das 10.500 Euro auf dem Papier. Dem steht gegenüber, dass ein Bauverzug von 6 bis 12 Monaten durch steigende Material- und Handwerkerkosten leicht teurer wird. ## Jetzt finanzieren oder warten? Die Entscheidung für Bauherren **Wer einen genehmigten Bauantrag und eine konkrete Bausumme hat, sollte jetzt finanzieren und nicht auf einen hypothetischen Zinsrückgang warten. Wer noch in der Grundstückssuche steckt, kann etwas Geduld aufbringen, aber keine Garantien erwarten.** Ein konkretes Beispiel: Ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) kostet in Nordrhein-Westfalen heute typischerweise 380.000 bis 480.000 Euro in der Erstellung. Mit 20 Prozent Eigenkapital plus Grundstück ergibt sich ein Darlehen von rund 300.000 bis 400.000 Euro. Aktuelle Baukosten nach Region findest du auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). | Darlehen | Zinssatz 10 J. | Tilgung | Monatliche Rate | Restschuld nach 10 J. | |---|---|---|---|---| | 300.000 € | 3,8 % | 2,0 % | 1.450 €/Monat | ~210.000 € | | 350.000 € | 3,8 % | 2,0 % | 1.692 €/Monat | ~245.000 € | | 400.000 € | 3,8 % | 2,0 % | 1.933 €/Monat | ~280.000 € | *Restschuld nach 10 Jahren bei 2 % Anfangstilgung, ohne Sondertilgungen. Bei 3 % Tilgung sinkt die Restschuld deutlich stärker.* Bei 2 Prozent Tilgung dauert es bei 3,8 Prozent Zinsen rund 30 Jahre bis zur Vollfinanzierung. Mit 3 Prozent Tilgung sind es nur ~24 Jahre. Wer es sich leisten kann, sollte beim Neuabschluss mindestens 2,5 bis 3 Prozent Tilgung wählen, das schützt auch bei einer späteren Anschlussfinanzierung mit höheren Zinsen. Für eine vollständige Kalkulation deiner Baukosten inklusive Nebenkosten, Grunderwerbsteuer und regionaler Handwerkerpreise nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Forward-Darlehen im Juli 2026: Lohnt sich die Absicherung? **Forward-Darlehen sichern den heutigen Zinssatz für eine Anschlussfinanzierung in der Zukunft. Im Juli 2026 lohnt sich das vor allem für Bauherren, deren bestehendes Darlehen in 12 bis 24 Monaten ausläuft.** Der Forward-Aufschlag liegt aktuell bei rund 0,01 bis 0,02 Prozentpunkten pro Monat Vorlaufzeit. Bei 12 Monaten Vorlauf kostet das ~0,12 bis 0,24 Prozentpunkte extra. Konkret kannst du dir heute einen 10-Jahres-Anschlusszins von etwa 4,0 bis 4,1 Prozent für eine Finanzierung 2027 sichern. Ob das vorteilhaft ist, hängt davon ab, wo die Zinsen dann tatsächlich stehen: - Szenario 1 (Zinsen sinken auf 3,5 bis 3,7 %): Das Forward-Darlehen war zu teuer, du hättest am Markt günstiger bekommen - Szenario 2 (Zinsen steigen auf 4,2 bis 4,5 %): Die Absicherung hat sich gerechnet Für Neufinanzierungen spielt das Forward-Darlehen kaum eine Rolle. Alle Details zur Anschlussfinanzierung und Forward-Strategie erklärt der Ratgeber [Anschlussfinanzierung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/anschlussfinanzierung-2026-forward-darlehen). ## Was die aktuellen Zinsen für deine Gesamtbaukosten bedeuten **Zinsen sind ein wesentlicher, aber nicht der einzige Kostenhebel beim Hausbau. Materialpreise, regionale Handwerkerpreise und die Wahl des Heizsystems beeinflussen deine Gesamtkosten oft stärker als 0,2 Prozentpunkte Zinsdifferenz.** Bei 350.000 Euro Darlehen und 10-Jahres-Bindung kostet ein Zinssatz von 3,8 statt 3,6 Prozent rund 700 Euro mehr pro Jahr, oder 7.000 Euro in 10 Jahren. Das ist real, aber kleiner als der Unterschied zwischen zwei Handwerkerangeboten für das gleiche Gewerk oder als die Entscheidung zwischen Bodenplatte und Keller. Konkret: Eine Wärmepumpe statt Gasheizung kostet im Einbau 10.000 bis 20.000 Euro mehr, wird aber durch KfW 458 mit bis zu 70 Prozent bezuschusst. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) verschiebt die gesetzliche Pflicht zu erneuerbaren Heizsystemen vorerst auf 2030 im Neubau, macht den wirtschaftlichen Vorteil einer Wärmepumpe bei entsprechendem Dämmstandard aber nicht kleiner. Wer heute ein Effizienzhaus 55 oder Effizienzhaus 40 plant, profitiert gleichzeitig von KfW-Zinsvorteilen und niedrigerem laufenden Energieaufwand, was die höheren Zinsen zum Teil kompensiert. Die Gesamtrechnung lohnt sich in jedem Fall vor dem Baustart. ## FAQ: Bauzinsen Juli 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im Juli 2026?** Anfang Juli 2026 liegen die Bauzinsen je nach Laufzeit zwischen 3,6 und 4,3 Prozent. Die 10-Jahres-Bindung kostet im Bestzins rund 3,8 Prozent, im Marktdurchschnitt rund 4,1 bis 4,3 Prozent. Der Unterschied zwischen Bestzins und Hausbank-Angebot beträgt oft 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte. **Was hat die EZB-Erhöhung im Juni 2026 für die Bauzinsen bedeutet?** Die EZB erhöhte am 11. Juni 2026 den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent. Die Bauzinsen stiegen im Zuge dessen um rund 0,15 bis 0,20 Prozentpunkte. Seit Mitte Juni haben sie sich um rund 0,10 Prozentpunkte wieder zurückgebildet und liegen Anfang Juli 2026 etwas tiefer als direkt nach der EZB-Entscheidung. **Sollen Bauherren jetzt finanzieren oder warten?** Wer ein konkretes Projekt mit genehmigtem Bauantrag hat, sollte jetzt finanzieren. Ein möglicher Zinsrückgang bis Dezember 2026 läge bei 0,1 bis 0,3 Prozentpunkten, das sind bei 350.000 Euro rund 350 bis 1.050 Euro im Jahr. Diesen möglichen Vorteil gegen Bauverzug mit steigenden Materialpreisen abzuwägen, geht in der Regel zugunsten des Abschlusses heute aus. **Wie viel Eigenkapital brauche ich bei 3,8 Prozent Zinsen?** Mindestens 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten solltest du als Eigenkapital einbringen. Besser sind 20 bis 25 Prozent: Ab 60 Prozent Beleihungsauslauf sinkt der Zinssatz spürbar. Wer ohne Eigenkapital finanziert, zahlt Risikoaufschläge von bis zu 0,5 bis 1,0 Prozentpunkten extra. **Wie vergleiche ich Bauzins-Angebote richtig?** Entscheidend ist der effektive Jahreszins, nicht der Nominalzins. Vergleiche außerdem Sondertilgungsoptionen (üblich: 5 bis 10 % p.a. kostenfrei), die Bereitstellungszinsfreiheit (6 bis 12 Monate) und den Tilgungssatz. Hol Angebote von mindestens 3 bis 5 Anbietern ein, die Marktspanne liegt aktuell bei bis zu 0,5 Prozentpunkten. **Beeinflusst das GModG die Baufinanzierung?** Direkt nicht. Das Gebäudemodernisierungsgesetz regelt Heizungspflichten, nicht Zinsen. Indirekt kann das gewählte Heizsystem aber den Finanzierungsbedarf beeinflussen: Eine geförderte Wärmepumpe (KfW 458, bis zu 70 Prozent Zuschuss) senkt die zu finanzierende Bausumme und damit die gesamte Zinsbelastung über die Laufzeit. Quellen: - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen und Hypothekenzinsen Juli 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - Dr. Klein: Zinsentwicklung Baufinanzierung 2026 – Prognose und Chart: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html - Interhyp: Bauzinsen aktuell – Entwicklung der Immobilienkredit-Zinsen: https://www.interhyp.de/zinsen/ --- # Jetzt bauen oder warten? Zinsen und Materialpreise im Sommer 2026, der Kostencheck für Bauherren URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauen-oder-warten-2026-zinsen-materialpreise-kostencheck Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Das Statistische Bundesamt hat Ende Juni 2026 klare Zahlen geliefert: Viele Baumaterialien sind im Mai 2026 deutlich teurer als noch vor einem Jahr: Holz bis zu 11,8 Prozent, Metalle im Schnitt 11,1 Prozent, Bitumen sogar 31,2 Prozent. Gleichzeitig liegen die Bauzinsen zwischen 3,3 und 4,3 Prozent, leicht unter den Hochs von 2023, aber weit über den Tiefstständen von 2021. Für Bauherren stellt sich die Frage: Jetzt starten, oder noch warten? Die kurze Antwort: Warten kostet ebenfalls Geld. Hier sind die konkreten Zahlen für deine Entscheidung. ## Bauzinsen Juli 2026: Wo stehen wir gerade? **Der Topzins für 10-jährige Zinsbindung liegt Anfang Juli 2026 bei rund 3,3 bis 3,4 Prozent, der Marktdurchschnitt zwischen 3,7 und 4,2 Prozent. Das sind 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte mehr als noch im Januar 2026.** Der Iran-Konflikt, der Ende Februar 2026 eskalierte, hat die Energiepreise und damit die Inflation nach oben gedrückt, und mit ihr die Kapitalmarktzinsen, an denen sich Bauzinsen orientieren. Der Dr. Klein Expertenrat erwartet für das zweite Halbjahr 2026 stabile bis leicht steigende Zinsen im Korridor zwischen 3,1 und 3,9 Prozent. | Zinsbindung | Topzins (Sollzins) | Effektiver Jahreszins | |---|---|---| | 5 Jahre | ca. 3,0 % | ca. 3,07 % | | 10 Jahre | 3,32 % | 3,39 % | | 15 Jahre | 3,59 % | 3,67 % | | 20 Jahre | 3,79 % | 3,88 % | *Quelle: Dr. Klein Expertenrat, Stand Juni/Juli 2026. Topzins bei 80 % Beleihungsauslauf.* Für ein Darlehen von 400.000 Euro bedeutet der Unterschied zwischen 3,4 % (Topzins) und 4,2 % (Marktdurchschnitt) bei zehnjähriger Zinsbindung rund **267 Euro monatliche Mehrbelastung**. Über die gesamte Zinsbindung summiert sich das auf über 32.000 Euro. Ein Zinsvergleich lohnt sich also mehr als je zuvor. Was die Prognose angeht: Wer auf deutlich sinkende Zinsen hofft, wettet gegen das aktuelle Marktumfeld. Die EZB hat ihren Leitzins in den letzten Monaten stabil gehalten, und geopolitische Unsicherheiten stützen das Zinsniveau eher als es zu drücken. ## Baumaterialpreise Sommer 2026: Wo die Preise am stärksten gestiegen sind **Destatis meldete Ende Juni 2026 für Mai: Viele Baumaterialien kosteten 5 bis 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen sind Holz, Bitumen und Metalle: Schlüsselmaterialien im Rohbau.** Der Erzeugerpreisindex für gewerbliche Produkte stieg insgesamt nur um 2,2 Prozent, doch die Baustoffbranche liegt weit über diesem Durchschnitt. Hier die wichtigsten Materialien im Überblick: | Material | Preisänderung Mai 2026 vs. Mai 2025 | |---|---| | Bitumen (erdölbasiert) | **+31,2 %** | | Flachglas | **+15,4 %** | | Dachlatten | **+11,8 %** | | Bauschnittholz | **+11,4 %** | | Metalle (gesamt) | **+11,1 %** | | Konstruktionsvollholz | **+7,5 %** | | Kaltgewalzte Bleche | **+9,9 %** | | Betonstahl in Stäben | **+5,0 %** | | Kalk/gebrannter Gips | **+4,3 %** | | Frischbeton | **+2,5 %** | | Dachziegel (keramisch) | **+0,6 %** | *Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Juni 2026, Daten für Mai 2026.* Der Bitumen-Sprung von 31,2 Prozent ist direkt auf die gestiegenen Rohölpreise zurückzuführen. Wer ein Flachdach, eine Kellerabdichtung oder eine Dachreparatur plant, spürt das unmittelbar in den Angeboten. Flachglas mit +15,4 Prozent trifft vor allem Bauherren mit großen Fensterflächen oder Glasfassaden. **Was bedeutet das konkret für ein typisches [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus)?** Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche und einem Rohbauanteil von rund 180.000 Euro können allein die gestiegenen Material- und Lohnkosten im Vergleich zu 2024 den Rohbau um 10.000 bis 18.000 Euro verteuern, je nach Region und Ausführung. ## Welche Gewerke trifft es am härtesten? **Nicht alle Bauabschnitte treffen die Preissteigerungen gleich stark. Besonders teuer wird es bei Dacheindeckung, Zimmererarbeiten, Fenster und Kellerabdichtung.** Die Preissteigerungen bei Holz (+11 %) treffen vor allem: - **Zimmererarbeiten** (Dachstuhl, Holzrahmenbau, Terrassenkonstruktion) - **Trockenbau** mit Holzständerwänden - **Außenanlage** (Holzterrassen, Carport in Holzbauweise) Der Bitumen-Anstieg (+31 %) schlägt durch bei: - **Flachdachabdichtung** (Bitumenschweißbahnen) - **Perimeterdämmung** (bitumenhaltige Abdichtung am Keller) - **Asphaltierung** von Zufahrt und Stellflächen Stahl und Metalle (+5 bis +11 %) betreffen: - **Betonstahl** für Fundament, Bodenplatte und Keller - **Stahlträger** bei großen Raumöffnungen - **Sanitärinstallation** (Kupfer- und Edelstahlrohre) Vergleichsweise stabil geblieben sind **Dachziegel** (+0,6 %) und **Zement** (+0,4 %). Wer ein Satteldach mit Tonziegeln plant, profitiert von dieser relativen Preisstabilität, ein Argument gegen das Flachdach, wenn man Kosten minimieren will. ## Jetzt starten oder warten? Die ehrliche Rechnung **Ein weiteres Jahr Warten kostet bei steigenden Zinsen und Materialpreisen in den meisten Fällen mehr als es einspart. Das gilt besonders, wenn Eigenkapital und Planung bereits stehen.** Konkretes Rechenbeispiel: Bauvorhaben mit Gesamtkosten von 550.000 Euro, davon 400.000 Euro Kredit. | Szenario | Zinssatz | Monatliche Rate (2 % Tilgung) | Jährliche Zinskosten | |---|---|---|---| | Topzins Juli 2026 | 3,32 % | 1.773 € | 13.280 € | | Marktdurchschnitt Juli 2026 | 4,00 % | 2.000 € | 16.000 € | | Prognose Anstieg auf 4,3 % | 4,30 % | 2.100 € | 17.200 € | Wer jetzt einen Topzins sichert, spart gegenüber einem weiteren Jahr Warten mit weiter gestiegenem Zinsniveau potenziell **3.000 bis 4.000 Euro jährlich**, hinzu kommen weitere Materialpreiserhöhungen. Es gibt aber legitime Gründe, noch zu warten: - **Eigenkapital noch nicht vorhanden**: Jedes Prozent weniger Beleihungsauslauf verbessert den Zinssatz erheblich, 30 % Eigenkapital kann 0,3 bis 0,5 % Zinsvorteil bringen - **Planung noch nicht abgeschlossen**: Schlechte oder unfertige Planung kostet im Nachgang mehr als gestiegene Materialpreise - **Regionale Engpässe**: In Ballungsräumen sind Bauunternehmen und Handwerker bis Ende 2026 ausgebucht, erzwungene Baupausen sind teuer Für eine realistische Gesamtkosteneinschätzung inklusive aller Nebenkosten und Regionalfaktoren nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Heiztechnik 2026: Was wählen nach dem GModG? **Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) erlaubt ab Inkrafttreten wieder Gas- und Ölheizungen ohne Erneuerbare-Pflicht. Für Neubauten mit Fertigstellung ab 2030 gilt jedoch der Nullemissionsstandard: Gas ist dann faktisch ausgeschlossen.** Für Bauherren, die 2026 oder 2027 starten und vor 2030 fertigstellen, eröffnet das GModG mehr Flexibilität bei der Heiztechnik-Wahl. Wer die Wärmepumpe wählt, profitiert weiterhin von der KfW 458-Förderung mit bis zu 70 Prozent Zuschuss. Kostentabelle Heiztechnik im Neubau (Richtwerte 2026): | Heizsystem | Investition (brutto) | Nach Förderung | Monatliche Betriebskosten* | |---|---|---|---| | Gasheizung | 8.000 bis 15.000 € |, (keine Förderung) | ca. 120 bis 180 € | | Wärmepumpe (Luft/Wasser) | 18.000 bis 28.000 € | ab ca. 6.000 bis 9.000 € | ca. 60 bis 100 € | | Wärmepumpe (Sole/Wasser) | 25.000 bis 40.000 € | ab ca. 8.000 bis 14.000 € | ca. 45 bis 80 € | | Fernwärme (Anschluss) | 5.000 bis 15.000 € | bis 30 % BAFA-Zuschuss | variabel nach Tarif | *Betriebskosten bei 150 m², Richtwert, regional und energiepreisabhängig.* Alle aktuellen Förderprogramme, Antragswege und Kombinationsmöglichkeiten erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was du jetzt konkret tun solltest **Die wichtigste Maßnahme vor Baubeginn: Finanzierungs- und Handwerkerangebote einholen und vergleichen. Beides ist 2026 regional sehr unterschiedlich, ein Vergleich kann fünfstellige Beträge sparen.** Konkrete Schritte für Bauherren im Sommer 2026: 1. **Zinsangebot sichern**: Mindestens drei Angebote vergleichen. Der Unterschied zwischen Topzins (3,3 %) und Marktdurchschnitt (4,2 %) bedeutet über zehn Jahre über 32.000 Euro Unterschied bei 400.000 Euro Kredit. 2. **Festpreisvereinbarung mit Handwerkern**: Schützt vor weiteren Materialpreissteigerungen, aber Klauseln genau prüfen, manche erlauben Nachforderungen bei Materialpreissprüngen über 10 %. 3. **Eigenkapital optimieren**: Ziel sind 20 bis 30 %. Jeder Prozentpunkt weniger Beleihungsauslauf verbessert den Zinssatz und senkt die monatliche Rate. 4. **Gesamtkosten realistisch kalkulieren**: Nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) für eine erste fundierte Einschätzung. 5. **Förderung vor Baubeginn beantragen**: KfW und BAFA akzeptieren keine nachträglichen Anträge, das ist ein häufiger und teurer Fehler. Regionale Baukosten unterscheiden sich erheblich. Aktuelle Zahlen für ein [Bundesland mit vergleichsweise stabilen Baukosten findest du zum Beispiel für Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## FAQ: Bauen oder Warten im Sommer 2026 **Sind Bauzinsen im Juli 2026 noch günstig?** Im historischen Vergleich liegen die Zinsen mit 3,3 bis 4,2 % im mittleren Bereich, weit über den Tiefstständen von unter 1 % aus 2021, aber deutlich unter dem Peak von über 4,5 % Ende 2023. Für Bauherren mit gutem Eigenkapital und Zugang zum Topzins sind die Konditionen akzeptabel. Wichtig: Experten erwarten für H2 2026 eher stabile bis leicht steigende Zinsen, keinen Rückgang. **Warum ist Bitumen 2026 so viel teurer geworden?** Bitumen wird aus Rohöl destilliert. Der Iran-Konflikt, der Ende Februar 2026 eskalierte, trieb die Rohölpreise deutlich nach oben, das schlägt sich direkt in den Bitumenpreisen nieder: +31,2 % gegenüber Mai 2025 laut Destatis. Betroffen sind vor allem Flachdächer, Kellerabdichtungen und Asphaltarbeiten. **Werden Holzpreise 2026 wieder sinken?** Kurzfristig ist eine deutliche Entspannung nicht absehbar. Holzpreise (Bauschnittholz +11,4 %, Dachlatten +11,8 %) werden durch globale Nachfrage, Transportkosten und Energiepreise getrieben. Brancheneinschätzungen gehen davon aus, dass Holzpreise dauerhaft höher bleiben als vor 2022. Ein starker Rückgang für 2026/2027 ist nicht zu erwarten. **Was kostet das Warten konkret, in Euro?** Bei einem Darlehen von 400.000 Euro und einem angenommenen Zinsanstieg von 0,5 Prozentpunkten (von 3,5 % auf 4,0 %) kostet ein Jahr Warten rund 2.000 Euro mehr Zinsen im ersten Jahr. Dazu kommen steigende Materialkosten: Bei einem Neubau mit 180.000 Euro Rohbauanteil bedeutet 10 % Materialpreisanstieg weitere 18.000 Euro. Zusammen können es also 20.000 Euro oder mehr sein. **Muss ich die Heiztechnik wegen des GModG neu planen?** Falls du vor 2030 fertigstellst: Nein, du hast mehr Freiheit. Gas- und Ölheizungen sind nach dem GModG wieder ohne Erneuerbare-Pflicht einbaubar. Für Fertigstellungen ab 2030 gilt der Nullemissionsgebäude-Standard, dann plane eine Wärmepumpe oder Fernwärme ein. **Lohnt sich ein Festpreisvertrag mit Handwerkern 2026?** Ja, angesichts der aktuellen Materialpreissteigerungen ist ein Festpreisvertrag sinnvoll, wenn Planung und Zeitplan feststehen. Achte aber auf die Klauseln: Manche Verträge erlauben dem Auftragnehmer, bei Materialpreiserhöhungen über 10 % eine Anpassung zu verlangen. Lass solche Klauseln vor Vertragsunterzeichnung von einem Baufachanwalt oder Bauherrenberater prüfen. Quellen: - Statistisches Bundesamt (Destatis): Preise für viele Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html - Dr. Klein Expertenrat: Aktuelle Bauzinsen und Zinsprognose Juli 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - Vergleich.de: Aktuelle Bauzinsen 07/2026: https://www.vergleich.de/aktuelle-bauzinsen.html - Finanztip: Bauzinsen 2026 – Entwicklung und Prognose: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ --- # KfW 308 Jung kauft Alt: Höhere Fördersummen seit August 2026, was Familien wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-308-jung-kauft-alt-neue-foerderbetraege-august-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 3. August 2026 gibt die KfW im Programm 308 „Jung kauft Alt“ deutlich höhere Kredite: 140.000 Euro bei einem Kind, 160.000 Euro bei zwei und 180.000 Euro ab drei Kindern. Gleichzeitig ist ein zweiter Sanierungsweg dazugekommen. Statt das Haus zum Effizienzhaus 85 EE zu sanieren, kannst du jetzt auch vier festgelegte Einzelmaßnahmen umsetzen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist das KfW-Programm 308 „Jung kauft Alt“? **Das Programm 308 gibt Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind einen zinsverbilligten Kredit für den Kauf einer Bestandsimmobilie der Energieeffizienzklasse F, G oder H. Im Gegenzug verpflichtest du dich, das Haus oder die Wohnung innerhalb von 54 Monaten ab Förderzusage energetisch zu sanieren.** Die Idee: Häuser mit schlechter Energiebilanz sind oft günstiger zu haben, verursachen aber hohe Heizkosten. Das Programm hilft beim Kauf und sorgt über die Sanierungspflicht dafür, dass das Gebäude danach deutlich weniger Energie braucht. Gefördert wird nur der Kaufpreis inklusive Grundstück. Sanierungskosten, Notar, Makler und Grunderwerbsteuer finanziert der 308-Kredit nicht. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht, der Vorteil liegt allein im niedrigen Zins. | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektiver Jahreszins KfW 308 | |---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 0,01 % | | 25 / 3 / 10 Jahre | 0,72 % | | 35 / 5 / 10 Jahre | 1,00 % | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 1,16 % | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026. Die Sätze für 25, 35 und endfällig gelten seit 17.09.2026. Am 30.07.2026 nannte die KfW für 35 Jahre noch 0,53 Prozent.* Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Deutscher Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Auf 140.000 Euro sind das im ersten Jahr grob gerechnet rund 3.900 Euro weniger Zinsen, wenn du die 35-jährige Variante zu 1,00 Prozent wählst. ## Die neuen Förderhöchstbeträge seit 3. August 2026 **Seit dem 3. August 2026 liegen die Kredithöchstbeträge je nach Kinderzahl um 30.000 bis 40.000 Euro höher als vorher. Die Einkommensgrenzen sind gleich geblieben.** | Anzahl Kinder | Max. Kredit bis 2.8.2026 | Max. Kredit seit 3.8.2026 | Steigerung | |---|---|---|---| | 1 Kind | 100.000 € | 140.000 € | +40.000 € | | 2 Kinder | 125.000 € | 160.000 € | +35.000 € | | 3 und mehr Kinder | 150.000 € | 180.000 € | +30.000 € | *Quelle: KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026 und KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026.* Die Einkommensgrenze beträgt 90.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen bei einem Kind, plus 10.000 Euro für jedes weitere Kind. Bei zwei Kindern sind es also 100.000 Euro, bei drei Kindern 110.000 Euro. Gemeint ist das **zu versteuernde** Einkommen aus dem Steuerbescheid, nicht der Brutto- oder Nettolohn. Der Kredit ist außerdem auf den Kaufpreis begrenzt. Kostet das Haus weniger als dein Höchstbetrag, bekommst du höchstens den Kaufpreis. Für die Zusage gelten die Bedingungen, die beim Eingang des Antrags bei der KfW gelten. Wer heute beantragt, bekommt also automatisch die neuen Beträge. ## Zwei Wege zur Sanierungspflicht **Du sanierst entweder zum Effizienzhaus 85 EE (bei Denkmalen Effizienzhaus Denkmal EE) oder setzt alle vier festgelegten Einzelmaßnahmen um. Der Einzelmaßnahmen-Weg ist neu seit August 2026.** Bisher ging nur der Effizienzhaus-Weg. Das scheiterte in der Praxis manchmal an Häusern, bei denen ein Effizienzhaus-Nachweis schwer zu erreichen ist. Der neue Weg verlangt diese vier Maßnahmen nach den technischen Mindestanforderungen der BEG Einzelmaßnahmen: - **Heizungstausch** auf eine Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, zum Beispiel Wärmepumpe - **Fenstertausch** - **Fassadendämmung** - **Dämmung des Dachs** oder der obersten Geschossdecke gegen einen unbeheizten Dachraum Alle vier sind Pflicht, es ist kein Wahlmenü. Ausnahmen nennt das Merkblatt nur in zwei Fällen: Die Heizung entfällt, wenn sie schon mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzt oder das Haus nur an einem Wärmenetz hängt. Bauteile, die bereits die Anforderungen der EnEV 2001 für Außenbauteile erfüllen, müssen nicht erneuert werden. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) aus den 1960er bis 1980er Jahren heißt das meist: neue Heizung, neue Fenster, gedämmte Fassade und gedämmtes Dach. Welche Bauteile bei deinem Objekt schon ausreichen, klärt ein Energieeffizienz-Experte oder der Fachbetrieb. ## Wer das Programm nutzen darf **Antragsberechtigt sind Privatpersonen mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt, die bei Antragstellung kein Wohneigentum in Deutschland haben und die gekaufte Immobilie selbst bewohnen.** **Persönliche Voraussetzungen:** - Mindestens ein leibliches oder angenommenes Kind unter 18 Jahren lebt bei Antragstellung im Haushalt - Weder du noch dein Partner oder eure Kinder besitzen bei Antragstellung Wohneigentum in Deutschland, auch kein vermietetes oder leerstehendes - Ihr werdet zusammen zu mindestens 50 Prozent Eigentümer - Das zu versteuernde Haushaltseinkommen liegt innerhalb der Grenze - Niemand im Haushalt hat bereits Baukindergeld, KfW 300 oder KfW 308 erhalten **Anforderungen an die Immobilie:** - Bestehendes Wohngebäude oder Eigentumswohnung in Deutschland - Gültiger Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis mit Klasse F, G oder H bei Antragstellung - Ein Baujahr schreibt die KfW nicht vor - Selbstnutzung mindestens fünf Jahre ab Einzug, keine Ferienimmobilie Für das Einkommen zählt der Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Wer 2026 beantragt, legt die Einkommensteuerbescheide 2024 und 2023 vor. Bescheinigungen vom Steuerberater erkennt die KfW nicht an. ## Konditionen und Antrag im Detail **Den Kredit beantragst du bei deiner Bank, Sparkasse oder einem Finanzvermittler. Der Antrag muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du den notariellen Kaufvertrag unterschreibst.** | Merkmal | Wert | |---|---| | Effektivzins | 0,01 % bis 1,16 % je nach Variante (Stand 06.10.2026) | | Kreditlaufzeit | bis 35 Jahre, mindestens 7 Jahre | | Zinsbindung | 10 Jahre | | Tilgungsfreie Anlaufzeit | bis 2 Jahre (10 J.), bis 3 Jahre (25 J.), bis 5 Jahre (35 J.) | | Antrag | über Finanzierungspartner, vor dem Kaufvertrag | | Abruf | binnen 12 Monaten nach Zusage, danach 0,15 % Bereitstellungsprovision pro Monat | *Quelle: KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026; KfW-Produktseite 308.* Der Abschluss des Kaufvertrags gilt als Beginn des Vorhabens. Unterschreibst du vorher, ist die Förderung verloren. Erlaubt ist ein Kaufvertrag mit aufschiebender Bedingung, die an die Förderzusage geknüpft ist. Diese Bedingung muss von Anfang an im Vertrag stehen, nachträglich einfügen geht nicht. Wer nach dem Antrag, aber vor der Zusage kauft, trägt das Risiko selbst. Sondertilgungen sind nicht möglich. Du kannst den Kredit nur komplett vorzeitig zurückzahlen, dann fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an. Wie viel Kauf und Sanierung zusammen kosten und was du selbst einbringen musst, rechnest du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) durch. ## Was das für deine Kaufplanung bedeutet **Die höheren Beträge gelten für jeden Antrag, der seit dem 3. August 2026 bei der KfW eingeht. Wichtiger als der Termin ist jetzt, die Sanierung von Anfang an mitzuplanen.** Hast du noch kein Objekt gefunden, nutze die Zeit für die Vorbereitung. Lass dir vor dem Kauf von einem Energieeffizienz-Experten einschätzen, welcher Sanierungsweg passt und was er kostet. Die KfW empfiehlt diese Beratung ausdrücklich schon vor dem Erwerb. Bei der regionalen Suche lohnt der Blick auf die Preise vor Ort. Richtwerte findest du etwa auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Für die Sanierung selbst kannst du zusätzlich Förderung aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beantragen, das erlaubt das Merkblatt 308 ausdrücklich: - **Einzelmaßnahmen-Weg**: Heizung über die KfW-Heizungsförderung 458, Fenster und Dämmung über die BAFA-Einzelmaßnahmen - **Effizienzhaus-Weg**: Sanierungskredit KfW 261 BEG-Einzelmaßnahmen und BEG-Wohngebäude (261) schließen sich seit 21. Juli 2026 gegenseitig aus, mit drei Jahren Sperrfrist. Du entscheidest dich also für einen der beiden Wege. Mehr zur Finanzierung erklärt der Ratgeber [Baufinanzierung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/baufinanzierung). ## Kritische Punkte: Was das Programm nicht löst **Der 308-Kredit finanziert nur den Kauf. Die Sanierung musst du zusätzlich stemmen, und die 54-Monats-Frist läuft ab der Zusage.** - **Sanierungskosten kommen obendrauf:** In einem KfW-Beispiel kostet die Sanierung eines 145-Quadratmeter-Altbaus zum Effizienzhaus 55 EE rund 196.000 Euro. Dein Objekt kann deutlich günstiger oder teurer sein, lass die Kosten vorher schätzen. - **Frist ab Zusage:** Die 54 Monate beginnen mit der KfW-Zusage, nicht mit dem Einzug. Handwerkerengpässe können den Zeitplan eng machen. - **Ziel verfehlt:** Wird saniert, aber das Sanierungsziel nicht erreicht, steigt der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt pro Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens ein Effizienzhaus 100 EE erreicht wurde. - **Einkommensgrenze:** 90.000 Euro zu versteuerndes Einkommen bei einem Kind werden bei zwei vollen Gehältern schnell erreicht. - **Experte nur beim Effizienzhaus-Weg Pflicht:** Beim Einzelmaßnahmen-Weg reicht für den Nachweis eine Fachunternehmererklärung je Maßnahme nach § 35c EStG. ## FAQ: KfW 308 Jung kauft Alt **Seit wann gelten die neuen Förderhöchstbeträge bei Jung kauft Alt?** Seit dem 3. August 2026. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW. Alle Anträge, die seitdem eingehen, laufen mit den neuen Beträgen. **Wie hoch sind die Kreditbeträge bei KfW 308 heute?** 140.000 Euro bei einem Kind (vorher 100.000 Euro), 160.000 Euro bei zwei Kindern (vorher 125.000 Euro) und 180.000 Euro ab drei Kindern (vorher 150.000 Euro). Der Kredit ist auf den Kaufpreis begrenzt. **Muss ich das Haus zwingend zum Effizienzhaus 85 EE sanieren?** Nein. Seit August 2026 kannst du stattdessen vier Einzelmaßnahmen umsetzen: Heizungstausch auf mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien, Fenstertausch, Fassadendämmung und Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke. Alle vier sind Pflicht, es sei denn, ein Bauteil erfüllt die Anforderungen schon. **Wie hoch ist der Zins bei Jung kauft Alt?** Laut KfW vom 6. Oktober 2026 effektiv 0,01 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 0,72 Prozent bei 25 Jahren, 1,00 Prozent bei 35 Jahren und 1,16 Prozent endfällig, jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. **Was passiert, wenn ich die Sanierungsfrist von 54 Monaten nicht einhalte?** Dann ist eine Fördervoraussetzung nicht erfüllt. Ist saniert, aber das Ziel verfehlt, erhöht sich der Sollzins um 1,00 Prozentpunkt, sofern mindestens ein Effizienzhaus 100 EE erreicht ist. Welche Folgen darüber hinaus drohen, steht im Kreditvertrag. Sprich deine Bank frühzeitig an, wenn sich Verzögerungen abzeichnen. **Kann ich Jung kauft Alt mit anderen Förderprogrammen kombinieren?** Ja. Für die Sanierung darfst du BEG-Kredite oder -Zuschüsse nutzen, etwa die KfW-Heizungsförderung 458 mit bis zu 70 Prozent Zuschuss. Bis zu 80 Prozent gibt es für Selbstnutzer mit einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 Euro, mit Kind im Haushalt bis 40.000 Euro. Höchstens gefördert werden 28.000 Euro Kosten für die erste Wohneinheit, also maximal 22.400 Euro Zuschuss. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Bestandserwerb (308): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-Bestandserwerb-(308)/ - KfW: Merkblatt Jung kauft Alt (308), Stand 08/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005152_M_308.pdf - KfW-Pressemitteilung vom 30.07.2026: Jung kauft Alt: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_903168.html - KfW: Konditionenübersicht für Förderprogramme (Stand 06.10.2026): https://www.kfw.de/konditionen - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite (Stand 01.10.2026): https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 --- # KfW 266 Gewerbe zu Wohnen: bis zu 30.000 Euro Zuschuss, was seit Juli 2026 gilt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-266-gewerbe-zu-wohnen-zuschuss-juli-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das KfW-Förderprogramm 266 „Gewerbe zu Wohnen“ ist am 1. Juli 2026 gestartet. Wer leer stehende Büros, Ladengeschäfte oder andere beheizte Gewerbeflächen in Wohnraum umwandelt, bekommt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 30.000 Euro je neu entstehender Wohneinheit, für mehrere Wohneinheiten zusammen bis zu 300.000 Euro. Anträge sind bis maximal 31. Dezember 2026 möglich, solange Haushaltsmittel verfügbar sind. Hier steht, was gilt, wer antragsberechtigt ist, welcher Energiestandard Pflicht ist und wie ein Beispiel aussieht. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Angaben laut KfW-Produktseite 266, abgerufen am 7. Oktober 2026.* ## Was ist das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ (KfW 266)? **Seit dem 1. Juli 2026 zahlt der Bund über die KfW einen direkten, nicht rückzahlbaren Zuschuss für den Umbau von Nichtwohnflächen zu Wohnraum. Das Programm hat die Nummer 266 und nimmt Anträge bis spätestens 31. Dezember 2026 an.** Die Ausgangslage: In vielen Innenstädten stehen Büros und Läden leer, während gleichzeitig Wohnungen fehlen. Das Programm soll die Umnutzung solcher Flächen wirtschaftlich attraktiver machen, statt zusätzlich auf der grünen Wiese zu bauen. Der wesentliche Unterschied zu vielen anderen KfW-Programmen: Es ist ein **Zuschuss**, kein Kredit. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden, Zinsen fallen keine an. Wie sich der Zuschuss steuerlich auswirkt, etwa auf die Abschreibung bei vermieteten Wohnungen, klärst du am besten mit deiner Steuerberatung. Das Programm ist **bis 31. Dezember 2026** befristet. Die KfW weist ausdrücklich darauf hin, dass die Förderung unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel steht und kein Rechtsanspruch besteht. Ob es 2027 weitergeht, ist offen. Wer eine Umnutzung plant und jetzt starten kann, sollte den Antrag nicht in den Dezember schieben. ## Wer kann den KfW-Zuschuss beantragen? **Antragsberechtigt sind alle Investoren, die Nichtwohnflächen zu Wohnraum umbauen: Privatpersonen, Einzelunternehmer, Freiberufler, Unternehmen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Genossenschaften, Vereine und Kommunen.** Diese Voraussetzungen nennt die KfW: 1. Die Fläche wurde bisher **nicht zu Wohnzwecken genutzt** (Büro, Laden, Kanzlei, Praxis und Ähnliches). 2. Das Gebäude oder der Gebäudeteil ist **beheizt**. 3. Der **Bauantrag oder die Bauanzeige liegt mindestens fünf Jahre zurück**. 4. Es entsteht mindestens **eine neue Wohneinheit**. 5. Die neuen Wohneinheiten werden mindestens **zehn Jahre zu Wohnzwecken** genutzt. 6. Der Antrag wird **vor Beginn des Vorhabens** gestellt. Punkt 6 ist in der Praxis die häufigste Falle. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss von Liefer- oder Leistungsverträgen für die Umbauarbeiten. Wer vorher schon mit einem Handwerker oder Generalunternehmer abschließen will, braucht eine **aufschiebende Bedingung** im Vertrag: Der Vertrag wird erst mit der Förderzusage wirksam. Planung, Architektenleistungen und Energieberatung dürfen schon vorher laufen. **Obergrenze:** Für mehrere Wohneinheiten zusammen sind höchstens **300.000 Euro Zuschuss** möglich. Das entspricht zehn Wohneinheiten mit je 30.000 Euro. Die Grenze nennt die KfW allgemein, also nicht nur für Unternehmen. Das Programm unterliegt der EU-De-minimis-Verordnung. Wer in den letzten drei Jahren schon De-minimis-Beihilfen bezogen hat, muss das berücksichtigen. ## Wie hoch ist die Förderung konkret? **Das Programm zahlt 30 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss. Gefördert werden höchstens 100.000 Euro Kosten je Wohneinheit, der Zuschuss liegt also bei maximal 30.000 Euro je Wohneinheit.** | Förderfähige Kosten je Wohneinheit | Zuschuss (30 %) | Eigenanteil | |---|---|---| | 40.000 € | 12.000 € | 28.000 € | | 60.000 € | 18.000 € | 42.000 € | | 80.000 € | 24.000 € | 56.000 € | | 100.000 € | 30.000 € | 70.000 € | | 120.000 € | 30.000 € | 90.000 € (Kappungsgrenze) | *Eigene Rechnung auf Basis der KfW-Produktseite 266, Stand 07.10.2026.* Wichtig: **Sanierungskosten zum Effizienzhaus zählen nicht zu den förderfähigen Kosten** von KfW 266. Wer dämmen, Fenster tauschen oder eine Wärmepumpe einbauen muss, um den Pflichtstandard zu erreichen, rechnet diese Kosten getrennt ab. Die KfW verweist dafür auf die BEG-Förderung Wohngebäude (KfW 261). Eine Kombination mit BEG Wohngebäude oder BEG Einzelmaßnahmen nennt die KfW grundsätzlich möglich, solange dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden. Förderfähig sind dagegen die Umbaukosten selbst, etwa Rückbau, Statik, Innenausbau, Treppenhäuser und Zugänge, sowie **Fachplanung und Baubegleitung, die während des Umbaus entstehen**. ## Welche Energiestandards sind Pflicht? **Alle geförderten Wohneinheiten müssen mindestens den Standard „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“ (EH 85 EE) erreichen. Für Baudenkmale gilt „Effizienzhaus Denkmal EE“.** Was EH 85 EE in der Praxis bedeutet: - Das Gebäude muss das Effizienzhaus-85-Niveau erreichen. - Die EE-Klasse verlangt, dass die Wärme zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien oder Abwärme stammt. Eine reine Gas- oder Ölheizung reicht dafür nicht. Eine Erleichterung gibt es: Hat das Gebäude bei Antragstellung bereits eine Heizung oder einen Gebäudenetzanschluss mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, einen Wärmenetzanschluss, oder wurde in den letzten fünf Jahren eine neue Heizung in Betrieb genommen, genügt EH 85 beziehungsweise EH Denkmal ohne EE-Zusatz. Für viele Innenstadtgebäude mit Fernwärmeanschluss ist das eine wichtige Ausnahme. Mögliche Heizsysteme für die EE-Klasse: - **Wärmepumpe** (Luft-Wasser oder Sole-Wasser, je nach Gebäude) - **Wärmenetz** (Fernwärme) - **Biomasse** wie Pellets, wenn Lagerraum vorhanden ist - **Hybridheizung**, wenn sie insgesamt die 65-Prozent-Anforderung erfüllt Ein **Energieeffizienz-Experte** aus der dena-Expertenliste (Kategorie „BEG Wohngebäude“) ist Pflicht. Er stellt die Bestätigung zum Antrag für das Programm 261 aus und ergänzt ein Beiblatt für den Zuschuss 266. Seine Leistungen während des Umbaus können als Fachplanung und Baubegleitung förderfähig sein. Für ein [Mehrfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/mehrfamilienhaus) aus einer Büroimmobilie lohnt es sich, Umbau und energetische Sanierung in einem Zug zu planen. So vermeidest du spätere Eingriffe in fertige Bausubstanz. ## Schritt für Schritt: So beantragst du den Zuschuss **Der Antrag geht direkt an die KfW, nicht über die Hausbank. Er muss vor Beginn des Vorhabens gestellt sein, Verträge davor nur mit aufschiebender Bedingung.** **Schritt 1: Projekt durchplanen.** Lass den Umbau von Architekt oder Planungsbüro konkret planen und eine Kostenschätzung erstellen. Kläre früh mit dem Bauamt, ob eine Baugenehmigung nötig ist. Laut KfW ist das bei Umbauten in der Regel der Fall. **Schritt 2: Energieeffizienz-Experten einschalten.** Er prüft, ob das Projekt EH 85 EE erreichen kann, und erstellt BzA und Beiblatt. **Schritt 3: Antrag stellen.** Das Antragsformular findest du auf der KfW-Seite „Kommunaler Direktantrag“ unter „266 Gewerbe zu Wohnen“. Das ausgefüllte und unterschriebene Formular mit den Unterlagen lädst du hoch oder schickst es per Post an die KfW-Niederlassung Berlin. **Schritt 4: Zusage abwarten, dann Verträge schließen.** Erst nach der Zusage beginnt das Vorhaben, oder vorher geschlossene Verträge mit aufschiebender Bedingung werden wirksam. **Schritt 5: Umbau durchführen.** Für Umbau, Sanierung, Identifizierung und Nachweis hast du höchstens **54 Monate ab Zusage**. **Schritt 6: Nachweis einreichen und Zuschuss abrufen.** Den Verwendungsnachweis bestätigt eine Architektin oder ein bauvorlageberechtigter Bauingenieur, die mit dem Vorhaben betraut waren. Danach zahlt die KfW den Zuschuss aus. Den gesamten Finanzierungsbedarf deines Projekts berechnest du vorab im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was kostet eine Umnutzung von Gewerbe zu Wohnen? **Die Kosten hängen stark vom Ausgangszustand, vom Grundrissaufwand und von der Region ab. Bäder, neue Grundrisse und Haustechnik machen meist den größten Teil aus, dazu kommt die energetische Sanierung.** Typische Kostenpositionen beim Umbau: | Gewerk | Förderfähig über 266? | |---|---| | Grundrissanpassung, Rückbau, Statik | ja | | Bad und WC | ja, als Teil des Umbaus | | Küchenanschlüsse | ja, als Teil des Umbaus | | Böden, Wände, Decken (Innenausbau) | ja | | Treppenhäuser und Zugänge | ja | | Elektro und Sanitär für die Wohnungen | ja, als Teil des Umbaus | | Fachplanung und Baubegleitung des Umbaus | ja | | Dämmung, Fenstertausch, Heizung zum Effizienzhaus | nein, über BEG | | Grundstück, Gebäudekauf | nein | Eine belastbare Zahl je Quadratmeter liefert erst die Kostenschätzung für dein Objekt. Wie die Baukosten in deiner Region liegen, zeigt zum Beispiel die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) für bayerische Projekte. ## Rechenbeispiel: Leer stehende Praxis wird Zweizimmerwohnung **Ein vereinfachtes Beispiel mit angenommenen Kosten zeigt, wie KfW 266 rechnet und welche Positionen außen vor bleiben.** Ausgangslage: Leer stehende Arztpraxis, 78 m², Erdgeschoss, Kleinstadt. Ziel ist eine abgeschlossene Zweizimmerwohnung zur Selbstnutzung. Alle Beträge sind Annahmen. | Position | Betrag (angenommen) | Über 266 förderfähig? | |---|---|---| | Grundrissanpassung, Bad neu, Küchenanschlüsse | 42.000 € | ja | | Böden, Wände, Decken | 13.000 € | ja | | Elektro und Sanitär (Wohnungslayout) | 16.000 € | ja | | Fachplanung und Baubegleitung des Umbaus | 6.000 € | ja | | **Förderfähige Umbaukosten** | **77.000 €** | | | Fenster und Außentür | 18.000 € | nein, energetisch | | Luft-Wasser-Wärmepumpe | 18.000 € | nein, energetisch | | Dämmung Außenwand | 14.000 € | nein, energetisch | | Planung der energetischen Sanierung | 3.000 € | nein | | **Gesamtkosten Projekt** | **130.000 €** | | **Zuschuss KfW 266:** 30 Prozent von 77.000 Euro = **23.100 Euro**, nicht rückzahlbar. Die energetischen Kosten von zusammen 53.000 Euro laufen getrennt. Ob und in welcher Höhe sie über die BEG gefördert werden, hängt vom gewählten Weg ab und sollte dein Energieeffizienz-Experte prüfen. Zu beachten ist, dass die Heizungsförderung KfW 458 nach dem KfW-Merkblatt für bestehende Wohngebäude gedacht ist. Ob sie bei einer Umnutzung greift, kläre vorab mit der KfW. ## Was gilt bei Denkmalschutz? **Auch denkmalgeschützte Gewerbeimmobilien sind förderfähig. Statt EH 85 EE gilt dort der Standard „Effizienzhaus Denkmal EE“.** Das ist für viele historische Stadtimmobilien relevant: Gründerzeithäuser mit Ladenzeilen, ehemalige Fabrikgebäude oder historische Kontorhäuser. Wo eine Außendämmung denkmalrechtlich nicht möglich ist, lässt sich der Denkmal-Standard oft mit einer erneuerbaren Heizung und Maßnahmen an Dach und Fenstern erreichen. Ob das im Einzelfall reicht, berechnet der Energieeffizienz-Experte. Für alle Fragen zu Förderantrag, Kombination der Programme und aktuellen KfW-Konditionen gibt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung) einen Überblick. ## Gewerbeleerstand: Wo das Programm am meisten bringt **Das Programm passt überall dort, wo beheizte Gewerbeflächen dauerhaft leer stehen und gleichzeitig Wohnraum gesucht wird. Das betrifft nicht nur Großstädte.** Typische Kandidaten: - **Innenstädte mittelgroßer Städte**, in denen Ladenflächen keine Nachmieter mehr finden - **ältere Bürogebäude**, die für heutige Büronutzung nicht mehr passen - **frei gewordene Praxen und Kanzleien** in Wohnlagen Ob sich ein Projekt rechnet, hängt vom Einzelfall ab. Die Förderung macht einen Umbau günstiger, ersetzt aber keine solide Kalkulation von Umbau, Sanierung und künftigen Mieteinnahmen. ## FAQ: KfW 266 Gewerbe zu Wohnen **Seit wann gibt es KfW 266 und wie lange läuft es?** Das Programm ist am 1. Juli 2026 gestartet. Anträge sind laut KfW bis maximal 31. Dezember 2026 möglich, unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Ob es danach weitergeht, ist offen. **Wie hoch ist der Zuschuss und muss er zurückgezahlt werden?** Bis zu 30.000 Euro je neu geschaffener Wohneinheit, das sind 30 Prozent von höchstens 100.000 Euro förderfähigen Kosten je Wohneinheit. Für mehrere Wohneinheiten zusammen gilt eine Obergrenze von 300.000 Euro. Der Zuschuss ist nicht rückzahlbar. **Welchen Energiestandard muss ich für KfW 266 erfüllen?** Mindestens Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien (EH 85 EE), bei Baudenkmalen Effizienzhaus Denkmal EE. Hat das Gebäude schon eine Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, einen Wärmenetzanschluss oder eine höchstens fünf Jahre alte Heizung, reicht EH 85 beziehungsweise EH Denkmal. **Kann ich KfW 266 mit der BEG-Förderung kombinieren?** Ja, laut KfW grundsätzlich. Die energetische Sanierung ist bei KfW 266 nicht förderfähig, kann aber über BEG Wohngebäude oder BEG Einzelmaßnahmen gefördert werden. Dieselben Kosten dürfen nicht doppelt gefördert werden. **Ich habe schon einen Bauvertrag unterschrieben. Kann ich trotzdem noch den Zuschuss beantragen?** Nein, wenn der Vertrag ohne aufschiebende Bedingung geschlossen wurde, gilt das Vorhaben als begonnen. Eine Bedingung nachträglich einzufügen, ist laut KfW nicht zulässig. Planungsleistungen wie Architektenvertrag und Energieberatung sind dagegen kein Ausschlussgrund. **Gilt das Programm auch für Wohnungen, die ich vermieten will?** Ja. Selbstnutzung, Vermietung und gemischte Gebäude sind förderfähig. Die neuen Wohneinheiten müssen mindestens zehn Jahre zu Wohnzwecken genutzt werden. Die steuerliche Behandlung des Zuschusses bei Vermietung solltest du mit deiner Steuerberatung klären. Quellen: - KfW: Gewerbe zu Wohnen, Zuschuss (266): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Wohnwirtschaft/F%C3%B6rderprodukte/Gewerbe-zu-Wohnen-(266)/ - KfW-Pressemitteilung 30.06.2026: Start Gewerbe zu Wohnen: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_899456.html - KfW: Wohngebäude Kredit (261): https://www.kfw.de/261 --- # KfW 266 „Gewerbe zu Wohnen“: bis 30.000 Euro Zuschuss für den Umbau von Leerstand URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-266-gewerbe-zu-wohnen-foerderung-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das KfW-Programm 266 „Gewerbe zu Wohnen“ läuft seit dem 1. Juli 2026: Wer leer stehende Büros, Praxen, Ladengeschäfte oder andere beheizte Nichtwohnflächen in Wohnungen umbaut, bekommt bis zu 30.000 Euro Zuschuss je neu entstandener Wohneinheit, insgesamt bis zu 300.000 Euro. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Anträge sind laut KfW bis maximal 31. Dezember 2026 möglich, und zwar nur, solange Haushaltsmittel verfügbar sind. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Angaben laut KfW-Produktseite 266, abgerufen am 7. Oktober 2026.* ## Was KfW 266 fördert, und was nicht **KfW 266 bezahlt den Umbau von Nichtwohnflächen zu Wohnraum, einschließlich Fachplanung und Baubegleitung für diesen Umbau. Die energetische Sanierung zum Effizienzhaus ist nicht Teil von 266, sie läuft zum Beispiel über die BEG-Förderung Wohngebäude (KfW 261).** Für ein Umnutzungsprojekt kannst du also zwei Förderwege nutzen. KfW 266 übernimmt den Umbau, etwa Rückbau, Statik, Innenausbau, Treppenhäuser und Zugänge. Die energetische Ertüchtigung lässt sich über die Bundesförderung für effiziente Gebäude fördern. Die KfW nennt eine Kombination mit BEG Wohngebäude oder BEG Einzelmaßnahmen „grundsätzlich möglich“, dieselben Umbaukosten dürfen aber nicht ein zweites Mal gefördert werden. Insgesamt sind öffentliche Mittel bis 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten kombinierbar. Nicht förderfähig über KfW 266 sind laut KfW: - Grundstückskosten - der Kaufpreis für das umzubauende Gebäude oder die Fläche - Sanierungskosten zum Effizienzhaus sowie Planungs- und Baubegleitungskosten für diese Sanierung - Vorhaben, bei denen Wohngebäude oder bereits zum Wohnen genutzte Flächen nur erweitert werden - Anbauten und Aufstockungen Förderfähig sind dagegen die Kosten des Umbaus selbst sowie Fachplanung und Baubegleitung, die während der Umsetzung des Umbaus entstehen. ## Wer den Zuschuss beantragen kann **Antragsberechtigt sind alle Investoren, die Nichtwohnflächen zu Wohnraum umbauen: Privatpersonen, Einzelunternehmer, Freiberufler, Unternehmen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Genossenschaften, Vereine, Kammern sowie Kommunen und kommunale Unternehmen.** Ob du die neue Wohnung selbst bewohnst oder vermietest, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass die neuen Wohneinheiten nach Abschluss des Vorhabens **mindestens zehn Jahre zu Wohnzwecken genutzt** werden. Beihilferechtlich unterliegt das Programm der **EU-De-minimis-Verordnung**. Unternehmen und WEG geben dafür eine De-minimis-Erklärung ab. Die Obergrenze von 300.000 Euro Zuschuss für mehrere Wohneinheiten nennt die KfW allgemein, nicht nur für Unternehmen. Für Privatpersonen gibt es also keinen unbegrenzten Zuschuss. ## Welche Gebäude förderfähig sind **Gefördert wird der Umbau beheizter Gebäude oder Gebäudeteile, die bisher nicht zu Wohnzwecken genutzt werden, zum Beispiel Büros, Praxisräume oder Handelsflächen. Der Bauantrag oder die Bauanzeige muss bei Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegen.** Die Fünf-Jahres-Regel zielt auf echten Bestand, nicht auf neue Gewerbebauten, die kurz nach der Fertigstellung umgewidmet werden. Weitere Bedingungen laut KfW: - Das Gebäude liegt im Geltungsbereich des Gebäudeenergiegesetzes. - Durch den Umbau entsteht mindestens eine neue Wohneinheit. - Der Umbau muss nicht das ganze Gebäude umfassen. Am Ende kann ein reines Wohngebäude oder ein gemischt genutztes Gebäude stehen. Nicht förderfähig sind unbeheizte Gebäude, reine Erweiterungen von Wohnflächen sowie der Ausbau von Keller oder Dachstuhl eines Wohngebäudes. Der Umbau zu Wohn- und Altenheimen ist förderfähig, Pflegeheime nicht. **Sonderfall Baudenkmal:** Für Baudenkmale gilt statt EH 85 EE der Standard „Effizienzhaus Denkmal EE“. Damit kommen auch historische Innenstadtgebäude infrage, bei denen eine Außendämmung oft nicht genehmigt würde. ## Der EH-85-EE-Standard: Was konkret verlangt wird **Alle geförderten Wohneinheiten müssen nach dem Umbau mindestens den Standard Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien (EH 85 EE) oder Effizienzhaus Denkmal EE erreichen. Die EE-Klasse bedeutet, dass die Wärme zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien oder Abwärme stammt.** Es gibt eine Ausnahme: Hat das Gebäude bei Antragstellung schon einen Wärmeerzeuger oder Gebäudenetzanschluss mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, einen Wärmenetzanschluss, oder wurde in den letzten fünf Jahren vor Antragstellung eine neue Heizung in Betrieb genommen, reicht der Standard EH 85 beziehungsweise EH Denkmal ohne EE-Zusatz. Für ältere Bürogebäude ist der Effizienzhaus-Standard ohne Investitionen in Hülle und Heizung oft nicht erreichbar. Deshalb gehört die Kombination mit der BEG-Förderung in vielen Projekten von Anfang an in die Planung. Typische Bausteine auf dem Weg zum EH 85 EE: | Baustein | Worauf es ankommt | |---|---| | Außenwand, Dach, oberste Geschossdecke | Dämmung nach Berechnung des Energieeffizienz-Experten | | Fenster | in der Regel Austausch gegen Wärmeschutzverglasung | | Heizung | Wärmepumpe, Wärmenetz oder andere Lösung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien | | Lüftung | je nach Konzept, häufig mit Wärmerückgewinnung | Welche Maßnahmen dein Gebäude konkret braucht, ergibt erst die Berechnung. Pauschale Kosten je Quadratmeter helfen hier wenig, weil sie stark vom Ausgangszustand abhängen. Für Antrag und Begleitung ist ein **Energieeffizienz-Experte** aus der dena-Expertenliste Pflicht, und zwar in der Kategorie „BEG Wohngebäude“. Er stellt die Bestätigung zum Antrag (BzA) für das Programm 261 aus und füllt zusätzlich ein Beiblatt aus, mit dem diese BzA für den Zuschuss 266 genutzt wird. ## Förderhöhe und Obergrenze: Was maximal möglich ist **Der Zuschuss beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Gefördert werden höchstens 100.000 Euro Kosten je Wohneinheit, also bis zu 30.000 Euro Zuschuss je Wohneinheit und bis zu 300.000 Euro für mehrere Wohneinheiten.** | Förderfähige Umbaukosten je WE | Zuschuss (30 %) | Bemerkung | |---|---|---| | 40.000 € | 12.000 € | unter dem Maximum | | 80.000 € | 24.000 € | unter dem Maximum | | 100.000 € | **30.000 €** | Maximum je Wohneinheit | | 150.000 € | 30.000 € | gedeckelt bei 100.000 € Kosten | *Eigene Rechnung auf Basis der KfW-Produktseite 266, Stand 07.10.2026.* Bei mehreren Wohneinheiten summiert sich das bis zur Obergrenze: Acht Wohneinheiten mit je 100.000 Euro förderfähigen Kosten ergeben rechnerisch 240.000 Euro. Ab zehn voll ausgeschöpften Einheiten ist die Grenze von 300.000 Euro erreicht. Wurden in den letzten drei Jahren bereits De-minimis-Beihilfen bezogen, kann der mögliche Betrag geringer sein. Ein festes Gesamtbudget des Programms nennt die KfW auf ihrer Produktseite nicht. Sie weist darauf hin, dass die Förderung unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel steht und kein Rechtsanspruch besteht. ## So läuft der Antrag ab: Schritt für Schritt **Der Antrag muss gestellt werden, bevor das Vorhaben beginnt. Als Beginn gilt der Abschluss von Liefer- oder Leistungsverträgen für die Umbauarbeiten. Planung und Beratung zählen nicht dazu.** Verträge vor der Zusage sind nur mit einer **aufschiebenden Bedingung** zulässig, die die Wirksamkeit an die Förderzusage der KfW knüpft. Eine solche Bedingung nachträglich in einen bestehenden Vertrag aufzunehmen, ist laut KfW nicht zulässig. 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Planungs- und Beratungsleistungen dürfen schon vor dem Antrag laufen. 2. **BzA und Beiblatt einholen**: Der Experte bestätigt das angestrebte Effizienzhaus-Niveau. 3. **Antrag stellen**: direkt bei der KfW mit dem Antragsformular. Auf der KfW-Seite „Kommunaler Direktantrag“ wählst du „266 Gewerbe zu Wohnen“ aus. Das unterschriebene Formular samt Unterlagen kannst du hochladen oder per Post an die KfW-Niederlassung Berlin schicken. Privatpersonen und Einzelunternehmer stellen den Antrag selbst, alle anderen über eine vertretungsberechtigte Person. 4. **Zusage abwarten**: Danach darfst du Verträge schließen und mit dem Umbau beginnen. 5. **Umsetzen**: Für Umbau und Sanierung einschließlich Identifizierung und Nachweis hast du **höchstens 54 Monate ab Zusage**. 6. **Nachweis einreichen**: Den Verwendungsnachweis bestätigt eine in der Architektenkammer eingetragene Architektin oder ein bauvorlageberechtigter Bauingenieur, der mit dem Vorhaben betraut war. 7. **Auszahlung**: Nach Prüfung überweist die KfW den Zuschuss auf dein Konto. Eine Verlängerung der 54-Monats-Frist nennt die KfW auf der Produktseite nicht. Plane den Zeitrahmen deshalb so, dass er ohne Verlängerung reicht. ## Rechnet sich die Umnutzung? **Ob sich ein Umbau lohnt, hängt vor allem vom Zustand des Gebäudes, vom Grundrissaufwand und von der energetischen Ausgangslage ab. Der Zuschuss deckt höchstens 30 Prozent der förderfähigen Umbaukosten, bei teuren Umbauten wegen der Kappung entsprechend weniger.** Was für die Umnutzung spricht: - **Kein Grundstückskauf nötig**, wenn dir das Gebäude schon gehört. - **Zentrale Lage**: Viele leere Gewerbeflächen liegen in Innenstädten. - **Zwei Fördertöpfe**: Umbau über 266, energetische Sanierung über die BEG. Ein vereinfachtes Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen: Eine Büroetage wird zu vier Wohnungen umgebaut, die förderfähigen Umbaukosten liegen bei 280.000 Euro, also 70.000 Euro je Wohnung. Der Zuschuss beträgt dann 30 Prozent davon, je Wohnung 21.000 Euro, zusammen 84.000 Euro. Die Kosten für Dämmung und Heizung kommen hinzu und laufen über die BEG. Für deine eigene Kalkulation mit regionalen Baukosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Bau- und Umbaukosten in Nordrhein-Westfalen zeigt die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Wer [Mehrfamilienhäuser](https://baukostenplan.de/haustypen/mehrfamilienhaus) aus Gewerbebestand plant, sollte früh prüfen, ob Brandschutz und Schallschutz mit dem vorhandenen Grundriss vereinbar sind. Die KfW weist außerdem darauf hin, dass Umbauten in der Regel eine Baugenehmigung brauchen. Sprich deshalb früh mit dem Bauamt. Einen Überblick über alle KfW-Programme und ihre Kombinationsmöglichkeiten gibt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: KfW 266 „Gewerbe zu Wohnen“ 2026 **Ab wann und wie lange kann ich KfW 266 beantragen?** Das Programm läuft seit dem 1. Juli 2026. Anträge sind laut KfW bis maximal 31. Dezember 2026 möglich, solange Haushaltsmittel verfügbar sind. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Wer ein konkretes Projekt hat, sollte den Antrag nicht in den Dezember schieben. **Muss ich selbst in die umgebaute Wohnung einziehen?** Nein. KfW 266 fördert Selbstnutzer und Vermieter gleichermaßen. Bedingung ist, dass die neuen Wohneinheiten nach Abschluss des Vorhabens mindestens zehn Jahre zu Wohnzwecken genutzt werden. **Kann ich KfW 266 mit BEG-Programmen kombinieren?** Ja. Die KfW nennt die Kombination mit BEG Wohngebäude oder BEG Einzelmaßnahmen grundsätzlich möglich. KfW 266 zahlt den Umbau, die BEG die energetische Sanierung. Dieselben Kosten dürfen nicht doppelt gefördert werden. **Was bedeutet der Effizienzhaus-85-EE-Standard für mein Projekt?** Das umgebaute Gebäude muss den Effizienzhaus-85-Standard erreichen, und die Wärme muss zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien oder Abwärme kommen. Hat das Gebäude schon eine solche Heizung, einen Wärmenetzanschluss oder eine höchstens fünf Jahre alte Heizung, reicht EH 85 ohne EE-Zusatz. Für Baudenkmale gilt EH Denkmal EE. **Wie hoch ist der maximale Zuschuss bei mehreren Wohneinheiten?** Je Wohneinheit höchstens 30.000 Euro, also 30 Prozent von maximal 100.000 Euro förderfähigen Kosten. Für mehrere Wohneinheiten zusammen nennt die KfW eine Obergrenze von 300.000 Euro. Diese Grenze gilt laut Produktseite allgemein, nicht nur für Unternehmen. **Was passiert, wenn mein Umbau länger als 54 Monate dauert?** Die KfW zahlt den Zuschuss nur aus, wenn das Vorhaben innerhalb der in der Zusage genannten Frist von höchstens 54 Monaten abgeschlossen ist und die Auszahlung beantragt wurde. Eine Verlängerungsmöglichkeit nennt die Produktseite nicht. Kläre Zweifelsfälle früh direkt mit der KfW. Quellen: - KfW: Gewerbe zu Wohnen, Zuschuss (266): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Wohnwirtschaft/F%C3%B6rderprodukte/Gewerbe-zu-Wohnen-(266)/ - KfW-Pressemitteilung 30.06.2026: Start Gewerbe zu Wohnen: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_899456.html - KfW: Wohngebäude Kredit (261): https://www.kfw.de/261 --- # Fertighaus 2026: Was es wirklich kostet: Preise, GModG und KfW-Förderung URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/fertighaus-kosten-2026-preise-gmodg Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Der Fertighaus-Markt 2026 steht unter Druck: Bauholz und Metalle waren im Mai 2026 deutlich teurer als ein Jahr zuvor, Wohnungsbaukredite kosten rund 4 Prozent, und das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt seit dem 29. Juli 2026. Für viele Bauherren bleibt das Fertighaus trotzdem attraktiv, wenn sie die Kostentreiber kennen und die KfW-Förderung richtig einsetzen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was kostet ein Fertighaus 2026? **Eine amtliche Preisstatistik nur für Fertighäuser gibt es nicht. Der Preis hängt vor allem von Ausbaustufe, Wohnfläche, Hersteller und Effizienzstandard ab, vergleichbar sind deshalb nur konkrete Angebote mit gleichem Leistungsumfang.** | Ausbaustufe | Was der Hersteller liefert | Was bei dir bleibt | |---|---|---| | Bausatzhaus | Bauteile und Material | Montage oder große Teile davon, kompletter Innenausbau | | Ausbauhaus | geschlossene Gebäudehülle | Innenausbau, oft Teile der Haustechnik | | Schlüsselfertig | bezugsfertiges Haus | Grundstück, Nebenkosten, Außenanlagen | Prüf bei jedem Angebot, was im Listenpreis fehlt. Typische Posten außerhalb des Hauspreises: - **Grundstück**: regional sehr unterschiedlich - **Kaufnebenkosten**: Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland), Notar, Grundbuch - **Erdarbeiten und Bodenplatte oder Keller**, falls nicht enthalten - **Hausanschlüsse** für Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation - **Außenanlagen** wie Zufahrt, Terrasse und Garten Der Gesamtpreis eines Fertighaus-Projekts liegt deshalb oft deutlich über dem Hauspreis aus dem Katalog. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) bekommst du einen Gesamtrahmen inklusive Nebenkosten für deine Region. ## Warum Fertighaus-Preise 2026 gestiegen sind **Die wichtigsten Treiber sind Holz und Metalle. Laut Statistischem Bundesamt waren Dachlatten im Mai 2026 um 11,8 Prozent und Bauschnittholz um 11,4 Prozent teurer als im Mai 2025. Fertighäuser in Holzbauweise trifft das direkt.** Die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 24. Juni 2026 nennt für Mai 2026 gegenüber Mai 2025: - **Dachlatten**: +11,8 % - **Bauschnittholz**: +11,4 % - **Konstruktionsvollholz**: +7,5 % - **Metalle insgesamt**: +11,1 %, darunter kaltgewalzte Bleche +9,9 % - **Flachglas**: +15,4 % Auch die Bauleistungen selbst wurden teurer. Neubauten konventionell gefertigter Wohngebäude kosteten im Mai 2026 5,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 2,4 Prozent mehr als im Februar 2026. Zimmer- und Holzbauarbeiten verteuerten sich binnen eines Jahres um 7,3 Prozent (Destatis, 10. Juli 2026). Ein eigener Index für Fertighäuser wird dort nicht ausgewiesen. Wer einen Festpreisvertrag hat, ist gegen solche Steigerungen geschützt. Enthält dein Vertrag eine Preisgleitklausel, lass dir vom Anbieter offenlegen, auf welchen Index sie sich bezieht und wie die Nachkalkulation zustande kommt. ## Fertighaus vs. Massivhaus: Was ist 2026 günstiger? **Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Der wichtigste messbare Vorteil des Fertighauses ist die kürzere Bauzeit auf der Baustelle, weil große Teile im Werk vorgefertigt werden. Was das in Euro bringt, hängt von deinem Kredit ab.** | Vergleichsgröße | Fertighaus | Massivhaus | |---|---|---| | Bauzeit vor Ort | kürzer, vorgefertigte Elemente werden vor Ort montiert | länger, Rohbau entsteht auf der Baustelle | | Preissicherheit | häufig Festpreis ab Vertrag, Klauseln prüfen | je nach Vertragsform | | Effizienzstandard | viele Anbieter mit EH55 oder EH40 im Programm | nach Planung und Auftrag | | KfW-Förderfähigkeit | ja, bei Nachweis des Standards | ja, bei Nachweis des Standards | | Grundriss | Katalog mit Anpassungen | frei planbar | Ein oft unterschätzter Punkt sind die Bauzeitzinsen. Grob gerechnet kostet ein voll ausgezahlter Kredit von 350.000 Euro bei 3,81 Prozent rund 1.110 Euro Zinsen im Monat. Jeder Monat, den du früher einziehst und keine Miete mehr parallel zahlst, entlastet das Budget spürbar. Vergleiche deshalb nicht nur Hauspreise, sondern auch die zugesagten Bauzeiten. ## Welcher Effizienzstandard macht 2026 Sinn? **Für den KfW-Kredit kommen 2026 zwei Stufen infrage: Das Effizienzhaus 55 mit 1,00 Prozent effektiv, aber nur noch bis spätestens 31. Dezember 2026, und das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40) mit 1,96 Prozent. Beide bringen bis 100.000 Euro je Wohneinheit, das EH40 mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro.** | Förderstufe | Max. Kredit je Wohneinheit | Effektivzins 10/2/10 | Effektivzins 25/3/10 | Heizung | Frist | |---|---|---|---|---|---| | Effizienzhaus 55 (befristet) | 100.000 € | 1,00 % | 2,05 % | kein Öl, kein Gas, Biomasse erlaubt | Antragseingang bis 31.12.2026 | | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | 100.000 € | 1,96 % | 2,85 % | kein Öl, Gas, keine Biomasse | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | | EH40 mit QNG-Siegel | 150.000 € | 1,96 % | 2,85 % | kein Öl, Gas, keine Biomasse | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 (abgerufen 07.10.2026) und KfW-Konditionenübersicht vom 06.10.2026. Laufzeit / tilgungsfreie Jahre / Zinsbindung in Jahren.* Die Programmnummer hängt nicht vom Standard ab: **297** gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen, etwa Vermieter. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht. Die EH55-Stufe sollte ursprünglich am 30. Juni 2026 enden. Die KfW hat sie am 19. Juni 2026 bis spätestens 31. Dezember 2026 verlängert, maßgeblich ist der Antragseingang. Sind die Bundesmittel vorher vergeben, endet sie früher. Eine gültige Baugenehmigung muss beim Antrag vorliegen. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit mehr als 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Grob gerechnet sparst du auf 100.000 Euro im ersten Jahr rund 2.800 Euro Zinsen mit dem EH55-Kredit und rund 1.850 Euro mit dem EH40-Kredit. Stell diesen Vorteil den Mehrkosten gegenüber, die dein Hersteller für das EH40 verlangt. Pauschale Aufpreise helfen wenig, frag konkret nach. ## GModG und Fertighaus: Was sich konkret ändert **Das Gebäudemodernisierungsgesetz gilt seit dem 29. Juli 2026 und hat die 65-Prozent-Pflicht für Heizungen gestrichen. Für Fertighaus-Käufer mit KfW-Kredit ändert sich wenig, weil die Förderbedingungen Öl und Gas weiter ausschließen. Ab 2030 werden neue Gebäude zu Nullemissionsgebäuden.** Der Weg des Gesetzes: Kabinettsbeschluss am 13. Mai 2026, Bundestag und Bundesrat am 10. Juli 2026, verkündet am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt (2026 I Nr. 226), in Kraft seit 29. Juli 2026. Einzelne Teile treten später in Kraft, etwa die Solarpflicht zum 1. Januar 2027 und die Nullemissionsanforderung für alle neuen Gebäude zum 1. Januar 2030. Für Fertighaus-Projekte heißt das: - **Mit KfW-Kredit 297/298**: keine Öl- oder Gasheizung, beim EH40 auch keine Biomasse. In der Praxis Wärmepumpe oder Fernwärme. - **Ohne KfW-Kredit, Bau vor 2030**: Die 65-Prozent-Pflicht gilt nicht mehr. Eine neue Gas- oder Ölheizung unterliegt aber auch im Neubau der Bio-Treppe, denn § 10 Abs. 2 Nr. 3 GModG verlangt, dass zu errichtende Gebäude die §§ 42 bis 45 entsprechend einhalten: ab 2029 mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe, steigend bis 60 Prozent ab 2040. Die übrigen Neubauanforderungen an den Energiebedarf gelten weiter. - **Ab 1. Januar 2030**: Neue Gebäude müssen Nullemissionsgebäude sein, am Standort dürfen keine Kohlendioxidemissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Neue Wohngebäude brauchen dann außerdem eine Solaranlage. Auf welchen Zeitpunkt es beim Übergang 2029/2030 genau ankommt, lässt sich aus dem Gesetzestext nicht eindeutig ablesen. Wenn dein Bau um den Jahreswechsel 2029/2030 fertig wird, lass dir die geltenden Anforderungen von deinem Energieeffizienz-Experten bestätigen. Für die meisten Käufer mit KfW-Kredit bleibt die Luft-Wasser-Wärmepumpe die Standardlösung. ## Regionale Preisunterschiede: Wo ein Fertighaus teuer wird **Das Haus selbst kostet bei einem Hersteller bundesweit ähnlich. Den Gesamtpreis treiben vor allem Grundstückspreise und die Grunderwerbsteuer, die jedes Bundesland selbst festlegt.** Grundstückspreise schwanken zwischen Ballungsraum und ländlicher Lage um ein Vielfaches. Die Grunderwerbsteuer berechnet sich aus dem Kaufpreis, unter Umständen auch aus Grundstück und Haus zusammen, etwa wenn beides vertraglich verknüpft ist. Lass das vor dem Kauf vom Notar prüfen. Dasselbe Fertighaus kann damit je nach Lage zu sehr unterschiedlichen Gesamtkosten führen. Regionale Richtwerte findest du zum Beispiel auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Finanzierung: Was ein Fertighaus 2026 monatlich kostet **Der KfW-Kredit drückt die Zinslast, ersetzt aber nur einen Teil der Finanzierung. Grob gerechnet spart ein EH40-Kredit über 100.000 Euro im ersten Jahr rund 1.850 Euro Zinsen gegenüber einem Bankdarlehen zum Marktschnitt.** Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, nur für die Zinsen im ersten Jahr: | Position | Annahme | Zinsen im ersten Jahr (grob gerechnet) | |---|---|---| | Kreditbedarf gesamt | 350.000 € | | | davon KfW EH40 (297) | 100.000 € zu 1,96 % effektiv | rund 1.960 € | | davon Bankdarlehen | 250.000 € zu 3,81 % effektiv | rund 9.525 € | | **Summe mit KfW** | | **rund 11.485 €, also rund 957 € im Monat** | | Zum Vergleich: alles über die Bank | 350.000 € zu 3,81 % | rund 13.335 € | *Annahmen: Kreditbedarf frei gewählt; KfW-Zins laut Konditionenübersicht vom 06.10.2026 (10/2/10), Bankzins = Bundesbank-Durchschnitt August 2026 für mehr als 5 bis 10 Jahre Zinsbindung. Ohne Tilgung, ohne Bonitätsaufschläge.* Zur Monatsrate kommt die Tilgung. Beim KfW-Kredit sind in der Variante 10/2/10 die ersten zwei Jahre tilgungsfrei, danach steigt die Rate. Lass dir von der Bank einen Tilgungsplan für beide Darlehen zusammen erstellen. Den Finanzierungsbedarf für dein Vorhaben mit Grundstück, Nebenkosten und Förderung ermittelst du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) als Fertighaus lässt sich so realistisch durchplanen. Alle Details zu den KfW-Programmen erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: Fertighaus 2026 **Was kostet ein Fertighaus 2026?** Eine amtliche Preisstatistik für Fertighäuser gibt es nicht. Entscheidend sind Ausbaustufe, Wohnfläche, Hersteller und Effizienzstandard. Achte beim Vergleich darauf, ob Bodenplatte oder Keller, Hausanschlüsse und Außenanlagen enthalten sind, und rechne Grundstück und Kaufnebenkosten dazu. **Warum sind Fertighäuser 2026 teurer als noch vor zwei Jahren?** Vor allem wegen der Materialpreise: Laut Statistischem Bundesamt waren im Mai 2026 Dachlatten 11,8 Prozent, Bauschnittholz 11,4 Prozent, Metalle 11,1 Prozent und Flachglas 15,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Zimmer- und Holzbauarbeiten kosteten 7,3 Prozent mehr. **Was ändert das GModG für Fertighaus-Käufer?** Das Gesetz gilt seit dem 29. Juli 2026 und hat die 65-Prozent-Pflicht für Heizungen gestrichen. Mit KfW-Kredit bleiben Öl und Gas trotzdem ausgeschlossen. Ab dem 1. Januar 2030 müssen alle neuen Gebäude Nullemissionsgebäude sein, und neue Wohngebäude brauchen eine Solaranlage. **EH55 oder EH40 beim Fertighaus, was lohnt sich mehr?** Das EH55 hat derzeit den günstigeren Zins (1,00 statt 1,96 Prozent effektiv), ist aber nur bis spätestens 31. Dezember 2026 beantragbar. Das EH40 lohnt sich, wenn dein Hersteller es ohne großen Aufpreis anbietet oder du mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro Kredit nutzen willst. Lass dir die Mehrkosten konkret beziffern. **Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Fertighaus-Projekt?** Plane mindestens die Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch aus eigenen Mitteln ein. Wie viel Eigenkapital deine Bank darüber hinaus erwartet, hängt vom Institut und deiner Bonität ab. Je mehr Eigenkapital, desto besser meist der Zins. **Ist ein Fertighaus gegenüber einem Massivhaus 2026 noch günstiger?** Pauschal lässt sich das nicht sagen. Vergleiche Angebote mit gleichem Effizienzstandard und gleichem Leistungsumfang. Klar messbar ist der Vorteil der kürzeren Bauzeit: Grob gerechnet kostet ein voll ausgezahlter Kredit von 350.000 Euro bei 3,81 Prozent rund 1.110 Euro Zinsen im Monat. Quellen: - Destatis: Preise für viele Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen (PM vom 24.06.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html - Destatis: Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026 (PM Nr. 241 vom 10.07.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW: Pressemitteilung vom 19.06.2026 zur Verlängerung der EH55-Förderung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz vom 23.07.2026 (Gebäudemodernisierungsgesetz): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 --- # Baustoffpreise Mai 2026: Destatis meldet starken Anstieg, was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/baustoffpreise-mai-2026-destatis-preissteigerung Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Das Statistische Bundesamt hat am 24. Juni 2026 neue Daten zu den Erzeugerpreisen gewerblicher Produkte veröffentlicht, und die Zahlen für Baumaterialien sind eindeutig: Die Preise steigen im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr teils deutlich. Besonders betroffen sind erdölbasierte Materialien wie Bitumen (+31,2 Prozent), aber auch Flachglas, Holzprodukte und Metalle legen kräftig zu. Was das konkret für dein Bauvorhaben bedeutet, welche Materialien besonders betroffen sind und ob sich Warten noch lohnt, das liest du hier. ## Was zeigen die aktuellen Destatis-Zahlen für Mai 2026? **Das Statistische Bundesamt verzeichnet für Mai 2026 gegenüber Mai 2025 bei fast allen relevanten Baustoffgruppen steigende Preise, angeführt von Bitumen mit +31,2 Prozent und Flachglas mit +15,4 Prozent.** Die Pressemitteilung Nr. N 042 vom 24. Juni 2026 liefert eine breite Übersicht über die Erzeugerpreisveränderungen. Der Befund ist klar: Baumaterialien, die energieintensiv hergestellt werden oder auf Erdölbasis basieren, sind die größten Preistreiber. Holz und Metall folgen dahinter, während mineralische Grundbaustoffe wie Zement und Dachziegel vergleichsweise stabil geblieben sind. | Baustoff | Preisveränderung Mai 2026 vs. Mai 2025 | |---|---| | Bitumen (erdölbasiert) | +31,2 % | | Flachglas | +15,4 % | | Dachlatten | +11,8 % | | Bauschnittholz | +11,4 % | | Metalle gesamt | +11,1 % | | Kaltgewalzte Bleche | +9,9 % | | Konstruktionsvollholz | +7,5 % | | Betonstahl (Stäbe) | +5,0 % | | Kalk und gebrannter Gips | +4,3 % | | Wärmedämm-Verbundsysteme | +3,3 % | | Frischbeton | +2,5 % | | Dachziegel (keramisch) | +0,6 % | | Zement | +0,4 % | *Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. N 042, 24. Juni 2026. Veränderung Mai 2026 gegenüber Mai 2025.* Zum Kontext: Gewerbliche Produkte insgesamt stiegen im gleichen Zeitraum um nur 2,2 Prozent: Baumaterialien liegen damit deutlich über dem allgemeinen Erzeugerpreisindex. Das ist kein Ausreißer, sondern ein strukturelles Muster, das sich seit Anfang 2026 aufbaut. ## Bitumen und Glas: Die größten Preistreiber im Detail **Bitumen verteuerte sich um 31,2 Prozent, der größte Anstieg unter allen Baumaterialien. Für Dacharbeiten, Flachdachabdichtungen und Straßenbauarbeiten hat das unmittelbare Folgen auf die Angebotspreise von Handwerkern.** Bitumen ist der Rohstoff für Dachabdichtungsbahnen, Bitumenschindeln und bituminöse Estrichdämmungen. Er wird aus Erdöl gewonnen, und reagiert damit direkt auf Ölpreisbewegungen. Im Frühjahr 2026 haben mehrere Hersteller die Preise in zwei Schritten erhöht: um 10 bis 15 Prozent Anfang April und weitere 12 bis 18 Prozent Anfang Mai. Laut einer Umfrage des Deutschen Dachdeckerhandwerks (DDH) kämpfen nahezu alle Betriebe mit Preissteigerungen von 30 Prozent und mehr, in Einzelfällen bis zu 50 Prozent bei Dichtungsbahnen. Einige Hersteller haben zwischenzeitlich Bestellstopps verhängt. Für Bauherren bedeutet das konkret: Wer aktuell Angebote für Dacharbeiten einholt, sollte Preisgarantien explizit aushandeln und den Angebotsinhalt sehr genau prüfen. Dachdecker rechnen 2026 zwischen 60 und 80 Euro pro Stunde oder 50 bis 250 Euro pro Quadratmeter ab, je nach Dachform, Material und Region. Bitumen-Flachdächer oder bituminöse Dachabdichtungen werden 2026 teurer als noch 2025 kalkuliert. Flachglas verteuerte sich um 15,4 Prozent. Das trifft Fenster, Fassadenverglasung und Dachfenster. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit großen Fensterflächen oder Wintergarten plant, sollte diesen Posten in der Kalkulation nach oben korrigieren. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche und 25 bis 35 m² Fensterfläche macht der Glaspreisanstieg je nach Ausstattungsstandard 1.500 bis 3.000 Euro Mehrkosten aus. ## Holzpreise Mai 2026: Dachkonstruktion und Holzrahmen deutlich teurer **Holzprodukte legen im Mai 2026 kräftig zu: Dachlatten +11,8 Prozent, Bauschnittholz +11,4 Prozent, Konstruktionsvollholz +7,5 Prozent. Das ist eine klare Trendwende nach der Preisberuhigung im Jahr 2025.** Noch 2025 lagen Holzpreise teils deutlich unter dem Niveau von 2021: Dachlatten hatten sich um 14,1 Prozent verbilligt, Konstruktionsvollholz um 13,2 Prozent. Dieser Rückgang ist 2026 vollständig aufgeholt, und darüber hinaus. Der Hintergrund: Die Nachfrage nach Holzbauten und Holzrahmenbauweise steigt, während forstliche Schäden durch Borkenkäfer und Trockenheit das Angebot langfristig einschränken. Holz aus europäischer Produktion wird knapper, Importe aus Nordamerika und Skandinavien teurer durch Transportkosten und Währungseffekte. Für Bauherren mit Holzrahmenbau oder Fertighaus: Der Holzanteil an den Gesamtbaukosten liegt bei 15 bis 25 Prozent. Eine Steigerung von 10 Prozent auf den Holzanteil eines 400.000-Euro-Hauses bedeutet 6.000 bis 10.000 Euro Mehrkosten, nur durch den Materialeffekt, ohne Handwerkerlöhne. ## Stahl, Beton und mineralische Baustoffe: Differenziertes Bild **Metalle und Stahl legen um 9,9 bis 11,1 Prozent zu, aber der Langfristvergleich zeigt: Stahl ist heute günstiger als auf dem Hochpunkt 2021. Zement und Dachziegel bleiben vergleichsweise stabil.** Bei Stahl gilt: Der aktuelle Jahresvergleich sieht schlechter aus als die Langfristperspektive. Kaltgewalzte Bleche stiegen im Mai 2026 um 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber gegenüber 2021 liegt der Preis nach wie vor unter dem damaligen Hochstand. Das gilt auch für Betonstahlmatten und Betonstahl in Stäben (+5,0 Prozent gegenüber Mai 2025). Besonders stabil zeigen sich die klassischen mineralischen Grundbaustoffe: Zement legte nur 0,4 Prozent zu, keramische Dachziegel 0,6 Prozent. Das sind Materialien, die von der Energiepreisabhängigkeit weniger direkt betroffen sind und für die inländische Produktionskapazitäten gut ausgelastet sind. Frischbeton verteuerte sich um 2,5 Prozent. Auf ein Einfamilienhaus mit Keller bezogen (ca. 50 m³ Beton für Bodenplatte und Kellerwände) macht das einen Mehrpreis von 250 bis 400 Euro aus, überschaubar, aber im Kontext aller Preisanstiege ein weiterer Kostenpunkt. ## Was die Preissteigerungen für deine Baukosten konkret bedeuten **Ein Einfamilienhaus (150 m², EH55-Standard) kostet 2026 durch die Materialpreisanstiege schätzungsweise 8.000 bis 18.000 Euro mehr als noch 2025, je nach Bauweise, Dachform und Fensterflächenanteil.** Die Mehrkosten treffen Bauherren unterschiedlich stark, abhängig vom Gebäudetyp und der Bauweise: | Gewerk / Material | Anteil an Baukosten | Mehrkosten bei 15 % Aufschlag (Haus 400.000 €) | |---|---|---| | Dach inkl. Bitumen, Latten | 8 bis 12 % | ca. 5.000 bis 8.000 € | | Fenster und Verglasungen | 5 bis 8 % | ca. 3.000 bis 5.000 € | | Holzbau / Zimmererarbeiten | 10 bis 15 % | ca. 6.000 bis 9.000 € | | Stahlbau / Bewehrung | 4 bis 6 % | ca. 2.500 bis 4.000 € | | Dämmung | 4 bis 7 % | ca. 2.500 bis 4.500 € | *Richtwerte. Tatsächliche Mehrkosten hängen von Gebäudespezifikation, Region und Handwerkspreisen ab. Gesamtbaukosten für dein Vorhaben berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Regionale Unterschiede spielen eine große Rolle. In Bayern beispielsweise sind Handwerkerkapazitäten enger und Grundstückspreise höher, dort schlagen Materialpreisanstiege stärker durch als in Regionen mit niedrigerer Auslastung. Aktuelle Richtpreise für deine Region findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Wichtig: Die Materialpreise sind der Erzeugerpreis, nicht der Endpreis für Bauherren. Handwerksbetriebe addieren Marge, Transport und Verarbeitung. Der tatsächliche Aufpreis im Angebotspreis liegt erfahrungsgemäß 20 bis 40 Prozent über dem reinen Materialpreisanstieg. ## Lohnt es sich noch zu warten? Die Preisprognose für 2026 **Die kurze Antwort: Nein, wer ein konkretes Vorhaben in der Hand hat, gewinnt durch Abwarten im Regelfall nichts. Bitumen und Glas werden in den nächsten Monaten nicht deutlich günstiger.** Die Treiber der aktuellen Preisanstiege sind strukturell: - **Bitumen** hängt am Ölpreis und an begrenzten Raffineriekapazitäten. Kurzfristige Entlastung ist nicht absehbar. - **Glas** wird in energieintensiven Prozessen hergestellt. Hohe Energiepreise in Europa bleiben ein Kostenfaktor. - **Holz** profitiert von steigender Nachfrage im klimafreundlichen Bauen, ein struktureller Trend, kein Ausreißer. - **Stahl** ist zyklischer, hier sind Entspannungen möglich, aber nicht gesichert. Das BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung) rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Baupreisanstieg von rund 3,3 Prozent. Die Mai-Destatis-Daten zeigen, dass einzelne Gewerke weit darüber liegen. Wer statt zu bauen weiter Miete zahlt, finanziert keinen eigenen Vermögenswert auf. Wer ein Grundstück besitzt und konkrete Planung hat, verliert durch weiteres Warten regelmäßig mehr an Materialkosten als er durch eventuelle Preisrückgänge gewinnt. Die einzige sinnvolle Ausnahme: Wer noch kein Grundstück hat und liquide Mittel parkt, kann auf spezifische Materialpreisrückgänge warten. ## Strategien für Bauherren: Materialkosten begrenzen **Drei konkrete Wege, um steigende Materialpreise im Budget aufzufangen: früher Angebotseinholen, Preisbindungsklauseln aushandeln, Gewerke intelligent sequenzieren.** **Strategie 1: Angebote früh und mehrfach einholen:** Preise für Dach, Fenster und Holzbau ändern sich schnell. Wer Angebote mit Preisbindung von 4 bis 8 Wochen erhält, schützt sich gegen weitere Anstiege. Mehrere Angebote einzuholen zahlt sich besonders bei Bitumen-lastigen Gewerken aus, hier sind Preisunterschiede zwischen Betrieben aktuell besonders groß. **Strategie 2: Festpreisverträge prüfen:** Im aktuellen Marktumfeld sind viele Handwerksbetriebe zurückhaltend mit Festpreisen. Trotzdem lohnt es sich, darauf zu bestehen oder zumindest einen Materialpreisindex als Deckelung zu vereinbaren. Gleitklauseln ohne Deckelung sollte man vermeiden. **Strategie 3: Gewerke-Timing optimieren:** Wer flexibel ist, kann energieintensive Gewerke (Dach, Fenster) auf Zeiträume verschieben, in denen die Auslastung der Betriebe niedriger ist, typischerweise Herbst und Winter. Das spart Handwerkerlohn, nicht zwingend Materialkosten, kann aber 5 bis 10 Prozent auf das betreffende Gewerk sparen. Alle Kosten im Blick zu behalten, von Grundstück über Material bis zu KfW-Kreditbedarf, erleichtert der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Er rechnet bundeslandspezifisch und berücksichtigt aktuelle Nebenkosten. ## KfW-Förderung: Unverändert, und wichtiger denn je **Trotz steigender Materialpreise bleibt die KfW-Förderung für energieeffiziente Neubauten unverändert. Die Programme KfW 297 (EH55) und KfW 298 (EH40) laufen weiter: EH55 allerdings nur noch bis 30. Juni 2026.** Steigen die Baukosten durch Materialpreise, steigt auch der absolute Zinsvorteil der KfW-Programme. 0,6 Prozent Effektivzins (KfW 298 EH40) statt 3,7 Prozent Markt bedeutet bei 150.000 Euro Kredit über 10 Jahre rund 23.000 Euro gesparte Zinsen, ein Puffer, der einen Teil der Mehrkosten durch Materialpreissteigerungen ausgleicht. Was 2026 an Förderung läuft: | Programm | Förderbetrag | Status | |---|---|---| | KfW 297 (EH55 Klimafr. Neubau) | bis 100.000 € je WE, 1,0 % | läuft bis 30. Juni 2026 | | KfW 298 (EH40 Klimafr. Neubau) | bis 150.000 € je WE, 0,6 % | läuft weiter | | KfW 458 (Heizungstausch) | bis 70 % Zuschuss | läuft weiter | | BAFA BEG Einzelmaßnahmen | bis 20 % Zuschuss | läuft weiter | | KfW 570 (Erneuerbare Energien Plus) | bis 150 Mio. € Kredit | neu ab 18. Juni 2026 | *Quelle: KfW, Stand Juni 2026* Wer noch vor dem 30. Juni 2026 einen EH55-Antrag stellen kann (heute ist der 29. Juni, also morgen ist Fristende!), sollte das sofort tun. Der Zinsvorteil von 1,0 statt ~3,7 Prozent bedeutet bei 100.000 Euro über 10 Jahre rund 14.000 Euro Ersparnis. Alles zu Voraussetzungen, Antragstellung und Kombination der Programme erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: Baustoffpreise 2026 **Wie stark sind die Baustoffpreise im Mai 2026 gestiegen?** Laut Statistischem Bundesamt (Pressemitteilung 24. Juni 2026) stiegen die Preise im Mai 2026 gegenüber Mai 2025 teils deutlich: Bitumen +31,2 Prozent, Flachglas +15,4 Prozent, Dachlatten und Bauschnittholz rund +11 bis 12 Prozent, Metalle +11,1 Prozent, Wärmedämmverbundsysteme +3,3 Prozent. Zement (+0,4 %) und Dachziegel (+0,6 %) blieben weitgehend stabil. **Warum steigt Bitumen so stark im Preis?** Bitumen wird auf Erdölbasis produziert und reagiert direkt auf Ölpreisschwankungen. Im Frühjahr 2026 haben mehrere Hersteller die Preise in zwei Schritten erhöht, insgesamt 22 bis 33 Prozent. Zudem sind manche Hersteller von Bestellstopps betroffen, was Lieferverzögerungen verursacht. Dachdecker geben die Mehrkosten weitgehend an Kunden weiter. **Werden Baustoffpreise 2026 noch weiter steigen?** Für energieintensive Materialien (Bitumen, Glas) ist keine kurzfristige Entspannung absehbar. Holzpreise folgen der Nachfrage nach klimafreundlichem Bauen, die strukturell hoch bleibt. Das BBSR rechnet mit einem durchschnittlichen Baupreisanstieg von 3,3 Prozent für 2026, einzelne Gewerke liegen deutlich darüber. Stark fallende Preise sind in den nächsten Monaten unwahrscheinlich. **Was kosten Dacharbeiten 2026 durch den Bitumenpreisanstieg mehr?** Dachdecker rechnen 2026 zwischen 50 und 250 Euro pro Quadratmeter ab, je nach Dachform, Material und Region. Durch den Bitumen-Preisanstieg von über 30 Prozent können Angebote für Flachdachabdichtungen und bituminöse Dachabdeckungen 15 bis 25 Prozent teurer sein als 2025. Preisvergleiche und explizite Preisbindungsklauseln im Vertrag sind wichtiger denn je. **Welche Baumaterialien sind 2026 vergleichsweise günstig geblieben?** Zement (+0,4 %), keramische Dachziegel (+0,6 %) und Frischbeton (+2,5 %) sind gegenüber dem Vorjahr wenig gestiegen. Betonstahl in Stäben liegt 5 Prozent über Vorjahresniveau, das ist moderat im Vergleich zu Bitumen oder Glas. Wer Massivhäuser mit klassischen mineralischen Baustoffen plant, ist von den extremen Ausreißern weniger betroffen. **Lohnt es sich, wegen der hohen Materialpreise den Bau zu verschieben?** In den meisten Fällen nicht. Die Treiber der aktuellen Preisanstiege: Ölpreis, Energiekosten, Holznachfrage, sind strukturell und dürften nicht kurzfristig wegfallen. Wer ein konkretes Vorhaben in der Planung hat, verliert durch weiteres Abwarten monatlich Mietkosten ohne Eigentumsaufbau und riskiert, in ein noch teureres Marktumfeld zu bauen. Ausnahme: Wenn spezifische Gewerke noch klar im Aufwärtszyklus sind und sich die Planung sinnvoll verzögern lässt. Quellen: - Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. N 042 – Preise für viele Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen (24. Juni 2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_N042_61.html - Architekturblatt: Preise für Baumaterialien im Mai 2026 deutlich gestiegen: https://www.architekturblatt.de/preise-fuer-viele-baumaterialien-im-mai-2026-deutlich-gestiegen/ - Deutsches Dachdeckerhandwerk (DDH): Steigende Materialpreise 2026 – Statements von Dachdeckern: https://www.ddh.de/steigende-materialpreise-2026-statements-von-dachdeckern-09042026 - BBSR: Baupreisprognose 2026 – Preisentwicklung im Wohnungsbau: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/fachbeitraege/bauen/bauwirtschaft/baupreisprognose/baupreisprognose.html - baulinks.de: Deutlicher Anstieg der Baupreise im Mai 2026: https://www.baulinks.de/webplugin/2026/0903.php4 --- # Eigenkapital beim Hausbau 2026: Wie viel brauchst du wirklich? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/eigenkapital-hausbau-2026-wie-viel-eigenkapital-brauchst-du Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Wer 2026 einen Hausbau finanziert, stellt sich früh eine Frage: Wie viel Eigenkapital muss ich mitbringen? Die Antwort ist 2026 entscheidender als in den Niedrigzinsjahren, denn die EZB hat am 11. Juni 2026 erstmals seit September 2023 die Leitzinsen angehoben, auf jetzt 2,25 Prozent. Bauzinsen liegen bei 10-jähriger Zinsbindung je nach Beleihungsauslauf zwischen 3,7 und 4,4 Prozent. Wer wenig Eigenkapital mitbringt, zahlt deutlich mehr Zinsen, und bekommt von manchen Banken schlicht keine Zusage. Dieser Ratgeber zeigt, was du als Mindestbetrag mitbringen musst, was als Eigenkapital zählt, wie sich unterschiedliche Quoten auf deinen Zinssatz auswirken, und wie du die KfW-Förderung strategisch einsetzen kannst. ## Wie viel Eigenkapital verlangen Banken 2026 mindestens? **Banken erwarten für eine Zusage in der Regel mindestens 10 bis 15 Prozent des Gesamtbedarfs als Eigenkapital, genug, um die Kaufnebenkosten zu decken. Für gute Konditionen solltest du 20 Prozent mitbringen, bei 25 bis 30 Prozent erhältst du die besten Zinsangebote.** Die Kaufnebenkosten beim Hausbau fallen je nach Bundesland unterschiedlich aus. Du brauchst mindestens: - **Grunderwerbsteuer**: 3,5 % (Bayern) bis 6,5 % (Schleswig-Holstein, NRW, Saarland) - **Notarkosten und Grundbucheintrag**: ca. 1,5 bis 2 % - **Maklercourtage** (bei Grundstückskauf): 0 bis 3,57 % Summiert landen Nebenkosten damit bei 5 bis 12 Prozent des Gesamtinvestitions­volumens, je nach Region. Diese Kosten finanzieren Banken grundsätzlich nicht mit, du brauchst sie als Eigenkapital. Das ist der Boden. Mit nur 10 bis 15 Prozent Eigenkapital bekommst du zwar eine Finanzierung, aber zu spürbar schlechteren Konditionen. Und nach der EZB-Erhöhung im Juni 2026 ist der Zinsunterschied zwischen gutem und schlechtem Eigenkapitalanteil nochmals größer geworden. ## Was zählt als Eigenkapital, und was nicht? **Als Eigenkapital gilt alles, was du bankfest nachweisen kannst: Ersparnisse, Wertpapiere, Bausparverträge und lastenfreie Grundstücke. Nicht anerkannt werden Kredite von Privatpersonen oder geplante Schenkungen ohne unterschriebene Schenkungsverträge.** | Eigenkapital-Art | Anerkannt? | Hinweis | |---|---|---| | Tagesgeld / Festgeld | Ja, voll | Kontoauszüge letzte 3 Monate | | Bausparvertrag (zuteilungsreif) | Ja, voll | Zuteilung muss feststehen | | Bausparvertract (noch nicht zuteilungsreif) | Teilweise | Guthaben zählt, Darlehen noch nicht | | Wertpapiere / ETFs | Ja, zu Kurswert | Banken rechnen Abschlag von 10 bis 20 % | | Eigenes Grundstück (lastenfrei) | Ja, zu Verkehrswert | Gutachten oder Bodenrichtwert | | Eigenleistung (Muskelhypothek) | Ja, begrenzt | Max. 10 bis 15 % des Bauwertkredits, je nach Bank | | Schenkung von Eltern | Ja, mit Vertrag | Schenkungsvertrag und Kontonachweis nötig | | Privatdarlehen ohne Zins | Nein | Banken werten es als Fremdkapital | | Kreditkarte / Konsumkredit | Nein | Erhöht Schuldenquote, verschlechtert Bonität | Ein oft unterschätzter Faktor: das eigene Grundstück. Wer ein bereits bezahltes Baugrundstück besitzt, kann dessen Verkehrswert vollständig als Eigenkapital ansetzen, das kann die Quote deutlich verbessern. ## Wie stark beeinflusst das Eigenkapital deinen Zinssatz? **Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto niedriger ist der Beleihungsauslauf, und desto bessere Zinsen erhältst du. Der Unterschied zwischen 60 % und 90 % Beleihung beträgt 2026 rund 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte, bei einem Kredit von 400.000 Euro macht das über 20 Jahre rund 25.000 bis 35.000 Euro aus.** Aktuelle Richtwerte der Bauzinsen (Stand: 26. Juni 2026, Quelle: Finanztip), jeweils für 10-jährige Zinsbindung: | Beleihungsauslauf | Effektivzins p.a. | Benötigtes Eigenkapital (bei 500.000 € Bedarf) | |---|---|---| | 60 % Beleihung | ca. 3,8 % | 200.000 € (40 %) | | 70 % Beleihung | ca. 3,9 % | 150.000 € (30 %) | | 80 % Beleihung | ca. 4,0 % | 100.000 € (20 %) | | 90 % Beleihung | ca. 4,3 bis 4,4 % | 50.000 € (10 %) | | über 90 % Beleihung | 4,5 % und mehr | unter 10 % EK, kaum noch Angebote | *Hinweis: Zinsen variieren nach Bank, Bonität und Region. Diese Werte sind Orientierungswerte, kein Angebot.* Beispielrechnung: Ein Darlehen über 400.000 Euro bei 4,0 % Zinsen und 2 % Tilgung kostet monatlich 2.000 Euro. Bei 4,4 % Zinsen wären es 2.133 Euro, plus 133 Euro pro Monat, 1.600 Euro pro Jahr, rund 32.000 Euro über 20 Jahre. Eigenkapital zu erhöhen lohnt sich also konkret. ## KfW-Förderung als Eigenkapitalersatz: Was möglich ist **KfW-Darlehen gelten nicht als Eigenkapital, sie sind Fremdkapital. Aber sie ermöglichen eine günstigere Erstfinanzierung, weil ihre Zinskonditionen weit unter Marktkonditionen liegen und sie den Beleihungsauslauf nicht im gleichen Maß belasten wie Bankdarlehen.** Die wichtigsten KfW-Programme 2026: | Programm | Max. Darlehen | Zins p.a. | Bedingung | |---|---|---|---| | KfW 298 (Klimafreundlicher Neubau EH40) | 150.000 €/WE | ab 0,6 % | EH40-Standard, 100 % erneuerbar | | KfW 124 (Wohngebäude Standardkredit) | 100.000 €/WE | ab 3,37 % | Keine Effizienzklasse nötig | | KfW 458 (Heizungstausch) | 70 % Zuschuss | Zuschuss | Nur Sanierung | Der entscheidende Vorteil: KfW 298 bietet 0,6 Prozent effektiv pro Jahr für bis zu 150.000 Euro, das ist rund 3,2 Prozentpunkte günstiger als ein normales Bankdarlehen bei 80 % Beleihung. Wenn du den Neubau auf EH40-Standard auslegst, kannst du diesen Vorteil voll nutzen. Strategisch sinnvoll: Das KfW-Darlehen deckt den Anteil über 80 % Beleihung ab, den die Bank teuer finanzieren würde. So bleibt dein Bankdarlehen im günstigen 80-%-Beleihungsbereich, du zahlst weniger Zinsen auf zwei Ebenen gleichzeitig. Alle Details zur Kombination der Programme erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Wie berechne ich meinen Eigenkapitalbedarf? **Starte mit dem Gesamtkostenbedarf: Grundstück plus Baukosten plus Nebenkosten. Davon ziehst du verfügbares Eigenkapital ab, was übrig bleibt, musst du finanzieren. Die Faustformel: Halte den Beleihungsauslauf unter 80 %, finanziere Nebenkosten vollständig aus Eigenkapital.** Ein realistisches Beispiel für ein Einfamilienhaus in Bayern: | Kostenblock | Betrag | |---|---|---| | Grundstück | 180.000 € | | Baukosten EH40-Neubau (150 m²) | 375.000 € | | Grunderwerbsteuer (3,5 %, Bayern) | 6.300 € | | Notar + Grundbuch | 5.500 € | | Erschließung, Außenanlagen | 20.000 € | | **Gesamtbedarf** | **586.800 €** | Empfohlene Eigenkapitalquote (20 %): ca. 117.000 Euro Davon fließt ein Teil direkt als Eigenkapital ein, den Rest könnten KfW-Darlehen abdecken. Baukosten variieren je nach Region erheblich. Für Nordrhein-Westfalen findest du aktuelle Quadratmeterpreise und regionale Vergleiche auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Für eine individuelle Kalkulation inklusive Fördercheck nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Eigenleistung als Eigenkapital: Was Banken anerkennen **Eigenleistung, die sogenannte Muskelhypothek, wird von Banken als Eigenkapital akzeptiert, aber nur begrenzt und nur für Tätigkeiten, die du nachweisbar selbst ausführen kannst. Der Wert bemisst sich nach dem ersparten Handwerkerpreis, nicht nach Stunden.** Most banks accept Eigenleistung up to 10 to 15 percent of the loan amount as credit. Typical accepted trades: - Malerarbeiten innen - Bodenverlegung (Fliesen, Parkett) - Gartengestaltung - Trockenbau (wenn du nachweislich Erfahrung hast) - Dämmarbeiten im Keller/Dachboden Nicht anerkannt werden Statik, Elektro, Heizung/Sanitär, tragende Konstruktionen, das sind Gewerke mit Gewährleistungspflicht, die Handwerker ausführen müssen. Ein realistischer Eigenleistungsanteil für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) liegt bei 15.000 bis 30.000 Euro, das entspricht 2 bis 5 Prozent des Bauvolumens. ## Was tun, wenn das Eigenkapital nicht reicht? **Wenn dein Eigenkapital unter 20 Prozent liegt, hast du vier Optionen: länger sparen, Familienunterstützung einbeziehen, staatliche Fördermittel maximal ausschöpfen, oder das Projekt skalieren (kleineres Haus oder günstigeres Grundstück).** Konkrete Wege zur Eigenkapitallücke: **Schenkungen von Eltern oder Großeltern**: Bis 400.000 Euro schenkungssteuerfrei (pro Elternteil alle 10 Jahre). Ein notarieller Schenkungsvertrag und ein Kontonachweis reichen für die Bankanrechnung. **Wohn-Riester (Riester-Bausparen)**: Das angesammelte Kapital aus Riester-Bausparverträgen kann direkt als Eigenkapital eingesetzt werden. Voraussetzung: Das Konto muss zuteilungsreif sein. **Bausparvertrag auszahlen lassen**: Falls du einen alten Bausparvertrag hast, der nicht mehr attraktiv verzinst ist, prüfe, ob eine Auszahlung als Eigenkapital sinnvoller ist als das Darlehen. **Länger sparen: Sparquote erhöhen**: Wer 2026 noch 2 bis 3 Jahre Zeit hat, kann bei einem Nettoeinkommen von 4.000 Euro monatlich bei konsequentem Sparen (30 %) noch 28.800 bis 43.200 Euro zusätzlich aufbauen. **Verzicht auf Extras senkt Kreditbedarf**: Keller, Doppelgarage, aufwändige Außenanlagen, wer diese beim Bau weglässt oder nachzieht, senkt den Kreditbedarf erheblich. Ein Keller kostet je nach Größe 40.000 bis 80.000 Euro, genug, um die Eigenkapitalquote signifikant zu verbessern. ## FAQ: Eigenkapital beim Hausbau 2026 **Wie viel Eigenkapital brauche ich beim Hausbau 2026 mindestens?** Das absolute Minimum liegt bei den Kaufnebenkosten, also Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch. Das sind je nach Bundesland 5 bis 12 Prozent des Investitionsbetrags. Banken geben zwar auch bei weniger Eigenkapital Kredite, aber zu deutlich schlechteren Konditionen. **Welche Eigenkapitalquote empfiehlt sich für gute Zinsen 2026?** 20 Prozent sind die Standard-Schwelle für akzeptable Zinskonditionen. Bei 25 bis 30 Prozent erhältst du die besten Angebote, der Unterschied zu 10 Prozent kann nach dem EZB-Zinsschritt im Juni 2026 bis zu 0,5 Prozentpunkte betragen, was über 20 Jahre rund 25.000 bis 35.000 Euro ausmacht. **Zählt das Grundstück als Eigenkapital?** Ja, ein lastenfrei besessenes Grundstück zählt vollständig als Eigenkapital, und zwar zum aktuellen Verkehrswert. Das macht Grundstückseigentümer beim Hausbau oft besser aufgestellt, als sie denken. **Kann ich KfW-Darlehen als Eigenkapital einsetzen?** Nein, KfW-Darlehen sind Fremdkapital und zählen nicht als Eigenkapital. Sie können aber den Beleihungsauslauf des Bankdarlehens senken, weil sie zinsgünstig den oberen Kreditanteil abdecken. Strategisch klug eingesetzt, verbessern sie deine Gesamtkonditionen erheblich. **Was ist die Muskelhypothek und wie viel wird anerkannt?** Die Muskelhypothek bezeichnet Eigenleistung auf der Baustelle, die Banken als Ersatz für Eigenkapital werten. Anerkannt werden 10 bis 15 Prozent des Bauwertkredits, nur für nachweisbare Eigenleistungen wie Malen, Fliesen oder Gartenarbeiten. Elektriker-, Statik- und Heizungsarbeiten zählen nicht. **Was passiert, wenn ich 2026 zu wenig Eigenkapital habe?** Du bekommst entweder keine Finanzierungszusage oder nur zu Hochzinskonditionen. Empfehlenswert: Schenkungen der Familie einbeziehen, KfW-Darlehen maximal ausschöpfen, und prüfen ob das Bauprojekt skaliert werden kann, kleineres Haus oder günstigeres Grundstück. Quellen: - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen Juni 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - Dr. Klein Zinskommentar Juni 2026: https://www.drklein.de/bauzinsen-in-bewegung-ezb-leitzinsen-auch.html - Baufi24: Eigenkapital beim Hausbau: https://www.baufi24.de/was-zaehlt-als-eigenkapital/ - KfW: Klimafreundlicher Neubau Programm 298: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-(297-298)/ - EZB Leitzinsentscheidung 11. Juni 2026: https://www.drklein.de/leitzins-baufinanzierung.html --- # Wärmepumpe 2026: Kosten, KfW 458 Förderung und was das GModG ändert URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-kosten-foerderung-2026-kfw-458 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt seit dem 29. Juli 2026. Es hat die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen gestrichen und schreibt für Neubauten ab 2030 den Nullemissionsstandard vor. Fast zeitgleich hat die KfW ihre Heizungsförderung 458 umgestellt: bis zu 80 Prozent Zuschuss, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. Was eine Wärmepumpe kostet, welche Vorgaben das Gerät erfüllen muss und für wen sich der Umstieg rechnet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was kostet eine Wärmepumpe 2026? **Eine verlässliche Pauschalzahl gibt es nicht. Die Kosten hängen von Typ, Heizlast, Wärmequelle und dem Zustand der vorhandenen Heizungsverteilung ab. Rechne mit konkreten Angeboten, nicht mit Durchschnittswerten aus dem Internet.** Die größten Kostenunterschiede entstehen bei der Wärmequelle: | Typ | Wärmequelle | Typische Kostentreiber | |---|---|---| | Luft-Wasser | Außenluft | Außengerät, Schallschutz, Aufstellort, ggf. Heizkörpertausch | | Sole-Wasser (Erdwärme) | Erdreich | Bohrung oder Kollektorfläche, Genehmigung, Versicherung der Bohrung | | Wasser-Wasser | Grundwasser | Brunnenanlage, wasserrechtliche Genehmigung | Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist für viele Einfamilienhäuser die einfachste Lösung: keine Bohrung, kein wasserrechtliches Verfahren, kurze Einbauzeit. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen sinkt ihre Effizienz. Bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe ist die Bohrung der größte Kostenblock. Die Förderung verlangt dafür eine nach DVGW W 120-2 zertifizierte Bohrfirma und eine verschuldensunabhängige Versicherung der Bohrung. ## KfW 458: So viel Förderung bekommst du wirklich **Seit dem 21. Juli 2026 gibt es 30 Prozent Grundförderung, für Selbstnutzer bis 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und bis 40 Prozent Einkommensbonus. Gedeckelt ist die Summe bei 70 Prozent, für niedrige Einkommen bei 80 Prozent, auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten.** | Förderbaustein | Satz | Bedingung | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | alle Antragsberechtigten, förderfähige Heizung im Bestandsgebäude | | Klimageschwindigkeitsbonus | +16 % | nur selbstnutzende Eigentümer; Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung (ohne Altersgrenze) oder einer Gas- bzw. Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist | | Einkommensbonus | +40 / +30 / +10 % | nur selbstnutzende Eigentümer; zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 / 40.000 / 50.000 Euro | | **Obergrenze** | **70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 %** | mit Familienzuschlag gilt die 80-%-Grenze bis 40.000 Euro zvE | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026, gültig seit 21.07.2026* Der Effizienzbonus für natürliche Kältemittel ist mit der neuen Richtlinie entfallen. Die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit auf 28.000 Euro gedeckelt, ab 1. Februar 2027 sinkt der Betrag alle sechs Monate um 750 Euro. Was darüber liegt, wird nicht bezuschusst. Rechenbeispiel, grob gerechnet, Antrag bis 31. Januar 2027: - Angebot Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Einbau: 32.000 € - Förderfähige Kosten (gedeckelt): 28.000 € - Selbstnutzer, Tausch einer funktionstüchtigen Ölheizung, zu versteuerndes Einkommen über 50.000 €: 30 % + 16 % = 46 %, also 12.880 € - **Eigenanteil nach Förderung: 19.120 €** Liegt das zu versteuernde Haushaltseinkommen bei höchstens 30.000 Euro, greift die 80-Prozent-Grenze: 22.400 Euro Zuschuss, Eigenanteil dann 9.600 Euro. Alle Details zur Antragstellung und zur Kombination mit anderen Programmen erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was das GModG für Wärmepumpen ändert **Das GModG ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Die 65-Prozent-Pflicht ist gestrichen, neue Gas- und Ölheizungen im Bestand unterliegen dafür der Bio-Treppe. Für Neubauten gilt ab 2030 der Nullemissionsstandard.** Das Gesetz wurde am 23. Juli 2026 ausgefertigt und am 28. Juli 2026 verkündet (BGBl. 2026 I Nr. 226). Das bisherige GEG wurde dabei geändert und umbenannt, nicht aufgehoben. **Bestandsgebäude:** Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss als Eigentümer sicherstellen, dass ein wachsender Teil des Brennstoffs aus Biomethan, Bioöl oder bestimmten Wasserstoffarten stammt: ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent, ab 2040 60 Prozent. Bestehende Anlagen sind davon nicht betroffen. Eine Alternative ist zum Beispiel eine Wärmepumpen-Hybridheizung, bei der die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers bringt. **Neubau:** Ab dem 1. Januar 2030 müssen alle neu zu errichtenden Gebäude Nullemissionsgebäude sein. Ein Kriterium: am Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Gas- und Ölheizungen scheiden im Neubau damit faktisch aus. **Förderung:** Die KfW-Heizungsförderung läuft weiter, wurde aber am 21. Juli 2026 umgestellt. Wie lange es sie in dieser Form gibt, ist offen. Die KfW gewährt die Mittel ohne Rechtsanspruch im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel, und Bonus und Höchstkosten sinken ab Februar 2027 halbjährlich. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) neu baut, kann KfW 458 nicht nutzen, die gilt nur im Bestand. Im Neubau fördert die KfW über den Klimafreundlichen Neubau (297/298) mit zinsgünstigen Krediten. ## Die Schallvorgabe: Was für Luft-Wärmepumpen gilt **Gefördert werden Luft-Wasser-Wärmepumpen nur, wenn das Außengerät mindestens 10 dB unter den Geräuschgrenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung Nr. 813/2013 liegt. So steht es in den technischen Mindestanforderungen der seit 21. Juli 2026 geltenden Förderrichtlinie.** Wer ein Gerät kauft, das diese Vorgabe nicht erfüllt, verliert den Förderanspruch, auch wenn alle anderen Voraussetzungen stimmen. Was du tun solltest: - Vor dem Vertrag das technische Datenblatt prüfen und dir die Einhaltung der Mindestanforderungen in der Bestätigung zum Antrag bestätigen lassen - Vorsicht bei günstigen Restposten älterer Modelle - Auf natürliche Kältemittel achten: Sie werden empfohlen, ab dem 1. Januar 2028 sind sie Fördervoraussetzung Die Schallvorgabe betrifft nur Außengeräte von Luft-Wasser-Wärmepumpen. Sole-Wasser-Wärmepumpen stehen komplett im Haus. ## Luft-Wasser vs. Sole-Wasser: Welche Wärmepumpe lohnt sich? **Für die meisten Einfamilienhäuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe schneller und einfacher umzusetzen. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe arbeitet effizienter, weil die Erdtemperatur übers Jahr gleichmäßiger ist, kostet aber wegen der Bohrung mehr.** | Kriterium | Luft-Wasser | Sole-Wasser | |---|---|---| | Wärmequelle | Außenluft | Erdreich | | Effizienz im Winter | sinkt bei Frost spürbar | gleichmäßiger | | Genehmigung | in der Regel keine wasserrechtliche | Bohrung je nach Land anzeige- oder genehmigungspflichtig | | Förderanforderung | Schallvorgabe Außengerät, JAZ mind. 3,0 | zertifizierte Bohrfirma, Versicherung, JAZ mind. 3,0 | | Förderung KfW 458 | gleiche Sätze | gleiche Sätze | *Förderanforderungen laut Förderrichtlinie BEG EM, gültig seit 21.07.2026* Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist der entscheidende Effizienzwert. Eine JAZ von 4,0 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom rund 4 kWh Wärme werden. Für die Förderung muss die Anlage auf eine JAZ von mindestens 3,0 ausgelegt sein, berechnet nach VDI 4650. Ob sich die Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung rechnet, hängt von deinem Verbrauch, den Strom- und Gaspreisen und künftig von der Bio-Treppe ab. Lass dir vom Fachbetrieb eine Wirtschaftlichkeitsrechnung mit deinen echten Verbrauchsdaten machen. Für Baukosten in deiner Region gibt die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) Richtwerte. Deinen Gesamtfinanzbedarf berechnest du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Wärmepumpe im Altbau: Was du unbedingt prüfen musst **Eine Wärmepumpe funktioniert auch im Altbau, wenn die Vorlauftemperatur niedrig genug gehalten werden kann. Je höher der Vorlauf, desto schlechter die Jahresarbeitszahl und desto höher die Stromkosten.** Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen, wie sie Fußbodenheizungen oder groß dimensionierte Heizkörper erlauben. Ältere, kleine Heizkörper brauchen oft deutlich höhere Temperaturen. Drei Lösungsansätze für den Altbau: **1. Heizkörper tauschen oder vergrößern:** Mehr Fläche liefert die gleiche Wärme bei niedrigerem Vorlauf. Neue Heizkörper sind im Rahmen der Heizungsförderung förderfähig. **2. Flächenheizung nachrüsten:** Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen sind laut KfW-Infoblatt samt Estrich und Bodenbelag förderfähig, wenn sie mit dem Heizungstausch umgesetzt werden. **3. Hybridheizung:** Wärmepumpe als Hauptheizung, ein zweiter Wärmeerzeuger für sehr kalte Tage. Bei Hybrid-Kompaktgeräten mit Gasbrennwertteil sind nur die Ausgaben für die Wärmepumpe förderfähig, die KfW setzt sie pauschal mit 65 Prozent der Gesamtausgaben an. Vor der Entscheidung: Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 beauftragen, Vorlauftemperaturen im Bestand messen lassen und den hydraulischen Abgleich einplanen. Der ist für KfW 458 Pflicht. ## FAQ: Wärmepumpe Kosten und Förderung 2026 **Was kostet eine Wärmepumpe 2026 inklusive Einbau?** Das hängt stark von Typ, Heizlast und Gebäude ab. Belastbar sind nur Angebote mehrerer Fachbetriebe. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit höchstens 28.000 Euro, darüber liegende Kosten trägst du selbst. **Wie hoch ist die KfW-458-Förderung für eine Wärmepumpe?** 30 Prozent Grundförderung, für Selbstnutzer bis 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und bis 40 Prozent Einkommensbonus. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für Haushalte mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro (mit Kind bis 40.000 Euro) bei 80 Prozent. Höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. **Macht das GModG die Wärmepumpe zur Pflicht?** Nein. Im Bestand ist die 65-Prozent-Pflicht seit dem 29. Juli 2026 gestrichen, neue Gas- und Ölheizungen unterliegen der Bio-Treppe. Für Neubauten gilt ab 2030 der Nullemissionsstandard, der fossile Heizungen faktisch ausschließt. Eine Wärmepumpe schreibt das Gesetz nicht ausdrücklich vor. **Was gilt für die Schallvorgabe?** Das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe muss mindestens 10 dB unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung liegen, sonst gibt es keine Förderung. Prüfe vor dem Kauf das Datenblatt. **Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?** Das hängt von den nötigen Vorlauftemperaturen ab. Mit Fußbodenheizung oder großen Heizkörpern arbeitet die Wärmepumpe effizient. Bei hohem Vorlaufbedarf hilft eine Heizlastberechnung und ggf. der Tausch einzelner Heizkörper, der mitgefördert wird. **Kann ich KfW 458 mit BAFA kombinieren?** Für dieselbe Maßnahme nicht. Für andere Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fenster kannst du parallel BAFA-Zuschüsse beantragen. Nicht kombinierbar ist die Heizungsförderung mit einer Effizienzhaus-Sanierung über BEG Wohngebäude, dafür gilt eine Sperrfrist von drei Jahren. **Wie lange läuft die KfW-458-Förderung noch?** Ein festes Enddatum nennt die KfW nicht, einen Rechtsanspruch gibt es aber auch nicht. Sicher ist: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte und entfällt ab dem 1. August 2028. Die förderfähigen Höchstkosten sinken ebenfalls halbjährlich. Quellen: - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458): https://www.kfw.de/458 - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung (21.07.2026): https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - KfW-Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - BGBl. 2026 I Nr. 226: Gebäudemodernisierungsgesetz (Änderung des GEG): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html --- # KfW 266 „Gewerbe zu Wohnen“: 30.000 € Zuschuss für Büroumwandlung, was seit Juli 2026 gilt URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-266-gewerbe-zu-wohnen-foerderung-juli-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit dem 1. Juli 2026 läuft das KfW-Förderprogramm 266 „Gewerbe zu Wohnen“, und es ist anders als die meisten Bauförderungen: kein Kredit, sondern ein direkter, nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 30.000 Euro je neu entstehender Wohneinheit. Der Umbau von Büros, Praxen oder Ladenlokalen zu Wohnungen soll damit wirtschaftlich attraktiver werden. Anträge sind bis spätestens 31. Dezember 2026 möglich, solange die Haushaltsmittel reichen. Was das Programm leistet, wer antragsberechtigt ist und was förderfähig ist, liest du hier. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Angaben laut KfW-Produktseite 266, abgerufen am 7. Oktober 2026.* ## Was ist das KfW-Programm 266 und was fördert es? **Das KfW-Programm 266 „Gewerbe zu Wohnen“ bezuschusst seit dem 1. Juli 2026 den Umbau beheizter Nichtwohngebäude oder Nichtwohnflächen zu Wohnraum: 30 Prozent von höchstens 100.000 Euro förderfähigen Kosten je neuer Wohneinheit, also bis zu 30.000 Euro. Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.** Wie hoch das Gesamtbudget ist, nennt die KfW nicht. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Bundesmittel, ein Rechtsanspruch besteht nicht. Laut KfW ist ein Antrag bis maximal 31. Dezember 2026 möglich. Förderfähig ist der Umbau von bisher nicht zu Wohnzwecken genutzten, beheizten Gebäuden oder Gebäudeteilen, etwa Büros, Praxisräumen oder Handelsflächen. Voraussetzungen: Es entsteht mindestens eine neue Wohneinheit, der Bauantrag für das Gebäude liegt mindestens fünf Jahre zurück, und die geförderten Wohneinheiten erreichen nach dem Umbau mindestens den Standard Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien (EH 85 EE), bei Denkmälern Effizienzhaus Denkmal EE. | Merkmal | KfW 266 „Gewerbe zu Wohnen“ | |---|---| | Start | 1. Juli 2026 | | Art der Förderung | Zuschuss (nicht rückzahlbar) | | Höhe je Wohneinheit | 30 % der förderfähigen Kosten, max. 30.000 € | | Förderfähige Kosten | max. 100.000 € je Wohneinheit | | Höchstbetrag insgesamt | 300.000 € für mehrere Wohneinheiten | | Antrag | bis maximal 31.12.2026 | | Energiestandard | EH 85 EE (oder Denkmal EE), Ausnahmen bei vorhandener EE-Heizung | | Umsetzung und Nachweis | max. 54 Monate nach Förderzusage | | Wohnnutzung | mindestens 10 Jahre | *Quelle: KfW-Produktseite 266 und Pressemitteilung vom 30.06.2026.* Für alle außer selbstnutzende Investoren ist der Zuschuss als De-minimis-Beihilfe zu melden. Die Obergrenze dafür liegt bei 300.000 Euro in drei Jahren. Unabhängig davon gilt laut Produktseite für mehrere Wohneinheiten ein Zuschuss von höchstens 300.000 Euro, also auch für Privatpersonen. ## Wer kann den KfW-266-Zuschuss beantragen? **Antragsberechtigt sind alle Investoren, die Nichtwohngebäude und -flächen zu Wohnraum umbauen: Privatpersonen ebenso wie Unternehmen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Genossenschaften und Kommunen. Der Antrag muss vor Abschluss von Bau- und Lieferverträgen für den Umbau gestellt werden.** Laut KfW gehören dazu: - Privatpersonen und Einzelunternehmer, Freiberufler - Unternehmen, einschließlich kommunaler Unternehmen - Wohnungseigentümergemeinschaften - Personengesellschaften und juristische Personen des Privatrechts, etwa Wohnungsbaugenossenschaften - Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, soziale Organisationen und Vereine - Kommunen, Gemeindeverbände und kommunale Eigenbetriebe Nicht förderfähig sind Vorhaben, bei denen bestehende Wohngebäude oder Wohnflächen nur erweitert werden, sowie Anbauten und Aufstockungen. Maßgeblich ist die baurechtlich genehmigte Nutzung vor dem Umbau: Werden zum Wohnen genehmigte Flächen gewerblich genutzt, etwa als Praxis, ist ihr Umbau nicht förderfähig. Wichtig für Investoren: Die De-minimis-Grenze von 300.000 Euro in drei Jahren gilt pro Unternehmen, nicht pro Projekt. Wer mehrere Projekte plant oder schon andere De-minimis-Beihilfen bekommen hat, sollte das früh mit seinem Steuerberater klären. ## Was fördert KfW 266, und was explizit nicht? **Das Programm 266 fördert die Kosten des Umbaus zu Wohnraum, einschließlich Fachplanung und Baubegleitung für den Umbau. Die energetische Sanierung zum Effizienzhaus ist ausdrücklich nicht förderfähig, dafür gibt es andere Programme.** Förderfähig sind laut KfW zum Beispiel: - Anpassung der Baukonstruktion an die Wohnnutzung - Grundrissänderungen - Innenausbau - Umgestaltung der Außenanlagen zum Zweck der Wohnnutzung, einschließlich Entsiegelung - Fachplanung und Baubegleitung, die während der Umsetzung des Umbaus entstehen Nicht förderfähig über KfW 266: - Grundstückskosten und der Kauf des Gebäudes oder der Fläche - Sanierungskosten zum Effizienzhaus, also etwa Dämmung, energetische Fenster und Heizung, sowie Planung und Baubegleitung dafür - Erweiterungen bestehender Wohnflächen, Anbauten und Aufstockungen Die energetische Sanierung lässt sich über andere Programme fördern. Die KfW nennt dafür den Kredit Wohngebäude (261) sowie für Kommunen die Programme 264 und 464. Wichtig: Dieselben Rechnungen dürfen nicht doppelt angesetzt werden. ## EH85-EE-Standard: Was bei der Umwandlung technisch gefordert wird **Die geförderten Wohneinheiten müssen nach dem Umbau mindestens den Standard Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien (EH 85 EE) erreichen. Wer bereits eine Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien oder einen Wärmenetzanschluss hat oder in den letzten fünf Jahren eine neue Heizung eingebaut hat, dem reicht das Effizienzhaus 85.** Das Effizienzhaus 85 bedeutet: Der Primärenergiebedarf darf höchstens 85 Prozent des Referenzgebäudes nach GEG betragen. Für die Gebäudehülle gilt zusätzlich eine Grenze beim Transmissionswärmeverlust. Den genauen Wert für deinen Fall nennt dir der Energieeffizienz-Experte nach den technischen Mindestanforderungen der BEG. Die EE-Klasse bedeutet nicht, dass die Wärme zu 100 Prozent erneuerbar sein muss. Gefordert ist, dass Wärmeerzeuger oder Wärmenetz mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien oder Abwärme liefern. In der Praxis heißt das meist Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse. Pflicht ist ein **Energieeffizienz-Experte** aus der Expertenliste für Förderprogramme des Bundes, Kategorie „BEG Wohngebäude“. Er stellt die Bestätigung zum Antrag für den Kredit 261 aus und füllt ein Beiblatt für „Gewerbe zu Wohnen“ aus. Beides brauchst du für den Antrag. Für Baudenkmäler und besonders erhaltenswerte Bausubstanz gilt der Standard Effizienzhaus Denkmal EE. ## Was kostet eine Büroumwandlung? Rechenbeispiele 2026 **Die Umbaukosten hängen stark vom baulichen Ausgangszustand ab: Raumhöhen, Fensterflächen, Leitungsführung, Brand- und Schallschutz. Verlässliche Zahlen liefern nur Planung und Angebote für dein Gebäude.** Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Kosten für eine neue Wohneinheit: | Position | Beispiel | |---|---| | Förderfähige Umbaukosten (angenommen) | 80.000 € | | KfW-266-Zuschuss (30 %) | 24.000 € | | Förderfähige Umbaukosten (angenommen) | 120.000 € | | KfW-266-Zuschuss (30 % von max. 100.000 €) | 30.000 € | *Eigene Rechnung nach den Sätzen der KfW-Produktseite 266. Kosten der energetischen Sanierung sind nicht enthalten und werden getrennt gefördert.* Ob sich das für dein Projekt rechnet, hängt vor allem davon ab, zu welchem Preis du die Gewerbeimmobilie kaufst oder schon besitzt und welche Miete oder welchen Wert die Wohnungen erzielen. Rechne die Gesamtkosten für dein Vorhaben, inklusive Nebenkosten und Finanzierung, mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) durch. ## Schritt für Schritt: So beantragst du KfW 266 **Den Antrag stellst du direkt bei der KfW, nicht über die Bank: per Antragsformular über die Seite „Kommunaler Direktantrag“, ausgedruckt, unterschrieben und hochgeladen oder per Post. Wichtigster Grundsatz: Antrag vor Abschluss der Bauverträge für den Umbau.** **Schritt 1: Energieeffizienz-Experten beauftragen:** Ohne Experten aus der Expertenliste geht nichts. Er erstellt die Bestätigung zum Antrag samt Beiblatt, begleitet das Vorhaben und bestätigt am Ende den erreichten Standard. Experten findest du unter energie-effizienz-experten.de. **Schritt 2: Machbarkeit prüfen:** Nicht jedes Bürogebäude eignet sich. Wichtige Punkte sind Raumhöhen, Belichtung, Schall- und Brandschutz und die Genehmigung der Nutzungsänderung. Umbauvorhaben brauchen in der Regel eine Baugenehmigung, die KfW rät zu früher Abstimmung mit dem Bauamt. Ist die Nutzungsänderung nach Landesbauordnung genehmigungsfrei, wählst du im Antrag „Baugenehmigung liegt nicht vor“. **Schritt 3: Antrag stellen:** Auf der KfW-Seite „Kommunaler Direktantrag“ die Option „266 Gewerbe zu Wohnen“ wählen, Daten erfassen, Antrag ausdrucken, unterschreiben und mit Bestätigung zum Antrag, Beiblatt, Erklärung zur Begleitforschung und gegebenenfalls De-minimis-Erklärung hochladen. Alternativ per Post an die KfW-Niederlassung Berlin. Planung und Beratung dürfen vorher beauftragt werden. **Schritt 4: Zusage abwarten, dann Verträge schließen und umbauen:** Laut KfW kannst du nach der Zusage mit dem Vorhaben starten bzw. Liefer- und Leistungsverträge abschließen. Verträge mit aufschiebender Bedingung, die erst mit der Förderzusage wirksam werden, sind schon vorher erlaubt. Eine nachträglich eingefügte Bedingung ist nicht zulässig. **Schritt 5: Nachweis einreichen:** Für Umbau, Identifizierung und Nachweis hast du höchstens 54 Monate ab Zusage. Ein Architekt oder bauvorlageberechtigter Bauingenieur bestätigt die förderfähigen Kosten, der Energieeffizienz-Experte den erreichten Standard. Danach zahlt die KfW den Zuschuss aus. Alle Programme und Kombinationsmöglichkeiten im Überblick erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## KfW 266 mit anderen Programmen kombinieren **Laut KfW ist die Kombination mit der BEG Wohngebäude (etwa KfW 261) oder den BEG-Einzelmaßnahmen grundsätzlich möglich, bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Umbaukosten dürfen dabei nicht noch einmal in der BEG angesetzt werden.** Eine mögliche Kombination für eine Bürokonversion: | Programm | Was wird gefördert | Förderhöhe | |---|---|---| | KfW 266 | Umbaukosten zu Wohnraum | 30 %, bis 30.000 € je neuer Wohneinheit | | KfW 261 (BEG Wohngebäude) | Sanierung zum Effizienzhaus | Kredit bis 150.000 € je Wohneinheit, Tilgungszuschuss je nach Stufe | | BEG Einzelmaßnahmen | einzelne energetische Maßnahmen | je nach Maßnahme | *Quellen: KfW-Produktseiten 266 und 261, Stand 07.10.2026.* Wichtig: BEG Wohngebäude und BEG Einzelmaßnahmen lassen sich seit dem 21. Juli 2026 nicht parallel für dasselbe Gebäude nutzen. Du musst dich für einen der beiden Wege entscheiden. Ob die Heizungsförderung KfW 458 infrage kommt, ist fraglich: Sie gilt für bestehende Wohngebäude. Kläre das vor der Planung mit dem Energieeffizienz-Experten. Für ein [Mehrfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/mehrfamilienhaus) aus einer Gewerbekonversion summiert sich der Zuschuss: Bei sechs neuen Wohneinheiten sind bis zu 180.000 Euro aus KfW 266 möglich, bei zehn oder mehr Einheiten greift der Höchstbetrag von 300.000 Euro. Kostendaten für Projekte in Nordrhein-Westfalen findest du auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## FAQ: KfW 266 Gewerbe zu Wohnen **Seit wann gibt es das KfW-Programm 266, und bis wann kann ich es beantragen?** Das Programm „Gewerbe zu Wohnen“ ist am 1. Juli 2026 gestartet. Laut KfW ist ein Antrag bis maximal 31. Dezember 2026 möglich. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. **Wie hoch ist der Zuschuss, und muss er zurückgezahlt werden?** Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden, solange die Förderbedingungen eingehalten werden, etwa die mindestens zehnjährige Wohnnutzung. Er beträgt 30 Prozent der förderfähigen Umbaukosten von höchstens 100.000 Euro je Wohneinheit, also bis zu 30.000 Euro je neuer Wohneinheit, insgesamt höchstens 300.000 Euro. **Welche Gebäude kommen für das Programm infrage?** Beheizte Gebäude oder Gebäudeteile, die bisher nicht zu Wohnzwecken genutzt wurden, etwa Büros, Praxen oder Läden. Der Bauantrag des Gebäudes muss mindestens fünf Jahre zurückliegen. Erweiterungen bestehender Wohnflächen, Anbauten und Aufstockungen sind nicht förderfähig. **Was bedeutet der EH85-EE-Standard in der Praxis?** Das Gebäude darf höchstens 85 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes haben, und die Wärme muss zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen, etwa über Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse. Wer schon eine solche Heizung oder einen Wärmenetzanschluss hat oder in den letzten fünf Jahren eine neue Heizung eingebaut hat, dem reicht das Effizienzhaus 85. **Kann ich den Antrag direkt bei der KfW stellen oder brauche ich eine Bank?** Direkt bei der KfW. Du füllst das Formular über die Seite „Kommunaler Direktantrag“ aus, druckst den Antrag aus, unterschreibst ihn und lädst ihn mit den Unterlagen hoch oder schickst ihn per Post. Eine Bank ist nicht beteiligt. **Was passiert, wenn ich vor dem Antrag Bauverträge schließe?** Dann ist der Umbau nicht mehr förderfähig. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss von Liefer- oder Leistungsverträgen für die Umbauarbeiten. Planungs- und Beratungsleistungen darfst du vorher beauftragen. Hast du bereits Verträge nur für energetische Sanierungsmaßnahmen geschlossen, ist der Antrag laut KfW trotzdem möglich. **Lässt sich KfW 266 mit der BEG kombinieren?** Ja, grundsätzlich bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Die energetische Sanierung kannst du über die BEG Wohngebäude (etwa KfW 261) oder die BEG-Einzelmaßnahmen fördern lassen. Die Umbaukosten dürfen dort aber nicht noch einmal angesetzt werden. Quellen: - KfW: Gewerbe zu Wohnen (266): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Wohnwirtschaft/F%C3%B6rderprodukte/Gewerbe-zu-Wohnen-(266)/ - KfW-Pressemitteilung 30.06.2026: Start „Gewerbe zu Wohnen“: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_899456.html - KfW: Wohngebäude Kredit (261): https://www.kfw.de/261 - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 --- # KfW EH55 verlängert bis 31. Dezember 2026: Was gilt und wie du jetzt profitierst URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-eh55-foerderung-verlaengert-dezember-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Bundesbauministerium und die KfW haben am 19. Juni 2026 die befristete Förderung für Effizienzhaus-55-Neubauten über den 30. Juni hinaus bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Wer ein genehmigtes Bauvorhaben hat und noch nicht begonnen hat, bekommt damit bis Jahresende Zeit, sich einen Kredit zu effektiv 1,00 Prozent zu sichern. Wohnungsbaukredite der Banken kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent. Was die Verlängerung bedeutet, wer profitiert und wie du den Antrag richtig stellst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was verlängert wurde, und was das konkret bedeutet **Die Förderstufe „Effizienzhaus 55 Wohngebäude“ im Programm Klimafreundlicher Neubau (297/298) läuft jetzt bis 31. Dezember 2026. Anträge sind möglich, bis die Bundesmittel aufgebraucht sind, längstens bis zu diesem Datum.** Ursprünglich war die mit 800 Millionen Euro ausgestattete Stufe auf den 30. Juni 2026 begrenzt. Laut KfW-Pressemitteilung zielt die Förderung gezielt auf den Abbau des Bauüberhangs: Bereits genehmigte Projekte sollen tatsächlich gebaut werden. Das Bundesbauministerium nennt die Stufe auch „EH55-Plus“. Wie viel von den 800 Millionen Euro noch frei ist, veröffentlicht die KfW nicht laufend. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf die Förderung. Sind die Mittel erschöpft, endet die Stufe auch vor dem 31. Dezember. Wer konkret plant, sollte den Antrag nicht auf den letzten Moment verschieben. ## Konditionen: Was gilt **Bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv 1,00 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 2 tilgungsfreien Jahren und 10 Jahren Zinsbindung. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht.** | Merkmal | Effizienzhaus 55 | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | Wohnungsbaukredit Banken | |---|---|---|---| | Effektivzins 10/2/10 | 1,00 % | 1,96 % | 3,81 % (Durchschnitt August 2026, 5 bis 10 Jahre Zinsbindung) | | Effektivzins 35/5/10 | 2,21 % | 2,98 % | | | Max. Kredit je WE | 100.000 € | 100.000 €, mit QNG 150.000 € | je nach Bank | | Heizung | 100 % erneuerbar, Biomasse erlaubt | kein Öl, Gas, keine Biomasse | frei | | Programmnummer | 297 (Selbstnutzer) oder 298 (alle anderen) | 297 oder 298 | | | Programm-Ende | 31.12.2026 (Antragseingang) | keine feste Frist | | *Quellen: KfW-Konditionenübersicht vom 06.10.2026 (EH55-Sätze gültig seit 10.04.2026, EH40-Sätze seit 17.09.2026), KfW-Produktseite 297/298, Deutsche Bundesbank, Stand 01.10.2026.* Grob gerechnet zahlst du auf 100.000 Euro mit dem EH55-Kredit (10/2/10) über 10 Jahre rund 6.100 Euro Zinsen, zum Marktdurchschnitt von 3,81 Prozent bei gleicher Struktur rund 23.800 Euro (eigene Rechnung, Effektivzins vereinfacht als Sollzins angesetzt). ## Wer jetzt noch profitieren kann **Von der Verlängerung profitieren vor allem Bauherren mit gültiger Baugenehmigung, die noch nicht begonnen haben, und Ersterwerber von Neubauten, deren Kauf- oder Bauträgervertrag ab dem 16. Dezember 2025 geschlossen wurde.** Die Fördervoraussetzungen im Überblick: - **Baugenehmigung** muss bei Antragstellung gültig vorliegen. Ein gestellter Bauantrag reicht nicht. Wann die Genehmigung erteilt wurde, spielt keine Rolle. - **Stichtag 16. Dezember 2025**: Kauf- und Bauträgerverträge müssen ab diesem Tag geschlossen worden sein, mit den Bauarbeiten vor Ort darf frühestens ab diesem Tag begonnen worden sein. - **Kein Vorhabenbeginn vor Antragseingang** bei der KfW. Als Beginn gilt der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Leistungsvertrags. - **EH55-Standard**, bestätigt durch einen Energieeffizienz-Experten. - **Heizung zu 100 Prozent erneuerbar**: etwa Wärmepumpe, Fernwärme oder Pellets. Für Käufer gilt: Der Klimafreundliche Neubau fördert auch den Ersterwerb, also den Kauf innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme. Anzahlungen darfst du erst nach Antragseingang bei der KfW leisten. ## Was der EH55-Standard baulich bedeutet **Ein Effizienzhaus 55 darf höchstens 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes nach GEG haben. Das ist ein Prozentwert, kein fester Verbrauch in Kilowattstunden.** Technische Anforderungen: - Primärenergiebedarf: höchstens 55 % des GEG-Referenzgebäudes - Transmissionswärmeverlust: höchstens 70 % des Referenzwerts - Heizung: zu 100 Prozent erneuerbar, keine Öl- oder Gasheizung - Nachweis: durch einen Energieeffizienz-Experten Welche Dämmung, Fenster und Haustechnik dein Entwurf dafür braucht, legt der Experte fest. Viele Fertighaus-Anbieter haben EH55-Varianten im Programm. Die Mehrkosten gegenüber dem gesetzlichen Mindeststandard hängen stark vom Entwurf ab, lass sie dir beziffern. ## Rechenbeispiel: Was die Verlängerung konkret bringt **Grob gerechnet liegt der Zinsvorteil eines 100.000-Euro-EH55-Kredits gegenüber dem Marktdurchschnitt über 10 Jahre bei rund 17.700 Euro. Durch die Verlängerung können ihn auch Projekte nutzen, die bis Ende Juni nicht so weit waren.** Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus), Finanzierungsbedarf angenommen 384.000 Euro: | Position | Betrag | |---|---| | davon KfW EH55 (10/2/10, 1,00 %) | 100.000 € | | davon Bankdarlehen | 284.000 € | | Zinsen KfW-Teil über 10 Jahre (grob) | ca. 6.100 € | | Zinsen, wenn auch dieser Teil 3,81 % kostete (grob) | ca. 23.800 € | | **Zinsvorteil durch den KfW-Teil (grob)** | **ca. 17.700 €** | *Eigene grobe Rechnung: 2 Jahre tilgungsfrei, danach 8 Jahre Annuität mit monatlicher Rate bis zur vollen Tilgung, Effektivzins vereinfacht als Sollzins angesetzt. Zinssätze: KfW 06.10.2026, Bundesbank August 2026. Finanzierungsbedarf frei gewählt.* Regionale Unterschiede bei Grundstückspreisen und Baukosten sind erheblich. Zahlen für Bayern findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Den vollständigen Finanzierungsbedarf inklusive Baunebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## EH55 oder EH40: Was ist jetzt die bessere Wahl? **Das EH55 ist derzeit mit 1,00 Prozent günstiger finanziert als das EH40 mit 1,96 Prozent und baulich leichter zu erreichen. Das EH40 bietet mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro Kredit und hat keine feste Frist.** Beide Stufen setzen eine Heizung ohne Öl und Gas voraus. Daran ändert auch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) nichts, das am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist. Das GModG lockert das Ordnungsrecht für Heizungen, nicht die Förderbedingungen der KfW. Wer eine gültige Baugenehmigung hat und den Antrag bis Ende 2026 stellen kann, fährt mit dem EH55 beim Zins derzeit besser. Für Projekte, die erst 2027 anlaufen, bleibt das EH40 als Förderweg ohne feste Frist. ## Wie du den Antrag stellst **Den Kredit beantragst du über deine Bank, Sparkasse oder einen Finanzierungsvermittler. Das war beim Klimafreundlichen Neubau schon immer so, weil es ein Kreditprogramm ist.** Schritt für Schritt: 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Ohne ihn kein Antrag. Experten findest du über die Energieeffizienz-Expertenliste. 2. **Bestätigung zum Antrag erstellen lassen**: Der Experte bestätigt, dass das Vorhaben den EH55-Standard erreicht. 3. **Bank oder Vermittler kontaktieren**: Die Bank stellt den Antrag bei der KfW. Plane ihre Bearbeitungszeit ein, für die Frist zählt der Eingang bei der KfW. 4. **Vorhabenbeginn**: Nach Antragseingang bei der KfW darfst du beginnen, vor der Zusage auf eigenes Risiko. Verträge mit aufschiebender Bedingung bezogen auf die Förderzusage sind vorher erlaubt. 5. **Abruffrist beachten**: Das Geld kannst du 12 Monate nach Zusage abrufen. Für nicht ausgezahlte Beträge verlängert sich die Frist ohne Antrag um bis zu 24 Monate, ab dem 13. Monat fällt eine Bereitstellungsprovision von 0,15 Prozent pro Monat an. Alles zur Antragstellung und zur Kombination mit anderen Programmen erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was nach Ende 2026 kommt **Ob die EH55-Stufe nach dem 31. Dezember 2026 weitergeführt wird, ist nicht angekündigt. Sicher ist: Sie endet spätestens dann, oder früher, wenn die Mittel erschöpft sind.** Das Gebäudemodernisierungsgesetz verändert den gesetzlichen Rahmen: Die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Wärme ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen. Wer ohne Förderung eine Gas- oder Ölheizung einbaut, muss ab 2029 die Bio-Treppe einhalten, also einen steigenden Anteil aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff. Das gilt auch für neu errichtete Gebäude. Ab dem 1. Januar 2030 gilt für alle neuen Gebäude der Standard des Nullemissionsgebäudes. Das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40) läuft im Programm 297/298 weiter, aktuell ab 1,96 Prozent effektiv und mit QNG bis 150.000 Euro. Die Heizungsförderung KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude: bis zu 70 Prozent Zuschuss, für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro bis zu 80 Prozent. ## FAQ: KfW EH55-Verlängerung bis Dezember 2026 **Bis wann kann ich den KfW-EH55-Kredit noch beantragen?** Bis spätestens 31. Dezember 2026, maßgeblich ist der Eingang bei der KfW. Die Verlängerung von der ursprünglichen Frist 30. Juni haben Bundesbauministerium und KfW am 19. Juni 2026 bekanntgegeben. Sind die Mittel vorher aufgebraucht, endet die Förderung früher. **Was kostet der KfW-EH55-Kredit?** Laut KfW vom 6. Oktober 2026 effektiv 1,00 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 2,05 Prozent bei 25 Jahren und 2,21 Prozent bei 35 Jahren, jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit. **Reicht ein gestellter Bauantrag?** Nein. Beim EH55 muss bei Antragstellung eine gültige Baugenehmigung vorliegen. Bauverträge darfst du vor dem Antrag nur mit aufschiebender Bedingung schließen. **Gilt die Verlängerung auch für Hauskäufer (Ersterwerb)?** Ja. Gefördert wird auch der Kauf eines neuen EH55-Gebäudes innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme. Der Kauf- oder Bauträgervertrag muss ab dem 16. Dezember 2025 geschlossen worden sein. **Was ist der Unterschied zwischen EH55 und EH40?** Das EH40 hat strengere Anforderungen an Energiebedarf und Ökobilanz und schließt Biomasse aus. Es kostet derzeit effektiv 1,96 Prozent statt 1,00 Prozent, bietet mit QNG-Siegel aber bis 150.000 Euro statt 100.000 Euro und hat keine feste Frist. Beide Stufen gibt es in 297 (Selbstnutzer) und 298 (alle anderen). **Was passiert, wenn die Mittel vorher aufgebraucht sind?** Dann endet die EH55-Stufe sofort, auch vor dem 31. Dezember 2026. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung. Wer bereits eine Zusage hat, ist abgesichert. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Änderung des Gebäudeenergiegesetzes: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html --- # Eigenkapital beim Hausbau 2026: Wieviel brauchst du wirklich? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/eigenkapital-hausbau-2026-wieviel-brauche-ich Zuletzt aktualisiert: 2026-09-24 Wer 2026 ein Haus bauen will, bekommt von der Bank eine klare Ansage: ohne Eigenkapital kein Kredit. Aber wieviel ist wirklich nötig? Die ehrliche Antwort lautet: mehr als die meisten denken, weil die Kaufnebenkosten komplett aus eigener Tasche kommen müssen. Wer das nicht einkalkuliert, steht vor der Bank mit leeren Händen. Hier erfährst du, wie viel Eigenkapital du wirklich brauchst, was zählt, und wie du die Lücke schließen kannst. ## Wieviel Eigenkapital fordern Banken beim Hausbau? **Banken verlangen beim Hausbau in der Regel mindestens 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital, plus die Kaufnebenkosten, die nicht mitfinanziert werden können und vollständig aus eigenen Mitteln kommen müssen.** Das klingt nach einer klaren Zahl, ist aber tricky: Die 20 Prozent beziehen sich auf den Kaufpreis des Gebäudes oder Grundstücks, nicht auf die Gesamtprojektkosten. Zusätzlich fallen je nach Bundesland 8 bis 15 Prozent Nebenkosten an: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler –, die keine Bank mitfinanziert. Für ein Einfamilienhaus mit Gesamtprojektkosten von 450.000 Euro (Grundstück + Bau) in NRW ergibt das: | Position | Betrag | |---|---| | 20 % Eigenkapital auf Kaufpreis | 90.000 € | | Grunderwerbsteuer NRW (6,5 %) | 29.250 € | | Notar & Grundbuch (ca. 1,8 %) | 8.100 € | | Puffer für Unvorhergesehenes (5 %) | 22.500 € | | **Gesamt Eigenmittel empfohlen** | **ca. 150.000 €** | *Richtwert. Regionale Unterschiede und Grunderwerbsteuersätze beachten.* Wer ohne Puffer startet, gerät bei Kostensteigerungen, und die kommen beim Hausbau fast immer, in Schwierigkeiten. Fünf Prozent Reserve auf den Kaufpreis sind kein Luxus, sondern Standard. ## Was zählt als Eigenkapital? **Als Eigenkapital zählt alles, was du kurzfristig verfügbar und ohne Schulden einbringen kannst: Bargeld und Bankguthaben, Bausparverträge, Wertpapiere, Lebensversicherungen, Schenkungen und in Grenzen auch Eigenleistungen am Bau.** Banken prüfen genau, was du einbringst. Nicht jede Summe zählt gleichwertig: | Eigenkapitalart | Anrechenbarkeit | Besonderheit | |---|---|---| | Bankguthaben, Tagesgeld | 100 % | Sofort verfügbar | | Bausparvertrag (zuteilungsreif) | 100 % | Muss ausgezahlt sein | | Bausparvertrag (nicht zugeteilt) | Guthabenteil (ca. 50 bis 100 %) | Bankabhängig | | Wertpapiere (Aktien, ETFs) | 70 bis 80 % | Kursrisiko wird abgeschlagen | | Rückkaufwert Lebensversicherung | 70 bis 90 % | Nach Kündigung verfügbar | | Schenkungen von Eltern | 100 % | Schriftlicher Nachweis nötig | | Eigenleistungen am Bau | 5 bis 15 % des Projektwerts | Max. 15 bis 30 % des EK | | Riester-Guthaben (Wohn-Riester) | 100 % | Über "Eigenheimrente" | *Angaben sind Richtwerte; jede Bank entscheidet individuell.* Eigenleistungen, also Arbeit, die du selbst am Bau erbringst statt sie zu vergeben, werden von Banken als "Muskelhypothek" anerkannt, aber meist nur bis zu einem bestimmten Anteil und nur für klar definierbare Arbeiten (Fliesen, Innenausbau, Malerarbeiten). Für Rohbauarbeiten werden sie kaum anerkannt. ## Wieviel Eigenkapital lohnt sich wirklich? **Mehr Eigenkapital ist fast immer besser, weil Banken die Zinsen nach dem Beleihungsauslauf staffeln. Wer statt 10 auf 30 Prozent Eigenkapital kommt, zahlt auf den Restkredit oft 0,5 bis 0,8 Prozent weniger Zinsen.** Der Beleihungsauslauf beschreibt, wie hoch der Kredit im Verhältnis zum Immobilienwert ist. Je niedriger er ist, desto sicherer ist das Darlehen für die Bank, und desto günstiger das Angebot für dich. | Eigenkapitalanteil | Beleihungsauslauf | Typischer Zinsvorteil (vs. 90 %) | |---|---|---| | 10 % | 90 % |: Referenz | | 20 % | 80 % | ca. − 0,20 bis − 0,35 % | | 30 % | 70 % | ca. − 0,40 bis − 0,60 % | | 40 % | 60 % | ca. − 0,55 bis − 0,80 % | | 50 % | 50 % | ca. − 0,70 bis − 1,00 % | *Richtwerte, Stand Juni 2026. Individuelle Spreads variieren nach Bank und Bonität.* Konkretes Beispiel: Du baust ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) und brauchst 350.000 Euro Kredit. Mit 10 Prozent Eigenkapital (90 % Beleihung) zahlst du aktuell rund 3,90 Prozent effektiv. Mit 30 Prozent Eigenkapital (70 % Beleihung) sind es rund 3,35 bis 3,50 Prozent. Auf 350.000 Euro über 10 Jahre macht das Unterschied zwischen 0,4 und 0,55 Prozentpunkten rund 14.000 bis 19.250 Euro aus, allein in der ersten Zinsbindungsperiode. Den genauen Finanzierungsbedarf für dein Vorhaben, je nach Region, Haustyp und Ausstattung, berechnest du am besten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Grunderwerbsteuer: Der oft unterschätzte Eigenkapital-Fresser **Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises, und muss vollständig aus Eigenkapital kommen. Sie allein kann bei einem Mittelklasse-Haus 15.000 bis 30.000 Euro ausmachen.** Bundesländer mit niedriger Grunderwerbsteuer haben einen konkreten Vorteil für Bauherren: | Bundesland | Grunderwerbsteuer | Steuerkosten bei 400.000 € | |---|---|---| | Bayern | 3,5 % | 14.000 € | | Baden-Württemberg | 5,0 % | 20.000 € | | Rheinland-Pfalz | 5,0 % | 20.000 € | | Niedersachsen | 5,0 % | 20.000 € | | Hamburg | 5,5 % | 22.000 € | | Sachsen | 5,5 % | 22.000 € | | Berlin | 6,0 % | 24.000 € | | Brandenburg | 6,5 % | 26.000 € | | NRW | 6,5 % | 26.000 € | | Saarland | 6,5 % | 26.000 € | *Stand: Deutsches Notarinstitut, 28.01.2026 (korrigiert am 24.09.2026). Kaufpreis-Beispiel: 400.000 €. Notar + Grundbuch kommen nochmals ca. 1,8 % hinzu.* In Bayern zahlst du bei einem 400.000-Euro-Haus 12.000 Euro weniger Grunderwerbsteuer als in NRW. Das ist Eigenkapital, das du in Bayern für den Kredit einsetzen kannst, in NRW ist es weg. Aktuelle Richtwerte für [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) zeigen, was du regional einkalkulieren musst. ## Wohnriester, KfW und Familien: Alternativen zum klassischen Eigenkapital **Wer wenig Eigenkapital hat, kann mit staatlicher Unterstützung die Lücke teilweise schließen: Wohnriester ermöglicht den steuerfreien Einsatz von Altersvorsorgeguthaben, das KfW-Programm "Wohneigentum für Familien" gibt besonders günstiges Fremdkapital als Eigenkapital-Ersatz.** Drei Wege, wenn die eigenen Rücklagen knapp sind: **Wohn-Riester (§ 92a EStG):** Du kannst gesamtes Riester-Guthaben steuerfrei für den Erwerb einer selbst genutzten Immobilie entnehmen. Das Kapital wird auf dem "Wohnförderkonto" verbucht und im Alter als fiktives Einkommen versteuert. Vorteil: Du bringst echtes Kapital in die Finanzierung ein, ohne auf Zinserträge zu verzichten. **KfW-Programm "Wohneigentum für Familien" (300):** Für Familien mit Kindern unter 18 bietet die KfW Kredite zu 0,01 Prozent Effektivzins, bis zu 270.000 Euro bei drei oder mehr Kindern. Das entlastet die Finanzierung erheblich und gibt Spielraum, weniger Eigenkapital einzusetzen. Voraussetzung: Das Haushaltseinkommen darf bestimmte Grenzen nicht überschreiten (bis zu 90.000 Euro bei zwei Kindern). **Schenkungen von Verwandten:** Geldschenkungen von Eltern oder Großeltern zählen voll als Eigenkapital. Steuerlich sind pro Person und Elternteil alle 10 Jahre 400.000 Euro steuerfrei übertragbar. Wichtig: Die Schenkung muss bei der Bank dokumentiert und vor Beantragung des Kredits auf dem Konto sein. Alle KfW-Programme im Überblick erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Eigenkapital aufbauen: Wie lange brauche ich? **Wer mit null Ersparnissen startet, braucht bei einem mittleren Einkommen typischerweise 8 bis 12 Jahre, um genug Eigenkapital für ein Einfamilienhaus anzusparen, es sei denn, Schenkungen, Erbschaften oder Immobilienverkäufe beschleunigen den Prozess.** Ein realistisches Szenario für einen Haushalt mit zwei Einkommen (gemeinsam 4.500 Euro netto), der monatlich 1.000 Euro spart: | Sparziel | Sparzeit bei 1.000 €/Monat | |---|---| | 50.000 € (Nebenkosten, knappes EK) | ca. 4 Jahre | | 80.000 € (10 % EK bei 500.000 €) | ca. 7 Jahre | | 120.000 € (20 % + Nebenkosten bei 400.000 €) | ca. 10 Jahre | | 160.000 € (25 bis 30 % + Nebenkosten) | ca. 13 Jahre | *Ohne Zinsrendite auf das Gespartes. Mit ETF-Sparplan bei historisch ~7 % p.a. verkürzt sich die Zeit um 20 bis 30 %.* Für viele Haushalte ist das ein langer Zeithorizont, und jedes Jahr Warten bedeutet: Miete zahlen, statt Eigenkapital aufzubauen. Wer früher kaufen will, sollte die KfW-Programme und Familien-Förderung genau prüfen, bevor er weitere Jahre spart. ## Was tun, wenn das Eigenkapital noch nicht reicht? **Drei realistische Optionen: Warten und sparen (teuer wegen Miete), mit weniger Eigenkapital finanzieren (teurer wegen Zinsaufschlag), oder Förderungen und Schenkungen kombinieren, um schneller ans Ziel zu kommen.** **Option 1: Vollfinanzierung (0 % Eigenkapital):** Manche Banken finanzieren auch ohne Eigenkapital, wenn Bonität und Einkommen sehr gut sind. Die Zinsen liegen dann meist 0,8 bis 1,2 Prozentpunkte über dem Markt. Auf 350.000 Euro über 10 Jahre kostet das bis zu 42.000 Euro Mehrzinsen. Nur in absoluten Ausnahmesituationen sinnvoll. **Option 2: KfW-Programme maximal ausschöpfen:** EH40-Neubau (KfW 298, 0,6 %) bis zu 150.000 Euro, Wohneigentum für Familien (300), ggf. KfW 570 für gewerbliche Anteile. Die Kombination dieser Programme kann den effektiven Gesamtzinssatz erheblich senken, auch wenn der Eigenkapitalanteil gering ist. **Option 3: Günstigeres Bauprojekt:** Eine kleinere Wohnfläche, ein günstigeres Grundstück in einer anderen Region oder ein [Fertighaus](https://baukostenplan.de/haustypen/fertighaus) statt Massivbau senkt die Gesamtsumme, und damit den Eigenkapitalbedarf proportional. Für die genauen [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) oder andere Bundesländer, aktuelle Grundstücks- und Baupreise und die passende Finanzierungsrechnung nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## FAQ: Eigenkapital beim Hausbau 2026 **Wie viel Eigenkapital brauche ich mindestens für den Hausbau?** Banken verlangen in der Regel mindestens 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises. Empfohlen sind 20 bis 30 Prozent. Hinzu kommen die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch) von 8 bis 15 Prozent des Kaufpreises je nach Bundesland, diese müssen vollständig aus Eigenkapital kommen und werden nicht mitfinanziert. **Was zählt als Eigenkapital bei der Baufinanzierung?** Bankguthaben, Tagesgeld, Festgeld, zuteilungsreife Bausparverträge, Wertpapiere (mit Abschlag), Rückkaufwert von Lebensversicherungen, Schenkungen von Verwandten und Wohn-Riester-Guthaben. Eigenleistungen am Bau werden von manchen Banken als "Muskelhypothek" angerechnet, aber nur begrenzt und für klar definierte Arbeiten. **Lohnt sich mehr Eigenkapital wirklich finanziell?** Ja, jede Stufe weniger Beleihungsauslauf senkt den Zinssatz um 0,2 bis 0,8 Prozentpunkte. Von 10 auf 30 Prozent Eigenkapital spart man bei 350.000 Euro Kredit über 10 Jahre typischerweise 14.000 bis 20.000 Euro an Zinsen. Der Mehraufwand beim Ansparen rechnet sich in fast allen Szenarien. **Kann ich ohne Eigenkapital ein Haus bauen?** Theorietisch ja, wenn Bonität und Einkommen sehr gut sind. Sogenannte Vollfinanzierungen sind aber teuer: Der Zinssatz liegt 0,8 bis 1,2 Prozentpunkte über dem Markt, was bei 350.000 Euro über 10 Jahre 28.000 bis 42.000 Euro Mehrzinsen bedeutet. Zudem lehnen viele Banken Vollfinanzierungen seit 2023 ganz ab. **Gilt die Grunderwerbsteuer für Hausbau genauso wie beim Kauf?** Ja, die Grunderwerbsteuer fällt auf den Wert des Grundstücks an, nicht auf den Bau. Wer Grundstück und Gebäude in einem Vertrag kauft (typisch bei Schlüsselfertig-Verträgen), zahlt Grunderwerbsteuer auf den Gesamtpreis. Wer Grundstück und Bau separat abwickelt, zahlt nur auf den Grundstückspreis. Das kann je nach Bundesland und Projektsumme mehrere tausend Euro ausmachen. **Hilft mir die KfW dabei, das nötige Eigenkapital zu reduzieren?** Indir­ekt ja. Das KfW-Programm "Wohneigentum für Familien" (300) bietet Kredite zu 0,01 Prozent, was die monatliche Belastung senkt und weniger Eigenmittel erfordert. Außerdem können Wohn-Riester-Guthaben als Eigenkapital eingebracht werden. Das ersetzt aber keinen eigenständigen Eigenkapitalpuffer, zumindest die Nebenkosten müssen immer aus eigener Tasche kommen. Quellen: - Dr. Klein: Eigenkapital beim Hauskauf – wie viel ist nötig?: https://www.drklein.de/eigenkapital.html - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen 2026 und Entwicklung: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - Interhyp: Eigenkapital bei der Baufinanzierung: https://www.interhyp.de/baufinanzierung/eigenkapital/ - KfW: Wohneigentum für Familien (300): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Foerderprodukte/Wohneigentum-fuer-Familien-(300)/ - baufi24: Aktuelle Bauzinsen 2026 – Entwicklung & Vergleich: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ --- # Solarpflicht 2027: Was § 106 GModG für Bauherren im Neubau bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/solarpflicht-2027-gmodg-neubau-bauherren Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz macht Solaranlagen zur Pflicht, schrittweise, aber verbindlich. Die neue Regel steht in § 106 und tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Zuerst trifft sie neue Nichtwohngebäude, ab dem 1. Januar 2030 auch alle neuen Wohngebäude. Was genau gilt, welche Ausnahmen das Gesetz kennt und was das für deine Planung bedeutet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist die bundesweite Solarpflicht nach § 106 GModG? **Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) führt mit § 106 eine bundesweit einheitliche Pflicht zur Errichtung von Solarenergieanlagen ein. Wer neu baut, muss ab 2027 (bestimmte Nichtwohngebäude) beziehungsweise ab 2030 (Wohngebäude) eine Solaranlage vorsehen.** Bisher war die Solarpflicht Ländersache, mit sehr unterschiedlichen Regeln. Das GModG schafft eine bundesweite Untergrenze. Die Länder dürfen nach § 106 Abs. 4 weitergehende Anforderungen stellen, bestehende Landesregeln können also strenger sein. Das Gesetz spricht von einer Solarenergieanlage, nicht nur von Photovoltaik. Zum Stand des Verfahrens: Das GModG wurde am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (2026 I Nr. 226) und gilt in seinen Kernregeln seit dem 29. Juli 2026. Die Solarpflicht gehört zur zweiten Stufe, die am 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Sie ist also beschlossenes Recht, gilt aber erst ab dem Jahreswechsel. Das GModG im Überblick, insbesondere was es beim Heizungsgesetz ändert, erklärt der Ratgeber [Gebäudemodernisierungsgesetz 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft). ## Der Zeitplan der Solarpflicht: Wer muss wann? **Die Pflicht kommt in fünf Stufen: erst neue Nichtwohngebäude, dann bestimmte Bestandsgebäude, ab 2030 alle neuen Wohngebäude. Bestehende Wohngebäude sind nicht erfasst.** | Ab | Gebäude | |---|---| | 01.01.2027 | neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude mit mehr als 250 m² Nutzfläche | | 01.01.2028 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 2.000 m²; bestehende Nichtwohngebäude über 500 m², wenn sie geändert werden und dabei das ganze Gebäude neu berechnet wird | | 01.01.2029 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 750 m² | | 01.01.2030 | neue Wohngebäude und neue überdachte Parkplätze, die an ein Gebäude angrenzen | | 01.01.2031 | bestehende öffentliche Nichtwohngebäude über 250 m² | *Quelle: § 106 Abs. 2 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226. Die Stufe für Wohngebäude ab 2030 stand bereits im Kabinettsentwurf vom 13. Mai 2026.* Für private Bauherren eines Wohngebäudes ist der **1. Januar 2030** entscheidend. Woran das Gesetz bei Wohngebäuden genau anknüpft, ob an Bauantrag, Baubeginn oder Fertigstellung, sagt § 106 nicht ausdrücklich. Wer um den Jahreswechsel 2029/2030 baut, sollte das früh mit der Bauaufsicht klären. Unabhängig davon können Landesregelungen schon heute gelten. ## Was gilt für Einfamilienhäuser ab 2030? **Ab dem 1. Januar 2030 muss auf neuen Wohngebäuden eine Solarenergieanlage errichtet werden. Bestehende Einfamilienhäuser nimmt § 106 nicht in die Pflicht, auch nicht bei einer Dachsanierung.** Für private Bauherren heißt das: **Bau deutlich vor 2030:** Keine Bundespflicht für Wohngebäude. Prüfe aber das Landesrecht deines Bundeslands, denn einige Länder haben eigene Solarpflichten. **Bau ab 2030:** Die Bundespflicht gilt. Die Solaranlage sollte von Anfang an in die Gebäudeplanung integriert werden. **Bestandsgebäude:** § 106 sieht für bestehende Wohngebäude keine Pflicht vor. Strengere Landesregeln bleiben möglich. Die Pflicht gilt außerdem für **neue überdachte Parkplätze, die an ein Gebäude angrenzen**. Wer also einen Carport direkt am Haus baut, sollte dessen Dach in die Solarplanung einbeziehen. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant und um 2029 oder 2030 einziehen möchte, sollte die Frage des Stichtags mit Architekt und Bauaufsicht klären, bevor die Planung festgezurrt ist. ## Technische Anforderungen: Was muss die Anlage leisten? **§ 106 legt keine Mindestgröße in kWp und keine Flächenquote fest. Eine Ausführungsverordnung sieht das Gesetz nicht vor. Vorgeschrieben ist, dass ein neues Gebäude so konzipiert wird, dass sein Solarpotenzial optimiert wird.** Was der Gesetzestext verlangt: - **Solaroptimierte Planung** (§ 106 Abs. 1): Ein zu errichtendes Gebäude ist so zu konzipieren, dass sein Potenzial zur Solarenergie auf Grundlage der Sonneneinstrahlung am Standort optimiert wird und Solartechnik kosteneffizient installiert werden kann. - **Errichtung einer Solarenergieanlage** (§ 106 Abs. 2): für die oben genannten Gebäude ab dem jeweiligen Stichtag. Was das in der Praxis bedeutet, ist eine Planungsfrage: Dachausrichtung, wenig Verschattung durch Gauben und Aufbauten, eine Dachkonstruktion, die die Zusatzlast trägt, sowie Leerrohre und Platz für die Technik. Die genaue Auslegung sprichst du mit deinem Architekten oder Energieberater ab. Welche Anlagengröße genügt, regelt der Bund nicht. Strengere Landesregeln können Mindestgrößen vorgeben. ## Ausnahmen: Wann entfällt die Solarpflicht? **Das Gesetz kennt vier Ausnahmen: wenn die Anlage technisch unmöglich, funktional nicht realisierbar oder wirtschaftlich unzumutbar ist oder anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften widerspricht.** **Technisch unmöglich oder funktional nicht realisierbar:** etwa wenn das Dach für eine Anlage nicht geeignet ist. Was genau darunterfällt, definiert § 106 nicht im Detail. **Wirtschaftlich unzumutbar:** Eine feste Amortisationsgrenze oder einen Prozentwert der Baukosten nennt das Gesetz nicht. Wie Behörden das prüfen, bleibt abzuwarten. **Widerspruch zu anderem öffentlichem Recht:** wenn andere öffentlich-rechtliche Vorschriften der Anlage entgegenstehen. Welche das im Einzelfall sind, prüft die zuständige Behörde. Weitere Sonderfälle: Die Pflicht entfällt bei Nichtwohngebäuden, für die Renovierungsmaßnahmen nach § 40 zu ergreifen sind, und gilt nicht für bestimmte Gebäude der Landes- und Bündnisverteidigung. **Miete, Pacht oder Contracting:** Ob die Pflicht auch mit einer gemieteten oder gepachteten Anlage erfüllt wird, regelt § 106 nicht ausdrücklich. Der Wortlaut verlangt nur, dass eine Solarenergieanlage zu errichten ist. Lass dir das im Zweifel von der Bauaufsicht bestätigen. ## Kosten und Förderung: Was eine Pflicht-Solaranlage kostet **Was eine Photovoltaikanlage kostet, hängt stark von Größe, Dach und Region ab. Hol mehrere Angebote ein. Gefördert wird über den KfW-Kredit 270, der aktuell ab 4,41 Prozent effektiv kostet.** Pauschale Preislisten aus dem Netz helfen wenig, weil Dachform, Statik und Elektroinstallation den Preis stark beeinflussen. Lass dir von mindestens zwei bis drei Fachbetrieben Angebote für dein konkretes Dach machen. **KfW 270** (Erneuerbare Energien Standard): Kredit für Photovoltaik und andere Anlagen, unabhängig davon, ob es sich um eine Pflicht- oder eine freiwillige Anlage handelt. Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 kostet die günstigste Variante für Photovoltaik auf dem Dach ab 4,41 Prozent effektiv (5 Jahre Laufzeit, Preisklasse A). Der Zins richtet sich nach deiner Bonität, die Standardvariante beginnt bei 4,83 Prozent. **Einspeisevergütung:** Für Anlagen bis 10 kW, die zwischen 1. August und 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, beträgt sie laut Bundesnetzagentur 7,70 Cent je kWh bei Teileinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung. Die regionalen Baukosten unterscheiden sich erheblich. Wie sich Solaranlage und Haustechnik in die Gesamtkalkulation fügen, zeigt die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Für eine vollständige Kostenkalkulation deines Projekts empfiehlt sich der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was das für deine Planung konkret bedeutet **Wer heute plant, hat zwei Wege: vor 2030 bauen ohne Bundespflicht oder von Anfang an mit Solaranlage planen. Solar-ready zu planen ist in beiden Fällen sinnvoll.** **Szenario A: Bau deutlich vor 2030:** Keine bundesweite Solarpflicht für Wohngebäude. Prüfe das Landesrecht. Eine freiwillige Anlage kann trotzdem sinnvoll sein, besonders in Kombination mit einer Wärmepumpe. **Szenario B: Bau ab 2030 oder Grenzfall um den Jahreswechsel:** Plane die Solaranlage von Anfang an ein. Frühzeitige Integration spart spätere Umbauten. Den Stichtag klärst du mit der Bauaufsicht. **Szenario C: Bestandssanierung:** Der Bund verlangt bei bestehenden Wohngebäuden keine Solaranlage. Wirtschaftlich kann sie trotzdem sinnvoll sein. Ein praktischer Hinweis: Auch wer nicht unter die Pflicht fällt, sollte Dach und Elektroinstallation so planen, dass eine spätere Nachrüstung ohne großen Aufwand möglich ist. Leerrohre und eine passende Zuleitung sind im Rohbau deutlich einfacher zu verlegen als später. ## FAQ: Solarpflicht 2027, die häufigsten Fragen **Gilt die Solarpflicht ab 2027 für mein Einfamilienhaus?** Nein. Ab 2027 gilt die Bundespflicht nur für neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude über 250 m² Nutzfläche. Für neue Wohngebäude, also auch Einfamilienhäuser, gilt sie ab 1. Januar 2030. Landesrecht kann früher greifen. **Muss ich mein Bestandshaus nachrüsten?** Nach § 106 nicht. Für bestehende Wohngebäude sieht das Bundesgesetz keine Solarpflicht vor. Die Länder dürfen allerdings weitergehende Regeln erlassen. **Kann ich die Pflicht mit Solarthermie statt Photovoltaik erfüllen?** Das Gesetz verlangt eine Solarenergieanlage und nennt nicht nur Photovoltaik. Ob eine Solarthermieanlage im Einzelfall genügt, lass dir von der Bauaufsicht bestätigen. Ob Contracting oder Pacht die Pflicht erfüllen, regelt § 106 nicht ausdrücklich. **Was kostet eine Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus?** Das hängt von Größe, Dach und Region ab. Belastbar sind nur konkrete Angebote mehrerer Fachbetriebe. Die KfW finanziert über den Kredit 270 ab 4,41 Prozent effektiv (Stand 6. Oktober 2026). **Was passiert, wenn ich die Solarpflicht nicht erfülle?** § 106 selbst nennt keine Sanktion. Wie die Pflicht kontrolliert wird, erfährst du bei deiner Bauaufsichtsbehörde. **Gibt es noch eine Ausführungsverordnung mit Mindestgrößen?** Das Gesetz sieht keine vor. § 106 legt keine Mindestgröße fest. Plane trotzdem solar-ready: Dachausrichtung, Statik und Leerrohre früh mit dem Architekten abstimmen. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23. Juli 2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal des Bundes (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW: Erneuerbare Energien Standard (270): https://www.kfw.de/270 - Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html --- # Gebäudemodernisierungsgesetz 2026: Das Ende des Heizungsgesetzes, was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-abgeschafft Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist die größte Kehrtwende in der deutschen Heizungspolitik seit Jahren. Das Bundeskabinett beschloss den Entwurf am 13. Mai 2026, Bundestag und Bundesrat schlossen das Verfahren am 10. Juli 2026 ab, seit dem 29. Juli 2026 ist das Gesetz in Kraft. Für Bauherren und Sanierer heißt das: Die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht ist Geschichte, Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden, und ab 2029 greift schrittweise eine neue Pflicht. Was genau gilt, was sich für Neubauten ändert und was das für deine Planung bedeutet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist das Gebäudemodernisierungsgesetz, und was ersetzt es? **Das GModG ist das bisherige Gebäudeenergiegesetz unter neuem Namen. Die wichtigste Änderung: Die Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist gestrichen. Stattdessen gilt ab 2029 eine schrittweise steigende Pflicht zu klimafreundlichen Brennstoffen.** Das Gebäudeenergiegesetz 2024 schrieb vor, dass neue Heizungen überwiegend erneuerbare Energien nutzen müssen. In der Praxis hieß das meist Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse. Reine Gas- und Ölheizungen waren nur noch mit Ausnahmen und Übergangsregeln möglich. Das GModG dreht das Prinzip um. Nicht die Technik wird vorgeschrieben, sondern der Brennstoff wird schrittweise über die sogenannte Bio-Treppe reguliert. Formal wurde das GEG nicht aufgehoben, sondern durch das Änderungsgesetz vom 23. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226, verkündet am 28. Juli 2026) umbenannt und neu gefasst. ## Die 65-Prozent-Regel: Was genau weggefallen ist **Seit dem 29. Juli 2026 dürfen neue Heizungen in Bestand und Neubau ohne Erneuerbaren-Quote eingebaut werden. Für neue Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen gilt ab 2029 die Bio-Treppe.** Gestrichen wurden die alten §§ 71 bis 73 GEG. Damit sind auch die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung, die Beratungspflicht vor dem Einbau fossiler Heizungen und das Betriebsverbot für alte Kessel entfallen. Was weiterhin gilt: - **Energieausweise** bleiben Pflicht bei Verkauf und Neuvermietung, neue Regeln dazu gelten ab 1. Januar 2027 - **Anforderungen an Neubauten** bleiben bestehen und werden ab 2030 durch den Nullemissionsstandard verschärft - **Förderung**: Die neuen BEG-Richtlinien gelten seit dem 21. Juli 2026 und laufen bis Ende 2030, einen Rechtsanspruch auf Förderung gibt es nicht - **Kommunale Wärmepläne** bleiben Pflicht: Großstädte über 100.000 Einwohner bis 30. Juni 2026, übrige Gemeinden bis 30. Juni 2028 ## Die Bio-Treppe: Was ab 2029 konkret gilt **Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss als Eigentümer ab 2029 einen Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoffe sicherstellen. Die Quote steigt bis 2040 auf 60 Prozent.** | Ab | Mindestanteil der Wärme aus klimafreundlichen Brennstoffen | Beispiel Gasheizung | |---|---|---| | bis 31.12.2028 | keine Anforderung | reines Erdgas zulässig | | 01.01.2029 | 10 % | 90 % Erdgas, 10 % Biomethan | | 01.01.2030 | 15 % | 85 % Erdgas, 15 % Biomethan | | 01.01.2035 | 30 % | 70 % Erdgas, 30 % Biomethan | | 01.01.2040 | 60 % | 40 % Erdgas, 60 % Biomethan | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226. Ab 2045 sollen in Verkehr gebrachte Brennstoffe nach § 42a vollständig klimaneutral sein.* Statt Biomethan zählen auch Bioöl, biogenes Flüssiggas und Wasserstoff in den im Gesetz genannten Varianten. Alternativ erfüllen die Pflicht im Zeitraum 2029 bis 2034: - **Solarthermieanlage** mit mindestens 0,04 m² Aperturfläche je m² Nutzfläche (bis zwei Wohnungen) bzw. 0,03 m² (mehr als zwei Wohnungen) - **Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung** mit mindestens 73 Prozent Rückgewinnungsgrad Eine **Wärmepumpen-Hybridheizung** erfüllt die Pflicht, wenn die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers erreicht (bei bivalent alternativem Betrieb 40 Prozent). Verantwortlich ist der Eigentümer, bei fremd betriebenen Anlagen der Betreiber. Der Lieferant muss mit der Abrechnung bestätigen, dass die Anforderungen erfüllt sind. In der Praxis schließt du also einen passenden Liefervertrag ab. Bestehende Heizungen sind von der Bio-Treppe nicht erfasst. ## Neue Anforderungen für Neubauten ab 2027, 2028 und 2030 **Für Neubauten bringt das GModG einen klaren Fahrplan: ab 2027 Solarpflicht für größere Nichtwohngebäude, ab 2028 Nullemissionsstandard für neue Behördenbauten, ab 2030 Nullemissionsstandard und Solarpflicht für alle neuen Wohngebäude.** **Seit 29. Juli 2026:** Die 65-Prozent-Pflicht gilt auch im Neubau nicht mehr. Für eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung im Neubau sind die Maßgaben der Bio-Treppe entsprechend einzuhalten (§ 10 Abs. 2 Nr. 3). **Ab 1. Januar 2027:** Solarpflicht nach § 106 für neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude mit mehr als 250 m² Nutzfläche. Für Wohngebäude gilt sie noch nicht. **Ab 1. Januar 2028:** Nullemissionsstandard für neue Nichtwohngebäude, die der öffentlichen Hand gehören und von einer Behörde genutzt werden. **Ab 1. Januar 2030:** Nullemissionsstandard für **alle neu zu errichtenden Gebäude**: Sie dürfen an ihrem Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen verursachen. Ein ausdrückliches Gasheizungsverbot steht nicht im Gesetz, fossil betriebene Gas- und Ölheizungen sind im Neubau damit aber ausgeschlossen. Gleichzeitig gilt die Solarpflicht für neue Wohngebäude. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant und um 2030 einziehen möchte, muss diesen Zeitplan im Blick haben. Ob Vorhaben, die vor 2030 beantragt und erst danach fertig werden, schon unter den Nullemissionsstandard fallen, regelt der Gesetzestext nicht ausdrücklich. Kläre das früh mit Bauaufsicht und Energieberater. ## Was das für Bauherren in der Planung bedeutet **Die kurzfristige Entlastung ist real: Bis 2029 sind Gas- und Hybridsysteme wieder ohne Erneuerbaren-Quote wählbar. Die Planung bis 2030 wird aber anspruchsvoller, denn wer um 2030 baut, braucht ein Heizsystem ohne fossile Brennstoffe am Standort.** **Szenario A: Fertigstellung deutlich vor 2030:** Eine Gasheizung ist möglich. Bis Ende 2028 ohne Bio-Anteil, ab 2029 mit 10 Prozent und danach steigend. Das läuft über den Liefervertrag, ein Heizungstausch ist dafür nicht nötig. **Szenario B: Errichtung ab 2030:** Der Nullemissionsstandard gilt. Plane von Anfang an Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse ein. **Szenario C: Bestandssanierung:** Eine neue Gasheizung ist erlaubt, für sie gilt dann die Bio-Treppe ab 2029. Eine Wärmepumpe ist für viele Sanierungen trotzdem die bessere Wahl, wenn Dämmstandard und Vorlauftemperaturen passen. Die regionalen Baukosten unterscheiden sich erheblich. Zahlen zu Haustechnik und Gesamtbaukosten findest du auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Für deine Gesamtkalkulation inklusive Nebenkosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## KfW-Förderung: Was sich geändert hat **Das GModG selbst hat keine Förderprogramme gekürzt. Die Heizungsförderung hat sich aber unabhängig davon am 21. Juli 2026 geändert, und die Neubauförderung folgt weiter eigenen Regeln.** | Programm | Förderung | Hinweis | |---|---|---| | KfW 297/298 Effizienzhaus 55 | Kredit bis 100.000 €/WE, eff. ab 1,00 % | Antragseingang bis spätestens 31.12.2026, solange Mittel reichen | | KfW 297/298 Effizienzhaus 40 | Kredit bis 100.000 €/WE (mit QNG 150.000 €), eff. ab 1,96 % | keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung | | KfW 458 (Heizungstausch Bestand) | Zuschuss bis 70 %, bei niedrigem Einkommen bis 80 % | nur bestehende Gebäude, max. 28.000 € förderfähige Kosten für die 1. WE | | BAFA BEG Einzelmaßnahmen Gebäudehülle | 15 % Zuschuss, mit iSFP-Bonus 5 Prozentpunkte mehr | iSFP-Bonus erst ab 30.000 € Investition, nur auf den Betrag darüber | | KfW 570 | Kredit bis 150 Mio. € | für Unternehmen | *Quellen: KfW-Produktseiten 297/298 und 570, KfW-Merkblatt 458 (Stand 09/2026), BAFA, KfW-Konditionenübersicht vom 6.10.2026.* Die EH55-Stufe hat die KfW am 19. Juni 2026 bis 31. Dezember 2026 verlängert. KfW 570 richtet sich an Unternehmen, die in Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien investieren. Für Bauherren von Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeobjekten kann das relevant sein. Alle Details zu Antragstellung, Kombination und Fristen erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Offene Fragen und Kritikpunkte **Das Gesetz ist in Kraft, einige Details fehlen aber noch. Am wichtigsten ist die Grüngasquote für Lieferanten, die per eigenem Gesetz kommen soll.** - **Grüngas- und Grünheizölquote**: Die Bundesregierung soll bis zum 1. Dezember 2026 einen Gesetzentwurf dazu vorlegen (§ 42a). - **Verfügbarkeit von Biomethan**: Die Bio-Treppe setzt voraus, dass klimafreundliche Brennstoffe in ausreichender Menge und zu vertretbaren Preisen verfügbar sind. Gesichert ist das heute nicht. - **Kein ausdrückliches Verbot**: Der Nullemissionsstandard ab 2030 schließt fossile Heizungen im Neubau faktisch aus, ohne das Wort Verbot zu verwenden. - **Abgrenzung um 2030**: Wie Vorhaben über den Jahreswechsel 2029/2030 behandelt werden, ist im Gesetzestext nicht ausdrücklich geregelt. ## FAQ: Gebäudemodernisierungsgesetz 2026 **Ab wann gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz?** Seit dem 29. Juli 2026. Bundestag und Bundesrat haben es am 10. Juli 2026 abgeschlossen, verkündet wurde es am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt. Einzelne Teile treten am 1. Januar 2027, 2028 und 2030 in Kraft. **Darf ich noch eine neue Gasheizung einbauen?** Ja. Gas- und Ölheizungen dürfen ohne Erneuerbaren-Quote eingebaut werden. Bis Ende 2028 ohne Bio-Anteil, ab 2029 mit 10 Prozent klimafreundlichen Brennstoffen oder einer anerkannten Alternative. Für Gebäude, die ab 2030 errichtet werden, gilt der Nullemissionsstandard, der fossile Brennstoffe am Standort ausschließt. **Was ist die Bio-Treppe und wie funktioniert sie in der Praxis?** Sie schreibt für nach dem 29. Juli 2026 eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe vor: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035, 60 Prozent ab 2040. Verpflichtet ist der Eigentümer. In der Praxis erfüllst du sie über einen passenden Liefervertrag, der Lieferant bestätigt die Erfüllung mit der Abrechnung. **Ändert sich etwas bei der KfW-Förderung für Wärmepumpen?** Ja, seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Sätze, allerdings durch die neue Förderrichtlinie, nicht durch das GModG. Möglich sind bis zu 70 Prozent, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro bis zu 80 Prozent. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 Prozent und sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte. **Was bedeutet der Nullemissionsstandard ab 2030 für Bauherren?** Wer ab dem 1. Januar 2030 ein Gebäude errichtet, darf an dessen Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen verursachen. Fossil betriebene Gas- und Ölheizungen scheiden damit aus. Wie Vorhaben behandelt werden, die vor 2030 begonnen und danach fertig werden, regelt der Gesetzestext nicht ausdrücklich. **Gilt die Solarpflicht ab 2027 für alle Neubauten?** Nein. Ab 1. Januar 2027 gilt sie für neue öffentliche Nichtwohngebäude und neue Nichtwohngebäude über 250 m² Nutzfläche. Neue Wohngebäude sind erst ab 1. Januar 2030 verpflichtet. Eine Ausführungsverordnung sieht das Gesetz nicht vor. Die Länder dürfen strengere Regeln erlassen. **Gilt das alte GEG noch für Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden?** Für bereits eingebaute Heizungen gibt es keine neue Austauschpflicht. Die Bio-Treppe betrifft nur Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaut werden. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23. Juli 2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - GModG-Portal des Bundes (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung bis 31. Dezember 2026 verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 458 Heizungsförderung, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - BAFA: Förderung Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - KfW: Förderprogramm 570: https://www.kfw.de/570 - Wärmeplanungsgesetz § 4: https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/__4.html --- # Bodenplatte oder Keller 2026: Kosten, Entscheidungshilfe und aktuelle Preise URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bodenplatte-oder-keller-2026-kosten-vergleich Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die Entscheidung fällt früh im Bauprozess, und sie ist dauerhaft. Wer nachträglich einen Keller einbauen will, zahlt dafür fast immer mehr als das Doppelte eines von Anfang an geplanten Kellers. Was du brauchst: konkrete Zahlen für 2026, eine klare Entscheidungslogik und ein Blick auf das, was sich in diesem Jahr preislich und regulatorisch geändert hat. ## Was ist der Unterschied, und was kostet mehr? **Bodenplatte oder Keller: Das ist die erste große Kostenfrage beim Hausbau. Eine Bodenplatte für ein 120-m²-Haus kostet 2026 rund 14.000 bis 22.000 Euro, ein Keller kommt auf 40.000 bis 120.000 Euro extra, je nach Ausbaugrad und Bodenverhältnissen.** Die Bodenplatte ist eine armierte Betonplatte, die direkt auf dem verdichteten Untergrund aufliegt. Sie ist die einfachste und günstigste Lösung für die Gebäudegründung. Der Keller dagegen schafft eine vollständige Untergeschossebene, das erfordert mehr Erdaushub, Betonwände, Kellerdecke, Abdichtung und in der Regel eine umlaufende Drainage. Bei einem [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 140 m² Wohnfläche bedeutet ein voll ausgebauter Wohnkeller im Extremfall Mehrkosten von 80.000 bis 100.000 Euro gegenüber der Bodenplatte. Ob das sinnvoll ist, hängt weniger von persönlichem Geschmack ab als von Grundstückspreis, Bodenverhältnissen und echtem Nutzungsbedarf. ## Bodenplatte 2026: Was kostet sie konkret? **Eine bewehrte Bodenplatte für ein Standardeinfamilienhaus mit 120 m² Grundfläche kostet 2026 zwischen 14.000 und 22.000 Euro. Mit hochwertiger Perimeterdämmung sind bis zu 26.000 Euro möglich.** | Variante | Kosten/m² Grundfläche | Kosten bei 120 m² | |---|---|---| | Bodenplatte unbewehrt (Nebengebäude) | 60 bis 80 €/m² | 7.200 bis 9.600 € | | Standardbodenplatte, bewehrt | 110 bis 160 €/m² | 13.200 bis 19.200 € | | Mit Perimeterdämmung (WLS 032) | 140 bis 190 €/m² | 16.800 bis 22.800 € | | Fundamentbalken statt Platte | 120 bis 180 €/m² | 14.400 bis 21.600 € | *Kosten ohne MwSt., Lohnkosten je nach Region ±20 %, Stand Juni 2026* Hinzu kommt der Erdaushub: Bei einem typischen Boden mit 60 cm Aushubtiefe für 120 m² kommen nochmals 3.000 bis 8.000 Euro dazu. Das Aushubmaterial muss abtransportiert oder auf dem Grundstück verwertet werden. Kostentreiber bei der Bodenplatte 2026: Transportbeton liegt rund 39 Prozent über dem Preisniveau von Januar 2021, weil Zement und Energie weiterhin auf hohem Niveau liegen. Das BBSR rechnet für 2026 mit einem Baupreisanstieg von rund 3,3 Prozent gegenüber 2025, normalisiert, aber nicht günstig. ## Keller 2026: Was kostet er wirklich? **Ein Rohbaukeller kostet 2026 zwischen 380 und 550 Euro pro Quadratmeter Kellerfläche, ein vollständig ausgebauter Wohnkeller 750 bis 1.100 Euro. Für Böden mit hohem Grundwasserstand sind bis zu 1.300 Euro/m² einzurechnen.** | Kellertyp | Kosten/m² Kellerfläche | Kosten bei 100 m² | |---|---|---| | Rohbaukeller (nicht ausgebaut) | 380 bis 550 €/m² | 38.000 bis 55.000 € | | Keller mit schwarzer Abdichtung | 450 bis 650 €/m² | 45.000 bis 65.000 € | | Wohnkeller (gedämmt, verputzt, Fenster) | 750 bis 1.100 €/m² | 75.000 bis 110.000 € | | Weißer Tank (bei drückendem Grundwasser) | 900 bis 1.300 €/m² | 90.000 bis 130.000 € | *Kosten ohne MwSt., regionale Abweichungen ±25 %, Stand Juni 2026* Diese Zahlen beschreiben die Gesamtkosten für den Kellerkasten, der Keller ersetzt dabei die Bodenplatte. Zum Rohbaukeller kommen weitere Posten: Kellertreppen aus Beton (2.000 bis 5.000 Euro), Lichtschächte (500 bis 1.500 Euro je Stück) und der Anschluss an Heizung und Elektrik (3.000 bis 10.000 Euro je nach Ausbaugrad). Ein Wohnkeller ist real oft 20 bis 30 Prozent teurer als die reine Rohbausumme. Ein Iran-Krieg-Effekt zeigt sich bei Diesel (+80 % gegenüber 2021) und Bitumen (+106 % gegenüber 2021), was Erdaushub und Kellertransporte direkt verteuert, anders als beim Betonstahl, der 2026 nur marginal über dem Vorjahr liegt. Für eine individuell berechnete Kostenschätzung, inklusive Keller oder Bodenplatte, nach Region und Haustyp, nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was hat sich 2026 geändert? GEG-Anforderungen für Keller **Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für 2026 klare Grenzwerte für beheizte Keller vor. Wer Wohnkeller plant und KfW-Förderung anstrebt, muss das Untergeschoss von Anfang an ins energetische Gesamtkonzept integrieren.** Konkrete GEG-Anforderungen für Neubauten 2026: - Kellerdecke zum beheizten Wohnraum: U-Wert max. **0,30 W/(m²K)** - Kellerwand gegen Erdreich (bei beheiztem Keller): U-Wert max. **0,35 W/(m²K)** - Beheizter Keller zählt zur beheizten Nutzfläche und fließt in den Primärenergiebedarf ein - Unbeheizter Keller: keine GEG-Anforderungen an die Außenwände Für die KfW-Förderung (Programm 297/298, Klimafreundlicher Neubau) gilt: Wer einen beheizten Keller plant und EH55 oder EH40 anstrebt, muss die Dämmung des Untergeschosses mit dem Energieeffizienz-Experten abstimmen. Das ist baulich lösbar, bedeutet aber mehr Planungsaufwand, und etwas mehr Kosten für Kelleraußenwanddämmung. Praktischer Tipp: Wer den Keller nur als Lager, Technikraum oder Hobbyraum nutzen will, lässt ihn bewusst unbeheizt. Das vereinfacht das GEG-Konzept und spart Heizungsinstallation. ## Wann lohnt sich ein Keller, und wann nicht? **Faustregel: Ein Keller rechnet sich, wenn der Grundstückspreis über 400 Euro pro Quadratmeter liegt, du die Nutzfläche wirklich brauchst, und die Bodenverhältnisse keine teure Sonderlösung erfordern.** In Ballungsräumen mit Grundstückspreisen von 600 bis 1.500 Euro/m² kann Kellerfläche günstiger sein als ein weiteres Stockwerk. Der Keller erhält keinen eigenen Grundstücksanteil, während ein weiteres Obergeschoss zwar baulich etwas günstiger ist, aber ebenfalls deutliche Kosten verursacht. **Keller ist sinnvoll bei:** - Grundstückspreisen über 400 bis 500 €/m² (Ballungsräume, städtische Lagen) - Hanglage mit natürlicher Belichtung des Untergeschosses - Echtem Bedarf: Lager, Hobbyraum, Technikraum, Einliegerwohnung, Homeoffice - Mehrgenerationenwohnen mit eigenem Eingang im Untergeschoss **Bodenplatte ist sinnvoll bei:** - Knappsem Budget, das besser in Energieeffizienz oder Ausstattung investiert wird - Günstigen Grundstückspreisen unter 200 €/m² (typisch ländliche Lagen) - Hohem Grundwasserspiegel (Keller würde Weißen Tank erfordern) - Fertigteil- oder Modulhäusern, die auf Bodenplatte ausgelegt sind - Bungalows, bei denen ein Keller baulich unpassend wäre Die regionalen Baukosten schwanken erheblich. In Nordrhein-Westfalen liegen die [Baukosten](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) für Massivhäuser derzeit bei 2.200 bis 2.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, ein vollausgebauter Wohnkeller bedeutet da 30 bis 40 Prozent Aufschlag auf den Rohbaupreis. ## Bodenverhältnisse: Das Gutachten vor jeder Entscheidung **Bevor du dich für Bodenplatte oder Keller entscheidest, brauchst du ein Baugrundgutachten. Ohne das riskierst du teure Überraschungen, geplante Kellerkosten von 55.000 Euro können sich durch Grundwasser auf 90.000 bis 130.000 Euro verdoppeln.** Ein Baugrundgutachten kostet je nach Umfang 1.500 bis 4.000 Euro. Es liefert: - Tragfähigkeit des Bodens (Bodenpressung in kN/m²) - Grundwasserstand, entscheidend: Liegt er in Kellertiefe? - Frosttiefe und Frostempfindlichkeit - Vorhandensein von Fels (teurer Sonderaushub), Auffüllungen oder Kontaminationen Besonders problematische Regionen: - **Norddeutsches Tiefland**: Hoher Grundwasserspiegel, häufig Weißer Tank erforderlich - **Moor- und Torfgebiete** in Niedersachsen, Oberbayern und Brandenburg: Setzungsempfindlich, Spezialfundamente nötig - **Rhein- und Mainebene**: Wechselnde Grundwasserstände je nach Jahreszeit Die 2.000 bis 4.000 Euro für das Gutachten sind gut investiert. Sie können zehntausende Euro an Nachrüstkosten verhindern. ## Kosten sparen: Was wirklich funktioniert **Die Kellerkosten lassen sich legal reduzieren, durch smartes Design, Fertigteilsysteme und eine bewusst niedrige Ausbaustufe. Komplett auf den Preisvorteil der Bodenplatte kommst du damit aber nicht.** Was funktioniert: - **Rohbaukeller statt Wohnkeller**: Spart 30 bis 50 Prozent gegenüber dem Wohnkeller. Du kannst später ausbauen, aber dann mit mehr Aufwand und höheren Kosten als beim Neubau. - **Fertigkellersysteme**: Hersteller wie Zapf oder Glatthaar bieten Systemkeller aus Betonfertigteilen an, die 10 bis 20 Prozent günstiger als Ortbeton sind und schneller verbaut werden. - **Teilkeller statt Vollkeller**: Ein Keller nur unter Garage oder Wirtschaftsbereich spart gegenüber einem vollflächigen Untergeschoss erheblich. - **Keller unbeheizt lassen**: Spart Heizungsanbindung und GEG-Dämmaufwand. Für Lager, Technik und Hobbyraum völlig ausreichend. Was teuer wird: - Nachträgliche Drainage, wenn das Gefälle nicht von Anfang an geplant war - Feuchtigkeitsschäden durch Schwarze Wanne in Grundwasserlagen, die einen Weißen Tank erfordern - Kelleraußentreppe als Nachtrag: Immer teurer als eine von Anfang an geplante Lösung Alle Kosten, von Erdaushub über Keller bis zu allen Nebenposten, berechnest du für dein Projekt im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Einen vollständigen Überblick aller Nebenkosten beim Hausbau: Notar, Grundbuch, Grunderwerbsteuer, Erschließung, bietet der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## FAQ: Bodenplatte oder Keller 2026 **Was ist günstiger: Bodenplatte oder Keller?** Die Bodenplatte ist deutlich günstiger. Für ein Einfamilienhaus mit 120 m² Grundfläche kostet sie 14.000 bis 22.000 Euro. Ein Rohbaukeller für dieselbe Grundfläche kommt auf 38.000 bis 55.000 Euro, ein Wohnkeller auf 75.000 bis 110.000 Euro. **Wann lohnt sich ein Keller?** Ein Keller rechnet sich vor allem in Regionen mit Grundstückspreisen über 400 Euro/m² oder wenn du die zusätzliche Nutzfläche wirklich brauchst. In ländlichen Lagen mit günstigen Grundstücken ist die Bodenplatte fast immer wirtschaftlicher. **Was kostet ein Keller 2026 pro Quadratmeter?** Ein Rohbaukeller kostet 2026 zwischen 380 und 550 Euro pro Quadratmeter Kellerfläche. Ein fertig ausgebauter Wohnkeller kommt auf 750 bis 1.100 Euro/m². Bei drückendem Grundwasser (Weißer Tank) sind 900 bis 1.300 Euro/m² zu kalkulieren. **Muss ein Keller nach GEG 2026 gedämmt werden?** Bei beheizten Kellern ja: Die Kellerdecke zum Wohnraum muss einen U-Wert von max. 0,30 W/(m²K) erreichen, Kellerwände gegen Erdreich max. 0,35 W/(m²K). Unbeheizte Keller unterliegen keinen GEG-Anforderungen an die Außenwände, das vereinfacht die Planung erheblich. **Kann ich einen Keller nachträglich einbauen?** Nur mit extremem Aufwand und Kosten: Unterfangung bestehender Fundamente, vollständiger Aushub unter dem Haus, aufwändige Abdichtung. Die Kosten übersteigen fast immer den Nutzen. Die Entscheidung muss vor dem Rohbau fallen. **Welches Bodengutachten brauche ich vor dem Kellerbau?** Ein Baugrundgutachten für 1.500 bis 4.000 Euro. Es zeigt Grundwasserstand, Bodentragfähigkeit und Sonderbedingungen. Ohne Gutachten riskierst du eine böse Überraschung beim Erdaushub, zum Beispiel Grundwasser in Kellertiefe, das einen Weißen Tank für 90.000 bis 130.000 Euro statt 45.000 bis 65.000 Euro nötig macht. Quellen: - Hauptverband der Deutschen Bauindustrie – Baumaterialpreise Juni 2026: https://www.bauindustrie.de/zahlen-fakten/publikationen/brancheninfo-bau/baumaterialpreise - KfW – Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Foerderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngebaeude-(297-298)/ - BBSR – Baupreisprognose 2026: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/fachbeitraege/bauen/bauwirtschaft/baupreisprognose/baupreisprognose.html --- # Bauzinsen Juni 2026 nach EZB-Erhöhung: Was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-juni-2026-ezb-erhoehung-baufinanzierung Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die EZB hat am 11. Juni 2026 die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht, und die Bauzinsen reagieren. Für 10-jährige Zinsbindung liegen die Marktkonditionen heute zwischen 3,57 und 3,93 Prozent effektiv. Gegenüber dem Jahrestief im Februar ist das ein Sprung von rund 0,5 Prozentpunkten. Was das konkret für deinen Hausbaukredit bedeutet, ob Warten hilft und wo die KfW noch Zinssätze unter 1 Prozent bietet. ## Wo stehen die Bauzinsen heute? **Im Juni 2026 liegen die Bauzinsen für 10 Jahre Zinsbindung zwischen 3,57 und 3,93 Prozent effektiv, nach der EZB-Erhöhung vom 11. Juni tendenziell am oberen Ende der Spanne.** | Zinsbindung | Topzins | Durchschnitt | Oberes Ende | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 3,30 % | 3,55 % | 3,80 % | | 10 Jahre | 3,57 % | 3,75 % | 3,93 % | | 15 Jahre | 3,81 % | 4,00 % | 4,20 % | | 20 Jahre | 3,96 % | 4,15 % | 4,35 % | | 30 Jahre | 4,23 % | 4,40 % | 4,60 % | *Quelle: Dr. Klein, baufi24, Stand Mitte Juni 2026. Topzins gilt für gute Bonität, mindestens 20 % Eigenkapital und Beleihungsauslauf unter 80 %.* Zum Vergleich: Im Januar 2026 lagen die Marktkonditionen noch bei rund 3,1 bis 3,3 Prozent. Wer damals gezögert hat, zahlt jetzt 0,4 bis 0,6 Prozentpunkte mehr. Auf 350.000 Euro Kredit über 10 Jahre macht das bis zu 21.000 Euro Mehrkosten. Wichtig: Diese Zinssätze gelten für den freien Markt. KfW-Förderkredite sind davon vollständig entkoppelt und liegen weit darunter, dazu mehr im nächsten Abschnitt. ## Warum die EZB die Zinsen erhöht hat **Die Europäische Zentralbank reagierte am 11. Juni 2026 auf eine wieder anziehende Inflation in der Eurozone. Der Hauptrefinanzierungssatz stieg um 0,25 Prozentpunkte, damit dreht die EZB nach mehreren Senkungen in 2024 und 2025 wieder am Rad.** Hintergrund: Energie- und Nahrungsmittelpreise haben sich im ersten Halbjahr 2026 stärker verteuert als von der EZB erwartet. Das robuste Wirtschaftswachstum in Deutschland und Frankreich gibt der Notenbank keinen Grund zur Lockerung. Bauzinsen folgen nicht direkt dem EZB-Leitzins, sondern orientieren sich primär an den Renditen zehnjähriger Bundesanleihen. Die Korrelation ist aber eng: Steigt der Leitzins, verteuern sich Anleihen, und damit die Refinanzierungskosten der Banken. Ein Teil des Effekts der Juni-Entscheidung war in den aktuellen Marktpreisen bereits eingepreist, ein Teil wird noch folgen. Mehrere Experten, darunter Dr. Klein und Finanztip, rechnen bis Ende 2026 mit einer Spanne von 3,5 bis 4,0 Prozent für 10-jährige Konditionen. Eine deutliche Senkung erscheint kurzfristig unwahrscheinlich. ## Was ein Baukredit 2026 konkret kostet **Bei 300.000 Euro Darlehen und 10 Jahren Zinsbindung macht ein halber Prozentpunkt Unterschied beim Zinssatz etwa 1.500 Euro pro Jahr aus, über die gesamte Zinsbindung also bis zu 15.000 Euro mehr oder weniger Zinskosten.** Konkretes Beispiel für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 150 m² Wohnfläche, Kaufpreis 450.000 Euro, Eigenkapital 90.000 Euro (20 %), Kredit 360.000 Euro: | Zinssatz | Monatliche Rate (2 % Tilgung) | Zinskosten 10 Jahre | Restschuld nach 10 J. | |---|---|---|---| | 3,50 % | 1.650 € | ca. 115.000 € | ca. 267.000 € | | 3,75 % | 1.725 € | ca. 123.500 € | ca. 272.000 € | | 4,00 % | 1.800 € | ca. 132.000 € | ca. 277.000 € | | 4,25 % | 1.875 € | ca. 140.500 € | ca. 282.000 € | *Richtwerte ohne Kreditnebenkosten. Deinen Finanzierungsbedarf inklusive aller Nebenkosten berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner).* Die monatliche Rate ist eine Sache. Die zweite: die Restschuld nach 10 Jahren, die dann zu neuen, möglicherweise höheren: Konditionen verlängert werden muss. Eine höhere Tilgung (3 Prozent statt 2) kostet monatlich mehr, reduziert aber das Anschlussfinanzierungsrisiko erheblich. ## KfW vs. Markt: Der Zinsunterschied in Zahlen **Trotz der EZB-Erhöhung bleibt die KfW-Förderung der wirksamste Hebel für günstige Baukredite. Das KfW-Programm 298 (Effizienzhaus 40) bietet aktuell 0,6 Prozent Effektivzins, rund 3,0 bis 3,3 Prozentpunkte unter dem Markt.** | Finanzierungsweg | Zinssatz effektiv | Max. Betrag | Voraussetzung | |---|---|---|---| | KfW 298 (EH40) | 0,6 % | 150.000 € je WE | EH40, 100 % erneuerbar | | KfW 297 (EH55) | 1,0 % | 100.000 € je WE | EH55, Frist 30. Juni 2026 | | Markt Topzins | 3,57 % | unbegrenzt | Bonität, Eigenkapital | | Markt Durchschnitt | 3,75 bis 3,93 % | unbegrenzt | Standardvoraussetzungen | *Quelle: KfW Stand März 2026, Dr. Klein und baufi24 Stand Juni 2026* Der konkrete Vorteil: 100.000 Euro zu 0,6 Prozent statt 3,75 Prozent effektiv über 10 Jahre spart rund 19.000 Euro an Zinsen, fast ein Fünftel der Kreditsumme. Das übersteigt die Mehrkosten für den EH40-Standard bei den meisten Neubauten. Was die KfW-Förderung nicht ersetzt: den Rest der Finanzierung. KfW-Anteile (maximal 150.000 Euro je Wohneinheit) decken oft nur ein Drittel bis die Hälfte des Gesamtdarlehens. Den Restbetrag nimmt man zu Marktkonditionen, und dort schlägt die EZB-Entscheidung durch. Alles zu Antragstellung, Kombination mit anderen Programmen und aktuellen Konditionen erklärt der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Lohnt es sich zu warten? **Die ehrliche Antwort: Nein, wer ein konkretes Vorhaben und ausreichend Eigenkapital hat, gewinnt durch Warten auf günstigere Zinsen aktuell mehr als er verliert.** Die Zinsentwicklung der letzten Monate zeigt das Muster: Kurze Entspannungsphasen werden durch neue Nachrichten und Notenbank-Entscheidungen schnell aufgeholt. Wer im Januar 2026 auf sinkende Zinsen gehofft hat, zahlt heute 0,4 bis 0,6 Prozentpunkte mehr als erwartet, und hat ein halbes Jahr Miete bezahlt, ohne Eigentumsaufbau. Drei realistische Szenarien: **Szenario 1: Eigenkapital und Grundstück vorhanden:** Jetzt finanzieren. KfW-Förderung mitnehmen (EH40 läuft weiter), lange Zinsbindung wählen (15 oder 20 Jahre). Die regionalen [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) oder anderer Bundesländer helfen, den Kreditbedarf realistisch zu planen. **Szenario 2: Eigenkapital noch im Aufbau:** Weiter sparen mit konkretem Zeithorizont. Jeder Monat bedeutet auch: ein weiterer Monat Mietkosten ohne Eigentumsbildung. Drei bis vier Prozentpunkte Zinsvorteil durch höheres Eigenkapital rechtfertigen den Aufschub aber oft. **Szenario 3: Grundstück geplant, Bau noch offen:** Grundstück sichern (Zinsen fallen nur auf den Grundstückspreis an, wenn Bau separat beauftragt wird), Baudarlehen erst bei konkreter Planung aufnehmen. ## Eigenkapital als stärkster Zinshebel **Dein Eigenkapitalanteil ist der stärkste Einflussfaktor auf deinen persönlichen Zinssatz, stärker als die Wahl der Bank und der Zeitpunkt des Abschlusses.** Banken staffeln ihren Zinssatz nach dem Beleihungsauslauf (Verhältnis Kredit zu Immobilienwert). Je mehr Eigenkapital, desto besser die Konditionen: | Eigenkapitalanteil | Beleihungsauslauf | Zinsvorteil gg. 90 % | |---|---|---| | 10 % | 90 % | Referenz | | 20 % | 80 % | ca., 0,2 bis, 0,4 % | | 30 % | 70 % | ca., 0,4 bis, 0,6 % | | 40 % | 60 % | ca., 0,6 bis, 0,8 % | *Richtwerte; individuelle Spreads variieren nach Bank und Bonität* 30 Prozent Eigenkapital statt 10 Prozent senkt den Zinssatz typischerweise um 0,5 bis 0,8 Prozentpunkte, das macht bei 350.000 Euro Kredit über 10 Jahre rund 17.000 bis 28.000 Euro Unterschied. Nicht vergessen: Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, müssen vollständig aus Eigenkapital kommen und sind nicht kreditfinanzierbar. In NRW kostet die Grunderwerbsteuer bei einem 400.000-Euro-Kauf 26.000 Euro. Das reduziert das effektiv einsetzbares Eigenkapital erheblich. ## Was du jetzt konkret tun kannst **Drei Maßnahmen, die sofort umsetbar sind und direkt den Zinssatz beeinflussen:** **1. Mehrere Angebote einholen:** Die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Angebot liegt aktuell bei 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten, bei 350.000 Euro über 10 Jahre bis zu 17.500 Euro Unterschied. Unabhängige Vermittler wie Interhyp oder Dr. Klein vergleichen hunderte Banken gleichzeitig. **2. KfW-Anteil maximieren:** Wer EH55 oder EH40 baut, stellt den KfW-Antrag sofort. EH55-Plus (1,0 %) endet am 30. Juni 2026. EH40 (0,6 %) läuft weiter. Der KfW-Anteil senkt den effektiven Gesamtzinssatz erheblich, auch wenn der Marktanteil teurer bleibt. **3. Zinsbindung bewusst wählen:** 15 oder 20 Jahre Zinsbindung kostet aktuell 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte Aufschlag gegenüber 10 Jahren, schützt aber vor einem weiteren Zinsanstieg. Wer in 10 Jahren zu möglicherweise 5 Prozent verlängern müsste, zahlt das Vielfache des heutigen Aufschlags. ## FAQ: Bauzinsen und EZB-Erhöhung Juni 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen aktuell im Juni 2026?** Für 10-jährige Zinsbindung liegt der Topzins bei 3,57 Prozent effektiv (sehr gute Bonität, mind. 20 % Eigenkapital). Der Durchschnitt liegt bei 3,75 bis 3,93 Prozent. Nach der EZB-Erhöhung vom 11. Juni tendieren die Werte zum oberen Ende. **Warum hat die EZB am 11. Juni 2026 die Zinsen erhöht?** Die EZB reagierte auf steigende Inflation in der Eurozone im ersten Halbjahr 2026. Energie- und Nahrungsmittelpreise verteuerten sich stärker als erwartet. Das robuste Wirtschaftswachstum gab der EZB keinen Anlass zur Lockerung. Der Leitzins stieg um 0,25 Prozentpunkte. **Werden die Bauzinsen 2026 noch weiter steigen?** Mehrere Experten rechnen bis Ende 2026 mit einer Spanne von 3,5 bis 4,0 Prozent für 10-jährige Konditionen. Eine starke Senkung ist kurzfristig nicht wahrscheinlich. Warten auf deutlich günstigere Zinsen dürfte sich kaum auszahlen. **Wie günstiger ist die KfW im Vergleich zum Markt?** KfW EH40 (Programm 298) bietet aktuell 0,6 Prozent Effektivzins, KfW EH55 (Programm 297) 1,0 Prozent. Der Markt liegt bei 3,57 bis 3,93 Prozent. Auf 100.000 Euro über 10 Jahre spart das rund 17.000 bis 19.000 Euro Zinsen. **Lohnt sich eine längere Zinsbindung beim Hausbau 2026?** Ja, in den meisten Fällen. 15 oder 20 Jahre Zinsbindung kosten 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte mehr als 10 Jahre, schützen aber vor einem weiteren Zinsanstieg. In einem unsicheren Zinsumfeld wie 2026 ist die Absicherung für die meisten Bauherren sinnvoll. **Kann ich Bauzinsen noch günstig sichern wenn ich kein EH40 baue?** Ja. Auch ohne KfW-Förderung lassen sich die Marktkonditionen durch hohes Eigenkapital (mind. 30 %), kurze Bearbeitungszeit und Vergleich mehrerer Anbieter optimieren. Unabhängige Vermittler erzielen oft 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte bessere Konditionen als Hausbanken. Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen Juni 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - baufivergleich.de: Aktuelle Bauzinsen Juni 2026 – 3,60 % bei 10 Jahren: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ - Finanztip: Zinsentwicklung und Prognose 2026: https://www.finanztip.de/zinsentwicklung/ - KfW: Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Foerderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngebaeude-(297-298)/ - baufi24: Aktuelle Bauzinsen 2026 – Entwicklung & Vergleich: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ --- # Bauzinsen Sommer 2026: EZB erhöht Leitzins, was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-sommer-2026-ezb-erhoehung-baufinanzierung Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die EZB hat am 11. Juni 2026 die Leitzinsen angehoben, erstmals seit einem Jahr. Schlagzeilen gab es genug, Verunsicherung bei Bauherren auch. Und doch: Die Hypothekenzinsen haben kaum reagiert. Warum das so ist, was die Erhöhung trotzdem für deine Finanzierung bedeutet und welche Schritte jetzt sinnvoll sind. ## Was die EZB am 11. Juni 2026 beschlossen hat, und warum **Der EZB-Rat hat am 11. Juni 2026 die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Der Einlagenzinssatz liegt seit dem 17. Juni 2026 bei 2,25 Prozent. Hauptgrund: Die Inflation im Euroraum stieg im Mai 2026 auf 3,2 Prozent, deutlich über dem 2-Prozent-Ziel.** Es ist die erste Zinserhöhung seit Juni 2025. Den Impuls lieferten steigende Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten sowie hartnäckige Kerninflation im Dienstleistungsbereich. Die EZB reagierte auf eine Lage, die sie länger als erwartet im Griff halten muss. Was das konkret bedeutet: Tagesgeld und kurzfristige Sparprodukte profitieren leicht. Bei Baukrediten, die über 10, 15 oder 20 Jahre laufen, ist die direkte Wirkung deutlich schwächer, dazu gleich mehr. ## Bauzinsen im Juni 2026: Wo stehen die Hypothekenzinsen? **Die Hypothekenzinsen in Deutschland liegen im Juni 2026 zwischen 3,7 und 4,5 Prozent, je nach Zinsbindung und Beleihungsauslauf. Die EZB-Entscheidung vom 11. Juni hat die Bauzinsen bisher kaum bewegt.** Aktuelle Richtwerte (Stand: 19. Juni 2026): | Zinsbindung | Beleihung < 70 % | Beleihung 80 % | Beleihung > 90 % | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 3,70 % | 3,80 % | 4,10 % | | 10 Jahre | 3,73 % | 3,79 % | 4,08 % | | 15 Jahre | 3,99 % | 4,07 % | 4,32 % | | 20 Jahre | 4,16 % | 4,20 % | 4,50 % | *Quelle: Interhyp / Finanztip, Stand Juni 2026. Effektive Jahreszinsen bei guter Bonität.* Der Vergleich zur EZB-Sitzung vor einem Monat zeigt: Die Bewegung lag bei weniger als 10 Basispunkten. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer grundsätzlichen Entkoppelung zwischen Leitzins und Hypothekenzins. Wer gerade ein Bauvorhaben plant und wissen will, was das in Euro bedeutet, sollte den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) nutzen, dort lassen sich Zinssatz, Tilgung und Laufzeit direkt durchspielen. ## Warum bewegen sich Bauzinsen nicht im Gleichschritt mit dem EZB-Leitzins? **Bauzinsen folgen nicht dem Leitzins, sondern den Renditen langfristiger Staatsanleihen, insbesondere der 10-jährigen Bundesanleihe. Diese wird durch Erwartungen über Inflation, Wirtschaftswachstum und geopolitische Risiken geprägt, nicht durch kurzfristige EZB-Beschlüsse.** Der EZB-Leitzins beeinflusst direkt den Tagesgeldmarkt zwischen Banken, also kurzfristige Kredite über Nacht oder wenige Wochen. Hypothekendarlehen laufen 10, 15 oder 20 Jahre. Deren Preissetzung richtet sich danach, was Investoren für lange Laufzeiten verlangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe, das Referenzinstrument für Hypotheken in Deutschland, bewegt sich aktuell bei rund 2,8 bis 3,0 Prozent. Banken addieren eine Marge von typischerweise 0,7 bis 1,2 Prozentpunkten für Risiko und Verwaltung. Das ergibt die Hypothekenzinsen, die du siehst. Die EZB-Erhöhung war vom Markt weitgehend erwartet worden. Entsprechend war die Reaktion der Bundesanleihe-Renditen gedämpft. Die Entsche“dung war, wie Interhyp es formuliert, „bereits eingepreist“, die Märkte hatten sie vorweggenommen. ## Was die aktuelle Zinslage für deine Baufinanzierung bedeutet **Das Zinsniveau im Sommer 2026 ist stabil und planbar, aber deutlich höher als in der Niedrigzinsphase vor 2022. Wer heute finanziert, zahlt spürbar mehr Zinsen als noch vor fünf Jahren.** Zum Vergleich: 2020/2021 lagen 10-jährige Bauzinsen bei 1,0 bis 1,3 Prozent. Auf 400.000 Euro Kredit über 10 Jahre bedeuteten das rund 28.000 Euro Zinsen. Bei heute 3,75 Prozent sind es gut 82.000 Euro, rund 54.000 Euro mehr für denselben Kredit. Das bedeutet nicht, dass Bauen heute falsch ist. Aber es heißt: - **Eigenkapital ist wichtiger denn je.** Je mehr Eigenkapital, desto niedriger der Zinssatz, der Sprung von 90 % auf 80 % Beleihung bringt typischerweise 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte Vorteil. - **Anfangstilgung nicht zu niedrig wählen.** Wer heute mit 1 % tilgt, hat bei der Anschlussfinanzierung in 10 Jahren kaum etwas abbezahlt, ein Risiko, wenn die Zinsen dann noch höher liegen. - **KfW-Kombination lohnt sich mehr als früher.** Je höher der Marktzins, desto größer der Vorteil eines subventionierten KfW-Darlehens. Wichtig für die regionale Einordnung: Wer in Bayern baut, zahlt zwar weniger Grunderwerbsteuer (3,5 %), aber höhere Grundstückspreise. Die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) gibt einen Überblick, was dort realistisch ist. ## KfW-Kombination: Wie Bauherren trotz hoher Marktzinsen sparen **Wer einen KfW-Kredit mit einem Marktdarlehen kombiniert, kann seine effektiven Finanzierungskosten erheblich senken. Beim Effizienzhaus 40 (KfW 298) liegt der Zinssatz bei 0,6 Prozent, auf 150.000 Euro macht das gegenüber dem Markt über 23.000 Euro Ersparnis in 10 Jahren.** Die KfW hält ihre Förderkonditionen trotz EZB-Erhöhung konstant. Der Grund: KfW-Zinsen werden durch Bundesmittel subventioniert, sie sind nicht direkt an Marktbedingungen gekoppelt. Für Bauherren eines [Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus), die heute planen, ergibt sich folgendes Bild: | Kredit | Zinssatz | Betrag | Zinskosten 10 J. | |---|---|---|---| | KfW 298 (EH40) | 0,6 % | 150.000 € | ca. 4.600 € | | Marktdarlehen (80 % Beleihung) | 3,79 % | 250.000 € | ca. 51.300 € | | **Gesamt KfW-Kombination** |, | **400.000 €** | **ca. 55.900 €** | | Alles zu Marktzins (3,79 %) | 3,79 % | 400.000 € | ca. 82.000 € | | **KfW-Ersparnis** | | | **ca. 26.100 €** | *Richtwerte für 10 Jahre Zinsbindung, 2 % Anfangstilgung. Individuelle Abweichungen möglich.* Das EH55-Sonderprogramm (1,0 % Zinssatz, bis zu 100.000 € je Wohneinheit) läuft bereits am 30. Juni 2026 aus, also in 11 Tagen. Was du bis dahin tun kannst und ob es für dich noch reicht, erklärt der Ratgeber [KfW Effizienzhaus 55: Antragsfrist Juni 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-effizienzhaus-55-antragsfrist-juni-2026). Nach dem 30. Juni läuft KfW 298 (EH40) weiter, mit sogar noch besserem Zinssatz (0,6 %) und höherem Kreditrahmen (150.000 € je Wohneinheit). Wer EH40 baulich umsetzen kann, profitiert nach dem 30. Juni von einem attraktiveren Gesamtpaket. ## Jetzt bauen oder warten? Was die Daten sagen **Wer eine klare Motivation und ausreichend Eigenkapital hat, sollte nicht auf sinkende Bauzinsen spekulieren. Die Mehrheit der Experten erwartet für 2026/2027 eine Seitwärtsbewegung oder leichtes Ansteigen, nicht die erhofften 2-Prozent-Niveaus.** Die Interhyp-Expertenumfrage vom Juni 2026 prognostiziert für die nächsten 12 Monate mehrheitlich stabile Bauzinsen mit leichter Aufwärtstendenz am langen Ende. Ursache ist die erhöhte Inflation durch Energiepreise, die die EZB zu weiterer Vorsicht zwingt. **Argumente fürs Jetzt-Bauen:** - Bauzinsen sind stabil und vorhersehbar, kein größerer Schock zu erwarten - Baupreise steigen weiter (BBSR: +3,3 % in 2026): Warten verteuert das Projekt - KfW EH40 ist verfügbar und günstig - Mietkosten als Alternative fallen inzwischen ebenso hoch aus **Argumente fürs Warten:** - Wer noch nicht genug Eigenkapital hat, sollte zunächst ansparen, das bringt deutlich niedrigere Zinsen - Geopolitische Unsicherheit könnte Energiepreise weiter treiben - Einzelne Experten erwarten Zinsrückgang 2027, wenn die Inflation wieder sinkt Die Entscheidung hängt stark von individuellen Faktoren ab: Eigenkapitalhöhe, Region, Bauweise. Wer die regionalen Unterschiede kennt, trifft die Abwägung fundierter. Einen guten Einstieg bietet die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Eine vollständige Übersicht zu den Gesamtkosten, inklusive Grundstück, Kaufnebenkosten und Finanzierungsbedarf, bietet der [Ratgeber Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Was Bauherren jetzt konkret tun sollten **Unabhängig davon, ob du in den nächsten Wochen oder erst in 12 Monaten kaufst: Wer die aktuellen Konditionen kennt, verhandelt besser, und vergleicht Angebote auf gleicher Grundlage.** Fünf Schritte, die jetzt sinnvoll sind: 1. **Finanzierungsbedarf berechnen:** Gesamtkosten = Kaufpreis + Grunderwerbsteuer + Notar/Grundbuch + ggf. Makler. Nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) für eine erste Orientierung. 2. **Eigenkapital prüfen:** Mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital, plus alle Nebenkosten vollständig aus Eigenmitteln. Banken finanzieren Nebenkosten in der Regel nicht mit. 3. **KfW-Eignung klären:** EH40-Standard baulich möglich? Energieeffizienz-Experten beauftragen (Vorlaufzeit: 1 bis 4 Wochen). 4. **Zinsbindung wählen:** Bei stabilen oder leicht steigenden Zinserwartungen ist eine lange Zinsbindung (15 bis 20 Jahre) die sichere Wahl. 10 Jahre kosten weniger, tragen aber das Risiko einer höheren Anschlussfinanzierung. 5. **Mehrere Angebote vergleichen:** Zwischen Topkonditionen und Durchschnitt liegen oft 0,3 bis 0,6 Prozentpunkte. Auf 350.000 Euro über 15 Jahre ist das ein Unterschied von 15.000 bis 30.000 Euro. ## FAQ: Bauzinsen und EZB-Erhöhung im Sommer 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im Juni 2026?** Für 10-jährige Zinsbindung liegen die Bauzinsen bei 3,73 % bis 4,08 % (je nach Beleihungsauslauf). Bei 15 Jahren sind es 3,99 % bis 4,32 %, bei 20 Jahren 4,16 % bis 4,50 %. Topkonditionen bei niedrigem Beleihungsauslauf beginnen bei rund 3,70 %. **Hat die EZB-Erhöhung vom 11. Juni 2026 die Bauzinsen erhöht?** Kaum messbar. Die EZB erhöhte den Einlagenzinssatz um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 %. Da der Markt das erwartet hatte, war der Beschluss bereits eingepreist. Bauzinsen bewegten sich seit der Sitzung um weniger als 0,1 Prozentpunkte. **Werden die Bauzinsen 2026 noch sinken?** Die Mehrheit der Experten erwartet eine Seitwärtsbewegung bis Ende 2026. Ein Rückgang unter 3 % ist kurzfristig unwahrscheinlich, solange die Inflation im Euroraum über 2,5 % liegt. **Lohnt sich eine KfW-Kombination noch bei aktuellen Marktzinsen?** Ja, sogar mehr als früher. Je höher die Marktbauzinsen, desto größer der Vorteil eines subventionierten KfW-Kredits. KfW 298 (EH40) bietet 0,6 % Effektivzins auf bis zu 150.000 Euro und läuft unbefristet weiter. **Wann sollte ich die Zinsbindung festschreiben?** Bei stabilen oder leicht steigenden Zinserwartungen ist eine lange Zinsbindung von 15 bis 20 Jahren die sichere Wahl. Sie kostet etwas mehr pro Jahr, schützt aber vor Anschlussfinanzierungs-Risiken. **Was bringt mehr Eigenkapital konkret?** Wer von 90 % Beleihung auf 80 % wechselt, spart typischerweise 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte Zinsen. Auf 300.000 Euro über 15 Jahre sind das rund 9.000 bis 13.000 Euro, reine Ersparnis durch mehr Eigenkapital. Quellen: - Interhyp: Bauzinsen aktuell – Zinstabelle Juni 2026: https://www.interhyp.de/zinsen/ - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen 2026 & Entwicklung: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - FTD: EZB-Zinsentscheid Juni 2026 – Leitzinserhöhung: https://www.ftd.de/wirtschaft-und-politik/geldpolitik/ezb-zinsentscheid-juni-2026-leitzins-erhoehung/ - Baufivergleich: Aktuelle Bauzinsen Juni 2026: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ --- # Grunderwerbsteuer 2026: Bundesländer-Vergleich, Berechnung und Spartipps URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/grunderwerbsteuer-2026-bundeslaender-steuersaetze-tipps Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die Grunderwerbsteuer ist einer der größten Kostenblöcke beim Immobilienkauf, und trotzdem wird sie in vielen Finanzierungsplänen unterschätzt. Bei einem Einfamilienhaus für 400.000 Euro zahlst du in Bayern 14.000 Euro, in NRW 26.000 Euro. Derselbe Kauf, zwölftausend Euro Unterschied, nur wegen des Bundeslands. Was 2026 gilt, was sich in den letzten Jahren geändert hat und wie du die Steuer legal reduzieren kannst. ## Was ist die Grunderwerbsteuer, und wer zahlt sie? **Die Grunderwerbsteuer fällt einmalig an, sobald du ein Grundstück oder eine Immobilie kaufst. Sie ist Ländersache, liegt zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises und muss vor der Grundbucheintragung bezahlt werden.** Schuldner sind formal Käufer und Verkäufer gemeinsam, in der Praxis übernimmt sie fast immer der Käufer, das wird so im notariellen Kaufvertrag vereinbart. Nach der Beurkundung schickt das Finanzamt einen Steuerbescheid, der innerhalb eines Monats fällig ist. Wer nicht zahlt, bekommt keine Unbedenklichkeitsbescheinigung, und ohne die trägt das Grundbuchamt dich nicht als Eigentümer ein. Bemessungsgrundlage ist der beurkundete Kaufpreis. Beim Kauf eines [Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) über einen Bauträger zu 450.000 Euro fällt die Steuer auf den Gesamtpreis an. Wer Grundstück und Bau in getrennten Verträgen organisiert, zahlt sie nur auf den Grundstückspreis, dazu mehr im Abschnitt Spartipps. Den genauen Finanzierungsbedarf inklusive Grunderwerbsteuer und aller anderen Nebenkosten berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Grunderwerbsteuer 2026: Alle 16 Bundesländer im Vergleich **In Deutschland gibt es seit der Föderalismusreform 2006 keinen einheitlichen Grunderwerbsteuersatz mehr. Jedes Bundesland setzt ihn selbst fest, von 3,5 % in Bayern bis 6,5 % in vier Bundesländern. Bayern hat seinen Satz seit 1997 nicht angetastet.** | Bundesland | Steuersatz 2026 | Gültig seit | |---|---|---| | Bayern | **3,5 %** | 01.01.1997 | | Baden-Württemberg | 5,0 % | 05.11.2011 | | Niedersachsen | 5,0 % | 01.01.2014 | | Rheinland-Pfalz | 5,0 % | 01.03.2012 | | Sachsen-Anhalt | 5,0 % | 01.03.2012 | | Thüringen | 5,0 % | 01.01.2024 | | Bremen | 5,5 % | 01.07.2025 | | Hamburg | 5,5 % | 01.01.2023 | | Sachsen | 5,5 % | 01.01.2023 | | Berlin | 6,0 % | 01.01.2014 | | Hessen | 6,0 % | 01.08.2014 | | Mecklenburg-Vorpommern | 6,0 % | 01.07.2019 | | Brandenburg | **6,5 %** | 01.07.2015 | | Nordrhein-Westfalen | **6,5 %** | 01.01.2015 | | Saarland | **6,5 %** | 01.01.2015 | | Schleswig-Holstein | **6,5 %** | 01.01.2014 | *Stand: Juni 2026. Keine Änderungen für 2026 beschlossen.* Der Trend der letzten 15 Jahre ist eindeutig: Fast alle Bundesländer haben den Satz schrittweise erhöht, um Haushaltslöcher zu stopfen. Ausnahme: Thüringen hat ihn zum 1. Januar 2024 von 6,5 % auf 5,0 % gesenkt, eine der wenigen Senkungen überhaupt. ## Was kostet mich das konkret? Berechnungsbeispiele nach Kaufpreis und Bundesland **Bei einem typischen Neubau-Grundstückskauf liegt die Grunderwerbsteuer zwischen 5.000 und 45.500 Euro, je nach Kaufpreis und Bundesland. Sie gehört zu den Baunebenkosten, die viele Bauherren unterschätzen.** | Kaufpreis | Bayern (3,5 %) | Hamburg (5,5 %) | NRW (6,5 %) | |---|---|---|---| | 150.000 € | 5.250 € | 8.250 € | 9.750 € | | 250.000 € | 8.750 € | 13.750 € | 16.250 € | | 350.000 € | 12.250 € | 19.250 € | 22.750 € | | 500.000 € | 17.500 € | 27.500 € | 32.500 € | | 700.000 € | 24.500 € | 38.500 € | 45.500 € | Für Neubauprojekte mit eigenem Architekten und separatem Grundstückskauf fällt die Steuer nur auf den Grundstückspreis an. In Ballungsräumen mit Grundstückspreisen von 200.000 bis 400.000 Euro macht das in NRW immer noch 13.000 bis 26.000 Euro aus, allein für das Grundstück. Ein realistisches Gesamtbild für ein Bauvorhaben in Nordrhein-Westfalen mit 120 m² Wohnfläche: Die regionalen [Baukosten in Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) liegen derzeit bei 2.200 bis 2.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für Massivhäuser, hinzu kommen Grundstück und Nebenkosten, inklusive Grunderwerbsteuer. ## Was hat sich in den letzten Jahren geändert? **Für 2026 sind keine Änderungen angekündigt. Die letzte Erhöhung gab es in Bremen zum 1. Juli 2025. Insgesamt haben die Bundesländer die Sätze seit 2006 fast flächendeckend erhöht.** Eine Übersicht der wichtigsten Veränderungen seit 2022: - **Bremen** erhöhte zum 1. Juli 2025 von 5,0 % auf 5,5 %. - **Thüringen** senkte zum 1. Januar 2024 von 6,5 % auf 5,0 %, eine der wenigen Senkungen. - **Sachsen** erhöhte zum 1. Januar 2023 von 3,5 % auf 5,5 %, der größte Sprung der letzten Jahre. - **Hamburg** erhöhte zum 1. Januar 2023 von 4,5 % auf 5,5 %. Bayern ist das einzige Bundesland, das seinen Satz seit 1997 nicht verändert hat. Wer in München oder Nürnberg kauft, zahlt trotzdem eine hohe absolute Steuersumme, weil die Kaufpreise weit über dem Bundesdurchschnitt liegen. ## Wer ist von der Grunderwerbsteuer befreit? **Das Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) sieht mehrere Befreiungen vor. Die wichtigste: Immobilienkäufe unter engen Verwandten sind steuerfrei.** Die wichtigsten Ausnahmen: 1. **Kauf von engen Verwandten (§ 3 Nr. 4 bis 6 GrEStG)**: Übertragungen zwischen Ehegatten, eingetragenen Lebenspartnern sowie zwischen Eltern und Kindern sind grunderwerbsteuerfrei. Geschwister, Tanten, Onkel oder Cousins sind nicht privilegiert. 2. **Erbschaft und Schenkung**: Grundstücke, die durch Erbschaft oder Schenkung übertragen werden, unterliegen der Erbschafts- und Schenkungsteuer, nicht der Grunderwerbsteuer. 3. **Kaufpreis unter 2.500 Euro**: Bei einem beurkundeten Kaufpreis unter dieser Grenze entsteht keine Grunderwerbsteuerpflicht, bei Baugrundstücken kaum praxisrelevant. 4. **Gütergemeinschaft**: Übertragungen im Rahmen einer ehelichen Gütergemeinschaft können steuerfrei sein. 5. **Scheidungsfolge**: Grundstücksübertragungen, die gerichtlich im Rahmen einer Scheidungsfolgevereinbarung angeordnet werden, können von der Steuer befreit sein, ist aber im Einzelfall zu prüfen. ## Wie Bauherren legal Grunderwerbsteuer sparen können **Eine vollständige Umgehung der Grunderwerbsteuer ist nicht möglich und auch nicht das Ziel. Aber die Bemessungsgrundlage lässt sich in bestimmten Konstellationen legal reduzieren.** **1. Bewegliches Inventar separat ausweisen** Wer eine Bestandsimmobilie kauft, bei der der Verkäufer Einbauküche, Gartenmöbel, Gartengeräte oder externe Beleuchtung mitverkauft, kann diese Posten im notariellen Kaufvertrag separat bewerten lassen. Die Grunderwerbsteuer fällt dann nur auf den Immobilienanteil an. Das Finanzamt prüft die Angemessenheit, übertriebene Wertangaben für Inventar werden nicht akzeptiert. Glaubwürdig sind Marktpreise, die du mit Quittungen oder Schätzungen belegen kannst. **2. Grundstücks- und Bauvertrag trennen** Wer ein Grundstück separat kauft und dann eigenständig Architekten und Baufirmen beauftragt, zahlt Grunderwerbsteuer nur auf den Grundstückspreis. Beim Bauträgervertrag (Grundstück und Haus als Paket) wird der Gesamtpreis besteuert. Bei einem 500.000-Euro-Bauträgerprojekt mit 200.000-Euro-Grundstücksanteil spart das in NRW: 300.000 × 6,5 % = 19.500 Euro weniger Steuer, wenn der Bau separat beauftragt wird. **3. Familieninterne Übertragungen nutzen** Eltern, die ihren Kindern ein Grundstück übertragen oder verkaufen, lösen keine Grunderwerbsteuer aus. Voraussetzung ist eine echte Eigentumsübertragung, nicht nur eine Bevollmächtigung. Das setzt voraus, dass das Grundstück tatsächlich auf den Nachwuchs übergeht, mit allen Konsequenzen. Einen vollständigen Überblick aller Nebenkosten beim Hausbau: Notar, Grundbuch, Makler, Erschließung, bietet der Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Reform: Kommt der Freibetrag für Erstkäufer? **In der Koalition und bei Wirtschaftsverbänden wird seit Jahren ein Grunderwerbsteuer-Freibetrag für Erstkäufer diskutiert. Stand Juni 2026: Kein Gesetzentwurf, keine beschlossene Reform.** Die diskutierten Modelle: - **Freibetrag 250.000 bis 500.000 Euro** für Erstkäufer von selbstgenutztem Wohneigentum: Wer erstmals kauft und selbst einzieht, würde bis zu einer Kaufpreisschwelle keine Grunderwerbsteuer zahlen. Schätzungen der Verbände: Das könnte die Eigentumsquote in Deutschland, aktuell rund 45 % und damit eine der niedrigsten in der EU, merklich erhöhen. - **Progressive Staffelung**: Niedrige Kaufpreise gering belasten, Luxusimmobilien stärker besteuern. - **Bundeseinheitlicher Satz**: Politisch kaum durchsetzbar, da die Länder auf ihre Steuerhoheit pochen. Für Bauherren und Käufer, die 2026 oder 2027 planen: Mit einer Entlastung ist kurzfristig nicht zu rechnen. Wer kauft, sollte die geltenden Sätze vollständig in die Finanzierung einplanen. ## FAQ: Grunderwerbsteuer 2026 **Wann muss ich die Grunderwerbsteuer zahlen?** Nach der notariellen Beurkundung schickt das Finanzamt einen Steuerbescheid, in der Regel 4 bis 6 Wochen später. Die Steuer ist innerhalb eines Monats nach Bescheiddatum fällig. Ohne Zahlung keine Unbedenklichkeitsbescheinigung, ohne die das Grundbuchamt die Eigentumsumschreibung verweigert. **Fällt die Grunderwerbsteuer auch beim Erwerb über eine GmbH an?** Beim klassischen Asset Deal (direkt Grundstück kaufen) ja. Beim Share Deal (Anteile an einer Gesellschaft, die Grundbesitz hält) gibt es Sonderregeln, der Gesetzgeber hat diese Gestaltungen seit 2021 erheblich eingeschränkt. Für Privatpersonen, die ein Eigenheim kaufen, ist das irrelevant. **Kann ich die Grunderwerbsteuer von der Steuer absetzen?** Bei selbst genutzten Immobilien nein. Bei vermieteten Immobilien kann sie als Teil der Anschaffungskosten über die Abschreibung (AfA, 2 % p.a. bei Neubauten) steuerlich geltend gemacht werden, verteilt auf 50 Jahre. **Was kostet die Grunderwerbsteuer beim Hausbau über einen Bauträger?** Der Bauträger verkauft Grundstück und Gebäude als Paket. Die Steuer fällt auf den Gesamtkaufpreis an. Wer Grundstück separat kauft und dann selbst baut, zahlt die Steuer nur auf den Grundstücksanteil, das spart bei teuren Bauvorhaben erheblich. **Gilt die Grunderwerbsteuer auch bei Zwangsversteigerungen?** Ja. Auch beim Erwerb durch Zuschlag in einer Zwangsversteigerung fällt Grunderwerbsteuer auf den Zuschlagspreis an. **Wie lange habe ich Zeit, Einspruch gegen den Steuerbescheid einzulegen?** Ein Monat ab Bekanntgabe des Bescheids. Wenn du der Meinung bist, der Kaufpreis wurde falsch angesetzt oder eine Steuerbefreiung wurde nicht berücksichtigt, muss der Einspruch schriftlich beim zuständigen Finanzamt eingehen. Quellen: - Finanz-Tools: Grunderwerbsteuer 2026 – Bundesländer-Tabelle: https://www.finanz-tools.de/grunderwerbsteuer/bundeslaender-tabelle - Finanztip: Grunderwerbsteuer – Aktueller Stand 2026: https://www.finanztip.de/grunderwerbsteuer/ - Immoverkauf24: Grunderwerbsteuer 2026 – Höhe und Bundesländer: https://www.immoverkauf24.de/immobilienverkauf/immobilienverkauf-a-z/grunderwerbsteuer/ --- # Solarpflicht 2026: Welche Bundesländer verpflichten Bauherren zur PV-Anlage? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/solarpflicht-2026-bundeslaender-neubau-uebersicht Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 In immer mehr Bundesländern gilt beim Neubau eine gesetzliche Pflicht zur Installation einer Photovoltaikanlage. 2026 kommen zwei neue Regelungen hinzu: Nordrhein-Westfalen weitet die Pflicht auf Dachsanierungen aus, Schleswig-Holstein führt sie seit März 2026 überhaupt erst ein. Wer 2026 baut oder saniert, muss wissen, was genau gilt, und was es kostet. ## Was ist die Solarpflicht, und wen betrifft sie 2026? **Die Solarpflicht verpflichtet Bauherren, beim Neubau oder bei grundlegenden Dachsanierungen eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage zu installieren. Sie ist in Deutschland Ländersache, mit sehr unterschiedlichen Regelungen je Bundesland.** Sieben Bundesländer haben 2026 eine bindende Solarpflicht für private Wohngebäude beim Neubau: Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. In den meisten dieser Länder gilt die Pflicht ab einer Mindestdachfläche von 50 Quadratmetern. Was bedeutet das in der Praxis? Wer ein Einfamilienhaus plant, wird in diesen Bundesländern keine Baugenehmigung ohne PV-Planung erhalten, oder bekommt Auflagen, die das Gebäude teurer machen. Die Anlage muss beim Einzug betriebsbereit sein, nicht erst Monate danach. Den genauen Finanzierungsbedarf für dein Bauvorhaben, inklusive PV-Anlage und Nebenkosten, berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Solarpflicht nach Bundesland: Die vollständige Übersicht 2026 **In Deutschland gibt es 2026 keine bundeseinheitliche Solarpflicht, die Regelungen sind Ländersache und unterscheiden sich erheblich nach Zeitpunkt, Gebäudetyp und Mindestfläche.** | Bundesland | Solarpflicht Neubau | Solarpflicht Dachsanierung | Gilt seit | |---|---|---|---| | Baden-Württemberg | Ja (PV oder Solar) | Ja | 2022 / 2023 | | Berlin | Ja (>50 m² Nutzfläche) | Ja | 2023 | | Bremen | Ja | Ja | 2025 / 2024 | | Hamburg | Ja | Ja (wesentlicher Umbau) | 2023 / 2024 | | Niedersachsen | Ja (>50 m² Dach) | Ja | 2025 | | Nordrhein-Westfalen | Ja | **Ja (NEU ab 2026)** | 2025 / 2026 | | Schleswig-Holstein | Ja | Offen | **März 2026** | | Bayern | Soll-Vorschrift (nicht bindend) | Nein | 2025 | | Saarland | PV-ready (Vorbereitung) | Nein |, | | Rheinland-Pfalz | Nur Gewerbegebäude | Nein |, | | Brandenburg | Nein | Nein |, | | Hessen | Nein | Nein |, | | Mecklenburg-Vorpommern | Nein | Nein |, | | Sachsen | Nein | Nein |, | | Sachsen-Anhalt | Nein | Nein |, | | Thüringen | Nein | Nein |, | *Stand: Juni 2026. Regelungen können sich ändern, aktuelle Landesbauordnung vor Baubeginn prüfen.* ## Was sich 2026 neu ändert: NRW und Schleswig-Holstein **Zwei Bundesländer haben ihre Solarpflicht 2026 ausgeweitet oder neu eingeführt, das betrifft Hunderttausende Hauseigentümer direkt.** ### Nordrhein-Westfalen: Erweiterung auf Dachsanierungen NRW hat seine Solarpflicht in zwei Stufen eingeführt: Seit 2025 gilt sie für Neubauten von Wohngebäuden, seit Januar 2026 auch für grundlegende Dachsanierungen. Das bedeutet: Wer in NRW ein Dach komplett erneuert, etwa nach Sturmschäden oder im Zuge einer energetischen Sanierung, muss jetzt auch eine PV-Anlage einplanen. Für das bevölkerungsreichste Bundesland ist das eine erhebliche Ausweitung. NRW hat mehr als 8 Millionen Wohngebäude, viele davon mit sanierungsbedürftigen Dächern aus den 1970er und 1980er Jahren. Auch wer nicht neu baut, sondern saniert, ist ab sofort betroffen. Was eine Dachsanierung plus PV-Pflicht in NRW insgesamt kostet, zeigen die regionalen Richtwerte für [Baukosten in Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ### Schleswig-Holstein: Neu seit März 2026 Schleswig-Holstein hat seine Solarpflicht für Neubauten zum 29. März 2026 eingeführt, als bisher letztes norddeutsches Bundesland. Die Pflicht gilt für neue Bauanträge ab diesem Datum. Wer den Antrag kurz davor gestellt hatte, ist noch befreit. Das Bundesland folgt damit Hamburg und Bremen, die bereits seit 2023 bzw. 2025 entsprechende Regelungen kennen. Für Bauherren in Kiel, Lübeck oder Flensburg ist die Pflicht damit Realität, wenn der Bauantrag ab März 2026 gestellt wurde. ## Was die Solarpflicht für Bauherren konkret bedeutet **Die Solarpflicht erhöht die Baukosten bei einem Einfamilienhaus um 14.000 bis 22.000 Euro, rechnet sich aber in den meisten Fällen durch Eigenverbrauch und Einspeisevergütung innerhalb von 10 bis 13 Jahren.** Für ein typisches [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 120 bis 150 Quadratmeter Wohnfläche und einem Satteldach sind PV-Anlagen mit 6 bis 10 kWp die Regel. Eine detaillierte Kostenübersicht nach Anlagengröße: | Anlagengröße | Passender Haustyp | Kosten ohne Speicher | Kosten mit Speicher | |---|---|---|---| | 5 kWp | Reihenhaus, Bungalow | ca. 8.000 bis 10.000 € | ca. 14.000 bis 17.000 € | | 8 kWp | Einfamilienhaus | ca. 12.000 bis 15.000 € | ca. 18.000 bis 22.000 € | | 12 kWp | Großes EFH, Doppelhaus | ca. 17.000 bis 20.000 € | ca. 25.000 bis 30.000 € | *Richtwerte inkl. Montage und Netzanmeldung, Stand Juni 2026.* Praktische Hinweise für die Bauplanung: - **Statik**: Die Dachkonstruktion muss das Gewicht der Module tragen können. Bei Neubau ist das Standard, im Leistungsverzeichnis sollte es explizit vermerkt sein. - **Dachausrichtung**: Optimal ist Südausrichtung mit 30 bis 45 Grad Neigung. Hauptsächlich nach Norden ausgerichtete Dächer sind meist ausgenommen. - **Stromspeicher**: Die Pflicht betrifft die PV-Anlage, nicht den Speicher. Dennoch: Im Neubau ist die Mitinstallation deutlich günstiger als eine spätere Nachrüstung. - **Betriebsbereitschaft**: Die Anlage muss beim Einzug funktionsfähig angemeldet sein, nicht erst Wochen danach. Alles zu Kosten, Wechselrichtern und KfW-Förderung für PV erklärt der Ratgeber [Photovoltaik-Anlage Kosten 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/photovoltaik-anlage-kosten-2026-foerderung). ## Ausnahmen: Wann entfällt die Solarpflicht? **Die Solarpflicht gilt nicht absolut. Alle Bundesländer sehen Ausnahmen vor, für technisch ungeeignete Fälle, Denkmalschutz und wirtschaftlich unrentable Anlagen. Die Ausnahme muss aber aktiv beantragt werden.** Die häufigsten Ausnahmetatbestände: 1. **Denkmalschutz**: Denkmalgeschützte Gebäude sind in allen Bundesländern ausgenommen. Eine PV-Anlage ist dort selten genehmigungsfähig. 2. **Ungünstige Dachausrichtung**: Hauptsächlich nach Norden ausgerichtete Dachflächen sind befreit, da wirtschaftliche Stromerzeugung kaum möglich ist. 3. **Technische Unmöglichkeit**: Wenn die Dachstatik keine Anlage trägt oder besondere Dachformen die Installation verhindern. 4. **Wirtschaftliche Unzumutbarkeit**: Definition variiert nach Bundesland. In Baden-Württemberg muss eine Amortisation innerhalb von 25 Jahren nachweislich nicht erreichbar sein, eine hohe Hürde. 5. **Zu geringe Dachfläche**: Unterhalb von 50 Quadratmetern nutzbarer Fläche entfällt die Pflicht in den meisten Bundesländern. Wichtig: Wer eine Ausnahme in Anspruch nehmen will, muss das gegenüber der Baubehörde aktiv begründen und dokumentieren. Die Ausnahme gilt nicht automatisch. ## Förderung: Was die Pflichtanlage finanzierbar macht **Wer ein Effizienzhaus 40 baut, bekommt über KfW (Programm 297/298) Zinsen ab 0,6 Prozent, und die PV-Anlage ist meist ohnehin Teil des energetischen Konzepts.** Für die Anlage selbst gibt es mehrere wirtschaftliche Vorteile: - **Einspeisevergütung**: 8,11 Cent/kWh für Volleinspeisung über 10 kWp (Stand 2026) - **Steuerbefreiung**: PV-Anlagen bis 30 kWp sind seit 2023 einkommensteuer- und gewerbesteuerfrei - **Eigenverbrauch**: Wer 30 bis 40 Prozent des Stroms selbst verbraucht, spart bei einem typischen Haushaltsstrompreis von ca. 32 Cent/kWh erheblich Bei einem 8 kWp-System mit Speicher (Anschaffung ca. 20.000 Euro) und 40 Prozent Eigenverbrauch ist die Amortisation nach 10 bis 13 Jahren realistisch. In Bundesländern ohne Solarpflicht ist die Entscheidung für eine PV-Anlage damit auch wirtschaftlich klar. ## Bundesweite Solarpflicht ab 2030, was Bauherren jetzt wissen müssen **Die Bundesregierung plant eine nationale Solarpflicht für neue Wohngebäude ab 1. Januar 2030. Noch ist es kein Gesetz, aber die Richtung ist klar, und wer heute baut, sollte das einkalkulieren.** Im Koalitionsvertrag der CDU/SPD-Regierung (seit Februar 2025) ist eine bundesweite Solarpflicht für gewerbliche Neubauten kurzfristig und für Wohngebäude ab 2030 vorgesehen. Die geplanten Ausnahmen folgen dem Muster der Landesregelungen: technische oder wirtschaftliche Ungeeignetheit. Für Bauherren in Ländern ohne Solarpflicht: Bayern, Sachsen, Thüringen, bedeutet das: Wer 2026 bis 2029 baut, könnte kurz nach Einzug vor einer Nachrüstpflicht stehen. Bestandsschutz ist noch nicht abschließend geregelt. Empfehlung: Dach und Elektroinstallation beim Neubau zumindest "PV-ready" konzipieren, mit vorbereitetem Kabelkanal, ausreichend dimensioniertem Zählerschrank und tragfähiger Dachstatik. Im Neubau kostet das nur wenige hundert Euro Mehrkosten, spart aber Tausende bei späterer Nachrüstung. ## Fünf Schritte für Bauherren in Bundesländern mit Solarpflicht **Wer die Solarpflicht von Anfang an einplant, spart Zeit, Geld und vermeidet Probleme kurz vor der Baugenehmigung.** **Schritt 1: Aktuelle Landesregelung prüfen**: Die Tabelle oben zeigt den Stand Juni 2026. Regelungen ändern sich: Bayern und Saarland diskutieren Verschärfungen. Immer die aktuell gültige Landesbauordnung konsultieren oder die zuständige Baubehörde fragen. **Schritt 2: PV-Planung in die Architektenplanung integrieren**: Die Anlage gehört in die Ausführungsplanung, nicht als Nachgedanke. Dachneigung, Traufhöhe und Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude bestimmen den Ertrag. **Schritt 3: Drei Angebote von Installationsbetrieben einholen**: Unterschiede von 15 bis 25 Prozent bei gleicher Leistung sind üblich. Auf Modulgarantie (25 Jahre), Wechselrichter-Qualität und Netzanmeldungsservice achten. **Schritt 4: KfW-Antrag vor Baubeginn stellen**: Wer KfW EH40 anstrebt, stellt den Antrag zwingend vor dem ersten Spatenstich. Wer danach antritt, verliert die Förderung vollständig. **Schritt 5: Speicher von Anfang an miteinplanen**: Ein Batteriespeicher ist nicht Teil der Pflicht, aber im Neubau deutlich günstiger zu integrieren als beim Nachrüsten. Mitinstallation spart typischerweise 2.000 bis 4.000 Euro gegenüber späterem Einbau. ## FAQ: Solarpflicht 2026 **Gilt die Solarpflicht auch für Dachsanierungen?** In vier Bundesländern ja: Baden-Württemberg (seit 2023), Berlin (seit 2023), Hamburg (seit 2024) und Nordrhein-Westfalen (seit Januar 2026). In anderen Ländern mit Pflicht gilt sie bisher nur für Neubauten. "Grundlegende Dachsanierung" bedeutet in der Regel: wenn die komplette Dacheindeckung erneuert wird. **Was passiert, wenn ich die Solarpflicht ignoriere?** Die Baubehörde kann die Baugenehmigung verweigern oder einen Bußgeldbescheid erlassen. Die genauen Sanktionen sind Ländersache und liegen zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro. Im Extremfall muss eine PV-Anlage auf Anordnung nachgerüstet werden. **Kann ich Solarthermie statt Photovoltaik wählen?** In Baden-Württemberg und einigen anderen Bundesländern ja: Solarthermie ist als Alternative anerkannt. In NRW und Schleswig-Holstein ist explizit eine Photovoltaikanlage gefordert. Die genaue Regelung steht in der jeweiligen Landesbauordnung. **Muss ich die PV-Anlage selbst betreiben?** Nein. Du kannst die Anlage selbst betreiben oder ein Pachtmodell nutzen, bei dem ein Anbieter die Anlage installiert und betreibt, ohne dass du selbst investierst. Solche Modelle sind in der Regel mit der Solarpflicht konform, die Pflicht betrifft die Installation, nicht den Betrieb. **Gilt die Solarpflicht auch für Tiny Houses oder Gartenhäuser?** In der Regel nein. Die Pflicht richtet sich nach dem Gebäudestatus und der Mindestdachfläche von 50 Quadratmetern. Ein Tiny House unter 50 m² Dachfläche oder ein genehmigungsfreies Gartenhaus fällt meistens nicht darunter. **Was kostet eine PV-Anlage bei einem Neubau-Einfamilienhaus?** Eine typische Anlage mit 8 kWp kostet mit Speicher rund 18.000 bis 22.000 Euro. Als Teil des Neubau-Gesamtprojekts ist sie günstiger zu integrieren als beim Nachrüsten, und erhöht gleichzeitig den Gebäudewert und reduziert den laufenden Strombedarf. Quellen: - Enpal: Solarpflicht 2026 – Übersicht über alle Bundesländer: https://www.enpal.de/photovoltaik/solarpflicht - Finanztip: Solarpflicht 2026 – Wo sie gilt & was Du beachten solltest: https://www.finanztip.de/photovoltaik/solarpflicht/ - KfW: Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - Haufe Immobilien: Neubaustandard EH55 – Frist endet 30. Juni 2026: https://www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/neubaustandard-eh40_84342_605890.html --- # Gebäudemodernisierungsgesetz 2026: Was die GEG-Reform für Bauherren jetzt ändert URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudmodernisierungsgesetz-2026-heizungsgesetz-reform Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Es ist das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG), im Volksmund das Heizungsgesetz, unter neuem Namen und mit neuen Regeln. Für Bauherren ändert sich einiges: Die 65-Prozent-Regel ist weg, Gasheizungen sind wieder erlaubt, und die KfW-Förderung folgt weiter ihren eigenen Anforderungen. Was das konkret bedeutet, worauf du jetzt achten musst und was sich trotz Reform nicht ändert. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was das GModG ist und warum es die Planung betrifft **Das GModG ist das geänderte und umbenannte Gebäudeenergiegesetz. Bundestag und Bundesrat haben es am 10. Juli 2026 abgeschlossen, verkündet wurde es am 28. Juli 2026, die Kernregeln gelten seit dem 29. Juli 2026.** Das Bundeskabinett hatte den Entwurf am 13. Mai 2026 beschlossen. Das Änderungsgesetz stammt vom 23. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226). Einzelne Teile treten gestaffelt in Kraft: am 1. Januar 2027 unter anderem die neue Solarpflicht, am 1. Januar 2028 und am 1. Januar 2030 die Stufen des Nullemissionsstandards für Neubauten. Für deine Planung zählt, wann du die Heizung einbaust und wann du das Gebäude errichtest. Seit dem 29. Juli 2026 gilt für jeden Heizungseinbau das neue Recht. ## Das Ende der 65-Prozent-Regel: was wirklich wegfällt **Die Pflicht, dass neue Heizungen mindestens 65 Prozent ihrer Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugen müssen, ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen.** Diese Regel war seit 2024 der umstrittenste Teil des GEG. In der Praxis lief sie beim Heizungstausch meist auf Wärmepumpe, Pelletheizung, Fernwärme oder Hybridgerät hinaus. Mit dem GModG sind die alten §§ 71 bis 73 entfallen. Damit sind auch die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung, die Beratungspflicht vor dem Einbau fossiler Heizungen und das Betriebsverbot für alte Kessel weg. Gas-, Öl-, Wärmepumpen- und Biomassesysteme sind wieder gleichberechtigt wählbar. Die Freiheit hat aber Grenzen: Für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen gilt ab 2029 eine gestufte Pflicht zu klimafreundlichen Brennstoffen. ## Die Bio-Treppe: steigende Pflichtanteile ab 2029 **Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss als Eigentümer ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe sicherstellen.** | Ab | Mindestanteil der Wärme aus klimafreundlichen Brennstoffen | |---|---| | bis 31.12.2028 | keine Anforderung | | 01.01.2029 | 10 % | | 01.01.2030 | 15 % | | 01.01.2035 | 30 % | | 01.01.2040 | 60 % | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG, BGBl. 2026 I Nr. 226.* Zulässig sind Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas und Wasserstoff in den im Gesetz genannten Varianten. Ist der Eigentümer nicht Betreiber der Anlage, trifft die Pflicht den Betreiber. Der Lieferant muss die Erfüllung mit der Abrechnung bestätigen. Bereits vorhandene Heizungen sind nicht erfasst. Von 2029 bis Ende 2034 lässt sich die Pflicht auch anders erfüllen, etwa mit einer Solarthermieanlage mit Mindestfläche (0,04 m² Aperturfläche je m² Nutzfläche bei bis zu zwei Wohnungen) oder einer Lüftungsanlage mit mindestens 73 Prozent Wärmerückgewinnung. Eine Wärmepumpen-Hybridheizung erfüllt die Pflicht, wenn die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers bringt (bei bivalent alternativem Betrieb 40 Prozent). Biomethan und Bioöl sind teurer als fossile Brennstoffe. Wie stark die Heizkosten dadurch steigen, lässt sich heute nicht verlässlich beziffern. Dazu kommt der CO2-Preis, der 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegt. ## Was sich für den Neubau konkret ändert **Im Neubau ist die Heizung seit dem 29. Juli 2026 frei wählbar, für Gas, Öl und Flüssiggas gilt die Bio-Treppe entsprechend. Ab dem 1. Januar 2030 müssen neue Gebäude Nullemissionsgebäude sein.** **1. Heizung frei wählbar, mit Weitblick:** Seit dem 29. Juli 2026 kannst du im Neubau eine Gasheizung ohne Erneuerbaren-Quote einbauen. Das Gesetz verlangt aber, dass die Maßgaben der Bio-Treppe auch bei zu errichtenden Gebäuden entsprechend eingehalten werden (§ 10 Abs. 2 Nr. 3). **2. Ab 2030 kein fossiler Brennstoff am Standort:** Wer ab dem 1. Januar 2030 ein Gebäude errichtet, muss es als Nullemissionsgebäude bauen. Es darf am Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen verursachen. Ob Vorhaben, die vor 2030 beantragt und erst danach fertig werden, schon darunterfallen, regelt der Gesetzestext nicht ausdrücklich. **3. Kommunale Wärmeplanung beachten:** Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern mussten ihre Wärmepläne bis 30. Juni 2026 vorlegen, alle anderen Gemeinden haben bis 30. Juni 2028 Zeit. An die Heizungspflicht ist die Wärmeplanung nicht mehr gekoppelt. Sie zeigt dir aber, ob für dein Grundstück ein Wärmenetz geplant ist. Ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) lässt sich heute so planen, dass später eine Wärmepumpe problemlos möglich ist. Wichtig sind dafür Flächenheizungen und niedrige Vorlauftemperaturen. ## KfW-Förderung: eigene Anforderungen unabhängig vom GModG **Die KfW-Neubauförderung (297/298) hat eigene technische Anforderungen. Wer sie nutzen will, darf weiterhin keine Öl- oder Gasheizung einbauen.** Das ist der Unterschied, den viele übersehen: Das GModG legt das gesetzliche Minimum fest, die KfW fördert nur mehr. | Förderstufe (297/298) | Heizungsanforderung | Effektivzins 10/2/10 | Max. Kredit | |---|---|---|---| | Effizienzhaus 55 (befristet) | keine Öl- oder Gasheizung, Biomasse erlaubt | 1,00 % | 100.000 €/WE | | Effizienzhaus 40 | keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung | 1,96 % | 100.000 €/WE | | Effizienzhaus 40 mit QNG | keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung | 1,96 % | 150.000 €/WE | | GModG-Mindeststandard | frei, Bio-Treppe für Gas/Öl | keine Förderung | keine Förderung | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 (abgerufen 7.10.2026), KfW-Konditionenübersicht vom 6.10.2026.* 297 gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, 298 für alle anderen Antragsteller. Die Förderstufen sind in beiden Programmen gleich. Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Grob gerechnet sparst du mit dem EH55-Kredit auf 100.000 Euro im ersten Jahr rund 2.800 Euro Zinsen. Alle Voraussetzungen und den Antragsweg erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). Wichtig zur EH55-Stufe: Sie läuft nicht am 30. Juni 2026 aus. Die KfW hat sie am 19. Juni 2026 verlängert. Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen, bei vorzeitiger Erschöpfung der Bundesmittel endet die Förderung früher. ## Für Bestandsgebäude: Was das GModG im Altbau ändert **Im Bestand darf eine defekte Heizung seit dem 29. Juli 2026 wieder durch eine reine Gasheizung ersetzt werden. Für diese neue Anlage gilt dann die Bio-Treppe.** Für Eigentümer im Bestand bedeutet das: - Beim Heizungstausch ist eine Gasheizung ohne Erneuerbaren-Quote erlaubt - Die Beratungspflicht vor dem Einbau fossiler Systeme ist entfallen - Für die neue Gas- oder Ölheizung gilt ab 2029 die Bio-Treppe, für die alte Anlage nicht - Fällt eine Heizung 2028 irreparabel aus und wird durch Gas ersetzt, gilt die Pflicht erst zwölf Monate nach dem Einbau Ob sich das rechnet, hängt vom Einzelfall ab. Die Wärmepumpe wird im Bestand über KfW 458 gefördert: 30 Prozent Grundförderung, für Selbstnutzer bis Ende Januar 2027 plus 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und je nach zu versteuerndem Einkommen 10 bis 40 Prozent Einkommensbonus. Insgesamt sind höchstens 70 Prozent möglich, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro 80 Prozent. Förderfähig sind bis zu 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, der Zuschuss liegt also bei höchstens 22.400 Euro. ## Was die fehlende Beratungspflicht für Entscheider bedeutet **Das GModG hat die verpflichtende Beratung vor dem Einbau fossiler Heizungen gestrichen. Du trägst damit mehr Eigenverantwortung für eine Entscheidung, die 20 Jahre und länger wirkt.** Bisher musste vor dem Einbau einer fossilen Heizung eine Beratung stattfinden, die auf mögliche Kostenrisiken hinwies. Mit dem GModG entfällt diese Pflicht. Weniger Bürokratie heißt hier auch weniger Schutz vor Fehlentscheidungen. Eine freiwillige Energieberatung bleibt deshalb sinnvoll. Für Bestandsgebäude bezuschusst das BAFA die Energieberatung für Wohngebäude mit 50 Prozent des Honorars, höchstens 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Ein Energieberater kann: - den passenden Heizungstyp für dein Gebäude ermitteln - Fördermöglichkeiten aufzeigen - Betriebskosten verschiedener Systeme vergleichen ## Fünf Entscheidungen, die du jetzt treffen solltest **Wer in den nächsten 12 Monaten baut, saniert oder eine Heizung ersetzt, sollte diese fünf Punkte in dieser Reihenfolge klären.** **Schritt 1: Kommunale Wärmeplanung prüfen:** In Städten über 100.000 Einwohnern liegt der Wärmeplan seit Ende Juni 2026 vor oder sollte vorliegen. Frag bei deiner Gemeinde nach, ob für dein Grundstück ein Wärmenetz vorgesehen ist. **Schritt 2: KfW-Förderung vor Baubeginn klären:** Für EH55 muss der Antrag spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen, solange Mittel vorhanden sind. EH40 läuft ohne feste Frist. Der Antrag muss in jedem Fall vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. **Schritt 3: Betriebskosten langfristig rechnen:** Gasheizung heute: günstig im Einbau. Gasheizung 2035 mit 30 Prozent Bio-Anteil und CO2-Preis: deutlich unsicherer. Wer 20 Jahre plant, muss diese Entwicklung einrechnen. Der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) hilft, den Gesamtfinanzierungsbedarf abzubilden. **Schritt 4: Heizungsförderung im Bestand rechtzeitig nutzen:** Der Klimageschwindigkeitsbonus der KfW 458 beträgt 16 Prozent für Anträge bis 31. Januar 2027 und sinkt danach alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte. Ab dem 1. August 2028 entfällt er. Maßgeblich ist das Antragsdatum. **Schritt 5: Gesamtkosten nach Bundesland berechnen:** Grunderwerbsteuer, Erschließungskosten und Baupreise unterscheiden sich je nach Standort erheblich. Richtwerte für dein Bundesland, zum Beispiel [Baukosten in Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen), zeigen, was realistisch einzuplanen ist. ## FAQ: GModG, GEG-Reform und Heizung 2026 **Wann ist das Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft getreten?** Die Kernregeln gelten seit dem 29. Juli 2026, dem Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt. Weitere Teile treten am 1. Januar 2027, 2028 und 2030 in Kraft. **Darf ich wieder eine Gasheizung im Neubau einbauen?** Ja. Die 65-Prozent-Pflicht ist entfallen. Für die Gasheizung gilt dann die Bio-Treppe entsprechend. Für Gebäude, die ab dem 1. Januar 2030 errichtet werden, gilt der Nullemissionsstandard, der fossile Brennstoffe am Standort ausschließt. Mit KfW-Förderung 297/298 ist eine Gasheizung nicht möglich. **Was ist die Bio-Treppe und wie teuer wird sie?** Sie verpflichtet Eigentümer neu eingebauter Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen zu steigenden Anteilen klimafreundlicher Brennstoffe: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035, 60 Prozent ab 2040. Biomethan und Bioöl sind teurer als fossile Brennstoffe. Wie hoch die Mehrkosten ausfallen, lässt sich heute nicht seriös vorhersagen. **Gilt das GModG auch für den Heizungsaustausch im Altbau?** Ja. Auch im Bestand ist die 65-Prozent-Pflicht entfallen. Eine neue Gasheizung als Ersatz ist erlaubt. Die Bio-Treppe gilt für diese neue Anlage, nicht für bereits vorhandene Heizungen. **Hat sich die KfW-Heizungsförderung (KfW 458) geändert?** Ja, allerdings nicht durch das GModG, sondern durch die neue Förderrichtlinie, die seit dem 21. Juli 2026 gilt. Seitdem gibt es höchstens 70 Prozent Förderung, bei niedrigem Einkommen 80 Prozent, auf bis zu 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Der Effizienzbonus ist entfallen, der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 Prozent. **Fällt mit dem GModG auch die Pflicht zur Energieberatung weg?** Ja. Die verpflichtende Beratung vor dem Einbau fossiler Heizungen ist gestrichen. Eine freiwillige Energieberatung bleibt sinnvoll, besonders bei einer Entscheidung, die 20 Jahre und länger wirkt. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23. Juli 2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - GModG-Portal des Bundes (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung bis 31. Dezember 2026 verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 458 Heizungsförderung, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - Wärmeplanungsgesetz § 4: https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/__4.html - Brennstoffemissionshandelsgesetz § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # EZB hebt Leitzins an: Was Bauherren im Sommer 2026 jetzt tun sollten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/ezb-zinserhoehung-juni-2026-bauherren-strategie Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Am 11. Juni 2026 hat die Europäische Zentralbank den Leitzins überraschend um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben, die erste Erhöhung seit September 2023. Für Bauherren ist das kein Alarmzeichen, aber ein klares Signal: Abwarten wird teurer. Wer jetzt ein Bauvorhaben plant oder kurz vor der Finanzierungsentscheidung steht, sollte seine Rechnung neu aufsetzen. ## Was die EZB-Entscheidung vom 11. Juni 2026 bedeutet **Die EZB hat am 11. Juni 2026 den Einlagezins auf 2,25 Prozent angehoben, als Reaktion auf eine Inflation von 3,2 Prozent im Mai 2026, die deutlich über dem Zielwert von 2,0 Prozent liegt.** Die EZB begründete die Entscheidung mit hartnäckigen Inflationserwartungen. Die eigene Prognose geht für 2026 von 3,0 Prozent Inflation aus, erst 2028 soll das 2-Prozent-Ziel wieder erreicht werden. Marktbeobachter halten eine weitere Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte bei der Juli-Sitzung für möglich. Für Bauherren gilt: Bauzinsen reagieren nicht 1:1 auf den Leitzins. Entscheidend sind die Renditen langlaufender Staatsanleihen, die Inflationserwartungen und das Verhalten der Pfandbriefmärkte. Aber die Richtung ist klar, nach unten geht es in diesem Umfeld nicht. ## Aktuelle Bauzinsen im Juni 2026, die Ausgangslage **Zehnjährige Bauzinsen liegen Mitte Juni 2026 im Topzinsbereich bei 3,6 bis 3,8 Prozent, mit leicht steigender Tendenz nach der EZB-Entscheidung.** Zum Vergleich: Noch Anfang 2022 lagen Bauzinsen unter 1,0 Prozent. Der sprunghafte Anstieg hat viele Bauvorhaben auf Eis gelegt. Wer jetzt plant, arbeitet in einem strukturell anderen Zinsumfeld als die Generation vor fünf Jahren. | Laufzeit | Topzins (Mitte Juni 2026) | Durchschnittszins | |---|---|---| | 5 Jahre | ca. 3,2 % | ca. 3,6 % | | 10 Jahre | ca. 3,6 % | ca. 3,9 % | | 15 Jahre | ca. 3,8 % | ca. 4,2 % | | 20 Jahre | ca. 3,9 % | ca. 4,3 % | *Richtwerte, Stand Mitte Juni 2026. Individuelle Konditionen abhängig von Eigenkapital, Beleihungsauslauf und Bonität.* Den genauen Finanzierungsbedarf für dein Vorhaben: Hauskosten, Nebenkosten und Eigenkapitalquote, berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Leitzins und Bauzinsen, wie der Mechanismus wirklich funktioniert **Der EZB-Leitzins beeinflusst Bauzinsen nur indirekt, entscheidend sind Kapitalmarktrenditen, die ihrerseits auf Inflationserwartungen und Anleihenmärkte reagieren.** Bauzinsen orientieren sich vor allem an der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen und Pfandbriefe. Wenn die EZB den Leitzins erhöht, steigen diese Renditen tendenziell mit, aber selten im gleichen Ausmaß und oft mit Verzögerung. Im aktuellen Fall hatten Märkte eine mögliche Erhöhung bereits teilweise eingepreist, weshalb die Reaktion am langen Ende verhalten ausfiel. Was das bedeutet: Eine weitere EZB-Erhöhung im Juli würde Bauzinsen nicht zwingend nochmals stark nach oben treiben. Auf eine Zinssenkung zu hoffen ist auf Basis der EZB-Projektionen aber erst ab 2027/2028 realistisch. ## Drei Strategien für Bauherren, und was sie kosten **Im aktuellen Hochzinsumfeld gibt es keine risikofreie Strategie, aber je nach Bauphase und persönlicher Situation sind die Optionen sehr verschieden.** ### Strategie 1: Jetzt finanzieren und Zinssicherheit sichern Wer ein konkretes Grundstück hat oder kurz vor dem Kaufvertrag steht, gewinnt durch einen frühzeitigen Abschluss: aktuelle Konditionen festschreiben, bevor eine weitere Erhöhung kommt. Besonders attraktiv in Kombination mit der KfW-Förderung (EH40, ab 0,6 % Effektivzins), dazu gleich mehr. ### Strategie 2: Abwarten, aber mit klarem Kalkül Wer noch kein Grundstück hat oder in früher Planungsphase ist, kann die Entwicklung beobachten. Aber Achtung: Jedes Quartal, das ein Bauvorhaben nach hinten verschoben wird, kostet durch steigende Baukosten und Grundstückspreise oft mehr als eine Zinsoptimierung bringt. Eine Inflation von 3,2 Prozent bedeutet real steigende Baukosten. ### Strategie 3: Forward-Darlehen für laufende Finanzierungen Wer in den nächsten 12 bis 36 Monaten eine Anschlussfinanzierung benötigt, sollte jetzt ein Forward-Darlehen prüfen. Alles zu Kosten, Vorlaufzeiten und Anbietern erklärt der Ratgeber [Anschlussfinanzierung 2026: Forward-Darlehen](https://baukostenplan.de/ratgeber/anschlussfinanzierung-2026-forward-darlehen). ## Was die Zinserhöhung konkret kostet, drei Beispiele **Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 400.000 Euro Kreditvolumen bedeutet 0,25 Prozentpunkte mehr Zins rund 83 Euro mehr pro Monat, über 10 Jahre fast 10.000 Euro Mehrkosten.** | Kreditvolumen | Zins 3,6 % | Zins 3,85 % | Mehrkosten/Monat | Mehrkosten 10 J. | |---|---|---|---|---| | 200.000 € | ca. 750 €/Monat | ca. 802 €/Monat | ca. 52 € | ca. 6.200 € | | 300.000 € | ca. 1.125 €/Monat | ca. 1.203 €/Monat | ca. 78 € | ca. 9.400 € | | 400.000 € | ca. 1.500 €/Monat | ca. 1.604 €/Monat | ca. 104 € | ca. 12.500 € | *Annuität bei 2 % Tilgung, 10 Jahre Zinsbindung, ohne Nebenkosten, Richtwerte* Ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) liegt 2026 im mittleren Segment bei 300.000 bis 450.000 Euro Baukosten: Grundstück und Erschließung nicht eingerechnet. Wie stark die Region den Gesamtpreis beeinflusst, zeigen die aktuellen [Baukosten in Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) mit regionalen Richtwerten für Grundstück und Bauleistungen. ## KfW-Förderung im Hochzinsumfeld, jetzt besonders wichtig **KfW-Förderkredite sind im aktuellen Zinsumfeld attraktiver als je zuvor: Der Zinsvorteil beim EH40-Programm gegenüber dem Markt beträgt derzeit rund 3 Prozentpunkte.** Wer ein Effizienzhaus 40 baut, bekommt aktuell: - Effektivzins: ab **0,6 %** (10 Jahre Laufzeit, 10 Jahre Zinsbindung) - Kreditbetrag: bis zu **100.000 Euro** je Wohneinheit - Mit QNG-Zertifikat: bis zu **150.000 Euro** Zum Vergleich: Der Marktzins liegt bei 3,6 bis 3,9 Prozent. Auf 100.000 Euro über 10 Jahre bedeutet das rund **30.000 Euro Zinseinsparung** allein durch die KfW-Förderung. Wichtig: Die EH55-Förderung (KfW 297) läuft am **30. Juni 2026** aus, noch 15 Tage. Wer einen Antrag stellen will, muss das sofort tun. Das EH40-Programm (KfW 297/298) ist unbefristet. Alle Voraussetzungen, Kombinationsmöglichkeiten und den Antragsweg erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Fünf Maßnahmen, die jetzt sinnvoll sind **Wer im nächsten Jahr bauen oder finanzieren will, sollte fünf Dinge noch im Juni klären, bevor das Zinsumfeld schwieriger werden könnte.** **Schritt 1: Finanzierungsbedarf realistisch kalkulieren:** Hauspreis plus Grundstück plus 15 bis 20 Prozent Nebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer, Erschließung, Außenanlage). Nicht das Wunschszenario, sondern den wahrscheinlichen Fall planen. **Schritt 2: KfW-Antrag vor Baubeginn stellen:** Das ist gesetzliche Bedingung, keine Option. Wer mit Bauarbeiten beginnt, bevor der Antrag bewilligt ist, verliert die Förderung vollständig und unwiderruflich. **Schritt 3: Zinsbindung sorgfältig wählen:** Bei einem stabilen Hochzinsumfeld lohnt eine längere Zinsbindung (15 bis 20 Jahre) für viele Bauherren mehr als kurzfristig günstigere Konditionen, auch wenn der Aufpreis nur 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte beträgt. **Schritt 4: Mindestens drei Finanzierungsangebote einholen:** Unterschiede von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten zwischen Banken und Vermittlern sind üblich. Bei 400.000 Euro über 20 Jahre entspricht das 24.000 bis 40.000 Euro Unterschied. **Schritt 5: Bereitstellungszinsen verhandeln:** Bei Bauzeiten von 12 bis 18 Monaten entstehen Bereitstellungszinsen auf nicht abgerufene Kreditbeträge. Mindestens 12 Monate bereitstellungszinsfreie Zeit sollte im Vertrag stehen. ## FAQ: EZB-Zinserhöhung und Baufinanzierung **Steigen die Bauzinsen direkt nach der EZB-Erhöhung?** Nicht zwingend sofort und im gleichen Ausmaß. Bauzinsen orientieren sich am Kapitalmarkt, der EZB-Erwartungen meist schon vor dem Entscheid einpreist. Der Aufwärtsdruck bleibt aber bestehen, solange die Inflation über dem Zielwert liegt. **Wann könnte die EZB die Zinsen wieder senken?** Die EZB-Prognosen erwarten erst 2028 eine Inflation nahe 2 Prozent. Realistische Zinssenkungen sind nach aktueller Datenlage frühestens 2027 zu erwarten, und nicht im Volumen, das Bauherren auf 1 Prozent zurückbringen würde. **Lohnt sich Bauen noch bei Zinsen über 3,5 Prozent?** Ja, wenn die Gesamtrechnung stimmt. Mietpreise sind 2025 und 2026 weiter gestiegen. In vielen deutschen Städten kostet ein vergleichbares Mietobjekt monatlich ähnlich viel wie die Annuität eines Eigenheims. Der Unterschied: Nach 20 bis 25 Jahren gehört das Eigenheim dir. **Was ist der Unterschied zwischen Leitzins und Bauzinsen?** Der EZB-Einlagezins beeinflusst kurzfristige Refinanzierungskosten der Banken. Bauzinsen mit 10-jähriger Bindung orientieren sich dagegen an langlaufenden Bundesanleihen und Pfandbriefen, die indirekt, aber nicht mechanisch vom Leitzins abhängen. **Kann ich KfW-Förderung und Marktdarlehen kombinieren?** Ja, das ist sogar der Standard. Der KfW-Kredit (z. B. 100.000 Euro zu 0,6 %) wird mit einem Bankdarlehen für den Rest der Finanzierungssumme kombiniert. Der Zinsvorteil gegenüber dem Markt beträgt aktuell rund 3 Prozentpunkte, so hoch war der Spread schon lange nicht mehr. **Lohnt sich ein Forward-Darlehen gerade?** Für Bauherren mit Anschlussfinanzierung in den nächsten 12 bis 24 Monaten ist ein Forward-Darlehen sinnvoll, wenn man davon ausgeht, dass die Zinsen nicht wesentlich sinken. Der Aufpreis liegt typischerweise bei 0,01 bis 0,03 Prozentpunkten pro Monat Vorlaufzeit. Quellen: - LBBW: EZB-Zinsentscheid Juni 2026 – Leitzins auf 2,25 %: https://www.lbbw.de/artikel/news-und-einschaetzungen/ezb-zinsentscheid-juni-2026_amy24vq2ba_d.html - baufivergleich.de: Aktuelle Bauzinsen Juni 2026: https://baufivergleich.de/aktuelle-zinsen/ - Finanztip: Zinsentwicklung und EZB-Leitzins 2026: https://www.finanztip.de/zinsentwicklung/ezb-leitzins/ - KfW: Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ --- # Fertighaus 2026: Was es wirklich kostet: Preise, Förderung und der Vergleich URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/fertighaus-kosten-2026-preise-foerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Fertighäuser sind für viele Familien eine Alternative zum Massivbau: kurze Montagezeit, oft ein Festpreis und dieselbe KfW-Förderung wie jeder andere Neubau. Die Baupreise steigen allerdings weiter. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Was ein Fertighaus kostet, was im Angebotspreis häufig nicht drinsteckt und welche Förderung jetzt gilt, liest du hier. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was kostet ein Fertighaus 2026 pro Quadratmeter? **Der Quadratmeterpreis hängt vor allem von Ausbaustufe, Energiestandard, Ausstattung und Anbieter ab. Verlässlich ist nur ein Angebot für dein konkretes Haus, ergänzt um die Kosten, die der Hauspreis nicht enthält.** Die Spannbreite ist groß, weil Preis und Leistung stark variieren: - **Einfaches Segment**: Standardgrundriss, wenige Sonderwünsche, Basisausstattung - **Mittleres Segment**: flexible Grundrisse, bessere Dämmung, höherer Energiestandard - **Gehobenes Segment**: Individualplanung, hochwertiger Innenausbau, aufwendigere Haustechnik Zum Hauspreis kommen fast immer weitere Posten: Grundstück, Erschließung, Bodenplatte oder Keller, Außenanlage und Kaufnebenkosten. Gerade das Grundstück kann je nach Region mehr kosten als das Haus selbst. | Posten | Im Hauspreis enthalten? | |---|---| | Fertighaus (je nach Ausbaustufe) | ja, Umfang laut Vertrag | | Grundstück | nein | | Bodenplatte oder Keller | meist nein | | Erschließung (Wasser, Abwasser, Strom, Zufahrt) | nein | | Außenanlage | meist nein | | Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler) | nein | | Baunebenkosten (Vermessung, Bodengutachten, Baugenehmigung) | meist nein | Den konkreten Kostenrahmen für dein Vorhaben, mit allen Posten und regionalen Unterschieden, berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Die drei Ausbaustufen, was im Preis steckt und was nicht **Der Angebotspreis eines Fertighauses ist selten das, was du am Ende zahlst: Ausbaustufe und Leistungsumfang entscheiden, was im Hausvertrag wirklich enthalten ist.** ### Bausatzhaus Das günstigste Modell: Der Anbieter liefert Material und Konstruktionsanleitung, du oder beauftragte Handwerker bauen selbst. Geeignet nur für Menschen mit handwerklichem Können und viel Zeit. Viele unterschätzen Zeitaufwand und Komplexität erheblich. ### Ausbauhaus Rohbau, Dach, Fenster und Außentüren sind fertig, aber Fußböden, Innenputz, Elektrik, Sanitär und Küche beauftragst du selbst oder baust sie selbst ein. Auf dem Papier günstiger, aber die Kosten der einzelnen Gewerke summieren sich schnell. Lass dir diese Kosten vorab schätzen, bevor du dich für ein Ausbauhaus entscheidest. ### Schlüsselfertig Der Anbieter liefert alles bis zur bezugsfertigen Immobilie, zumindest theoretisch. In der Praxis unterscheidet sich stark, was „schlüsselfertig“ bedeutet. Ob Küche, Bodenbeläge, Außenanlage oder Carport enthalten sind, steht im Kleingedruckten. Ein unabhängiger Bausachverständiger sollte das Angebot prüfen, bevor du unterschreibst. ## Was treibt die Fertighaus-Preise 2026? **Die Baupreise für Wohngebäude lagen im Mai 2026 laut Destatis 5,0 Prozent über dem Vorjahr. Dazu kommen Energiestandard und Lohnkosten als wichtige Preistreiber.** Drei Faktoren, die 2026 wirken: **1. Materialpreise:** Holz, Dämmstoffe, Fenster und Haustechnik bestimmen einen großen Teil des Hauspreises. Fertighäuser in Holzrahmenbau reagieren vor allem auf Holzpreise, Massivhäuser auf Beton, Stahl und Ziegel. **2. Energiestandard:** Ein Effizienzhaus 40 braucht mehr Dämmung, bessere Fenster und meist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung als ein Effizienzhaus 55. Wie viel das mehr kostet, nennt dir der Anbieter, wenn du beide Varianten anfragst. **3. Lohnkosten:** Handwerkerleistungen sind teuer. Fertighäuser punkten, weil ein großer Teil im Werk gefertigt wird und die Montage vor Ort schnell geht. Witterungsbedingte Verzögerungen treten seltener auf als beim klassischen Massivbau. ## KfW-Förderung für Fertighäuser, was du jetzt nutzen kannst **Fertighäuser sind für die KfW-Neubauförderung genauso antragsberechtigt wie Massivhäuser. Entscheidend ist der Energiestandard, nicht die Bauweise.** ### Klimafreundlicher Neubau (297/298): Effizienzhaus 55, Antrag bis 31. Dezember 2026 Die befristete EH55-Stufe sollte ursprünglich am 30. Juni 2026 enden. Am 19. Juni 2026 wurde sie bis spätestens **31. Dezember 2026** verlängert, solange die 800 Millionen Euro Bundesmittel reichen. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW, nicht die Bewilligung. Die Konditionen laut KfW vom 6. Oktober 2026: - Effektivzins: **1,00 %** (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung), 2,05 % bei 25 Jahren, 2,21 % bei 35 Jahren - Kreditbetrag: bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit - Heizung: keine Öl- oder Gasheizung, Biomasse erlaubt - Antrag vor Vorhabenbeginn über die Bank oder Sparkasse - Baugenehmigung muss bei Antragstellung gültig vorliegen Die Programmnummer richtet sich nach dir: 297 für Privatpersonen, die selbst einziehen, 298 für alle anderen. ### Klimafreundliches Wohngebäude (EH40), ohne feste Frist Das Klimafreundliche Wohngebäude läuft ohne feste Frist weiter, steht aber unter Haushaltsvorbehalt. Es ist derzeit teurer finanziert als die EH55-Stufe: | Standard | Effektivzins 10/2/10 | Effektivzins 35/5/10 | Maximalkredit je WE | |---|---|---|---| | Effizienzhaus 55 (Antrag bis 31.12.2026) | 1,00 % | 2,21 % | 100.000 € | | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | 1,96 % | 2,98 % | 100.000 € | | EH40 mit QNG-Siegel | 1,96 % | 2,98 % | 150.000 € | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026; KfW-Produktseite 297/298.* Wer ein EH40 baut, zahlt also beim Zins aktuell mehr als beim EH55. Der Vorteil des EH40 liegt im höheren Kreditrahmen mit QNG-Siegel, in der fehlenden festen Frist und in niedrigeren Energiekosten. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt von deinem Projekt ab. Alles zu Voraussetzungen, Kombination mit anderen Programmen und dem Antragsweg erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Fertighaus regional: Grundstück und Nebenkosten machen den Unterschied **Der Hauspreis ist bundesweit ähnlich, Grundstückspreise und Kaufnebenkosten unterscheiden sich dagegen stark nach Bundesland und Lage.** Im Speckgürtel großer Städte, etwa in Bayern, ist das Grundstück oft der größere Teil der Gesamtinvestition. In ländlichen Regionen ist dasselbe Grundstück deutlich günstiger zu haben. Dazu kommen die Kaufnebenkosten: - **Grunderwerbsteuer**: Den Satz legt jedes Bundesland selbst fest. In Sachsen etwa gelten laut Sächsischem Grunderwerbsteuersatzgesetz seit dem 1. Januar 2023 5,5 Prozent. Den aktuellen Satz deines Landes nennt das Landesfinanzministerium oder dein Notar. - **Notar und Grundbuch**: abhängig vom Kaufpreis, nach gesetzlicher Gebührenordnung - **Makler**: nur wenn ein Makler beteiligt ist, je nach Vereinbarung Die [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) zeigen, wie stark regionale Unterschiede beim Gesamtprojekt wirken, inklusive lokaler Richtwerte für die Kalkulation. ## Fertighaus vs. Massivbau 2026, was ist günstiger? **Ob ein Fertighaus günstiger ist als ein vergleichbarer Massivbau, hängt vom Angebot ab. Klare Vorteile des Fertighauses sind die kurze Montagezeit und oft ein Festpreis.** | Kriterium | Fertighaus | Massivbau | |---|---|---| | Bauzeit vor Ort | kurz, Montage oft in wenigen Tagen | länger, Rohbau mit Trocknungszeiten | | Preissicherheit | oft Festpreis | Risiko von Nachträgen höher | | Schallschutz | abhängig von der Konstruktion | durch die Masse meist besser | | Energiestandard EH40 | gut umsetzbar | gut umsetzbar | | KfW-Förderfähigkeit | gleich | gleich | | Individuelle Planung | Standard mit Optionen, Individualplanung gegen Aufpreis | freier | Die kürzere Bauzeit hat einen finanziellen Effekt: Wer früher einzieht, zahlt kürzer doppelt Miete und Kreditzinsen, und bei der KfW fällt erst ab dem 13. Monat nach Zusage eine Bereitstellungsprovision von 0,15 Prozent pro Monat an. Rechne das für dein Projekt durch. Ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) in Massivbauweise lohnt sich besonders bei vielen Sonderwünschen oder schwierigem Grundstück. Wer Planungssicherheit und schnelle Fertigstellung will, fährt mit einem Fertighaus oft besser. ## Checkliste: Das musst du vor der Unterschrift klären **Viele Bauherren unterschreiben einen Fertighaus-Vertrag, ohne entscheidende Details geprüft zu haben. Das kostet später Zeit, Nerven und Geld.** **Schritt 1: Leistungsumfang schriftlich festlegen:** Was ist wirklich schlüsselfertig? Bodenbelag, Außenanlage, Carport, Küche: alles in den Vertrag, nicht nur in den Prospekt. **Schritt 2: Grundstück vorab klären:** Bebauungsplan, Tragfähigkeit des Bodens und Erschließungskosten beeinflussen die Wahl des Hauses erheblich. Nicht jedes Modell passt auf jedes Grundstück. **Schritt 3: KfW-Antrag vor Vorhabenbeginn stellen:** Das ist eine Förderbedingung der KfW. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss des Bau- oder Liefervertrags. Unterschreib den Hausvertrag deshalb erst, wenn der KfW-Antrag bei der KfW eingegangen ist, oder nur mit aufschiebender Bedingung bezogen auf die Förderzusage. Den Energieeffizienz-Experten früh beauftragen. Viele Fertighaus-Anbieter vermitteln eigene Partner, ein unabhängiger Experte kann sinnvoll sein. **Schritt 4: Mindestens drei Angebote vergleichen:** Günstige Angebote haben oft niedrigere Ausbaustandards im Kleingedruckten. Angebote mit gleichen Spezifikationen anfordern und direkt vergleichen. **Schritt 5: Baubegleitung beauftragen:** Ein unabhängiger Bausachverständiger kostet Geld, kann aber Mängel früh erkennen, die später deutlich teurer würden. Lass dir das Honorar vorab nennen. ## FAQ: Fertighaus 2026 **Wie lange dauert der Bau eines Fertighauses?** Die Montage vor Ort dauert oft nur wenige Tage. Die gesamte Projektzeit ist deutlich länger, weil Planung, Baugenehmigung, Grundstücksvorbereitung, Bodenplatte oder Keller und Innenausbau dazukommen. Frag den Anbieter nach einem verbindlichen Zeitplan. **Kann man ein Fertighaus individuell planen?** Ja. Die meisten Anbieter bieten neben Standardmodellen auch Individuallösungen an, gegen Aufpreis. Viele Hersteller haben Konfiguratoren, mit denen sich Grundriss, Raumaufteilung und Ausstattung anpassen lassen. **Bekommt ein Fertighaus KfW-Förderung?** Ja. Fertighäuser sind im Klimafreundlichen Neubau (297/298) genauso förderfähig wie Massivhäuser, wenn sie den Standard der jeweiligen Stufe erreichen. Die EH55-Stufe kann noch bis 31. Dezember 2026 beantragt werden, mit gültiger Baugenehmigung. Das EH40 läuft ohne feste Frist. **Was kostet ein Fertighaus mit Keller?** Ein Keller ist ein großer Kostenblock und je nach Anbieter, Bodenverhältnissen und Ausbaugrad unterschiedlich teuer. In vielen Fällen reicht eine Bodenplatte. Ob ein Keller sinnvoll ist, hängt von Grundstückslage, Grundwasserstand und Nutzungsbedarf ab. Lass dir beide Varianten anbieten. **Wie lange hält ein Fertighaus?** Moderne Fertighäuser in Holzrahmenbauweise sind bei richtiger Planung, Ausführung und Instandhaltung auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Frag den Anbieter nach Gewährleistung, Qualitätszertifikaten und den verwendeten Bauteilen. **Was ist der Unterschied zwischen Fertighaus und Modulbau?** Beim Fertighaus werden vorgefertigte Wandelemente auf der Baustelle montiert. Beim Modulbau werden ganze Raummodule inklusive Elektrik und Sanitär im Werk gefertigt und auf dem Grundstück nur noch zusammengesetzt. Modulbau ist auf der Baustelle noch schneller, aber bisher weniger verbreitet. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Destatis: Baupreise für Wohngebäude, Mai 2026: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Anschlussfinanzierung 2026: Wann sich ein Forward-Darlehen lohnt, und wie du tausende Euro sparst URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/anschlussfinanzierung-2026-forward-darlehen Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die EZB hat am 11. Juni 2026 den Leitzins auf 2,25 Prozent angehoben, erstmals seit September 2023 eine Erhöhung. Für Millionen Haushalte mit auslaufender Zinsbindung ist das eine klare Botschaft: Die Phase fallender Zinsen ist vorerst vorbei. Wer in den Jahren 2011 bis 2016 eine Immobilie zu Niedrigzinsen unter zwei Prozent finanziert hat und jetzt verlängern muss, zahlt das Doppelte bis Dreifache. Was das konkret bedeutet, wie Forward-Darlehen funktionieren und was du bei der Anschlussfinanzierung 2026 tun solltest. ## Was ist Anschlussfinanzierung, und warum ist 2026 besonders heikel? **Die Anschlussfinanzierung ist die Weiterführung deines Immobilienkredits nach Ablauf der Zinsbindung. 2026 ist sie für hunderttausende Haushalte ein echtes Kostenproblem: Wer 2013 bis 2016 zu unter zwei Prozent abgeschlossen hat, trifft jetzt auf 3,5 bis 3,9 Prozent, der häufigste Zinsschock seit Jahrzehnten.** Die Rechnung ist simpel: Eine Zinsbindung über zehn Jahre, abgeschlossen 2014 zu 1,5 Prozent, läuft 2024 aus. Wer damals noch nicht verlängert hat oder jetzt eine 12-Jahres-Bindung von 2012 auslaufen sieht, steht vor einem Zinsanstieg von zwei bis zweieinhalb Prozentpunkten auf den aktuellen Marktzins. Der Auslöser für den jüngsten Schub: Der Iran-Konflikt ab März 2026 trieb die Ölpreise hoch, heizte die Inflationserwartungen an, und die EZB reagierte am 11. Juni 2026 mit einer Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent Einlagensatz. Die Kapitalmarktrenditen für 10-jährige Bundesanleihen, an denen sich Hypothekenzinsen in Deutschland direkt orientieren, sind seitdem weiter gestiegen. ## Was dich die höheren Zinsen konkret kostet **Bei einer Restschuld von 200.000 Euro steigt die Monatsrate bei einem Zinsanstieg von 1,5 auf 3,7 Prozent effektiv (bei 2 % Tilgung) von rund 917 auf 1.283 Euro, das sind 366 Euro mehr im Monat oder über 4.300 Euro pro Jahr.** | Restschuld | Zins vorher (ca. 2014) | Zins jetzt | Monatsrate vorher | Monatsrate jetzt | Mehrkosten/Monat | |---|---|---|---|---|---| | 100.000 € | 1,5 % | 3,7 % | ca. 458 € | ca. 642 € | +183 € | | 150.000 € | 1,5 % | 3,7 % | ca. 688 € | ca. 963 € | +275 € | | 200.000 € | 1,5 % | 3,7 % | ca. 917 € | ca. 1.283 € | +366 € | | 300.000 € | 1,5 % | 3,7 % | ca. 1.375 € | ca. 1.925 € | +550 € | | 400.000 € | 1,5 % | 3,7 % | ca. 1.833 € | ca. 2.567 € | +733 € | *Effektiver Jahreszins, 2 % anfängliche Tilgung, Stand Juni 2026. Individuelle Abweichungen je nach Bank und Bonität.* Das ist schmerzhaft, aber kein unabwendbares Schicksal. Wer jetzt strukturiert vorgeht, vergleicht und die richtigen Instrumente nutzt, kann viel herausholen. ## Forward-Darlehen 2026: Heute Zinsen sichern, später zahlen **Ein Forward-Darlehen sichert dir den aktuellen Zinssatz für eine Anschlussfinanzierung, die erst in 12 bis 36 Monaten fällig wird, gegen einen Aufschlag von 0,01 bis 0,03 Prozentpunkten pro Monat Vorlaufzeit. Das lohnt sich, wenn du mit weiter steigenden Zinsen rechnest.** Das Prinzip: Du schließt heute einen Kredit ab, der erst in z. B. 18 Monaten ausgezahlt wird, zum heutigen Zinssatz plus einem kleinen Aufschlag. Steigen die Zinsen bis dahin, hast du gewonnen. Fallen sie, bezahlst du drauf. **Rechenbeispiel Forward-Darlehen:** | Vorlaufzeit | Aufschlag (0,02 %/Monat) | Aktueller 10-J-Zins | Forward-Zins | Breakeven wenn Marktzins steigt auf... | |---|---|---|---|---| | 12 Monate | +0,24 % | 3,70 % | 3,94 % | > 3,94 % | | 18 Monate | +0,36 % | 3,70 % | 4,06 % | > 4,06 % | | 24 Monate | +0,48 % | 3,70 % | 4,18 % | > 4,18 % | | 36 Monate | +0,72 % | 3,70 % | 4,42 % | > 4,42 % | *Aufschlag variiert je Anbieter zwischen 0,01 und 0,03 % pro Monat. Für Zinsprognose 2026/2027: Korridor 3,8 bis 4,2 % für 10-jährige Bindungen.* Die aktuelle Marktprognose geht von 3,8 bis 4,2 Prozent für 10-jährige Zinsbindungen bis Ende 2026 aus. Das macht ein Forward-Darlehen mit 18 Monaten Vorlauf zu einer vertretbaren Absicherungsoption, kein Gewinnspiel, aber eine kalkulierbare Planungssicherheit. **Wichtig:** Forward-Darlehen binden dich. Wer den Kredit nicht abnimmt (z. B. weil er die Immobilie doch verkauft), zahlt eine Nichtabnahmeentschädigung. Das Forward-Darlehen eignet sich daher nur, wenn du langfristig in der Immobilie bleiben willst. ## Prolongation vs. Umschuldung: Was bringt mehr? **Das Prolongationsangebot der Hausbank ist fast nie das beste, wer vergleicht, spart bei 200.000 Euro Restschuld über 10 Jahre oft 5.000 bis 15.000 Euro. Der Aufwand für eine Umschuldung ist mit 300 bis 500 Euro überschaubar.** | Option | Aufwand | Zinspotenzial | Empfehlung | |---|---|---|---| | Prolongation (Hausbank, kein Vergleich) | Minimal | Gering (0,2 bis 0,5 % über Markt) | Nur als Verhandlungsbasis | | Prolongation (nach Verhandlung) | Gering | Mittel | Sinnvoll als Schnelllösung | | Umschuldung zu anderer Bank | Mittel (Notar, Grundbuch) | Hoch (oft 0,3 bis 0,7 % günstiger) | Fast immer prüfen | | Unabhängiger Vermittler (Interhyp, Dr. Klein) | Gering | Sehr hoch (Zugang 400+ Banken) | Empfohlen | Banken kalkulieren beim Prolongationsangebot ein, dass die meisten Kunden nicht wechseln, und legen entsprechend einen Aufschlag drauf. Das Gegenmittel: einfach mehrere Angebote einholen und das Prolongationsangebot der Hausbank damit konfrontieren. Nicht selten kommt dann doch ein besseres Angebot. Unabhängige Vermittler wie Interhyp, Dr. Klein oder Baufi24 vergleichen über 400 Partnerbanken, kostenlos, da die Provision von der Bank kommt. ## Was kostet Umschuldung wirklich? **Eine Umschuldung zu einer anderen Bank kostet einmalig 300 bis 500 Euro für Grundschuldabtretung und Notar, bei 0,3 Prozent besserem Zinssatz auf 200.000 Euro Restschuld sind diese Kosten nach spätestens einem Jahr zurückverdient.** Kosten im Überblick: - Notarkosten für Grundschuldabtretung: ca. 200 bis 300 € - Grundbucheintrag (falls erforderlich): ca. 100 bis 200 € - **Gesamtaufwand: 300 bis 500 €** Ein Rechenbeispiel: Bei 0,3 Prozentpunkten Unterschied auf 200.000 Euro Restschuld sparst du 600 Euro im ersten Jahr. Die Umschuldungskosten sind also nach 6 bis 10 Monaten wieder drin, danach ist jeder Euro gespart. Über 10 Jahre ergibt das eine Ersparnis von ca. 5.500 Euro allein durch den Zinsdifferenz. Noch einfacher: Viele Banken übernehmen die Grundschuldabtretungskosten im Rahmen von Aktionen, immer nachfragen. ## Sondertilgung vor der Anschlussfinanzierung: Lohnt sich das? **Ja, wer vor der Anschlussfinanzierung Sondertilgungen leistet, senkt nicht nur die Zinslast, sondern verbessert oft auch den Beleihungsauslauf und damit den Zinssatz selbst.** Beispiel: Restschuld 230.000 Euro, Immobilienwert 350.000 Euro → Beleihungsauslauf 65,7 %. Eine Sondertilgung von 30.000 Euro drückt die Restschuld auf 200.000 Euro → Beleihungsauslauf 57,1 %. Das kann je nach Bank zu 0,1 bis 0,3 Prozentpunkten besserem Zins führen, zusätzlich zur direkt niedrigeren Zinslast. Der Doppeleffekt: 1. Geringere Restschuld → weniger Zinsen absolut 2. Besserer Beleihungsauslauf → niedrigerer Zinssatz Wer das Eigenheim dauerhaft als Lebensmittelpunkt nutzt, etwa ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus), für den rechnen sich Sondertilgungen fast immer, sofern keine bessere Anlage-Alternative besteht. Den aktuellen Beleihungswert deiner Immobilie kannst du über lokale Marktdaten abschätzen, oder vor der Anschlussfinanzierung ein bankinternes oder unabhängiges Wertgutachten einholen. ## Wann du aktiv werden solltest: Checkliste **Spätestens 12 bis 18 Monate vor Ablauf der Zinsbindung solltest du aktiv werden, nicht erst wenn das Prolongationsschreiben kommt. Bei Forward-Darlehen mit 24 bis 36 Monaten Vorlauf sogar noch früher.** Deine Checkliste: 1. **Zinsbindungsende ermitteln**: Ursprungsvertrag oder letzte Jahresabrechnung der Bank 2. **Aktuelle Restschuld klären**: Bankabfrage oder letzter Kontoauszug 3. **Immobilienwert schätzen**: Lokale Vergleichswerte, ggf. Gutachter; beeinflusst Beleihungsauslauf 4. **Sondertilgungsoptionen prüfen**: Vertrag auf Sondertilgungsrecht checken 5. **Konditionenvergleich starten**: Mindestens 3 bis 5 Angebote, unabhängige Vermittler nutzen 6. **Forward-Darlehen durchrechnen**: Lohnt sich ab ca. 0,3 bis 0,4 % erwartetem Zinsanstieg 7. **Hausbank mit Vergleichsangeboten konfrontieren**: Fast immer bewegt sich was Einen ersten Überblick über die Gesamtkosten deines Objekts, inkl. Renovierungsbedarf vor der Anschlussfinanzierung, liefert der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Regionale Unterschiede: Beleihungsauslauf als Trumpf **Der Zinssatz selbst ist bundesweit gleich, aber Immobilienwerte und damit Beleihungsausläufe variieren stark je Region. Wer in einer gefragten Lage wohnt, hat beim Anschluss oft einen strukturellen Vorteil.** Wer 2014 in Bayern oder im Rheinland zu 280.000 Euro finanziert hat und heute eine Immobilie mit Marktwert 480.000 Euro hat, kommt auf einen Beleihungsauslauf von unter 50 %, und bekommt Topzinsen, die manchmal 0,5 Prozentpunkte unter dem Standardsatz liegen. Umgekehrt: In strukturschwachen Regionen können Immobilienwerte stagniert oder sogar gefallen sein. Dann ist der Beleihungsauslauf vielleicht schlechter als beim Erstabschluss. In [Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) beispielsweise liegen Immobilienwerte je nach Lage: Rheinland vs. Ruhrgebiet, Köln-Bonn vs. ländlicher Raum, extrem weit auseinander. Wer seinen genauen Beleihungsauslauf kennt, wählt die richtige Bankenkategorie. Grundsätzlich gilt: Beleihungsauslauf unter 60 % → typischerweise 0,2 bis 0,5 % besserer Zins als bei 80 bis 90 % Beleihung. ## KfW-Förderung bei der Anschlussfinanzierung mitdenken **Wer im Zuge der Anschlussfinanzierung eine energetische Sanierung plant, kann KfW-Förderprogramme kombinieren, das senkt die Gesamtfinanzierungskosten erheblich.** Die relevanten Programme: - **KfW 261** (Wohngebäude-Kredit): Bis 150.000 Euro für energetische Sanierung, Tilgungszuschuss bis 45 % - **KfW 458** (Heizungsförderung): Zuschuss bis 70 % für Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasse - **KfW 124** (Wohngebäude, eigene Wohnzwecke): Ergänzende Modernisierungsfinanzierung Wichtig: KfW-Anträge müssen **vor Maßnahmenbeginn** gestellt werden, nicht im Nachhinein. Wer gleichzeitig Anschlussfinanzierung und Sanierung plant, sollte die Reihenfolge genau einhalten. Alle Details zu Voraussetzungen und Antragstellung erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: Anschlussfinanzierung 2026 **Wann läuft meine Zinsbindung aus?** Das steht im ursprünglichen Kreditvertrag, meist als „Sollzinsbindung bis [Datum]” angegeben. Du findest es auch in der letzten Jahresabrechnung der Bank. Die meisten Banken informieren 3 bis 6 Monate vorher schriftlich. **Was passiert, wenn ich nichts tue?** Nach Ablauf der Zinsbindung läuft der Kredit zu variablen Zinsen weiter, aktuell deutlich über dem Festzinsniveau. Gleichzeitig verlierst du die Verhandlungsposition für ein Prolongationsangebot. Passivität kostet hier fast immer Geld. **Kann ich die Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank abschließen?** Ja, unbedingt. Das ist rechtlich problemlos und wird durch Grundschuldabtretung geregelt. Die einmaligen Kosten von 300 bis 500 Euro amortisieren sich bei 0,3 Prozent besserem Zinssatz und 200.000 Euro Restschuld bereits im ersten Jahr. **Wie viel Zinsdifferenz lohnt eine Umschuldung?** Ab ca. 0,2 Prozentpunkten Unterschied lohnt es sich bei 200.000 Euro Restschuld, die Einsparung über 10 Jahre übersteigt die Umschuldungskosten deutlich. **Wann lohnt sich ein Forward-Darlehen?** Wenn deine Zinsbindung in 12 bis 36 Monaten ausläuft und du mit einem Zinsanstieg von mehr als 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten rechnest. Die aktuelle Prognose für Ende 2026/Anfang 2027 geht von 3,8 bis 4,2 Prozent für 10-jährige Bindungen aus. **Hat die EZB-Erhöhung vom 11. Juni 2026 die Bauzinsen direkt erhöht?** Nicht direkt. Bauzinsen in Deutschland orientieren sich an den Kapitalmarktrenditen für 10-jährige Bundesanleihen, nicht am EZB-Leitzins. Allerdings signalisiert die EZB-Erhöhung, dass die Inflationsbekämpfung noch nicht abgeschlossen ist, was die langfristigen Kapitalmarktzinsen mittelfristig erhöht hält. Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen und Zinsentwicklung 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - Finanztip: Forward-Darlehen als Anschlussfinanzierung: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/forward-darlehen/ - LBBW: EZB-Zinsentscheid Juni 2026 – Leitzins auf 2,25 Prozent: https://www.lbbw.de/artikel/news-und-einschaetzungen/ezb-zinsentscheid-juni-2026_amy24vq2ba_d.html - Verivox: Forward-Darlehen als Anschlussfinanzierung 06/2026: https://www.verivox.de/baufinanzierung/forward-darlehen/ - Baufi24: Zinsentwicklung Prognose 2026: https://www.baufi24.de/zinsentwicklung-prognose/ --- # Wärmepumpe fördern lassen 2026: KfW 458 bis 80 % Zuschuss, so funktioniert es URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-kfw-458-foerderung-juni-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wer eine alte Gas- oder Ölheizung im eigenen Haus gegen eine Wärmepumpe tauscht, kann über das KfW-Programm 458 einen Zuschuss bekommen, der nicht zurückgezahlt wird. Seit dem 21. Juli 2026 gelten dafür neue Sätze: bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. Was die Förderung leistet, wie der Antrag läuft und welche Fristen du kennen musst, liest du hier. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was leistet KfW 458, und was hat das BAFA damit zu tun? **Die Heizungsförderung für Wohngebäude läuft seit 2024 über die KfW, Programm 458. Das BAFA ist für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung zuständig.** Gefördert wird der Einbau einer Heizung in einem bestehenden Wohngebäude, dessen Bauantrag bei der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt. Antragsberechtigt sind private Eigentümer, die selbst im Haus wohnen, aber auch Vermieter von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, Eigentümer von Mehrfamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften. Nicht antragsberechtigt sind zum Beispiel im Grundbuch eingetragene GbR. Den Antrag stellst du selbst im Kundenportal "Meine KfW". Eine Vertretung durch Dritte ist außer bei Wohnungseigentümergemeinschaften nicht zugelassen. Vor dem Antrag brauchst du eine Bestätigung zum Antrag und einen Vertrag mit dem Fachbetrieb, der an die KfW-Zusage geknüpft ist. ## Wie setzt sich die Förderung zusammen? Die Bausteine **Die KfW 458 besteht seit dem 21. Juli 2026 aus drei Bausteinen: Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus. Gedeckelt ist die Summe bei 70 Prozent, für Haushalte mit niedrigem Einkommen bei 80 Prozent.** | Förderbaustein | Satz | Bedingung | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | alle Antragsberechtigten, förderfähige Heizung im Bestandsgebäude | | Klimageschwindigkeitsbonus | +16 % | nur selbstnutzende Eigentümer; Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung (ohne Altersgrenze) oder einer Gas- bzw. Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist | | Einkommensbonus | +40 / +30 / +10 % | nur selbstnutzende Eigentümer; zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 / 40.000 / 50.000 Euro | | **Obergrenze** | **70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 %** | mit Familienzuschlag gilt die 80-%-Grenze bis 40.000 Euro zvE | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026, gültig seit 21.07.2026* Der frühere Effizienzbonus von 5 Prozent ist mit der neuen Richtlinie entfallen. Für das Einkommen zählt das zu versteuernde Einkommen als Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag. Mit mindestens einem kindergeldberechtigten Kind unter 18 sinkt dieser Wert einmalig um 10.000 Euro, unabhängig von der Kinderzahl. Zwei Beispiele, grob gerechnet, für förderfähige Kosten von 18.000 Euro und einen Antrag bis Ende Januar 2027: - Familie mit zu versteuerndem Einkommen von 55.000 Euro, tauscht eine 22 Jahre alte Gasheizung: Mit Familienzuschlag zählen 45.000 Euro, also 10 Prozent Einkommensbonus. 30 + 16 + 10 = 56 Prozent, also **10.080 Euro Zuschuss**. - Haushalt mit zu versteuerndem Einkommen von 28.000 Euro, gleiche Heizung: 30 + 16 + 40 = 86 Prozent, gedeckelt auf 80 Prozent, also **14.400 Euro Zuschuss**. ## Was sind die förderfähigen Kosten, und wie hoch ist der maximale Zuschuss? **Für ein Einfamilienhaus sind seit dem 21. Juli 2026 höchstens 28.000 Euro förderfähig. Der maximale Zuschuss liegt damit bei 22.400 Euro (80 Prozent). Ab Februar 2027 sinkt der Höchstbetrag alle sechs Monate um 750 Euro.** | Wohneinheiten | Förderfähige Kosten (je WE) | Zuschuss bei 70 % | Zuschuss bei 80 % | |---|---|---|---| | 1. Wohneinheit | 28.000 € | 19.600 € | 22.400 € | | 2. bis 6. WE | je 15.000 € | je 10.500 € | je 12.000 € | | Ab 7. WE | je 8.000 € | je 5.600 € | je 6.400 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Zuschussbeträge gerechnet. Die 80-%-Grenze gilt nur für selbstnutzende Eigentümer mit niedrigem Einkommen.* | Antragseingang | Klimageschwindigkeitsbonus | Förderfähige Kosten 1. Wohneinheit | |---|---|---| | 21.07.2026 bis 31.01.2027 | 16 % | 28.000 € | | 01.02.2027 bis 31.07.2027 | 12 % | 27.250 € | | 01.08.2027 bis 31.01.2028 | 8 % | 26.500 € | | 01.02.2028 bis 31.07.2028 | 4 % | 25.750 € | | ab 01.08.2028 | entfällt | sinkt weiter halbjährlich um 750 €, ab 01.08.2030 22.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Maßgeblich ist das Datum des Antrags.* Zu den förderfähigen Kosten zählen laut KfW-Infoblatt neben der Wärmepumpe unter anderem die Anschlussleitungen bis zum Heizkreisverteiler, der hydraulische Abgleich, neue Heizkörper oder Flächenheizungen, Maßnahmen zur Schalldämmung, notwendige Elektroarbeiten sowie das intelligente Messsystem. Der hydraulische Abgleich ist Pflicht und muss mit dem Formular der VdZ bestätigt werden. ## Was kostet eine Wärmepumpe 2026? **Eine pauschale Zahl hilft hier wenig. Die Kosten hängen von Wärmepumpentyp, Heizlast, Zustand der Heizkörper und dem Elektroanschluss ab. Belastbar sind nur konkrete Angebote.** Typische Kostenblöcke, die in den Angeboten auftauchen: - die Wärmepumpe mit Montage und Inbetriebnahme - hydraulischer Abgleich - Pufferspeicher und Warmwasserspeicher, wenn nötig - Anpassungen am Heizkörpersystem - Elektroanschluss und Messsystem Hole mindestens zwei bis drei Angebote ein und lass dir die förderfähigen Positionen getrennt ausweisen. Bei einem [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) liegen die Gesamtkosten nicht selten über dem förderfähigen Höchstbetrag von 28.000 Euro. Den Rest trägst du selbst oder finanzierst ihn über den Ergänzungskredit. ## Antragsprozess Schritt für Schritt **Der häufigste Fehler: einen normalen Auftrag ohne Bedingung unterschreiben, bevor der Antrag gestellt ist. Das gilt als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. Pflicht ist ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vor dem Antrag.** Der Ablauf laut KfW-Merkblatt: 1. **Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellen lassen**: durch einen Energieeffizienz-Experten oder durch das Fachunternehmen. Die BzA bestätigt unter anderem, dass die technischen Mindestanforderungen eingehalten werden. 2. **Vertrag mit Bedingung abschließen**: Liefer- oder Leistungsvertrag mit dem Fachbetrieb, der eine aufschiebende oder auflösende Bedingung zur KfW-Zusage und ein voraussichtliches Umsetzungsdatum enthält. 3. **Antrag selbst stellen**: im Kundenportal "Meine KfW", mit BzA und hochgeladenem Vertrag. Eine Vertretung durch Dritte ist außer bei Wohnungseigentümergemeinschaften nicht zugelassen. 4. **Vorhaben umsetzen**: nach der Zusage. Dafür hast du 36 Monate ab Zusage Zeit. 5. **Bestätigung nach Durchführung (BnD)**: Experte oder Fachunternehmen bestätigen die Umsetzung. 6. **Auszahlung beantragen**: innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Vorhabens in "Meine KfW", mit BnD und Rechnungen. Wer die Frist versäumt, verliert den Zuschuss. Die Bestätigung zum Antrag kann bei der Heizungsförderung auch das Fachunternehmen ausstellen, ein Energieeffizienz-Experte ist dafür nicht zwingend nötig. Den Zuschuss musst du bis zur Auszahlung vorfinanzieren. ## KfW 358/359: Ergänzungskredit, wenn der Zuschuss nicht reicht **Den Eigenanteil kannst du über den KfW-Ergänzungskredit finanzieren, bis 120.000 Euro je Wohneinheit, kombinierbar mit KfW 458.** - **358 (Ergänzungskredit Plus)**: für Antragsteller mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 90.000 Euro, effektiv ab 1,49 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung). - **359**: ohne Einkommensgrenze, effektiv ab 4,49 Prozent (5 Jahre Laufzeit, 1 tilgungsfrei, 5 Jahre Zinsbindung). Die KfW bietet Laufzeiten von 5 bis 35 Jahren an. Einen ersten Überblick über dein Gesamtbudget, inklusive Nebenkosten und regionaler Unterschiede, gibt der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Steuerliche Alternative: Steuerermäßigung statt KfW **Statt des Zuschusses kannst du die Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen nach § 35c EStG nutzen. Für dieselbe Maßnahme schließen sich KfW 458 und der Steuerabzug aus.** Nach § 35c EStG ermäßigt sich die Einkommensteuer im Jahr des Abschlusses und im Folgejahr um je 7 Prozent der Aufwendungen, höchstens je 14.000 Euro, im dritten Jahr um 6 Prozent, höchstens 12.000 Euro. Insgesamt sind es höchstens 40.000 Euro je Objekt, das sind grob gerechnet 20 Prozent von 200.000 Euro. Voraussetzung: Das Haus ist selbst bewohnt und bei Durchführung älter als zehn Jahre. Für viele Haushalte ist KfW 458 günstiger, weil der Fördersatz bei mindestens 30 Prozent liegt und mit Boni deutlich höher sein kann. Wer keine Boni bekommt und sehr hohe Kosten hat, sollte beide Wege durchrechnen. Mehr dazu im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Landesförderungen: Was zusätzlich möglich ist **Einzelne Bundesländer und Kommunen haben eigene Programme für Heizungstausch oder Energieberatung. Ob und wie sie sich mit KfW 458 kombinieren lassen, steht in den jeweiligen Richtlinien.** Prüfe bei deiner Landesförderbank und deiner Kommune, welche Programme aktuell offen sind. Wichtig ist die Kumulierungsgrenze: Wird die Bundesförderung mit anderen Fördermitteln für dieselbe Maßnahme kombiniert, gilt laut BEG-Richtlinie eine Höchstgrenze von 60 Prozent der geförderten Kosten aus öffentlichen Mitteln. Wird sie überschritten, kürzt die KfW ihren Anteil. Bei einem Fördersatz von 70 oder 80 Prozent kann ein Landeszuschuss deshalb sogar zu weniger Bundesförderung führen. Kläre das vor dem Antrag. Wer in NRW saniert, findet regionale Richtwerte auf [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## FAQ: Wärmepumpen-Förderung KfW 458 **Wie hoch ist die maximale KfW-Förderung für eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?** Höchstens 80 Prozent von 28.000 Euro förderfähigen Kosten, also 22.400 Euro. Die 80 Prozent gibt es nur für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro (mit Kind bis 40.000 Euro). Sonst liegt die Obergrenze bei 70 Prozent, also 19.600 Euro. **Muss ich den Antrag vor oder nach dem Handwerkerauftrag stellen?** Vor dem Antrag schließt du einen Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, der an die KfW-Zusage geknüpft ist, und lädst ihn beim Antrag hoch. Ein Auftrag ohne diese Bedingung oder ein Baubeginn vor dem Antrag schließt die Förderung aus. **Wie lange habe ich nach der Zusage Zeit?** 36 Monate ab Zusage für die Umsetzung. Danach musst du innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss die Nachweise in "Meine KfW" einreichen, sonst verfällt der Zuschuss. **Kann ich KfW 458 und die Steuerermäßigung nach § 35c EStG kombinieren?** Nein, nicht für dieselbe Maßnahme. Du musst dich entscheiden. **Was passiert, wenn die Kosten über 28.000 Euro liegen?** Der übersteigende Teil ist über KfW 458 nicht förderfähig. Steuerlich absetzen kannst du ihn für dieselbe geförderte Maßnahme ebenfalls nicht, weil § 35a und § 35c EStG bei öffentlich geförderten Maßnahmen ausgeschlossen sind. Finanzieren lässt er sich über den Ergänzungskredit 358/359. **Wie lange gilt der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent?** Für Anträge bis zum 31. Januar 2027. Danach sinkt er alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte und entfällt ab dem 1. August 2028. Quellen: - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458): https://www.kfw.de/458 - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung (21.07.2026): https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - KfW-Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - BAFA: Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - § 35c EStG: Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35c.html - § 35a EStG: Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html --- # KfW Effizienzhaus 55: Antragsfrist verlängert bis 31. Dezember 2026, so sicherst du dir 1,00 % Zins URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-effizienzhaus-55-antragsfrist-juni-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die befristete KfW-Förderung für Neubauten im Effizienzhaus-55-Standard läuft nicht mehr am 30. Juni 2026 aus. Am 19. Juni 2026 haben Bund und KfW die Frist bis spätestens **31. Dezember 2026** verlängert. Bis dahin gibt es einen Kredit zu effektiv 1,00 Prozent, während Wohnungsbaukredite der Banken im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent kosteten. Was technisch verlangt wird und wie du den Antrag rechtzeitig stellst, liest du hier. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist die KfW-EH55-Förderung, und bis wann läuft sie? **Die KfW bietet im Programm Klimafreundlicher Neubau (297/298) seit dem 16. Dezember 2025 befristet die Förderstufe „Effizienzhaus 55 Wohngebäude“ an: bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent. Für 2025 und 2026 stehen 800 Millionen Euro Bundesmittel bereit. Anträge müssen bis spätestens 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen.** Das Bundesbauministerium spricht auch von „EH55-Plus“, die KfW nennt die Stufe „Effizienzhaus 55 Wohngebäude“. Gemeint ist dasselbe. Die ursprüngliche Frist 30. Juni 2026 ist überholt. Laut KfW-Pressemitteilung vom 19. Juni 2026 gilt die Förderung, bis die Bundesmittel aufgebraucht sind, längstens bis zum Jahresende. Wie viel noch frei ist, veröffentlicht die KfW nicht laufend. | Merkmal | Effizienzhaus 55 | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | Wohnungsbaukredit Banken | |---|---|---|---| | Effektivzins 10/2/10 | 1,00 % | 1,96 % | 3,81 % (Durchschnitt August 2026, 5 bis 10 Jahre Zinsbindung) | | Max. Kredit je WE | 100.000 € | 100.000 €, mit QNG 150.000 € | je nach Bank | | Heizung | keine Öl- oder Gasheizung, Biomasse erlaubt | keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung | frei | | Programmnummer | 297 (Selbstnutzer) oder 298 (alle anderen) | 297 oder 298 | | | Frist | Antragseingang bis 31.12.2026 | keine feste Frist | | *Quellen: KfW-Produktseite und Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026; Deutsche Bundesbank, Stand 01.10.2026.* Grob gerechnet macht der Unterschied zwischen 1,00 und 3,81 Prozent auf 100.000 Euro über 10 Jahre (2 Jahre tilgungsfrei, danach Annuität) rund 17.700 Euro an Zinsen aus. Das ist eine eigene Rechnung, dein Bankangebot kann abweichen. ## Was du vor dem 31. Dezember konkret tun musst **Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingegangen sein, und zwar vor Beginn des Vorhabens. Bei Antragstellung muss eine gültige Baugenehmigung vorliegen.** Die wichtigste Regel: Ein Vorhabenbeginn vor Antragseingang bei der KfW ist förderschädlich. Als Beginn gilt der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Leistungsvertrags. Planung und Beratung zählen nicht dazu. **Schritt 1: Energieeffizienz-Experten beauftragen:** Für den EH55-Antrag brauchst du einen Experten aus der Energieeffizienz-Expertenliste, der die Planung bestätigt und die Bestätigung zum Antrag erstellt. Ohne ihn kein Antrag. **Schritt 2: Baugenehmigung sicherstellen:** Beim EH55 muss die Baugenehmigung bei Antragstellung gültig vorliegen. Ein gestellter Bauantrag reicht nicht. Wann die Genehmigung erteilt wurde, spielt keine Rolle. **Schritt 3: Antrag über die Bank einreichen:** Der Kredit läuft über deine Bank, Sparkasse oder einen Vermittler. So war es beim Klimafreundlichen Neubau schon immer. Plane die Bearbeitungszeit der Bank ein, denn für die Frist zählt der Eingang bei der KfW. **Schritt 4: Vorhabenbeginn:** Nach Antragseingang bei der KfW darfst du beginnen, vor der Zusage auf eigenes Risiko. Die Abruffrist von 12 Monaten nach Zusage ist keine Wartefrist, sondern die Zeit, in der du das Geld abrufen kannst. Sie verlängert sich für nicht ausgezahlte Beträge ohne Antrag um bis zu 24 Monate. Für das EH55 gibt es eine Sonderregel: Wurde vor Abschluss eines Bauvertrags ein dokumentiertes Beratungsgespräch mit der Bank oder einem Vermittler geführt, zählt erst der Beginn der Bauarbeiten vor Ort als Vorhabenbeginn. ## EH55-Standard: Was technisch gefordert wird **Ein Effizienzhaus 55 darf höchstens 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines vergleichbaren Referenzgebäudes nach GEG haben. Das ist ein Prozentwert, kein fester Verbrauch in Kilowattstunden.** Konkret bedeutet das für Neubau-Vorhaben: - **Primärenergiebedarf**: höchstens 55 % des GEG-Referenzgebäudes - **Wärmeverlust**: Transmissionswärmeverlust höchstens 70 % des Referenzwerts - **Heizung**: Laut KfW müssen EH55-Neubauten zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien beheizt werden, etwa mit Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse wie Pellets. Gas- und Ölheizungen sind ausgeschlossen. - **Nachweis**: durch einen Energieeffizienz-Experten - **Stichtag**: Baubeginn bzw. Kauf- oder Bauträgervertrag frühestens ab 16. Dezember 2025 Welche Dämmstärken, Fenster und Haustechnik dein Haus dafür braucht, legt der Energieeffizienz-Experte für deinen Entwurf fest. Zum Vergleich: Das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40) verlangt höchstens 40 Prozent Primärenergiebedarf und eine Ökobilanz. Es ist baulich aufwändiger und derzeit mit 1,96 Prozent teurer finanziert, bietet mit QNG-Siegel aber bis 150.000 Euro Kredit und hat keine feste Frist. ## Rechnet sich EH55 bei aktuellen Bauzinsen? **Der Zinsabstand zum Marktdurchschnitt liegt in der 10-Jahres-Variante bei rund 2,8 Prozentpunkten. Ob sich der EH55-Standard für dich rechnet, hängt von den Mehrkosten deines Entwurfs ab.** Ein grobes Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus mit 100.000 Euro KfW-Kredit: | Position | Wert | |---|---| | Zinsen KfW EH55, 10/2/10, 1,00 % (grob, 10 Jahre) | ca. 6.100 € | | Zinsen zum Marktdurchschnitt 3,81 %, gleiche Struktur (grob) | ca. 23.800 € | | **Zinsvorteil (grob)** | **ca. 17.700 €** | | Mehrkosten EH55 gegenüber Mindeststandard | projektabhängig, vom Experten beziffern lassen | *Eigene grobe Rechnung: 2 Jahre tilgungsfrei, danach 8 Jahre Annuität mit monatlicher Rate bis zur vollen Tilgung, Effektivzins vereinfacht als Sollzins angesetzt. Zinssätze: KfW 06.10.2026, Bundesbank August 2026.* Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant, sollte mehrere Angebote einholen und den EH55-Aufpreis getrennt ausweisen lassen. Dann lässt er sich direkt mit dem Zinsvorteil vergleichen. ## Was kostet ein EH55-Haus 2026? **Die Gesamtkosten hängen von Grundstück, Region, Größe, Ausstattung und Bauweise ab. Die Baupreise steigen weiter: Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat.** Regionale Unterschiede sind erheblich, vor allem bei den Grundstückspreisen. Wer in Nordrhein-Westfalen baut, findet Richtwerte auf [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Einen Überblick über deine Gesamtprojektkosten, inklusive Nebenkosten und regionaler Unterschiede, gibt der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Kaufnebenkosten und Eigenkapital: Was je nach Bundesland gilt **Der KfW-Zins ist bundesweit gleich, die Kaufnebenkosten nicht. Vor allem die Grunderwerbsteuer legt jedes Bundesland selbst fest.** Zu den Kaufnebenkosten zählen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten und gegebenenfalls ein Makler. Die Grunderwerbsteuer fällt beim Kauf des Grundstücks an, beim Kauf vom Bauträger auf den Gesamtpreis. Den aktuellen Satz deines Bundeslands nennt das Landesfinanzministerium oder dein Notar. Ein Rechenbeispiel mit Annahmen: Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro, angenommen 5 Prozent Grunderwerbsteuer und grob 2 Prozent für Notar und Grundbuch, kommen rund 28.000 Euro Nebenkosten zusammen. Viele Banken erwarten, dass du mindestens die Nebenkosten aus Eigenkapital zahlst. Mehr Eigenkapital verbessert in der Regel die Konditionen des Bankdarlehens. Den KfW-Kredit selbst gibt es unabhängig vom Eigenkapital, die Bank prüft aber deine Bonität für die Gesamtfinanzierung. Mehr zu regionalen Baukosten findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Was passiert nach dem 31. Dezember mit der KfW-Förderung? **Nach dem 31. Dezember 2026, oder früher bei erschöpften Mitteln, fällt die EH55-Stufe weg. Das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40) bleibt in 297 und 298 förderbar, aktuell ab 1,96 Prozent effektiv.** Nach dem 31. Dezember 2026: - **Effizienzhaus 55 (297/298)**: läuft aus, eine weitere Verlängerung ist nicht angekündigt - **Klimafreundliches Wohngebäude (297/298)**: läuft weiter, bis 100.000 Euro, mit QNG bis 150.000 Euro - **KfW 300 Wohneigentum für Familien**: für Familien mit Kind, EH40 nötig, effektiv ab 0,01 Prozent - **KfW 458**: Heizungsförderung nur für bestehende Gebäude, nicht im Neubau Für alle Programme gilt: Antrag vor Vorhabenbeginn. Mehr zu Voraussetzungen, Kombination und Antrag erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: KfW EH55 Antragsfrist 2026 **Wie lange gilt die KfW-EH55-Förderung noch?** Bis spätestens 31. Dezember 2026. Anträge müssen bis zu diesem Datum bei der KfW eingegangen sein. Die Verlängerung von der ursprünglichen Frist 30. Juni 2026 haben Bundesbauministerium und KfW am 19. Juni 2026 bekanntgegeben. Sind die Mittel früher vergeben, endet die Förderung früher. **Was kostet der KfW-EH55-Kredit im Vergleich zum Markt?** Laut KfW vom 6. Oktober 2026 effektiv 1,00 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 2,05 Prozent bei 25 Jahren und 2,21 Prozent bei 35 Jahren, jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. Wohnungsbaukredite der Banken kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent. **Kann ich den KfW-Antrag direkt bei der KfW stellen?** Nein. Den Kredit beantragst du über deine Bank, Sparkasse oder einen Vermittler. Das war beim Klimafreundlichen Neubau schon immer so. **Was passiert, wenn ich vor dem Antrag mit dem Vorhaben anfange?** Dann verlierst du den Förderanspruch für dieses Vorhaben. Als Beginn gilt in der Regel der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Leistungsvertrags ohne aufschiebende Bedingung. Nach Antragseingang bei der KfW darfst du beginnen, vor der Zusage auf eigenes Risiko. **Ist EH55 oder EH40 für mich sinnvoller?** Das EH55 ist derzeit mit 1,00 Prozent günstiger finanziert und baulich leichter zu erreichen, setzt aber eine gültige Baugenehmigung und einen Antrag bis 31. Dezember 2026 voraus. Das EH40 kostet 1,96 Prozent, hat keine feste Frist und bietet mit QNG bis 150.000 Euro Kredit. **Welches Eigenkapital brauche ich für eine EH55-Finanzierung?** Das legt deine Bank fest. Viele Banken erwarten mindestens die Kaufnebenkosten aus Eigenmitteln, mehr Eigenkapital verbessert meist die Konditionen. Die Höhe der Nebenkosten hängt vor allem von der Grunderwerbsteuer deines Bundeslands ab. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Destatis: Baupreise für Wohngebäude, Mai 2026: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html --- # Gebäudemodernisierungsgesetz 2026: Was das GModG für Bauherren bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-2026-gmodg-bauherren Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt seit dem 29. Juli 2026. Bundestag und Bundesrat haben es am 10. Juli 2026 abgeschlossen, verkündet wurde es am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt (2026 I Nr. 226). Die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen ist damit weggefallen. Was das für dich als Bauherr, Käufer oder Sanierer bedeutet, liest du hier, mit den amtlichen Zahlen und klaren Empfehlungen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist das GModG, und was hat es geändert? **Das GModG ist das bisherige Gebäudeenergiegesetz unter neuem Namen und mit neuem Inhalt. Die Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen.** Das GEG wurde nicht aufgehoben, sondern durch das Änderungsgesetz vom 23. Juli 2026 umbenannt und umgebaut. Die alten §§ 71 bis 73 mit der 65-Prozent-Regel, der Kopplung an die kommunale Wärmeplanung, der Beratungspflicht und dem Betriebsverbot für alte Kessel sind entfallen. Seitdem kannst du wieder frei wählen: Wärmepumpe, Gasheizung, Öl, Fernwärme, Biomasse oder Hybridanlage. Klimaschutz läuft jetzt über eine Pflicht für steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe, die sogenannte Bio-Treppe. Die Stufen stehen im Gesetz: 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Verpflichtet ist der Eigentümer des Gebäudes, bei vermieteten oder verpachteten Anlagen gegebenenfalls der Betreiber. Der Gaslieferant muss die Erfüllung mit der Abrechnung bestätigen. Erfüllt werden kann die Pflicht mit Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff in den im Gesetz genannten Varianten. ## Ende der 65-Prozent-Regel: Was jetzt konkret gilt **Seit dem 29. Juli 2026 gibt es keine Erneuerbaren-Quote mehr für neue Heizungen. Für Neubauten gilt bis Ende 2029 die Bio-Treppe entsprechend, ab dem 1. Januar 2030 müssen neue Gebäude Nullemissionsgebäude sein.** | Zeitraum | Regel für den Neubau | |---|---| | bis 28.07.2026 | altes GEG: 65 % erneuerbare Energien für neue Heizungen | | seit 29.07.2026 | GModG: freie Heizungswahl, für Gas, Öl und Flüssiggas gilt die Bio-Treppe entsprechend (§ 10 Abs. 2 Nr. 3) | | ab 01.01.2029 | Bio-Treppe: mindestens 10 % klimafreundliche Brennstoffe | | ab 01.01.2030 | Nullemissionsgebäude: keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen am Standort | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226, Art. 1 und Art. 4.* Was bedeutet das für deine Planung? - **Gasheizung im Neubau**: rechtlich wieder möglich, aber mit Bio-Treppe ab 2029. Für Gebäude, die ab 2030 errichtet werden, schließt der Nullemissionsstandard fossile Brennstoffe am Standort aus. - **KfW-Förderung**: Die Gesetzeslockerung überträgt sich nicht auf die Förderprogramme. Im Klimafreundlichen Neubau (297/298) sind Öl und Gas weiterhin ausgeschlossen. - **Grenzfälle um 2030**: Ob für Vorhaben, die vor 2030 beantragt und erst danach fertig werden, schon der Nullemissionsstandard gilt, regelt der Gesetzestext nicht ausdrücklich. Kläre das früh mit Bauaufsicht und Energieberater. ## Zeitplan: Wie das Gesetz zustande kam **Vom Kabinettsbeschluss bis zum Inkrafttreten vergingen elf Wochen. Einzelne Teile treten erst 2027, 2028 und 2030 in Kraft.** 1. **13. Mai 2026**: Kabinettsbeschluss 2. **10. Juli 2026**: Abschluss in Bundestag und Bundesrat 3. **23. Juli 2026**: Ausfertigung des Gesetzes 4. **28. Juli 2026**: Verkündung im Bundesgesetzblatt 5. **29. Juli 2026**: Inkrafttreten der Kernregeln (Wegfall 65-Prozent-Pflicht, Bio-Treppe) 6. **1. Januar 2027**: zweite Stufe, unter anderem die neue Solarpflicht in § 106 und neue Regeln zum Energieausweis 7. **1. Januar 2028**: Nullemissionsstandard für neue, behördlich genutzte Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand 8. **1. Januar 2030**: Nullemissionsstandard für alle neu zu errichtenden Gebäude Die frühere Großstadt-Frist für die 65-Prozent-Pflicht war im Juni 2026 noch vom 30. Juni auf den 31. Oktober 2026 verschoben worden. Mit dem GModG ist sie gegenstandslos. ## KfW-Förderung: Was bleibt, was gilt jetzt? **Der Klimafreundliche Neubau (297/298) läuft weiter. Öl- und Gasheizungen bleiben dort ausgeschlossen, beim Effizienzhaus 40 auch Biomasse.** Die Programmnummer richtet sich nach dir, nicht nach dem Standard: **297** gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen, etwa Vermieter oder Unternehmen. Beide Programme bieten dieselben Förderstufen. | Förderstufe (297/298) | Heizung | Effektivzins 10/2/10 | Max. Kredit je WE | |---|---|---|---| | Effizienzhaus 55 (befristet) | keine Öl- oder Gasheizung, Biomasse erlaubt | 1,00 % | 100.000 € | | Effizienzhaus 40 (Klimafreundliches Wohngebäude) | keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung | 1,96 % | 100.000 € | | Effizienzhaus 40 mit QNG | keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung | 1,96 % | 150.000 € | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 (abgerufen 7.10.2026) und KfW-Konditionenübersicht vom 6.10.2026.* Die Heizungsförderung KfW 458 gilt nur für bestehende Wohngebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Im Neubau kannst du sie nicht nutzen. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Grob gerechnet zahlst du mit dem EH55-Kredit auf 100.000 Euro im ersten Jahr rund 2.800 Euro weniger Zinsen. Mehr zur Antragstellung und zur Kombination mit anderen Programmen erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## EH55-Förderung: Frist bis 31. Dezember 2026 **Die befristete EH55-Stufe läuft länger als ursprünglich geplant. Die KfW hat sie am 19. Juni 2026 verlängert: Anträge müssen spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen, bei vorzeitiger Erschöpfung der Bundesmittel endet sie früher.** Die KfW hat die EH55-Stufe im Dezember 2025 wieder geöffnet. Für 2025 und 2026 stehen dafür 800 Millionen Euro Bundesmittel bereit. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Die wichtigsten Fakten: - **Kredit**: bis 100.000 Euro je Wohneinheit - **Zinssatz**: 1,00 Prozent effektiv (10 Jahre Laufzeit, 2 Jahre tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung), 2,05 Prozent bei 25 Jahren und 2,21 Prozent bei 35 Jahren Laufzeit - **Heizung**: keine Öl- oder Gasheizung, Biomasse ist erlaubt - **Baugenehmigung**: muss bei Antragstellung gültig vorliegen - **Stichtag**: Baubeginn bzw. Kauf- oder Bauträgervertrag frühestens ab 16. Dezember 2025 - **Antrag**: über deine Bank, vor Beginn des Vorhabens Wer eine Baugenehmigung hat und den EH55-Standard anstrebt, sollte nicht bis Dezember warten. Auch die Bank braucht Zeit für ihre Prüfung. Einen Überblick über die Gesamtbaukosten mit Nebenkosten liefert der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was Bauherren jetzt konkret tun sollten **Die Heizungswahl ist seit dem 29. Juli 2026 frei. Wer KfW-Mittel nutzen will oder ab 2030 fertig wird, kommt trotzdem an einer erneuerbaren Heizung kaum vorbei.** **Szenario 1: Du baust mit KfW-Kredit:** Wärmepumpe, Fernwärme oder beim EH55 auch Biomasse einplanen. Für EH55 den Antrag so stellen, dass er bis 31. Dezember 2026 bei der KfW eingeht, solange Mittel da sind. **Szenario 2: Du baust ohne Förderung und willst Gas:** Rechtlich möglich. Kalkuliere die Bio-Treppe ab 2029 und den CO2-Preis ein. Wenn du vermietest: Für Neubauten, die bis Ende 2029 errichtet und erstmals genutzt werden und deren Bauantrag ab dem 13. Mai 2026 gestellt wurde, gilt die neue Kostenteilung mit den Mietern entsprechend (§ 5b CO2-Kostenaufteilungsgesetz). **Szenario 3: Fertigstellung um 2030:** Plane vorsorglich nach Nullemissionsstandard, also ohne fossile Brennstoffe am Standort. Ab 2030 kommt für neue Wohngebäude die Solarpflicht dazu. Wer in NRW baut, findet auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) Richtwerte und regionale Besonderheiten. Grundstückspreise schwanken je nach Bundesland erheblich, das beeinflusst direkt den Finanzierungsbedarf. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) als langfristigen Wohnsitz plant, sollte die Heizungsentscheidung nicht allein am GModG festmachen. Energiepreise, Wartung und die CO2-Bepreisung fossiler Brennstoffe über 20 bis 30 Jahre zählen mindestens so viel wie die Einbaukosten. ## Was noch offen ist **Das Gesetz steht, aber einige Details folgen noch. Am wichtigsten für Gas-Kunden ist die Grüngasquote, die per eigenem Gesetz geregelt werden soll.** - **Grüngas- und Grünheizölquote**: Die Bundesregierung soll bis zum 1. Dezember 2026 einen Gesetzentwurf vorlegen (§ 42a). Ab 2045 sollen in Verkehr gebrachte Brennstoffe vollständig klimaneutral sein. - **Verfügbarkeit und Preis von Biomethan**: Wie teuer die Bio-Treppe für dich wird, hängt von Angebot und Preisen ab, die heute niemand verlässlich vorhersagen kann. - **Abgrenzung beim Nullemissionsstandard**: Wie Bauvorhaben behandelt werden, die über den Jahreswechsel 2029/2030 laufen, ist im Gesetzestext nicht ausdrücklich geregelt. - **CO2-Preis**: 2026 gilt nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Wie es danach weitergeht, steht dort nicht fest. Für Bauherren heißt das: Wer heute eine Gasheizung einbaut, kennt die Pflichtquoten, aber nicht die künftigen Brennstoffpreise. ## Heizungstypen im Vergleich: Was rechnet sich? **Pauschale Preislisten helfen hier wenig. Entscheidend sind Förderfähigkeit, Bio-Treppe und Betriebskosten über 20 Jahre, und die hängen stark von deinem Haus und deinem Standort ab.** | Heizungstyp | KfW 297/298 möglich? | Bio-Treppe? | Ab 2030 im Neubau zulässig? | |---|---|---|---| | Luft-Wasser-Wärmepumpe | Ja | Nein | Ja | | Erdwärmepumpe | Ja | Nein | Ja | | Gasheizung (Brennwert) | Nein | Ja | Nein, wenn fossil betrieben | | Fernwärme | Ja | Nein | Ja | | Pelletheizung | nur EH55, nicht EH40 | Nein | Ja | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298; BGBl. 2026 I Nr. 226, § 10 und § 43.* Lass dir von deinem Energieeffizienz-Experten oder Heizungsbauer konkrete Angebote und eine Betriebskostenrechnung für dein Gebäude erstellen. Die Gasheizung ist im Einbau meist günstiger, trägt aber Bio-Treppe und CO2-Preis. Mit KfW-Förderung fährst du langfristig in vielen Fällen mit einer Wärmepumpe besser. ## FAQ: Gebäudemodernisierungsgesetz 2026 **Was ist das GModG und was ersetzt es?** Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist das bisherige Gebäudeenergiegesetz unter neuem Namen. Das Änderungsgesetz vom 23. Juli 2026 hat es umbenannt und unter anderem die 65-Prozent-Pflicht gestrichen. In Kraft ist es seit dem 29. Juli 2026. **Ist die 65-Prozent-Regel für Heizungen schon abgeschafft?** Ja. Seit dem 29. Juli 2026 gilt sie nicht mehr. An ihre Stelle tritt die Bio-Treppe für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die danach eingebaut werden. **Wann tritt das GModG in Kraft?** Die Kernregeln gelten seit dem 29. Juli 2026. Weitere Teile folgen am 1. Januar 2027 (unter anderem Solarpflicht und Energieausweis), am 1. Januar 2028 und am 1. Januar 2030 (Nullemissionsstandard für alle Neubauten). **Ändert das GModG die KfW-Förderkonditionen?** Nein, die Programme haben eigene Regeln. Im Klimafreundlichen Neubau 297/298 bleiben Öl und Gas ausgeschlossen. Die Heizungsförderung KfW 458 hat sich unabhängig vom GModG am 21. Juli 2026 geändert und gilt nur für bestehende Gebäude. **Bis wann kann ich die EH55-Förderung beantragen?** Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen. Die KfW hat die ursprüngliche Frist 30. Juni 2026 am 19. Juni 2026 verlängert. Sind die Bundesmittel vorher erschöpft, endet die Förderung früher. **Was bedeutet die Bio-Treppe ab 2029?** Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss als Eigentümer sicherstellen, dass ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff stammen. Der Lieferant bestätigt das mit der Abrechnung. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes vom 23. Juli 2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - GModG-Portal des Bundes (BBSR): Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung bis 31. Dezember 2026 verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - Brennstoffemissionshandelsgesetz § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # KfW 297/298: Klimafreundlicher Neubau 2026: Aktuelle Zinsen und wie du profitierst URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-297-298-klimafreundlicher-neubau-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Programm Klimafreundlicher Neubau (KfW 297/298) ist die zentrale Neubauförderung des Bundes. Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 kostet das Klimafreundliche Wohngebäude (Effizienzhaus 40) effektiv ab 1,96 Prozent, die befristete Effizienzhaus-55-Stufe ab 1,00 Prozent. Wohnungsbaukredite der Banken lagen im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt bei 3,81 Prozent. Wer 2026 energieeffizient bauen will, sollte das Programm kennen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist KfW 297/298, und was gilt 2026? **Das Programm „Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude“ (KfW 297/298) fördert Neubau und Ersterwerb energieeffizienter Wohngebäude mit zinsverbilligten Krediten. Die Nummer hängt vom Antragsteller ab, nicht vom Standard: 297 für Privatpersonen, die selbst einziehen, 298 für alle anderen.** Das ist die wichtigste Klarstellung, weil sie oft falsch dargestellt wird: Es gibt keine eigene Nummer für EH40 oder EH55. Beide Programmnummern bieten dieselben drei Förderstufen: - **Klimafreundliches Wohngebäude**: Effizienzhaus 40 plus Ökobilanz-Anforderung, Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,96 Prozent - **Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG**: zusätzlich Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude, Kredit bis 150.000 Euro je Wohneinheit, gleiche Zinsen - **Effizienzhaus 55 (befristet)**: Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent, Antrag bis spätestens 31. Dezember 2026 Die EH55-Stufe gab es im Neubau seit dem 24. Januar 2022 nicht mehr. Am 16. Dezember 2025 hat die KfW sie befristet wieder geöffnet, mit 800 Millionen Euro Bundesmitteln. Ursprünglich sollte sie am 30. Juni 2026 enden, am 19. Juni 2026 wurde sie bis 31. Dezember 2026 verlängert. Beide Programmnummern lassen sich mit anderen Fördermitteln kombinieren, etwa mit Landesprogrammen, solange die Summe die förderfähigen Kosten nicht übersteigt. ## Aktuelle Konditionen: Zinsen, Kreditbetrag, Laufzeiten **Das EH55 kostet effektiv 1,00 Prozent, das EH40 1,96 Prozent, jeweils bei 10 Jahren Laufzeit, 2 tilgungsfreien Jahren und 10 Jahren Zinsbindung. Laufzeiten bis 35 Jahre sind möglich, dann liegen die Sätze höher.** | Förderstufe | Effektivzins 10/2/10 | 25/3/10 | 35/5/10 | 10/10/10 (endfällig) | Max. Kredit je WE | |---|---|---|---|---|---| | Klimafreundliches Wohngebäude (EH 40) | 1,96 % | 2,85 % | 2,98 % | 3,05 % | 100.000 € | | Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG | 1,96 % | 2,85 % | 2,98 % | 3,05 % | 150.000 € | | Effizienzhaus 55 (bis 31.12.2026) | 1,00 % | 2,05 % | 2,21 % | 2,30 % | 100.000 € | | Wohnungsbaukredit Banken (Bundesbank, August 2026) | 3,81 % (5 bis 10 Jahre Zinsbindung) | | | | | *Quellen: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026 (EH40-Sätze gültig seit 17.09.2026, EH55-Sätze seit 10.04.2026); Deutsche Bundesbank, Stand 01.10.2026. Laufzeit / tilgungsfreie Jahre / Zinsbindung.* Einen Tilgungszuschuss gibt es im Klimafreundlichen Neubau nicht. Das Programm arbeitet mit Zinsverbilligung, der Vorteil liegt allein im Zins. ## KfW vs. Marktfinanzierung: Was sparst du konkret? **Grob gerechnet zahlst du auf 150.000 Euro KfW-Kredit (EH40 mit QNG, 1,96 Prozent, 10/2/10) rund 18.100 Euro Zinsen. Zum Marktdurchschnitt von 3,81 Prozent wären es bei gleicher Struktur rund 35.700 Euro.** | Posten | KfW-Darlehen (EH 40 mit QNG) | Darlehen zum Marktdurchschnitt | |---|---|---| | Kreditsumme | 150.000 € | 150.000 € | | Effektivzins | 1,96 % | 3,81 % | | Zinsen über 10 Jahre (grob) | ca. 18.100 € | ca. 35.700 € | | **Unterschied** | | **ca. 17.600 €** | *Eigene grobe Rechnung: 2 Jahre tilgungsfrei, danach 8 Jahre Annuität mit monatlicher Rate bis zur vollen Tilgung, Effektivzins vereinfacht als Sollzins angesetzt. Zinssätze: KfW 06.10.2026, Bundesbank August 2026. Dein Bankangebot kann abweichen.* In der Praxis finanzieren die meisten Bauherren nicht den gesamten Bedarf über die KfW. Typisch ist eine Kombination aus KfW-Kredit und regulärem Bankdarlehen für den Rest. ## Welche Anforderungen muss ein Effizienzhaus 40 erfüllen? **Ein Effizienzhaus 40 darf höchstens 40 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes nach Gebäudeenergiegesetz haben. Für die Förderung kommen eine Ökobilanz und der Verzicht auf Öl, Gas und Biomasse hinzu.** Technische Anforderungen im Überblick: - Primärenergiebedarf: höchstens 40 Prozent des Referenzgebäudes - Transmissionswärmeverlust: höchstens 55 Prozent des Referenzwerts - Heizung: keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung; in der Praxis meist Wärmepumpe oder Fernwärme. Pellets sind nur beim EH55 erlaubt. - Ökobilanz (LCA) mit Grenzwert für Treibhausgasemissionen - Energieeffizienz-Experte: Pflicht von Anfang an (Bestätigung zum Antrag, BzA) Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) baut, erreicht den EH-40-Standard meist durch eine Kombination aus: - Dreifachverglasung - deutlich verstärkter Dämmung der Außenwände und des Dachs - Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung - Wärmepumpe oder Fernwärme Wie viel das gegenüber einem Haus nach gesetzlichem Mindeststandard mehr kostet, hängt stark vom Entwurf ab. Lass dir die Mehrkosten von deinem Energieeffizienz-Experten oder Architekten beziffern. ## Was kostet ein Effizienzhaus 40, und lohnt sich der Mehraufwand? **Die Baukosten hängen von Haustyp, Region und Ausstattung ab. Ob sich der EH40-Mehraufwand lohnt, entscheiden der Zinsvorteil, der höhere Kreditrahmen mit QNG und die laufenden Energiekosten.** Für einen ersten realistischen Überblick über deine Baukosten, inklusive regionaler Unterschiede, Keller, Dachform, Dämmstandard und Ausstattung, nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Regionale Unterschiede sind erheblich. In teuren Regionen wie dem Großraum München deckt der KfW-Kredit einen kleineren Anteil der Gesamtkosten als in günstigeren Regionen. Richtwerte für den Freistaat gibt es auf [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Ein Hinweis zum Vergleich mit dem EH55: Solange die EH55-Stufe offen ist, ist sie mit 1,00 Prozent effektiv günstiger finanziert als das EH40 mit 1,96 Prozent. Der Vorteil des EH40 liegt im höheren Kreditrahmen mit QNG, in der fehlenden festen Frist und im niedrigeren Energiebedarf. Wer ein [Passivhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/passivhaus) oder Plus-Energiehaus anstrebt, geht über den EH-40-Standard noch hinaus. Das kostet mehr in der Herstellung und senkt die Betriebskosten weiter. Höhere KfW-Kredite als die genannten gibt es dafür nicht. ## Antragstellung: Schritt für Schritt **Der Antrag muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du Bau-, Liefer- oder Kaufverträge ohne Vorbehalt abschließt. Ein Vorhabenbeginn vor Antragseingang ist laut Merkblatt förderschädlich.** So funktioniert die Antragstellung: **Schritt 1: Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Ohne Bestätigung zum Antrag (BzA) eines Experten aus der Energieeffizienz-Expertenliste kann kein Antrag gestellt werden. Der Experte prüft, ob dein Vorhaben den geplanten Standard erreicht. **Schritt 2: Antrag über die Bank einreichen**: Den Kredit beantragst du bei deiner Bank, Sparkasse oder einem Vermittler. Die Bank reicht den Antrag bei der KfW ein. So lief das Programm von Anfang an, das ist keine Neuerung von 2026. Für die Frist zählt der Eingang bei der KfW. **Schritt 3: Vorhabenbeginn**: Nach Antragseingang bei der KfW darfst du beginnen. Vor der Zusage geschieht das auf eigenes Risiko. Verträge mit aufschiebender Bedingung bezogen auf die Förderzusage sind schon vorher erlaubt. **Schritt 4: Nachweis erbringen**: Nach Fertigstellung bestätigt der Experte den erreichten Standard (Bestätigung nach Durchführung, BnD). **Schritt 5: Auszahlung**: Die KfW zahlt über die Bank aus, in einer Summe oder in Teilbeträgen. Die Abruffrist beträgt 12 Monate nach Zusage und verlängert sich für nicht ausgezahlte Beträge ohne Antrag um bis zu 24 Monate. Ab dem 13. Monat fällt eine Bereitstellungsprovision von 0,15 Prozent pro Monat an. Mehr zu Voraussetzungen und Bauweise erklärt der Ratgeber [Energieeffizient bauen](https://baukostenplan.de/ratgeber/energieeffizient-bauen). ## Was bringt das QNG-Siegel zusätzlich? **Mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM) steigt der KfW-Kreditrahmen von 100.000 auf 150.000 Euro je Wohneinheit. Bestätigt wird es durch ein Nachhaltigkeitszertifikat einer akkreditierten Zertifizierungsstelle.** Das QNG bewertet neben der Energieeffizienz weitere Aspekte der Nachhaltigkeit, etwa die Umweltwirkung der Baustoffe über den Lebenszyklus und die Gesundheit der Innenraumluft. Informationen zu den Anforderungen und Zertifizierungsstellen gibt es unter www.qng.info. Die Zertifizierung kostet Geld für Planung und Prüfung. Lass dir die Kosten vorab nennen und vergleiche sie mit dem Vorteil der zusätzlichen 50.000 Euro Förderkredit. Ob ein QNG-Haus beim späteren Verkauf mehr wert ist, hängt vom regionalen Markt ab. ## FAQ: KfW Klimafreundlicher Neubau 2026 **Wie hoch ist der KfW-Zinssatz für Effizienzhaus 40?** Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 effektiv 1,96 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 2 tilgungsfreien Jahren und 10 Jahren Zinsbindung, 2,98 Prozent bei 35 Jahren. Das gilt in 297 und 298 gleichermaßen. Das EH55 kostet 1,00 Prozent und kann noch bis 31. Dezember 2026 beantragt werden. **Was ist der Unterschied zwischen 297 und 298?** 297 gilt für Privatpersonen, die das Gebäude selbst bewohnen. 298 gilt für alle anderen, etwa Vermieter, Unternehmen oder Wohnungseigentümergemeinschaften. Förderstufen und Zinsen sind gleich. **Wie viel Kredit gibt es über KfW 297/298?** Für das EH40 und das EH55 bis 100.000 Euro je Wohneinheit, für das EH40 mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern gilt der Betrag je Wohneinheit, ein Haus mit vier Einheiten kann mit QNG also bis zu 600.000 Euro erhalten. **Kann ich KfW 297/298 mit anderen Förderungen kombinieren?** Teilweise. Mit anderen Krediten und Zuschüssen, etwa dem KfW-Wohneigentumsprogramm 124 oder Landesprogrammen, ist eine Kombination grundsätzlich möglich. Ausgeschlossen sind für dieselbe Wohneinheit KfW 300 und für dieselbe Maßnahme die BEG. KfW 458 gilt ohnehin nur für bestehende Gebäude, nicht im Neubau. **Was passiert, wenn das fertige Haus den Standard nicht erreicht?** Dann sind die Förderbedingungen nicht erfüllt. Laut Merkblatt kann die KfW den Förderkredit in diesem Fall innerhalb von zehn Jahren nach Zusage zurückfordern. Beim Ersterwerb trägt dann der Verkäufer den Schaden, die KfW empfiehlt dafür eine Haftungsklausel im Kaufvertrag. **Gilt die Förderung zeitlich unbegrenzt?** Nein. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Bundesmittel, ein Rechtsanspruch besteht nicht. Im Januar 2022 wurde die damalige Neubauförderung kurzfristig gestoppt. Die EH55-Stufe ist ausdrücklich bis 31. Dezember 2026 befristet. Wer ein konkretes Bauvorhaben hat, sollte den Antrag nicht unnötig verzögern. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # KfW Effizienzhaus 55: Förderung läuft bis 31. Dezember 2026, was Bauherren jetzt tun sollten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-effizienzhaus-55-foerderung-laeuft-aus-juni-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die KfW hat den Effizienzhaus-55-Standard im Dezember 2025 befristet wieder in die Neubauförderung aufgenommen, mit einem Zins ab 1,00 Prozent effektiv und 800 Millionen Euro Bundesmitteln. Ursprünglich sollte am 30. Juni 2026 Schluss sein. Am 19. Juni 2026 haben Bund und KfW die Frist bis spätestens **31. Dezember 2026** verlängert. Wer noch profitieren will, braucht eine gültige Baugenehmigung und einen Antrag, der rechtzeitig bei der KfW eingeht. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist die KfW-EH55-Förderung, und bis wann läuft sie? **Die KfW hat die Effizienzhaus-55-Stufe am 16. Dezember 2025 befristet wieder geöffnet, nachdem die EH55-Neubauförderung am 24. Januar 2022 ausgelaufen war. Sie gilt, bis die 800 Millionen Euro vergeben sind, längstens bis 31. Dezember 2026.** Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW. Sind die Mittel vorher erschöpft, endet die Förderung früher. Wie viel noch frei ist, veröffentlicht die KfW nicht laufend. Die KfW vergibt den EH55-Kredit im Programm Klimafreundlicher Neubau: Wohngebäude. Die Programmnummer richtet sich nach dem Antragsteller, nicht nach der Gebäudegröße: **297** für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen, etwa Vermieter, Unternehmen oder Wohnungseigentümergemeinschaften. Vor der Wiederaufnahme war das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40 mit Ökobilanz) die Mindestanforderung. Mit dem EH55 gibt es befristet eine leichter erreichbare Stufe mit gleichem Kredithöchstbetrag von 100.000 Euro. ## Was bietet die KfW-Förderung für Effizienzhaus 55 konkret? **Der KfW-Kredit für Effizienzhaus 55 beträgt bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv 1,00 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit. Wohnungsbaukredite kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent.** | Parameter | EH55 Förderkredit | Vergleich | |---|---|---| | Kredit max. | 100.000 € je Wohneinheit | | | Effektivzins 10/2/10 | **1,00 %** | Marktdurchschnitt 3,81 % (5 bis 10 Jahre Zinsbindung, August 2026) | | Effektivzins 25/3/10 | **2,05 %** | | | Effektivzins 35/5/10 | **2,21 %** | | | Zinsbindung | 10 Jahre | | | Tilgungsfreie Anlaufzeit | 2 bis 5 Jahre je nach Laufzeit | | | Tilgungszuschuss | keiner | | | Antragsfrist | **31. Dezember 2026** (Eingang bei der KfW) | | *Quellen: KfW-Konditionenübersicht vom 06.10.2026 (EH55-Sätze gültig seit 10.04.2026), Deutsche Bundesbank, Stand 01.10.2026. Laufzeit / tilgungsfreie Jahre / Zinsbindung.* Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens bei der KfW eingehen. Als Beginn gilt in der Regel der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Kaufvertrags. Ein Vorhabenbeginn vor Antragseingang ist förderschädlich. ## EH55 vs. EH40: Lohnt sich der höhere Aufwand? **Das EH40 bleibt dauerhaft förderbar, mit bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit mit QNG-Siegel. Das EH55 ist leichter zu erreichen und derzeit mit 1,00 Prozent effektiv günstiger finanziert als das EH40 mit 1,96 Prozent.** | Standard | Primärenergiebedarf | Transmissionswärmeverlust | Kredit max. | Effektivzins 10/2/10 | Frist | |---|---|---|---|---|---| | **EH55** | max. 55 % des Referenzgebäudes | max. 70 % | 100.000 € | 1,00 % | **31. Dezember 2026** | | **EH40** | max. 40 % des Referenzgebäudes, plus Ökobilanz | max. 55 % | 100.000 € | 1,96 % | keine feste Frist | | **EH40 + QNG** | wie EH40, plus Nachhaltigkeitszertifikat | max. 55 % | 150.000 € | 1,96 % | keine feste Frist | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 und Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026.* Wie viel das EH40 gegenüber dem EH55 mehr kostet, hängt von Konstruktion und Heizung ab. Lass dir die Mehrkosten für dein Projekt beziffern. Wer eine gültige Baugenehmigung hat und das EH55 erreicht, fährt beim Zins derzeit günstiger. Bei beiden Stufen sind Öl- und Gasheizungen ausgeschlossen. Beim EH55 ist eine Biomasseheizung erlaubt, beim EH40 nicht. Das [Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)](https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-gmodg-2026-heizungsgesetz-aenderungen) ist am 29. Juli 2026 in Kraft getreten und hat die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Wärme gestrichen. An den Förderbedingungen der KfW ändert das nichts. ## Wer kann einen Antrag stellen? Voraussetzungen im Überblick **Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Wohnungseigentümergemeinschaften und andere Investoren, die ein neues Wohngebäude bauen oder erstmals kaufen. Wichtigste Voraussetzung: Die Baugenehmigung muss bei Antragstellung gültig vorliegen.** Konkret brauchst du: - Eine gültige Baugenehmigung (ein laufender Bauantrag reicht nicht) - Einen Energieeffizienz-Experten aus der Energieeffizienz-Expertenliste, der das EH55-Niveau bestätigt - Einen Baubeginn vor Ort frühestens ab dem 16. Dezember 2025 - Die Antragstellung über deine Bank, nicht direkt bei der KfW Wer kauft statt baut: Der Ersterwerb ist förderfähig, wenn der Kauf innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme erfolgt. Kauf- und Bauträgerverträge müssen ab dem 16. Dezember 2025 geschlossen worden sein. Anzahlungen darfst du erst nach Antragseingang bei der KfW leisten. ## Schritt für Schritt: So schaffst du den Antrag rechtzeitig **Der kritische Engpass ist oft nicht die KfW, sondern der Nachweis des EH55-Standards und die Bearbeitungszeit der Bank. Wer noch keinen Energieeffizienz-Experten beauftragt hat, sollte das bald tun.** **Schritt 1: Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Er bestätigt, dass dein Objekt das EH55 erreicht, und erstellt die Bestätigung zum Antrag. Experten findest du über die Energieeffizienz-Expertenliste. **Schritt 2: Bank kontaktieren**: Sag deiner finanzierenden Bank, dass du einen KfW-Kredit aus dem Programm 297 (Selbstnutzer) oder 298 für das EH55 beantragen möchtest. Die Bank reicht den Antrag bei der KfW ein. Für die Frist zählt der Eingang bei der KfW. **Schritt 3: Vorhabenbeginn**: Nach Antragseingang bei der KfW darfst du beginnen, vor der Zusage auf eigenes Risiko. Für das EH55 gilt eine Sonderregel: Wurde vor Vertragsabschluss ein dokumentiertes Beratungsgespräch mit der Bank oder einem Vermittler geführt, zählt erst der Beginn der Bauarbeiten vor Ort als Vorhabenbeginn. **Schritt 4: Bau und Nachweis**: Nach Fertigstellung bestätigt der Experte, dass der EH55-Standard erreicht wurde. Wer bereits ohne Antrag mit dem Vorhaben begonnen hat, kann für dieses Vorhaben keine EH55-Förderung mehr bekommen. ## Konkrete Beispielrechnung: Was sparst du gegenüber dem Marktpreis? **Grob gerechnet zahlst du bei 100.000 Euro KfW-Kredit zu 1,00 Prozent (10 Jahre, 2 tilgungsfrei) rund 6.100 Euro Zinsen. Zum Marktdurchschnitt von 3,81 Prozent wären es bei gleicher Struktur rund 23.800 Euro.** | | KfW EH55 (1,00 %) | Marktdurchschnitt (3,81 %) | Unterschied | |---|---|---|---| | Zinsen über 10 Jahre (grob) | ca. 6.100 € | ca. 23.800 € | **ca. 17.700 €** | *Eigene grobe Rechnung: 100.000 Euro, 2 Jahre tilgungsfrei, danach 8 Jahre Annuität mit monatlicher Rate bis zur vollen Tilgung, Effektivzins vereinfacht als Sollzins angesetzt. Zinssätze: KfW 06.10.2026, Bundesbank August 2026. Dein Bankangebot kann abweichen.* Bei längeren Laufzeiten ist der Abstand kleiner, weil auch der KfW-Zins höher liegt, etwa 2,21 Prozent bei 35 Jahren. Was dein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) insgesamt kostet und welchen Anteil der KfW-Kredit an der Finanzierung hätte, ermittelst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), inklusive regionaler Preisunterschiede, Nebenkosten und Keller- oder Dachgeschossoptionen. ## Was kommt nach dem 31. Dezember? Alternativen und Ausblick **Nach dem 31. Dezember 2026, oder früher bei erschöpften Mitteln, fällt die EH55-Stufe weg. Das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40) bleibt im Programm 297/298 weiter zinsverbilligt förderbar, aktuell ab 1,96 Prozent effektiv.** Die Alternativen im Überblick: **KfW Klimafreundlicher Neubau EH40**: Kredit bis 100.000 Euro, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro, effektiv 1,96 bis 3,05 Prozent je nach Laufzeit (Stand 06.10.2026). **KfW 300 Wohneigentum für Familien**: Für Familien mit Kind und Einkommensgrenze, EH40 mit Ökobilanz nötig, Kredit 170.000 bis 270.000 Euro, effektiv 0,01 bis 1,16 Prozent. Für dieselbe Wohnung nicht mit 297/298 kombinierbar. **KfW Wohneigentumsprogramm (124)**: Kredit für Selbstnutzer ohne Effizienzanforderung, aktuell 4,53 bis 4,60 Prozent effektiv. Mit 297/298 grundsätzlich kombinierbar. **KfW 458 Heizungsförderung**: Gilt nur für bestehende Gebäude, nicht im Neubau. Dort beträgt der Zuschuss höchstens 70 Prozent, für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro bis zu 80 Prozent. Wer in Bayern plant, findet auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern) Richtpreise für Neubaukosten. Für Landesförderung zum Wohnungsbau ist dort die BayernLabo zuständig. ## FAQ: KfW Effizienzhaus 55 Förderung 2026 **Bis wann muss der KfW-Antrag für EH55 gestellt sein?** Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingegangen sein. Es reicht nicht, dass er bei deiner Bank liegt. Plane die Bearbeitungszeit der Bank ein. Sind die Mittel vorher vergeben, ist früher Schluss. **Wie viel Kredit gibt es für Effizienzhaus 55?** Bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit. Laut KfW vom 6. Oktober 2026 effektiv 1,00 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 2,05 Prozent bei 25 Jahren und 2,21 Prozent bei 35 Jahren, jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. **Kann ich die EH55-Förderung mit anderen Programmen kombinieren?** Teilweise. Laut Merkblatt 297/298 ist eine Kombination mit anderen Krediten und Zuschüssen grundsätzlich möglich, etwa mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm 124 oder Landesprogrammen, solange die Summe die förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Ausgeschlossen sind für dieselbe Wohneinheit KfW 300 und für dieselbe Maßnahme die BEG. **Was passiert, wenn die 800 Millionen Euro vorher erschöpft sind?** Dann stoppt die EH55-Förderung vor dem 31. Dezember. Wer bereits eine Kreditzusage hat, ist abgesichert. **Muss die Baugenehmigung bei Antragstellung vorliegen?** Ja. Zum Zeitpunkt der Antragstellung muss eine gültige Baugenehmigung vorliegen. Ein laufender Bauantrag reicht nicht aus. Wann die Genehmigung erteilt wurde, spielt keine Rolle. **Gilt das EH55-Programm auch für Mehrfamilienhäuser?** Ja. Die Unterscheidung zwischen 297 und 298 hängt nicht von der Zahl der Wohnungen ab, sondern vom Antragsteller: 297 für selbst nutzende Privatpersonen, 298 für alle anderen. Der Kreditbetrag liegt bei höchstens 100.000 Euro je Wohneinheit, bei einem Vierfamilienhaus also bis zu 400.000 Euro. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 --- # Heizungsgesetz-Reform 2026: Was das GModG für Bauherren jetzt bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/heizungsgesetz-reform-gmodg-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Das Bundeskabinett hatte den Entwurf am 13. Mai 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat stimmten am 10. Juli 2026 zu, verkündet wurde es am 28. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226). Es ändert das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) und gibt ihm einen neuen Namen. Für Bauherren und Sanierer heißt das: andere Spielregeln bei der Heizungswahl, mehr Freiheit bei der Technik, aber neue Pflichten ab 2029. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist das GModG? **Das GModG ist das reformierte Heizungsgesetz. Seit dem 29. Juli 2026 ist die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungseinbau vollständig gestrichen.** Das GEG 2024, bekannt als Heizungsgesetz, war von Anfang an umstritten. Die Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, galt vielen Eigentümern als zu bürokratisch. Die Bundesregierung hat das Gesetz grundlegend überarbeitet: technologieoffen statt vorschreibend. Eine allgemeine Aussetzung der 65-%-Pflicht hat es vor der Reform übrigens nicht gegeben. Verschoben wurde im Juni 2026 nur die Frist für Großstädte über 100.000 Einwohner, vom 30. Juni auf den 31. Oktober 2026. Mit dem Inkrafttreten des GModG ist die Pflicht nun ganz entfallen. ## Was sich konkret geändert hat **Die Paragraphen 71 bis 73 GEG mit den Heizungspflichten, der Beratungspflicht und den Betriebsverboten für alte Kessel sind gestrichen.** | Regelung | GEG 2024 | GModG (seit 29.07.2026) | |---|---|---| | 65-%-EE-Pflicht bei Neueinbau | Ja | entfällt | | Gas-/Ölheizung ohne EE-Anteil | nicht zulässig | wieder erlaubt | | Beratungspflicht vor Einbau fossiler Heizung | verpflichtend | entfällt | | Betriebsverbot alte Kessel (§ 72) | Ja | entfällt | | Bio-Treppe ab 2029 | Nein | Ja, Pflicht des Eigentümers bei neuen Gas-/Ölheizungen im Bestand | | KfW-Heizungsförderung | bis 70 % | bis 80 % (seit 21.07.2026) | | Neubau ab 2030 | GEG-Anforderungen | Nullemissionsgebäude | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226; KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* Was **nicht** entfällt: Auch im Neubau gelten weiter energetische Mindestanforderungen an das Gebäude. Die Heizungsart ist bis Ende 2029 frei wählbar, eine neue Gas- oder Ölheizung unterliegt aber auch im Neubau der Bio-Treppe (§ 10 Abs. 2 Nr. 3 GModG). Ab dem 1. Januar 2030 müssen alle neu zu errichtenden Gebäude Nullemissionsgebäude sein, ohne CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen am Standort. ## Die Bio-Treppe: Was ab 2029 auf dich zukommt **Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss als Eigentümer ab 2029 einen steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe sicherstellen.** Anders als in vielen frühen Berichten zu lesen war, ist das keine Lieferantenquote, um die du dich nicht kümmern musst. Verpflichtet ist der Eigentümer, oder der Betreiber, wenn das jemand anderes ist. In der Praxis schließt du einen Liefervertrag mit dem nötigen Anteil Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff ab; der Lieferant bestätigt die Einhaltung mit der Abrechnung. | Ab | Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoff | |---|---| | 1. Januar 2029 | 10 % | | 1. Januar 2030 | 15 % | | 1. Januar 2035 | 30 % | | 1. Januar 2040 | 60 % | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG.* Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, fallen nicht darunter. Für Neubauten schreibt § 10 Abs. 2 Nr. 3 GModG vor, dass die Regeln der §§ 42 bis 45 entsprechend einzuhalten sind; die Bio-Treppe gilt dort also ebenfalls. Statt der Bio-Treppe kannst du unter Mindestanforderungen auch Solarthermie, eine Hybrid-Wärmepumpe oder eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung nutzen, teils befristet bis 2034. Der Haken: Was die Pflicht-Brennstoffe ab 2029 kosten, weiß heute niemand. Wer jetzt eine Gas- oder Ölheizung einbaut, sollte steigende Betriebskosten einkalkulieren. ## Was ist erlaubt, und was macht langfristig Sinn? **Technologieoffen heißt: Gas, Öl, Wärmepumpe, Biomasse, Fernwärme und Hybridheizungen sind erlaubt. Die eigentliche Frage ist, was sich über 20 Jahre rechnet.** **Wärmepumpe:** Im Bestand mit KfW 458 gefördert, keine Bio-Treppe. Im Neubau die übliche Lösung, weil Öl und Gas in den KfW-Neubauprogrammen ausgeschlossen sind. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant, sollte die Heizungsart früh mit dem Energieeffizienz-Experten abstimmen, sie beeinflusst die erreichbare Förderstufe. **Gas-Brennwertanlage:** In der Anschaffung meist günstiger als eine Wärmepumpe, aber ohne Förderung und ab 2029 mit Pflicht-Brennstoffen zu noch unbekannten Preisen. Für schlecht gedämmte Bestandsgebäude kann sie trotzdem die pragmatische Wahl sein. **Hybridheizung (Wärmepumpe plus Gas):** Wärmepumpe im Normalbetrieb, Gas für Spitzenlast. Erreicht die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers, kann das die Bio-Treppe bis 2034 ersetzen. Gefördert wird über KfW 458 nur der erneuerbare Teil. **Pelletkessel und Biomasse:** Im Bestand über KfW 458 förderfähig. Beim KfW-Neubau mit Effizienzhaus 40 ausgeschlossen, beim Effizienzhaus 55 erlaubt. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du die Gesamtkosten eines Neubaus inklusive Heizsystem für deine Region einschätzen. ## KfW-Förderung: Was sich geändert hat **Die Heizungsförderung über KfW 458 läuft weiter, wurde aber zum 21. Juli 2026 neu geregelt: bis zu 80 Prozent Zuschuss, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. Ein Rechtsanspruch oder eine Garantie bis 2029 besteht nicht.** | Fördertatbestand | Zuschuss seit 21.07.2026 | |---|---| | Grundförderung | 30 % | | Klimageschwindigkeitsbonus (nur Selbstnutzer) | 16 %, sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte | | Einkommensbonus (nur Selbstnutzer, zu versteuerndes Einkommen) | 40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 € | | Obergrenze | 70 %, bei Einkommen bis 30.000 € 80 % | | Förderfähige Kosten erste Wohneinheit | 28.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es beim Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung, unabhängig vom Alter. Bei Gas- und Biomasseheizungen muss die Anlage mindestens 20 Jahre in Betrieb sein. Die Förderung gibt es nur für bestehende Gebäude, im Neubau nicht. Für den Neubau gibt es Kredite im Klimafreundlichen Neubau (297/298): - **Effizienzhaus 55:** bis 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung). Antragseingang bei der KfW bis spätestens 31. Dezember 2026, früher Schluss, wenn die Bundesmittel aufgebraucht sind. - **Effizienzhaus 40:** bis 100.000 Euro, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro, effektiv ab 1,96 Prozent. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Alle Details erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). Wichtig: Den Neubaukredit beantragst du über deine Bank, und zwar vor Beginn des Vorhabens. Für KfW 458 brauchst du vor dem Antrag eine Bestätigung zum Antrag und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. ## Regionale Unterschiede: Gleiche Regel, andere Kosten **Das GModG gilt bundesweit einheitlich, die Kosten für Heizungseinbau, Sanierung und Neubau unterscheiden sich aber je nach Region deutlich.** Handwerkerkapazitäten, Anfahrtswege und das allgemeine Preisniveau vor Ort beeinflussen, was dieselbe Heizungsinstallation kostet. Vergleiche deshalb Angebote aus deiner Region und nicht bundesweite Durchschnittswerte. Regionale Richtwerte für Baukosten findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Auch wenn das Gesetz einheitlich gilt: Wer regional baut, muss regional kalkulieren. ## Was solltest du jetzt konkret tun? **Das Gesetz gilt, die Förderbedingungen stehen fest. Entscheide nicht unter Druck, aber schieb die Heizungswahl auch nicht auf, wenn ein Bonus ausläuft.** **Schritt 1: Energieberatung nutzen.** Die Beratungspflicht ist entfallen, eine unabhängige Beratung ist trotzdem sinnvoll. Die Heizungswahl wirkt sich 20 Jahre lang auf Betriebskosten und Wiederverkaufswert aus. Die BAFA fördert die Energieberatung für Wohngebäude. **Schritt 2: Förderreihenfolge einhalten.** Für KfW 458: erst die Bestätigung zum Antrag, dann der Vertrag mit Förderbedingung, dann der Antrag in „Meine KfW“. Für den Neubaukredit: Antrag über die Bank vor Beginn des Vorhabens. **Schritt 3: Bio-Treppe einplanen.** Wer sich für Gas oder Öl entscheidet, muss ab 2029 Pflicht-Brennstoffe kaufen und sollte mit steigenden Kosten rechnen. ## FAQ: GModG und Heizungsgesetz 2026 **Wann ist das GModG in Kraft getreten?** Am 29. Juli 2026, nach Kabinettsbeschluss am 13. Mai und Abschluss in Bundestag und Bundesrat am 10. Juli 2026. Einzelne Teile folgen 2027, 2028 und 2030. **Kann ich wieder eine Gas- oder Ölheizung einbauen?** Ja. Die 65-%-Pflicht ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen. Bei Einbau in ein bestehendes Gebäude gilt ab 2029 die Bio-Treppe. **Was bedeutet die Bio-Treppe konkret für mich als Hausbesitzer?** Hast du nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gas- oder Ölheizung eingebaut, musst du ab 2029 sicherstellen, dass mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe eingesetzt werden, ab 2040 60 Prozent. Das läuft über deinen Liefervertrag. Die Mehrkosten sind heute nicht bezifferbar, das ist das zentrale Planungsrisiko. **Bleibt die KfW-Förderung für Wärmepumpen bestehen?** Ja, mit neuen Sätzen seit 21. Juli 2026: bis zu 80 Prozent Zuschuss, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. Klimageschwindigkeitsbonus und förderfähige Höchstkosten sinken ab Februar 2027 halbjährlich. Die Förderung gilt im Rahmen der verfügbaren Mittel, einen Rechtsanspruch gibt es nicht. **Was ist mit der Pflichtberatung vor dem Heizungstausch?** Sie ist mit dem GModG entfallen. Eine freiwillige Beratung ist trotzdem sinnvoll, gerade weil die künftigen Brennstoffkosten der Bio-Treppe offen sind. **Was gilt im Neubau?** Ohne KfW-Kredit ist die Heizungsart frei wählbar; eine Gas- oder Ölheizung unterliegt aber auch im Neubau der Bio-Treppe. Im Klimafreundlichen Neubau sind Öl und Gas ausgeschlossen, beim Effizienzhaus 40 auch Biomasse. Ab dem 1. Januar 2030 gilt für alle neu zu errichtenden Gebäude der Nullemissionsstandard. ## Passivhaus und EH40: Lohnt sich der höhere Standard? **Wer neu baut, bekommt beim Effizienzhaus 55 derzeit den günstigeren KfW-Zins, beim Effizienzhaus 40 mit QNG-Siegel den höheren Kreditbetrag. Ob sich der bessere Standard lohnt, hängt von den Mehrkosten deines Entwurfs ab.** Ein grob gerechnetes Beispiel für das erste Jahr: Ein EH40-Kredit über 100.000 Euro zu 1,96 Prozent statt eines Bankdarlehens zu 3,81 Prozent spart rund 1.850 Euro Zinsen. Beim EH55-Kredit zu 1,00 Prozent sind es rund 2.800 Euro. Über die Jahre sinkt der Betrag mit der Restschuld. | Standard | KfW-Kredit | Effektivzins 10/2/10 | Max. Kredit je Wohneinheit | |---|---|---|---| | Effizienzhaus 55 | 297/298, Antrag bis 31.12.2026 | 1,00 % | 100.000 € | | Effizienzhaus 40 | 297/298 | 1,96 % | 100.000 € | | Effizienzhaus 40 mit QNG | 297/298 | 1,96 % | 150.000 € | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 und Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026.* Ein [Passivhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/passivhaus) erreicht durch sehr gute Dämmung und Lüftung mit Wärmerückgewinnung einen sehr geringen Heizwärmebedarf. Die Mehrkosten gegenüber einem Standardbau hängen stark vom Entwurf ab; lass sie dir von Architekt oder Energieeffizienz-Experten beziffern und stell sie den Zins- und Energiekostenvorteilen gegenüber. Der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) gibt dir einen ersten Überblick, was ein Neubau in deiner Region kostet, bevor du dich für Heizung und Dämmpaket entscheidest. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GModG) vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 191 (Art. 8: Fristverschiebung § 71 Abs. 8 GEG): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/191/VO.html - GModG-Portal des Bundes: Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW-Merkblatt 458 Heizungsförderung, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung vom 19.06.2026: EH55-Förderung bis 31.12.2026 verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite an private Haushalte, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Effizienzhaus 40 Neubau 2026: Kosten, KfW-Förderung ab 1,96 % und wann sich der Standard rechnet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/effizienzhaus-40-neubau-kosten-kfw-foerderung-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Effizienzhaus 40 ist im KfW-Programm Klimafreundlicher Neubau der dauerhafte Förderstandard. Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 kostet der Kredit effektiv ab 1,96 Prozent, bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro. Wohnungsbaukredite der Banken lagen im August 2026 laut Bundesbank bei 3,81 Prozent. Die befristete EH55-Stufe ist mit 1,00 Prozent derzeit günstiger und läuft noch bis 31. Dezember 2026. Wer 2026 neu bauen will, sollte wissen, was der EH40-Standard verlangt und wann er sich rechnet. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was kostet ein Effizienzhaus 40 im Vergleich zum Standardneubau? **Ein Effizienzhaus 40 kostet in der Herstellung mehr als ein Neubau nach gesetzlichem Mindeststandard, vor allem wegen besserer Dämmung, Dreifachverglasung und effizienter Haustechnik. Wie viel genau, hängt stark von Entwurf und Region ab.** Pauschale Aufpreise aus dem Internet helfen hier wenig. Lass dir die Mehrkosten von deinem Energieeffizienz-Experten oder Architekten für dein Projekt beziffern und stell sie dem Zinsvorteil gegenüber. Die Baupreise steigen weiter: Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Zum Zinsvorteil eine grobe Rechnung: Wer für den EH40-Bau mit QNG-Siegel 150.000 Euro KfW-Kredit zu 1,96 Prozent effektiv aufnimmt (10 Jahre Laufzeit, 2 Jahre tilgungsfrei), zahlt grob gerechnet rund 18.100 Euro Zinsen. Zum Marktdurchschnitt von 3,81 Prozent wären es rund 35.700 Euro, ein Unterschied von rund 17.600 Euro. *Eigene grobe Rechnung: 2 Jahre tilgungsfrei, danach 8 Jahre Annuität mit monatlicher Rate bis zur vollen Tilgung, Effektivzins vereinfacht als Sollzins angesetzt.* | Kennwert | Effizienzhaus 55 | Effizienzhaus 40 | |---|---|---| | Primärenergiebedarf | max. 55 % des Referenzgebäudes | max. 40 % des Referenzgebäudes | | Transmissionswärmeverlust | max. 70 % des Referenzwerts | max. 55 % des Referenzwerts | | Ökobilanz-Anforderung | nein | ja | | Biomasseheizung | erlaubt | nicht erlaubt | | KfW-Kredit (max. je Wohnung) | 100.000 € | 100.000 €, mit QNG 150.000 € | | Effektivzins 10/2/10 | 1,00 % | 1,96 % | | Frist | Antrag bis 31.12.2026 | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 und Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026.* Einen realistischen Kostenüberblick für dein Projekt, inklusive regionaler Unterschiede und Nebenkosten, liefert der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was gilt 2026 bei der KfW-Förderung? **Im Programm Klimafreundlicher Neubau (297/298) gibt es drei Stufen: das befristete EH55, das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40 mit Ökobilanz) und dieselbe Stufe mit QNG-Siegel. Die EH40-Sätze gelten seit dem 17. September 2026.** Die EH55-Stufe hatte die KfW am 16. Dezember 2025 befristet wieder geöffnet. Sie sollte am 30. Juni 2026 enden und wurde am 19. Juni 2026 bis spätestens 31. Dezember 2026 verlängert, solange die Mittel reichen. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick: - **Klimafreundliches Wohngebäude (EH40):** Kredit bis 100.000 Euro, effektiv 1,96 % (10/2/10), 2,85 % (25/3/10), 2,98 % (35/5/10) - **EH40 mit QNG-Siegel:** Kredit bis 150.000 Euro, gleiche Zinssätze - **EH55 (Antrag bis 31.12.2026):** Kredit bis 100.000 Euro, effektiv 1,00 % (10/2/10), gültige Baugenehmigung bei Antrag nötig - **Heizung:** beim EH40 keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung, beim EH55 ist Biomasse erlaubt - **Programmnummer:** 297 für Privatpersonen, die selbst einziehen, 298 für alle anderen - **Kein Tilgungszuschuss**, der Vorteil liegt allein im Zins - **Antrag vor Vorhabenbeginn**: vor Abschluss von Bau-, Liefer- oder Kaufverträgen ohne Vorbehalt Vollständige Details und die Antragswege erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Welche Bauteile machen ein Effizienzhaus 40 aus? **Für den EH40-Standard müssen Gebäudehülle und Haustechnik deutlich besser sein als beim gesetzlichen Mindeststandard. Das erhöht die Herstellungskosten und senkt dauerhaft den Energiebedarf.** Die zentralen Komponenten: **Außenwanddämmung:** Für den niedrigen Transmissionswärmeverlust sind in der Regel deutlich dickere oder leistungsfähigere Dämmschichten nötig als beim Mindeststandard. **Fenster:** Dreifachverglasung ist beim EH40 üblich. **Luftdichtheit und Wärmerückgewinnung:** Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört in der Praxis meist dazu, weil sie hilft, den Energiebedarf zu senken. **Heizung:** Öl, Gas und Biomasse scheiden aus. Die meisten EH40-Bauherren setzen auf eine Wärmepumpe oder Fernwärme. Das [Passivhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/passivhaus) treibt diese Anforderungen noch weiter, als Orientierung für Bauherren, die maximale Energieeffizienz anstreben. **Ökobilanz (LCA):** Für das Klimafreundliche Wohngebäude ist eine Lebenszyklusanalyse Pflicht. Sie weist nach, dass die Treibhausgasemissionen des Gebäudes über den Lebenszyklus unter einem Grenzwert liegen. Erstellt wird sie vom Energieeffizienz-Experten. Wie viel jede Komponente bei dir kostet, zeigen erst konkrete Angebote. ## Rechnet sich EH40 auch ohne KfW-Zinsvorteil? **Allein über eingesparte Heizkosten rechnet sich der Aufpreis für das EH40 meist erst nach sehr langer Zeit. Der Zinsvorteil der KfW und der geringere Energiebedarf zusammen verbessern die Rechnung deutlich.** Wie viel du an Heizkosten sparst, hängt von Wohnfläche, Heizung, Strompreis und Nutzerverhalten ab. Dein Energieeffizienz-Experte kann für dein Haus den Bedarf beider Standards berechnen. Erst mit diesen Zahlen lässt sich ehrlich sagen, ob sich der Mehraufwand lohnt. Derzeit spricht beim Zins mehr für das EH55: Es kostet effektiv 1,00 Prozent statt 1,96 Prozent. Das EH40 punktet mit dem höheren Kreditrahmen von bis zu 150.000 Euro mit QNG-Siegel und damit, dass es keine feste Frist hat. Regionale Baukosten unterscheiden sich erheblich. Aktuelle Richtwerte für Bayern findest du auf [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Was kostet EH40 regional, und wo gibt es zusätzliche Förderung? **Die KfW-Zinsen sind bundesweit gleich, die Baukosten nicht. Viele Bundesländer haben eigene Wohnraumförderung, die sich mit dem KfW-Kredit kombinieren lassen kann.** Ansprechpartner für Landesförderung sind etwa: - **Bayern:** BayernLabo - **Nordrhein-Westfalen:** NRW.BANK - **Baden-Württemberg:** L-Bank - **Hessen:** WIBank Die Bedingungen ändern sich häufig, erfrag sie direkt bei der Förderbank. Laut Merkblatt 297/298 ist die Kombination mit anderen Fördermitteln grundsätzlich möglich, solange die Summe die förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Nicht möglich im Neubau: die BEG-Heizungsförderung (KfW 458). Sie gilt nur für bestehende Gebäude, deren Bauantrag mindestens 5 Jahre zurückliegt. Für dieselbe Wohneinheit ist zudem KfW 300 (Wohneigentum für Familien) mit 297/298 nicht kombinierbar. ## Was musst du 2026 konkret tun: Schritt für Schritt? **Energieeffizienz-Experten früh beauftragen, Antrag über die Bank vor Vorhabenbeginn stellen und EH40 und EH55 vergleichen, solange die EH55-Stufe noch bis 31. Dezember 2026 offen ist.** **Schritt 1: Energieeffizienz-Experten beauftragen:** Ein Experte aus der Energieeffizienz-Expertenliste plant mit, erstellt die Ökobilanz und die Bestätigung zum Antrag. **Schritt 2: Antrag stellen, bevor du Verträge schließt:** Das ist eine Förderbedingung der KfW. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Kaufvertrags. Verträge mit aufschiebender Bedingung bezogen auf die Förderzusage sind erlaubt. Nach Antragseingang bei der KfW darfst du beginnen, vor der Zusage auf eigenes Risiko. **Schritt 3: Mehrere Finanzierungsangebote einholen:** KfW-Kredite laufen über eine Bank. Auch beim ergänzenden Bankdarlehen lohnt der Vergleich, denn die Konditionen unterscheiden sich je nach Anbieter. **Schritt 4: QNG-Siegel prüfen:** Wer den Kreditrahmen auf 150.000 Euro anheben will, braucht das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM), bestätigt durch ein Nachhaltigkeitszertifikat. Lass dir die Kosten für Planung und Zertifizierung vorab nennen und vergleiche sie mit dem Vorteil des höheren Kredits. ## FAQ: Effizienzhaus 40 Neubau 2026 **Was ist der Unterschied zwischen EH40 und EH55?** Die Zahl ist kein absoluter Verbrauchswert, sondern ein Prozentwert: Das Effizienzhaus 40 darf höchstens 40 Prozent des Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes nach GEG haben, das EH55 höchstens 55 Prozent. Das EH40 ist strenger. Derzeit ist es mit effektiv 1,96 Prozent aber teurer finanziert als das EH55 mit 1,00 Prozent, das noch bis 31. Dezember 2026 beantragt werden kann. **Wie hoch ist die maximale KfW-Förderung für EH40?** Bis zu 100.000 Euro Kredit je Wohneinheit für das Klimafreundliche Wohngebäude, bis zu 150.000 Euro mit QNG-Siegel. Laut KfW vom 6. Oktober 2026 effektiv ab 1,96 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit. **Welche Heizung ist beim Effizienzhaus 40 erlaubt?** Öl-, Gas- und Biomasseheizungen sind ausgeschlossen. In der Praxis setzen die meisten EH40-Bauherren auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe oder Fernwärme. **Kann ich EH40 auch als Fertighaus bauen?** Ja. Viele Fertighaus-Anbieter haben EH40-Varianten im Programm. Entscheidend für die Förderung ist der Nachweis durch den Energieeffizienz-Experten. Die Mehrkosten gegenüber einer einfacheren Ausführung nennt dir der Anbieter. **Lohnt sich EH40 auch ohne QNG-Siegel?** Das hängt vom Projekt ab. Ohne QNG bekommst du beim EH40 denselben Kreditrahmen wie beim EH55, nämlich 100.000 Euro, aber zu einem höheren Zins. Wer eine gültige Baugenehmigung hat und das EH55 erreicht, fährt bis 31. Dezember 2026 beim Zins günstiger. **Was passiert, wenn ich den KfW-Antrag zu spät stelle?** Dann ist die Förderung verloren. Ein Vorhabenbeginn vor Antragseingang bei der KfW ist laut Merkblatt förderschädlich. Das ist eine Förderbedingung, kein Gesetz, aber die KfW macht davon keine Ausnahme. Deshalb gilt: erst Antrag, dann Verträge ohne Vorbehalt und Baubeginn. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Destatis: Baupreise für Wohngebäude, Mai 2026: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html --- # Baustoffpreise 2026: Was Holz, Stahl und Dämmung aktuell kosten, und ob jetzt der richtige Moment zum Bauen ist URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/baustoffpreise-2026-holz-stahl-daemmung-aktuell Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Baustoffpreise bestimmen nach den Zinsen am stärksten, wie teuer dein Hausbau am Ende wird. Im Juni 2026 ergibt sich ein differenziertes Bild: Stahl ist günstiger als 2024, Holz hat nach dem starken Anstieg 2025 wieder stabilisiert, während Fenster, Dämmung und Heizungstechnik etwas teurer geworden sind. Wer jetzt konkret plant, sollte die aktuellen Preisbewegungen kennen, und verstehen, warum 2026 für viele Bauherren ein günstigeres Jahr sein kann als erwartet. ## Was kosten Baustoffe im Juni 2026? **Die wichtigste Nachricht für Bauherren: Betonstahl ist im Vergleich zu 2024 um rund 1,4 Prozent günstiger geworden, Roheisen sogar um knapp 5 Prozent, während die Gesamtbaukosten für den Neubau laut Bundesbauforschungsinstitut 2026 nur um etwa 2,5 Prozent steigen.** Das klingt nach wenig, ist im Vergleich zu den Krisenjahren 2022 und 2023 aber eine erhebliche Entlastung. Damals explodierten die Materialpreise zeitweise um 15 bis 25 Prozent pro Jahr. Die wichtigsten Materialien auf einen Blick: | Baustoff | Preisentwicklung 2026 | Einschätzung | |---|---|---| | Betonstahl | ca. -1,4 % | Günstig: Rohbau profitiert | | Roheisen / Stahllegierungen | ca. -4,7 % | Deutlich besser als 2024 | | Nadelschnittholz | nach +15 % in 2025 nun stabilisiert | Erholt, aber höher als 2021 | | Flachglas (verarbeitet) | ca. +5,0 % | Fenster etwas teurer | | Wärmedämmverbundsysteme | ca. +3,3 % | Leicht teurer | | Heizungstechnik | ca. +4,4 % | Wärmepumpen trotz Förderung teurer | | Zement / Beton | stabil bis leicht rückläufig | Vorteilhaft durch neuen Industriestrompreis | *Quellen: Destatis, fertighaus.de, baumagazin.de, Stand Juni 2026* Der neue vergünstigte Industriestrompreis, der ab 2026 gilt, entlastet energieintensive Hersteller von Beton, Zement, Stahl und Glas, dieser Effekt schlägt sich zunehmend in den Einkaufspreisen für Bauherren nieder. ## Holzpreise 2026: Nach dem Sprung stabilisiert, aber kein Schnäppchen **Nadelschnittholz und Konstruktionsvollholz sind 2026 teurer als in den Jahren vor dem Boom, aber nach dem starken Preisanstieg von rund 15 Prozent in 2025 hat sich der Markt deutlich beruhigt.** Wer 2021 oder 2022 gebaut hat, erinnert sich an leere Holzlager und Wartezeiten von mehreren Monaten. Diese Situation ist 2026 vorbei. Lieferzeiten für KVH (Konstruktionsvollholz) und BSH (Brettschichtholz) sind wieder normal, 2 bis 4 Wochen statt 3 bis 6 Monate. Praktische Richtwerte 2026: - **Konstruktionsvollholz (KVH)**: 550 bis 750 Euro pro Kubikmeter je nach Güte und Dimension - **BSH (Brettschichtholz)**: 900 bis 1.200 Euro pro Kubikmeter - **Dachlatten und Schalung**: 1,50 bis 2,50 Euro pro laufenden Meter Die Stabilisierung hat einen einfachen Grund: Der Hochbau in Deutschland ist 2024 und 2025 deutlich zurückgegangen. Weniger Baugenehmigungen bedeuten weniger Nachfrage, und das dämpft die Preise. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant, findet 2026 deutlich bessere Verfügbarkeiten als noch vor zwei Jahren. ## Stahlpreise 2026: Günstiger Moment für den Rohbau **Betonstahl und Bewehrungsstahl sind günstiger als 2024, für Bauherren mit Kellergeschoss oder Massivbau eine spürbare Entlastung beim Rohbau.** Der Preisrückgang hat strukturelle Gründe: Chinesische Stahlhersteller produzieren weiterhin zu sehr niedrigen Preisen und belasten den globalen Stahlmarkt. Obwohl die EU Einfuhrzölle angepasst hat, bleibt der Preisdruck für europäische Stahlproduzenten bestehen, was Käufern zugute kommt. Betonstahlpreise im Vergleich: - **2023 (Hochpunkt)**: ca. 720 bis 800 Euro pro Tonne - **2026 (aktuell)**: ca. 600 bis 650 Euro pro Tonne (Richtpreis, regional variiert) Bei einem typischen Einfamilienhaus mit Keller werden rund 3 bis 5 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut, der Unterschied macht je nach Menge 300 bis 700 Euro aus. Kein Riesenbetrag, aber zusammen mit anderen Einsparungen durchaus relevant. Genauere Kosten für deinen konkreten Bau, inklusive Rohbau, Ausbau und Nebenkosten, zeigt der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) mit regionalen Richtwerten. ## Dämmung, Fenster und Heizung: Wo du mehr zahlst als 2024 **Die Kehrseite des ansonsten stabilen Marktes: Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), Fenster und Heizungstechnik sind in den letzten 12 Monaten um 3 bis 5 Prozent teurer geworden.** ### Dämmstoffe Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) kosten 2026 rund 3,3 Prozent mehr als 2025. Das liegt an gestiegenen Rohstoffpreisen für EPS (Polystyrol) und Mineralwolle sowie an höheren Lohnkosten bei der Verarbeitung. Richtwerte für Dämmarbeiten 2026 (Montagekosten inklusive Material): - **WDVS Außendämmung**: 80 bis 130 Euro pro m² je nach Dämmstärke und Untergrund - **Dachdämmung (Mineralwolle)**: 30 bis 60 Euro pro m² (Material) - **Kellerdämmung**: 25 bis 50 Euro pro m² ### Fenster Verarbeitetes Flachglas kostet rund 5 Prozent mehr. Das schlägt sich direkt bei Dreifachverglasung durch: Standard für Neubauten nach GEG 2024. Ein typisches Einfamilienhaus mit 15 bis 20 Fenstern verursacht allein durch den Glaspreisanstieg Mehrkosten von 400 bis 800 Euro. ### Heizungstechnik Wärmepumpen sind trotz Förderung um rund 4,4 Prozent teurer geworden. Das liegt unter anderem daran, dass ab 1. Januar 2026 neue Schallschutzanforderungen gelten: KfW-förderfähige Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen mindestens 10 dB leiser sein als die EU-Ökodesign-Grenzwerte. Modelle, die diesen Wert erfüllen, sind in der Herstellung aufwendiger. Mehr dazu erklärt der Ratgeber zur [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Warum 2026 ein realistisch gutes Baujahr ist **Der überraschende Befund laut Bundesbauforschungsinstitut: Die Baukosten für Neubauten steigen 2026 um nur rund 2,5 Prozent, deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 4 bis 6 Prozent.** Drei Faktoren machen 2026 attraktiver als die Vorjahre: **1. Normalisierte Lieferketten**: Die Verwerfungen der Coronajahre und der Energiepreiskrise sind 2026 weitgehend überwunden. Handwerker und Materialien sind verfügbarer als 2022/2023. **2. Gedämpfte Nachfrage senkt den Preisdruck**: Die eingebrochenen Baugenehmigungen 2023 und 2024 bedeuten, dass 2026 weniger Projekte gleichzeitig um Kapazitäten konkurrieren. Wer heute anfängt, findet schneller Handwerker, und kann Preise verhandeln. **3. Günstigerer Industriestrom hilft Herstellern**: Der neue Industriestrompreis ab 2026 entlastet energieintensive Produktionen wie Zement, Stahl und Glas. Diese Einsparungen kommen, mit gewissem Zeitversatz, als stabilere Preise bei Bauherren an. Ein realistisches Fazit: Wer 2026 baut, zahlt nicht weniger als 2021, aber auch deutlich weniger Aufpreis als 2022 oder 2023. Der Markt hat sich normalisiert. ## Regionale Unterschiede: Wo Baumaterial teurer wird **Der Materialpreis selbst ist bundesweit ähnlich, aber die Handwerkerkosten, Transportkosten und lokale Nachfragesituationen machen einen enormen Unterschied.** In Bayern und Baden-Württemberg zahlen Bauherren für identische Leistungen oft 15 bis 25 Prozent mehr als in strukturschwächeren Regionen, nicht wegen der Materialpreise, sondern wegen der höheren Handwerkerlöhne und der stärkeren Nachfrage. Ein konkretes Beispiel aus Nordrhein-Westfalen: Im Ruhrgebiet und Rheinland können Bauherren oft günstigere Angebote für Rohbau und Ausbau einholen als in München oder Stuttgart, bei ähnlichen Materialkosten. Aktuelle regionale Richtwerte für Baukosten in NRW findest du auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Allgemeine Faustregeln: - **Bayern, BW, Hamburg**: Aufpreis von 10 bis 25 % auf den Bundesdurchschnitt - **NRW, Hessen, Niedersachsen**: Nahe am Durchschnitt - **Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen**: 5 bis 15 % unter Bundesdurchschnitt möglich ## Was du jetzt konkret tun solltest **Die aktuelle Marktlage spricht dafür, keine weitere Wartezeit einzuplanen, wer 2026 oder 2027 bauen will, sollte jetzt mit der Planung und Angebotsbeschaffung beginnen.** Drei Schritte, die jetzt Sinn ergeben: **Schritt 1: Fixpreisangebote einholen**: Bauunternehmer und Fertighaushersteller bieten Fixpreisgarantien an. Diese schützen dich vor Preissteigerungen nach Vertragsschluss. Achte auf die Laufzeit der Garantie, 12 Monate sind Standard, 18 bis 24 Monate besser. **Schritt 2: Materialpreisspiegel als Verhandlungsgrundlage nutzen**: Die aktuellen Preisrückgänge bei Stahl und die Stabilität bei Holz geben dir eine gute Verhandlungsposition. Handwerker, die noch mit Krisenpreisen aus 2023 kalkulieren, kannst du konkret ansprechen. **Schritt 3: KfW-Förderung vor Baubeginn sichern**: Der KfW-Antrag für klimafreundlichen Neubau (Programm 297/298) muss zwingend vor Baubeginn gestellt werden. Zinsen ab ca. 2,5 Prozent liegen deutlich unter dem Markt, das spart bei 150.000 Euro Förderkredit mehrere Tausend Euro Zinsen gegenüber einer reinen Bankfinanzierung. ## FAQ: Baustoffpreise 2026 **Sind Baustoffpreise 2026 günstiger als 2023?** Bei Stahl und Beton ja: Betonstahl ist rund 10 bis 15 Prozent günstiger als auf dem Hochpunkt 2023. Holz ist teurer als 2021/2022, aber hat sich nach dem Anstieg 2025 stabilisiert. Dämmung, Fenster und Heizungstechnik sind leicht teurer. Insgesamt sind die Gesamtbaukosten moderater als in den Krisenjahren. **Werden die Baustoffpreise 2026 weiter steigen?** Das Bundesbauforschungsinstitut erwartet für 2026 einen Anstieg von etwa 2,5 Prozent bei den Neubaukosten, deutlich unter den Hochphasen von 2022 und 2023. Ein erneuter Schock ist nicht in Sicht, aber auch keine Rückkehr zu den sehr günstigen Preisen von 2019 oder 2020. **Warum ist Holz 2026 noch teurer als 2021?** Holz hat 2024 und 2025 zwei Preistreiber erlebt: Gestiegene Energiekosten beim Sägen und Trocknen sowie Fachkräftemangel in der Holzverarbeitung. Diese strukturellen Kosten sind nicht reversibel: Holzpreise werden dauerhaft auf höherem Niveau als vor 2022 bleiben. **Lohnt es sich, beim Bau auf günstigere Materialien zu setzen?** Beim Rohbau (Stahl, Beton) gibt es wenig Spielraum bei der Materialwahl, die Statik schreibt vor, was verbaut wird. Größere Einsparpotenziale liegen beim Innenausbau: Bodenbeläge, Sanitär, Küche. Beim Dämmstandard sollte man nicht zu sehr sparen, schlechtere Dämmung bedeutet dauerhaft höhere Heizkosten. **Wie finde ich heraus, was mein Hausbau 2026 insgesamt kostet?** Der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) gibt einen realistischen Überblick über Gesamtkosten, inklusive Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und Erschließung, die oft unterschätzt werden und je nach Bundesland 7 bis 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen. **Gibt es 2026 noch KfW-Förderung für den Neubau?** Ja. KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau) bietet Zinsen ab ca. 2,5 Prozent für bis zu 150.000 Euro Kreditbetrag pro Wohneinheit. Voraussetzung: Effizienzhaus-40-Standard und Antrag vor Baubeginn. Das Programm läuft 2026 unverändert weiter. Quellen: - fertighaus.de: Baustoffe – Preise 2026, Entwicklung, Trends & Prognose: https://www.fertighaus.de/ratgeber/news/baustoffpreise-aktuell-das-sollten-sie-wissen/ - baumagazin.de: Baustoffpreise 2026 – Warum Sie jetzt beim Hausbau kräftig sparen können: https://baumagazin.de/news/baustoffpreise-2026-warum-sie-jetzt-beim-hausbau-kraeftig-sparen-koennen/ - Destatis: Preisentwicklung für ausgewählte Baumaterialien: https://www.dashboard-deutschland.de/indicator/tile_1667308898055 - Bauindustrie: Baumaterialpreise aktuell 2026: https://www.bauindustrie.de/zahlen-fakten/publikationen/brancheninfo-bau/baumaterialpreise --- # Wärmepumpe Förderung 2026: KfW 458, bis 80 % Zuschuss und wie du richtig beantragst URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-foerderung-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die Förderung für Wärmepumpen im Bestand ist 2026 neu sortiert worden. Seit dem 21. Juli 2026 gelten bei der KfW-Heizungsförderung 458 andere Boni und Höchstbeträge, und die technischen Mindestanforderungen an das Gerät sind streng. Was sich geändert hat, welche Geräte förderfähig sind und wie du KfW und BAFA sinnvoll kombinierst, liest du hier. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was sich 2026 bei der KfW-Heizungsförderung geändert hat **Seit dem 21. Juli 2026 gilt die neue Förderrichtlinie für Einzelmaßnahmen: Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent, Einkommensbonus gestaffelt nach Einkommen, Obergrenze bis 80 Prozent, förderfähige Kosten von 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.** Die wichtigsten Änderungen gegenüber den Regeln bis 20. Juli 2026: | Punkt | Bis 20.07.2026 | Seit 21.07.2026 | |---|---|---| | Klimageschwindigkeitsbonus | 20 % | 16 %, sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich | | Einkommensbonus | 30 % bis 40.000 € zvE | 40 / 30 / 10 % bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € zvE | | Effizienzbonus | 5 % | entfallen | | Obergrenze | 70 % | 70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 % | | Förderfähige Kosten 1. WE | 30.000 € | 28.000 €, sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 € | | Höchster Zuschuss 1. WE | 21.000 € | 22.400 € | *Quellen: KfW-Merkblatt 458 (09/2026), KfW-Infografik vom 21.07.2026, alte Richtlinie BEG EM vom 21.12.2023* Für Luft-Wasser-Wärmepumpen gilt außerdem: Das Außengerät muss mindestens 10 dB unter den Geräuschgrenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung Nr. 813/2013 liegen. Ein Gerät, das diese Vorgabe nicht erfüllt, darfst du einbauen, gefördert wird es aber nicht. ## KfW 458: Bis zu 80 % Förderung, wer bekommt was? **Alle Antragsberechtigten bekommen 30 Prozent Grundförderung. Selbstnutzende Eigentümer können Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus dazubekommen, gedeckelt bei 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bei 80 Prozent.** | Förderbaustein | Satz | Bedingung | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | alle Antragsberechtigten, förderfähige Heizung im Bestandsgebäude | | Klimageschwindigkeitsbonus | +16 % | nur selbstnutzende Eigentümer; Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung (ohne Altersgrenze) oder einer Gas- bzw. Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist | | Einkommensbonus | +40 / +30 / +10 % | nur selbstnutzende Eigentümer; zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 / 40.000 / 50.000 Euro | | **Obergrenze** | **70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 %** | mit Familienzuschlag gilt die 80-%-Grenze bis 40.000 Euro zvE | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026, gültig seit 21.07.2026* Wichtig beim Einkommen: Gemeint ist das zu versteuernde Einkommen, nicht das Netto- oder Bruttoeinkommen. Die KfW nimmt den Durchschnitt aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, bei Antrag 2026 also 2023 und 2024. Lebt mindestens ein kindergeldberechtigtes Kind unter 18 im Haushalt, sinkt der Wert einmalig um 10.000 Euro, egal wie viele Kinder es sind. Wer eine alte Öl- oder Gasheizung tauschen will, sollte nicht zu lange warten: Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent gilt nur für Anträge bis 31. Januar 2027. Danach sinkt er alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte und entfällt ab dem 1. August 2028. Die Wärmepumpen-Förderung läuft seit 2024 über die KfW. Das BAFA ist für Maßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung zuständig. ## BAFA BEG EM: Dämmung und Heizungsoptimierung parallel fördern **Während die KfW die neue Heizung fördert, bezuschusst das BAFA Dämmung, Fenster, Lüftung und Heizungsoptimierung mit 15 Prozent. Beides lässt sich für unterschiedliche Maßnahmen kombinieren.** Förderfähig über das BAFA (Bundesförderung für effiziente Gebäude, Einzelmaßnahmen): - Wärmedämmung von Außenwänden, Dach und Keller - Neue Fenster und Außentüren - Anlagentechnik wie Lüftungsanlagen - Heizungsoptimierung, zum Beispiel hydraulischer Abgleich an einer bestehenden Anlage Der Grundfördersatz liegt bei **15 Prozent**, förderfähig sind beim Einfamilienhaus bis 30.000 Euro im Jahr. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt die Grenze auf 60.000 Euro. Den iSFP-Bonus von 5 Prozent gibt es aber erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro und nur auf den Betrag oberhalb dieser Schwelle. Einen Einkommensbonus gibt es bei der Gebäudehülle nicht. Ein Beispiel, grob gerechnet, für ein selbst bewohntes Einfamilienhaus mit 25 Jahre alter Gasheizung und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen über 50.000 Euro: - Wärmepumpe mit förderfähigen Kosten von 28.000 €: 30 % + 16 % = 46 %, also 12.880 € Zuschuss von der KfW - Außenwanddämmung mit förderfähigen Kosten von 20.000 €: 15 %, also 3.000 € Zuschuss vom BAFA - **Zusammen rund 15.880 Euro Zuschuss** (Antrag bei der KfW bis 31.01.2027) ## Welche Wärmepumpe ist förderfähig? **Gefördert werden Wärmepumpen, die die technischen Mindestanforderungen erfüllen: Schallvorgabe bei Luft-Wasser-Geräten, Auslegung auf eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 und eine digitale Schnittstelle für die netzdienliche Steuerung.** | Typ | Schallvorgabe der Förderung | Hinweis | |---|---|---| | Luft-Wasser | Außengerät mind. 10 dB unter Ökodesign-Grenzwert | Datenblatt prüfen, Aufstellung mit Fachbetrieb planen | | Sole-Wasser (Erdwärme) | keine Außengerät-Vorgabe | Bohrfirma muss nach DVGW W 120-2 zertifiziert sein, Bohrung versichert | | Wasser-Wasser | keine Außengerät-Vorgabe | Genehmigung der Brunnen nach Landesrecht klären | *Quelle: Förderrichtlinie BEG EM, technische Mindestanforderungen, gültig seit 21.07.2026* Natürliche Kältemittel wie Propan werden empfohlen. Ab dem 1. Januar 2028 fördert der Bund nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln. Wer heute kauft, ist mit einem solchen Gerät auf der sicheren Seite. Ob dein Wunschgerät die Anforderungen erfüllt, bestätigt dir das Fachunternehmen oder der Energieeffizienz-Experte in der Bestätigung zum Antrag. Lass dir zusätzlich das technische Datenblatt geben. ## Antrag richtig stellen: Was du vor dem Auftrag tun musst **Die Reihenfolge ist fest: Bestätigung zum Antrag, dann ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, dann der Antrag in "Meine KfW". Ein Vertrag ohne Bedingung oder ein Baustart vor dem Antrag schließt die Förderung aus.** Der Ablauf bei der KfW 458: 1. **Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellen lassen**: durch einen Energieeffizienz-Experten oder durch das Fachunternehmen. Die BzA bestätigt unter anderem, dass die technischen Mindestanforderungen eingehalten werden. 2. **Vertrag mit Bedingung abschließen**: Liefer- oder Leistungsvertrag mit dem Fachbetrieb, der eine aufschiebende oder auflösende Bedingung zur KfW-Zusage und ein voraussichtliches Umsetzungsdatum enthält. 3. **Antrag selbst stellen**: im Kundenportal "Meine KfW", mit BzA und hochgeladenem Vertrag. Eine Vertretung durch Dritte ist außer bei Wohnungseigentümergemeinschaften nicht zugelassen. 4. **Vorhaben umsetzen**: nach der Zusage. Dafür hast du 36 Monate ab Zusage Zeit. 5. **Bestätigung nach Durchführung (BnD)**: Experte oder Fachunternehmen bestätigen die Umsetzung. 6. **Auszahlung beantragen**: innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Vorhabens in "Meine KfW", mit BnD und Rechnungen. Wer die Frist versäumt, verliert den Zuschuss. Einen Energieeffizienz-Experten brauchst du für die Heizungsförderung nicht zwingend, die Bestätigung zum Antrag kann auch das Fachunternehmen ausstellen. Für BAFA-Maßnahmen an der Gebäudehülle ist ein Experte dagegen Pflicht. Eine geförderte Energieberatung mit Sanierungsfahrplan bezuschusst das BAFA mit 50 Prozent des Honorars, beim Ein- oder Zweifamilienhaus höchstens 650 Euro. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) als dauerhaften Lebensmittelpunkt nutzt, sollte früh planen: Fachbetriebe und Energieberater brauchen Vorlauf. ## Wärmepumpe und Kredit: Die Gesamtrechnung **Den Eigenanteil kannst du mit dem KfW-Ergänzungskredit finanzieren. Programm 358 für Haushalte bis 90.000 Euro zu versteuerndem Einkommen kostet effektiv ab 1,49 Prozent, Programm 359 ohne Einkommensgrenze ab 4,49 Prozent.** Der Ergänzungskredit ist mit der Zuschusszusage kombinierbar, bis 120.000 Euro je Wohneinheit. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Deutscher Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Für Neubauten gilt KfW 458 nicht. Dort fördert die KfW über den Klimafreundlichen Neubau (297/298): Effizienzhaus 40 effektiv ab 1,96 Prozent, das Effizienzhaus 55 ab 1,00 Prozent, Antragseingang beim EH55 laut KfW-Pressemitteilung vom 19. Juni 2026 bis spätestens 31. Dezember 2026, solange Mittel da sind. Einen realistischen Überblick über die Gesamtkosten deines Projekts, inklusive Heizungsanlage und Nebenkosten, liefert der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Regionale Richtwerte findest du zum Beispiel auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Alles zu Antragstellung, förderfähigen Maßnahmen und aktuellen Konditionen erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung) im Detail. ## FAQ: Wärmepumpe und Förderung 2026 **Bekomme ich 2026 noch KfW-Förderung für eine Wärmepumpe?** Ja, im Bestand über KfW 458. Förderfähig sind bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, der Fördersatz liegt je nach Situation zwischen 30 und 80 Prozent. Das Gerät muss die technischen Mindestanforderungen erfüllen, bei Luft-Wasser-Wärmepumpen auch die Schallvorgabe. **Was bedeutet die Schallvorgabe konkret?** Das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe muss mindestens 10 dB leiser sein als der Grenzwert der EU-Ökodesign-Verordnung Nr. 813/2013 für seine Leistungsklasse. Den Wert findest du im Datenblatt des Herstellers. Die Einhaltung bestätigt der Fachbetrieb in der Bestätigung zum Antrag. **Muss ich zuerst den Antrag stellen oder erst den Handwerker beauftragen?** Beides in fester Reihenfolge: Erst schließt du mit dem Handwerker einen Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, der von der KfW-Zusage abhängt. Dann stellst du den Antrag und lädst diesen Vertrag hoch. Ein normaler Vertrag ohne Bedingung vor dem Antrag schließt die Förderung aus. **Wie viel Förderung bekomme ich realistisch?** Ein Selbstnutzer mit alter Öl- oder Gasheizung (Gas mindestens 20 Jahre in Betrieb) und zu versteuerndem Einkommen über 50.000 Euro kommt bei Antrag bis Ende Januar 2027 auf 46 Prozent, bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten grob gerechnet 12.880 Euro. Mit Einkommensbonus sind bis 80 Prozent möglich, höchstens 22.400 Euro. **Kann ich KfW 458 und BAFA gleichzeitig nutzen?** Ja, für unterschiedliche Maßnahmen. Die Heizung läuft über die KfW, Dämmung, Fenster und Heizungsoptimierung über das BAFA. Nicht kombinierbar ist die Heizungsförderung mit einer Effizienzhaus-Sanierung über BEG Wohngebäude (zum Beispiel KfW 261). **Gilt KfW 458 auch für Neubauten?** Nein. Gefördert werden nur bestehende Wohngebäude, deren Bauantrag bei der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt. Für Neubauten gibt es den Klimafreundlichen Neubau (297/298) mit Zinsen ab 1,00 Prozent (EH55) bzw. 1,96 Prozent (EH40) effektiv. Quellen: - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458): https://www.kfw.de/458 - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung (21.07.2026): https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - BAFA: Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung bis 31.12.2026 verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite (Stand 01.10.2026): https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Bauzinsen aktuell Juni 2026: Zinsen, Entwicklung und was du jetzt tun solltest URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-aktuell-juni-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die Bauzinsen im Juni 2026 haben sich nach einem deutlichen Anstieg im Frühjahr auf erhöhtem Niveau stabilisiert. Wer jetzt eine Immobilie kaufen oder bauen will, zahlt für eine 10-jährige Zinsbindung rund 3,5 bis 3,9 Prozent effektivem Jahreszins, spürbar mehr als noch zu Jahresbeginn. Was das für deine Finanzierungsentscheidung bedeutet, liest du hier, mit konkreten Zahlen, ohne Schönfärberei. ## Was kosten Bauzinsen gerade, und was bedeutet das konkret? **Die Bauzinsen liegen im Juni 2026 bei 3,5 bis 3,9 Prozent effektivem Jahreszins für eine 10-jährige Zinsbindung, ein Niveau, das seit März 2026 um rund 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte gestiegen ist und laut Marktprognosen bis Jahresende moderat weiter steigen könnte.** Auf einen 300.000-Euro-Kredit mit 2 Prozent Tilgung macht der Unterschied von 0,4 Prozentpunkten rund 100 Euro mehr Monatsrate aus. Wer beim Zinssatz genau hinschaut und mehrere Angebote vergleicht, kann diesen Unterschied jedoch oft herausholen: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter liegen heute noch immer 0,5 bis 0,8 Prozentpunkte, das entspricht bei 300.000 Euro Kreditsumme über 10 Jahre einem Unterschied von bis zu 24.000 Euro an Zinskosten. Ein konkretes Beispiel (Stand 3. Juni 2026, Quelle: Vergleich.de): - Kreditsumme: 320.000 Euro - Eigenkapital: 20 % (64.000 Euro, Beleihungsauslauf 80 %) - Zinsbindung: 10 Jahre - Topangebot: 3,62 % effektiv Das ergibt eine Monatsrate von rund 1.493 Euro bei 2 Prozent anfänglicher Tilgung. ## Wie haben sich die Bauzinsen 2026 entwickelt? **Nach einem ruhigen Jahresstart und einem Tiefpunkt im Februar stiegen die Bauzinsen ab März 2026 sprunghaft um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte an, ausgelöst durch den Iran-Konflikt und steigende Ölpreise, die die Inflationserwartungen an den Märkten befeuert haben.** | Zeitraum | 10 Jahre Topzins (ca.) | Bewegung | |---|---|---| | Januar 2026 | 3,2 bis 3,4 % | leichter Rückgang | | Februar 2026 | 3,1 bis 3,3 % | Jahrestiefpunkt | | März 2026 | 3,5 bis 3,7 % | Sprung +0,3 bis 0,4 % | | April 2026 | 3,6 bis 3,8 % | weiterer Anstieg | | Mai 2026 | 3,5 bis 3,9 % | Seitwärtsbewegung | | Juni 2026 | 3,5 bis 3,9 % | stabil auf hohem Niveau | *Quellen: Finanztip, Dr. Klein, Vergleich.de, Stand Juni 2026* Zum historischen Einordnen: Im Sommer 2022 lagen Bauzinsen noch unter einem Prozent, schossen bis Ende 2023 auf über 4 Prozent hoch und fielen 2024/Anfang 2025 wieder zurück. Das aktuelle Niveau ist erhöht, aber kein Ausnahmezustand, im Langfristvergleich seit 1990 liegt es im mittleren Bereich. ## Was treibt die Bauzinsen gerade nach oben? **Haupttreiber des Zinsanstiegs seit März 2026 sind die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten: Der Iran-Konflikt trieb die Ölpreise hoch, heizte die Inflationserwartungen an und ließ die Renditen für 10-jährige Bundesanleihen steigen, an denen sich Hypothekenzinsen in Deutschland direkt orientieren.** Bauzinsen folgen in Deutschland nicht direkt dem EZB-Leitzins, sondern den Kapitalmarktrenditen, und die reagieren auf geopolitische Risiken oft schneller als die Notenbank. Drei Faktoren treiben aktuell: **1. Iran-Konflikt und Ölpreise**: Steigende Energiepreise erhöhen die Gesamtinflation und signalisieren den Märkten höheres Risiko. Bundesanleihen verlieren relativ an Attraktivität, ihre Renditen steigen, und mit ihnen die Hypothekenzinsen. **2. Hartnäckige Kerninflation**: Trotz rückläufiger Gesamtinflation liegt die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) weiterhin über dem EZB-Ziel von 2 Prozent. Das lässt Zinssenkungserwartungen bröckeln. **3. Hohe Staatsverschuldung in der Eurozone**: Der politische Druck auf die EZB, die Wirtschaft nicht durch zu hohe Zinsen abzuwürgen, begrenzt den Zinsanstieg, hält ihn aber nicht völlig auf. Was Optimisten sagen: Eine rasche Deeskalation im Nahen Osten könnte Ölpreise und Inflationserwartungen schnell senken, und damit auch die Bauzinsen leicht drücken. Darauf sollte man allerdings keine Finanzierungsentscheidung gründen. ## Welche Zinsbindung ist 2026 sinnvoll, 10, 15 oder 20 Jahre? **Bei einem Zinsniveau von 3,5 bis 4,4 Prozent ist eine längere Zinsbindung von 15 bis 20 Jahren für die meisten Bauherren die sicherere Wahl, der Aufpreis gegenüber 10 Jahren ist mit 0,5 bis 0,9 Prozentpunkten historisch moderat, die Planungssicherheit dagegen enorm.** | Zinsbindung | Effektivzins ca. | Monatsrate (300.000 €, 2 % Tilgung) | Restschuld nach Laufzeit (ca.) | |---|---|---|---| | 5 Jahre | 3,2 bis 3,5 % | 1.300 bis 1.375 € | ca. 265.000 € | | 10 Jahre | 3,5 bis 3,9 % | 1.375 bis 1.475 € | ca. 230.000 € | | 15 Jahre | 4,2 bis 4,3 % | 1.550 bis 1.575 € | ca. 190.000 € | | 20 Jahre | 4,3 bis 4,4 % | 1.575 bis 1.600 € | ca. 148.000 € | *Richtwerte, Stand Juni 2026. Konkrete Konditionen hängen von Bonität, Eigenkapital und Anbieter ab.* **Kurze Zinsbindung (5 Jahre)**: Macht Sinn, wenn du mit deutlich fallenden Zinsen rechnest oder das Objekt in absehbarer Zeit verkaufst. Das Risiko: Falls die Zinsen in 5 Jahren höher liegen als heute, steigt deine Rate bei der Anschlussfinanzierung sprunghaft an, mit einer hohen Restschuld, die neu finanziert werden muss. **Mittlere Zinsbindung (10 Jahre)**: Der klassische Kompromiss. Akzeptable Rate, überschaubare Restschuld, Flexibilität bei der Anschlussfinanzierung. **Lange Zinsbindung (15 bis 20 Jahre)**: Für Familien, die das Eigenheim langfristig halten, ist der Aufpreis gut investiert. Die niedrige Restschuld nach 20 Jahren erleichtert die finale Tilgung erheblich. Wer ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) als dauerhaften Lebensmittelpunkt baut, fährt damit in der Regel besser, auch wenn die monatliche Rate anfangs höher ist. ## Was kann ich mir bei diesen Zinsen leisten? **Als Faustregel gilt: Die Monatsrate sollte nicht mehr als 30 bis 35 Prozent des monatlichen Nettohaushaltseinkommens betragen, bei 3,7 Prozent Zinsen und 2 Prozent Tilgung auf 300.000 Euro macht das rund 1.425 Euro monatlich.** | Kreditsumme | Monatsrate (3,7 %, 2 % Tilgung) | Benötigtes Nettoeinkommen (30 %-Regel) | |---|---|---| | 150.000 € | ca. 713 € | ca. 2.375 € | | 250.000 € | ca. 1.188 € | ca. 3.960 € | | 350.000 € | ca. 1.663 € | ca. 5.540 € | | 450.000 € | ca. 2.138 € | ca. 7.125 € | Eigenkapital ist entscheidend für den Zinssatz. Wer mehr als 20 Prozent Eigenkapital einbringt, erhält deutlich bessere Konditionen. Bei einem Beleihungsauslauf unter 80 Prozent sinkt der Topzins typischerweise um 0,2 bis 0,5 Prozentpunkte gegenüber 90-prozentiger Finanzierung. Wichtig: Die Gesamtbaukosten variieren regional stark. Einen ersten realistischen Überblick über die Kosten deines Projekts, inklusive Nebenkosten, Handwerkerleistungen und regionale Unterschiede, gibt der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Wie unterscheiden sich Bauzinsen und Baukosten regional? **Der Zinssatz selbst ist bundesweit vergleichbar, aber der benötigte Kreditbetrag unterscheidet sich je nach Region enorm: In Bayern sind Grundstückspreise zwei- bis dreimal so hoch wie in strukturschwachen Regionen, was den Finanzierungsbedarf direkt treibt.** Ein Beispiel für Nordrhein-Westfalen: Im Rheinland und Ruhrgebiet liegen Grundstückspreise je nach Lage zwischen 150 und 600 Euro pro Quadratmeter, eine enorme Spanne, die auch die Finanzierungsplanung stark beeinflusst. Wer in NRW baut oder kauft, findet auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen) aktuelle Richtwerte für Baupreise und regionale Besonderheiten. Allgemein gilt: Je günstiger das Grundstück, desto niedrigere Kreditsumme, und desto weniger Zinsrisiko. In ländlichen Regionen ist die finanzielle Pufferzone oft größer. ## KfW-Förderung nutzen: Wie du bei diesen Zinsen trotzdem sparen kannst **KfW-Förderkredite für klimafreundliches Bauen (Programm 297/298) bieten Stand 2026 Zinssätze ab rund 2,5 bis 3,0 Prozent, bis zu einem Prozentpunkt unter Markt, und senken damit die Monatsrate spürbar.** Wer ein Effizienzhaus 40 baut, kommt in den Genuss des KfW-Programms „Klimafreundlicher Neubau“ (KfW 297/298). Die wichtigsten Eckdaten: - Zinssatz ab ca. 2,5 % (abhängig von Laufzeit und Tilgung) - Kreditsumme bis 150.000 Euro pro Wohneinheit - Kombinierbar mit weiteren Programmen und Zuschüssen - Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden, sonst kein Förderanspruch Für Bestandsgebäude gibt es die KfW 458-Heizungsförderung mit bis zu 70 Prozent Zuschuss bei Wärmepumpen und anderen erneuerbaren Heizsystemen. Alles zu Voraussetzungen, Kombination und Antragstellung erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was solltest du jetzt konkret tun? **Die Expertenempfehlung für Juni 2026 ist klar: Wer ein konkretes Vorhaben hat, sollte jetzt mehrere Angebote einholen und nicht auf deutlich fallende Zinsen warten, ein starkes Absinken ist für 2026 nicht realistisch.** Drei Schritte, die jetzt Sinn ergeben: **Schritt 1: Eigenkapital und Kosten klären**: Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital verbessert den Zinssatz erheblich. Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer 3,5 bis 6,5 % je nach Bundesland, Notar ca. 1,5 %, ggf. Makler) müssen aus eigenen Mitteln bestritten werden. **Schritt 2: Mehrere Angebote vergleichen**: Zwischen bestem und schlechtestem Anbieter liegen derzeit 0,5 bis 0,8 Prozentpunkte. Unabhängige Vermittler (Interhyp, Dr. Klein, Baufi24) haben Zugang zu über 400 Partnerbanken, deutlich mehr als jede Hausbank. **Schritt 3: KfW-Antrag vor Baubeginn stellen**: Das ist gesetzliche Bedingung, nicht Empfehlung. Wer mit den Arbeiten beginnt, bevor der KfW-Antrag bewilligt ist, verliert den Förderanspruch vollständig und unwiderruflich. Für alle, die in 12 bis 36 Monaten eine Anschlussfinanzierung brauchen: Ein Forward-Darlehen sichert heute den aktuellen Zinssatz für die Zukunft. Die Forward-Prämie beträgt aktuell rund 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte pro Monat Vorlaufzeit, bei einem möglichen Zinsanstieg auf 4 Prozent kann das lohnen. ## FAQ: Bauzinsen aktuell Juni 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im Juni 2026?** Für eine 10-jährige Zinsbindung liegen die Bauzinsen im Juni 2026 bei rund 3,5 bis 3,9 Prozent effektivem Jahreszins. Topkonditionen für gut finanzierte Kreditnehmer (Beleihung unter 80 %) beginnen bei ca. 3,57 Prozent. Für 15 Jahre Zinsbindung sind es 4,2 bis 4,3 Prozent, für 20 Jahre 4,3 bis 4,4 Prozent. **Werden die Bauzinsen 2026 noch sinken?** Experten erwarten für 2026 keine deutliche Zinssenkung. Die Prognose geht eher von einer Seitwärtsbewegung bis zu einem moderaten Anstieg auf rund 4,0 Prozent für 10-jährige Zinsbindungen bis Jahresende aus. Ein Absinken auf unter 3 Prozent ist nicht in Sicht. **Was war der Auslöser für den Zinsanstieg im Frühjahr 2026?** Der Iran-Konflikt ab März 2026 hat Ölpreise nach oben getrieben. Das erhöhte die Inflationserwartungen und ließ die Renditen für 10-jährige Bundesanleihen steigen. Innerhalb weniger Wochen stiegen die Bauzinsen um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte. **Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine gute Baufinanzierung?** Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises, besser 25 bis 30 Prozent. Hinzu kommen die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, ggf. Makler), die je nach Bundesland 7 bis 15 Prozent der Kaufsumme ausmachen, und die müssen aus dem Eigenkapital kommen, sind also nicht fremdfinanzierbar. **Wann lohnt sich ein Forward-Darlehen?** Wenn deine bestehende Zinsbindung in 12 bis 36 Monaten ausläuft und du steigende Zinsen befürchtest. Die Forward-Prämie liegt derzeit bei 0,01 bis 0,03 Prozentpunkten pro Monat Vorlaufzeit. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie stark die Zinsen bis dahin steigen, das lässt sich nicht sicher vorhersagen. **Lohnt sich KfW-Förderung trotz der aktuellen Zinsen?** Ja, auf jeden Fall. KfW-Förderkredite für klimafreundliches Bauen (KfW 297/298) bieten Zinssätze ab ca. 2,5 Prozent, deutlich unter dem Marktpreis. Wichtig: Der Antrag muss zwingend vor Baubeginn gestellt werden, sonst verfällt der Anspruch. Quellen: - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen & Hypothekenzinsen Mai/Juni 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - Baufi24: Bauzinsen 2026 – Aktuelle Entwicklung und Vergleich: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ - Vergleich.de: Aktuelle Bauzinsen 06/2026: https://www.vergleich.de/aktuelle-bauzinsen.html - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen und Zinsentwicklung 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html --- # GModG 2026: Das neue Heizungsgesetz gilt, was Eigentümer jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-gmodg-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) gilt seit dem 29. Juli 2026. Das Bundeskabinett hatte den Entwurf am 13. Mai 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat stimmten am 10. Juli 2026 zu, verkündet wurde das Gesetz am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt (2026 I Nr. 226). Damit ist die umstrittene 65-Prozent-Pflicht aus dem Heizungsgesetz (GEG 2024) Geschichte. Was das für dich als Eigentümer oder Vermieter bedeutet, liest du hier, konkret und ohne Behördendeutsch. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was ist das GModG und was wird aus dem GEG? **Das GModG ist das geänderte und umbenannte Gebäudeenergiegesetz. Es streicht die 65-Prozent-Pflicht beim Heizungstausch und setzt stattdessen für neue Gas- und Ölheizungen auf steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe, die sogenannte Bio-Treppe.** Das GEG 2024 hatte vorgeschrieben, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen. Für viele Eigentümer bedeutete das faktisch eine Wärmepumpe, sofern keine Fernwärme verfügbar war. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag vereinbart, diese Regelung abzuschaffen. Der Zeitplan im Rückblick: | Datum | Schritt | |---|---| | 13. Mai 2026 | Kabinettsbeschluss | | 10. Juli 2026 | Bundestag und Bundesrat | | 23. Juli 2026 | Ausfertigung des Gesetzes | | 28. Juli 2026 | Verkündung, BGBl. 2026 I Nr. 226 | | 29. Juli 2026 | Inkrafttreten (einzelne Teile 2027, 2028, 2030) | Kurz davor war im GEG noch eine Frist geändert worden: Die 65-%-Pflicht für Großstädte, die ab 1. Juli 2026 gegolten hätte, wurde auf den 31. Oktober 2026 verschoben. Mit dem Inkrafttreten des GModG am 29. Juli 2026 ist diese Frist gegenstandslos. Eine Übergangsphase, in der du mit dem Heizungseinbau warten müsstest, gibt es nicht mehr. ## Die 65-%-Regel ist gefallen: Was das für Eigentümer bedeutet **Die Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen. Neue Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden, im Bestand gilt dann die Bio-Treppe.** Für Eigentümer heißt das: - Gas- und Ölheizungen sind wieder einbaubar - Keine Pflicht zu Wärmepumpe, Fernwärme oder Hybridlösung - Die Entscheidung über die Heiztechnik liegt bei dir, innerhalb der Bio-Treppen-Pflicht - Laufende Heizungen dürfen weiter betrieben und repariert werden Die Abschaffung der 65-%-Regel ist keine Rückkehr zu den Regeln vor 2024. Die Bio-Treppe und der CO2-Preis sorgen dafür, dass neue fossile Heizungen im Betrieb mit der Zeit teurer werden. ## Die Bio-Treppe: Pflichten für neue Öl- und Gasheizungen ab 2029 **Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss als Eigentümer ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe einsetzen, von 10 Prozent bis 60 Prozent ab 2040.** Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, sind nicht betroffen. Für Neubauten schreibt § 10 Abs. 2 Nr. 3 GModG vor, dass die Regeln der §§ 42 bis 45 entsprechend einzuhalten sind; die Bio-Treppe gilt dort also ebenfalls. | Ab | Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoff | |---|---| | bis Ende 2028 | keine Pflicht | | 1. Januar 2029 | 10 % | | 1. Januar 2030 | 15 % | | 1. Januar 2035 | 30 % | | 1. Januar 2040 | 60 % | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG (BGBl. 2026 I Nr. 226).* Zulässig sind laut Gesetz Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas sowie grüner, blauer, orangener oder türkiser Wasserstoff. Die Pflicht trifft den Eigentümer, oder den Betreiber, wenn das jemand anderes ist. Erfüllen lässt sie sich über einen Liefervertrag; der Lieferant bestätigt die Einhaltung mit der Abrechnung. Als Alternative zur Bio-Treppe erkennt das Gesetz unter Mindestanforderungen eine Solarthermieanlage, eine Hybrid-Wärmepumpe oder eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung an, teils befristet bis 2034. Die entscheidende Kostenfrage lässt sich heute nicht seriös beziffern: Wie viel Biomethan oder Bioöl ab 2029 kosten wird, hängt vom Markt ab. Sicher ist nur, dass der Pflichtanteil von 10 auf 60 Prozent steigt und klimafreundliche Brennstoffe bisher teurer sind als fossile. Dazu kommt der CO2-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz. Er liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Für die Jahre danach legt das Gesetz keinen festen Preis fest. ## Was kostet eine neue Heizung 2026? **Belastbare Pauschalpreise gibt es nicht, die Kosten hängen von Heizlast, Gebäude und Region ab. Klar ist der Förderunterschied: Wärmepumpe, Pellets und andere erneuerbare Heizungen werden im Bestand mit bis zu 80 Prozent bezuschusst, eine reine Gas- oder Ölheizung gar nicht.** | Heiztechnik | KfW 458 (Bestand) | |---|---| | Gas-Brennwertkessel | nicht förderfähig | | Öl-Brennwertkessel | nicht förderfähig | | Luft-Wasser-Wärmepumpe | förderfähig, bis 80 % | | Erdwärme-Wärmepumpe | förderfähig, bis 80 % | | Pelletheizung | förderfähig, bis 80 % | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Die Förderquote hängt von Boni und Einkommen ab, die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit auf 28.000 Euro begrenzt.* Ein grob gerechnetes Beispiel: Kostet die Wärmepumpe 28.000 Euro und erhältst du 30 Prozent Grundförderung plus 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus, bekommst du 12.880 Euro Zuschuss. Mit Einkommensbonus kann es mehr sein, höchstens 22.400 Euro. Hol dir für jede infrage kommende Technik mindestens zwei Angebote. Einen Überblick über die Gesamtkosten deines Vorhabens, inklusive Dämmung und Handwerkerleistungen, bekommst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## KfW 458: Heizungsförderung mit neuen Sätzen **Die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) läuft weiter, wurde aber zum 21. Juli 2026 neu geregelt: bis zu 80 Prozent Zuschuss, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. Gas- und Ölheizungen sind ausgeschlossen.** Die Förderstruktur seit 21. Juli 2026: - **Grundförderung**: 30 Prozent der förderfähigen Kosten - **Klimageschwindigkeitsbonus**: 16 Prozent, nur für selbstnutzende Eigentümer, beim Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung; sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte - **Einkommensbonus**: 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen, nur für Selbstnutzer - **Obergrenze**: 70 Prozent, bei Einkommen bis 30.000 Euro 80 Prozent - **Förderfähige Kosten**: 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, je 15.000 Euro für die zweite bis sechste KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. **Reihenfolge:** Zuerst erstellt ein Energieeffizienz-Experte oder dein Fachbetrieb die Bestätigung zum Antrag. Dann schließt du einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Erst danach stellst du den Antrag selbst im Portal „Meine KfW“. Ein solcher Vertrag gilt nicht als Vorhabenbeginn; wer dagegen ohne Antrag mit den Arbeiten beginnt, verliert die Förderung. Einen Überblick über alle KfW-Programme findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Wärmepumpe oder Gasheizung: Wie entscheide ich jetzt? **In gut gedämmten Häusern ist die Wärmepumpe mit Förderung meist die langfristig günstigere Wahl. In schlecht gedämmten Altbauten kann eine Gasheizung in der Anschaffung günstiger sein, Bio-Treppe und CO2-Preis verteuern sie aber im Betrieb.** Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: **1. Gebäudezustand**: Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen, also mit Fußbodenheizung oder groß dimensionierten Heizkörpern. In schlecht gedämmten Altbauten mit hohem Wärmebedarf sinkt die Effizienz, oft lohnt es sich, vorher einzelne Bauteile zu dämmen. **2. Strompreis**: Prüfe, ob dein Versorger einen Wärmepumpentarif anbietet. Eine eigene Photovoltaikanlage kann einen Teil des Wärmepumpenstroms liefern, vor allem in der Übergangszeit. **3. Planungshorizont**: Wer selbst im Haus wohnt und jetzt tauscht, bekommt den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent noch für Anträge bis 31. Januar 2027. Wer eine neue Gasheizung kauft, spart kurzfristig Kapital, trägt ab 2029 aber die Bio-Treppe. Besonders relevant ist diese Abwägung für Eigentümer eines [Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus): kein Fernwärmeanschluss, volle Entscheidungsfreiheit, großer Einfluss der Heiztechnik auf Betriebskosten und Wiederverkaufswert. In Bayern und anderen Flächenländern ist Fernwärme in ländlichen Lagen oft nicht verfügbar, dort fällt die Wahl meist zwischen Wärmepumpe und Gasheizung. Mehr zu regionalen Baukosten findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Mieterschutz im GModG: Wer zahlt die Mehrkosten? **Vermieter, die eine neue Heizung nach der Bio-Treppe einbauen, tragen ab 2028 die Hälfte der Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten und ab 2029 die Hälfte der Kosten für die Pflicht-Brennstoffe, begrenzt auf einen Brennstoffanteil von 30 Prozent.** Die CO2-Kosten wurden auch bisher nicht allein von Mietern getragen: Seit 2023 teilt das CO2-Kostenaufteilungsgesetz sie je nach Energiezustand des Gebäudes zwischen Mieter und Vermieter auf. Das GModG ergänzt dieses Gesetz um einen neuen § 5a speziell für Heizungen, die unter die Bio-Treppe fallen. Wie abgerechnet wird, steht dort bereits; eine eigene Ausführungsverordnung ist dafür nicht vorgesehen. | Ab | Hälftige Teilung zwischen Vermieter und Mieter | |---|---| | 1. Januar 2028 | Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten | | 1. Januar 2029 | zusätzlich Kosten der Pflicht-Brennstoffe, für höchstens 30 % Brennstoffanteil | *Quelle: § 5a CO2KostAufG, eingefügt durch BGBl. 2026 I Nr. 226, Art. 5.* Für Vermieter bedeutet das: Eine neue Gasheizung bindet sie dauerhaft an steigende Kosten. Wer auf eine Wärmepumpe umstellt, fällt nicht unter diese Regel und kann die KfW-Grundförderung von 30 Prozent nutzen. Für Mieter verhindert die Regel, dass sie die Mehrkosten der Bio-Treppe allein tragen. ## FAQ: GModG und das neue Heizungsgesetz 2026 **Wann ist das GModG in Kraft getreten?** Am 29. Juli 2026. Das Kabinett hatte den Entwurf am 13. Mai 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat haben am 10. Juli 2026 zugestimmt. Einzelne Teile treten später in Kraft, etwa die Solarpflicht am 1. Januar 2027 und der Nullemissionsstandard für alle Neubauten am 1. Januar 2030. **Muss ich meine alte Gas- oder Ölheizung jetzt tauschen?** Nein. Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, fallen nicht unter die Bio-Treppe. Sie dürfen weiter betrieben, gewartet und repariert werden. Eine Austauschpflicht gibt es nicht. **Darf ich jetzt noch eine neue Gasheizung einbauen?** Ja. Baust du sie in ein bestehendes Gebäude ein, gilt ab 2029 die Bio-Treppe: 10 Prozent klimafreundlicher Brennstoff, steigend auf 60 Prozent ab 2040. Verantwortlich bist du als Eigentümer. **Gibt es weiter KfW-Förderung für Wärmepumpen?** Ja, mit neuen Sätzen seit 21. Juli 2026. Wärmepumpen, Pelletheizungen und andere erneuerbare Heizungen werden mit bis zu 80 Prozent bezuschusst, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. Gas- und Ölheizungen erhalten keine Förderung. **Wie hoch ist der CO2-Preis 2026?** 2026 werden die Zertifikate in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne versteigert (§ 10 BEHG). Feste Werte für die Folgejahre stehen nicht im Gesetz. **Was bedeutet die Bio-Treppe konkret für die Heizkosten?** Ab 2029 musst du einen festen Anteil klimafreundlicher Brennstoffe kaufen, der bis 2040 auf 60 Prozent steigt. Wie stark das die Heizkosten erhöht, hängt von den künftigen Preisen für Biomethan und Bioöl ab und lässt sich heute nicht verlässlich beziffern. Je geringer dein Verbrauch, desto weniger fällt der Aufschlag ins Gewicht. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GModG) vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 191 (Art. 8: Fristverschiebung § 71 Abs. 8 GEG): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/191/VO.html - GModG-Portal des Bundes: Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW-Merkblatt 458 Heizungsförderung, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - Brennstoffemissionshandelsgesetz § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html --- # Wärmepumpe Förderung 2026: KfW 458, Schallvorgaben und bis zu 80 % Zuschuss URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-foerderung-kfw-458-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wer 2026 eine Wärmepumpe in ein bestehendes Haus einbauen und fördern lassen will, muss zwei Dinge kennen: die neuen Fördersätze der KfW-Heizungsförderung 458, die seit dem 21. Juli 2026 gelten, und die technischen Mindestanforderungen an das Gerät, darunter eine strenge Schallvorgabe für Außengeräte. Beides entscheidet darüber, ob und wie viel Zuschuss du bekommst. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was sich 2026 bei der Wärmepumpen-Förderung geändert hat **Seit dem 21. Juli 2026 gilt eine neue Förderrichtlinie für Einzelmaßnahmen. Für die Heizung bedeutet das: Klimageschwindigkeitsbonus 16 statt 20 Prozent, ein gestaffelter Einkommensbonus, bis zu 80 Prozent Förderquote und förderfähige Kosten von 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.** Zuständig für die Heizungsförderung ist bereits seit 2024 die KfW mit dem Programm 458. Das BAFA fördert weiterhin Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung. Weggefallen sind mit der neuen Richtlinie der Effizienzbonus von 5 Prozent und der Emissionsminderungszuschlag. Neu ist dagegen eine halbjährliche Absenkung: Ab dem 1. Februar 2027 sinken der Klimageschwindigkeitsbonus und die förderfähigen Höchstkosten schrittweise. Wer vor dem 21. Juli 2026 mit vollständiger Bestätigung zum Antrag beantragt hat, bleibt bei den alten Konditionen. Für das erste Quartal 2027 sind weitere Änderungen angekündigt. Laut BAFA soll die Grundförderung für elektrische Wärmepumpen dann voraussichtlich auf 15 Prozent sinken, dazu kommen voraussichtlich 15 Prozentpunkte Bonus, wenn die Wärmepumpe ihren Ursprung in der EU hat. Die Details stehen noch aus. ## KfW 458: So ist die Förderung aufgebaut **KfW 458 ist ein Zuschuss für den Heizungstausch in bestehenden Wohngebäuden: 30 Prozent Grundförderung, dazu Boni für selbstnutzende Eigentümer, insgesamt höchstens 70 bzw. 80 Prozent der förderfähigen Kosten.** | Förderbaustein | Satz | Bedingung | |---|---|---| | Grundförderung | 30 % | alle Antragsberechtigten, förderfähige Heizung im Bestandsgebäude | | Klimageschwindigkeitsbonus | +16 % | nur selbstnutzende Eigentümer; Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung (ohne Altersgrenze) oder einer Gas- bzw. Biomasseheizung, die bei Antragstellung mindestens 20 Jahre in Betrieb ist | | Einkommensbonus | +40 / +30 / +10 % | nur selbstnutzende Eigentümer; zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 / 40.000 / 50.000 Euro | | **Obergrenze** | **70 %, bei zvE bis 30.000 € 80 %** | mit Familienzuschlag gilt die 80-%-Grenze bis 40.000 Euro zvE | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026, gültig seit 21.07.2026* Der Familienzuschlag senkt das maßgebliche Einkommen einmalig um 10.000 Euro, sobald mindestens ein kindergeldberechtigtes Kind unter 18 Jahren im Haushalt lebt. Das gilt unabhängig von der Zahl der Kinder. Maßgeblich ist der Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens aus dem zweiten und dritten Jahr vor dem Antrag, nachgewiesen über die Steuerbescheide. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit höchstens 28.000 Euro, für die zweite bis sechste je 15.000 Euro, ab der siebten je 8.000 Euro. Der höchstmögliche Zuschuss für ein Einfamilienhaus liegt damit bei 22.400 Euro (80 Prozent von 28.000 Euro). Vermieter und Eigentümer nicht selbst genutzter Häuser erhalten die Grundförderung von 30 Prozent, aber keine Boni. ## Bonus und Höchstkosten sinken ab Februar 2027 **Wer eine alte fossile Heizung ersetzen will, sollte das Antragsdatum im Blick haben: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte und entfällt ab dem 1. August 2028.** | Antragseingang | Klimageschwindigkeitsbonus | Förderfähige Kosten 1. Wohneinheit | |---|---|---| | 21.07.2026 bis 31.01.2027 | 16 % | 28.000 € | | 01.02.2027 bis 31.07.2027 | 12 % | 27.250 € | | 01.08.2027 bis 31.01.2028 | 8 % | 26.500 € | | 01.02.2028 bis 31.07.2028 | 4 % | 25.750 € | | ab 01.08.2028 | entfällt | sinkt weiter halbjährlich um 750 €, ab 01.08.2030 22.000 € | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026. Maßgeblich ist das Datum des Antrags.* Ein Beispiel, grob gerechnet: Ein selbstnutzender Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 45.000 Euro tauscht eine 25 Jahre alte Gasheizung. Bei Antrag bis Ende Januar 2027 kommt er auf 30 + 16 + 10 = 56 Prozent. Liegen die förderfähigen Kosten bei 28.000 Euro oder darüber, sind das 15.680 Euro Zuschuss. Bei Antrag im Februar 2027 wären es 30 + 12 + 10 = 52 Prozent von 27.250 Euro, also 14.170 Euro. ## Was eine Wärmepumpe kostet und was förderfähig ist **Die Kosten hängen stark vom Gebäude, der Heizlast und dem Zustand der Heizungsverteilung ab. Belastbar sind nur konkrete Angebote mehrerer Fachbetriebe, die du vor dem Antrag einholst.** Zu den förderfähigen Kosten gehören neben dem Wärmeerzeuger auch viele Arbeiten drumherum. Laut KfW-Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen zählen dazu unter anderem: - Leitungen und Komponenten zum Anschluss des Wärmeerzeugers bis zum Heizkreisverteiler - der hydraulische Abgleich - neue Heizkörper oder Flächenheizungen samt Estrich und Bodenbelägen - Maßnahmen zur Schalldämmung - notwendige Elektroarbeiten und das intelligente Messsystem, das wegen der Bestellpflicht beantragt werden muss Was über den Höchstbetrag von 28.000 Euro hinausgeht, trägst du selbst. Dafür gibt es den KfW-Ergänzungskredit (siehe unten). Einen ersten Überblick über deine gesamten Kosten, inklusive Heizungsanlage, Dämmung und Haustechnik, bekommst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Die Schallvorgabe: Welche Wärmepumpen förderfähig sind **Luft-Wasser-Wärmepumpen werden nur gefördert, wenn die Geräuschemissionen des Außengeräts mindestens 10 dB unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung Nr. 813/2013 liegen. Das steht in den technischen Mindestanforderungen der Förderrichtlinie.** Weitere technische Anforderungen an Wärmepumpen laut Richtlinie: - **Jahresarbeitszahl**: Die Anlage muss so ausgelegt sein, dass mindestens eine Jahresarbeitszahl von 3,0 erreicht wird, nachgewiesen nach VDI 4650. - **Netzdienlichkeit**: Die Wärmepumpe braucht eine digitale Schnittstelle für die Steuerung nach § 14a EnWG. Nach der Inbetriebnahme musst du ein intelligentes Messsystem beim Messstellenbetreiber beantragen, sofern noch keines vorhanden ist. - **Kältemittel**: Natürliche Kältemittel wie Propan (R290) werden empfohlen. Ab dem 1. Januar 2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert. Was du beim Kauf prüfen solltest: 1. **Bestätigung verlangen**: Die BzA enthält die Bestätigung, dass die technischen Mindestanforderungen eingehalten werden. Lass dir die Schall- und Effizienzdaten des Geräts zusätzlich schriftlich geben. 2. **Aufstellungsort klären**: Ein förderfähiges Gerät kann bei ungünstiger Aufstellung trotzdem Ärger mit Nachbarn auslösen. Das gilt besonders bei Reihen- und Doppelhäusern. 3. **Restposten meiden**: Bei älteren Lagergeräten genau prüfen, ob Schallwerte, Schnittstelle und Kältemittel passen. Besonders relevant für Eigentümer von [Einfamilienhäusern](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) in dicht besiedelten Lagen: Aufstellungsort und Schallpegel solltest du sehr sorgfältig mit dem Fachbetrieb abstimmen. ## Schritt für Schritt: So läuft der KfW-458-Antrag ab **Erst die Bestätigung zum Antrag, dann ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, dann der Antrag, den du selbst in "Meine KfW" stellst. Ein Vertrag ohne diese Bedingung oder ein Baustart vor dem Antrag schließt die Förderung aus.** 1. **Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellen lassen**: durch einen Energieeffizienz-Experten oder durch das Fachunternehmen. Die BzA bestätigt unter anderem, dass die technischen Mindestanforderungen eingehalten werden. 2. **Vertrag mit Bedingung abschließen**: Liefer- oder Leistungsvertrag mit dem Fachbetrieb, der eine aufschiebende oder auflösende Bedingung zur KfW-Zusage und ein voraussichtliches Umsetzungsdatum enthält. 3. **Antrag selbst stellen**: im Kundenportal "Meine KfW", mit BzA und hochgeladenem Vertrag. Eine Vertretung durch Dritte ist außer bei Wohnungseigentümergemeinschaften nicht zugelassen. 4. **Vorhaben umsetzen**: nach der Zusage. Dafür hast du 36 Monate ab Zusage Zeit. 5. **Bestätigung nach Durchführung (BnD)**: Experte oder Fachunternehmen bestätigen die Umsetzung. 6. **Auszahlung beantragen**: innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Vorhabens in "Meine KfW", mit BnD und Rechnungen. Wer die Frist versäumt, verliert den Zuschuss. **Häufigster Fehler**: einen normalen Werkvertrag ohne Bedingung zu unterschreiben, bevor der Antrag gestellt ist. Das gilt als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. Ein Vertrag mit der vorgeschriebenen Bedingung ist dagegen Pflicht und kein Vorhabenbeginn. Wer in Bayern saniert, kann zusätzlich prüfen, ob es Landesprogramme gibt, die sich mit der Bundesförderung kombinieren lassen. Mehr zu den Kosten im Freistaat auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Wärmepumpe mit anderen Fördermitteln kombinieren **KfW 458 lässt sich mit dem Ergänzungskredit 358/359 und mit BAFA-Zuschüssen für andere Einzelmaßnahmen wie Dämmung kombinieren. Nicht kombinierbar ist die Heizungsförderung mit einer Effizienzhaus-Sanierung über KfW 261.** | Förderung | Typ | Kombinierbar mit KfW 458? | |---|---|---| | KfW 358/359 Ergänzungskredit | Kredit bis 120.000 € je Wohneinheit | Ja | | BAFA Einzelmaßnahmen Gebäudehülle | Zuschuss 15 % | Ja, für andere Maßnahmen | | BAFA Energieberatung (iSFP) | 50 % des Honorars, max. 650 € (EFH/ZFH) | Ja | | KfW 261 Effizienzhaus-Sanierung | Kredit mit Tilgungszuschuss | Nein, 3 Jahre Sperrfrist wechselseitig | | Steuerermäßigung § 35a / § 35c EStG | Steuerabzug | Nein, nicht für dieselbe Maßnahme | *Quellen: KfW-Merkblatt 458 (09/2026), BAFA, Stand 07.10.2026* Der **iSFP-Bonus** von 5 Prozent gilt nur für BAFA-Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik, nicht für die Heizung. Er greift außerdem erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro und nur für den Betrag oberhalb dieser Schwelle. Der **Ergänzungskredit 358** steht Haushalten mit einem zu versteuernden Einkommen bis 90.000 Euro offen und kostet laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 effektiv ab 1,49 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung). Der **Ergänzungskredit 359** ohne Einkommensgrenze liegt effektiv ab 4,49 Prozent. Einen Überblick über alle KfW-Förderungen 2026, von Neubau bis Sanierung, findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: Wärmepumpe Förderung 2026 **Welches KfW-Programm gilt 2026 für Wärmepumpen?** Für bestehende Wohngebäude das KfW-Programm 458 "Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude". Die KfW ist dafür seit 2024 zuständig. Antragsberechtigt sind selbstnutzende Eigentümer, Vermieter von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen, Eigentümer von Mehrfamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften. Die Boni gibt es nur für Selbstnutzer. **Wie hoch ist die KfW-458-Förderung seit dem 21. Juli 2026?** 30 Prozent Grundförderung, für Selbstnutzer zusätzlich bis zu 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und bis zu 40 Prozent Einkommensbonus. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 Euro (mit Kind bis 40.000 Euro) bei 80 Prozent. Höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. **Welche Wärmepumpe ist förderfähig?** Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen beim Außengerät mindestens 10 dB unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung liegen. Jede Wärmepumpe muss auf eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 ausgelegt sein und eine digitale Schnittstelle für die netzdienliche Steuerung haben. Ab 2028 sind natürliche Kältemittel Pflicht. **Muss der Antrag vor dem Handwerkerauftrag gestellt werden?** Vor dem Antrag musst du sogar einen Vertrag schließen, aber einen mit aufschiebender oder auflösender Bedingung, der an die KfW-Zusage geknüpft ist. Diesen Vertrag lädst du beim Antrag hoch. Ein Vertrag ohne Bedingung oder Bauarbeiten vor dem Antrag schließen die Förderung aus. **Wie lange gilt der Klimageschwindigkeitsbonus?** 16 Prozent gibt es für Anträge bis zum 31. Januar 2027. Danach sinkt der Bonus alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte, ab dem 1. August 2028 entfällt er. Er setzt den Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung voraus oder einer Gas- bzw. Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. **Was passiert, wenn meine Wärmepumpe die Schallvorgabe nicht erfüllt?** Einbauen darfst du das Gerät, gefördert wird es aber nicht. Prüfe deshalb vor dem Vertragsschluss das Datenblatt und lass dir die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen bestätigen. Quellen: - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458): https://www.kfw.de/458 - KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW-Infografik: Neue Bedingungen der Heizungsförderung (21.07.2026): https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/Infografik_Heizungsf%C3%B6rderung_Anpassungen_Juli_2026.pdf - KfW-Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG, Version 11.0: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000004863_Infoblatt_BEG_F%C3%B6rderf%C3%A4hige_Ma%C3%9Fnahmen.pdf - BAFA: Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Anlagen_zur_Waermeerzeugung/anlagen_zur_waermeerzeugung_node.html - BAFA: Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle: https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html --- # Photovoltaik 2026: Was eine Solaranlage kostet und wie du die beste Förderung bekommst URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/photovoltaik-anlage-kosten-2026-foerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Seit 2023 gilt 0 Prozent Umsatzsteuer auf Photovoltaikanlagen für Wohngebäude, und Erträge kleiner Dachanlagen sind einkommensteuerfrei. Gleichzeitig sinkt die Einspeisevergütung halbjährlich: Seit dem 1. August 2026 gibt es für neue Anlagen bis 10 kWp 7,70 Cent je Kilowattstunde bei Teileinspeisung. Und das EEG 2023, auf dem die Vergütung beruht, gilt nur noch bis 31. Dezember 2026. Hier sind die Zahlen, die du brauchst: Kosten, Förderung, Amortisation. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Vergütungssätze laut Bundesnetzagentur, Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was eine PV-Anlage 2026 kostet **Was eine Photovoltaikanlage kostet, hängt vor allem von Größe, Dach, Modulqualität und Montageaufwand ab. Verlässlich sind nur Angebote für dein Dach. Hol mindestens drei ein und vergleiche den Preis je Kilowatt-Peak (kWp) inklusive Montage, Wechselrichter und Netzanmeldung.** Die größten Kostentreiber neben der Anlagengröße: - **Dach**: Neigung, Ausrichtung und Zustand. Ein Dach, das in wenigen Jahren saniert werden muss, sollte vorher erneuert werden. - **Zugänglichkeit**: Gerüst, Höhe und schwer erreichbare Dachflächen erhöhen die Montagekosten. - **Elektrik**: Leitungswege zum Zählerschrank und ein eventuell nötiger neuer Zählerschrank. - **Speicher**: Ein Batteriespeicher ist ein eigener großer Kostenblock. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit Süddach ist die Planung meist unkompliziert, bei Ost-West-Belegung oder Flachdach steigt der Aufwand. Angebote vergleichst du am besten anhand von Preis je kWp und erwartetem Jahresertrag, den der Installateur für dein Dach berechnet. Einen ersten Kostenüberblick für dein Bauvorhaben insgesamt bekommst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Einspeisevergütung 2026: aktuelle Sätze und warum der Zeitpunkt zählt **Seit dem 1. August 2026 gelten für neue Anlagen bis 10 kWp 7,70 Cent je kWh bei Teileinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung. Die Sätze gelten für Inbetriebnahmen bis 31. Dezember 2026, dann endet die Anwendbarkeit des EEG 2023.** Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die Fördersätze. Für Anlagen auf Gebäuden mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026 gilt: | Anlagengröße (Anteil der Leistung) | Teileinspeisung | Volleinspeisung | |---|---|---| | bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh | | über 10 bis 40 kWp | 6,66 ct/kWh | 10,24 ct/kWh | | über 40 bis 100 kWp | 5,44 ct/kWh | 10,24 ct/kWh | *Quelle: Bundesnetzagentur, EEG-Fördersätze, abgerufen am 07.10.2026.* Bei Anlagen über 10 kWp wird die Vergütung anteilig berechnet: Für die ersten 10 kWp gilt der höhere Satz, für den Rest der jeweils niedrigere. **Teileinspeisung vs. Volleinspeisung:** Bei der Teileinspeisung, dem Regelfall für Privathaushalte, verbrauchst du einen Teil des Stroms selbst und speist den Überschuss ein. Bei der Volleinspeisung geht der gesamte Strom ins Netz. Das lohnt sich nur, wenn kaum Eigenverbrauch möglich ist. **Was nach 2026 kommt:** Laut Bundesnetzagentur ist das EEG 2023 nur bis 31. Dezember 2026 anwendbar, eine Nachfolgeregelung ist in der parlamentarischen Beratung. Wie die Vergütung für Anlagen aussieht, die 2027 in Betrieb gehen, steht also noch nicht fest. Wer die heutigen Sätze sicher nutzen will, muss die Anlage bis Ende 2026 in Betrieb nehmen. Die Vergütung, die bei Inbetriebnahme gilt, bleibt über die gesamte Förderdauer gleich. ## 0 % Umsatzsteuer und Einkommensteuer-Befreiung **Für Solarmodule, die für den Betrieb wesentlichen Komponenten, Speicher und die Installation gilt nach § 12 Abs. 3 UStG ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent, wenn die Anlage auf oder an Wohnungen oder Wohngebäuden installiert wird.** Der Nullsteuersatz umfasst: - Solarmodule, Wechselrichter und andere wesentliche Komponenten - Batteriespeicher, auch wenn sie später nachgerüstet werden - die Installation Bei Anlagen mit einer installierten Bruttoleistung von höchstens 30 kWp laut Marktstammdatenregister gelten die Voraussetzungen als erfüllt. Der Rechnungsbetrag des Installateurs enthält dann keine Umsatzsteuer. Dazu kommt die **Einkommensteuer-Befreiung** nach § 3 Nr. 72 EStG: Einnahmen aus Photovoltaikanlagen auf, an oder in Gebäuden sind steuerfrei, wenn die Anlage höchstens 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit hat und du insgesamt nicht mehr als 100 kWp betreibst. Eine Gewinnermittlung für die Anlage ist dann nicht nötig. ## KfW 270 und weitere Förderprogramme **Für die Finanzierung bietet die KfW den Kredit 270 „Erneuerbare Energien Standard“. Der Zins richtet sich nach Bonität und Sicherheiten. Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 liegt er für PV-Aufdachanlagen in der besten Preisklasse bei 4,41 Prozent effektiv (5 Jahre Laufzeit, 1 tilgungsfrei, 5 Jahre Zinsbindung).** Der KfW-Kredit 270 ist kein Zuschuss, sondern ein zweckgebundenes Darlehen für erneuerbare Energien. Beantragt wird er über die Bank. Für die übrigen Varianten im Programm liegt der Zins laut Konditionenübersicht in der besten Preisklasse ab 4,83 Prozent effektiv. Vergleiche das Angebot mit einem normalen Bankkredit, denn der Zinsvorteil ist nicht automatisch groß. Wichtig für Bauherren: Wer den Neubau über den Klimafreundlichen Neubau (KfW 297/298) fördern lässt, kann für dieselben förderfähigen Kosten nicht zusätzlich eine EEG-Förderung in Anspruch nehmen. Kläre mit Bank und Energieeffizienz-Experten, welche Kosten wo angesetzt werden. Viele Städte, Gemeinden und Stadtwerke haben eigene Förderprogramme für Solaranlagen oder Speicher. Diese ändern sich häufig und haben oft begrenzte Budgets. Den aktuellen Stand erfährst du direkt bei deiner Gemeinde oder dem örtlichen Stadtwerk. In Bayern lohnt zusätzlich ein Blick auf Landesprogramme, mehr zu den Baukosten im Freistaat auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Einen Überblick über alle KfW-Programme findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Speicher: sinnvoll oder zu teuer? **Ein Batteriespeicher erhöht den Anteil des Solarstroms, den du selbst nutzt. Ob er sich rechnet, hängt vom Preis des Speichers, deinem Strompreis und deinem Verbrauch über den Tag ab.** Ohne Speicher fließt überschüssiger Strom ins Netz, für Anlagen bis 10 kWp zu 7,70 Cent je kWh. Mit Speicher verbrauchst du ihn später selbst und sparst den Preis, den du sonst für Netzstrom zahlst. Der Abstand zwischen deinem Strompreis laut Stromrechnung und der Einspeisevergütung bestimmt, wie viel jede selbst genutzte Kilowattstunde wert ist. So schätzt du die Wirtschaftlichkeit grob selbst ab: 1. Zusätzlicher Eigenverbrauch durch den Speicher in kWh pro Jahr (nennt dir der Installateur) 2. mal (dein Strompreis minus Einspeisevergütung) 3. ergibt die jährliche Ersparnis durch den Speicher 4. Speicherpreis geteilt durch diese Ersparnis ergibt die Jahre bis zur Amortisation, ohne Zinsen und Alterung Liegt die Amortisation nahe an der erwarteten Lebensdauer des Speichers, lohnt er sich finanziell kaum. Nachrüsten ist möglich, das Angebot dafür solltest du aber gleich mit einholen. Für ein [Massivhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/massivhaus) mit gut gedämmter Hülle und niedrigem Grundverbrauch reicht oft ein kleinerer Speicher als für einen Altbau mit hohem Dauerbedarf. ## Amortisation: Wann rechnet sich die Anlage? **Wann sich eine Anlage rechnet, hängt von Kaufpreis, Ertrag, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis und Einspeisevergütung ab. Mit deinem Angebot und deiner Stromrechnung kannst du das selbst durchrechnen.** Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Beispielwerten, keine Marktpreise: - Investition: 14.000 € (Beispielwert, 0 % Umsatzsteuer) - Jahresertrag: 9.500 kWh (Beispielwert, laut Ertragsprognose des Installateurs) - Eigenverbrauch 30 %: 2.850 kWh × angenommener Strompreis 0,33 €/kWh = **941 € gespart** - Einspeisung 70 %: 6.650 kWh, vergütet nach den aktuellen Sätzen. Bei einer 10-kWp-Anlage 6.650 kWh × 0,0770 €/kWh = **512 € Vergütung** - **Zusammen rund 1.450 € pro Jahr, Amortisation nach grob 9,6 Jahren** *Eigene grobe Rechnung ohne Zinsen, Wartung, Strompreisänderung und Leistungsverlust der Module. Ersetze die Beispielwerte durch die Zahlen aus deinem Angebot und deiner Stromrechnung.* Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch, die Investition aber auch. Rechne beide Varianten mit denselben Annahmen. Hintergrund zum energieeffizienten Bauen findest du im Ratgeber [Energieeffizient bauen](https://baukostenplan.de/ratgeber/energieeffizient-bauen). ## Schritt für Schritt: Von der Planung bis zur Inbetriebnahme **Von der ersten Anfrage bis zur Einspeisung vergehen meist mehrere Monate. Oft ist der Netzanschluss beim Netzbetreiber der langwierigste Schritt.** Die richtige Reihenfolge: 1. **Dachprüfung**: Statik, Ausrichtung, Verschattung und Dachzustand prüfen lassen. Ältere Dächer vorher sanieren. 2. **Angebote einholen**: Mindestens drei Installationsbetriebe anfragen und auf Referenzen achten. 3. **Netzbetreiber**: Die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt meist der Installateur. Kläre früh, wie lange es dauert. 4. **Installation**: meist wenige Montagetage vor Ort, abhängig von der Anlagengröße. 5. **Marktstammdatenregister**: Die Anlage muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden, innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme. 6. **Zähler**: Der Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber setzt den passenden Zähler. 7. **Einspeisevergütung**: Der Netzbetreiber zahlt nach Inbetriebnahme und Registrierung. Wichtig für die Vergütung: Für die heutigen Sätze zählt das Inbetriebnahmedatum. Wer 2026 noch nach EEG 2023 vergütet werden will, muss die Anlage bis 31. Dezember 2026 in Betrieb nehmen. **Solarpflicht:** Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz gilt für neue Wohngebäude eine Solarpflicht erst ab dem 1. Januar 2030. Einige Bundesländer haben eigene, frühere Regeln. Frag beim Bauamt nach. Baugenehmigung: In den meisten Bundesländern sind Dach-PV-Anlagen genehmigungsfrei. Ausnahmen gelten etwa bei Denkmalschutz oder Einschränkungen im Bebauungsplan. Im Zweifel vorab bei der Gemeinde nachfragen. ## FAQ: Photovoltaik 2026 **Was kostet eine PV-Anlage 2026?** Das hängt von Größe, Dach, Komponenten und Montageaufwand ab. Vergleiche mindestens drei Angebote anhand des Preises je kWp inklusive Montage, Wechselrichter und Netzanmeldung. Für Anlagen auf Wohngebäuden gilt 0 Prozent Umsatzsteuer. **Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?** Für neue Anlagen auf Gebäuden mit Inbetriebnahme vom 1. August bis 31. Dezember 2026: bis 10 kWp 7,70 Cent je kWh bei Teileinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung, darüber anteilig niedriger. Das EEG 2023 gilt nur bis 31. Dezember 2026, eine Nachfolgeregelung ist in Beratung. **Gibt es 2026 noch BAFA-Förderung für PV-Anlagen?** Einen BAFA-Zuschuss für die PV-Anlage selbst gibt es nicht. Das BAFA fördert die Energieberatung für bestehende Wohngebäude mit 50 Prozent des Honorars, bei Ein- und Zweifamilienhäusern höchstens 650 Euro. Zuschüsse für Solaranlagen kommen eher von Gemeinden oder Stadtwerken. **Lohnt sich ein Batteriespeicher 2026?** Ein Speicher lohnt sich eher, wenn du abends viel Strom brauchst und dein Strompreis deutlich über der Einspeisevergütung liegt. Rechne mit deinem Angebot nach, wie viele Jahre der Speicher bis zur Amortisation braucht, und vergleiche das mit seiner Lebensdauer. **Brauche ich eine Baugenehmigung für eine PV-Anlage?** In den meisten Bundesländern ist eine Dach-PV-Anlage genehmigungsfrei. Ausnahmen gelten bei Denkmalschutz, bei Einschränkungen im Bebauungsplan oder bei Freiflächenanlagen. Im Zweifel vorab bei der Gemeinde nachfragen. **Wann amortisiert sich eine PV-Anlage?** Das hängt von Kaufpreis, Ertrag, Eigenverbrauch und Strompreis ab. Im Rechenbeispiel oben mit frei gewählten Werten sind es grob 9,6 Jahre. Rechne mit den Zahlen aus deinem Angebot nach. Quellen: - Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze für Solaranlagen: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html - KfW: Erneuerbare Energien Standard (270): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/Erneuerbare-Energien-Standard-(270)/ - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - § 12 UStG (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html - § 3 EStG (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Änderung des Gebäudeenergiegesetzes: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - BAFA: Energieberatung für Wohngebäude: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html --- # KfW 297/298: Effizienzhaus-55-Förderung verlängert bis 31. Dezember 2026, so stellst du den Antrag URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-297-effizienzhaus-55-foerderung-frist-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die KfW-Förderung für Neubauten im Effizienzhaus-55-Standard sollte am 30. Juni 2026 enden. Am 19. Juni 2026 haben Bundesbauministerium und KfW sie bis spätestens **31. Dezember 2026** verlängert. Wer ein Haus nach diesem Standard baut oder neu kauft, kann sich also weiter einen zinsverbilligten Kredit von bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit sichern, effektiv ab 1,00 Prozent. Wohnungsbaukredite kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* Drei Dinge vorweg: Der Antrag muss **vor Beginn des Vorhabens** gestellt werden. Er läuft über deine Bank, nicht direkt bei der KfW. Und für das EH55 muss bei Antragstellung eine **gültige Baugenehmigung** vorliegen. Maßgeblich für die Frist ist der Eingang bei der KfW. ## Was das KfW-Programm 297/298 konkret bietet **Das KfW-Programm 297/298 fördert Neubau und Ersterwerb klimafreundlicher Wohngebäude mit zinsverbilligten Krediten. Die befristete Förderstufe Effizienzhaus 55 bietet bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent.** Seit dem 16. Dezember 2025 ist die Förderstufe Effizienzhaus 55 wieder aktiv, und zwar in beiden Programmnummern: **297** für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen Antragsteller wie Vermieter oder Unternehmen. Die Stufe war seit dem 24. Januar 2022 nicht mehr gefördert worden. Für 2025 und 2026 stehen 800 Millionen Euro Bundesmittel bereit. | Förderstufe | Max. Kredit/WE | Effektivzins 10/2/10 | Effektivzins 25/3/10 | Effektivzins 35/5/10 | |---|---|---|---|---| | Effizienzhaus 55 (Antrag bis 31.12.2026) | 100.000 € | 1,00 % | 2,05 % | 2,21 % | | Klimafreundliches Wohngebäude (EH 40) | 100.000 € | 1,96 % | 2,85 % | 2,98 % | | Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG | 150.000 € | 1,96 % | 2,85 % | 2,98 % | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 und KfW-Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026. Laufzeit / tilgungsfreie Jahre / Zinsbindung.* Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Deutscher Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Das EH55 ist derzeit die günstigste Stufe im Programm. ## Effizienzhaus 55 oder Effizienzhaus 40, was passt? **Das Effizienzhaus 55 ist leichter zu erreichen als das EH 40 und derzeit auch günstiger finanziert. Das EH 40 lohnt sich vor allem, wenn du das QNG-Siegel anstrebst und den höheren Kreditrahmen von 150.000 Euro brauchst.** Die Zahl gibt an, wie viel Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes das geförderte Haus haben darf: beim Effizienzhaus 55 höchstens 55 Prozent, beim EH 40 höchstens 40 Prozent. Strenger bedeutet in der Regel teurer in der Herstellung. Was beim Effizienzhaus 55 verlangt wird: - **Gebäudehülle**: Transmissionswärmeverlust höchstens 70 Prozent des Referenzwerts nach GEG - **Heizung**: Keine Öl- oder Gasheizung; Wärmepumpe, Pelletheizung oder Fernwärme sind möglich - **Lüftung**: Je nach Planung oft eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, vorgeschrieben ist sie nicht pauschal - **Experte**: Ein Energieeffizienz-Experte begleitet die Planung und stellt die Bestätigung zum Antrag aus Wie viel ein EH55 oder EH40 gegenüber einem Haus nach gesetzlichem Mindeststandard mehr kostet, hängt stark von Entwurf, Haustechnik und Region ab. Lass dir die Mehrkosten für dein Projekt beziffern, statt mit Pauschalwerten zu rechnen. ## Was kostet ein Neubau nach Effizienzhaus-55-Standard? **Die Baukosten hängen vor allem von Größe, Bauweise, Ausstattung und Region ab. Eine seriöse Zahl bekommst du nur für dein konkretes Projekt.** Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das zeigt, wie wichtig eine aktuelle Kalkulation ist. Einen ersten Überblick über die Baukosten für dein Vorhaben, aufgeschlüsselt nach Bauweise, Ausstattung und Region, bekommst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Die typischen Kostenblöcke eines Einfamilienhauses zeigt die Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## Wie viel spart die KfW-Förderung wirklich? **Grob gerechnet zahlst du auf 100.000 Euro mit dem EH55-Kredit (10 Jahre, 2 tilgungsfrei) rund 6.100 Euro Zinsen, bei 3,81 Prozent Marktzins wären es rund 23.800 Euro.** Die grobe Rechnung: - **Marktkredit 100.000 €, 3,81 %, gleiche Struktur** → Zinsen ca. 23.800 € - **KfW-Kredit 100.000 €, 1,00 %, 10/2/10** → Zinsen ca. 6.100 € - **Unterschied: rund 17.700 Euro** *Eigene grobe Rechnung: 2 Jahre tilgungsfrei, danach 8 Jahre Annuität mit monatlicher Rate bis zur vollen Tilgung, Effektivzins vereinfacht als Sollzins angesetzt. Zinssätze: KfW 06.10.2026, Bundesbank August 2026.* Für Mehrfamilienhäuser oder Bauträger gilt der Höchstbetrag je Wohneinheit. Zehn Wohneinheiten bedeuten bis zu einer Million Euro Kreditvolumen. Wichtig: Der EH55-Kredit lässt sich **nicht** mit dem [KfW-Kredit 300 (Wohneigentum für Familien)](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung) kombinieren. Für dieselbe Wohneinheit schließen die Merkblätter das aus. KfW 300 setzt zudem mindestens ein Effizienzhaus 40 voraus. Familien mit Kindern müssen sich also zwischen beiden Wegen entscheiden. ## Wer kann den Antrag stellen, und wer nicht? **Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Unternehmen und andere Investoren, die ein neues Wohngebäude errichten oder erstmals kaufen. Beim EH55 muss die Baugenehmigung bei Antragstellung gültig vorliegen.** Konkrete Voraussetzungen auf einen Blick: - **Bauort**: In Deutschland - **Energiestandard**: Nachweis durch einen Energieeffizienz-Experten aus der Expertenliste - **Heizung**: Keine Öl- oder Gasheizung, Biomasse ist erlaubt - **Baugenehmigung**: Muss zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig vorliegen; wann sie erteilt wurde, spielt keine Rolle - **Stichtag**: Baubeginn bzw. Kauf- oder Bauträgervertrag frühestens ab 16. Dezember 2025 - **Vorhabenbeginn**: Erst nach Antragseingang bei der KfW Nicht förderfähig: Sanierungen, Dämmung im Bestand oder Umbauten. Dafür gibt es andere Programme, etwa KfW 261 für die Effizienzhaus-Sanierung. In Regionen mit hohen Baukosten und Grundstückspreisen macht der günstige Kredit besonders viel aus, einen Überblick gibt die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Prüfe parallel die Wohnraumförderung deines Bundeslands. ## So stellst du den Antrag bis zum 31. Dezember **Der Antrag läuft nicht direkt über die KfW, sondern über deine Bank. Sie leitet ihn weiter, und erst der Eingang bei der KfW zählt für die Frist.** Die richtige Reihenfolge, Schritt für Schritt: 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Er stellt die Bestätigung zum Antrag (BzA) aus. Experten findest du über die Energieeffizienz-Expertenliste. 2. **Baugenehmigung sicherstellen**: Ohne gültige Genehmigung ist kein EH55-Antrag möglich. 3. **Bank kontaktieren**: Du bittest deine finanzierende Bank um einen KfW-Kredit 297 (Selbstnutzer) oder 298. Die Bank prüft deine Bonität und reicht den Antrag bei der KfW ein. 4. **Puffer einplanen**: Plane die Bearbeitungszeit der Bank ein, damit der Antrag sicher vor dem 31. Dezember 2026 bei der KfW eingeht, und bevor die 800 Millionen Euro vergeben sind. 5. **Vorhabenbeginn**: Nach Antragseingang bei der KfW darfst du beginnen, vor der Zusage auf eigenes Risiko. Für das EH55 gilt eine Sonderregel: Wurde vor Vertragsabschluss ein dokumentiertes Beratungsgespräch mit der Bank geführt, zählt erst der Beginn der Bauarbeiten vor Ort als Vorhabenbeginn. 6. **Nachweis**: Nach Fertigstellung bestätigt der Experte die Einhaltung des EH-55-Standards (Bestätigung nach Durchführung, BnD). Wer für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) plant und bereits eine Baugenehmigung hat, ist in der besten Ausgangsposition. Wer noch in der Grundstücks- oder Planungsphase steckt, muss prüfen, ob die Genehmigung rechtzeitig kommt. ## Was nach dem 31. Dezember passiert **Nach dem 31. Dezember 2026, oder früher bei erschöpften Mitteln, nimmt die KfW keine EH55-Anträge mehr an. Eine weitere Verlängerung ist nicht angekündigt.** Bei der ersten Befristung war der 30. Juni 2026 als Ende gesetzt, dann kam im Juni die Verlängerung. Ob sich das wiederholt, ist offen. Plane mit dem 31. Dezember als spätestem Termin. Für Bauherren, die den EH-55-Antrag nicht mehr rechtzeitig stellen können, bleiben zwei Wege: - **Klimafreundliches Wohngebäude (EH 40)**: höhere Anforderungen an Hülle und Ökobilanz, keine Biomasseheizung, effektiv ab 1,96 Prozent, mit QNG bis 150.000 Euro Kredit - **KfW 300 (Wohneigentum für Familien)**: für Familien mit Kindern und Einkommensgrenze, ebenfalls EH-40-Standard, 170.000 bis 270.000 Euro Kredit, effektiv ab 0,01 Prozent Beide haben keine feste Frist, stehen aber unter Haushaltsvorbehalt. ## FAQ: KfW Effizienzhaus 55 Förderung 2026 **Bis wann muss der Antrag für die KfW-Effizienzhaus-55-Förderung gestellt werden?** Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingegangen sein. Die frühere Frist 30. Juni 2026 wurde am 19. Juni 2026 verlängert. Plane die Bearbeitungszeit deiner Bank ein. **Wie hoch ist der KfW-Kredit für Effizienzhaus 55?** Bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit. Laut KfW vom 6. Oktober 2026 effektiv 1,00 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 2,05 Prozent bei 25 Jahren und 2,21 Prozent bei 35 Jahren, jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. **Kann ich auch als Käufer eines Neubaus die Förderung beantragen?** Ja. Beim Ersterwerb innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme bist du antragsberechtigt, wenn das Gebäude den EH-55-Standard erreicht. Kauf- oder Bauträgervertrag müssen ab dem 16. Dezember 2025 geschlossen sein. Anzahlungen darfst du erst nach Antragseingang bei der KfW leisten. **Was passiert, wenn das Budget vor dem 31. Dezember aufgebraucht ist?** Dann schließt die KfW die EH55-Stufe vorzeitig, unabhängig von der Frist. Wie viel von den 800 Millionen Euro noch frei ist, veröffentlicht die KfW nicht laufend. Ein früher Antrag ist sicherer. **Welche Heizung ist beim Effizienzhaus 55 erlaubt?** Laut KfW müssen EH55-Neubauten zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien beheizt werden. Möglich sind etwa Wärmepumpen, Pellet- und Holzheizungen sowie Fernwärme. Öl- und Gasheizungen schließen die Förderung aus. **Lässt sich die Effizienzhaus-55-Förderung mit BAFA-Programmen kombinieren?** Nein. Die Heizungsförderung der BEG (KfW 458) gilt nur für bestehende Gebäude, und laut Merkblatt 297/298 ist die BEG für dieselbe Maßnahme ausgeschlossen. Mit anderen Krediten, etwa dem KfW-Wohneigentumsprogramm 124, ist eine Kombination grundsätzlich möglich, solange die Summe die förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Wohneigentum für Familien, Neubau (300): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-(300)/ - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # KfW 455-B 2026: Barrierefreiheit fördern lassen: Zuschuss gestoppt, Alternativen und Antrag URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-455b-barrierereduzierung-foerderung-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 **Keine neuen Anträge mehr:** Die Mittel für den KfW-Zuschuss 455-B sind für 2026 ausgeschöpft. Seit dem 31. Juli 2026 nimmt die KfW keine Anträge mehr an, bereits gestellte Anträge und Zusagen bleiben gültig. Weiter möglich sind der zinsverbilligte KfW-Kredit 159 und, bei anerkanntem Pflegegrad, der Zuschuss der Pflegekasse von bis zu 4.180 Euro je Maßnahme nach § 40 Abs. 4 SGB XI. Viele Bundesländer haben zusätzlich eigene Programme. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* Das Programm 455-B war am 8. April 2026 wieder gestartet und nach knapp vier Monaten ausgebucht. Wer Barrieren in der eigenen Wohnung abbauen will, ob bodengleiche Dusche, Treppenlift oder Aufzug, plant 2026 ohne diesen Zuschuss. Falls der Bund 2027 neue Mittel bereitstellt, will die KfW die Antragstellung wieder öffnen. ## Was die KfW 455-B Förderung bot **Das Programm 455-B war ein direkter Investitionszuschuss der KfW für Maßnahmen zur Barrierereduzierung, beantragt im KfW-Zuschussportal ohne Bank. Seit dem 31. Juli 2026 ist es für neue Anträge geschlossen.** Für Zusagen, die vor dem Stopp erteilt wurden oder noch erteilt werden, gelten diese Sätze weiter: | Förderweg | Zuschuss | Förderfähige Kosten (max.) | Maximaler Zuschuss | |---|---|---|---| | Einzelmaßnahme | 10 % | 25.000 € | 2.500 € | | Standard „Altersgerechtes Haus“ | 12,5 % | 50.000 € | 6.250 € | *Quelle: KfW-Meldung vom 07.04.2026 und Merkblatt 455-B, Stand 04/2026.* Der Unterschied: Beim Standard „Altersgerechtes Haus“ musst du mehrere Bereiche umbauen und einen definierten Gesamtstandard erreichen, bestätigt durch einen Sachverständigen. Dafür gibt es den höheren Satz. Für einzelne Maßnahmen wie eine neue Dusche oder einen Treppenlift reicht der Nachweis über die Rechnungen. Ein Antrag war ab 2.000 Euro förderfähiger Investition möglich. ## Welche Maßnahmen förderte die KfW 455-B? **Gefördert wurden bauliche Maßnahmen, die Barrieren in Wohnräumen, Bädern und Zugangsbereichen dauerhaft abbauen, von der bodengleichen Dusche bis zum Aufzug. Den Abbau von Barrieren fördert die KfW weiterhin mit dem Kredit 159.** Förderbereiche laut Merkblatt, mit typischen Beispielen: **Bad und Sanitärräume:** - Bodengleiche Dusche - Haltegriffe und Stützklappgriffe - Unterfahrbare Waschtische **Raumaufteilung und Schwellenabbau:** - Türverbreiterung - Beseitigung von Schwellen - Umbauten für mehr Bewegungsfläche **Überwindung von Treppen und Stufen:** - Treppenlifte - Plattformlifte und Aufzüge **Orientierung, Kommunikation und Unterstützung im Alltag:** - Türöffnungsautomatik - Fest installierte Assistenzsysteme Für alle Maßnahmen gelten technische Mindestanforderungen aus der Anlage zum Merkblatt. Nicht gefördert werden Einrichtungsgegenstände und Unterhaltungselektronik wie Smartphones oder Tablets. Neue Fenster laufen nur über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). ## Was kosten barrierefreie Umbauten? **Die Kosten reichen von einer kleinen Einzelmaßnahme bis zu einem vollständigen Umbau mit Aufzug. Wie viel dein Vorhaben kostet, hängt vor allem von der Bausubstanz ab. Verlässlich sind nur Angebote von Fachbetrieben für dein Haus.** Die größten Kostentreiber in der Praxis: **Bausubstanz**: In älteren Gebäuden sind Türen oft schmal. Eine Verbreiterung kann Eingriffe ins Mauerwerk erfordern, bei tragenden Wänden auch einen Statiker. **Bad-Umbau im Bestand**: Eine bodengleiche Dusche braucht ein Gefälle zum Ablauf. In Altbauten mit wenig Aufbauhöhe im Boden ist das bautechnisch anspruchsvoll, Stemm- und Trocknungszeiten erhöhen die Kosten. **Aufzüge**: Ein Anbauaufzug an der Fassade ist in der Regel genehmigungspflichtig. Plane Zeit für die Baubehörde ein. Einen ersten Überblick über die Gesamtkosten deines Umbauvorhabens bekommst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). Hol für die konkreten Maßnahmen mehrere Angebote ein. ## Wer durfte den Antrag stellen? **Das Programm 455-B richtete sich nicht nur an Eigentümer: Auch Mieter konnten den Zuschuss für ihr Mietobjekt beantragen. Bei einer Neuauflage dürfte das wieder so sein, verbindlich ist aber erst das neue Merkblatt.** Antragsberechtigt waren laut Merkblatt 455-B (Stand 04/2026): - **Privatpersonen**: Eigentümer und Mieter; für Mieter empfiehlt die KfW eine Modernisierungsvereinbarung mit dem Vermieter - **Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG)**: für Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum, mit Beschluss der Eigentümerversammlung - **Vermieter**: mit De-minimis-Erklärung; der Zuschuss ist bei einer Mieterhöhung nach Modernisierung anzurechnen Harte Bedingung: **Der Antrag musste vor Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen gestellt werden.** Planung, Beratung und Angebote einholen waren erlaubt, die Beauftragung des Handwerkers ohne Vorbehalt nicht. ## Schritt für Schritt: Was jetzt noch geht **Wer eine Zusage hat, weist die Umsetzung innerhalb von 36 Monaten nach. Wer keine hat, nutzt den KfW-Kredit 159, die Pflegekasse oder ein Landesprogramm.** Mit bestehender Zusage: 1. **Identität nachweisen**: im KfW-Zuschussportal, per SCHUFA-Identitäts-Check, Video-Ident oder Postident. 2. **Fachunternehmen beauftragen**: Eigenleistung ist nicht förderfähig. 3. **Maßnahme umsetzen und dokumentieren**: Rechnungen und Nachweise sichern. 4. **Auszahlung beantragen**: Rechnungen im Zuschussportal hochladen, beim Standard „Altersgerechtes Haus“ mit Bestätigung des Sachverständigen. 5. **Auszahlung**: Der Zuschuss kommt in der Regel zum Ende des Monats nach der Prüfung. Ohne Zusage: 1. **Vorhaben konkretisieren** und Angebote einholen, aber noch nichts ohne Vorbehalt beauftragen. 2. **Pflegekasse**: Bei anerkanntem Pflegegrad den Zuschuss nach § 40 SGB XI beantragen. 3. **KfW 159**: Kredit über die Bank beantragen, vor Baubeginn. 4. **Landesförderbank**: nach ergänzenden Programmen fragen. ## KfW 455-B und andere Fördermittel **Für dieselbe Maßnahme schließt das Merkblatt 455-B den KfW-Kredit 159, die BEG und die Steuerermäßigung nach § 35a und § 35c EStG aus. Die Pflegekasse ist nur für einen anderen Teil des Umbaus kombinierbar.** | Förderung | Typ | Betrag | Neben einer 455-B-Zusage | |---|---|---|---| | KfW 455-B | Zuschuss | bis 6.250 € | gestoppt seit 31.07.2026 | | KfW 159 (Kredit) | Darlehen | bis 50.000 € je Wohneinheit | nicht für dieselbe Maßnahme | | Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI) | Zuschuss | bis 4.180 € je Maßnahme | nur für einen anderen Teil, eigene Rechnung | | Landesprogramme (z. B. NRW.BANK) | Zuschuss/Kredit | je nach Land | Bedingungen beim Land erfragen | *Quellen: Merkblatt 455-B (Stand 04/2026), KfW-Produktseite 159, § 40 SGB XI.* Die **Pflegekasse** zahlt bis zu 4.180 Euro je Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wenn ein anerkannter Pflegegrad (1 bis 5) vorliegt. Seit dem 455-B-Stopp ist sie für viele der wichtigste Zuschuss. In Nordrhein-Westfalen bietet die NRW.BANK eigene Programme für das Wohnen. Regionale Baukosten findest du auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Für größere Vorhaben, etwa einen Aufzugsanbau, kann der Kredit KfW 159 die Finanzierung tragen. Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 kostet er je nach Laufzeit und Zinsbindung 3,39 bis 4,24 Prozent effektiv. Wohnungsbaukredite der Banken kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent (5 bis 10 Jahre Zinsbindung). Der Vorteil des KfW 159 ist also je nach Variante klein. Lass dir beide Angebote rechnen. ## Lohnt sich barrierefreier Umbau auch ohne Zuschuss? **Oft ja, wenn du lange in der Wohnung bleiben willst. Ein barrierefreies Bad und ein stufenloser Zugang machen den Alltag sicherer und können einen Umzug hinauszögern. Ob sich der Umbau beim Verkauf oder der Vermietung auszahlt, hängt vom Markt vor Ort ab.** Was für den Umbau spricht: - **Komfort für alle**: Eine bodengleiche Dusche oder breite Türen sind nicht nur für ältere Menschen praktisch, auch Familien mit Kinderwagen profitieren. - **Sicherheit**: Haltegriffe, rutschhemmende Böden und gute Beleuchtung senken das Sturzrisiko im Bad und auf Treppen. - **Planbarkeit**: Wer frühzeitig umbaut, kann Maßnahmen bündeln und muss nicht unter Zeitdruck entscheiden. Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit älterem Bestand lohnt es sich, Barrierefreiheit gleich mitzudenken, wenn ohnehin Bad oder Eingang saniert werden. Wer das Geld nicht sofort hat, kann den KfW-Kredit 159 nutzen. Einen Überblick über alle Förderprogramme für Modernisierung und Sanierung findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: KfW 455-B Barrierefreiheit 2026 **Was förderte die KfW 455-B konkret?** Bauliche Maßnahmen zur Barrierereduzierung in bestehenden Wohngebäuden, etwa bodengleiche Duschen, Türverbreiterungen, Treppenlifte, Aufzüge, Schwellenabbau und Assistenzsysteme. Alle Maßnahmen mussten von Fachunternehmen ausgeführt werden und die technischen Mindestanforderungen der KfW erfüllen. Seit dem 31. Juli 2026 sind keine neuen Anträge möglich. **Wie hoch war der KfW 455-B Zuschuss?** Für Einzelmaßnahmen 10 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 2.500 Euro je Wohneinheit. Für den Standard „Altersgerechtes Haus“ 12,5 Prozent, höchstens 6.250 Euro. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. **Konnten auch Mieter den KfW 455-B Antrag stellen?** Ja, für Vorhaben an ihrem Mietobjekt. Die KfW empfiehlt dafür eine Modernisierungsvereinbarung mit dem Vermieter. Auch der KfW-Kredit 159 steht Mietern offen. **Muss der Antrag vor Baubeginn gestellt werden?** Ja. Bei 455-B wie beim Kredit 159 muss der Antrag vor dem Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen gestellt werden. Planungsgespräche und Angebote sind vorher erlaubt. **Wie viel Budget hatte das Programm 455-B 2026?** Die genaue Summe nennt die KfW nicht. Sie meldet nur, dass die vom Bundesbauministerium für 2026 bereitgestellten Mittel am 31. Juli 2026 vollständig mit Anträgen belegt waren. **Lässt sich eine 455-B-Zusage mit der Pflegekasse kombinieren?** Nur für unterschiedliche Teile des Umbaus. Laut Merkblatt 455-B ist ein Zuschuss der Pflegeversicherung für denselben Teil einer Umbaumaßnahme ausgeschlossen. Für einen anderen Teil mit eigener Rechnung ist er möglich. Quellen: - KfW: Barrierereduzierung, Investitionszuschuss (455-B): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-Investitionszuschuss-(455)/ - KfW-Meldung 31.07.2026: Antragstopp Barrierereduzierung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html - KfW-Meldung 07.04.2026: Wiederaufnahme der Zuschussförderung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_889024.html - KfW-Merkblatt 455-B, Stand 04/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%c3%b6rderprogramme-(Inlandsf%c3%b6rderung)/PDF-Dokumente/6000004452_M_455_B.PDF - KfW: Altersgerecht Umbauen, Kredit (159): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - § 40 SGB XI (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Carport bauen 2026: Was kostet ein Einzel- oder Doppelcarport wirklich? URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/carport-kosten-2026-holz-alu-stahl-baugenehmigung Zuletzt aktualisiert: 2026-09-24 Wer im Frühjahr 2026 einen Carport plant, trifft auf ein breites Preisspektrum: von 300 Euro für einen einfachen Holzbausatz bis zu 15.000 Euro für einen massiven Doppelcarport aus Stahl. Was wirklich dahinter steckt, welche Nebenkosten du nicht vergessen darfst und was die Bundesländer beim Thema Baugenehmigung unterscheidet, das zeigt dieser Ratgeber. ## Was kostet ein Carport 2026? Die wichtigsten Preise auf einen Blick **Ein Einzelcarport inklusive Fundament und Montage kostet 2026 zwischen 1.800 und 7.000 Euro, ein Doppelcarport zwischen 3.500 und 12.000 Euro, abhängig von Material, Region und Dachform.** Die folgende Tabelle zeigt die realistischen Gesamtkosten für den häufigsten Fall: Kauf eines Fertigbausatzes plus Profi-Montage plus einfaches Streifenfundament. | Typ | Material | Bausatz | Montage | Fundament | Gesamt ca. | |---|---|---|---|---|---| | Einzelcarport | Holz | 500 bis 3.000 € | 700 bis 900 € | 500 bis 1.200 € | **1.800 bis 5.500 €** | | Einzelcarport | Aluminium | 1.200 bis 4.500 € | 700 bis 900 € | 500 bis 1.200 € | **2.700 bis 6.800 €** | | Einzelcarport | Stahl | 2.500 bis 5.000 € | 700 bis 900 € | 600 bis 1.500 € | **4.000 bis 7.500 €** | | Doppelcarport | Holz | 1.300 bis 5.500 € | 800 bis 1.200 € | 800 bis 1.800 € | **3.500 bis 9.000 €** | | Doppelcarport | Aluminium | 3.500 bis 8.000 € | 800 bis 1.200 € | 800 bis 1.800 € | **5.500 bis 11.500 €** | | Doppelcarport | Stahl | 5.000 bis 10.000 € | 800 bis 1.200 € | 800 bis 1.800 € | **7.000 bis 13.500 €** | *Quellen: Aroundhome, Handwerk.cloud, Anyhelpnow: Stand: Mai 2026* Achtung: Die Preise variieren regional deutlich. In München oder Hamburg liegen sie 20 bis 30 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Wer im ländlichen Sachsen oder Thüringen baut, kann mit dem unteren Bereich kalkulieren. Die genauen Gesamtkosten für dein Bauvorhaben, inklusive Carport, Garage oder Anbau, berechnest du am besten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Holz, Aluminium oder Stahl: Welches Material passt zu dir? **Holz ist das günstigste Einstiegsmaterial und passt optisch zu fast jedem Haus, muss aber regelmäßig gestrichen werden. Aluminium ist pflegeleichter und langlebiger, kostet aber rund 50 Prozent mehr. Stahl ist am stabilsten, aber auch am teuersten, und kaum flexibel bei der Gestaltung.** Hier die wichtigsten Unterschiede im Überblick: **Holz-Carport, wählen, wenn:** - Budget begrenzt ist und Optik warm-natürlich sein soll - Du bereit bist, den Carport alle 3 bis 5 Jahre zu streichen oder zu lasieren - Leichter Eigenausbau oder spätere Erweiterung geplant ist - Passend zum klassischen [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) oder Landhaus **Aluminium-Carport, wählen, wenn:** - Wartungsarmut wichtiger ist als der niedrigste Kaufpreis - Moderne, schlanke Optik gewünscht ist - Langfristig kein Anstrich oder Holzschutz eingeplant werden soll - Das Budget 3.500 bis 7.000 Euro nicht übersteigen soll **Stahl-Carport, wählen, wenn:** - Maximale Stabilität gefragt ist (z. B. Schneelasten in Süddeutschland) - Großer Doppelcarport mit breitem Spannweiten benötigt wird - Industrielle Optik zur Architektur des Hauses passt - Kein Problem mit Rostschutz und gelegentlichem Neuanstrich Für die meisten privaten Bauherren mit einem Einfamilienhaus ist der **Holz-Carport** das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, vorausgesetzt, du pflegst ihn regelmäßig. Wer sich den Aufwand sparen möchte, ist mit Aluminium langfristig besser bedient. ## Nebenkosten: Diese Posten vergessen viele beim Carport **Zum reinen Bausatz kommen in der Regel noch Fundament, Montage, Entwässerung und in manchen Bundesländern die Baugenehmigung hinzu, das macht schnell 1.500 bis 3.500 Euro zusätzlich.** Die häufigsten Nebenkosten im Detail: | Nebenkosten-Position | Kosten ca. | |---|---| | Fundament / Streifenfundament | 500 bis 2.500 € | | Bodenbelag (Pflaster, Schotter, Beton) | 80 bis 250 €/m² | | Montage durch Fachbetrieb | 700 bis 1.200 € | | Baugenehmigung (falls nötig) | 50 bis 500 € | | Statiker / Architekt (falls nötig) | 200 bis 600 € | | Entwässerung / Rigole | 200 bis 400 € | | Gartenwiederherstellung nach Erdarbeiten | 150 bis 300 € | **Fundament:** Das ist der größte Posten nach dem Bausatz selbst. Ein einfaches Streifenfundament aus Beton kostet 500 bis 1.200 Euro, eine komplette Bodenplatte 1.000 bis 2.500 Euro. Wer spart, riskiert Setzungsrisse und im Winter gefrierschäden an den Stützen. **Bodenbelag:** Viele vergessen, dass unter dem Carport der Boden befestigt werden muss. Wassergebundene Decke (Schotter) kostet 20 bis 40 Euro pro Quadratmeter, Pflaster 80 bis 150 Euro/m², Betonoberfläche bis 250 Euro/m². Mehr zu den typischen Baunebenkosten beim Hausbau findest du im Ratgeber [Baunebenkosten](https://baukostenplan.de/ratgeber/baunebenkosten). ## Baugenehmigung Carport: Was gilt in deinem Bundesland? **Ob dein Carport eine Baugenehmigung braucht, hängt fast ausschließlich vom Bundesland ab, die Grenzen für verfahrensfreies Bauen liegen je nach Land bei 30 oder 50 Quadratmetern Grundfläche.** Ein Carport ohne nötige Genehmigung zu bauen, kann teuer werden: Bußgelder zwischen 500 und 50.000 Euro sind möglich, und im schlimmsten Fall ordnet die Behörde den Abriss an, auf deine Kosten. | Bundesland | Genehmigungsfreie Größe | Besonderheit | |---|---|---| | Bayern | bis 50 m² | Vollständig verfahrensfrei, keine Bauanzeige | | Baden-Württemberg | bis 50 m² | Gilt seit 28.06.2025 (vorher 30 m²) | | Hessen | bis 50 m² | Kein Bauantrag, keine Anzeige | | Thüringen | bis 50 m² | Verfahrensfrei im Innenbereich | | Sachsen | bis 50 m² | Abstandsflächen beachten | | NRW | bis 30 m² | Bauanzeige trotzdem erforderlich | | Hamburg | bis 30 m² | Innerhalb bestehender Bebauung | | Niedersachsen | bis 30 m² | Bebauungsplan gilt vorrangig | | Mecklenburg-Vorpommern | bis 30 m² | Wandhöhe max. 3 m | | Saarland | bis 36 m² | Gilt für Nebengebäude allgemein | *Quelle: Planeco Building, Bundesland-Bauordnungen: Stand: Mai 2026* **Wichtig:** Verfahrensfrei bedeutet nicht regellos. Der Bebauungsplan gilt immer, Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze sind einzuhalten (in der Regel 3 m), und Brandschutzvorschriften bleiben unberührt. Im Zweifelsfall kurze Anfrage beim lokalen Bauamt, die Auskunft ist kostenlos. Besonders in NRW, wo viele Neubauprojekte entstehen, ist die Bauanzeige-Pflicht zu beachten. Mehr zu regionalen Baukosten und Regelungen auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Carport selbst bauen oder bauen lassen? **Wer handwerklich geschickt ist, kann einen Holzbausatz selbst aufstellen und dabei 700 bis 1.200 Euro Montagekosten sparen, das setzt aber Erfahrung mit Fundament, Statik und Zimmermannsarbeiten voraus.** Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: **Für Eigenleistung spricht:** - Bausatz aus dem Baumarkt oder Onlinehandel ab 500 Euro verfügbar - Einsparung von 700 bis 1.500 Euro Montagelohn - Zeitaufwand bei Einzelcarport realistisch: 1 bis 2 Wochenenden (mit Helfer) - Kein Gewerk, das bei Mängeln haftet, aber auch keine Gewährleistung Dritter **Für professionelle Montage spricht:** - Statik und Fundament werden fachgerecht ausgeführt - Gewährleistung 2 Jahre (BGB) auf die Werkleistung - Bei Baugenehmigung: Fachbetrieb erstellt Unterlagen mit - Versicherungsrechtlich bei Schäden (Sturm, Schneebruch) abgesicherter Empfehlung: Wer einen einfachen Holz-Einzelcarport aus dem Baumarkt plant und ein gutes Fundament setzen kann, spart durch Eigenleistung spürbar. Bei Doppelcarports, Flachdach mit größerer Spannweite oder Stahlkonstruktionen ist professionelle Montage unbedingt zu empfehlen. ## Carport mit Photovoltaik oder Geräteraum: Preise für Extras **Wer den Carport als Basis für eine PV-Anlage oder einen Geräteraum plant, verdoppelt oder verdreifacht das Budget, dafür entstehen aber auch echte Mehrwerte, die sich langfristig rechnen.** Beliebteste Erweiterungen und ihre Kosten: - **Geräteraum / Seitenwand:** 800 bis 2.500 Euro je nach Material und Größe - **Solar-Carport (PV auf dem Carportdach):** 3.000 bis 8.000 Euro für 4 bis 6 kWp inkl. Montage und Wechselrichter - **Wallbox für E-Auto:** 800 bis 2.500 Euro (das KfW-Programm 442 ist geschlossen, Stand KfW, geprüft 24.09.2026) - **LED-Beleuchtung:** 200 bis 800 Euro - **Regenrinne + Ableitung:** 150 bis 400 Euro Besonders die Kombination Carport + Solar-Anlage + Wallbox ist 2026 gefragt: Wer sein E-Auto mit eigenem Solarstrom lädt, senkt die Betriebskosten dauerhaft. Bei einer 6-kWp-Anlage auf dem Carportdach amortisiert sich die Zusatzinvestition bei aktuellem Strompreis (30 Cent/kWh) in 8 bis 12 Jahren. Alles zur Finanzierung von Carport und Außenanlagen im Überblick: [Baugenehmigung Ratgeber](https://baukostenplan.de/ratgeber/baugenehmigung). ## FAQ: Carport Kosten 2026 **Was kostet ein einfacher Einzelcarport aus Holz inklusive Montage?** Ein Holz-Einzelcarport inkl. Bausatz, Fundament und Profi-Montage kostet 2026 zwischen 1.800 und 5.500 Euro. Der Bausatz allein liegt ab 500 Euro, ein ordentliches Streifenfundament schlägt mit 500 bis 1.200 Euro zu Buche, die Montage mit 700 bis 900 Euro. Wer selbst montiert und ein einfaches Fundament setzt, kommt mit 1.000 bis 2.500 Euro hin. **Wann brauche ich für meinen Carport eine Baugenehmigung?** Das kommt auf das Bundesland an. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Sachsen erlauben Carports bis 50 m² ohne Genehmigung. NRW, Hamburg und Niedersachsen setzen die Grenze bei 30 m². In NRW ist trotzdem eine Bauanzeige nötig. Immer gilt: Bebauungsplan prüfen, Abstandsflächen zur Nachbargrenze einhalten (oft 3 m) und im Zweifel beim Bauamt nachfragen. **Ist ein Doppelcarport teurer als eine Garage?** Ein Doppelcarport liegt mit 3.500 bis 12.000 Euro deutlich unter den Kosten einer gemauerten Doppelgarage (20.000 bis 45.000 Euro). Wer keine Verschließbarkeit braucht und kein Lager oder Werkstatt plant, fährt mit dem Carport wirtschaftlich erheblich günstiger. Nachteil: kein Einbruchschutz, kein Witterungsschutz bei seitlichem Wind. **Kann ich meinen Carport steuerlich absetzen?** Privatpersonen können die Carport-Baukosten in der Regel nicht direkt absetzen. Wer Handwerkerleistungen beauftragt, kann jedoch 20 Prozent der Lohnkosten (nicht Materialkosten) bis 1.200 Euro jährlich als Steuerermäßigung nach § 35a EStG geltend machen. Voraussetzung: Banküberweisung, keine Barzahlung, Rechnungsnachweis. **Wie lange hält ein Holzcarport?** Gut gepflegter Holzcarport aus druckimprägniertem Holz (Kiefer, Lärche oder Douglasie) hält 20 bis 40 Jahre. Voraussetzung ist eine regelmäßige Behandlung mit Holzschutzlasur alle 3 bis 5 Jahre und ein ausreichender Dachüberstand, der das Holz vor stehendem Wasser schützt. Aluminium und Stahl erreichen ohne Pflege vergleichbare Lebensdauern. **Lohnt sich ein Solar-Carport 2026?** Ja, wenn ohnehin eine PV-Anlage geplant ist. Die Mehrkosten für ein statisch ausreichend dimensioniertes Carportdach mit PV-Modulen liegen bei 3.000 bis 8.000 Euro für 4 bis 6 kWp. Kombiniert mit einer Wallbox sinken die Ladekosten fürs E-Auto erheblich. KfW-Förderung über Programm 270 (Erneuerbare Energien) ist für Solar-Carports auf Wohngebäuden grundsätzlich möglich. Quellen: - Aroundhome: Carport Preise & Kosten 2026: https://www.aroundhome.de/carport/preise-kosten/ - Handwerk.cloud: Carport aufbauen – Kosten für Holz, Alu & Genehmigung 2026: https://www.handwerk.cloud/wissen/allgemein/carport-aufbauen-kosten - Planeco Building: Carport Baugenehmigung alle Bundesländer: https://www.planecobuilding.de/anbau/carport-baugenehmigung - Anyhelpnow: Carport bauen lassen Kosten 2026: https://anyhelpnow.com/blog/carport-bauen-lassen-kosten --- # Wärmepumpe im Neubau 2026: Kosten, Typen und KfW-Förderung im Vergleich URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-neubau-2026-kosten-foerderung-typen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wenn du 2026 baust und den KfW-Kredit für ein Effizienzhaus 55 oder 40 willst, führt selten ein Weg an der Wärmepumpe vorbei. Das Programm 297/298 schließt Öl- und Gasheizungen aus, beim Effizienzhaus 40 auch Biomasse. Welcher Wärmepumpentyp zu deinem Grundstück passt, wovon die Kosten abhängen und wie die Förderung funktioniert, zeigt dieser Artikel. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Warum die Wärmepumpe im Neubau 2026 faktisch gesetzt ist **Der KfW-Kredit für den Klimafreundlichen Neubau (297/298) ist mit Öl- oder Gasheizung nicht zu haben. Beim EH55 ist Biomasse noch erlaubt, beim EH40 nicht. Ohne Fernwärme bleibt deshalb meist die Wärmepumpe.** Eine gesetzliche Pflicht zur Wärmepumpe gibt es nicht. Die frühere Vorgabe, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, hat das Gebäudemodernisierungsgesetz gestrichen. Es ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft (BGBl. 2026 I Nr. 226). Das Gesetz zieht aber an anderer Stelle an: Ab dem 1. Januar 2030 müssen alle neu zu errichtenden Gebäude Nullemissionsgebäude sein, am Standort dürfen dann keine Kohlendioxidemissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Für die Förderung zählt das Programm: Beim EH55 sind Wärmepumpe, Fernwärme oder Biomasse möglich, beim EH40 Wärmepumpe oder Fernwärme. Wer weder Fernwärmenetz noch Lust auf Pellets hat, landet bei der Wärmepumpe. ## Welche Wärmepumpen-Typen gibt es, und wovon hängen die Kosten ab? **Für Neubauten kommen Luft-Wasser-, Sole-Wasser- (Erdwärme) und Wasser-Wasser-Wärmepumpen infrage. Sie unterscheiden sich vor allem beim Erschließungsaufwand. Belastbare Preise liefern nur Angebote für dein Haus.** | Typ | Erschließung | Genehmigung | Besonderheit | |---|---|---|---| | Luft-Wasser | keine | in der Regel keine, Schallschutz beachten | einfachste Montage, Effizienz sinkt bei Frost | | Sole-Wasser mit Flächenkollektor | Erdarbeiten auf großer Fläche | je nach Bundesland | Fläche später nur eingeschränkt nutzbar | | Sole-Wasser mit Tiefenbohrung | Bohrung | Anzeige oder Erlaubnis bei der Wasserbehörde | wenig Platzbedarf, gleichmäßige Quelltemperatur | | Wasser-Wasser | Förder- und Schluckbrunnen | wasserrechtliche Erlaubnis | nur bei geeignetem Grundwasser | Den größten Unterschied im Preis macht die Wärmequelle: Bei Luft-Wasser fällt keine Erschließung an, bei Erdwärme und Grundwasser kommen Bohrung, Brunnen oder Kollektorfläche dazu. Hinzu kommen Speicher, Flächenheizung und hydraulischer Abgleich. Die Baupreise steigen weiter: Neubauten konventionell gefertigter Wohngebäude waren laut Statistischem Bundesamt im Mai 2026 um 5,0 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Für den typischen Neubau ist die **Luft-Wasser-Wärmepumpe** die häufigste Wahl: keine Bohrung, kein Genehmigungsverfahren für die Quelle. Wer ein großes Grundstück oder geeigneten Untergrund hat und die Betriebskosten weiter drücken will, sollte Erdwärme mit durchrechnen lassen. ## KfW-Förderung für die Wärmepumpe im Neubau: Was wirklich geht **Im Neubau gibt es keinen Wärmepumpen-Zuschuss. KfW 458 gilt nur für bestehende Wohngebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Im Neubau läuft alles über den Kredit 297/298, der das ganze Effizienzhaus fördert.** Das ist ein häufiges Missverständnis: Wer nach Wärmepumpen-Zuschuss sucht, findet KfW 458. Dieses Programm ist aber für die Sanierung gedacht. | Förderstufe | Max. Kredit je Wohneinheit | Effektivzins 10/2/10 | Effektivzins 25/3/10 | Heizung | Frist | |---|---|---|---|---|---| | Effizienzhaus 55 (befristet) | 100.000 € | 1,00 % | 2,05 % | kein Öl, kein Gas, Biomasse erlaubt | Antragseingang bis 31.12.2026 | | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | 100.000 € | 1,96 % | 2,85 % | kein Öl, Gas, keine Biomasse | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | | EH40 mit QNG-Siegel | 150.000 € | 1,96 % | 2,85 % | kein Öl, Gas, keine Biomasse | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 (abgerufen 07.10.2026) und KfW-Konditionenübersicht vom 06.10.2026. Laufzeit / tilgungsfreie Jahre / Zinsbindung in Jahren.* Die EH55-Stufe sollte ursprünglich am 30. Juni 2026 enden. Die KfW hat sie am 19. Juni 2026 bis spätestens 31. Dezember 2026 verlängert, maßgeblich ist der Antragseingang. Sind die 800 Millionen Euro Bundesmittel vorher vergeben, ist früher Schluss. Eine gültige Baugenehmigung muss beim Antrag vorliegen. **297 oder 298?** Die Nummer hängt nicht vom Standard ab: 297 gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, 298 für alle anderen Antragsteller. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht. Zur Einordnung: Wohnungsbaukredite mit mehr als 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Grob gerechnet zahlst du mit 100.000 Euro EH55-Kredit im ersten Jahr rund 2.800 Euro weniger Zinsen als zum Marktschnitt, beim EH40-Kredit rund 1.850 Euro. **Kombination mit KfW 458:** Für den Neubau selbst bleibt nur 297/298. Hast du zusätzlich ein bestehendes Haus, gelten für dessen Heizung die Regeln von KfW 458 gesondert. Die Gesamtkosten deines Vorhabens mit Heizung, Dämmung und Grundstück berechnest du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Luft, Erdwärme oder Grundwasser: was passt zu welchem Haus? **Die Wahl hängt weniger vom Geschmack ab als von den Verhältnissen vor Ort: Grundstücksgröße, Untergrund, Grundwasser und was die Behörde zulässt.** **Luft-Wasser-Wärmepumpe wählen, wenn:** - das Grundstück klein ist oder keine Fläche für Kollektoren bleibt - das Budget für Erschließung begrenzt ist - du ohne wasserrechtliches Verfahren bauen willst - das Haus sehr gut gedämmt ist und eine Flächenheizung hat **Erdwärme mit Flächenkollektor wählen, wenn:** - genug freie, unbebaute Gartenfläche vorhanden ist - du keine Tiefenbohrung willst **Erdwärme mit Tiefenbohrung wählen, wenn:** - für einen Flächenkollektor kein Platz ist - die Wasserbehörde Bohrungen an deinem Standort zulässt - du gleichmäßige Effizienz willst und das Budget dafür hast **Wasser-Wasser wählen, wenn:** - ein Gutachten geeignetes Grundwasser in erreichbarer Tiefe bestätigt - die wasserrechtliche Erlaubnis absehbar ist Bei Luft-Wasser-Geräten gehört der Schallschutz in die Planung: Maßstab sind die Immissionsrichtwerte der TA Lärm an der Grundstücksgrenze. Regionale Besonderheiten bei den Baukosten zeigt zum Beispiel die Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Neubau? **Der Stromverbrauch ist der Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ). Beide Werte hängen von deinem Haus und deinem Gerät ab, deshalb hier die Rechenlogik statt pauschaler Tabellen.** Die JAZ gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Pumpe pro Kilowattstunde Strom liefert. Sie ist umso höher, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Darum passt die Wärmepumpe so gut zum Neubau mit Fußbodenheizung. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: 8.000 kWh Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser, JAZ 4, Arbeitspreis 30 Cent. Grob gerechnet sind das 2.000 kWh Strom und rund 600 Euro im Jahr, plus Grundpreis und Wartung. Den Wärmebedarf liefert dir die Energiebedarfsberechnung, die JAZ lässt du dir für das konkrete Gerät berechnen. Photovoltaik senkt den Strombezug, vor allem in der Übergangszeit. Für Anlagen bis 10 kW, die zwischen 1. August und 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, beträgt die Einspeisevergütung laut Bundesnetzagentur 7,70 Cent je kWh bei Teileinspeisung. Eigenverbrauch lohnt sich deshalb meist mehr als Einspeisen. Für neue Wohngebäude wird eine Solaranlage ab dem 1. Januar 2030 ohnehin Pflicht. ## Planung und Förderstrategie für Bauherren 2026 **Wer eine Baugenehmigung hat und den EH55-Kredit will, sollte den Antrag nicht bis Dezember aufschieben. Wer EH40 baut, hat keine feste Frist, aber ebenfalls keinen Rechtsanspruch auf Förderung.** Die richtige Reihenfolge: 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Er plant den Effizienzhaus-Standard mit und erstellt die Bestätigung zum Antrag. 2. **Typ und Größe festlegen**: Luft oder Erde entscheidet das Grundstück. Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 bestimmt die nötige Leistung. 3. **Angebote einholen**: mehrere Heizungsbauer, jeweils mit Wärmepumpe, Speicher, Flächenheizung und hydraulischem Abgleich. 4. **KfW-Antrag über die Bank stellen**: vor Beginn des Vorhabens. Als Beginn zählt in der Regel der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Kaufvertrags. 5. **Photovoltaik mitdenken**: Dachfläche, Zählerkonzept und Steuerung der Wärmepumpe gleich mitplanen. Wie sich die Haustechnik auf die Kosten eines [Einfamilienhauses](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) verteilt, siehst du dort. Einen Überblick über alle Fördermöglichkeiten gibt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: Wärmepumpe Neubau 2026 **Welche Wärmepumpe ist für den Neubau 2026 am besten geeignet?** Für die meisten Neubauten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die naheliegende Wahl: keine Bohrung, kein wasserrechtliches Verfahren, die geringsten Erschließungskosten. Mit Flächenheizung und guter Dämmung arbeitet sie effizient. Erdwärme oder Grundwasser lohnen sich eher bei passendem Grundstück und langer Haltedauer. **Wird die Wärmepumpe im Neubau direkt gefördert?** Nein. KfW 458 gilt nur für bestehende Wohngebäude. Im Neubau läuft die Förderung über den Kredit 297/298 für das ganze Effizienzhaus: bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel beim EH40 bis 150.000 Euro. **Was kostet eine Wärmepumpe im Neubau inklusive Einbau?** Eine amtliche Preisangabe gibt es nicht. Entscheidend sind Typ, Heizlast und Erschließung. Bei Luft-Wasser fallen keine Bohrkosten an, bei Erdwärme und Grundwasser kommen Bohrung, Brunnen oder Kollektor dazu. Vergleiche mehrere Angebote mit gleichem Leistungsumfang. **Kann ich KfW EH55 und Wärmepumpe 2026 noch kombinieren?** Ja. Die EH55-Stufe läuft bis spätestens 31. Dezember 2026 (Antragseingang bei der KfW) oder bis die Bundesmittel vergeben sind. Die Wärmepumpe erfüllt die Heizungsvorgabe, Öl und Gas sind ausgeschlossen. Eine gültige Baugenehmigung muss beim Antrag vorliegen. **Lohnt sich Photovoltaik in Kombination mit der Wärmepumpe?** Meist ja, weil selbst verbrauchter Solarstrom den teuren Netzbezug ersetzt, während die Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kW derzeit bei 7,70 Cent je kWh liegt (Teileinspeisung, Inbetriebnahme 1. August bis 31. Dezember 2026). Wie viel du sparst, hängt von Anlagengröße, Verbrauchsprofil und Steuerung ab. **Welche Jahresarbeitszahl sollte eine Wärmepumpe im Neubau erreichen?** Das hängt von Gerät, Wärmequelle und Vorlauftemperatur ab. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen erreichen meist höhere Werte als Luft-Wasser-Geräte. Lass dir die erwartete JAZ für dein Haus vom Planer berechnen und vergleiche sie zwischen den Angeboten. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW: Pressemitteilung vom 19.06.2026 zur Verlängerung der EH55-Förderung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW: Merkblatt Heizungsförderung 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz vom 23.07.2026 (Gebäudemodernisierungsgesetz): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Destatis: Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026 (PM Nr. 241 vom 10.07.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html - Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html --- # Bauzinsen Mai 2026: 3,8 %: Was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-mai-2026-prognose Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 3,80 Prozent. Das ist der beste Zinssatz, den du im Mai 2026 für eine zehnjährige Baufinanzierung bekommst. Zum Vergleich: Im Februar lag dieser Wert noch gut einen halben Prozentpunkt tiefer. Der Iran-Konflikt hat die Energiepreise und Inflationserwartungen in die Höhe getrieben, und damit die Bauzinsen mit. Wer jetzt baut oder finanziert, muss das verstehen, um klug zu entscheiden. ## Was treibt die Bauzinsen im Mai 2026? **Die Bauzinsen sind seit Februar 2026 um rund 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte gestiegen, ausgelöst durch den Iran-Konflikt, höhere Energiepreise und die Unsicherheit vor der nächsten EZB-Sitzung im Juni.** Drei Faktoren bestimmen das aktuelle Zinsniveau: 1. **EZB-Leitzins bei 2,00 Prozent**: Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins im Mai 2026 zum siebten Mal in Folge unverändert gelassen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet aber damit, dass die EZB 2026 noch zweimal anheben könnte, eine erste Erhöhung im Juni gilt unter Marktbeobachtern als realistisches Szenario. 2. **Iran-Konflikt und Energiepreise**: Die Eskalation im Nahen Osten treibt Energiepreise und Inflationserwartungen. Inflationserwartungen treiben wiederum die Renditen langfristiger Bundesanleihen, die als inoffizieller Leitindex für Hypothekenzinsen dienen. 3. **Volatilität am Anleihenmarkt**: Im April 2026 schwankte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zwischen 2,92 und 3,11 Prozent, ein breiter Korridor, der die aktuelle Unsicherheit am Markt widerspiegelt. Bauzinsen folgen nicht direkt dem EZB-Leitzins, sondern den langfristigen Kapitalmarktrenditen. Wenn Anleger höhere Risiken sehen, fordern sie höhere Prämien, das schlägt direkt auf die Hypothekenzinsen durch. ## Aktuelle Bauzinsen im Überblick (Mai 2026) **Für eine zehnjährige Zinsbindung liegt der beste Zinssatz im Mai 2026 bei rund 3,80 Prozent, bei 15 Jahren Zinsbindung sind es bereits rund 4,12 Prozent.** | Zinsbindung | Topzins | Marktdurchschnitt | |---|---|---| | 5 Jahre | ca. 3,50 % | ca. 3,70 % | | 10 Jahre | 3,80 % | 3,95 % | | 15 Jahre | 4,12 % | 4,25 % | | 20 Jahre | ca. 4,30 % | ca. 4,50 % | | Vergleich: KfW EH55 (Programm 297) | 1,00 % | 1,00 % | *Quellen: Dr. Klein, Baufi24, Interhyp: Stand: Mai 2026. Topzinsen gelten bei guter Bonität und niedrigem Beleihungsauslauf.* Zur Einordnung: Im Frühjahr 2022, bevor die EZB ihren Zinserhöhungszyklus startete, lagen Bauzinsen noch unter 1,5 Prozent. Das aktuelle Niveau ist deutlich höher, historisch gesehen aber weit entfernt vom Hoch von fast 8 Prozent in den späten 1990er-Jahren. ## Prognose: Was passiert mit den Bauzinsen im Sommer 2026? **Die Mehrheit der Marktexperten erwartet für den Sommer 2026 stabile Bauzinsen auf dem aktuellen Niveau, mit dem Risiko eines weiteren Anstiegs, falls die EZB im Juni tatsächlich die Zinsen erhöht.** Zwei Szenarien sind realistisch: **Szenario A: EZB hebt im Juni an**: Wenn die EZB den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht, dürften Bauzinsen kurzfristig auf 4,0 bis 4,3 Prozent steigen. Die psychologisch wichtige 4-Prozent-Marke bei zehnjähriger Bindung wäre dann überschritten. **Szenario B: EZB hält und der Nahost-Konflikt beruhigt sich**: Sinkende Energiepreise würden den Inflationsdruck mildern. Bauzinsen könnten dann leicht auf 3,5 Prozent nachgeben, weniger wahrscheinlich, aber möglich. Für Bauherren bedeutet das: Die Phase günstigerer Zinsen von 2024/2025 ist vorbei. Wer auf deutlich sinkende Zinsen wartet, riskiert monatelange Wartezeiten ohne Garantie. ## Lange oder kurze Zinsbindung, was lohnt sich jetzt? **Bei einem Zinsniveau von rund 3,80 bis 4,0 Prozent spricht viel für eine längere Zinsbindung von 15 bis 20 Jahren, trotz des Aufschlags gegenüber der 10-Jahres-Bindung.** Der Zinsaufschlag für 15 statt 10 Jahre beträgt aktuell rund 0,30 Prozentpunkte. Dafür bist du 15 Jahre lang vor Zinserhöhungen geschützt. Bei einem Darlehen von 300.000 Euro sind das monatlich rund 75 Euro mehr Zinsen, aber du eliminierst das Risiko, 2036 zu einem möglicherweise deutlich höheren Zinssatz verlängern zu müssen. Faustregel: Wenn du damit rechnest, dass die Zinsen in 10 Jahren höher sein könnten als heute, lohnt sich die längere Bindung. Schon ein Anschlussfinanzierungszins von 4,5 Prozent im Jahr 2036 macht die längere Bindung ab heute rentabel. Die genauen monatlichen Raten für dein Vorhaben berechnest du am schnellsten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), dort siehst du auch, wie sich unterschiedliche Zinssätze auf die Gesamtbelastung auswirken. ## Wie viel Eigenkapital brauchst du 2026? **Ohne mindestens 20 Prozent Eigenkapital bekommst du bei den meisten Banken keinen guten Zinssatz, die Differenz zwischen 60 und 90 Prozent Beleihungsauslauf kann mehr als 1 Prozentpunkt betragen.** Banken staffeln ihre Zinssätze nach dem Beleihungsauslauf (Loan-to-Value). Wer 40 Prozent des Kaufpreises selbst aufbringt, bekommt den besten Zinssatz, wer nur 10 Prozent Eigenkapital hat, zahlt einen spürbaren Aufschlag: | Eigenkapitalquote | Beleihungsauslauf | Typischer Zinsaufschlag | |---|---|---| | > 40 % | < 60 % | 0 % (Topzins) | | 30 bis 40 % | 60 bis 70 % | +0,20 % | | 20 bis 30 % | 70 bis 80 % | +0,40 % | | 10 bis 20 % | 80 bis 90 % | +0,70 bis 1,00 % | | < 10 % | > 90 % | +1,00 bis 1,50 % | *Richtwerte, je nach Bank, Bonität und Immobilienwert unterschiedlich* Bei einem Projekt von 400.000 Euro und 20 Prozent Eigenkapital (80.000 Euro) liegt der Beleihungsauslauf bei 80 Prozent. Das kostet gegenüber dem Topzins rund 0,40 Prozentpunkte mehr, bei 320.000 Euro Darlehen über 10 Jahre sind das etwa 12.800 Euro Mehrkosten. Regionale Baukosten, und damit den Eigenkapitalbedarf, findest du für dein Bundesland auf der Seite [Baukosten NRW](https://baukostenplan.de/baukosten/nrw). ## KfW-Förderung als Zinsentlastung nutzen **Die günstigste Möglichkeit, die Finanzierungskosten 2026 zu senken, ist die Kombination aus KfW-Förderdarlehen und Marktdarlehen, beim Effizienzhaus 55 beträgt der Zinsvorteil aktuell fast 3 Prozentpunkte.** Das KfW-Programm 297/298 (Klimafreundlicher Neubau) bietet für das Effizienzhaus 55 noch bis zum 30. Juni 2026 Kredite zu 1,00 Prozent für bis zu 100.000 Euro. Wer also 100.000 Euro aus dem KfW-Topf holt, spart gegenüber dem Marktdarlehen: - Zinsvorteil: 2,80 Prozentpunkte (1,00 % vs. 3,80 %) - Ersparnis über 10 Jahre bei 100.000 Euro: rund 14.000 Euro Zinskosten Für ein typisches [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) mit 300.000 Euro Gesamtfinanzierung lässt sich die monatliche Rate durch den KfW-Anteil um rund 230 bis 250 Euro senken. Nach dem 30. Juni 2026 läuft das EH55-Programm aus, das EH40-Programm mit Zinsen ab 0,60 Prozent läuft weiter, stellt aber höhere technische Anforderungen. Mehr dazu im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was solltest du als Bauherr jetzt konkret tun? **Wer in den nächsten 12 Monaten bauen oder kaufen will, sollte jetzt Angebote einholen, die KfW-Förderung prüfen und sich über eine lange Zinsbindung informieren, nicht auf deutlich günstigere Zinsen warten.** Konkrete Schritte: 1. **Mehrere Angebote einholen**: Zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter können die Zinsen bis zu 0,5 Prozentpunkte auseinanderliegen. Bei 300.000 Euro über 10 Jahre ist das bis zu 15.000 Euro Unterschied. 2. **KfW-Förderdarlehen prüfen**: Falls du im EH55- oder EH40-Standard baust, sicherst du dir mit dem KfW-Kredit einen deutlich günstigeren Zinssatz als am Markt. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden. 3. **Zinsbindung wählen**: Bei aktuellen Unsicherheiten und möglichen Zinserhöhungen im Sommer spricht viel für 15 oder 20 Jahre Zinsbindung. 4. **Sondertilgungsrecht vereinbaren**: Mindestens 5 Prozent Sondertilgung pro Jahr sollte der Vertrag erlauben, so profitierst du, wenn sich deine Finanzsituation verbessert. 5. **Zeitpuffer einplanen**: Banken brauchen 4 bis 8 Wochen für die Darlehenszusage. Mit KfW-Förderung kommt noch Bearbeitungszeit hinzu, plane entsprechend Vorlauf. ## FAQ: Bauzinsen Mai 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im Mai 2026?** Der beste Zinssatz für ein Baudarlehen mit 10 Jahren Zinsbindung liegt im Mai 2026 bei rund 3,80 Prozent. Bei 15 Jahren Zinsbindung sind es rund 4,12 Prozent. Die genauen Konditionen hängen vom Beleihungsauslauf, der Bonität und dem Anbieter ab. **Werden die Bauzinsen 2026 sinken oder steigen?** Die Prognosen sind gespalten: Der IWF rechnet mit zwei EZB-Zinserhöhungen in 2026, was Bauzinsen über 4 Prozent treiben könnte. Beruhigt sich der Nahost-Konflikt, sind leicht sinkende Zinsen möglich. Marktexperten rechnen mehrheitlich mit stabilen Zinsen auf dem aktuellen Niveau bis Ende 2026. **Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Baufinanzierung 2026?** Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt: Zinsvorhersagen sind unsicher. Wer konkrete Baupläne hat und ausreichend Eigenkapital (mindestens 20 %) besitzt, sollte jetzt Angebote vergleichen statt auf deutlich günstigere Zinsen zu spekulieren. **Wie wirkt sich der EZB-Leitzins auf Bauzinsen aus?** Der EZB-Leitzins beeinflusst Bauzinsen nur indirekt. Wichtiger sind die Renditen langfristiger Bundesanleihen (10 Jahre), an denen sich Hypothekenzinsen orientieren. Ein EZB-Zinsanstieg erhöht aber die Inflationserwartungen, und damit tendenziell auch die Anleiherenditen. **Lohnt sich trotz hoher Zinsen der Hausbau 2026?** Für viele Bauherren ja: Mietpreise steigen weiter, KfW-Förderprogramme reduzieren den Zinsaufwand erheblich, und Immobilien schützen langfristig vor Inflation. Entscheidend ist die persönliche Finanzlage, vor allem Eigenkapitalquote und monatliche Tragbarkeit. **Was ist ein Forward-Darlehen und wann macht es Sinn?** Ein Forward-Darlehen sichert heute den Zinssatz für eine Anschlussfinanzierung in der Zukunft, typischerweise 1 bis 5 Jahre im Voraus. Es lohnt sich, wenn du davon ausgehst, dass die Zinsen bis zur Anschlussfinanzierung steigen werden. Der Aufschlag beträgt aktuell rund 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte pro Monat Vorlaufzeit. Quellen: - Dr. Klein: Zinsentwicklung & Prognose 2026: https://www.drklein.de/zinsentwicklung-prognose.html - Baufi24: Bauzinsen aktuell Mai 2026: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ - Haufe: EZB-Entscheid und Iran-Krieg – Ansage zu Bauzinsen: https://www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/immobilienkredit-zinsanstieg-nach-ezb-entscheidung_84342_429476.html - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ --- # KfW 455-B Barrierereduzierung 2026: Mittel ausgeschöpft, Antragstopp seit 31. Juli URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-455-b-barrierereduzierung-foerderung-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Der KfW-Zuschuss 455-B für barrierefreie Umbauten war 2026 nur knapp vier Monate offen. Am 8. April 2026 hat die KfW die Förderung wieder aufgenommen, am 31. Juli 2026 waren die Bundesmittel für das Jahr vollständig mit Anträgen belegt. Seitdem gilt ein Antragstopp. Wer einen Treppenlift, ein altersgerechtes Bad oder den Abbau von Schwellen plant und noch keinen Antrag gestellt hat, braucht jetzt einen anderen Weg: den KfW-Kredit 159, den Zuschuss der Pflegekasse oder Landesprogramme. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist der KfW-Zuschuss 455-B, und wie ist der Stand? **Der KfW-Zuschuss 455-B fördert bauliche Maßnahmen, die Barrieren in bestehenden Wohnungen und Häusern abbauen, mit bis zu 6.250 Euro je Wohneinheit ohne Einkommensgrenze. Seit dem 31. Juli 2026 sind die Mittel für 2026 ausgeschöpft, neue Anträge sind nicht möglich.** Laut KfW werden alle bis zum Stopp eingegangenen Anträge bearbeitet und bei erfüllten Voraussetzungen zugesagt. Bestehende Zusagen behalten ihre Gültigkeit, die Bundesmittel dafür sind reserviert. Sollten 2027 erneut Bundesmittel bereitstehen, will die KfW die Antragstellung wieder öffnen und das auf ihrer Produktseite mitteilen. Der Zuschuss richtete sich nicht nur an Senioren oder Pflegebedürftige: Antragsberechtigt waren Eigentümer und Mieter jeden Alters, solange es um eine bestehende Wohnimmobilie ging. ## Wer konnte den KfW 455-B-Zuschuss beantragen? **Antragsberechtigt waren Privatpersonen als Eigentümer oder Mieter, Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften, ohne Einkommensgrenze und ohne Altersvoraussetzung.** | Voraussetzung | Details | |---|---| | Gebäudetyp | Bestehendes Wohngebäude (kein Neubau) | | Eigentümer | Ein- und Zweifamilienhaus, Eigentumswohnung, vermietete Wohnung | | Mieter | Nur für Vorhaben am eigenen Mietobjekt; die KfW empfiehlt eine Modernisierungsvereinbarung nach § 555f BGB | | WEG | Gemeinschaftlicher Antrag mit Beschluss der Eigentümerversammlung | | Einkommensgrenze | Keine | | Pflegegrad | Nicht erforderlich | *Quelle: KfW-Merkblatt 455-B, Stand 04/2026.* Der Antrag musste **vor** Abschluss von Liefer- oder Leistungsverträgen gestellt werden. Planungs- und Beratungsleistungen zählten nicht als Vorhabenbeginn. Diese Regel ist auch für eine mögliche Neuauflage 2027 wichtig: Wer bis dahin Handwerkerverträge ohne Vorbehalt unterschreibt, kann für dieses Vorhaben später keinen Antrag mehr stellen. ## Wie hoch war der Zuschuss: Berechnung und Rechenbeispiele? **Die KfW übernahm 10 Prozent der förderfähigen Kosten bei Einzelmaßnahmen (höchstens 2.500 Euro) und 12,5 Prozent beim Umbau zum Standard „Altersgerechtes Haus“ (höchstens 6.250 Euro). Ein Antrag war ab 2.000 Euro förderfähiger Investition möglich.** | Maßnahmentyp | Zuschusssatz | Förderfähige Kosten (max.) | Maximaler Zuschuss | |---|---|---|---| | Einzelmaßnahmen Barrierereduzierung | 10 % | 25.000 € | 2.500 € | | Standard „Altersgerechtes Haus“ | 12,5 % | 50.000 € | 6.250 € | *Quelle: KfW-Meldung 07.04.2026, Merkblatt 455-B.* **Rechenbeispiel 1: Einzelmaßnahme Badumbau** Bodengleiche Dusche, Haltegriffe, erhöhtes WC für 18.000 Euro: Zuschuss 10 Prozent = 1.800 Euro (eigene Rechnung). **Rechenbeispiel 2: Umbau zum Standard „Altersgerechtes Haus“** Gesamtkosten 40.000 Euro: Zuschuss 12,5 Prozent = 5.000 Euro (eigene Rechnung). Für den Standard „Altersgerechtes Haus“ war ein Sachverständiger Pflicht, etwa ein Architekt oder Bauingenieur. Er begleitet die Arbeiten und bestätigt nach Fertigstellung die Einhaltung des Standards. Für Zusagen, die noch ausgezahlt werden, gelten diese Regeln weiter. Die Umbaukosten für dein Haus kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) grob abschätzen. ## Welche Maßnahmen wurden gefördert? **Gefördert wurden bauliche Maßnahmen, die Barrieren in Wohnräumen, Bädern und Zugangsbereichen dauerhaft abbauen, von der bodengleichen Dusche über den Treppenlift bis zur breiteren Haustür.** Das Merkblatt nennt diese Förderbereiche, die Beispiele darunter sind typische Vorhaben: **1. Wege zu Gebäuden und Wohnumfeldmaßnahmen** - Rampen, Handläufe, stufenlose Wege **2. Eingangsbereich und Wohnungszugang** - Türverbreiterung, Türautomatik **3. Überwindung von Treppen und Stufen** - Treppenlifte, Aufzüge **4. Raumaufteilung und Schwellenabbau** - Umbauten für mehr Bewegungsfläche, Abbau von Schwellen **5. Badumbau und Sanitärräume** - Bodengleiche Duschen, Haltegriffe, unterfahrbare Waschtische **6. Orientierung, Kommunikation und Unterstützung im Alltag** - Fest installierte Assistenzsysteme, etwa Türöffner oder Notrufsysteme **7. Gemeinschaftsräume und Mehrgenerationenwohnen** **8. Umbau zum Standard „Altersgerechtes Haus“** Für alle Maßnahmen galten technische Mindestanforderungen aus der Anlage zum Merkblatt. Nicht gefördert wurden Einrichtungsgegenstände und Unterhaltungselektronik wie Smartphones oder Tablets. Neue Fenster laufen nur über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) sind Badumbau und Treppenlift die häufigsten Vorhaben dieser Art. ## Pflegekasse und KfW: was zusammen geht **Wer einen anerkannten Pflegegrad hat, bekommt von der Pflegekasse bis zu 4.180 Euro je Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§ 40 Abs. 4 SGB XI). Für denselben Teil eines Umbaus schließt die KfW eine Kombination mit ihrer Förderung aber aus.** Laut Merkblatt 455-B ist ein Zuschuss der Pflegeversicherung zusammen mit der KfW-Förderung nur für **verschiedene Teile** einer Umbaumaßnahme möglich, mit getrennten Rechnungen. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer Wohnung, sind bis zu 4.180 Euro je Person möglich, insgesamt höchstens 16.720 Euro je Maßnahme. | Förderquelle | Voraussetzung | Betrag | Stand | |---|---|---|---| | KfW 455-B Einzelmaßnahme | keine Einkommens- oder Pflegegradgrenze | bis 2.500 € | gestoppt seit 31.07.2026 | | KfW 455-B Altersgerechtes Haus | kein Pflegegrad nötig | bis 6.250 € | gestoppt seit 31.07.2026 | | Pflegekasse § 40 Abs. 4 SGB XI | Pflegegrad 1 bis 5 | bis 4.180 € je Maßnahme | verfügbar | | Pflegekasse, mehrere Pflegebedürftige | Pflegegrad je Person | bis 16.720 € je Maßnahme | verfügbar | Für alle, die jetzt planen, ist die Pflegekasse damit der wichtigste Zuschuss. Den Antrag stellst du bei der Pflegekasse, am besten vor Beginn der Arbeiten. In Bayern kannst du zusätzlich bei der BayernLabo nach Landesförderung fragen. Mehr zu den Kosten im Freistaat auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Schritt für Schritt: Was jetzt noch zu tun ist **Mit Zusage weist du die Umsetzung innerhalb von 36 Monaten im Zuschussportal nach. Ohne Zusage bleibt dir für 2026 nur der Weg über Kredit 159, Pflegekasse oder Länderprogramme.** Mit bestehender Zusage: 1. **Identität nachweisen**: im KfW-Zuschussportal, per SCHUFA-Identitäts-Check, Video-Ident oder Postident. 2. **Fachunternehmen beauftragen**: Eigenleistung ist nicht förderfähig. 3. **Rechnungen hochladen**: unter „Auszahlung beantragen“, ausgestellt auf den Zuschussempfänger. 4. **Beim Standard „Altersgerechtes Haus“**: Bestätigung des Sachverständigen hochladen. 5. **Auszahlung**: in der Regel zum Ende des Monats nach der Prüfung. Ohne Zusage: 1. **Maßnahmen planen und Angebote einholen**, aber noch keinen Auftrag ohne Vorbehalt unterschreiben. 2. **Pflegegrad prüfen**: Liegt einer vor, Antrag bei der Pflegekasse stellen. 3. **KfW-Kredit 159 prüfen**: über deine Bank, vor Baubeginn. 4. **Landesförderbank fragen**: Viele Bundesländer haben eigene Programme. ## Budget erschöpft: Wann geht es weiter? **Die Mittel für 2026 waren nach knapp vier Monaten vollständig belegt. Ob es 2027 wieder Geld gibt, hängt vom Bundeshaushalt ab. Die KfW hat nur angekündigt, die Antragstellung zu öffnen, falls Bundesmittel bereitgestellt werden.** Die Erfahrung aus 2026 zeigt: Wenn das Programm wieder startet, kann es schnell vorbei sein. Wer 2027 auf den Zuschuss setzen will, sollte die Planung so weit vorbereiten, dass der Antrag am ersten Tag gestellt werden kann. Die KfW informiert über einen Neustart auf ihrer Produktseite und im Newsletter. Einen Überblick über alle KfW-Programme findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: KfW 455-B Barrierereduzierung 2026 **Was ist der KfW-Zuschuss 455-B?** Ein Investitionszuschuss für Maßnahmen zur Barrierereduzierung in bestehenden Wohngebäuden: 10 Prozent (höchstens 2.500 Euro) für Einzelmaßnahmen oder 12,5 Prozent (höchstens 6.250 Euro) für den Standard „Altersgerechtes Haus“. Seit dem 31. Juli 2026 sind keine neuen Anträge mehr möglich. **Muss ich einen Pflegegrad haben?** Für den KfW-Zuschuss war kein Pflegegrad nötig. Für den Zuschuss der Pflegekasse nach § 40 SGB XI brauchst du dagegen einen anerkannten Pflegegrad. **Was passiert mit meinem bereits gestellten Antrag?** Die KfW bearbeitet alle Anträge, die vor dem Stopp eingegangen sind, und sagt sie bei erfüllten Voraussetzungen zu. Mit Zusage ist der Zuschuss reserviert. Du hast 36 Monate Zeit, die Umsetzung nachzuweisen. **Kann ich KfW 455-B mit anderen Förderprogrammen kombinieren?** Nur eingeschränkt. Für dieselbe Maßnahme sind der KfW-Kredit 159, die BEG, die Pflegekasse für denselben Teil des Umbaus und die Steuerermäßigung nach § 35a und § 35c EStG ausgeschlossen. Andere öffentliche Mittel, etwa von Kommunen, sind möglich, solange die Summe die Kosten nicht übersteigt. **Wie lange läuft das Programm noch?** Für 2026 gar nicht mehr. Ob es 2027 weitergeht, ist offen und hängt davon ab, ob der Bund neue Mittel bereitstellt. **Welche Kosten waren förderfähig, zählen auch Planungskosten?** Förderfähig waren die Kosten, die bei der Durchführung der Maßnahmen nach den technischen Mindestanforderungen entstehen, ausgeführt durch Fachunternehmen. Eigenleistungen waren nicht förderfähig. Planungs- und Beratungsleistungen durften vor dem Antrag beauftragt werden, ohne dass das als Vorhabenbeginn galt. Quellen: - KfW: Barrierereduzierung, Investitionszuschuss (455-B): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-Investitionszuschuss-(455)/ - KfW-Meldung 31.07.2026: Antragstopp Barrierereduzierung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html - KfW-Meldung 07.04.2026: Wiederaufnahme der Zuschussförderung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_889024.html - KfW-Merkblatt 455-B, Stand 04/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%c3%b6rderprogramme-(Inlandsf%c3%b6rderung)/PDF-Dokumente/6000004452_M_455_B.PDF - KfW: Altersgerecht Umbauen, Kredit (159): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - § 40 SGB XI (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__40.html --- # KfW Effizienzhaus 55 Neubau 2026: Förderung verlängert bis 31. Dezember URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-effizienzhaus-55-neubau-foerderung-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die befristete KfW-Förderung für Neubauten im Effizienzhaus-55-Standard läuft länger als ursprünglich geplant. Statt am 30. Juni 2026 endet sie spätestens am 31. Dezember 2026, das hat die KfW am 19. Juni 2026 bekanntgegeben. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW. Sind die Bundesmittel vorher aufgebraucht, ist früher Schluss. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist die KfW-Förderung für das Effizienzhaus 55? **Im Programm Klimafreundlicher Neubau (297/298) gibt die KfW für ein Effizienzhaus 55 einen zinsgünstigen Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit. Der effektive Jahreszins liegt aktuell bei 1,00 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 Jahre tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung).** Die Programmnummer richtet sich nach dir, nicht nach dem Haus: **297** gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen, also Vermieter, Unternehmen oder Wohnungseigentümergemeinschaften. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht, der Vorteil liegt allein im niedrigen Zins. Die KfW hat die EH55-Stufe im Auftrag des Bundesbauministeriums am 16. Dezember 2025 wieder geöffnet. Für 2025 und 2026 stehen dafür 800 Millionen Euro Bundesmittel bereit. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht. | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektiver Jahreszins EH55 | Max. Kredit | |---|---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 1,00 % | 100.000 € | | 25 / 3 / 10 Jahre | 2,05 % | 100.000 € | | 35 / 5 / 10 Jahre | 2,21 % | 100.000 € | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 2,30 % | 100.000 € | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026. Die Sätze gelten seit dem 10. April 2026.* Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Auf 100.000 Euro sind das im ersten Jahr grob 2.800 Euro weniger Zinsen mit dem KfW-Kredit. ## Welche Anforderungen muss das Haus erfüllen? **Das Haus muss den Effizienzhaus-55-Standard erreichen und darf keine fossile Heizung haben. Öl und Gas sind ausgeschlossen, eine Biomasseheizung wie Pellets ist beim EH55 erlaubt.** - **Primärenergiebedarf**: höchstens 55 Prozent des Referenzgebäudes nach GEG - **Transmissionswärmeverlust**: höchstens 70 Prozent des Referenzwerts - **Heizung**: Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasse oder andere erneuerbare Wärme, keine Öl- oder Gasheizung - **Baugenehmigung**: muss bei Antragstellung gültig vorliegen. Ein gestellter Bauantrag reicht nicht. Wann die Genehmigung erteilt wurde, spielt keine Rolle. - **Stichtag**: Baubeginn bzw. Kauf- oder Bauträgervertrag frühestens ab 16. Dezember 2025 Beim Primärenergiebedarf ist das EH55 seit 2023 ohnehin der gesetzliche Neubaustandard. Den Unterschied machen die bessere Gebäudehülle und der Verzicht auf Öl und Gas. ## Wer kann den Antrag stellen, und bis wann? **Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Wohnungseigentümergemeinschaften und andere Investoren, ohne Einkommensgrenze. Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen.** - **Antragsweg**: Den Kredit beantragst du über deine Bank oder Sparkasse, nicht direkt bei der KfW. - **Zeitpunkt**: Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Als Beginn gilt in der Regel der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Kaufvertrags. Planung und Energieberatung zählen nicht dazu. Welche Verträge mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vorher erlaubt sind, steht im KfW-Merkblatt 297/298. - **Budget**: Sind die 800 Millionen Euro vergeben, nimmt die KfW auch vor dem 31. Dezember keine Anträge mehr an. Wer eine Baugenehmigung hat und bauen will, sollte deshalb nicht bis Dezember warten. Auch die Bank braucht Zeit für ihre Prüfung, bevor sie den Antrag weiterleitet. ## Wie viel bringt die Förderung in der Praxis? **Der Vorteil hängt vor allem von der Laufzeit ab. In der günstigsten Variante (10 Jahre, 1,00 Prozent) liegt der Zins rund 2,8 Prozentpunkte unter dem Marktschnitt, bei 25 oder 35 Jahren Laufzeit schmilzt der Abstand auf rund 1,6 bis 1,8 Prozentpunkte.** Bei 25 oder 35 Jahren Laufzeit ist die Rate deutlich kleiner, dafür ist der Zins höher. Welche Variante passt, hängt davon ab, wie viel Rate du dir leisten kannst. Lass dir von der Bank beide Varianten durchrechnen. Die Gesamtkosten deines Hauses, mit Grundstück, Baunebenkosten und Eigenkapital, ermittelst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). So siehst du, welchen Anteil der KfW-Kredit an deiner Finanzierung hätte. ## Welche Alternativen gibt es nach dem EH55? **Wer die Frist verpasst oder einen besseren Standard baut, kann im selben Programm das Klimafreundliche Wohngebäude fördern lassen: Effizienzhaus 40 mit Nachweis zur Ökobilanz, bis 100.000 Euro, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro je Wohneinheit. Der Zins liegt dort aktuell bei 1,96 Prozent, also höher als beim EH55.** | Kriterium | EH55 (befristet) | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | |---|---|---| | Primärenergiebedarf | max. 55 % des Referenzgebäudes | max. 40 % des Referenzgebäudes, plus Ökobilanz-Anforderung | | Transmissionswärmeverlust | max. 70 % | max. 55 % | | Heizung | keine fossile Heizung, Biomasse erlaubt | kein Öl, Gas und keine Biomasse | | Max. Kredit | 100.000 € | 100.000 €, mit QNG 150.000 € | | Effektivzins 10/2/10 | 1,00 % | 1,96 % | | Effektivzins 25/3/10 | 2,05 % | 2,85 % | | Frist | Antragseingang bis 31.12.2026 | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 und Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026. EH40-Sätze gültig seit 17.09.2026.* Weitere Wege: - **KfW 300 Wohneigentum für Familien**: für Familien mit Kind und zu versteuerndem Einkommen bis 90.000 Euro (plus 10.000 Euro je weiterem Kind). Voraussetzung ist ein Effizienzhaus 40 mit Ökobilanz-Nachweis. Kredit 170.000 bis 270.000 Euro je nach Kinderzahl und QNG, effektiv ab 0,01 Prozent. Für dieselbe Wohnung lässt sich KfW 300 nicht mit 297/298 kombinieren. - **KfW 124 Wohneigentumsprogramm**: ohne Effizienzanforderung, aktuell 4,53 bis 4,60 Prozent effektiv und damit kaum günstiger als ein Bankdarlehen. - **KfW 458 Heizungsförderung**: nur für bestehende Gebäude, im Neubau nicht nutzbar. Wer in Bayern baut, kann zusätzlich die Landesförderung der BayernLabo prüfen. Mehr zu den Kosten im Freistaat auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## EH55 oder EH40: was lohnt sich mehr? **Beim EH55 ist der Kredit derzeit günstiger und der Standard leichter zu erreichen. Das EH40 lohnt sich, wenn du ohnehin besser baust oder das QNG-Siegel anstrebst, weil dann bis zu 150.000 Euro Kredit möglich sind.** Für ein [Einfamilienhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) heißt EH40 in der Regel mehr Dämmung, bessere Fenster und meist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Lass dir die Mehrkosten von deinem Energieeffizienz-Experten oder Architekten konkret beziffern und stell sie dem Zinsvorteil gegenüber. Pauschale Aufpreise aus dem Internet helfen hier wenig, weil sie stark vom Entwurf abhängen. Einen Überblick über alle KfW-Programme für Bauherren gibt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Schritt für Schritt zum EH55-Kredit **Ohne Energieeffizienz-Experten und gültige Baugenehmigung geht nichts. Den Antrag stellt deine Bank, und zwar bevor du Bau- oder Kaufverträge ohne Vorbehalt unterschreibst.** 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Er plant mit und erstellt die Bestätigung zum Antrag. Die Liste steht auf www.energie-effizienz-experten.de. 2. **Baugenehmigung abwarten**: Ohne gültige Genehmigung nimmt die KfW den EH55-Antrag nicht an. 3. **Bank ansprechen**: Hausbank oder Vermittler auf den Kredit 297 (Selbstnutzer) bzw. 298 ansprechen. 4. **Antrag über die Bank stellen**: vor Beginn des Vorhabens, spätestens so, dass er bis 31.12.2026 bei der KfW eingeht. 5. **Zusage abwarten, dann Verträge schließen und bauen.** 6. **Nach Fertigstellung**: Der Experte bestätigt, dass der Standard erreicht wurde. ## FAQ: KfW Effizienzhaus 55 Neubau 2026 **Bis wann kann ich die EH55-Förderung beantragen?** Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen. Die ursprüngliche Frist 30. Juni 2026 hat die KfW am 19. Juni 2026 verlängert. Sind die Bundesmittel vorher erschöpft, endet die Förderung früher. **Wie hoch ist der Zins für den EH55-Kredit?** Laut KfW vom 6. Oktober 2026 effektiv 1,00 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 2,05 Prozent bei 25 Jahren und 2,21 Prozent bei 35 Jahren, jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. **Was ist der Unterschied zwischen KfW 297 und 298?** 297 ist für Privatpersonen, die das Haus selbst bewohnen. 298 gilt für alle anderen Antragsteller, etwa Vermieter oder Unternehmen. Die Förderstufen sind in beiden Programmen gleich. **Darf ich beim EH55 mit Pellets heizen?** Ja. Beim EH55 ist nur fossile Heizung ausgeschlossen, Biomasse ist erlaubt. Beim Klimafreundlichen Wohngebäude (EH40) ist Biomasse dagegen nicht zulässig. **Kann ich EH55 mit KfW 458 oder KfW 300 kombinieren?** Nein. KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude. KfW 300 setzt ein Effizienzhaus 40 voraus und lässt sich für dieselbe Wohnung nicht mit dem Klimafreundlichen Neubau kombinieren. **Muss der Antrag vor Baubeginn gestellt werden?** Ja, vor Beginn des Vorhabens. Als Beginn zählt in der Regel der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Kaufvertrags. Planung und Energieberatung zählen nicht. Details stehen im KfW-Merkblatt 297/298. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Wohneigentum für Familien (300): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-(300)/ - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Bauzinsen Mai 2026: 4 Prozent für 10 Jahre, was Bauherren jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-aktuell-mai-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Seit dem Frühjahr 2026 sind die Bauzinsen in Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Auslöser war der Iran-Konflikt ab März 2026, der die Kapitalmärkte verunsicherte und die Zinsen für 10-jährige Baufinanzierungen innerhalb weniger Wochen um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte nach oben trieb. Wer heute ein Haus baut, kauft oder saniert, zahlt für eine 10-Jahres-Finanzierung rund 3,8 bis 4,0 Prozent effektiv, je nach Bank und Beleihungsquote. ## Was kosten Bauzinsen im Mai 2026? **Im Mai 2026 liegt der Effektivzins für eine Baufinanzierung mit 10 Jahren Zinsbindung je nach Beleihungsquote zwischen 3,8 und 4,0 Prozent, bei 15 Jahren Bindung zwischen 4,1 und 4,3 Prozent, bei 20 Jahren zwischen 4,3 und 4,5 Prozent.** | Zinsbindung | Topzins (60 % Beleihung) | Standardzins (80 % Beleihung) | |---|---|---| | 5 Jahre | 3,75 % | 3,90 % | | 10 Jahre | 3,80 % | 4,00 % | | 15 Jahre | 4,10 % | 4,30 % | | 20 Jahre | 4,25 % | 4,50 % | *Quelle: Finanztip, Dr. Klein: Stand 21. Mai 2026* Die Spreizung zwischen kurzer und langer Zinsbindung ist derzeit ungewöhnlich gering: Wer sich für 20 statt 10 Jahre absichert, zahlt rund 0,5 Prozentpunkte Aufschlag. Historisch gesehen ist das wenig, und macht längere Zinsbindungen aktuell besonders attraktiv. Der günstigste Topzins für 10 Jahre liegt laut Dr. Klein-Zinsbarometer vom 13. Mai 2026 bei 3,67 Prozent, allerdings nur für Darlehensnehmer mit sehr guter Bonität und einem Beleihungsauslauf unter 60 Prozent. Im Standardgeschäft (80 % Beleihung) sind 4,0 Prozent realistisch. ## Wie entwickelten sich die Bauzinsen 2026? **Die Bauzinsen begannen 2026 mit einem leichten Rückgang auf rund 3,3 Prozent, drehten dann aber seit dem Iran-Konflikt im März scharf nach oben, ein Plus von 0,3 bis 0,5 Prozentpunkten in unter vier Wochen.** Januar 2026 brachte zunächst Entspannung: Die Zinsen für 10-jährige Darlehen sanken auf rund 3,3 Prozent, der niedrigste Stand seit Mitte 2022. Das beflügelte die Nachfrage nach Baufinanzierungen spürbar. Dann kam der Schock: Mit dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten im März 2026 stiegen die Risikoprämien an den Kapitalmärkten. Bund-Renditen, der wichtigste Treiber für Hypothekenzinsen, zogen an. Das Dr. Klein-Zinsbarometer zeigt das Ergebnis für Anfang Mai 2026: 3,67 Prozent Topzins bei 10 Jahren, bei Standardfinanzierungen klar über 4 Prozent. Innerhalb von nur vier Wochen kletterten die Zinsen um fast einen halben Prozentpunkt. Zum Vergleich: Im Mai 2024 lagen die Zinsen für 10 Jahre bei rund 4,0 Prozent. Das heutige Niveau ist also ähnlich, aber der Weg dorthin war diesmal besonders volatil. ## Was treibt die Zinsen gerade nach oben? **Drei Faktoren drücken die Bauzinsen im Mai 2026 nach oben: der Iran-Konflikt mit seinen Folgen für den Ölpreis, steigende Staatsanleihenrenditen in Europa und eine Inflation, die hartnäckig über 2 Prozent bleibt.** - **Iran-Konflikt**: Öl über 90 Dollar je Barrel verteuert die Energiekosten und schürt Inflationserwartungen. Das macht langlaufende Anleihen weniger attraktiv, die Renditen steigen, und mit ihnen die Hypothekenzinsen. - **Staatsanleihenrenditen**: 10-jährige Bundesanleihen rentieren aktuell bei rund 3,0 Prozent. Historisch gesehen verlangen Banken für Hypotheken rund 0,7 bis 1,0 Prozentpunkte Aufschlag, das erklärt den Zinssatz von 3,8 bis 4,0 Prozent im Mai 2026. - **EZB-Politik**: Die EZB hält den Leitzins seit Anfang 2026 konstant bei 2,75 Prozent und signalisiert keine baldige Senkung. Das nimmt Druck vom Markt, sorgt aber für ein dauerhaft höheres Zinsniveau als in den Jahren 2020 und 2021. Das Interhyp-Expertenpanel erwartet für die nächsten sechs bis zwölf Monate eher steigende als sinkende Zinsen. Wer auf den „richtigen Moment” wartet, riskiert, teurer zu finanzieren. ## Wie hoch ist die monatliche Rate: Rechenbeispiele **Bei einem Darlehen von 300.000 Euro mit 10 Jahren Zinsbindung und 2 Prozent Tilgung zahlst du im Mai 2026 monatlich rund 1.475 Euro, deutlich mehr als 2021, aber unterhalb des Hochpunkts von Herbst 2023.** | Darlehensbetrag | Zinssatz (10 J.) | Tilgung | Monatliche Rate | |---|---|---|---| | 200.000 € | 3,90 % | 2,0 % | 983 € | | 300.000 € | 3,90 % | 2,0 % | 1.475 € | | 400.000 € | 3,90 % | 2,0 % | 1.967 € | | 500.000 € | 3,90 % | 2,0 % | 2.458 € | *Beispielrechnung, Effektivzins inkl. Nebenkosten kann leicht abweichen* Zum Vergleich: Im Herbst 2023 lagen die Zinsen bei über 4,5 Prozent. Ein 300.000-Euro-Darlehen kostete damals monatlich rund 1.625 Euro, also rund 150 Euro mehr als heute. Wer jetzt finanziert, liegt also immer noch günstiger als auf dem Hochpunkt. Die genauen Kosten deines Bauvorhabens berechnest du am schnellsten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), er zeigt dir auch, wie Eigenkapital und Tilgungsrate die monatliche Belastung verändern. Ein Einfamilienhaus kostet in Deutschland 2026 je nach Ausstattung und Region zwischen 350.000 und 650.000 Euro. Was das für deine Finanzierung konkret bedeutet, findest du auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## Kurze oder lange Zinsbindung, was ist jetzt sinnvoller? **Angesichts eines flachen Zinsstrukturkurve, der Aufschlag für 20 statt 10 Jahre beträgt nur rund 0,5 Prozentpunkte, lohnt sich lange Zinsbindung: Sie kostet wenig extra und schützt gegen weiter steigende Zinsen.** Argumente für **lange Zinsbindung (15 bis 20 Jahre)**: - Schutz vor weiter steigenden Zinsen, z. B. durch anhaltende geopolitische Unsicherheit - Planungssicherheit über den gesamten Hauptzeitraum der Finanzierung - Aufschlag gegenüber 10 Jahren ist historisch gering (nur 0,4 bis 0,6 %) Argumente für **kurze Zinsbindung (5 bis 10 Jahre)**: - Wenn du die Immobilie voraussichtlich in weniger als 10 Jahren verkaufst - Wenn du hohes Eigenkapital hast und die Restschuld nach 10 Jahren klein ist - Wenn du auf sinkende Zinsen nach Abklingen des Konflikts spekulierst, aber das ist riskant Faustregel der meisten Finanzberater 2026: Bei einem Zinsniveau über 3,5 Prozent empfiehlt sich eine Zinsbindung von mindestens 15 Jahren. Wer heute kauft, sichert sich einen Zins, der zwar nicht billig, aber deutlich unter dem Hochpunkt von Herbst 2023 (über 4,5 %) liegt. ## KfW-Ergänzungskredit als günstige Finanzierungsalternative **Mit dem KfW-Ergänzungskredit 358/359 kannst du bis zu 120.000 Euro zu Zinsen ab 0,01 Prozent finanzieren, allerdings nur als Selbstnutzer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 90.000 Euro und im Zusammenhang mit einer geförderten Heizungsmaßnahme.** Dieser Kredit ist an die Heizungsförderung KfW 458 (Wärmepumpe) gekoppelt. Wer also beim Hausbau oder Umbau eine neue Wärmepumpe einbaut, kann für den Restbetrag einen staatlich subventionierten Kredit beantragen. Der Zuschuss aus dem KfW-458-Programm beträgt je nach Bonusstaffelung bis zu 21.000 Euro, und senkt damit den Darlehensbedarf spürbar. Wer in Bayern baut: Die BayernLabo bietet ergänzend zinsgünstige Landeskredite an, die sich mit KfW-Programmen kombinieren lassen. Mehr zu den regionalen Baukosten auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Bauzinsen und Förderung kombinieren **Bauförderung und regulärer Bankzins schließen sich nicht aus: KfW-Zuschüsse und KfW-Kredite lassen sich parallel zu einem normalen Hypothekendarlehen beantragen und senken die Gesamtbelastung erheblich.** Die wichtigsten Kombinationen für Bauherren 2026: - **KfW 300 (Wohneigentumsprogramm)**: Kredit bis 100.000 Euro zu Zinsen ab 3,77 Prozent für selbst genutztes Eigentum. Ergänzt die reguläre Bankfinanzierung ohne Probleme. - **KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau)**: Wer nach Effizienzhaus-40-Standard baut, bekommt Zinsen ab 1,5 Prozent für bis zu 150.000 Euro, der größte Zinsvorteil aktuell erhältlicher KfW-Programme. - **KfW 458 (Heizungsförderung)**: Zuschuss bis 21.000 Euro für Wärmepumpen, reduziert den Darlehensbedarf und damit die monatliche Rate direkt. - **Steuerbonus §35a EStG**: Handwerkerleistungen am selbst genutzten Wohngebäude sind mit 20 Prozent der Lohnkosten steuerlich absetzbar, maximal 1.200 Euro pro Jahr, zusätzlich zur Förderung. Einen vollständigen Überblick über alle aktuellen KfW-Programme findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: Bauzinsen Mai 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im Mai 2026?** Im Mai 2026 liegen die Bauzinsen für 10 Jahre Zinsbindung bei 3,8 bis 4,0 Prozent effektiv, je nach Beleihungsquote und Bonität. Bei 15-jähriger Zinsbindung sind es rund 4,1 bis 4,3 Prozent, bei 20 Jahren rund 4,3 bis 4,5 Prozent. Der günstigste Topzins (60 % Beleihung, sehr gute Bonität) liegt laut Dr. Klein bei 3,67 Prozent. **Warum sind die Bauzinsen seit März 2026 gestiegen?** Der Iran-Konflikt ab März 2026 trieb die Risikoprämien an den Kapitalmärkten nach oben. Steigende Ölpreise verstärken die Inflationserwartungen, was Bund-Renditen und damit Hypothekenzinsen um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte erhöht hat, innerhalb von nur vier Wochen. **Werden die Bauzinsen 2026 wieder sinken?** Experten rechnen kurzfristig mit stabilen Zinsen um die 4-Prozent-Marke. Eine deutliche Senkung ist unwahrscheinlich, solange der Konflikt im Nahen Osten anhält und die EZB ihren Leitzins bei 2,75 Prozent hält. Mittelfristig (6 bis 12 Monate) rechnet das Interhyp-Expertenpanel eher mit einem leichten Anstieg. **Lohnt es sich, jetzt eine Baufinanzierung aufzunehmen?** Bei Zinsen um 4 Prozent ist Abwarten riskant: Zinsen können steigen, Immobilienpreise bleiben hoch. Wer heute kauft oder baut, sichert sich einen Zins deutlich unterhalb des Hochpunkts von Herbst 2023 (über 4,5 %). Eine lange Zinsbindung von 15 bis 20 Jahren gibt dabei maximale Planungssicherheit. **Welche Zinsbindung ist 2026 am sinnvollsten?** Bei der aktuell flachen Zinsstrukturkurve, der Aufschlag für 20 statt 10 Jahre beträgt nur rund 0,5 Prozentpunkte, empfehlen die meisten Finanzberater 2026 eine Zinsbindung von 15 bis 20 Jahren. Die Absicherung gegen steigende Zinsen kostet wenig extra. **Gibt es günstigere Alternativen zum normalen Bankdarlehen?** Ja: KfW-Programme bieten spürbare Zinsvorteile. Das KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau) startet ab 1,5 Prozent, der KfW-Ergänzungskredit 358/359 sogar ab 0,01 Prozent, allerdings an strenge Einkommens- und Nutzungsvoraussetzungen geknüpft. Das KfW-Wohneigentumsprogramm 300 bietet ab rund 3,77 Prozent ohne Einkommensgrenze. Quellen: - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen Mai 2026: https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - Finanztip: Hypothekenzinsen Mai 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ - baufi24: Bauzinsen 2026 – Entwicklung und Prognose: https://www.baufi24.de/bauzinsen/ --- # Bauzinsen Mai 2026: Aktueller Stand, Prognose und was Bauherren jetzt tun sollten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/bauzinsen-mai-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die Bauzinsen haben sich im Mai 2026 auf einem Niveau eingependelt, das Bauherren zwingt, genau zu rechnen: Wer zu knapp kalkuliert, zahlt drauf. Wer die richtigen Stellschrauben kennt, spart über die Laufzeit fünfstellig. Hier sind die aktuellen Zahlen, und was sie für deine Finanzierung bedeuten. ## Aktuelle Bauzinsen im Mai 2026: Die Zahlen vom Markt **Laut Interhyp-Zinstabelle (Stand 11.–17. Mai 2026) liegen die Effektivzinsen für 10-jährige Darlehen je nach Beleihungsauslauf zwischen 3,72 % und 4,08 %. Für 15 Jahre Zinsbindung wird es spürbar teurer: 3,96 % bis 4,32 %.** Der Beleihungsauslauf, also das Verhältnis von Darlehen zu Immobilienwert, entscheidet maßgeblich über den Zins. Wer weniger als 70 % des Objektwerts finanziert, zahlt deutlich weniger als jemand, der über 90 % beleiht. | Zinsbindung | Beleihung < 70 % | Beleihung = 80 % | Beleihung > 90 % | |---|---|---|---| | 10 Jahre | 3,72 % | 3,78 % | 4,08 % | | 15 Jahre | 3,96 % | 4,05 % | 4,32 % | | 20 Jahre | 4,10 % | 4,20 % | 4,30 % | *Quelle: Interhyp Zinstabelle, gültig 11.–17.05.2026* Der Topzins am Markt liegt laut Dr. Klein bei 3,65 % für 10 Jahre (Stand 13.05.2026), den bekommst du nur mit bestem Bonitätsprofil und hohem Eigenkapitaleinsatz. Der realistische Marktdurchschnitt für solide Finanzierungen liegt bei rund 3,90 %. Zum Vergleich: Im Februar 2026 lagen die Zinsen noch rund 0,2 Prozentpunkte tiefer. Seither haben gestiegene Inflationserwartungen, unter anderem durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten und die Auswirkungen auf Energiepreise, die Renditen von Bundesanleihen nach oben getrieben. Da Bauzinsen diesen Bundesanleiherenditen typischerweise folgen, zog der Markt mit. Die Experten bei Interhyp rechnen mittelfristig nicht mit deutlich sinkenden Zinsen. Deine individuellen Baukosten, die Grundlage für jede Finanzierungsplanung, berechnest du am schnellsten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Was bedeuten 4 % Zins konkret? Rechenbeispiele **Bei einem Darlehen von 350.000 Euro und 10 Jahren Zinsbindung zu 3,90 % zahlst du monatlich rund 1.750 Euro, davon entfallen nach Monat 1 knapp 1.138 Euro auf Zinsen, der Rest auf Tilgung. Nach 10 Jahren bleibt eine Restschuld von etwa 280.000 Euro.** Drei typische Szenarien im Vergleich: | Darlehensbetrag | Zins | Anfangstilgung | Monatliche Rate | Restschuld nach 10 J. | |---|---|---|---|---| | 250.000 € | 3,78 % | 2,0 % | 1.204 € | ca. 201.000 € | | 350.000 € | 3,90 % | 2,0 % | 1.750 € | ca. 282.000 € | | 450.000 € | 4,08 % | 2,0 % | 2.295 € | ca. 367.000 € | *Eigene Berechnung, Richtwerte ohne Gewähr* Der entscheidende Hebel ist die Anfangstilgung. Wer mit 1 % startet statt mit 2 %, zahlt zwar kurzfristig weniger, aber die Restschuld nach 10 Jahren ist drastisch höher, und das Anschlussfinanzierungsrisiko steigt. Bei aktuellen Zinsen empfehlen die meisten Berater: mindestens 2 % Anfangstilgung einplanen. Ein zweiter Hebel: Sondertilgungsrechte. Die meisten Banken erlauben 5 % jährliche Sondertilgung, bei einer guten Finanzsituation kannst du damit die Laufzeit erheblich verkürzen und Zinskosten sparen. ## Eigenkapital: Wie viel brauchst du wirklich? **Faustregel 2026: Mindestens 20 bis 25 % des Gesamtprojekts (Baukosten plus Nebenkosten) solltest du aus Eigenkapital stemmen, wer 30 % oder mehr einbringt, profitiert von spürbar besseren Konditionen.** Die Nebenkosten beim Hauskauf oder Hausbau werden häufig unterschätzt. Sie umfassen: - **Grunderwerbsteuer:** je nach Bundesland 3,5 % (Bayern) bis 6,5 % (Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Schleswig-Holstein) - **Notar und Grundbuch:** ca. 1,5 bis 2,0 % des Kaufpreises - **Maklergebühren:** wenn zutreffend, 3,0 bis 3,57 % inklusive Mehrwertsteuer - **Erschließung, Erdarbeiten, Hausanschlüsse:** bei Neubauten 15.000 bis 40.000 Euro je nach Grundstück Beispiel für ein Neubauprojekt in NRW mit Gesamtkosten von 500.000 Euro: | Position | Betrag | |---|---| | Baukosten inkl. Außenanlagen | 420.000 € | | Grundstück | 80.000 € | | Grunderwerbsteuer (6,5 %) | 32.500 € | | Notar und Grundbuch (1,8 %) | 9.000 € | | Erschließung, Hausanschlüsse | 18.000 € | | **Gesamtprojekt** | **559.500 €** | | Empfohlenes Eigenkapital (25 %) | ca. 140.000 € | Was Bauherren in NRW konkret an Baukosten und regionalen Faktoren einkalkulieren müssen, zeigt die Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Zinsbindung: 10, 15 oder 20 Jahre? **Bei der aktuellen Zinslage: Aufwärtsdruck, unsichere Inflationsentwicklung, spricht viel für eine längere Zinsbindung. 15 Jahre kosten rund 0,25 Prozentpunkte mehr als 10 Jahre, geben dir dafür aber erheblich mehr Planungssicherheit.** Die Rechnung hinter der Entscheidung: Bei 350.000 Euro Darlehen über 15 statt 10 Jahre Zinsbindung (3,96 % vs. 3,90 %) zahlst du monatlich rund 18 Euro mehr. Dafür weißt du über anderthalb Jahrzehnte genau, was dich der Kredit kostet. Wenn die Zinsen 2031 bei 5,5 % liegen sollten, was niemand ausschließen kann –, ist die 15-Jahres-Zinsbindung bares Geld wert. Faustregeln für die Wahl: - **10 Jahre:** Sinnvoll, wenn du hohes Eigenkapital hast, in 10 Jahren große Sondertilgungen planst oder das Zinsniveau klar fallen wird - **15 Jahre:** Empfehlenswert für die meisten Bauherren in der aktuellen Marktphase - **20 Jahre:** Maximale Sicherheit, nur rund 0,35 bis 0,55 Prozentpunkte teurer als 10 Jahre, für konservative Planer attraktiv Für ein Einfamilienhaus mit langer Haltedauer ist die 15- oder 20-Jahres-Bindung in aller Regel die rationellere Wahl. Mehr zu den Kostenstrukturen beim Einfamilienhaus auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## KfW-Kredite 2026 als Ergänzung zur Bankfinanzierung **Die KfW bietet 2026 mehrere zinsgünstige Ergänzungskredite, die sich mit der klassischen Bankfinanzierung kombinieren lassen, ohne dass die gesamte Finanzierung über die KfW laufen muss.** Relevante Programme 2026: **KfW 300: Klimafreundlicher Neubau:** Kredit bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit für Neubauten, die das GEG-Effizienzhaus-40-Niveau erfüllen. Die Zinsen liegen Stand Mai 2026 bei rund 2,8 bis 3,2 % effektiv, deutlich unter dem Markt. Voraussetzung: Das Haus muss als Effizienzhaus 40 oder besser zertifiziert sein. **KfW 159: Altersgerecht Umbauen:** Kredit bis 50.000 Euro für barrierefreie Umbaumaßnahmen in Bestandsgebäuden, aktuell ab ca. 2,8 % Effektivzins. Lässt sich mit dem KfW-Zuschuss 455-B kombinieren. **KfW Wohneigentumsprogramm 124:** Bis zu 100.000 Euro Kredit für selbst genutztes Wohneigentum. Derzeit kein klarer Zinsvorteil gegenüber dem Markt, aber hilfreich wenn die Hausbank die volle Summe nicht finanzieren will. Den Antrag für KfW-Ergänzungskredite stellst du immer über deine Hausbank, nicht direkt bei der KfW. Die Bank reicht den Antrag weiter. Mehr zu allen aktuellen KfW-Programmen findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## So finanzierst du 2026 klug: Schritt für Schritt **Wer jetzt baut, sollte folgende Reihenfolge einhalten: Baukosten realistisch kalkulieren, Eigenkapitalquote prüfen, Angebote von mindestens drei Banken einholen, KfW-Ergänzungskredit einbauen und Zinsbindung bewusst wählen.** 1. **Baukosten und Gesamtprojekt kalkulieren**: Ehrlich, inklusive aller Nebenkosten, Erschließung und 10 % Puffer für Unvorhergesehenes. Der [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) gibt eine erste fundierte Orientierung. 2. **Eigenkapital zusammenstellen**: Zähle alles hinzu, was in 6 bis 12 Monaten verfügbar ist: Tagesgeld, Sparbücher, Bausparvertrag, Eigenleistung (Stundenwert realistisch ansetzen). Typisch akzeptierte Eigenleistung: 5.000 bis 15.000 Euro. 3. **Mindestens drei Finanzierungsangebote einholen**: Bank, Sparkasse und ein Vermittler (Dr. Klein, Interhyp, Baufi24), die Unterschiede sind oft 0,15 bis 0,30 Prozentpunkte, was über 10 Jahre mehrere tausend Euro ausmacht. 4. **KfW-Kredit als Baustein einbauen**: Klär mit deiner Hausbank, ob KfW 300 oder ein anderes Programm passt. Den KfW-Kredit immer vor Vertragsabschluss beantragen, nachträgliche Anträge sind ausgeschlossen. 5. **Zinsbindung entscheiden**: Bei der aktuellen Marktlage (Inflationsdruck, geopolitische Unsicherheit) spricht vieles für 15 Jahre. Wer sehr hohe Sondertilgungen plant, kann mit 10 Jahren flexibler bleiben. 6. **Bereitstellungszinsen beachten**: Beim Neubau wird das Darlehen nicht sofort voll ausgezahlt, sondern schrittweise. Banken erheben nach einer Karenzzeit (meist 6 bis 12 Monate) Bereitstellungszinsen von typischerweise 0,25 % pro Monat. Bau-Zeitplan und Abrufplan frühzeitig abstimmen. ## FAQ: Baufinanzierung Mai 2026 **Wie hoch sind die Bauzinsen im Mai 2026?** Laut Interhyp-Zinstabelle (Stand 11.–17. Mai 2026) liegen die Effektivzinsen für 10-jährige Darlehen je nach Beleihungsauslauf zwischen 3,72 % (unter 70 % Beleihung) und 4,08 % (über 90 % Beleihung). Der Marktdurchschnitt liegt bei rund 3,90 %. Dr. Klein nennt einen Topzins von 3,65 % für erstklassige Bonitäten (Stand 13.05.2026). **Werden die Bauzinsen 2026 noch sinken?** Die meisten Marktbeobachter erwarten kurzfristig gleichbleibende bis leicht steigende Zinsen. Interhyp-Vorstand Jörg Utecht warnt explizit vor Zinsoptimismus. Die gestiegenen Inflationserwartungen und hohe Bundesanleiherenditen lassen einen deutlichen Rückgang unwahrscheinlich erscheinen. Ein Abwarten auf niedrigere Zinsen kann teurer werden als der heutige Abschluss, besonders wenn Miete und Bauverzögerung dazukommen. **Wie viel Eigenkapital brauche ich 2026 für den Hausbau?** Mindestens 20 bis 25 % des Gesamtprojekts sollten aus Eigenkapital kommen, das schließt die Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, ggf. Erschließung) mit ein, die nicht finanziert werden sollten. Wer 30 % oder mehr einbringt, bekommt spürbar bessere Konditionen: Der Übergang von über 90 % auf unter 80 % Beleihungsauslauf spart laut Interhyp-Daten rund 0,27 bis 0,30 Prozentpunkte. **Kann ich KfW-Kredit und Bankdarlehen kombinieren?** Ja, das ist sogar der Standardweg. Der KfW-Ergänzungskredit (z. B. KfW 300 für Effizienzhaus 40) läuft parallel zum Bankdarlehen und wird über die Hausbank beantragt. Der KfW-Kredit wird auf die förderfähige Summe angerechnet; der Rest kommt von der Bank. Wichtig: Der KfW-Antrag muss vor Baubeginn bzw. vor Vertragsabschluss mit dem Bauunternehmer gestellt sein. **Was sind Bereitstellungszinsen und wie meide ich sie?** Bereitstellungszinsen sind Gebühren der Bank für noch nicht abgerufene Darlehensteile. Sie fallen typischerweise nach 6 bis 12 Monaten Karenzzeit an (0,25 % pro Monat). Bei einem 18-monatigen Bauprojekt und 350.000 Euro Gesamtkredit können das schnell 3.000 bis 5.000 Euro Zusatzkosten werden. Gegenmittel: Bau-Zeitplan und Abrufplan vor Vertragsschluss mit Bank und Bauunternehmer abstimmen, und wenn möglich eine Bank wählen, die eine längere bereitstellungszinsfreie Zeit anbietet. **Wie verändert sich meine Rate, wenn die Zinsen bei der Anschlussfinanzierung höher sind?** Konkretes Beispiel: 280.000 Euro Restschuld nach 10 Jahren, aktuell 3,90 %, Anschlussfinanzierung bei hypothetischen 5,5 %. Bei gleicher Tilgung (2 %) steigt die Monatsrate von rund 1.375 Euro auf rund 2.100 Euro, ein Anstieg von über 50 %. Das zeigt, warum Tilgungsgeschwindigkeit und Zinsbindungsdauer heute strategische Entscheidungen sind. Quellen: - Interhyp Zinstabelle Mai 2026 (11.–17.05.2026): https://www.interhyp.de/zinsen/ - Dr. Klein: Aktuelle Bauzinsen Mai 2026 (Stand 13.05.2026): https://www.drklein.de/aktuelle-bauzinsen.html - Capitalo: Bauzinsen Mai 2026 – Markt verharrt bei 4 Prozent: https://www.capitalo.de/anbieter/capitalo/news/bauzinsen-aktuell - Finanztip: Aktuelle Bauzinsen 2026: https://www.finanztip.de/baufinanzierung/hypothekenzinsen/ --- # KfW 455-B Barrierereduzierung 2026: Antragstopp seit 31. Juli, was jetzt noch geht URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-455-b-barrierereduzierung-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Der KfW-Zuschuss Barrierereduzierung (455-B) ist für 2026 vorbei. Die KfW hatte das Programm am 8. April 2026 wieder geöffnet, am 31. Juli 2026 waren die Bundesmittel für dieses Jahr vollständig mit Anträgen belegt. Seitdem nimmt die KfW keine neuen Anträge mehr an. Wer bereits eine Zusage hat, bekommt seinen Zuschuss. Wer jetzt erst plant, muss auf andere Förderwege ausweichen oder auf eine Neuauflage 2027 hoffen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist KfW 455-B Barrierereduzierung? **KfW 455-B ist ein Zuschuss, kein Kredit, für Maßnahmen, die Barrieren in bestehenden Wohngebäuden abbauen. Es gab bis zu 2.500 Euro für Einzelmaßnahmen und bis zu 6.250 Euro für den Standard „Altersgerechtes Haus“. Seit dem 31. Juli 2026 ist keine Antragstellung mehr möglich.** Antragsberechtigt waren Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen, Vermieter, Wohnungseigentümergemeinschaften sowie Mieter für Vorhaben an ihrem Mietobjekt. Eine Einkommensgrenze gab es nicht. Den Antrag stellte man direkt im KfW-Zuschussportal, ohne Bank. Gefördert wurden nur Umbauten im Bestand, nicht der Neubau. Der Zuschuss wurde nach Abschluss des Vorhabens auf das Konto überwiesen. ## Aktueller Stand: Antragstopp seit 31. Juli 2026 **Laut KfW-Meldung vom 31. Juli 2026 sind die vom Bundesbauministerium für 2026 bereitgestellten Mittel vollständig mit Anträgen belegt. Neue Anträge sind nicht mehr möglich, bestehende Zusagen bleiben gültig.** Was das konkret heißt: - **Antrag schon gestellt**: Die KfW bearbeitet alle bis zum Stopp eingegangenen Anträge und sagt sie zu, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. - **Zusage vorhanden**: Der Zuschuss ist reserviert. Die KfW zahlt aus, sobald du die Umsetzung nachweist. Dafür hast du 36 Monate ab Zusage Zeit. - **Noch kein Antrag**: Für 2026 ist der Zug abgefahren. Laut KfW wird eine Antragstellung wieder möglich sein, falls 2027 erneut Bundesmittel bereitstehen. Ob und wann das passiert, ist offen. Wichtig für später: Ein Antrag ist nur möglich, solange du noch nicht mit dem Vorhaben begonnen hast. Wer auf eine Neuauflage 2027 setzen will, sollte also noch keine Handwerkerverträge ohne Vorbehalt schließen. ## Die Konditionen, wie sie bis zum Stopp galten **Die KfW zahlte 10 Prozent der förderfähigen Kosten für Einzelmaßnahmen (höchstens 2.500 Euro) und 12,5 Prozent für den Standard „Altersgerechtes Haus“ (höchstens 6.250 Euro je Wohneinheit).** | Maßnahmentyp | Fördersatz | Max. förderfähige Kosten | Maximaler Zuschuss | |---|---|---|---| | Einzelmaßnahmen Barrierereduzierung | 10 % | 25.000 € | 2.500 € | | Standard „Altersgerechtes Haus“ | 12,5 % | 50.000 € | 6.250 € | *Quelle: KfW-Meldung vom 07.04.2026 und Merkblatt 455-B, Stand 04/2026.* Ein Antrag war ab 2.000 Euro förderfähiger Investition möglich. Frühere Zusagen aus den Programmen 159 und 455 wurden auf die Höchstbeträge angerechnet. Ein Rechenbeispiel: Breitere Badtür, bodengleiche Dusche und Haltegriffe für zusammen 18.000 Euro hätten als Einzelmaßnahmen 1.800 Euro Zuschuss gebracht (10 Prozent, eigene Rechnung). ## Wer war berechtigt? Voraussetzungen im Detail **Gefördert wurden Bestandsgebäude ohne Einkommensgrenze, für Eigentümer, Vermieter, Wohnungseigentümergemeinschaften und Mieter. Der Antrag musste vor dem Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen gestellt werden.** **Personenbezogene Voraussetzungen:** - Eigentümer selbst genutzter oder vermieteter Wohngebäude und Eigentumswohnungen - Wohnungseigentümergemeinschaften für gemeinschaftliche Umbauten, mit Beschluss der Eigentümerversammlung - Mieter für Vorhaben an ihrem Mietobjekt; die KfW empfiehlt eine Modernisierungsvereinbarung mit dem Vermieter - Keine Einkommensgrenze **Objektbezogene Voraussetzungen:** - Bestehendes Wohngebäude, kein Neubau - Auch der Kauf frisch umgebauter Wohnungen innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme war förderfähig **Formale Voraussetzungen:** - Ausführung durch Fachunternehmen, Eigenleistung ist nicht förderfähig - Einhaltung der technischen Mindestanforderungen aus der Anlage zum Merkblatt - Antrag im KfW-Zuschussportal vor Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen; Planung und Beratung zählen nicht als Beginn ## Förderfähige Maßnahmen im Überblick **Gefördert wurden bauliche Maßnahmen, die Barrieren reduzieren, vom Eingang über Bad und WC bis zu fest installierten Assistenzsystemen. Jede Maßnahme musste die technischen Mindestanforderungen der KfW erfüllen.** Typische förderfähige Bereiche laut Merkblatt und Anlage: **Eingang und Außenanlage:** - Stufenloser Zugang, Rampen, Handläufe - Breitere Haustüren und Türöffnungssysteme - Beleuchtung und Orientierungshilfen **Innentüren und Schwellen:** - Türverbreiterung - Schwellenabbau **Bad und WC:** - Bodengleiche Dusche - Haltegriffe und Stützklappgriffe - Unterfahrbare Waschtische **Treppen und Aufzüge:** - Treppenlifte, Plattformlifte, Aufzüge **Orientierung und Unterstützung im Alltag:** - Fest installierte Assistenzsysteme wie Türöffner oder Notrufsysteme Nicht gefördert wurden Einrichtungsgegenstände und Unterhaltungselektronik wie Smartphones oder Tablets. Neue Fenster laufen ausschließlich über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Für den Standard „Altersgerechtes Haus“ war ein Sachverständiger Pflicht, etwa ein Architekt oder Bauingenieur. ## Kosten und Zuschussberechnung: Rechenbeispiele **Der Zuschuss betrug 10 Prozent bei Einzelmaßnahmen und 12,5 Prozent beim Standard „Altersgerechtes Haus“. Für Zusagen, die noch ausgezahlt werden, gilt diese Rechnung weiter.** | Gesamtkosten (Beispiel) | Förderweg | Zuschuss (eigene Rechnung) | Eigenanteil | |---|---|---|---| | 9.000 € | Einzelmaßnahmen, 10 % | 900 € | 8.100 € | | 25.000 € | Einzelmaßnahmen, 10 % | 2.500 € (Höchstbetrag) | 22.500 € | | 42.000 € | Altersgerechtes Haus, 12,5 % | 5.250 € | 36.750 € | | 50.000 € | Altersgerechtes Haus, 12,5 % | 6.250 € (Höchstbetrag) | 43.750 € | *Beispielbeträge frei gewählt, Zuschuss nach den Sätzen des Merkblatts 455-B gerechnet.* Was ein Umbau in deinem Haus kostet, hängt stark von Bausubstanz, Ausstattung und Region ab. Hol mehrere Angebote ein. Den gesamten Finanzierungsbedarf kalkulierst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner), die typischen Kostenblöcke eines Hauses zeigt die Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## Was du mit einer bestehenden Zusage jetzt tun musst **Mit Zusage ist dein Zuschuss reserviert. Du musst das Vorhaben innerhalb von 36 Monaten umsetzen und im Zuschussportal nachweisen, sonst verfällt der Anspruch.** 1. **Identität nachweisen**: Nach der Zusage identifizierst du dich im KfW-Zuschussportal, per SCHUFA-Identitäts-Check, Video-Ident oder Postident. 2. **Maßnahmen ausführen lassen**: nur durch Fachunternehmen, nach den technischen Mindestanforderungen. 3. **Rechnungen hochladen**: Im Zuschussportal unter „Auszahlung beantragen“. Die Rechnungen müssen auf den Zuschussempfänger ausgestellt sein. Rechnungen für Leistungen, die vor dem Zusagedatum begonnen wurden, erkennt die KfW nicht an. 4. **Beim Standard „Altersgerechtes Haus“**: zusätzlich die „Bestätigung nach Durchführung“ des Sachverständigen hochladen. 5. **Auszahlung**: in der Regel zum Ende des Monats nach der Prüfung. Einen Überblick über die übrigen KfW-Programme findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Alternativen zu KfW 455-B **Weiter verfügbar ist der KfW-Kredit 159 Altersgerecht Umbauen mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Bei anerkanntem Pflegegrad kommt der Zuschuss der Pflegekasse nach § 40 SGB XI infrage, dazu Programme der Länder.** - **KfW 159 Altersgerecht Umbauen (Kredit)**: bis 50.000 Euro je Wohneinheit, für Eigentümer und Mieter, ohne Einkommensgrenze. Den Antrag stellst du über deine Bank, vor Baubeginn. Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 kostet der Kredit je nach Laufzeit und Zinsbindung 3,39 bis 4,24 Prozent effektiv. - **Pflegekasse (§ 40 Abs. 4 SGB XI)**: bis 4.180 Euro je Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, wenn ein Pflegegrad vorliegt. - **Länderprogramme**: Die NRW.BANK und andere Landesförderbanken haben eigene Angebote für altersgerechtes Wohnen. Regionale Baukosten findest du etwa auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). - **Steuerermäßigung (§ 35a EStG)**: 20 Prozent der Handwerkerlöhne, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Das gilt aber nicht für Maßnahmen, für die du einen KfW-Zuschuss oder einen zinsverbilligten Kredit nutzt. Laut Merkblatt 455-B ist die Kombination ausdrücklich ausgeschlossen. Wird beim Umbau auch die Heizung getauscht, ist dafür die KfW-Heizungsförderung 458 zuständig. Sie gilt für bestehende Wohngebäude und hat ein eigenes Antragsverfahren. ## FAQ: KfW 455-B Barrierereduzierung 2026 **Kann ich KfW 455-B noch beantragen?** Nein. Seit dem 31. Juli 2026 nimmt die KfW keine Anträge mehr an, weil die Mittel für 2026 vollständig belegt sind. Bereits gestellte Anträge werden bearbeitet, bestehende Zusagen bleiben gültig. **Wie hoch war der Zuschuss bei KfW 455-B?** 10 Prozent der förderfähigen Kosten für Einzelmaßnahmen, höchstens 2.500 Euro je Wohneinheit. Für den Standard „Altersgerechtes Haus“ 12,5 Prozent, höchstens 6.250 Euro. Förderfähig waren bis zu 25.000 bzw. 50.000 Euro. **Gibt es KfW 455-B 2027 wieder?** Das ist offen. Die KfW schreibt, eine Antragstellung werde wieder möglich sein, falls 2027 erneut Bundesmittel bereitgestellt werden. Sobald es Neuigkeiten gibt, informiert sie auf ihrer Produktseite. **Brauchte ich einen Sachverständigen?** Für Einzelmaßnahmen nicht. Für den Standard „Altersgerechtes Haus“ war ein Sachverständiger Pflicht, der das Vorhaben begleitet und die Einhaltung des Standards bestätigt. **Kann ich den KfW-Kredit 159 mit einer 455-B-Zusage kombinieren?** Nicht für dieselbe Maßnahme. Laut Merkblatt 455-B dürfen Zuschuss und Kredit 159 nicht für dieselbe Maßnahme genutzt werden. Für einen anderen Teil des Umbaus ist der Kredit möglich. **Gilt KfW 455-B auch für den Neubau?** Nein. Das Programm galt nur für bestehende Wohngebäude und den Kauf frisch umgebauter Bestandswohnungen. Für einen Neubau kommen andere Programme infrage, etwa der Klimafreundliche Neubau (297/298) oder für Familien KfW 300. Quellen: - KfW: Barrierereduzierung, Investitionszuschuss (455-B): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-Investitionszuschuss-(455)/ - KfW-Meldung 31.07.2026: Antragstopp Barrierereduzierung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_903232.html - KfW-Meldung 07.04.2026: Wiederaufnahme der Zuschussförderung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details_889024.html - KfW-Merkblatt 455-B, Stand 04/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%c3%b6rderprogramme-(Inlandsf%c3%b6rderung)/PDF-Dokumente/6000004452_M_455_B.PDF - KfW: Altersgerecht Umbauen, Kredit (159): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestehende-Immobilie/F%C3%B6rderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-(159)/ - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - § 35a EStG (gesetze-im-internet.de): https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html --- # KfW 300 Wohneigentum für Familien 2026: Bis zu 270.000 € Kredit ab 0,01 % effektiv URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-300-wohneigentum-familien-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das KfW-Programm Wohneigentum für Familien (Programm 300) gibt Familien mit Kindern einen zinsverbilligten Kredit für den Neubau oder Erstkauf einer klimafreundlichen Wohnimmobilie. Je nach Kinderzahl und Gebäudestandard sind 170.000 bis 270.000 Euro möglich. Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 liegt der effektive Jahreszins zwischen 0,01 und 1,16 Prozent, je nach Laufzeit. Wohnungsbaukredite kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist KfW 300 Wohneigentum für Familien? **KfW 300 ist ein zinsverbilligter Kredit für Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, die ein klimafreundliches Haus oder eine Eigentumswohnung bauen oder erstmals kaufen und selbst bewohnen. Je nach Kinderzahl und Standard sind 170.000 bis 270.000 Euro möglich.** Das Programm richtet sich an Haushalte, die zum Zeitpunkt der Antragstellung kein Wohneigentum in Deutschland haben. Wer bereits Eigentümer eines Wohngebäudes oder eines Anteils daran ist, wird nicht gefördert. Auch wer schon Baukindergeld (Programm 424) bekommen hat, ist ausgeschlossen. KfW 300 ist kein Zuschuss, sondern ein Darlehen. Die Förderung liegt im niedrigen Zins. Voraussetzung ist mindestens das Klimafreundliche Wohngebäude, also ein Effizienzhaus 40 mit Ökobilanz-Nachweis. Das unterscheidet KfW 300 vom Wohneigentumsprogramm 124, das keine Energieanforderungen kennt und deutlich teurer ist. ## Aktuelle KfW-300-Konditionen im Oktober 2026 **Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 kostet KfW 300 effektiv 0,01 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 0,72 Prozent bei 25 Jahren und 1,00 Prozent bei 35 Jahren. Die Zinsbindung beträgt immer 10 Jahre.** | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektiver Jahreszins | Marktdurchschnitt (Bundesbank, August 2026) | |---|---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 0,01 % | 3,81 % (5 bis 10 Jahre Zinsbindung) | | 25 / 3 / 10 Jahre | 0,72 % | 3,81 % (5 bis 10 Jahre Zinsbindung) | | 35 / 5 / 10 Jahre | 1,00 % | 3,81 % (5 bis 10 Jahre Zinsbindung) | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 1,16 % | 3,81 % (5 bis 10 Jahre Zinsbindung) | *Quellen: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026; Deutsche Bundesbank, Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026.* Eine Zinsbindung von 20 Jahren bietet die KfW in diesem Programm nicht an. Nach 10 Jahren wird die Restschuld neu verhandelt. Wer ein Einfamilienhaus über Jahrzehnte abbezahlt, wählt meist 25 oder 35 Jahre Laufzeit. Auch dann liegt der KfW-Zins mit 0,72 bzw. 1,00 Prozent rund 3 Prozentpunkte unter dem Marktdurchschnitt. Die KfW legt den Zins bei der Zusage fest, die tagesaktuellen Sätze kennt deine Bank. ## Kreditbeträge und Einkommensgrenzen im Überblick **KfW 300 staffelt die Kredithöchstbeträge nach Kinderzahl und Förderstufe: von 170.000 Euro für ein oder zwei Kinder ohne QNG bis 270.000 Euro ab fünf Kindern mit QNG-Siegel.** | Anzahl Kinder | Einkommensgrenze | Kredit ohne QNG | Kredit mit QNG | |---|---|---|---| | 1 Kind | 90.000 € | 170.000 € | 220.000 € | | 2 Kinder | 100.000 € | 170.000 € | 220.000 € | | 3 Kinder | 110.000 € | 200.000 € | 250.000 € | | 4 Kinder | 120.000 € | 200.000 € | 250.000 € | | ab 5 Kinder | 130.000 € + 10.000 € je weiteres Kind | 220.000 € | 270.000 € | *Quelle: KfW-Produktseite 300, abgerufen am 07.10.2026.* Maßgeblich ist das zu versteuernde Haushaltseinkommen, nicht das Bruttogehalt. Die KfW verlangt die Einkommensteuerbescheide des vorletzten und vorvorletzten Jahres, für Anträge 2026 also die Bescheide für 2024 und 2023. Wie viele Kinder zählen, richtet sich nach dem Tag der Antragstellung. Das QNG-Siegel (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) geht über den Energiestandard hinaus und wird durch ein Nachhaltigkeitszertifikat bestätigt. Mit QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM steigt der Kredithöchstbetrag um 50.000 Euro. Den gesamten Finanzierungsbedarf deines Projekts kalkulierst du am schnellsten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Voraussetzungen: Wer bekommt KfW 300? **Voraussetzung sind mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt, kein Wohneigentum in Deutschland, Selbstnutzung mit mindestens 50 Prozent Miteigentumsquote, die Einkommensgrenze und ein Effizienzhaus 40 ohne Öl-, Gas- oder Biomasseheizung.** **Personenbezogene Voraussetzungen:** - Mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt - Die geförderte Immobilie ist deine einzige Wohnimmobilie in Deutschland, du besitzt bei Antragstellung kein Wohngebäude und keinen Anteil daran - Du bewohnst die Immobilie selbst und hältst mindestens 50 Prozent Miteigentum - Zu versteuerndes Haushaltseinkommen innerhalb der Grenzen (s. Tabelle oben) - Kein früherer Bezug von Baukindergeld (Programm 424) **Technische Voraussetzungen:** - Mindestens Klimafreundliches Wohngebäude: Effizienzhaus 40 mit Ökobilanz-Nachweis - Keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung - Bestätigung durch einen Energieeffizienz-Experten - Optional: QNG-Zertifikat für einen höheren Kreditbetrag In der Praxis heißt das: sehr gute Wärmedämmung, dreifach verglaste Fenster, meist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und in der Regel eine Wärmepumpe oder Fernwärme. Wie viel das gegenüber einem einfacheren Standard mehr kostet, hängt stark vom Entwurf ab. Lass dir die Mehrkosten konkret beziffern. Eine Übersicht der Baukosten für ein Einfamilienhaus findest du auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## Wie viel sparst du gegenüber einem Marktkredit? **Grob gerechnet zahlst du bei 170.000 Euro KfW-300-Kredit (25 Jahre Laufzeit, 3 Jahre tilgungsfrei) in den ersten 10 Jahren rund 11.000 Euro Zinsen. Zum Marktdurchschnitt von 3,81 Prozent wären es rund 60.000 Euro.** Rechenbeispiel für eine Familie mit zwei Kindern, 170.000 Euro Kredit, 25 Jahre Laufzeit, 3 Jahre tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung: | Finanzierung | Effektivzins | Zinsen in den ersten 10 Jahren (grob) | |---|---|---| | KfW 300, 25/3/10 | 0,72 % | ca. 11.000 € | | Marktdurchschnitt (Bundesbank, August 2026) | 3,81 % | ca. 60.000 € | *Eigene grobe Rechnung: Annuität mit monatlicher Rate nach 3 tilgungsfreien Jahren, Effektivzins vereinfacht als Sollzins angesetzt. Zinssätze: KfW-Konditionenübersicht 06.10.2026, Deutsche Bundesbank (Wohnungsbaukredite 5 bis 10 Jahre Zinsbindung, August 2026). Ein echtes Bankangebot kann abweichen.* Nach 10 Jahren endet die Zinsbindung. Was danach gilt, hängt vom dann gültigen Zinsniveau ab. Den Unterschied solltest du deshalb nicht über die volle Laufzeit hochrechnen. Wie stark die Baukosten regional schwanken, siehst du am Beispiel Bayern auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## So beantragst du KfW 300: Schritt für Schritt **Den Antrag stellst du über deine Bank, bevor du Liefer-, Leistungs- oder Kaufverträge ohne Vorbehalt abschließt. Mit dem Bau darfst du erst nach Antragstellung beginnen.** 1. **Einkommensnachweis vorbereiten**: Sammle die Einkommensteuerbescheide des vorletzten und vorvorletzten Jahres, für 2026 also 2024 und 2023, dazu die Geburtsurkunden der Kinder. 2. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Er erstellt die Ökobilanz und die Bestätigung zum Antrag. Bei der QNG-Stufe kommt ein Nachhaltigkeitsberater dazu. Je früher beide in die Planung eingebunden sind, desto besser. 3. **Finanzierungspartner kontaktieren**: Der Antrag läuft über deine Bank, Sparkasse oder einen Vermittler, nicht direkt bei der KfW. 4. **Antrag einreichen**: Verträge mit aufschiebender Bedingung darfst du vorher schließen. Mit dem Bau beginnst du erst nach Antragstellung, beim Kauf zahlst du den Kaufpreis erst danach. 5. **Grundbuchauszug vorlegen**: Er muss zeigen, dass die im Haushalt lebenden Partner zu mindestens 50 Prozent Eigentümer sind. 6. **Fertigstellung nachweisen**: Nach Abschluss bestätigt der Energieeffizienz-Experte den erreichten Standard. Ein häufiger Fehler: Der Energieberater wird erst eingebunden, wenn die Planung fertig ist. Korrekturen an Dämmung oder Haustechnik sind dann teuer. Eine Übersicht der KfW-Förderprogramme findest du im Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## KfW 300 mit anderen Programmen kombinieren **KfW 300 lässt sich nicht mit dem Klimafreundlichen Neubau (297/298) für dieselbe Wohnung kombinieren. Mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm 124 ist die Kombination dagegen ausdrücklich möglich.** Was geht und was nicht: - **KfW 124 Wohneigentumsprogramm**: kombinierbar. Die KfW zeigt selbst ein Beispiel, in dem eine Familie 170.000 Euro aus KfW 300 mit 100.000 Euro aus KfW 124 verbindet. KfW 124 kostet aktuell 4,53 bis 4,60 Prozent effektiv. - **KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau**: für dieselbe Wohneinheit ausgeschlossen. Du musst dich für eines der beiden Programme entscheiden. - **KfW 458 Heizungsförderung**: gilt nur für bestehende Gebäude, im Neubau gibt es keinen Heizungszuschuss aus der BEG. - **Länderprogramme**: Viele Bundesländer, etwa über die BayernLabo oder die NRW.BANK, bieten eigene Wohnraumförderung. Ob und wie sie mit KfW 300 kombinierbar ist, erfragst du bei der jeweiligen Landesförderbank. ## FAQ: KfW 300 Wohneigentum für Familien 2026 **Wie hoch ist der aktuelle Zinssatz bei KfW 300?** Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 effektiv 0,01 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit, 0,72 Prozent bei 25 Jahren, 1,00 Prozent bei 35 Jahren und 1,16 Prozent endfällig, jeweils mit 10 Jahren Zinsbindung. Die KfW legt den Zins bei der Zusage fest. **Wer darf KfW 300 beantragen?** Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt, die bei Antragstellung kein Wohneigentum in Deutschland haben, die Einkommensgrenze einhalten und die Immobilie selbst bewohnen. Wer schon Baukindergeld bezogen hat oder vermieten will, ist ausgeschlossen. **Wie viel Kredit bekommt eine Familie mit 2 Kindern?** Höchstens 170.000 Euro ohne QNG-Zertifikat und bis zu 220.000 Euro mit QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf höchstens 100.000 Euro betragen. **Was ist der Unterschied zwischen KfW 300 und KfW 297/298?** KfW 300 richtet sich nur an Familien mit Kindern, hat Einkommensgrenzen, höhere Kreditbeträge bis 270.000 Euro und niedrigere Zinsen. KfW 297/298 steht allen Bauherren offen, bis 100.000 Euro bzw. 150.000 Euro mit QNG, effektiv ab 1,96 Prozent beim EH40. Für dieselbe Wohnung lassen sich die beiden Programme nicht kombinieren. **Muss ich das Haus selbst bewohnen?** Ja. KfW 300 gilt nur für selbst genutztes Wohneigentum. Die im Haushalt lebenden Partner müssen zusammen mindestens 50 Prozent Miteigentum halten. Vermieter und Käufer von Ferienimmobilien sind nicht förderberechtigt. **Was passiert, wenn ich die Einkommensgrenze knapp überschreite?** Dann ist KfW 300 ausgeschlossen. Als Alternative bleibt der Klimafreundliche Neubau (KfW 297) ohne Einkommensgrenze, mit bis zu 100.000 Euro, mit QNG bis 150.000 Euro. Wer ein EH55-Haus mit gültiger Baugenehmigung plant, kann bis 31. Dezember 2026 auch die EH55-Stufe zu effektiv 1,00 Prozent beantragen. Quellen: - KfW: Wohneigentum für Familien, Neubau (300): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Wohneigentum-f%C3%BCr-Familien-(300)/ - KfW-Merkblatt 300, Stand 12/2025: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005060_M_300_WEF.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # KfW Klimafreundlicher Neubau 2026: Aktuelle Zinsen für EH55 und EH40, Frist bis 31. Dezember URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-klimafreundlicher-neubau-2026-zinsen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das wichtigste Neubau-Förderprogramm der KfW ist der Klimafreundliche Neubau mit den Programmnummern 297 und 298. Im Oktober 2026 kostet die befristete Effizienzhaus-55-Stufe effektiv ab 1,00 Prozent, das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40) ab 1,96 Prozent. Der Marktdurchschnitt lag im August 2026 laut Bundesbank bei 3,81 Prozent. Die EH55-Stufe läuft nicht mehr nur bis zum 30. Juni, sondern bis spätestens 31. Dezember 2026. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist KfW Klimafreundlicher Neubau (Programm 297/298)? **KfW 297 und 298 fördern den Neubau und den Ersterwerb klimafreundlicher Wohngebäude mit einem zinsverbilligten Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro. Öl- und Gasheizungen sind ausgeschlossen, einen Tilgungszuschuss gibt es nicht.** Die Programmnummer richtet sich nach dem Antragsteller, nicht nach dem Bauvorhaben: **297** gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen, also Vermieter, Unternehmen, Wohnungseigentümergemeinschaften und weitere Investoren. Beide Nummern fördern den Neubau ebenso wie den Ersterwerb, also den Kauf innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme. Es gibt drei Förderstufen: das befristete **Effizienzhaus 55**, das **Klimafreundliche Wohngebäude** (Effizienzhaus 40 plus Anforderung an die Ökobilanz) und das **Klimafreundliche Wohngebäude mit QNG**. Nach dem Förderstopp vom 24. Januar 2022 gab es das EH55 im Neubau lange nicht. Seit dem 16. Dezember 2025 ist es befristet wieder dabei. ## Die KfW-Zinssätze im Oktober 2026 im Überblick **Die EH55-Stufe kostet effektiv 1,00 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung), das EH40 1,96 Prozent. Bei längeren Laufzeiten liegen die Sätze höher.** | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | EH55 | EH40 und EH40 mit QNG | |---|---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 1,00 % | 1,96 % | | 25 / 3 / 10 Jahre | 2,05 % | 2,85 % | | 35 / 5 / 10 Jahre | 2,21 % | 2,98 % | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 2,30 % | 3,05 % | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026, effektive Jahreszinsen. EH55-Sätze gültig seit 10.04.2026, EH40-Sätze seit 17.09.2026.* | Förderstufe | Max. Kredit je Wohneinheit | Heizung | Befristet? | |---|---|---|---| | Effizienzhaus 55 | 100.000 € | keine Öl- oder Gasheizung, Biomasse erlaubt | Ja, Antragseingang bis 31.12.2026 | | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40 + Ökobilanz) | 100.000 € | kein Öl, Gas, keine Biomasse | Nein, Haushaltsvorbehalt | | Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG | 150.000 € | kein Öl, Gas, keine Biomasse | Nein, Haushaltsvorbehalt | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298, abgerufen am 07.10.2026.* Die Ökobilanz (Lebenszyklusanalyse, LCA) berechnet die Treibhausgasemissionen des Gebäudes über seinen Lebenszyklus. Sie ist für das Klimafreundliche Wohngebäude Pflicht und wird vom Energieeffizienz-Experten erstellt. Die Zinsen legt die KfW bei der Zusage fest. Deine Bank kennt die tagesaktuellen Sätze. ## EH55-Förderung läuft bis 31. Dezember 2026 **Die EH55-Stufe sollte ursprünglich am 30. Juni 2026 enden. Am 19. Juni 2026 haben Bund und KfW sie bis spätestens 31. Dezember 2026 verlängert. Maßgeblich ist der Antragseingang bei der KfW, bei vorzeitig erschöpften Mitteln endet sie früher.** Für die EH55-Stufe stehen 800 Millionen Euro Bundesmittel für 2025 und 2026 bereit. Einen Rechtsanspruch auf Förderung gibt es nicht. Wie viel noch frei ist, veröffentlicht die KfW nicht laufend. Was du jetzt prüfen solltest: - Liegt eine gültige Baugenehmigung vor? Für das EH55 ist sie bei Antragstellung Pflicht, ein gestellter Bauantrag reicht nicht. - Ist ein Energieeffizienz-Experte aus der Energieeffizienz-Expertenliste beauftragt? - Wird der Antrag vor Beginn des Vorhabens gestellt? Als Beginn gilt der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Kaufvertrags. Planung und Beratung zählen nicht dazu. Für Bauherren, die noch in der frühen Planungsphase stecken, ist das Klimafreundliche Wohngebäude die Alternative ohne feste Frist. Es ist derzeit teurer als das EH55, mit QNG-Siegel aber bis 150.000 Euro Kredit möglich. ## Voraussetzungen: Was muss dein Neubau erfüllen? **Das Gebäude muss mindestens den EH55-Standard erreichen und darf nicht mit Öl oder Gas beheizt werden. Für das Klimafreundliche Wohngebäude kommen der EH40-Standard, eine Ökobilanz und der Ausschluss von Biomasse hinzu.** **Für EH55 (Antrag bis 31. Dezember 2026):** - Primärenergiebedarf: höchstens 55 Prozent des Referenzgebäudes nach GEG - Transmissionswärmeverlust: höchstens 70 Prozent des Referenzwerts - Keine Öl- oder Gasheizung; eine Biomasseheizung wie Pellets ist erlaubt - Gültige Baugenehmigung bei Antragstellung - Baubeginn bzw. Kauf- oder Bauträgervertrag frühestens ab 16. Dezember 2025 **Für das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40):** - Primärenergiebedarf: höchstens 40 Prozent des Referenzgebäudes - Transmissionswärmeverlust: höchstens 55 Prozent des Referenzwerts - Keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung - Ökobilanz mit Grenzwert für Treibhausgasemissionen - Optional: QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM für bis zu 150.000 Euro Kredit In der Praxis braucht ein EH40-Haus eine sehr gute Gebäudehülle, dreifach verglaste Fenster, meist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und in der Regel eine Wärmepumpe oder Fernwärme. Wie viel das gegenüber dem EH55 mehr kostet, hängt stark vom Entwurf ab. Lass dir die Mehrkosten von deinem Energieeffizienz-Experten oder Architekten beziffern. Den gesamten Kostenrahmen deines Bauprojekts kalkulierst du am schnellsten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Wie viel Geld sparst du gegenüber einem Marktkredit? **Grob gerechnet zahlst du auf 100.000 Euro mit dem EH55-Kredit über 10 Jahre rund 6.100 Euro Zinsen, mit dem EH40-Kredit rund 12.000 Euro und bei einem Marktzins von 3,81 Prozent rund 23.800 Euro.** | Finanzierung | Effektivzins | Zinsen über 10 Jahre (grob) | |---|---|---| | KfW EH55, 10/2/10 | 1,00 % | ca. 6.100 € | | KfW EH40, 10/2/10 | 1,96 % | ca. 12.000 € | | Marktdurchschnitt (Bundesbank, August 2026) | 3,81 % | ca. 23.800 € | *Eigene grobe Rechnung: 100.000 Euro, 2 Jahre tilgungsfrei, danach 8 Jahre Annuität mit monatlicher Rate bis zur vollen Tilgung, Effektivzins vereinfacht als Sollzins angesetzt. Quellen der Zinssätze: KfW-Konditionenübersicht 06.10.2026, Deutsche Bundesbank (Wohnungsbaukredite 5 bis 10 Jahre Zinsbindung, August 2026). Dein Bankangebot kann abweichen.* Bei längeren Laufzeiten, etwa 25 oder 35 Jahren, ist der Abstand zum Markt kleiner, weil auch die KfW-Sätze höher liegen. In teuren Regionen ist der KfW-Kredit oft ein wichtiger Baustein der Budgetplanung. Vergleichswerte findest du auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## So beantragst du KfW 297/298: Schritt für Schritt **Der Antrag läuft über deine Bank und muss bei der KfW eingegangen sein, bevor du Bau-, Liefer- oder Kaufverträge ohne Vorbehalt schließt. Wer vorher Verträge abschließt, verliert den Anspruch auf Förderung.** 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen**: Er muss in der Energieeffizienz-Expertenliste geführt sein und erstellt die Bestätigung zum Antrag, beim EH40 inklusive Ökobilanz. 2. **Bank kontaktieren**: Den Antrag stellst du nicht direkt bei der KfW, sondern über deine Bank, Sparkasse oder einen Finanzierungsvermittler. 3. **Antrag einreichen**: Maßgeblich ist der Eingang bei der KfW, nicht bei der Bank. Verträge mit aufschiebender oder auflösender Bedingung sind vorher erlaubt, Details stehen im Merkblatt 297/298. 4. **Baubeginn**: Nach Antragseingang bei der KfW darfst du beginnen. Vor der Zusage geschieht das auf eigenes Risiko. 5. **Mittel abrufen**: Die Abruffrist beträgt 12 Monate nach Zusage. Für noch nicht ausgezahlte Beträge verlängert sie sich ohne Antrag um bis zu 24 Monate. Ab dem 13. Monat berechnet die KfW eine Bereitstellungsprovision von 0,15 Prozent pro Monat. 6. **Nachweis einreichen**: Nach Abschluss bestätigt der Energieeffizienz-Experte, dass der geförderte Standard erreicht wurde. Ein häufiger Fehler: Der Energieberater wird zu spät beauftragt. Ist das Haus fertig geplant, sind Korrekturen an Hülle oder Haustechnik teuer. Wer den Experten parallel zum Architekten einbindet, spart Umplanungen. Für ein Einfamilienhaus sind die Kostenblöcke auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) aufgeschlüsselt. ## KfW 297/298 mit anderen Förderungen kombinieren **Laut Merkblatt lässt sich KfW 297/298 grundsätzlich mit anderen Krediten und Zuschüssen kombinieren, solange die Summe die förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Ausgeschlossen sind unter anderem KfW 300 für dieselbe Wohneinheit und die BEG für dieselbe Maßnahme.** Typische Kombinationen und Grenzen: - **KfW 124 Wohneigentumsprogramm**: kombinierbar, ohne Effizienzanforderung, aktuell 4,53 bis 4,60 Prozent effektiv und damit kaum günstiger als ein Bankdarlehen. - **Länderprogramme**: Viele Bundesländer, etwa über die BayernLabo oder die NRW.BANK, bieten eigene Wohnraumförderung. Die Bedingungen erfragst du bei der Landesförderbank. - **KfW 300 Wohneigentum für Familien**: für dieselbe Wohneinheit nicht mit 297/298 kombinierbar. - **KfW 458 Heizungsförderung**: nur für bestehende Gebäude, deren Bauantrag mindestens 5 Jahre zurückliegt. Im Neubau gibt es keinen Heizungszuschuss aus der BEG. - **EEG**: Für dieselben förderfähigen Kosten ist die Kombination mit einer Förderung nach dem EEG ausgeschlossen. Kläre die Kombination vorab mit deiner Bank und dem Energieeffizienz-Experten. Einen Überblick über weitere Programme findest du im Ratgeber [Sanierung und Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/sanierung-foerderung). ## FAQ: KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau 2026 **Wie hoch ist der KfW-Zins für den Klimafreundlichen Neubau?** Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026: EH55 effektiv 1,00 Prozent, EH40 1,96 Prozent, jeweils bei 10 Jahren Laufzeit, 2 tilgungsfreien Jahren und 10 Jahren Zinsbindung. Bei 35 Jahren Laufzeit sind es 2,21 bzw. 2,98 Prozent. **Bis wann kann ich noch EH55-Förderung beantragen?** Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingegangen sein. Die ursprüngliche Frist 30. Juni 2026 wurde am 19. Juni 2026 verlängert. Sind die 800 Millionen Euro vorher vergeben, endet die Stufe früher. **Was ist der Unterschied zwischen KfW 297 und KfW 298?** 297 gilt für Privatpersonen, die das Haus oder die Wohnung selbst bewohnen. 298 gilt für alle anderen Antragsteller, etwa Vermieter, Unternehmen oder Wohnungseigentümergemeinschaften. Förderstufen, Zinssätze und technische Anforderungen sind gleich. Neubau und Ersterwerb sind in beiden Programmen möglich. **Kann ich KfW 297/298 für ein Fertighaus beantragen?** Ja. Fertighäuser sind genauso förderfähig wie Massivhäuser, wenn sie den Standard der jeweiligen Förderstufe erreichen. Entscheidend ist die Bestätigung des Energieeffizienz-Experten. **Darf ich beim EH55 mit Pellets heizen?** Ja. Beim EH55 sind nur Öl und Gas ausgeschlossen, Biomasse ist erlaubt. Beim Klimafreundlichen Wohngebäude (EH40) ist Biomasse nicht zulässig. **Muss ich das Haus selbst bewohnen?** Nein. Selbstnutzer beantragen über 297, Vermieter, Unternehmen und andere Investoren über 298. Die technischen Anforderungen sind für alle gleich. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Keller oder Bodenplatte 2026: Kosten, Vor- und Nachteile im direkten Vergleich URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/keller-oder-bodenplatte-kosten-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Keller oder keine Keller, diese Entscheidung fällen Bauherren meist früh und ohne vollständige Zahlen auf dem Tisch. Dabei ist sie eine der teuersten Weichenstellungen im gesamten Bauprojekt: Eine Bodenplatte für ein Einfamilienhaus kostet 14.000 bis 21.000 Euro, ein Keller dagegen 75.000 bis 130.000 Euro. Der Unterschied von bis zu 110.000 Euro rechtfertigt eine gründliche Analyse, und diese liefert dieser Artikel mit aktuellen Preisen aus dem Jahr 2026. ## Was kostet eine Bodenplatte 2026? **Eine Bodenplatte für ein Einfamilienhaus mit 100 m² Grundfläche kostet 2026 zwischen 14.000 und 21.000 Euro, je nach Dämmstärke, Frostschürze und regionalen Lohnkosten.** Die Bodenplatte ist das flächige Betonfundament, auf dem das Haus steht, ohne nutzbares Untergeschoss. Ihr Preis setzt sich aus Erdaushub, Schüttung, Dämmung, Bewehrung und Beton zusammen. Im Jahr 2026 sind die Betonstahlpreise nach einem Rückgang von 1,4 % (Statistisches Bundesamt, Baupreisindex 2025) stabil, während Lohnkosten im Baugewerbe weiter leicht steigen. Das BBSR prognostiziert für 2026 eine Gesamtsteigerung der Baupreise um 2,7 %. | Position | Kosten pro m² Grundfläche | |---|---| | Erdaushub und Planierung | 20 bis 40 € | | Schüttung und Verdichtung | 15 bis 25 € | | Dämmung (XPS/EPS nach GEG) | 20 bis 35 € | | Bewehrung und Beton | 80 bis 115 € | | **Gesamt Bodenplatte** | **135 bis 215 €/m²** | *Quellen: BKI Baukosten 2025, BBSR Baupreisprognose 2026* Bei einer typischen Grundfläche von 100 m² ergibt das **13.500 bis 21.500 Euro** für die Bodenplatte. Hinzu kommen Frostschürzen an den Gebäudeecken und -kanten (ca. 50 bis 80 cm tief), die den Gesamtpreis um weitere 5 bis 10 % erhöhen. Keine Überraschungskosten, kein versteckter Mehraufwand, das ist der größte Vorteil der Bodenplatte. ## Was kostet ein Keller 2026? **Ein Keller unter einem Einfamilienhaus mit 100 m² Grundfläche kostet 2026 zwischen 75.000 und 130.000 Euro im Rohbau, je nach Kellergröße, Ausbaugrad, Grundwasserstand und Wandkonstruktion.** Der Keller ist eine vollwertige Stahlbetonkonstruktion mit Wänden, Sohle und Deckenplatte. Er bietet nutzbaren Raum: Lager, Haustechnik, Hobbyraum oder bei entsprechendem Ausbau sogar Wohnraum. Die Kosten steigen erheblich, wenn der Boden problematisch ist oder ein Wohnkeller geplant wird. | Position | Kosten pro m² Kellerfläche | |---|---| | Erdaushub (tiefer als Bodenplatte) | 40 bis 90 € | | Schalung und Bewehrung | 80 bis 130 € | | Beton für Wände und Decke | 150 bis 230 € | | Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit | 30 bis 80 € | | Dämmung Kellerwände außen | 20 bis 55 € | | Lichtschächte, Türen, Fenster | 30 bis 60 € | | **Gesamt Rohbaukeller** | **750 bis 1.250 €/m²** | *Quellen: Kellerexperte.com Preisliste 2026, Fertighaus.de Ratgeber Keller* Ein Fertigkeller in Standardausführung kostet laut Kellerexperte.com aktuell **ab 1.000 €/m²**, in gehobener Qualität bis **1.500 €/m²**, ein Wohnkeller sogar bis **2.000 €/m²**. Erdarbeiten sind darin nicht enthalten, diese kommen je nach Boden zusätzlich dazu. Den Einfluss auf deine gesamten Baukosten ermittelst du am schnellsten mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Keller oder Bodenplatte: Der direkte Vergleich **Ein Keller kostet 60.000 bis 110.000 Euro mehr als eine Bodenplatte, bietet dafür aber 80 bis 100 m² zusätzliche Nutzfläche, die als Anbau ein Vielfaches kosten würde.** | Merkmal | Bodenplatte | Keller (Lager/HT) | Keller (Wohnraum) | |---|---|---|---| | Kosten (100 m² Grundfläche) | 14.000 bis 21.000 € | 75.000 bis 100.000 € | 100.000 bis 145.000 € | | Bauzeit | 1 bis 2 Wochen | 4 bis 8 Wochen | 4 bis 8 Wochen | | Nutzfläche zusätzlich | 0 m² | 80 bis 100 m² | 80 bis 100 m² | | Kosten pro m² Nutzfläche |, | ca. 750 bis 1.000 € | ca. 1.100 bis 1.600 € | | Heizkosten zusätzlich/Jahr |, | gering | 400 bis 900 € | | Risiko Feuchtigkeitsschäden | gering | mittel | mittel–hoch | | Wiederverkaufswert Einfluss | neutral | +5 bis 10 % | +10 bis 18 % | *Quellen: BKI Baukosten 2025, Kellerexperte.com, Fertighaus.de, Stand Mai 2026* **Wirtschaftlichkeit auf den Punkt:** 100 m² Nutzfläche im Keller kosten 75.000 bis 100.000 Euro. Dieselbe Fläche als Anbau oder Erweiterung nach dem Erstbezug kosten 2.000 bis 3.500 €/m², also 200.000 bis 350.000 Euro. Der Keller ist fast immer die günstigere Art, Wohnraum zu schaffen, sofern der Boden es erlaubt. ## Wann lohnt sich ein Keller? **Ein Keller lohnt sich, wenn die Fläche tatsächlich genutzt wird, der Boden keine teuren Sondermaßnahmen erfordert und kein Platz für Alternativen wie Garage oder Anbau vorhanden ist.** Es gibt klare Indikatoren in beide Richtungen: **Keller empfehlenswert:** - Das Grundstück ist vollständig bebaut, kein Platz für Garage oder Nebengebäude - Du brauchst Raum für Haustechnik: Wärmepumpen-Pufferspeicher, Lüftungsanlage, Hausanschlüsse - Du planst Hobbykeller, Home-Office-Erweiterung oder Weinkeller - Der Boden ist standfest: kein hohes Grundwasser, kein Fels - Das Grundstück liegt am Hang (Hang-Keller halbiert die Mehrkosten oft) **Bodenplatte besser geeignet:** - Knappes Budget, jeder gesparte Euro fließt in höhere Ausstattungsqualität - Grundwasserstand liegt weniger als 2 bis 3 m unter der geplanten Sohle (Weiße Wanne nötig: +15.000 bis 30.000 €) - Schnelle Bauzeit gewünscht: Bodenplatte spart 4 bis 6 Wochen Bauzeit - Separater Abstellraum oder Doppelgarage ist ohnehin geplant - Einfamilienhaus als Investition (Wertsteigerung durch Keller ist regional sehr unterschiedlich) In Ballungsgebieten wie München, Frankfurt oder Stuttgart rechnet sich der Keller häufiger, weil Grundstücke knapp und Anbaumöglichkeiten begrenzt sind. Aktuelle Baukosten-Vergleichswerte für Bayern, eines der teuersten Bundesländer, findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Baugrundgutachten: Pflicht vor der Entscheidung **Ein Baugrundgutachten für 1.500 bis 3.000 Euro ist vor der Entscheidung Keller oder Bodenplatte Pflicht, es klärt Grundwasserstand, Bodentragfähigkeit und Felsuntergrund und schützt vor fünfstelligen Überraschungskosten auf der Baustelle.** Drei Befunde aus dem Bodengutachten können die Kalkulation komplett kippen: 1. **Grundwasser**: Liegt das Grundwasser weniger als 3 m unter der geplanten Kellersohle, muss statt einer Bitumenabdichtung eine "Weiße Wanne" aus wasserundurchlässigem Beton verbaut werden. Mehrkosten: **15.000 bis 30.000 Euro**. 2. **Schlechter Baugrund**: Moorige, torfige oder locker gelagerte Böden erfordern Bohrpfähle oder Bodenaustausch. Das verteuert auch eine Bodenplatte um **10.000 bis 30.000 Euro** und macht einen Keller oft unwirtschaftlich. 3. **Felsuntergrund**: Fels muss gesprengt oder gefräst werden. Kosten: **80 bis 200 €/m³** Fels, je nach Mächtigkeit und Zugänglichkeit ein fünfstelliger Zusatzbetrag. **Praxistipp:** Bevor du das Gutachten beauftragst, schaue in das GIS-Portal deines Bundeslandes. Bayern bietet das Bayerische Bodeninformationssystem (BIS-BY) kostenlos online. Baden-Württemberg und NRW haben ähnliche Karten. Diese geben einen ersten Hinweis auf Grundwassertiefe und Bodenart, ersetzen aber das Gutachten nicht. ## Fertigkeller oder Ortbetonkeller: Welche Bauweise ist besser? **Ein Fertigkeller aus Betonfertigteilen ist in 1 bis 3 Tagen montiert, kostet ähnlich viel wie ein Ortbetonkeller, bietet aber exaktere Kostensicherheit und kürzere Bauzeit, bei standardisierten Grundrissen die bessere Wahl.** | Bauweise | Bauzeit | Kosten/m² Kellerfläche | Stärken | Schwächen | |---|---|---|---|---| | Fertigkeller | 1 bis 3 Tage | 1.000 bis 1.500 € | Kurze Bauzeit, werksgeprüfte Qualität, Kostensicherheit | Weniger individuell, Transport nötig | | Ortbetonkeller | 4 bis 8 Wochen | 750 bis 1.250 € | Individuelle Maße möglich, regionaler Anbieter | Witterungsabhängig, Kostenrisiko | | Schalungssteine | 2 bis 4 Wochen | 650 bis 1.000 € | Günstig, gute Dämmwerte | Seltener verbaut, weniger Anbieter | *Quellen: Kellerexperte.com, Fertighaus.de Ratgeber, Stand Mai 2026* Für ein Einfamilienhaus mit Standardgrundriss empfehlen die meisten Schlüsselfertig-Anbieter heute den Fertigkeller, er lässt sich präzise kalkulieren und verzögert den Rohbau kaum. Ortbetonkeller sind bei komplexen Grundrissen, Hanglage oder sehr großen Flächen sinnvoll. Mit einem Fertigkeller oder Ortbetonkeller unter deinem Einfamilienhaus bist du auch für Wärmepumpe und Lüftungsanlage gut aufgestellt. Auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) findest du aktuelle Baupauschalen, die beide Fundamentvarianten getrennt ausweisen. Für die Finanzierung des Gesamtprojekts, egal ob mit oder ohne Keller, lohnt ein Blick auf verfügbare KfW-Förderkredite. Unser Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung) erklärt alle Kombinationsmöglichkeiten für Neubau. ## FAQ: Keller oder Bodenplatte 2026 **Wie viel kostet ein Keller mehr als eine Bodenplatte?** Ein Keller kostet im Jahr 2026 typischerweise 60.000 bis 110.000 Euro mehr als eine Bodenplatte. Bei 100 m² Grundfläche kostet die Bodenplatte 14.000 bis 21.000 Euro, ein Rohbaukeller dagegen 75.000 bis 130.000 Euro, die Differenz hängt stark vom Ausbaugrad und den Bodenverhältnissen ab. **Lohnt sich ein Keller beim Einfamilienhaus?** Ja, wenn die Nutzfläche tatsächlich gebraucht wird und der Boden keine teuren Sondermaßnahmen erfordert. Ein Keller bietet 80 bis 100 m² Nutzfläche zu Kosten, die deutlich unter denen eines nachträglichen Anbaus liegen. Besonders in Regionen mit teuren Grundstücken ist der Keller wirtschaftlich sinnvoll. **Was kostet ein Fertigkeller 2026?** Ein Fertigkeller kostet 2026 zwischen 1.000 und 1.500 Euro pro Quadratmeter Kellerfläche. Bei 100 m² Grundfläche sind das 100.000 bis 150.000 Euro inklusive Montage, aber ohne Erdarbeiten. Ein Wohnkeller kann bis zu 2.000 €/m² kosten. **Brauche ich ein Baugrundgutachten für eine Bodenplatte?** Ja, auch für die Bodenplatte. Das Gutachten kostet 1.500 bis 3.000 Euro und klärt Tragfähigkeit und Grundwasserstand. Ohne es riskierst du teure Nachbesserungen auf der Baustelle, die die vermeintlich günstigere Bodenplatte nachträglich verteuern. **Kann ich einen Keller nachträglich bauen?** Eine nachträgliche Unterkellerung ist technisch möglich, aber extrem teuer: 1.500 bis 2.500 €/m² oder mehr, weil das Haus abgestützt und der Boden unter dem Fundament ausgehoben werden muss. Es ist fast immer günstiger, den Keller von Anfang an einzuplanen. **Welcher Keller ist am günstigsten?** Ein Schalungssteine-Keller ist mit 650 bis 1.000 €/m² rechnerisch am günstigsten, aber kaum noch Standard. Für die meisten Einfamilienhäuser ist der Fertigkeller (1.000 bis 1.500 €/m²) die beste Kombination aus Preis, Qualität und Bauzeit. Ortbetonkeller liegen mit 750 bis 1.250 €/m² dazwischen, bieten aber mehr Flexibilität bei ungewöhnlichen Grundrissen. Quellen: - BBSR: Baupreisprognose 2026 – Preise steigen moderat weiter: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/fachbeitraege/bauen/bauwirtschaft/baupreisprognose/baupreisprognose.html - Kellerexperte.com: Fertigkeller Preisliste 2026: https://www.kellerexperte.com/fertigkeller-preisliste - Fertighaus.de: Was kostet ein Fertigkeller?: https://www.fertighaus.de/ratgeber/hausbau/was-kostet-ein-fertigkeller/ - Statistisches Bundesamt: Baupreisindex Bauleistungen an Gebäuden, März 2026: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise/_inhalt.html --- # KfW EH55: Frist nicht mehr 30. Juni, Förderung läuft bis 31. Dezember 2026 URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-eh55-foerderung-endet-30-juni-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die befristete KfW-Förderung für Neubauten im Effizienzhaus-55-Standard sollte am 30. Juni 2026 enden. So kam es nicht: Am 19. Juni 2026 haben das Bundesbauministerium und die KfW die Förderung bis spätestens **31. Dezember 2026** verlängert. Wer eine gültige Baugenehmigung hat, kann also weiter bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit zu einem effektiven Zins ab 1,00 Prozent beantragen, solange die Bundesmittel reichen. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## KfW EH55: Was ist das, und bis wann läuft es? **Die KfW fördert seit dem 16. Dezember 2025 wieder Neubauten im Effizienzhaus-55-Standard, befristet und mit 800 Millionen Euro Bundesmitteln für 2025 und 2026. Anträge müssen spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen, bei vorzeitig erschöpften Mitteln endet die Förderung früher.** Das Effizienzhaus 55 (EH55) darf höchstens 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes nach Gebäudeenergiegesetz haben. Die KfW hatte die EH55-Neubauförderung am 24. Januar 2022 eingestellt. Seit Dezember 2025 gibt es sie als befristete Stufe im Programm Klimafreundlicher Neubau wieder, angekündigt am 27. November 2025. Wie viel vom Budget noch übrig ist, veröffentlicht die KfW nicht laufend. Wer wartet, riskiert, dass das Kontingent vor dem Jahresende erschöpft ist. ## Die Konditionen im Detail: Was du bekommst **Über das Programm Klimafreundlicher Neubau (297/298) gibt es für EH55-Gebäude Kredite bis 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht.** Die Nummer richtet sich nach dem Antragsteller: 297 gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, 298 für alle anderen, etwa Vermieter oder Unternehmen. Beide Programme bieten dieselben Förderstufen. | Merkmal | KfW EH55 (297/298) | Klimafreundliches Wohngebäude, EH40 (297/298) | |---|---|---| | Effektivzins 10/2/10 | 1,00 % | 1,96 % | | Effektivzins 25/3/10 | 2,05 % | 2,85 % | | Max. Kredit je Wohneinheit | 100.000 € | 100.000 €, mit QNG 150.000 € | | Frist | Antragseingang bis **31.12.2026** | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | | Öl- oder Gasheizung | Nein | Nein | | Biomasseheizung | Ja | Nein | | Budget | 800 Mio. € Bundesmittel | Haushaltsvorbehalt | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 und KfW-Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026. EH55-Sätze gültig seit 10.04.2026, EH40-Sätze seit 17.09.2026.* Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Deutscher Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Der Abstand zum EH55-Kredit in der 10-Jahres-Variante liegt damit bei rund 2,8 Prozentpunkten. ## Wer profitiert, und wer nicht? **Das EH55-Programm richtet sich an Bauherren und Ersterwerber, deren Projekt den EH55-Standard erfüllt und für das bei Antragstellung eine gültige Baugenehmigung vorliegt. Ein gestellter Bauantrag reicht nicht.** Wer gerade erst plant und noch keine Genehmigung hat, muss realistisch einschätzen, ob die Baubehörde rechtzeitig vor dem 31. Dezember 2026 entscheidet. Wer eine Genehmigung in der Hand hat, sollte nicht bis zum Jahresende warten. Nicht profitieren können: - Sanierer (für sie gibt es die BEG-Programme, etwa KfW 261) - Bauherren ohne gültige Baugenehmigung - Projekte mit Öl- oder Gasheizung - Käufer von Bestandsimmobilien Die Förderung gilt nur für **Neubau** und **Ersterwerb** neu errichteter Gebäude. Kauf- und Bauträgerverträge müssen ab dem 16. Dezember 2025 geschlossen worden sein. ## Schritt für Schritt: Antrag stellen bis 31. Dezember **Den KfW-Antrag stellst du über deine Bank, nicht direkt bei der KfW. Er muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden und spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen.** So funktioniert der Ablauf in der Praxis: 1. **Energieeffizienz-Experten beauftragen:** Ein Experte aus der Energieeffizienz-Expertenliste muss die Planung im EH55-Standard bestätigen. Ohne diese Bestätigung keine Förderung. 2. **Antrag über die Bank:** Du sprichst deine Sparkasse, Volksbank oder einen Vermittler auf den Kredit aus dem Programm 297 (Selbstnutzer) oder 298 an. Die Bank leitet den Antrag an die KfW weiter. 3. **Vorhabenbeginn beachten:** Als Beginn gilt in der Regel der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Kaufvertrags. Planung und Energieberatung zählen nicht dazu. Welche Verträge mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vorher erlaubt sind, regelt das Merkblatt 297/298. 4. **Nachweis nach Fertigstellung:** Der Experte bestätigt, dass der EH55-Standard erreicht wurde. Plane die Bearbeitungszeit der Bank ein. Entscheidend ist der Eingang bei der KfW, nicht der Tag, an dem du die Unterlagen bei der Bank abgibst. Alle laufenden KfW-Programme erklärt unser Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). Dort findest du auch Hinweise zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). ## GModG und KfW: Was das neue Heizungsgesetz ändert **Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist am 29. Juli 2026 in Kraft getreten und hat die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Wärme gestrichen. An den Förderbedingungen der KfW ändert das nichts: Öl- und Gasheizungen bleiben im geförderten Neubau ausgeschlossen.** Viele Bauherren fragen sich: Wenn Gasheizungen wieder erlaubt sind, brauche ich für die KfW-Förderung trotzdem eine Wärmepumpe? Für den Förderkredit gilt: Laut KfW müssen EH55-Neubauten zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien beheizt werden. Infrage kommen etwa Wärmepumpe, Fernwärme oder beim EH55 auch eine Biomasseheizung. Wer **ohne KfW-Kredit** baut und eine Gas- oder Ölheizung einplant, muss die neue Bio-Treppe beachten: Nach § 10 Abs. 2 Nr. 3 GEG in der Fassung des GModG gelten die Vorgaben der §§ 42 bis 45 auch für neu zu errichtende Gebäude. Ab 2029 muss dann ein steigender Anteil des Brennstoffs aus Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff stammen, beginnend mit 10 Prozent. Ab dem 1. Januar 2030 gilt für alle neu zu errichtenden Gebäude zudem der Standard des Nullemissionsgebäudes. Für den KfW-geförderten Neubau ist das ohne Belang, weil dort ohnehin keine fossile Heizung erlaubt ist. Deine Gesamtkosten inklusive Heizung und Effizienzstandard kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) durchkalkulieren. ## EH55 oder EH40: Lohnt sich der Aufwand? **Beim EH55 ist der Kredit derzeit günstiger und der Standard leichter zu erreichen. Das EH40 lohnt sich vor allem, wenn du ohnehin besser bauen willst oder das QNG-Siegel anstrebst, weil dann bis zu 150.000 Euro Kredit möglich sind.** Die Frage hängt von mehreren Faktoren ab: - **Mehrkosten im Bau:** Das EH40 braucht eine bessere Hülle und meist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Wie viel das kostet, hängt stark vom Entwurf ab. Lass dir die Mehrkosten konkret beziffern. - **Zins:** Das EH40 kostet aktuell 1,96 Prozent effektiv (10/2/10), das EH55 1,00 Prozent. Der Zinsvorteil liegt also beim EH55. - **Kreditrahmen:** Mit QNG-Siegel sind beim EH40 bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit möglich, beim EH55 höchstens 100.000 Euro. - **Frist:** Das EH40 hat keine feste Frist, steht aber wie das gesamte Programm unter Haushaltsvorbehalt. Wer schon eine Genehmigung für ein EH55-Haus hat, fährt mit der EH55-Stufe beim Zins derzeit besser. Auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) findest du Baupauschalen als Ausgangspunkt für deine Kostenplanung. ## Bauzinsen 2026: Wie groß ist der KfW-Vorteil? **Wohnungsbaukredite kosteten im August 2026 laut Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (5 bis 10 Jahre Zinsbindung). Der EH55-Kredit liegt in der 10-Jahres-Variante bei 1,00 Prozent, in der 35-Jahres-Variante bei 2,21 Prozent.** Grob gerechnet ergibt sich auf 100.000 Euro im ersten Jahr folgender Zinsunterschied: | Szenario | Effektivzins | Zinsen im ersten Jahr (grob) | |---|---|---| | Marktdurchschnitt, 5 bis 10 Jahre Zinsbindung | 3,81 % | rund 3.800 € | | KfW EH55, 10/2/10 | 1,00 % | rund 1.000 € | | KfW EH55, 35/5/10 | 2,21 % | rund 2.200 € | *Eigene grobe Rechnung auf Basis Bundesbank (August 2026) und KfW (06.10.2026), ohne Tilgung. Dein Bankangebot kann abweichen.* In Regionen mit hohen Baukosten wie Bayern macht der Vorteil absolut am meisten aus. Vergleichswerte findest du auf [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## FAQ: KfW EH55 und Frist 2026 **Bis wann muss ich den KfW-Antrag für EH55 stellen?** Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingegangen sein. Die frühere Frist 30. Juni 2026 gilt nicht mehr. Plane die Bearbeitungszeit deiner Bank ein, denn sie leitet den Antrag erst nach ihrer Prüfung an die KfW weiter. **Brauche ich eine Baugenehmigung für den EH55-Antrag?** Ja. Bei Antragstellung muss eine gültige Baugenehmigung vorliegen. Ein gestellter Bauantrag reicht nicht. Wann die Genehmigung erteilt wurde, spielt keine Rolle. **Was passiert, wenn die 800 Millionen Euro vorher aufgebraucht sind?** Dann nimmt die KfW keine neuen EH55-Anträge mehr an, auch wenn der 31. Dezember noch nicht erreicht ist. Ein früher Antrag ist deshalb sicherer. **Kann ich EH55 mit anderen Förderprogrammen kombinieren?** Teilweise. Laut Merkblatt 297/298 ist eine Kombination mit anderen Krediten oder Zuschüssen grundsätzlich möglich, etwa mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm 124, solange die Summe die förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Ausgeschlossen ist für dieselbe Wohneinheit die Kombination mit KfW 300 (Wohneigentum für Familien). KfW 458 gilt nur für bestehende Gebäude. **Was ändert sich für EH55-Bauherren durch das GModG?** An den Förderbedingungen nichts. Öl- und Gasheizungen bleiben im geförderten Neubau ausgeschlossen. Das GModG hat vor allem die 65-Prozent-Pflicht gestrichen und mit der Bio-Treppe neue Regeln für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen eingeführt, die auch im Neubau ohne Förderung gelten. **Lohnt sich EH55 noch, wenn ich erst in einigen Monaten baue?** Das hängt davon ab, ob du vor dem 31. Dezember 2026 eine gültige Baugenehmigung hast und den Antrag stellen kannst. Entscheidend ist der Antrag, nicht der Baubeginn. Klappt das nicht, bleibt im selben Programm das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40) mit aktuell 1,96 Prozent effektiv. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Änderung des Gebäudeenergiegesetzes: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html --- # GModG 2026: Was das Gebäudemodernisierungsgesetz für Bauherren und Eigentümer bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gebaeudemodernisierungsgesetz-gmodg-2026-heizungsgesetz-aenderungen Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Das Bundeskabinett hatte es am 13. Mai 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat haben am 10. Juli 2026 zugestimmt, verkündet wurde es am 28. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226). Es ändert das Gebäudeenergiegesetz (GEG) von 2024, gibt ihm einen neuen Namen und streicht die umstrittene 65-Prozent-Pflicht beim Heizungstausch. Was das für Bauherren, Sanierer und Vermieter bedeutet und was trotz der neuen Wahlfreiheit gleich bleibt. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Das GModG auf einen Blick: was sich wirklich geändert hat **Die Pflicht, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energie zu betreiben, ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen. Neue Gas- und Ölheizungen im Bestand sind wieder erlaubt, müssen aber ab 2029 einen steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe nutzen.** Das GEG 2024, im Volksmund Heizungsgesetz, schrieb vor, dass neue Heizungen mindestens 65 Prozent ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen beziehen. Für viele Eigentümer lief das faktisch auf eine Wärmepumpe hinaus. Das GModG dreht dieses Prinzip um. | Regelung | GEG 2024 | GModG (seit 29.07.2026) | |---|---|---| | 65-%-EE-Pflicht beim Heizungseinbau | Ja | Gestrichen | | Neue Gasheizung | nur mit 65-%-Lösung | erlaubt, mit Bio-Treppe | | Neue Ölheizung | nur mit 65-%-Lösung | erlaubt, mit Bio-Treppe | | Pflichtanteil klimafreundlicher Brennstoffe | Nein | ab 2029 (Bio-Treppe) | | Kopplung an kommunale Wärmeplanung | Ja | entfallen | | Neubau ab 2030 | GEG-Anforderungen | Nullemissionsgebäude | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226.* ## Freie Heizungswahl: Was ist jetzt erlaubt? **Wärmepumpen, Gas- und Ölheizungen, Pelletheizungen, Fernwärme und Hybridlösungen sind zulässig. Eine Technologievorgabe gibt es nicht mehr, neue fossile Heizungen im Bestand unterliegen aber der Bio-Treppe.** Die Wahlfreiheit ist nicht unbegrenzt. Wer den Neubau mit einem KfW-Kredit finanziert, muss die Förderbedingungen einhalten, und die schließen Öl und Gas aus (mehr dazu im Abschnitt Neubau). Für den Heizungstausch im Bestand gilt: - **Gasheizung:** zulässig, bei Einbau nach dem 29.07.2026 ab 2029 mit steigendem Anteil Biomethan oder Wasserstoff - **Ölheizung:** zulässig, bei Einbau nach dem 29.07.2026 ab 2029 mit steigendem Anteil Bioöl - **Wärmepumpe:** erlaubt und über KfW 458 gefördert - **Pelletheizung:** erlaubt - **Fernwärme:** erlaubt, wo ein Netz verfügbar ist - **Hybridheizung:** erlaubt; eine Hybrid-Wärmepumpe mit Mindestleistung kann die Bio-Treppe bis 2034 ersetzen Gestrichen ist auch das bisherige Ende für fossile Heizungen nach 2044. Ganz ohne Zieldatum ist das Gesetz aber nicht: Die in Verkehr gebrachten Brennstoffe sollen ab 2045 vollständig klimaneutral sein. Wer heute eine Gasheizung einbaut, sollte also damit rechnen, dass sie langfristig mit klimaneutralen Gasen betrieben werden muss. ## Die Bio-Treppe: Auflagen für neue Gas- und Ölheizungen ab 2029 **Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss als Eigentümer ab 2029 einen Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoffe sicherstellen. Die Bio-Treppe steigt in vier Stufen bis 2040.** | Ab | Mindestanteil | Zulässige Brennstoffe | |---|---|---| | 1. Januar 2029 | 10 % | Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas, bestimmte Arten von Wasserstoff | | 1. Januar 2030 | 15 % | wie oben | | 1. Januar 2035 | 30 % | wie oben | | 1. Januar 2040 | 60 % | wie oben | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG (BGBl. 2026 I Nr. 226).* Für Neubauten gilt die Bio-Treppe über § 10 Abs. 2 Nr. 3 GModG entsprechend. Die Pflicht trifft den Eigentümer, oder den Betreiber, wenn das nicht dieselbe Person ist. Erfüllen lässt sie sich über einen Liefervertrag mit dem entsprechenden Anteil; der Lieferant muss die Erfüllung mit der Abrechnung bestätigen. Eine Beimischungspflicht für Gasversorger ab 2028 enthält das GModG nicht. Eine Grüngas- und Grünheizölquote soll erst per eigenem Gesetz kommen, das die Bundesregierung bis 1. Dezember 2026 vorlegen muss. Ein offener Punkt: Ob genug Biomethan und Bioöl zu tragbaren Preisen verfügbar sein wird, um 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040 zu decken, ist heute nicht absehbar. Wer eine langlebige Investitionsentscheidung trifft, sollte das einkalkulieren. ## Auswirkungen auf den Neubau 2026 **Für Neubauten mit KfW-Kredit ändert das GModG wenig: Im Klimafreundlichen Neubau (297/298) sind Öl- und Gasheizungen ausgeschlossen. Ab 1. Januar 2030 müssen alle neu zu errichtenden Gebäude Nullemissionsgebäude sein.** Die Programmnummer richtet sich nach dem Antragsteller: **297** für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen. Innerhalb des Programms gibt es zwei Förderstufen: **Effizienzhaus 55:** Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung). Keine Öl- oder Gasheizung, Biomasse ist erlaubt. Die KfW hat die Frist am 19. Juni 2026 bis 31. Dezember 2026 verlängert (Antragseingang); sind die Bundesmittel vorher aufgebraucht, endet sie früher. **Effizienzhaus 40 (Klimafreundliches Wohngebäude):** Kredit bis 100.000 Euro, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro, effektiv ab 1,96 Prozent. Ausgeschlossen sind Öl-, Gas- und Biomasseheizungen. In der Praxis bleibt die Wärmepumpe im KfW-geförderten Neubau die Standardlösung. **Ohne KfW-Förderung:** Die 65-%-Pflicht gilt auch im Neubau nicht mehr. Eine Gasheizung ist im Neubau aber nicht frei von Auflagen: Nach § 10 Abs. 2 Nr. 3 GModG müssen zu errichtende Gebäude die Maßgaben der §§ 42 bis 45 entsprechend einhalten, also auch die Bio-Treppe. Für vermietete Neubauten, die bis Ende 2029 errichtet werden und deren Bauantrag ab dem 13. Mai 2026 gestellt wurde, gilt zudem die hälftige Kostenteilung mit den Mietern (§ 5b CO2-Kostenaufteilungsgesetz). Für Gebäude, die ab 2030 errichtet werden, schließt der Nullemissionsstandard fossile Brennstoffe am Standort aus. Baukosten für Einfamilienhäuser findest du auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). Vergleichswerte für den Freistaat liefert [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). Die Gesamtkosten deines Vorhabens kalkulierst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Heizungsförderung 2026: Was sich am 21. Juli geändert hat **Die Heizungsförderung (KfW 458) gilt nur für bestehende Gebäude und wurde zum 21. Juli 2026 neu geregelt. Höchstens 80 Prozent Zuschuss und 22.400 Euro für die erste Wohneinheit sind möglich.** Seit 21. Juli 2026 gilt: - Grundförderung: 30 Prozent für alle Antragsteller - Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent, nur für selbstnutzende Eigentümer, beim Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung. Er sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt für Anträge ab 1. August 2028. - Einkommensbonus: 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen, nur Selbstnutzer - Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag: entfallen - **Obergrenze 70 Prozent, bei Einkommen bis 30.000 Euro 80 Prozent; förderfähige Kosten erste Wohneinheit 28.000 Euro, also höchstens 22.400 Euro Zuschuss** Ein Abschlag bei Eigentümerwechsel ist im aktuellen KfW-Merkblatt nicht vorgesehen. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht; sie gilt im Rahmen der verfügbaren Mittel. **Wichtig:** Vor dem Antrag brauchst du eine Bestätigung zum Antrag (vom Energieeffizienz-Experten oder Fachbetrieb) und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Den Antrag stellst du selbst im Portal „Meine KfW“. Alle laufenden Programme erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). Zum Finanzierungsumfeld: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv (Deutsche Bundesbank). Jeder zinsgünstige Förderkredit, der einen Teil davon ersetzt, entlastet die Finanzierung. ## Was Vermieter jetzt wissen müssen **Vermieter, die eine neue fossile Heizung nach der Bio-Treppe einbauen, tragen ab 2028 die Hälfte der Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten und ab 2029 die Hälfte der Kosten für die Pflicht-Brennstoffe, begrenzt auf einen Anteil von 30 Prozent.** Geregelt ist das im neuen § 5a des CO2-Kostenaufteilungsgesetzes: | Ab | Was Vermieter und Mieter je zur Hälfte tragen | |---|---| | 1. Januar 2028 | Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten | | 1. Januar 2029 | zusätzlich die Kosten der Pflicht-Brennstoffe, für einen Brennstoffanteil von höchstens 30 % | *Quelle: § 5a CO2KostAufG in der Fassung von BGBl. 2026 I Nr. 226, Art. 5.* Dass Vermieter oberhalb von 30 Prozent die Kosten allein tragen, steht so nicht im Gesetz. Klar ist aber: Wer heute eine alte Gasheizung durch eine neue ersetzt, beteiligt sich dauerhaft an steigenden Kosten. Eine Wärmepumpe oder Fernwärme fällt nicht unter diese Regel. Für selbstnutzende Eigentümer zählt vor allem der Verbrauch. Wer gut dämmt, braucht weniger Brennstoff und spürt die Bio-Treppe weniger. Die Sanierung der Gebäudehülle bleibt deshalb unabhängig von der Heizungswahl sinnvoll. ## FAQ: GModG 2026 **Wann ist das GModG in Kraft getreten?** Am 29. Juli 2026, dem Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt (2026 I Nr. 226). Bundestag und Bundesrat hatten am 10. Juli 2026 abgeschlossen. Einige Teile folgen später, etwa die Solarpflicht und neue Energieausweis-Regeln am 1. Januar 2027 und der Nullemissionsstandard für alle Neubauten am 1. Januar 2030. **Kann ich jetzt wieder eine Gasheizung einbauen lassen?** Ja, die 65-%-Pflicht gilt seit dem 29. Juli 2026 nicht mehr. Als Eigentümer musst du dann ab 2029 die Bio-Treppe einhalten. Das gilt beim Einbau in ein bestehendes Gebäude und nach § 10 GModG entsprechend auch im Neubau. **Was ist mit meiner bestehenden Gasheizung?** Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, fallen nicht unter die Bio-Treppe. Eine funktionierende Gasheizung kannst du weiter betreiben. **Bleibt die Wärmepumpenförderung (KfW 458) bestehen?** Ja, aber mit neuen Sätzen seit 21. Juli 2026: bis zu 80 Prozent Zuschuss, förderfähige Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, also höchstens 22.400 Euro. Bonus und Höchstkosten sinken ab Februar 2027 halbjährlich. Im Neubau gibt es KfW 458 nicht. **Lohnt sich eine Wärmepumpe noch, wenn Gasheizungen wieder erlaubt sind?** Oft ja. Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Wärme, besonders in gut gedämmten Häusern mit Flächenheizung. Bei neuen Gasheizungen kommen ab 2029 die Mehrkosten der Bio-Treppe hinzu, und nur die Wärmepumpe wird im Bestand bezuschusst. Lass dir beide Varianten mit Förderung und Betriebskosten durchrechnen. **Was ändert das GModG für Neubauten mit KfW-Kredit?** Wenig. Im Klimafreundlichen Neubau (297/298) sind Öl- und Gasheizungen ausgeschlossen, beim Effizienzhaus 40 auch Biomasse. Der EH55-Kredit (effektiv ab 1,00 Prozent) kann bis spätestens 31. Dezember 2026 beantragt werden, der EH40-Kredit liegt bei effektiv ab 1,96 Prozent. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GModG) vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal des Bundes: Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - KfW-Merkblatt 458 Heizungsförderung, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung vom 19.06.2026: EH55-Förderung bis 31.12.2026 verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite an private Haushalte, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # Wärmepumpe im Neubau 2026: Kosten, KfW-Förderung und was EH40 wirklich bedeutet URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/waermepumpe-neubau-2026-kosten-kfw-foerderung Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wer 2026 neu baut und den zinsgünstigen KfW-Kredit für den Klimafreundlichen Neubau nutzen will, plant fast immer mit einer Wärmepumpe. Beim Effizienzhaus 40 sind Öl, Gas und Biomasse ausgeschlossen, beim Effizienzhaus 55 Öl und Gas. Die EH55-Stufe hat die KfW bis spätestens 31. Dezember 2026 verlängert. Was das für Kosten, Förderung und Planung bedeutet, erklärt dieser Ratgeber. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Warum die Wärmepumpe im geförderten Neubau 2026 fast gesetzt ist **Gesetzlich musst du im Neubau keine Wärmepumpe einbauen, die 65-Prozent-Pflicht für Heizungen ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen. Wer aber den KfW-Kredit 297/298 nutzen will, darf beim Effizienzhaus 40 weder Öl, Gas noch Biomasse einsetzen und beim Effizienzhaus 55 weder Öl noch Gas.** Die befristete EH55-Stufe sollte ursprünglich am 30. Juni 2026 enden. Am 19. Juni 2026 hat die KfW sie bis spätestens 31. Dezember 2026 verlängert. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW. Für 2025 und 2026 stehen dafür 800 Millionen Euro Bundesmittel bereit, sind sie vorher vergeben, ist früher Schluss. Beim EH55 ist eine Pelletheizung noch zulässig. Danach bleibt im Programm das Klimafreundliche Wohngebäude, also ein Effizienzhaus 40 mit Ökobilanz-Anforderung. Dort ist Biomasse ausgeschlossen. Wer keinen Fernwärmeanschluss bekommt, landet damit in der Praxis bei der Wärmepumpe. Für Bauherren in Regionen mit wenig Fernwärme ist das eine echte Planungsvorgabe. Vergleichswerte für deine Region findest du zum Beispiel auf der Seite [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). Mittelfristig kommt das Gesetz hinzu: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 226) macht ab dem 1. Januar 2030 alle neu zu errichtenden Gebäude zu Nullemissionsgebäuden. Am Standort dürfen dann keine Kohlendioxidemissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Ebenfalls ab 2030 gilt für neue Wohngebäude die Pflicht zu einer Solaranlage. ## Was kostet eine Wärmepumpe im Neubau 2026? **Eine belastbare Preisspanne aus amtlicher Quelle gibt es nicht. Die Kosten hängen vor allem vom Wärmepumpentyp, der Heizlast des Hauses und dem Aufwand für die Wärmequelle ab, deshalb zählen am Ende nur konkrete Angebote.** | Typ | Größter Kostentreiber | Besonderheit | |---|---|---| | Luft-Wasser-Wärmepumpe | Gerät, Aufstellort, Schallschutz | keine Bohrung, häufigste Lösung im Neubau | | Sole-Wasser mit Erdsonde | Tiefenbohrung | behördliche Anzeige oder Erlaubnis nötig, je nach Bundesland verschieden | | Sole-Wasser mit Flächenkollektor | Erdarbeiten, große freie Grundstücksfläche | keine Tiefenbohrung, Fläche bleibt später eingeschränkt nutzbar | | Grundwasser-Wärmepumpe | Förder- und Schluckbrunnen | wasserrechtliche Erlaubnis nötig, nur bei geeignetem Grundwasser | Im Neubau hat die Wärmepumpe einen klaren Vorteil gegenüber dem Altbau: Die Flächenheizung ist von Anfang an eingeplant. Niedrige Vorlauftemperaturen verbessern die Effizienz deutlich. Wer ein Passivhaus baut, profitiert davon noch mehr, mehr dazu auf der Seite [Passivhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/passivhaus). Die Baupreise insgesamt sind weiter gestiegen: Neubauten konventionell gefertigter Wohngebäude kosteten laut Statistischem Bundesamt im Mai 2026 5,0 Prozent mehr als im Mai 2025. Hol dir deshalb mehrere Angebote ein, die Wärmepumpe, Speicher, Flächenheizung und hydraulischen Abgleich getrennt ausweisen. Wie die Heizung ins Gesamtbudget passt, siehst du im [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## KfW-Förderung im Neubau: Kredit statt Zuschuss **Einen eigenen Zuschuss für die Wärmepumpe gibt es im Neubau nicht. Die Heizungsförderung KfW 458 gilt nur für bestehende Wohngebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Im Neubau fördert die KfW das ganze Effizienzhaus mit dem Kredit 297/298.** | Förderstufe | Max. Kredit je Wohneinheit | Effektivzins 10/2/10 | Effektivzins 25/3/10 | Heizung | Frist | |---|---|---|---|---|---| | Effizienzhaus 55 (befristet) | 100.000 € | 1,00 % | 2,05 % | kein Öl, kein Gas, Biomasse erlaubt | Antragseingang bis 31.12.2026 | | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | 100.000 € | 1,96 % | 2,85 % | kein Öl, Gas, keine Biomasse | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | | EH40 mit QNG-Siegel | 150.000 € | 1,96 % | 2,85 % | kein Öl, Gas, keine Biomasse | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 (abgerufen 07.10.2026) und KfW-Konditionenübersicht vom 06.10.2026. Laufzeit / tilgungsfreie Jahre / Zinsbindung in Jahren.* Die Programmnummer richtet sich nach dir: **297** gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen, etwa Vermieter oder Unternehmen. Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht, der Vorteil liegt im Zins. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit mehr als 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Deutscher Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Grob gerechnet sparst du auf 100.000 Euro im ersten Jahr rund 2.800 Euro Zinsen mit dem EH55-Kredit und rund 1.850 Euro mit dem EH40-Kredit. Über die ganze Laufzeit hängt der Vorteil von Tilgung und Anschlusszins ab. Den Antrag stellst du über deine Bank oder Sparkasse, und zwar vor Beginn des Vorhabens. Eine Übersicht über alle Programme gibt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was das Effizienzhaus 40 technisch verlangt **Das EH40 erlaubt höchstens 40 Prozent des Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes und höchstens 55 Prozent beim Transmissionswärmeverlust. Dazu kommt eine Ökobilanz-Anforderung. Öl, Gas und Biomasse sind ausgeschlossen.** - **Primärenergiebedarf**: höchstens 40 Prozent des Referenzgebäudes - **Transmissionswärmeverlust**: höchstens 55 Prozent des Referenzwerts - **Ökobilanz**: Nachweis der Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus - **Heizung**: keine Öl-, Gas- oder Biomasseheizung Baulich heißt das in der Regel mehr Dämmung, sehr gute Fenster und meist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Pauschale Aufpreise gegenüber dem EH55 helfen wenig, weil sie stark vom Entwurf abhängen. Lass dir die Mehrkosten von deinem Energieeffizienz-Experten oder Architekten beziffern und stell sie dem Zinsvorteil gegenüber. Für den Kostenrahmen deines Hauses nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## Welcher Wärmepumpentyp ist der richtige für den Neubau? **Für die meisten Neubauten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die einfachste Lösung, weil keine Bohrung und keine wasserrechtliche Erlaubnis nötig sind. Erdwärme und Grundwasser arbeiten gleichmäßiger, kosten aber mehr Erschließung.** Die Wahl hängt von drei Dingen ab: Grundstücksgröße, Untergrund und Grundwasser sowie Budget. **Luft-Wasser-Wärmepumpe**: Sie nutzt die Außenluft. Bei Frost sinkt ihre Effizienz, im gut gedämmten Neubau mit Flächenheizung fällt das weniger ins Gewicht. Plane den Aufstellort früh, damit die Immissionsrichtwerte der TA Lärm an der Grundstücksgrenze eingehalten werden. Die Schallleistung steht im Datenblatt des Geräts. **Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)**: Das Erdreich hat ganzjährig eine recht gleichmäßige Temperatur, die Effizienz schwankt deshalb weniger. Die Erschließung über Tiefenbohrung oder Flächenkollektor kostet zusätzlich. **Grundwasser-Wärmepumpe**: Sie kann sehr effizient arbeiten, setzt aber geeignetes Grundwasser und eine wasserrechtliche Erlaubnis voraus. Wichtig: Der frühere Effizienzbonus von 5 Prozent für Erd- und Wasser-Wärmepumpen gehörte zur Heizungsförderung im Bestand. Mit der neuen Richtlinie vom 21. Juli 2026 ist er entfallen, im Neubau gab es ihn nie. Wie die Wärmepumpe im Gesamtbudget eines Einfamilienhauses liegt, zeigt die Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## Betriebskosten: So rechnest du selbst **Die Stromkosten ergeben sich aus dem Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl, mal dem Strompreis. Feste Eurobeträge ohne deine Hausdaten sagen wenig, deshalb hier die Rechenlogik.** 1. **Wärmebedarf**: steht in der Energiebedarfsberechnung deines Energieeffizienz-Experten, für Heizung und Warmwasser. 2. **Jahresarbeitszahl (JAZ)**: lass sie dir für dein Haus und das konkrete Gerät berechnen. 3. **Strompreis**: Arbeitspreis aus deinem Wärmepumpen- oder Haushaltsstromtarif. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Bei 8.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 4 braucht die Pumpe grob gerechnet 2.000 kWh Strom. Bei einem angenommenen Arbeitspreis von 30 Cent wären das rund 600 Euro im Jahr, plus Grundpreis und Wartung. Setz deine eigenen Werte ein. Bei Gas kommt der CO2-Preis hinzu. Für 2026 gilt nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Im Neubau ist Gas ab 2030 durch den Nullemissionsstandard ohnehin keine Option mehr. Auch die Finanzierung spielt mit: Die Bundesbank meldet für August 2026 im Schnitt 3,81 Prozent effektiv bei mehr als 5 bis 10 Jahren Zinsbindung und 4,04 Prozent bei mehr als 10 Jahren. Jeder Euro, den der KfW-Kredit günstiger macht, entlastet die Monatsrate. ## FAQ: Wärmepumpe Neubau 2026 **Muss ich im Neubau 2026 eine Wärmepumpe einbauen?** Nein. Die frühere Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen. Wer den KfW-Kredit 297/298 will, muss aber die Heizungsvorgaben der jeweiligen Stufe einhalten. Ab dem 1. Januar 2030 müssen neue Gebäude zudem Nullemissionsgebäude sein. **Kann ich im Neubau KfW 458 und den Kredit 297/298 gleichzeitig nutzen?** Nein. KfW 458 gilt nur für bestehende Wohngebäude, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Im Neubau ist die Wärmepumpe Teil des Effizienzhauses und wird über den Kredit 297/298 mitfinanziert. **Was kostet eine Wärmepumpe im Neubau nach Abzug der Förderung?** Im Neubau gibt es keinen Zuschuss, der vom Preis abgezogen wird. Der Vorteil liegt im Zins: Grob gerechnet sind es auf 100.000 Euro im ersten Jahr rund 2.800 Euro (EH55) bzw. 1.850 Euro (EH40) weniger Zinsen als zum Marktschnitt von 3,81 Prozent im August 2026. Den Gerätepreis erfährst du nur über Angebote. **Lohnt sich eine Sole-Wasser-Wärmepumpe gegenüber Luft-Wasser?** Das hängt von den Mehrkosten der Erschließung, dem Wärmebedarf und der Haltedauer ab. Eine Erdwärmepumpe arbeitet gleichmäßiger, braucht aber Bohrung oder Kollektorfläche und eine behördliche Zustimmung. Einen Förderbonus für die Wärmequelle gibt es nicht mehr. Lass dir beide Varianten mit derselben Heizlast durchrechnen. **Gibt es Lärmprobleme mit Wärmepumpen im Wohngebiet?** Bei Luft-Wasser-Geräten kommt es auf Aufstellort und Abstand zur Grundstücksgrenze an. Maßstab sind die Immissionsrichtwerte der TA Lärm. Vergleiche die Schallleistung in den Datenblättern und plan den Standort mit dem Heizungsbauer. **Bis wann kann ich die EH55-Förderung noch beantragen?** Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen. Sind die Bundesmittel vorher erschöpft, endet die Förderung früher. Voraussetzung ist eine gültige Baugenehmigung bei Antragstellung. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW: Pressemitteilung vom 19.06.2026 zur Verlängerung der EH55-Förderung: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW: Merkblatt Heizungsförderung 458, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz vom 23.07.2026 (Gebäudemodernisierungsgesetz): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - Deutsche Bundesbank: Zinsstatistik Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf - Destatis: Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026 (PM Nr. 241 vom 10.07.2026): https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/07/PD26_241_61261.html - Brennstoffemissionshandelsgesetz § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html --- # KfW EH55-Förderung verlängert bis 31. Dezember 2026: Was Bauherren jetzt tun sollten URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-eh55-foerderung-laeuft-aus-juni-2026 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Wer beim Neubau noch die vergünstigte Effizienzhaus-55-Förderung der KfW nutzen will, hat mehr Zeit als ursprünglich geplant. Die befristete Förderstufe sollte am 30. Juni 2026 enden. Am 19. Juni 2026 haben Bund und KfW sie bis spätestens **31. Dezember 2026** verlängert. Maßgeblich ist der Eingang des Antrags bei der KfW, und sind die Bundesmittel vorher aufgebraucht, ist früher Schluss. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist die KfW-EH55-Förderung, und wie lange läuft sie? **Die EH55-Förderung ist ein zinsverbilligter KfW-Kredit für neu gebaute oder neu gekaufte Wohngebäude im Effizienzhaus-55-Standard. Sie läuft, bis die Bundesmittel von 800 Millionen Euro vergeben sind, längstens bis zum 31. Dezember 2026.** Die Förderstufe ist Teil des Programms Klimafreundlicher Neubau. Die Programmnummer richtet sich nach dir, nicht nach dem Haus: **297** gilt für Privatpersonen, die selbst einziehen, **298** für alle anderen, etwa Vermieter, Unternehmen oder Wohnungseigentümergemeinschaften. Der Standard bedeutet: Das Gebäude darf höchstens 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes nach Gebäudeenergiegesetz (GEG) haben. Die KfW hat die EH55-Stufe am 16. Dezember 2025 wieder geöffnet, mit 800 Millionen Euro Bundesmitteln für 2025 und 2026. Ursprünglich war der 30. Juni 2026 als Ende gesetzt. Diese Frist ist durch die Verlängerung überholt. ## Welche Konditionen bietet die EH55-Förderung konkret? **Bis zu 100.000 Euro Kredit je Wohneinheit, in der günstigsten Variante zu 1,00 Prozent effektivem Jahreszins (10 Jahre Laufzeit, 2 Jahre tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung). Einen Tilgungszuschuss gibt es nicht.** | Laufzeit / tilgungsfrei / Zinsbindung | Effektiver Jahreszins EH55 | Max. Kredit | |---|---|---| | 10 / 2 / 10 Jahre | 1,00 % | 100.000 € | | 25 / 3 / 10 Jahre | 2,05 % | 100.000 € | | 35 / 5 / 10 Jahre | 2,21 % | 100.000 € | | 10 / 10 / 10 Jahre (endfällig) | 2,30 % | 100.000 € | *Quelle: KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026. Die Sätze gelten seit dem 10. April 2026.* Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 laut Deutscher Bundesbank im Schnitt 3,81 Prozent effektiv. Auf 100.000 Euro sind das grob gerechnet im ersten Jahr rund 2.800 Euro weniger Zinsen mit dem KfW-Kredit in der 10-Jahres-Variante. Bei längeren Laufzeiten fällt der Abstand kleiner aus. | Merkmal | EH55 (befristet) | Klimafreundliches Wohngebäude (EH40) | |---|---|---| | Kredit je Wohneinheit | bis 100.000 € | bis 100.000 €, mit QNG bis 150.000 € | | Effektivzins 10/2/10 | 1,00 % | 1,96 % | | Effektivzins 35/5/10 | 2,21 % | 2,98 % | | Biomasseheizung erlaubt | Ja | Nein | | Öl- oder Gasheizung | Nein | Nein | | Frist | Antragseingang bis 31.12.2026 | keine feste Frist, Haushaltsvorbehalt | *Quelle: KfW-Produktseite 297/298 und Konditionenübersicht, Stand 06./07.10.2026. EH40-Sätze gültig seit 17.09.2026.* ## Wer kann noch einen Antrag stellen? **Antragsberechtigt sind private Bauherren und Ersterwerber ebenso wie Vermieter und Unternehmen. Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingegangen sein, und bei Antragstellung muss eine gültige Baugenehmigung vorliegen.** Der Antrag läuft immer über eine Bank, Sparkasse oder einen Finanzierungsvermittler, nicht direkt bei der KfW. Plane die Bearbeitungszeit deiner Bank ein, denn entscheidend ist der Eingang bei der KfW, nicht bei der Bank. Weitere Bedingungen: - **Neubau oder Ersterwerb**: Kauf vom Bauträger ist möglich, Kauf- und Bauträgerverträge müssen ab dem 16. Dezember 2025 geschlossen worden sein. - **Baubeginn**: Mit den Bauarbeiten vor Ort darf frühestens ab dem 16. Dezember 2025 begonnen worden sein. - **Antrag vor Vorhabenbeginn**: Als Beginn gilt in der Regel der Abschluss eines Bau-, Liefer- oder Kaufvertrags. Planung und Energieberatung zählen nicht dazu. Welche Verträge mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vorher erlaubt sind, regelt das KfW-Merkblatt 297/298. - **Budget**: Sind die 800 Millionen Euro vorher vergeben, nimmt die KfW auch vor dem 31. Dezember keine EH55-Anträge mehr an. ## EH55 vs. EH40: Was ist der Unterschied in der Praxis? **Das EH40 ist anspruchsvoller als das EH55: Der Primärenergiebedarf darf nur 40 Prozent des Referenzgebäudes betragen, dazu kommt eine Anforderung an die Ökobilanz. Beim Zins ist das EH55 derzeit günstiger.** Die wichtigsten Unterschiede im Alltag der Bauplanung: **Heizung:** Beim EH55 ist eine Biomasseheizung wie Pellets oder Scheitholz erlaubt. Beim EH40 ist Biomasse ausgeschlossen, in der Praxis läuft es meist auf eine Wärmepumpe oder Fernwärme hinaus. Öl und Gas sind in beiden Stufen ausgeschlossen. **Dämmung:** Das EH40 verlangt eine deutlich bessere Gebäudehülle. Der Transmissionswärmeverlust darf höchstens 55 Prozent des Referenzwerts betragen, beim EH55 sind es 70 Prozent. **Kosten:** Wie viel das EH40 gegenüber dem EH55 mehr kostet, hängt stark von Entwurf, Heizungsart und regionalen Preisen ab. Lass dir die Mehrkosten von deinem Energieeffizienz-Experten oder Architekten für dein Projekt beziffern. Pauschale Aufpreise helfen hier wenig. **Förderkredit:** Das EH40 kostet aktuell 1,96 Prozent effektiv (10/2/10) und ist damit teurer als das EH55 mit 1,00 Prozent. Ein Vorteil des EH40 ist der höhere Kreditrahmen von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit, allerdings nur mit QNG-Siegel. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) lässt sich ermitteln, was ein Neubau in deiner Region kostet, inklusive Haustechnik. ## Was passiert nach dem 31. Dezember 2026? **Nach dem 31. Dezember 2026, oder früher, wenn die Mittel aufgebraucht sind, nimmt die KfW keine EH55-Anträge mehr an. Für die Neubauförderung des Bundes bleiben dann das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40 mit Ökobilanz) und die QNG-Stufe.** Ob es danach eine weitere Verlängerung gibt, ist offen. Die KfW hat dazu nichts angekündigt. Plane deshalb mit dem 31. Dezember 2026 als spätestem Termin. Unabhängig von der Förderung verschärft sich der Rahmen für Neubauten: Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, verkündet am 28. Juli 2026) gilt ab dem 1. Januar 2030 für alle neu zu errichtenden Gebäude der Standard des Nullemissionsgebäudes. Für Bauherren, die eine Pelletheizung planen, ist das EH55 die einzige Stufe im Klimafreundlichen Neubau, die Biomasse zulässt. In Regionen mit hohen Baukosten wie Bayern kann der günstige Kredit viel ausmachen. Mehr zu den regionalen Kostenniveaus auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## Was du jetzt noch tun kannst, drei konkrete Schritte **Wer ein EH55-Haus mit Baugenehmigung plant, sollte nicht bis Dezember warten. Die Mittel sind begrenzt, und Bank, Experte und KfW brauchen Zeit.** **Schritt 1: Energieeffizienz-Experten sichern** Für den KfW-Kredit ist ein Energieeffizienz-Experte Pflicht. Er muss in der Energieeffizienz-Expertenliste geführt sein und die Bestätigung zum Antrag erstellen. Die Liste steht auf www.energie-effizienz-experten.de. **Schritt 2: Antrag über die Bank stellen** Der Kredit wird über deine Bank oder einen Finanzierungsvermittler beantragt. Kläre früh, wie lange die Bank für Prüfung und Weiterleitung braucht, damit der Antrag sicher vor dem 31. Dezember 2026 bei der KfW eingeht. **Schritt 3: Verfügbarkeit prüfen** Die 800 Millionen Euro sind endlich. Frag bei deiner Bank oder beim KfW-Infocenter nach, ob noch Mittel verfügbar sind. Wer gerade plant, welchen Haustyp er bauen möchte, findet auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus) eine Übersicht der typischen Kostenblöcke, inklusive der Auswirkungen des Energiestandards auf den Endpreis. ## Was ist mit der KfW-Förderung für Sanierungen? **Die Sanierungsförderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude, BEG) ist von der EH55-Frist nicht betroffen. Sie wurde zum 21. Juli 2026 neu geregelt.** Für Sanierungen gilt seit dem 21. Juli 2026 unter anderem: - **BAFA-Zuschuss Gebäudehülle** (Fenster, Dämmung): 15 Prozent, mit Sanierungsfahrplan (iSFP) 5 Prozentpunkte mehr, aber nur auf Kosten oberhalb von 30.000 Euro - **KfW 261 Effizienzhaus-Sanierung**: Kredit bis 150.000 Euro je Wohneinheit mit Tilgungszuschuss je nach Stufe - **KfW 458 Heizungsförderung**: 30 Prozent Grundförderung plus Boni, insgesamt bis 70 Prozent, für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro bis 80 Prozent. Gilt nur für bestehende Gebäude. Einen Überblick über alle aktuellen Programme gibt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## FAQ: KfW EH55: Häufige Fragen **Bis wann kann ich die EH55-Förderung beantragen?** Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingegangen sein. Die ursprüngliche Frist 30. Juni 2026 wurde am 19. Juni 2026 verlängert. Sind die Bundesmittel vorher erschöpft, endet die Förderung früher. **Kann ich den EH55-Antrag stellen, wenn das Haus noch nicht genehmigt ist?** Nein. Beim EH55 muss bei Antragstellung eine gültige Baugenehmigung vorliegen. Ein gestellter Bauantrag reicht nicht. Wann die Genehmigung erteilt wurde, spielt keine Rolle. **Ist das EH40 günstiger finanziert als das EH55?** Nein, derzeit nicht. Laut KfW vom 6. Oktober 2026 kostet das EH55 effektiv 1,00 Prozent, das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40) 1,96 Prozent, jeweils bei 10 Jahren Laufzeit. Das EH40 bietet dafür mit QNG-Siegel bis zu 150.000 Euro Kredit statt 100.000 Euro. **Lohnt sich das EH40 trotzdem?** Das hängt vom Einzelfall ab. Wenn du ohnehin besser bauen willst oder das QNG-Siegel anstrebst, kann der höhere Kreditrahmen die Mehrkosten teilweise ausgleichen. Lass dir beide Varianten durchrechnen, sowohl die Baukosten als auch die Finanzierung. **Gibt es nach dem 31. Dezember 2026 noch eine EH55-Förderung des Bundes?** Angekündigt ist nichts. Einige Bundesländer bieten eigene Wohnraumförderung an, etwa über die BayernLabo, die NRW.BANK oder die WIBank in Hessen. Die Bedingungen erfragst du direkt bei der jeweiligen Landesförderbank. **Kann ich EH55 und EH40 in einem Antrag kombinieren?** Nein. Ein Gebäude wird nach einem Standard geplant und beantragt. Du musst dich vor dem Antrag für eine Förderstufe entscheiden. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung 19.06.2026: EH55-Förderung verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - KfW-Merkblatt 297/298, Stand 07/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005051_M_297_298.pdf - KfW-Konditionenübersicht, Stand 06.10.2026: https://www.kfw-formularsammlung.de/KonditionenanzeigerINet/KonditionenAnzeiger - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen (458): https://www.kfw.de/458 - Deutsche Bundesbank: Zinssätze Wohnungsbaukredite, Stand 01.10.2026: https://www.bundesbank.de/resource/blob/615036/5132d090b27ed65ef4c29927198eff4a/472B63F073F071307366337C94F8C870/s510athyp-data.pdf --- # GModG 2026: Das neue Heizungsgesetz gilt, was Eigentümer jetzt wissen müssen URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/gmodg-2026-heizungsgesetz-neue-regeln-eigentuemer Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Das Gebäudemodernisierungsgesetz, kurz GModG, gilt seit dem 29. Juli 2026. Das Kabinett hatte es am 13. Mai 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat stimmten am 10. Juli 2026 zu, verkündet wurde es am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt (2026 I Nr. 226). Es ändert das GEG 2024, das vielen als „Heizungsgesetz“ bekannt ist, und gibt ihm einen neuen Namen. Was sich konkret geändert hat und was du jetzt planen solltest. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.* ## Was ist das GModG und was ändert es am Heizungsgesetz? **Das GModG streicht die zentrale Pflicht des GEG 2024: Neue Heizungen müssen seit dem 29. Juli 2026 keine 65 Prozent erneuerbare Energien mehr nutzen.** Das GEG 2024 verlangte beim Heizungstausch, dass die neue Anlage zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Diese Regelung war politisch umstritten und für viele Eigentümer teuer. Das GModG ist kein völlig neues Gesetz, sondern das geänderte und umbenannte GEG. Die §§ 71 bis 73 mit der 65-%-Pflicht sind gestrichen. An ihre Stelle tritt für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen eine Pflicht zu steigenden Anteilen klimafreundlicher Brennstoffe, die sogenannte Bio-Treppe. Eine Übergangsphase gibt es nicht mehr: Seit dem 29. Juli 2026 gilt das neue Recht. ## Die Bio-Treppe: Was neue Gas- und Ölheizungen ab 2029 erfüllen müssen **Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss als Eigentümer ab 2029 einen steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe sicherstellen.** Anders als oft zu lesen ist, liegt die Pflicht beim Eigentümer, nicht beim Energieversorger. Ist der Eigentümer nicht selbst Betreiber, trifft sie den Betreiber. Erfüllen lässt sie sich über einen passenden Liefervertrag; der Lieferant muss mit der Abrechnung bestätigen, dass der Anteil eingehalten ist. Zulässig sind Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas und bestimmte Arten von Wasserstoff. Für Neubauten schreibt § 10 Abs. 2 Nr. 3 GModG vor, dass die Regeln der §§ 42 bis 45 entsprechend einzuhalten sind; die Bio-Treppe gilt dort also ebenfalls. | Ab Datum | Mindestanteil klimafreundliche Brennstoffe | |---|---| | 1. Januar 2029 | 10 % | | 1. Januar 2030 | 15 % | | 1. Januar 2035 | 30 % | | 1. Januar 2040 | 60 % | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG (BGBl. 2026 I Nr. 226).* Eine eigene Quote für die Lieferanten ist im Gesetz noch nicht festgelegt. Die Bundesregierung muss dafür bis 1. Dezember 2026 ein eigenes Gesetz vorlegen. Eine „1-%-Lieferantenpflicht ab 2028“, wie sie in frühen Berichten stand, enthält das GModG nicht. Was das für dich bedeutet: Eine neue Gasheizung bleibt nutzbar, aber du kaufst ab 2029 zwingend einen Anteil teurerer Brennstoffe. Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, sollte mit steigenden Betriebskosten rechnen. Es gibt **alternative Erfüllungsoptionen**, die teils nur bis 2034 gelten und Mindestanforderungen haben: eine Hybridheizung, deren Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers bringt (bivalent alternativ 40 Prozent), eine Solarthermieanlage mit festgelegter Mindestfläche oder eine Lüftungsanlage mit mindestens 73 Prozent Wärmerückgewinnung. ## Welche Heizungen sind nach dem GModG erlaubt? **Alle gängigen Heizungstypen sind zulässig, von der Wärmepumpe über die Gasheizung bis zur Ölheizung. Neue fossile Heizungen im Bestand unterliegen aber der Bio-Treppe.** Konkret zulässig: - Wärmepumpen (Luft-Wasser, Erdwärme, Grundwasser) - Gasheizungen (mit Bio-Treppe ab 2029, wenn nach dem 29.07.2026 eingebaut) - Ölheizungen (mit Bio-Treppe ab 2029, wenn nach dem 29.07.2026 eingebaut) - Biomasse-Heizungen (Pellets, Hackschnitzel) - Fernwärmeanschlüsse - Hybridheizungen (Gas oder Öl kombiniert mit Wärmepumpe) - Stromdirektheizungen im Bestand nur, wenn das Gebäude die Wärmeschutzanforderungen um mindestens 30 Prozent unterschreitet (Ausnahme: Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt) Für Neubauten gilt ab dem 1. Januar 2030 der Nullemissionsstandard, den das GModG aus der EU-Gebäuderichtlinie übernimmt. Am Standort dürfen dann keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. Was ein Neubau in deiner Region kostet, kannst du mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) berechnen. ## Was ist mit dem GModG weggefallen? **Das Gesetz hat mehrere Pflichten gestrichen, darunter die Kopplung der Heizungspflicht an die kommunale Wärmeplanung.** 1. **65-%-Pflicht für Erneuerbare**: seit 29. Juli 2026 vollständig entfallen. 2. **Betriebsverbot für alte Kessel**: Das Betriebsverbot nach dem bisherigen § 72 GEG ist gestrichen. 3. **Kopplung an die kommunale Wärmeplanung**: Die Fristen für den Heizungstausch hingen bisher davon ab, ob ein Wärmeplan vorlag. Diese Verknüpfung entfällt. Die Pflicht der Kommunen, Wärmepläne aufzustellen, bleibt (Großstädte bis 30. Juni 2026, übrige bis 30. Juni 2028). 4. **Beratungspflicht**: Die verpflichtende Beratung vor dem Einbau einer fossilen Heizung entfällt. Wer eine gut funktionierende Gasheizung hat, muss also nicht vorschnell investieren. An der Wirtschaftlichkeitsrechnung ändert das wenig: Der CO2-Preis liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, und bei neu eingebauten fossilen Heizungen kommen ab 2029 die Kosten der Bio-Treppe hinzu. ## Heizungsförderung 2026: Was sich am 21. Juli geändert hat **Die Heizungsförderung läuft über die KfW (Programm 458). Seit 21. Juli 2026 gelten neue Sätze: bis zu 80 Prozent Zuschuss und höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit.** | Förderkomponente | Fördersatz seit 21.07.2026 | |---|---| | Grundförderung (alle Antragsteller) | 30 % | | Klimageschwindigkeitsbonus (nur Selbstnutzer, Ersatz alter fossiler Heizung) | 16 %, sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte | | Einkommensbonus (nur Selbstnutzer, zu versteuerndes Haushaltseinkommen) | 40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 € | | **Obergrenze** | **70 %, bei Einkommen bis 30.000 € 80 %** | *Quelle: KfW-Merkblatt 458, Stand 09/2026.* Den Klimageschwindigkeitsbonus gibt es für den Tausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung, unabhängig vom Alter, oder einer Gas- oder Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre in Betrieb ist. Hast du mindestens ein Kind unter 18, sinkt das maßgebliche Einkommen einmalig um 10.000 Euro, unabhängig von der Zahl der Kinder. Die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit auf **28.000 Euro** begrenzt. Das ergibt beim Höchstsatz von 80 Prozent einen Zuschuss von höchstens 22.400 Euro. Ab 1. Februar 2027 sinkt die Grenze halbjährlich um 750 Euro. Die **KfW ist seit 2024 für die Heizungsförderung zuständig**, nicht mehr das BAFA. Das BAFA fördert weiter Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle wie Dämmung und Fenster mit 15 Prozent. Einen iSFP-Bonus von 5 Prozent gibt es dort nur ab förderfähigen Kosten von 30.000 Euro und nur auf den Betrag oberhalb dieser Schwelle. **Reihenfolge beim Antrag:** Zuerst erstellt ein Energieeffizienz-Experte oder dein Fachbetrieb die Bestätigung zum Antrag. Dann schließt du den Liefer- oder Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung (die Förderzusage). Erst danach stellst du den Antrag selbst im Portal „Meine KfW“ und lädst den Vertrag hoch. Wie Energieausweis und Gebäudezustand mit der Förderung zusammenhängen, erklärt der Ratgeber [Neuer Energieausweis 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/neuer-energieausweis-2026-pflichten-kosten-a-g-skala). ## Was kostet eine neue Heizung 2026? **Feste Preise lassen sich nicht seriös nennen, sie hängen von Gebäude, Heizlast und Region ab. Entscheidend ist der Vergleich mehrerer Angebote nach Abzug der Förderung.** Eine Wärmepumpe kostet in der Anschaffung in der Regel deutlich mehr als eine Gas-Brennwertheizung. Dafür gibt es für sie im Bestand bis zu 80 Prozent Zuschuss, für eine reine Gasheizung dagegen keinen. Ein grob gerechnetes Beispiel: Bei förderfähigen Kosten von 28.000 Euro und 30 Prozent Grundförderung plus 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus erhält ein Selbstnutzer 46 Prozent, also 12.880 Euro Zuschuss. Die regionalen Unterschiede bei den Handwerkerkosten sind erheblich. Baukennzahlen für den Südwesten findest du auf der Seite [Baukosten Baden-Württemberg](https://baukostenplan.de/baukosten/baden-wuerttemberg). Kostenrahmen für Häuser nach Typ zeigt der Bereich [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## Was du jetzt konkret tun solltest **Ob du bald tauschen willst oder erst später, drei Punkte bestimmen, was jetzt sinnvoll ist.** **1. Heizungsalter und Bonus prüfen:** Wohnst du selbst im Haus und hast eine Öl- oder alte Gasheizung, beträgt der Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent nur für Anträge bis 31. Januar 2027. Danach sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt ab 1. August 2028. **2. Vertrag mit Bedingung vor dem Antrag:** Der häufigste Fehler ist ein Auftrag ohne Förderbedingung. Die KfW verlangt, dass bei der Antragstellung ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vorliegt. Ein Vertrag mit dieser Bedingung gilt nicht als Vorhabenbeginn. **3. Nicht auf bessere Förderung hoffen:** Bonus und förderfähige Höchstkosten sinken planmäßig. Einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht. ## FAQ: GModG 2026 und das neue Heizungsgesetz **Muss ich meine funktionierende Gasheizung jetzt tauschen?** Nein. Das GModG verpflichtet nicht zum Heizungstausch. Eine vor dem 29. Juli 2026 eingebaute Gasheizung fällt auch nicht unter die Bio-Treppe. Die neuen Regeln greifen erst, wenn du eine neue fossile Heizung einbaust. **Gilt die 65-%-Pflicht noch?** Nein. Sie ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen. Davor war die Frist für Großstädte bereits vom 30. Juni auf den 31. Oktober 2026 verschoben worden; mit dem Inkrafttreten des GModG ist auch das gegenstandslos. **Kann ich eine neue Gasheizung einbauen lassen?** Ja. Baust du sie in ein bestehendes Gebäude ein, musst du als Eigentümer ab 2029 einen Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoffe sicherstellen, meist über deinen Liefervertrag. Dazu kommt der CO2-Preis. Wirtschaftlich kann eine geförderte Wärmepumpe langfristig günstiger sein. **Wie hoch ist die Förderung für eine neue Wärmepumpe 2026?** 30 Prozent Grundförderung, für Selbstnutzer dazu Klimageschwindigkeitsbonus (16 Prozent) und Einkommensbonus (bis 40 Prozent). Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bei 80 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, also maximal 22.400 Euro Zuschuss. **Was ist der Unterschied zwischen GEG, GModG und dem Heizungsgesetz?** „Heizungsgesetz“ ist der umgangssprachliche Name für das GEG 2024 mit der 65-%-Pflicht. Das GModG ist dasselbe Gesetz in geänderter Fassung und mit neuem Namen. Die 65-%-Pflicht ist darin gestrichen und durch die Bio-Treppe ersetzt. **Ab wann gilt das GModG?** Seit dem 29. Juli 2026. Einzelne Teile treten später in Kraft: unter anderem die Solarpflicht für bestimmte Gebäude und neue Energieausweis-Regeln am 1. Januar 2027, der Nullemissionsstandard für alle Neubauten am 1. Januar 2030. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GModG) vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal des Bundes: Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 191 (Art. 8: Fristverschiebung § 71 Abs. 8 GEG): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/191/VO.html - KfW-Merkblatt 458 Heizungsförderung, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Heizungsf%C3%B6rderung/ - BAFA: Förderung Gebäudehülle (BEG EM): https://www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html - Brennstoffemissionshandelsgesetz § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html - Wärmeplanungsgesetz § 4: https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/__4.html --- # Heizungsgesetz-Reform 2026: Das GModG gilt, was sich für Eigentümer und Vermieter ändert URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/heizungsgesetz-reform-2026-gmodg Zuletzt aktualisiert: 2026-10-07 Die Reform des Heizungsgesetzes ist durch. Das Kabinett hat den Entwurf am 13. Mai 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat haben am 10. Juli 2026 zugestimmt, und seit dem 29. Juli 2026 gilt das **Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)**. Verkündet wurde es am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt (2026 I Nr. 226). Hier steht, was sich für dich als Eigentümer, Vermieter oder Bauherr konkret geändert hat. *Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026. Zinsen laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026.* ## Was ist das Gebäudemodernisierungsgesetz? **Das GModG ist das geänderte und umbenannte Gebäudeenergiegesetz (GEG), also das bisherige »Heizungsgesetz«. Es gilt im Kern seit dem 29. Juli 2026, einzelne Teile treten 2027, 2028 und 2030 in Kraft.** Das GEG von 2024 verlangte, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen. Für viele Haushalte hieß das faktisch Wärmepumpe oder Hybridlösung. Die Reform dreht diese Logik um: Statt einer festen Quote für die Heizung kommt ein schrittweise steigender Anteil klimafreundlicher Brennstoffe für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen. Das Inkrafttreten ist gestaffelt: | Ab | Was gilt | |---|---| | 29. Juli 2026 | Grundsatz: 65-%-Pflicht gestrichen, Bio-Treppe für neue fossile Heizungen festgelegt | | 1. Januar 2027 | weitere Teile, u. a. neue Regeln zum Energieausweis und die Solarpflicht für bestimmte Nichtwohngebäude | | 1. Januar 2028 | Nullemissionsstandard für neue öffentliche, behördlich genutzte Nichtwohngebäude | | 1. Januar 2030 | Nullemissionsstandard für alle neu zu errichtenden Gebäude | *Quelle: BGBl. 2026 I Nr. 226, Art. 9.* ## Was ist weggefallen? **Die Pflicht, beim Heizungstausch mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen, ist seit dem 29. Juli 2026 gestrichen. Mit ihr sind die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung, die Beratungspflicht und das Betriebsverbot für alte Kessel nach dem bisherigen § 72 entfallen.** Konkret heißt das: - Neue Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden, allerdings mit der Bio-Treppe (siehe unten). - Die Fristen, die an die kommunale Wärmeplanung geknüpft waren, spielen für deine Heizungswahl keine Rolle mehr. Die Kommunen müssen ihre Wärmepläne trotzdem erstellen: Städte über 100.000 Einwohner bis 30. Juni 2026, alle anderen bis 30. Juni 2028. - Die Pflichtberatung vor dem Einbau einer fossilen Heizung gibt es nicht mehr. Kurz vor der Reform war die Frist für Großstädte schon einmal verschoben worden, vom 30. Juni auf den 31. Oktober 2026. Mit dem GModG ist auch diese Frist gegenstandslos. Ganz verschwunden ist das Ziel 2045 nicht: Das Gesetz verlangt, dass die in Verkehr gebrachten Brennstoffe ab 2045 vollständig klimaneutral sind. Eine Grüngas- und Grünheizölquote für die Lieferanten soll laut Gesetz bis 1. Dezember 2026 per eigenem Gesetz vorgelegt werden. ## Die Bio-Treppe: Pflichten für neue Gas- und Ölheizungen **Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss als Eigentümer sicherstellen, dass ab 2029 ein steigender Anteil klimafreundlicher Brennstoffe genutzt wird.** | Ab | Mindestanteil Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder Wasserstoff | |---|---| | 1. Januar 2029 | 10 % | | 1. Januar 2030 | 15 % | | 1. Januar 2035 | 30 % | | 1. Januar 2040 | 60 % | *Quelle: § 43 Abs. 1 GModG (BGBl. 2026 I Nr. 226).* Verpflichtet ist der Eigentümer, oder der Betreiber, wenn das nicht dieselbe Person ist. Erfüllen kannst du die Pflicht über einen passenden Liefervertrag: Der Lieferant muss mit der Abrechnung bestätigen, dass die Quote eingehalten ist. Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, fallen nicht unter die Bio-Treppe. Für Neubauten schreibt § 10 Abs. 2 Nr. 3 GModG vor, dass die Regeln der §§ 42 bis 45 entsprechend einzuhalten sind; die Bio-Treppe gilt dort also ebenfalls. **Alternativen zur Bio-Treppe** gibt es, aber nur mit Mindestanforderungen und teils befristet bis 2034: - **Solarthermie** mit einer Mindest-Aperturfläche von 0,04 m² je m² Nutzfläche (bis 2 Wohnungen) bzw. 0,03 m² (mehr als 2 Wohnungen) - **Hybrid mit Wärmepumpe**, deren Leistung mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlasterzeugers erreicht (bivalent alternativ mindestens 40 Prozent) - **Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung** von mindestens 73 Prozent ## Welche Heizungen sind erlaubt? **Das Gesetz schreibt keine bestimmte Technik mehr vor. Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasse, Hybridheizung und auch neue Gas- oder Ölheizungen sind zulässig, fossile Neuanlagen im Bestand aber nur mit Bio-Treppe.** Eine Besonderheit gilt für Stromdirektheizungen im Bestand: Sie sind nur erlaubt, wenn das Gebäude die Wärmeschutzanforderungen um mindestens 30 Prozent unterschreitet. Ausgenommen sind Häuser mit höchstens zwei Wohnungen, von denen eine der Eigentümer selbst bewohnt. Im Neubau ändert sich die Lage 2030: Ab dem 1. Januar 2030 müssen alle neu zu errichtenden Gebäude Nullemissionsgebäude sein. Dazu gehört, dass am Standort keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen entstehen. ## Was das für Eigentümer konkret bedeutet **Eine funktionierende Heizung musst du nicht tauschen. Erst beim Neueinbau einer fossilen Heizung greifen die neuen Pflichten.** - **Heizungsausfall**: Du kannst ohne 65-%-Vorgabe entscheiden. Wer sich für Gas oder Öl entscheidet, übernimmt die Bio-Treppe und damit voraussichtlich höhere Brennstoffkosten ab 2029. - **Bestandsanlage**: Für Heizungen, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, ändert sich durch die Bio-Treppe nichts. - **Energieausweis**: Die neuen Regeln zum Energieausweis gelten erst ab 1. Januar 2027. Eine Sanierungspflicht für Eigentümer von Wohngebäuden folgt daraus nicht. Wie sich das Heizsystem auf die Gesamtkosten eines Hauses auswirkt, siehst du auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## Vermieter: Neue Kostenteilung bei fossilen Heizungen **Wer als Vermieter eine neue Heizung nach der Bio-Treppe einbaut, trägt ab 2028 die Hälfte der Gas-Netzentgelte und der CO2-Kosten, ab 2029 außerdem die Hälfte der Mehrkosten für die Pflicht-Brennstoffe.** Geregelt ist das im neuen § 5a des CO2-Kostenaufteilungsgesetzes: - **ab 1. Januar 2028**: hälftige Teilung der Gas-Netzentgelte und der CO2-Kosten - **ab 1. Januar 2029**: hälftige Teilung der Kosten für die Pflicht-Brennstoffe, und zwar für einen Brennstoffanteil von höchstens 30 Prozent Dass Mieter den CO2-Preis bisher allein getragen hätten, stimmt übrigens nicht: Seit 2023 wird er nach dem CO2-Kostenaufteilungsgesetz je nach Energiezustand des Gebäudes zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt. Die neue Hälftelung gilt zusätzlich und nur für Heizungen, die unter die Bio-Treppe fallen. Wer als Vermieter eine Wärmepumpe oder Fernwärme wählt, ist davon nicht betroffen. Bei der Wahl des Heizsystems lohnt ein Blick auf die örtlichen Bedingungen, etwa ob ein Fernwärmenetz in der Nähe liegt. Regionale Baukosten-Kennzahlen für NRW findest du unter [Baukosten Nordrhein-Westfalen](https://baukostenplan.de/baukosten/nordrhein-westfalen). ## Heizsystemkosten: worauf es ankommt **Seriöse Pauschalpreise für eine neue Heizung gibt es nicht. Entscheidend ist die Gesamtrechnung aus Anschaffung, Förderung und Betriebskosten über 15 bis 20 Jahre.** Bei der Anschaffung liegt eine Gas-Brennwertheizung in der Regel deutlich unter einer Wärmepumpe. Bei den laufenden Kosten verschiebt sich das Bild: Der CO2-Preis auf Erdgas und Heizöl liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, ab 2029 kommen bei neuen fossilen Heizungen die Mehrkosten der Bio-Treppe hinzu. Die Wärmepumpe wird im Bestand zudem über KfW 458 bezuschusst, eine neue Gasheizung nicht. Hol dir deshalb mindestens zwei Angebote für unterschiedliche Systeme und lass dir die erwarteten Verbrauchskosten schriftlich schätzen. Für die Kalkulation deiner Gesamtbaukosten nutze den [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner). ## KfW-Förderung: Was du jetzt beantragen kannst **Für den Heizungstausch im Bestand gibt es seit 21. Juli 2026 neue Regeln bei KfW 458 mit bis zu 80 Prozent Zuschuss. Im Neubau bleibt der Kredit Klimafreundlicher Neubau (297/298), der EH55-Zweig läuft längstens bis 31. Dezember 2026.** **Heizungstausch im Bestand (KfW 458):** - Grundförderung 30 Prozent - Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent für selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzen. Er sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt für Anträge ab 1. August 2028. - Einkommensbonus für Selbstnutzer: 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen - Obergrenze 70 Prozent, für Selbstnutzer mit zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 Euro 80 Prozent - Förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit bis 28.000 Euro, also höchstens 22.400 Euro Zuschuss **Neubau (KfW 297/298):** - **Effizienzhaus 55**: Kredit bis 100.000 Euro je Wohneinheit, effektiv ab 1,00 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung). Die KfW hat die ursprüngliche Frist 30. Juni 2026 am 19. Juni 2026 bis 31. Dezember 2026 verlängert; sind die Bundesmittel früher aufgebraucht, endet sie früher. - **Effizienzhaus 40 (Klimafreundliches Wohngebäude)**: Kredit bis 100.000 Euro, mit QNG-Siegel bis 150.000 Euro, effektiv ab 1,96 Prozent. Einen Überblick über alle Programme gibt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). ## Was du jetzt konkret tun solltest **Das Gesetz gilt, die Förderbedingungen sind bekannt. Je nach Situation ergeben sich unterschiedliche Prioritäten.** **Wenn deine Heizung noch funktioniert:** Es gibt keine Austauschpflicht. Wenn du über einen Tausch nachdenkst und selbst im Haus wohnst, beachte den Klimageschwindigkeitsbonus: Er beträgt 16 Prozent für Anträge bis 31. Januar 2027 und sinkt danach schrittweise. **Wenn deine Heizung kurz vor dem Ausfall steht:** Hol Angebote für Wärmepumpe und fossile Heizung ein und vergleiche Förderung, Bio-Treppe und Betriebskosten. Für KfW 458 brauchst du vor dem Antrag eine Bestätigung zum Antrag (vom Energieeffizienz-Experten oder Fachbetrieb) und einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. **Als Vermieter:** Kalkuliere die hälftige Teilung von Netzentgelten, CO2-Kosten und Bio-Brennstoffen in deine Renditerechnung ein, wenn du eine neue fossile Heizung planst. **Als Bauherr (Neubau):** Wer den EH55-Kredit nutzen will, braucht eine gültige Baugenehmigung und muss den Antrag bis spätestens 31. Dezember 2026 über die Bank bei der KfW einreichen. Für Bauvorhaben ab 2030 gilt der Nullemissionsstandard. ## FAQ: Heizungsgesetz-Reform 2026 **Muss ich meine funktionierende Heizung jetzt tauschen?** Nein. Das GModG enthält keine Austauschpflicht für laufende Heizungen. Das bisherige Betriebsverbot für alte Kessel nach § 72 GEG ist mit der Reform entfallen. **Darf ich wieder eine neue Gasheizung einbauen?** Ja, seit dem 29. Juli 2026 ohne die 65-%-Vorgabe. Baust du sie in ein bestehendes Gebäude ein, gilt die Bio-Treppe: ab 2029 mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe, ab 2030 15, ab 2035 30 und ab 2040 60 Prozent. Solarthermie oder eine Hybrid-Wärmepumpe mit Mindestleistung können die Pflicht ersetzen, teils nur bis 2034. **Wer muss die Bio-Treppe erfüllen, ich oder der Gasversorger?** Du als Eigentümer, oder der Betreiber, falls das jemand anderes ist. Praktisch erfüllst du die Pflicht über einen Liefervertrag mit dem entsprechenden Anteil. Der Lieferant bestätigt das mit der Abrechnung. **Was ändert sich für Vermieter beim CO2-Preis?** Bei neuen Heizungen nach der Bio-Treppe tragen Vermieter ab 2028 die Hälfte der Gas-Netzentgelte und CO2-Kosten, ab 2029 auch die Hälfte der Pflicht-Brennstoffkosten für einen Anteil bis 30 Prozent. Für Bestandsheizungen bleibt es bei der Aufteilung nach dem CO2-Kostenaufteilungsgesetz, die seit 2023 gilt. **Wann ist das GModG in Kraft getreten?** Am 29. Juli 2026, dem Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt. Teile wie die Solarpflicht und neue Energieausweis-Regeln folgen am 1. Januar 2027, der Nullemissionsstandard für alle Neubauten am 1. Januar 2030. **Bleibt die Heizungsförderung bestehen?** Ja. Die Heizungsförderung läuft über die KfW (Programm 458) mit neuen Sätzen seit 21. Juli 2026: bis zu 80 Prozent Zuschuss für Selbstnutzer mit niedrigem Einkommen, höchstens 22.400 Euro für die erste Wohneinheit. Die BAFA fördert weiterhin Maßnahmen an der Gebäudehülle. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Quellen: - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 226: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GModG) vom 23.07.2026: https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/226/VO.html - GModG-Portal des Bundes: Aktuelles zum Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.gmodg.bund.de/GModG/DE/Home/startseite/GModG_News/GModG_News-node.html - Bundesregierung: Neues Gebäudemodernisierungsgesetz: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/neues-gebaeudemodernisierungsgesetz-2430284 - Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 191 (Art. 8: Fristverschiebung § 71 Abs. 8 GEG): https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/191/VO.html - KfW-Merkblatt 458 Heizungsförderung, Stand 09/2026: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/F%C3%B6rderprogramme-(Inlandsf%C3%B6rderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf - KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298): https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Klimafreundlicher-Neubau-Wohngeb%C3%A4ude-(297-298)/ - KfW-Pressemitteilung vom 19.06.2026: EH55-Förderung bis 31.12.2026 verlängert: https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_898560.html - Brennstoffemissionshandelsgesetz § 10: https://www.gesetze-im-internet.de/behg/__10.html - Wärmeplanungsgesetz § 4: https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/__4.html --- # Neuer Energieausweis 2026: Neue A-G-Skala, Pflichten und Kosten für Eigentümer URL: https://baukostenplan.de/ratgeber/neuer-energieausweis-2026-pflichten-kosten-a-g-skala Zuletzt aktualisiert: 2026-07-31 Die Uhr läuft: Bis zum 29. Mai 2026 müssen alle EU-Mitgliedstaaten die neue Gebäuderichtlinie (EPBD) in nationales Recht umsetzen, und damit kommen grundlegende Änderungen beim deutschen Energieausweis. Wer verkaufen, vermieten oder sanieren will, sollte jetzt genau wissen, was sich ändert, wann ein neuer Ausweis Pflicht wird und was er kostet. ## Was ändert sich beim Energieausweis ab Mai 2026? **Die bisherige Skala von A+ bis H verschwindet. Ab Mai 2026 gilt EU-weit eine einheitliche Effizienzklasse A bis G, wie du sie von Kühlschränken und Waschmaschinen kennst.** Das klingt zunächst harmlos, hat aber weitreichende Konsequenzen: - **Klasse A** ist jetzt ausschließlich für Nullemissionsgebäude reserviert, also praktisch Neubauten nach dem strengsten Standard - **Klasse G** umfasst die energetisch schlechtesten 15 Prozent des jeweiligen nationalen Gebäudebestands - Die Klassen B bis F verteilen sich gleichmäßig auf die verbleibenden 85 Prozent aller Gebäude Was das bedeutet: Ein Bestandsgebäude, das bisher vielleicht als "B" oder "C" galt, könnte nach der neuen Skalierung in einer schlechteren Klasse landen, und umgekehrt. Der direkte Vergleich alter und neuer Ausweise ist nicht ohne Weiteres möglich. Zusätzlich wird der Energieausweis künftig mehr als ein Pflichtdokument sein. Er enthält nun verbindlich einen **Sanierungsfahrplan**, der zeigt, wie das Gebäude schrittweise auf den Nullemissionsstandard gebracht werden kann. ## Wer braucht jetzt einen neuen Energieausweis? **Bereits bestehende Energieausweise bleiben weiterhin 10 Jahre lang gültig, du musst deinen Ausweis also nicht sofort ersetzen, wenn er noch nicht abgelaufen ist.** Allerdings gibt es wichtige Ausnahmen: | Situation | Neuer Ausweis Pflicht? | |---|---| | Bestehender Ausweis noch gültig (< 10 Jahre alt) | Nein, erst bei Ablauf | | Ausweis läuft 2026 oder danach ab | Ja, neuer Ausweis nach neuem Standard | | Erstmaliger Ausweis für Neubau | Ja, direkt nach neuer Norm | | Erstmaliger Ausweis für Bestand | Ja, nach neuer Norm | | Wechsel des Mieters | Ja, vorlegen (ggf. neuer Ausweis nötig) | | Mietvertragsverlängerung | Neu ab 2026: Ausweis vorlegen Pflicht | | Größere Renovierung (> 25 % Gebäudehülle) | Ja, neuer Ausweis nach Sanierung | Besonders der letzte Punkt ist neu: Bisher war die **Mietvertragsverlängerung** keine Pflichtgelegenheit für einen Energieausweis. Das ändert sich mit der EPBD-Umsetzung grundlegend. ## Wann genau ist der Energieausweis Pflicht? **Beim Verkauf oder der Neuvermietung war der Energieausweis schon immer Pflicht, ab Mai 2026 kommen neue Pflichtanlässe dazu, die viele Vermieter überraschen dürften.** Die erweiterte Liste der Pflichtanlässe: 1. **Verkauf** der Immobilie (unverändert) 2. **Neuvermietung** (unverändert) 3. **Mietvertragsverlängerung**, neu ab Mai 2026 4. **Größere Renovierung**, wenn mehr als 25 Prozent der Gebäudehülle betroffen sind oder die Maßnahmen ein Viertel des Gebäudewerts überschreiten 5. **Öffentliche Gebäude** ab bestimmten Größen (gestaffelt bis 2030) Bei Onlineanzeigen musst du die Energieeffizienzklasse und den Energiekennwert direkt in der Anzeige angeben, auch das ist bereits geltendes Recht und wird mit der EPBD-Umsetzung verschärft durchgesetzt. **Achtung Bußgeld:** Wer keinen Ausweis vorlegt, einen fehlerhaften nutzt oder Angaben in Anzeigen weglässt, riskiert nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) eine Geldbuße von **bis zu 10.000 Euro**. ## Was kostet ein neuer Energieausweis 2026? **Verbrauchsausweise beginnen ab etwa 50 Euro, Bedarfsausweise für ein Einfamilienhaus kosten in der Regel 300 bis 500 Euro.** Die Kosten im Überblick: | Ausweistyp | Wer darf ihn nutzen | Kosten (ca.) | |---|---|---| | Verbrauchsausweis | Gebäude mit 5+ Wohneinheiten | 50 bis 150 € | | Bedarfsausweis | Einfamilienhäuser, Gebäude bis 4 WE | 300 bis 500 € (EFH) | | Bedarfsausweis | Mehrfamilienhaus | 500 bis 800 € | Für Neubauten ist grundsätzlich ein Bedarfsausweis erforderlich. Beim [Passivhaus](https://baukostenplan.de/haustypen/passivhaus) oder beim Energieeffizienzhaus-40-Standard ergibt sich das Ausstellen außerdem automatisch im Rahmen des Fördernachweises für die KfW. Wen du beauftragen kannst: Energieberater, Architekten, Bauingenieure, Schornsteinfeger und zertifizierte Fachleute, die in der Energieeffizienz-Expertenliste (dena) geführt werden. Günstigste Option: Online-Dienste für den Verbrauchsausweis. Zuverlässigste Option: Vor-Ort-Begehung mit zertifiziertem Energieberater. ## Was bedeutet das für den Neubau? **Wer heute neu baut, muss sicherstellen, dass sein Gebäude nach der neuen Norm mindestens Klasse B oder besser erreicht: Klasse A bleibt Nullemissionsgebäuden vorbehalten, ist aber mit gezielten Maßnahmen erreichbar.** Die EU-Gebäuderichtlinie bringt für Neubauten weitere Pflichten: - **Solarpflicht ab Ende 2026** für neue öffentliche Gebäude und Nichtwohngebäude über 250 m² - **Solarpflicht für neue Wohngebäude** gilt spätestens ab Ende 2029 - Ab **2030** gilt der Nullemissionsgebäude-Standard für alle neuen Wohngebäude Für Bauherren, die heute planen, lohnt sich ein Blick auf die Gesamtkosten. Mit dem [Baukostenrechner](https://baukostenplan.de/rechner) kannst du ermitteln, was ein Neubau nach aktuellem Standard in deiner Region kostet, inklusive der Aufpreise für höhere Dämmstandards oder Photovoltaik. Die Preisunterschiede nach Bundesland sind erheblich. In Bayern etwa liegen die durchschnittlichen Baukosten für ein Einfamilienhaus spürbar über dem Bundesdurchschnitt, alle Kennzahlen dazu findest du auf der Seite [Baukosten Bayern](https://baukostenplan.de/baukosten/bayern). ## KfW-Förderung und der neue Energieausweis **Wer heute baut und KfW-Förderung nutzt, muss beim Energieausweis ohnehin die höchsten Standards erfüllen, das erleichtert die Umstellung auf die neue A-G-Norm erheblich.** Seit März 2026 gelten bei der KfW verbesserte Konditionen: - **KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau):** Effektivzins ab **0,60 % pro Jahr** für Effizienzhaus-40-Standard (10 Jahre Laufzeit) - **EH55-Standard:** Effektivzins ab **1,04 % pro Jahr**, allerdings läuft die EH55-Förderung Ende Juni 2026 aus - Maximales Darlehen: bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit - Zuschussvariante: bis zu 12 % Tilgungszuschuss Wichtig für die Planung: Die KfW-Förderung setzt einen Energieausweis voraus, der nach dem KfW-Nachweis ausgestellt wird. Dieser gilt nach Fertigstellung automatisch auch als EPBD-konformer Energieausweis. Mehr zu den aktuellen Fördermöglichkeiten erklärt der Ratgeber [KfW-Förderung 2026](https://baukostenplan.de/ratgeber/kfw-foerderung). Für Sanierungsvorhaben bleibt das BAFA-Programm (Bundesförderung für effiziente Gebäude, BEG) der wichtigste Baustein. Auch hier wird der neue Energieausweis künftig ein Pflichtnachweis. ## Was du jetzt konkret tun solltest **Ob du Eigentümer, Vermieter oder Bauherr bist, drei Schritte solltest du noch in diesem Frühjahr gehen.** **1. Bestandsaufnahme:** Prüfe, wann dein vorhandener Energieausweis ausläuft. Läuft er 2026 oder 2027 aus, beantrage rechtzeitig einen neuen nach dem A-G-Standard. Zertifizierte Aussteller werden ab Mai 2026 ausschließlich die neue Norm verwenden. **2. Vermieter-Check:** Hast du Mietvertragsverlängerungen geplant? Ab Mai 2026 musst du bei Verlängerungen den Energieausweis vorlegen, auch wenn der Mieter gleich bleibt. Bereite das rechtzeitig vor. **3. Bauplanung anpassen:** Planst du einen Neubau? Orientiere dich am Effizienzhaus-40-Standard oder besser, um von den günstigsten KfW-Zinsen zu profitieren und gleichzeitig schon die ab 2030 geltenden Anforderungen zu erfüllen. Eine konkrete Kostenabschätzung nach Haustyp gibt es auf der Seite [Einfamilienhaus Kosten](https://baukostenplan.de/haustypen/einfamilienhaus). ## FAQ: Neuer Energieausweis 2026 **Muss ich meinen alten Energieausweis sofort durch einen neuen ersetzen?** Nein. Bestehende Energieausweise bleiben bis zu ihrem Ablauf (10 Jahre Gültigkeit) weiterhin gültig. Erst wenn der Ausweis abläuft oder du ihn neu ausstellen lassen musst (z. B. nach Renovation oder beim Verkauf), benötigst du einen Ausweis nach der neuen A-G-Norm. **Was passiert, wenn ich keinen Energieausweis vorlege?** Nach dem deutschen Gebäudeenergiegesetz (GEG) droht ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro, wenn du bei Verkauf, Vermietung oder einer Mietvertragsverlängerung keinen gültigen Energieausweis vorlegst oder falsche Angaben in Immobilienanzeigen machst. **Kann ich meinen alten Ausweis noch für Inserate nutzen, wenn er noch gültig ist?** Ja, solange der alte Ausweis noch nicht abgelaufen ist, kannst du ihn verwenden. Allerdings müssen Inserate dann die alten Effizienzklassen-Angaben zeigen, was beim Vergleich mit anderen Angeboten nach neuer Norm zu Verwirrung führen kann. Ein freiwilliger Neuerwerb ist immer möglich. **Welche Klasse muss ein Neubau nach der neuen Norm mindestens erreichen?** Die EU-Gebäuderichtlinie schreibt vor, dass Neubauten ab 2030 dem Nullemissionsgebäude-Standard entsprechen müssen (Klasse A). Bis dahin gilt über das GEG und die KfW-Förderbedingungen mindestens der Effizienzhaus-55-Standard, der nach neuer Skala etwa Klasse B oder C entspricht. **Was kostet ein Bedarfsausweis für ein Einfamilienhaus?** Für ein typisches Einfamilienhaus mit Vor-Ort-Begehung musst du mit 300 bis 500 Euro rechnen. Online-Dienste sind günstiger (ab ca. 100 Euro), setzen aber vollständige Unterlagen zu Gebäude und Heizung voraus. Der Verbrauchsausweis ist nur für Gebäude mit mindestens 5 Wohneinheiten oder unter bestimmten Bedingungen erlaubt und kostet 50 bis 150 Euro. **Gilt die Solarpflicht auch für bestehende Wohngebäude?** Nein, derzeit nicht. Die ab Ende 2026 geltende Solarpflicht betrifft zunächst neue öffentliche Gebäude und Nichtwohngebäude über 250 m². Für neue Wohngebäude gilt sie spätestens ab Ende 2029. Bestehende Wohngebäude sind bislang nicht direkt betroffen. Quellen: - KfW: Klimafreundlicher Neubau, Pressemitteilung März 2026: https://www.kfw.de/ueber-die-kfw/newsroom/aktuelles/pressemitteilungen-details_883456.html - EBZ Stuttgart: Neue Energieausweise ab Mai 2026 Pflicht: https://ebz-stuttgart.de/aktuelles/neue-energieausweise-werden-ab-mai-2026-pflicht/ - Enercity Profipartner: Der neue Energieausweis ab Mai 2026: https://www.enercity-profipartner.de/aktuelles/allgemein/der-neue-energieausweis-ab-mai-2026-was-eigentuemer-wissen-muessen/ - T-Online: Alte Energieausweise ab Mai 2026 ungültig: https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101038826/mai-2026-eu-energieausweis-das-aendert-sich-fuer-eigentuemer-und-mieter.html - Energie-Experten: Neue Energieausweis-Pflichten ab Mai 2026: https://www.energie-experten.org/news/neue-energieausweis-pflichten-ab-mai-2026