KfW BEG September 2026: Neues Expertenportal, erweiterter Serienbonus und die Stichtage
Seit dem 25. September 2026 laufen Bestätigungen für die KfW-Heizungsförderung über das neue Expertenportal. Seit dem 24. September gibt es den Serienbonus auch für EH 70.

Ende September 2026 gab es bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zwei Neuerungen. Seit dem 24. September gelten neue KfW-Merkblätter, mit denen der Bonus für serielle Sanierung auch für das Effizienzhaus 70 und für Nichtwohngebäude beantragt werden kann. Seit dem 25. September müssen Energieeffizienz-Experten ihre Bestätigungen für die KfW-Heizungsförderung im neuen KfW-Expertenportal erstellen. Was sich geändert hat und was das für deinen Antrag bedeutet.
Stand dieses Artikels: 7. Oktober 2026.
Was sich am 25. September 2026 beim KfW-Expertenportal geändert hat
Seit dem 25. September 2026 ist das neue KfW-Expertenportal Pflicht, und zwar für die Heizungsförderung (Programme 458, 459, 522 und 422). Experten melden sich mit ihren bestehenden Zugangsdaten der Energieeffizienz-Expertenliste an.
Das Portal betrifft die Bestätigung zum Antrag (BzA), die Energieeffizienz-Experten für die Heizungsförderung erstellen. Für andere Programme wie den Sanierungskredit 261 oder den Klimafreundlichen Neubau 297/298 nennt die KfW diese Umstellung nicht.
Die KfW hat dazu festgelegt:
- Gültigkeit alter Bestätigungen: BzA, die bis zum 22. September 2026 in der alten Anwendung erstellt wurden, bleiben gültig.
- Entwürfe: Entwürfe aus der alten Anwendung können zwar noch abgeschlossen, aber nicht mehr für einen Antrag genutzt werden. Sie müssen im neuen Portal neu angelegt werden.
- Zugang: Eine neue Registrierung ist nicht nötig, der Login erfolgt mit den bestehenden Zugangsdaten.
Für dich als Eigentümer heißt das: Hat dein Experte nur einen Entwurf im alten System, braucht er eine neue BzA im neuen Portal. Eine BzA für die Heizungsförderung kann übrigens auch das ausführende Fachunternehmen erstellen.
Die technische Projektbeschreibung (TPB) gehört nicht zur KfW, sondern zum BAFA-Verfahren für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Sie ist von diesem Portalwechsel nicht betroffen.
Die BEG-Stichtage September 2026 auf einen Blick
Die Änderungen kamen gestaffelt. Alle Termine liegen inzwischen in der Vergangenheit, die neuen Regeln gelten.
| Datum | Änderung | Bedeutung für dich |
|---|---|---|
| 09/2026 | KfW-Infoblatt förderfähige Maßnahmen, Version 11.0 | Grundlage für Anträge, berücksichtigt die Richtlinien vom 17. August 2026 |
| 22. September 2026 | Letzter Tag für BzA in der alten KfW-Anwendung | Diese BzA bleiben gültig |
| 24. September 2026 | Neue KfW-Merkblätter, unter anderem 261 | Serienbonus für EH 70 und für Nichtwohngebäude beantragbar |
| 25. September 2026 | Neues KfW-Expertenportal Pflicht | Neue BzA für die Heizungsförderung nur noch im neuen Portal |
Ein zweitägiges "Sperrfenster" für elf Förderprodukte, wie es teils berichtet wurde, nennt die KfW in ihren Informationen zum Expertenportal nicht. Belegt ist nur: alte Anwendung bis 22. September, neues Portal ab 25. September.
Neuer Serienbonus seit 24. September 2026: was sich für EH 70 EE ändert
Seit dem 24. September 2026 gibt es den Bonus für serielle Sanierung auch für das Effizienzhaus 70, mit 5 Prozentpunkten zusätzlichem Tilgungszuschuss. Für EH 40 und EH 55 bleibt es bei 15 Prozentpunkten. Neu ist der Bonus auch für Nichtwohngebäude.
Serielles Sanieren heißt: Die Fassade wird mit im Werk vorgefertigten Elementen erneuert, die auf der Baustelle nur noch montiert werden. Den Bonus gab es bisher nur für EH 40 und EH 55. Die Ausweitung auf EH 70 macht ihn für Eigentümer interessant, deren Gebäude die höheren Stufen nur mit großem Aufwand erreichen.
Wichtig für die Rechnung: Bei EH 70 EE gibt es seit der Reform keinen Basis-Tilgungszuschuss mehr. Mit Serienbonus sind es also 5 Prozent, bei einem Worst Performing Building 15 Prozent. Der Zuschuss bezieht sich auf den Kreditbetrag. Bei 80.000 Euro Kredit bringt der Serienbonus 4.000 Euro (gerechnet), bei 150.000 Euro je Wohneinheit 7.500 Euro.
Eine Liste zugelassener Serienprodukte gibt es nicht. Entscheidend sind die technischen Anforderungen im KfW-Infoblatt:
- werkseitig vorgefertigte Tragkonstruktion für Dämm- und Witterungsebene auf Basis eines digitalen 3D-Aufmaßes
- mindestens 80 Prozent der Fassadenflächen gegen Außenluft mit solchen Elementen saniert
- Elemente unverändert montiert, mindestens raumhoch
- neue Fenster werkseitig in die Elemente eingebaut
Für Nichtwohngebäude, also Büros, Praxen oder Gewerbeobjekte, gibt es den Bonus jetzt ebenfalls. Eigentümer sollten laufende Planungen entsprechend prüfen.
Was die KfW aktuell zahlt
Neubau EH40: bis 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG 150.000 Euro, effektiv ab 1,96 Prozent. Heizungstausch: 30 Prozent Grundförderung auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten, mit Boni bis 80 Prozent.
KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau): Für das Klimafreundliche Wohngebäude (EH40 mit Ökobilanz-Nachweis) gibt es bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis zu 150.000 Euro. Der Effektivzins lag am 6. Oktober 2026 bei 1,96 Prozent (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfrei, 10 Jahre Zinsbindung). Die befristete Stufe EH55 kostet 1,00 Prozent und ist bis 31. Dezember 2026 beantragbar. Zum Vergleich: Wohnungsbaukredite mit über 10 Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 4,04 Prozent effektiv, mit 5 bis 10 Jahren 3,81 Prozent (Bundesbank).
KfW 458 (Heizungsförderung): Die förderfähigen Kosten der ersten Wohneinheit liegen bei 28.000 Euro, vorher 30.000 Euro. Ab Februar 2027 sinken sie halbjährlich um 750 Euro. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Selbstnutzer erhalten bei Antrag bis 31. Januar 2027 einen Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent und je nach Einkommen einen Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 Prozent. Die Obergrenze liegt bei 70 Prozent, bei niedrigem Einkommen bei 80 Prozent.
Wenn du eine Wärmepumpe planst, rechne mit dem Baukostenrechner Gesamtkosten und Förderanteil für dein Projekt durch.
Was das GModG für deine Heizungsplanung bedeutet
Das Gebäudemodernisierungsgesetz ist seit dem 29. Juli 2026 in Kraft. Die 65-Prozent-Pflicht ist weg, Gas- und Ölheizungen dürfen wieder eingebaut werden, im Bestand wie im Neubau. Dafür gilt die Bio-Treppe.
Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss als Eigentümer sicherstellen, dass ein steigender Anteil des Brennstoffs aus Biomethan, Bioöl oder bestimmtem Wasserstoff stammt: ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent. Das gilt für neu eingebaute Heizungen in bestehenden Gebäuden, und neue Gebäude müssen diese Vorgaben entsprechend einhalten. Bei vermieteten Gebäuden werden bestimmte Mehrkosten zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt. Bio-Brennstoffe sind in der Regel teurer, der Betrieb einer neuen Gasheizung dürfte also teurer werden.
Welche Heizung sich im Neubau rechnet, hängt vom Hausstandard ab. Für die KfW-Neubauförderung 297/298 sind Öl- und Gasheizungen ohnehin ausgeschlossen. Für ein Einfamilienhaus mit guter Dämmung ist die Wärmepumpe deshalb oft die naheliegende Wahl, vor allem wenn du den KfW-Kredit nutzen willst.
Was ein Neubau in deiner Region kostet, zeigen unsere regionalen Baukostendaten, etwa für Nordrhein-Westfalen. Rechne dabei auch die gestiegenen Materialpreise ein: Laut Statistischem Bundesamt kosteten im Mai 2026 Dachlatten 11,8 Prozent und Konstruktionsvollholz 7,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Metalle insgesamt 11,1 Prozent, Betonstahl 5,0 Prozent und Flachglas 15,4 Prozent.
Einen Einstieg in die KfW-Neubauförderung bietet der Artikel zu KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau 2026.
Handlungsempfehlungen: was du jetzt tun solltest
Die Umstellungen sind abgeschlossen. Wichtig ist jetzt, dass dein Experte im neuen Portal arbeitet und du die nächsten Fristen kennst: 31. Dezember 2026 für EH55-Neubauten, 31. Januar 2027 für den vollen Klimabonus.
Du planst einen Neubau und willst KfW 297/298 nutzen: Beauftrage einen Energieeffizienz-Experten und stell den Antrag über deine Bank vor Beginn des Vorhabens. Für die EH55-Stufe muss die Baugenehmigung bei Antragstellung vorliegen und der Antrag bis 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen.
Du sanierst und planst einen Heizungstausch: Prüfe, ob deine BzA aus der alten Anwendung stammt. Wurde sie bis 22. September 2026 erstellt, bleibt sie gültig, sonst braucht es eine neue im neuen Portal. Vor dem Antrag brauchst du einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung. Den vollen Klimabonus von 16 Prozent gibt es bei Antrag bis 31. Januar 2027.
Du planst eine Sanierung zum Effizienzhaus: Prüfe, ob eine serielle Sanierung in Frage kommt. Bei EH 70 bringt sie 5 Prozentpunkte, bei EH 40 und 55 15 Prozentpunkte zusätzlichen Tilgungszuschuss. Beachte: KfW 261 und BEG-Einzelmaßnahmen lassen sich seit dem 21. Juli 2026 nicht parallel nutzen.
Du hast ein gewerbliches Objekt: Wenn dein Unternehmen Arbeiten mit eigenen Mitarbeitern ausführt, sind laut KfW-Infoblatt deren Montage- und Lohnkosten nicht förderfähig, nur Material und Fachplanung. Prüfe außerdem den neuen Serienbonus für Nichtwohngebäude.
FAQ: Häufige Fragen zum KfW-Portalwechsel September 2026
Was passiert mit Entwürfen im alten KfW-System? Entwürfe aus der alten Anwendung können nicht mehr für einen Antrag genutzt werden und müssen im neuen Portal neu angelegt werden. Bestätigungen zum Antrag, die bis zum 22. September 2026 erstellt wurden, bleiben gültig.
Für welche Programme gilt das neue Expertenportal? Für die Heizungsförderung der KfW, also die Programme 458, 459, 522 und 422. Experten melden sich mit ihren bestehenden Zugangsdaten an.
Für wen gilt der erweiterte Serienbonus seit 24. September 2026? Für Wohngebäude, die seriell auf Effizienzhaus 70 saniert werden (5 Prozentpunkte), und erstmals für Nichtwohngebäude. Für EH 40 und EH 55 bleibt es bei 15 Prozentpunkten. Voraussetzung sind die technischen Anforderungen im KfW-Infoblatt, eine Produktliste gibt es nicht.
Wie hoch ist die KfW-Förderung für eine Wärmepumpe? Die Grundförderung im Programm 458 beträgt 30 Prozent. Selbstnutzer bekommen bei Antrag bis 31. Januar 2027 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und bei einem zu versteuernden Einkommen bis 50.000 Euro einen Einkommensbonus von 10 bis 40 Prozent. Förderfähig sind höchstens 28.000 Euro, der Zuschuss ist auf 70 bzw. 80 Prozent begrenzt.
Darf ich nach dem GModG noch eine Gasheizung einbauen? Ja, seit dem 29. Juli 2026. Für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen gilt aber die Bio-Treppe: ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent aus biogenen Brennstoffen oder bestimmtem Wasserstoff. Verantwortlich ist der Eigentümer. Das gilt auch für Neubauten.
Gab es am 23. und 24. September ein Sperrfenster? Die KfW nennt in ihren Informationen zum Expertenportal nur, dass die alte Anwendung bis zum 22. September 2026 genutzt werden konnte und das neue Portal ab dem 25. September Pflicht ist. Ein Sperrfenster für elf Förderprodukte ist dort nicht beschrieben.
Welche Zinsen gelten aktuell für KfW-geförderte Neubauten? Laut KfW-Konditionenübersicht vom 6. Oktober 2026 effektiv 1,96 Prozent für das EH40 und 1,00 Prozent für das EH55, jeweils bei 10 Jahren Laufzeit mit 2 tilgungsfreien Jahren. Der Marktdurchschnitt lag im August 2026 bei 3,81 Prozent (5 bis 10 Jahre Zinsbindung) bzw. 4,04 Prozent (über 10 Jahre) laut Bundesbank.
Hinweis zu diesem Artikel
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und wurde von der Redaktion Baukostenplan.de auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen erstellt. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch einen zugelassenen Fachmann (Architekt, Ingenieur, Energieberater, Steuerberater, Anwalt). Alle Angaben ohne Gewähr.
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