Hausbau in Bayern: Was Bauherren 2026 wissen müssen
Wer 2026 in Bayern ein Haus bauen möchte, sollte die regionalen Besonderheiten des Baumarkts kennen. Die Baukosten liegen hier bei durchschnittlich 2.719 € pro Quadratmeter Wohnfläche (schlüsselfertiges Einfamilienhaus, Standard-Ausstattung). Das sind +15 % gegenüber dem Bundesdurchschnitt von 2.362 € pro Quadratmeter.
Der wichtigste Kostentreiber bleibt das Grundstück. Während Bauland in ländlichen Regionen von Bayern bei 50-120 EUR/m² liegt, werden in Ballungsräumen wie München und Nürnberg Preise von 200-800 EUR/m² aufgerufen. Die reinen Baukosten (KG 300-400) unterscheiden sich dagegen weniger stark und hängen primär vom Ausstattungsstandard und der Wahl des Heizsystems ab.
Energiestandard nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz
Seit dem 29.07.2026 ersetzt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) das GEG. Die Pflicht, dass jede neue Heizung zu 65 % mit erneuerbaren Energien läuft, gibt es nicht mehr. Ein Neubau in Bayern darf aber weiterhin höchstens 55 % des Primärenergiebedarfs seines Referenzgebäudes haben. Eine Gasheizung ist damit wieder erlaubt, ab 2029 muss sie jedoch einen steigenden Bio-Anteil beziehen (10 % ab 2029, 60 % ab 2040), und ab 2030 gilt für alle Neubauten der Nullemissionsstandard. Die meisten Bauherren wählen deshalb weiter eine Wärmepumpe (ca. 25.000 EUR inkl. Einbau) oder eine Pelletheizung (ca. 25.000 EUR).
Wer mindestens den Effizienzhaus-55-Standard erreicht, kann den KfW-Kredit „Klimafreundlicher Neubau“ (Programm 297/298) nutzen: bis zu 100.000 EUR je Wohneinheit, mit QNG-Siegel bis 150.000 EUR. Einen Tilgungszuschuss gibt es in diesem Programm nicht. Die Mehrkosten für den höheren Dämmstandard betragen ca. 15 %, oft refinanziert sich das durch niedrigere Heizkosten innerhalb von 10-15 Jahren.
Baunebenkosten in Bayern
Zu den reinen Baukosten kommen die Baunebenkosten (KG 700) von typischerweise 15-20 % hinzu. Größter Einzelposten ist das Architektenhonorar (ca. 12 % nach HOAI-Orientierungswert). Die Grunderwerbsteuer in Bayern beträgt 3,5 % des Kaufpreises. Hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten (ca. 2 %), Vermessung, Baugenehmigung und Versicherungen.
Du überlegst, in Bayern eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen statt zu bauen? Der Immobilien-Kaufcheck rechnet mit 3,5 % Grunderwerbsteuer Nebenkosten, Kredit und Rate aus.
Aktuelle Marktlage 2026
Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden lagen laut Statistischem Bundesamt im August 2026 um 5,5 % über dem Vorjahresmonat, im Mai waren es 5,0 % und im November 2025 3,2 %. Die Preissteigerungen liegen damit weiter deutlich unter den Spitzenjahren 2021-2022 (+14-17 %). Insbesondere die Kosten für Holz und Stahl haben sich normalisiert, während Handwerkerlöhne weiterhin moderat steigen (+4-5 % p.a.).
